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Archive der Zukunft

Das MARKK stellt sein Programm 2026 vor und es ist die Weiterführung einer Neuausrichtung …

Hamburgs Museum am Rothenbaum (MARKK) blickt auf ein kraftvolles Jahr 2025 mit rund 89.000 Gästen zurück und schaltet für 2026 noch einmal einen Gang höher. Während die Samtpfoten der Erfolgsschau KATZEN! noch bis Ende November durch das Haus schleichen, bereitet Direktorin Barbara Plankensteiner bereits die nächste große Transformation vor. Es geht um nichts Geringeres als die Neuerfindung eines Weltmuseums, vormals „Völkerkundemuseum“ hieß und das sich seiner eigenen Geschichte stellt und gleichzeitig digitale Grenzen sprengt.

Ab dem 5. Juni 2026 wird das MARKK zu einem zentralen Schauplatz der 9. Triennale der Photographie Hamburg. Unter dem Titel Bilderechos aus Peru begegnen uns die intimen Dokumentationen des Amateurforschers Hans Heinrich Brüning, der vor über einem Jahrhundert das Leben in der Region Lambayeque festhielt. Doch das Haus bleibt nicht in der Nostalgie stecken.

Die Ausstellung verwandelt diese kolonial geprägten Dokumente in lebendige Archive. Zeitgenössische Akteur*innen sowie Künstler*innen wie Enzo Miguel Matute und Marystela Camacho überschreiben die historischen Bilder mit queeren Perspektiven oder gestickten Interventionen. Es ist eine Einladung, die kulturelle Wiederaneignung als einen Prozess der Heilung zu begreifen.

Ein tieferer, schmerzhafterer Blick in die eigene Vergangenheit folgt ab dem 28. August 2026. Das Museum widmet sich der Geschichte jüdischer Objekte und nimmt dabei eine kritische Neubewertung der eigenen Rolle während des Nationalsozialismus vor. Ausgangspunkt ist die verschollene Sammlung der Hamburger Gesellschaft für jüdische Volkskunde.

Durch aktuelle Provenienzforschung, die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste unterstützt wird, werden Biografien und Sammlungsgeschichten bis in die Gegenwart verfolgt. Es ist ein notwendiger Diskurs über Vertrauen und Verantwortung, der auch das Begleitprogramm im Zwischenraum das gesamte Jahr über prägen wird.

Von Märchenfesten bis zur digitalen Revolution

Das MARKK beweist 2026, dass wissenschaftlicher Anspruch und pure Lebensfreude keine Gegensätze sind. Der Veranstaltungskalender platzt fast aus allen Nähten: Der Frühling startet mit dem Märchenfest am 25. Januar und der Samurai-Welt von COOL JAPAN am 15. März. Im Juli lädt das Haus im Rahmen des Architektursommers die renommierte Architektin Lina Ghotmeh ein, um über die anstehende Modernisierung des Gebäudes zu sprechen. Für den intellektuellen Tiefgang sorgen Gäste wie Geschichtsprofessor Sven Beckert am 16. Juli oder die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout, die am 23. April das Phänomen der Niedlichkeit seziert.

Parallel dazu vollzieht das Museum den digitalen Quantensprung. Mit der Onlinestellung von rund 200.000 Objekten wird die Sammlung 2026 für Wissenschaftler*innen und Interessierte weltweit zugänglich – inklusive der Möglichkeit, eigene digitale Objektzusammenstellungen zu speichern.

Das MARKK positioniert sich 2026 somit als einen Ort, der die Welt nicht nur zeigt, sondern sie mutig und neugierig hinterfragt. Ob analog vor peruanischen Fotografien oder digital in der neuen Datenbank: Der Hamburger Kulturbetrieb darf sich auf ein Jahr voller Resonanz freuen.

Highlights im ersten Halbjahr 2026

Museum am Rothenbaum | Rothenbaumchaussee 64 | 20148 Hamburg | Tel. 040 42 88 79 – 0 | www.markk-hamburg.de [1]

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