Sprache – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 14 Jan 2026 15:35:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Eine Hommage an den Mut https://www.tiefgang.net/eine-hommage-an-den-mut/ Sat, 17 Jan 2026 15:24:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13126 [...]]]> Es gibt Momente in der Geschichte einer Stadt, in denen ein Funke überspringt, der weit über die Jahrzehnte hinaus leuchtet. Für Hamburg war ein solcher Moment das Jahr 1926, als Ida Dehmel die GEDOK ins Leben rief.

Heute, 100 Jahre später, blicken wir auf ein Jahrhundert geballter weiblicher Kreativität und politischer Durchsetzungskraft zurück. Die „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, kurz Gedok, ist nicht weniger als das europaweit älteste und größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten. Und wo ließe sich dieses Jubiläum besser feiern als an seinem Geburtsort?

Ida Dehmel war eine Visionärin mit einem untrüglichen Gespür für Synergien. In einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt oft noch als schmückendes Beiwerk oder bestenfalls als talentierte Dilettantinnen belächelt wurden, schuf sie eine Struktur, die Professionalität und Solidarität verband. Ihr Hamburger Wohnhaus wurde zum Epizentrum eines interdisziplinären Austauschs, der Musik, Literatur und Bildende Kunst zusammenführte. Es ging nie nur um Ästhetik, es ging um Existenzsicherung und Sichtbarkeit.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) widmet diesem Jahrhundertprojekt nun die große Schau Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK. Wer durch die Räume geht, spürt sofort die Energie, die von diesem Aufbruch ausging. Die Ausstellung ist weit mehr als eine historische Rückschau; sie ist eine Analyse von Machtstrukturen und der Kraft der Gemeinschaft. Besonders faszinierend ist, wie hier die Gründungsjahre in Hamburg lebendig werden. Namen wie Anita Rée oder die Textilkünstlerin Maria Brinckmann tauchen auf – Frauen, die das Gesicht der Hamburger Moderne prägten und in der GEDOK eine Heimat fanden.

Was man sich bei diesem Jubiläumsprogramm unbedingt merken sollte, ist die Vielschichtigkeit der Exponate. Es sind nicht nur Gemälde oder Skulpturen zu sehen, sondern auch Dokumente, die den zähen Kampf um Anerkennung belegen. Ein absolutes Highlight im MKG ist die Aufarbeitung der spartenübergreifenden Zusammenarbeit. Die GEDOK verstand sich von Anfang an als Brücke: Komponistinnen trafen auf Schriftstellerinnen, Fotografinnen auf Kunstgewerblerinnen. Diese Offenheit ist bis heute der Kern der Organisation.

Ein weiterer Programmpunkt, der aus der Masse heraussticht, ist die Veröffentlichung des Jubiläumsbuchs. Es ist kein klassischer Wälzer, der nur im Regal verstaubt, sondern ein lebendiges Zeugnis einer Bewegung, die sich auch durch die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht gänzlich unterkriegen ließ. Die Texte beleuchten kritisch die Rolle der GEDOK während der NS-Zeit, die Vertreibung jüdischer Mitglieder – darunter auch die Gründerin Ida Dehmel selbst – und den mühsamen Wiederaufbau nach 1945. Diese Ehrlichkeit in der Aufarbeitung macht das Jubiläum erst wirklich würdig.

Hamburg feiert in diesem Jahr also nicht nur einen Verein, sondern eine Idee, die heute so aktuell ist wie eh und je. In Zeiten, in denen über Gender-Pay-Gap in der Kultur und die Repräsentanz von Frauen in großen Museen gestritten wird, wirkt das Vermächtnis von Ida Dehmel wie ein Kompass. Die GEDOK ist kein museales Relikt, sondern ein pulsierendes Netzwerk, das heute über 20 Regionalgruppen umfasst.

