Ein Festakt für die Kunst und eine Hommage an Jutta Bossard erwartet Kunstinteressierte in Jesteburg.
Die Kunststätte Johann und Jutta Bossard begeht ein bedeutendes Jubiläum: Am 5. Juni 2025 wird das 30-jährige Bestehen der Stiftung mit einem musikalischen Festakt gefeiert. Doch damit nicht genug – parallel dazu widmet sich eine umfassende Sonderausstellung erstmals dem Leben und Schaffen von Jutta Bossard selbst.
Der Festakt, der von 12 bis 14.30 Uhr stattfindet, verspricht einen tiefen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Kunststätte. Jörn Stolle von der Sparkasse Harburg-Buxtehude führt durch das Programm, das neben den Grußworten von Museumsdirektorin Heike Duisberg-Schleier und dem niedersächsischen Kulturminister Falko Mohrs auch eine Gesprächsrunde mit Stiftungsratsmitgliedern beinhaltet. Die musikalische Untermalung durch das Vokal-Ensemble „MehrStimmig“ verleiht dem Ereignis einen festlichen Rahmen.
Doch der Blick richtet sich in diesem Jahr nicht nur auf die Stiftung selbst, sondern auch auf eine faszinierende Persönlichkeit, die maßgeblich zu ihrem Erhalt beitrug: Jutta Bossard. Die Sonderausstellung „Jutta Bossard – »Und dann war ich hier«“, die vom 25. Mai bis zum 9. November 2025 läuft, gibt erstmals einen umfassenden Überblick über ihr Leben (1903–1996) und die Entwicklung ihres künstlerischen Werks.
Die Ausstellung beleuchtet Jutta Bossards künstlerisches Schaffen sowohl an der Seite ihres Mannes Johann Michael Bossard als auch ihre eigenständigen Arbeiten vor ihrer Heirat 1926 und nach 1950. Dabei wird auch ihr unermüdlicher Einsatz für den Erhalt der „Kunststätte Bossard“ nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1950 gewürdigt, der schließlich ein Jahr vor ihrem eigenen Tod zur Gründung der Stiftung führte.
Die Ausstellung scheut auch nicht vor einer kritischen Auseinandersetzung zurück: So wird die Verbindung des Ehepaars Bossard zum völkisch-konservativen Milieu beleuchtet, ebenso wie Jutta Bossards Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes in den späten 1950er Jahren, ihre Freundschaft zu dem Lyriker Albert Gevers und ihre selbstverfassten Gedichte.
Neben dem Festakt am 5. Juni bietet die Kunststätte Bossard ein vielfältiges Begleitprogramm zur Sonderausstellung. Dazu gehören Führungen durch die Ausstellung (Gruppenführungen auf Anfrage), ein literarisch-musikalischer Abend am 19. Oktober 2025, der August Macke und seine Frau Elisabeth in den Fokus rückt, sowie ein Fachvortrag des Freundeskreises über Jutta Bossard am 9. November 2025. Ein Vortrag mit Diskussion über rechtsextreme Literatur im bürgerlichen Gewand am 23. November 2025 rundet das Programm ab.
Die Kunststätte Bossard in Jesteburg erweist sich damit einmal mehr als lebendiger Ort der Kunst und des Diskurses, der sowohl die Vergangenheit ehrt als auch sich kritisch mit ihr auseinandersetzt.
Überblick:
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30 Jahre Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard: Festakt am 5. Juni 2025, 12–14 Uhr
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Sonderausstellung: Jutta Bossard – »Und dann war ich hier«, 25. Mai – 9. November 2025
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Öffnungszeiten der Sonderausstellung: Di-So 11–18 Uhr
Kunststätte Bossard | Bossardweg 95 | 21266 Jesteburg | www.bossard.de.
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