Wer sich für die Kulturpolitik der Hansestadt und die Rolle der Frau in der Kunst interessiert, kommt an dieser Jubiläumsschau nicht vorbei. Sie fordert uns heraus, neugierig zu bleiben und den Blick für jene Strukturen zu schärfen, die Kunst erst möglich machen. Die Ausstellung im MKG läuft als zentraler Ankerpunkt und bietet neben den visuellen Genüssen auch Raum für Diskussionen und Konzerte, die den Geist der Gründerzeit in die Gegenwart holen.

Es ist eine Hommage an den Mut, sich zusammenzuschließen, und eine Einladung, die künstlerische Qualität zu entdecken, die oft erst durch ein starkes Netzwerk im Rücken zur vollen Entfaltung kommen kann. 100 Jahre GEDOK – das ist ein verdammt guter Grund, in die Hamburger Kunstgeschichte einzutauchen und gleichzeitig die Weichen für die nächsten 100 Jahre zu stellen.

Künste, Frauen, Netzwerk. 100 Jahre GEDOK bis zum 30. August 2026 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Steintorplatz, 20099 Hamburg Telefon: 040 428134880 www.mkg-hamburg.de

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Der Kampf um das Unsichtbare https://www.tiefgang.net/der-kampf-um-das-unsichtbare/ Fri, 21 Nov 2025 23:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12904 [...]]]> Die Freie und Hansestadt Hamburg ehrt eine der präzisesten und stilistisch innovativsten Stimmen der Gegenwartsliteratur: Judith Schalansky erhält den mit 20.000 Euro dotierten Lessing-Preis 2025.

Die Jury würdigt damit eine Autorin, die das literarische Schreiben mit einer unverwechselbaren ästhetischen Handschrift verbindet und ihre Bücher stets als Gesamtkunstwerke begreift. Die Auszeichnung geht an eine Autorin, die dem enzyklopädischen Verständnis der Aufklärung verpflichtet ist – ein direkter Bezug zum Namensgeber Gotthold Ephraim Lessing. Schalansky beherrscht die unterschiedlichsten literarischen Formen in Vollendung und wiederholt sich in ihrem Schaffen nie. Senator Dr. Carsten Brosda hob hervor, dass ihre Ehrung die große literarische Bedeutung einer der meistübersetzten Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur widerspiegelt: „Mit großer poetischer Klarheit richtet sie ihren Blick auf gesellschaftliche Fragen und auf Menschen, die sonst oft unsichtbar bleiben.“

Judith Schalanskys Werk ist eine faszinierende Reise durch Epochen, Genres und Wissensgebiete. Es ist diese Weltoffenheit und die Neugier für die deutsch-deutsche Vergangenheit, die die Jury besonders hervorhob.

Ihre Palette ist breit und herausfordernd. Sie reicht vom typographieästhetischen Standardwerk wie Fraktur, mon amour bis zum fiktionalen Sachbuch Atlas der abgelegenen Inseln, das nicht nur literarisch, sondern auch gestalterisch Preise gewann und das Fernweh mit der Einsamkeit des Schreibens konfrontiert. Ihr Roman Der Hals der Giraffe ist ein Bildungsroman im besten Sinne, während Verzeichnis einiger Verluste die Kulturgeschichte vergessener Dinge, Orte und Menschen poetisch konserviert. Mit ihrem Großessay Schwankende Kanarien bewies sie 2023 erneut ihre Fähigkeit zur brillanten intellektuellen Reflexion.

Schalansky ist zudem nicht nur Autorin und Gestalterin ihrer Bücher, sondern auch versierte Förderin von Literaturpraxis, etwa als Herausgeberin der Reihe Naturkunden. Sie verkörpert damit Lessings Geist, Räume für Reflexion und streitbare Debatte zu eröffnen, ohne die ästhetische Form zu vernachlässigen.

Kampmann: Der poetische Blick auf Hamburgs Ränder

Parallel zum Hauptpreis wird das mit 10.000 Euro dotierte Lessing-Stipendium an die Autorin Anja Kampmann vergeben. Sie ist zwar in Leipzig ansässig, doch Hamburg ist ihre Geburts- und Universitätsstadt sowie ein zentraler Ort ihres künstlerischen Schaffens.

Kampmanns Werk besticht durch eine beeindruckende Verbindung von poetischer Sensibilität und gesellschaftlicher Wachheit. Die Jury betonte, dass sie souverän in verschiedenen literarischen Formen arbeitet und ihren Blick auf Menschen und Fragen richtet, die sonst oft unsichtbar bleiben.

Ihr Roman Die Wut ist ein heller Stern spielt auf St. Pauli und setzt sich eindringlich mit Emanzipation und dem Widerstand gegen ein faschistisches Regime auseinander. Kampmann spürt der Frage nach, was wir verlieren, wenn wir uns den Bedrohungen der Gegenwart nicht stellen. Dies zeigt sich auch in ihrem Einsatz für die Theater- und Opernlandschaft (Die schmutzige Wäsche des schmelzenden Schnees) und in ihrer kritischen Auseinandersetzung mit ungezügeltem technologischem Fortschritt (Der Hund ist immer hungrig). Im Sinne Lessings holt Kampmann damit einen bislang kaum beachteten Teil der Hamburger Geschichte, insbesondere die Frauen aus der Arbeiterschicht, ins Licht.

Die Auszeichnungen werden am 25. Januar 2026 im Thalia Theater von Senator Dr. Carsten Brosda überreicht. Der Lessing-Preis, der seit 1929 verliehen wird, bestätigt damit seine Rolle als wichtiger Gradmesser für eine Literatur, die intellektuelle Tiefe mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet.

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Ein Bulle für die Freiheit https://www.tiefgang.net/ein-bulle-fuer-die-freiheit/ Fri, 14 Nov 2025 23:48:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12865 [...]]]> Der 54. Buxtehuder Bulle, einer der wichtigsten deutschen Jugendliteraturpreise, geht an Maja Nielsen für ihren Roman „Der Tunnelbauer“. Die Auszeichnung würdigt eine Geschichte, die den Einsatz für Freiheit und Demokratie in den Mittelpunkt stellt.

Die diesjährige Verleihung des Buxtehuder Bullen an Maja Nielsen für ihren Roman „Der Tunnelbauer“ (Gerstenberg Verlag) ist ein Statement für die politische Dimension der Jugendliteratur. Die Autorin nahm die zwölf Kilogramm schwere Stahlplastik am Donnerstagabend, 13. November, auf der Halepaghen-Bühne entgegen. Die Besonderheit: Mit dabei war der Zeitzeuge und Protagonist des Buches, der Tunnelbauer Joachim Neumann.

Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt hob in ihrer Rede die Haltung der Autorin hervor. Sie bezeichnete Maja Nielsen als Vorbild, deren thematischer Fokus auf Freiheit und Demokratie eine notwendige Aufforderung in der Gegenwart darstelle. Stefanie Ericke-Keidtel, Leiterin des Berliner Jungen Literaturhauses, ergänzte in ihrer Laudatio, das Buch sei eine „hochinformative und anschauliche Geschichtsstunde, die spannender nicht sein könnte.“ Sie betonte zudem das Engagement Nielsens, die die Themen ihrer Werke nicht nur literarisch bearbeitet, sondern auch in die Tat umsetzt.

Die Preisträgerin fasste die zentrale Botschaft ihres Werkes prägnant zusammen: „Es gibt immer etwas, das man tun kann, um Bedingungen zum Besseren zu wenden.“

Die Jury, die sich traditionell aus elf Jugendlichen und elf Erwachsenen zusammensetzt, sprach sich generationsübergreifend und eindeutig für die Darstellung der deutsch-deutschen Geschichte aus.

Der prämierte Roman versetzt die Lesenden in das Berlin der 1960er Jahre, kurz nach dem Bau der Mauer. Er verarbeitet die Erlebnisse von Joachim Neumann und seinem Freundeskreis. Durch Mut, Beharrlichkeit und kräftezehrenden körperlichen Einsatz verhalf die Gruppe zwischen 1961 und 1964 zahlreichen Menschen durch die berühmten Tunnel 29 und Tunnel 57 zur Flucht in den Westen. Der Text vermittelt damit nicht nur historische Fakten, sondern die konkrete Erfahrung von Widerstand und Solidarität.

Gewürdigt wurde das Buch in einem rund 90-minütigen Programm, das von David Friedrich moderiert wurde. Die musikalische Gestaltung übernahmen Julian Lebender und Vincent van der Klugt als „Jules Atlas“. Student*innen der Freien Schauspielschule aus Hamburg inszenierten neun Szenen aus den prämierten Werken.

Die traditionelle Erweiterung des BULLevards folgte am Freitagnachmittag: Eine bronzene Plakette mit dem Siegertitel und dem Namen der Autorin wurde am Westfleth 37, vor der Kleinen Fleth-Philharmonie, enthüllt. Die Autorin Maja Nielsen blieb noch für die BullenKULTurtage, die Schullesungen und eine öffentliche Lesung umfassen, bis Sonntag in Buxtehude.

Weitere Informationen: www.buxtehuder-bulle.de

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Wenn die Feder zum Aufschrei wird https://www.tiefgang.net/wenn-die-feder-zum-aufschrei-wird/ Fri, 14 Nov 2025 23:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12862 [...]]]> Die Hansestadt hat gewählt. Und die Jury der Hamburger Literaturpreise schickt mit ihrer diesjährigen Auswahl ein beeindruckendes Zeichen in die Republik: Sie setzt auf Texte, die den Finger in offene Wunden legen, neue Formen finden und vor allem die Geschichten sichtbar machen, die lange im Schatten standen.

Mit insgesamt 84.000 Euro würdigt die Behörde für Kultur und Medien eine Bandbreite an schreibenden, übersetzenden und zeichnenden Talenten, die beweist: Hamburgs literarische Szene ist ein brodelnder Herd für die drängendsten Themen unserer Zeit. Die Preisverleihung am 8. Dezember im Literaturhaus wird ein Fest der unerschrockenen Stimmen.

Im Zentrum steht ein Debütroman, der die Jury zutiefst beeindruckte: Jegana Dschabbarowa gewinnt für ihr Werk „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ den mit 8.000 Euro dotierten Preis „Buch des Jahres“. Was für ein Titel – und was für eine Geschichte, die dahintersteckt.

Dschabbarowa, 1992 in einer aserbaidschanischen Familie in Russland geboren und 2024 zur Wahlheimat Hamburg gezwungen, legt einen Roman vor, der poetisch und eindrücklich die Erfahrung weiblicher Körper in einer patriarchalen Gesellschaft erkundet. Die Hände, die in ihrer Familie für Hausarbeit, für das Kochen, für die Pflicht bestimmt waren, sind nun Träger des Schreibens geworden. Dschabbarowa übersetzt die Auswirkungen von Fremdenfeindlichkeit und engen sozialen Grenzen in eine hochliterarische, zarte Sprache. Hamburg ehrt damit nicht nur ein herausragendes Buch, sondern begrüßt eine Autorin, die dem Diktat des Schweigens mit Poesie trotzt.

Eine zweite ebenso wichtige Auseinandersetzung liefert Eva Thöne mit ihrem Sachbuch „Weibliche Macht Neu Denken“, das den Preis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS erhält. Die Spiegel-Ressortleiterin beleuchtet klug, warum sich Frauen in Machtsphären oft fremd fühlen und fordert eine Abkehr vom toxischen, männlich geprägten „Heldentum“. Ihr Appell ist unmissverständlich: Wir brauchen Solidarität, Selbstwirksamkeit und gemeinsame Verantwortung statt erstarrtem Management. Dieses Buch ist kein sanftes Empowerment, es ist eine energetische und notwendige Analyse über die Leerstelle im feministischen Diskurs – direkt, streitbar und maßgeblich.

Auch in den Werkkategorien zeigt sich die große erzählerische Vielfalt:

Im Bereich Roman teilen sich Andreas Moster und Nicole Röndigs die Auszeichnungen. Moster überzeugt mit seinem „Der Silberriese“, der sich der Vaterschaft in der Krise widmet: Patrik, der alleinerziehende Ex-Leistungssportler, muss nach dem Weggang der Mutter die Beziehung zu seiner Tochter Ada über deren Leistungsturnen neu definieren. Ein nahbarer Blick auf moderne Männlichkeit, das Scheitern und die große Zärtlichkeit, die sich in sportlicher Disziplin verbergen kann.

Besonders begeisterungsfähig macht die Auszeichnung für Noëlle Kröger im Comic-Bereich. Kröger, bekannt für ihre Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen und queeren Perspektiven, erhält den Preis für ein Projekt, das mutig und kunstvoll das Werwolf-Motiv nutzt, um historische Denkprozesse über Minderheiten und Pathologisierung zu spiegeln. Hier wird das Medium Comic als das gefeiert, was es ist: eine komplexe, visuelle Literaturform.

Die Preise für Lyrik/Experimentelles gehen an Friederike Meltendorf und Till Raether, während Verena Carl für ihre Erzählung geehrt wird. Das Kinder- und Jugendbuch gewinnt Juliane Pickel, die schon oft bewiesen hat, dass sie jungen Leser*innen komplexe, emotionale Welten eröffnen kann.

Und nicht vergessen: Ohne die Übersetzer*innen bliebe ein Großteil dieser Literatur verschlossen. Die Preise gehen an Nicolai von Schweder-Schreiner, Corinna Popp und Kirsten Gleinig, die aus dem Englischen und Französischen die sprachliche Brücke nach Hamburg schlagen.

Die Hamburger Literaturpreise 2025 sind keine reine Trophäenschau. Sie sind ein energisches Plädoyer für eine Literatur, die unbequem ist, die Hände zum Schreiben befreit und die Frage nach Macht neu stellt. Ein absoluter Leseauftrag!

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Die Poesie der Zugehörigkeit https://www.tiefgang.net/die-poesie-der-zugehoerigkeit/ Fri, 17 Oct 2025 22:36:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12706 [...]]]> Die „Literaturwochen HEIMATEN“ in Buxtehude beleuchten im Oktober und November die drängende Frage nach dem Ort, an dem unser Herz verankert ist – jenseits aller Grenzen.

In einer Zeit, in der das Gefühl der Vertrautheit zum kostbarsten Gut geworden ist, gewinnt der Begriff Heimat eine neue, vielschichtige Bedeutung. Es ist nicht länger nur das Fleckchen Erde, auf dem man geboren wurde, sondern eine fließende Ansammlung von Orten, Sprachen und Beziehungen. Genau diese zeitgemäße Perspektive würdigen die „Literaturwochen HEIMATEN“ der Stadtbibliothek Buxtehude in Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein: Sie stellen den Begriff bewusst in den Plural und eröffnen damit einen Dialog über die Wurzeln, die wir pflegen, und die, die wir neu schlagen.

Drei Lesungen im Oktober und November laden das Publikum ein, den traditionellen Heimatbegriff zu verlassen und sich auf eine intellektuelle und emotionale Reise zu begeben.

Den Auftakt macht die Autorin Gertrude von Holdt mit „Auf hoher See – Geschichten zwischen Ebbe und Flut“. Sie ist einer breiten Öffentlichkeit als „Halligpastorin“ von der Hallig Hooge bekannt, doch ihre Wurzeln reichen tiefer – bis in die stürmische Welt der Seefahrt.

Von Holdt erzählt mit einem entwaffnenden Augenzwinkern von ihrer Kapitäns-Verwandtschaft, von kantigen Seeleuten und dem unerschütterlichen Mut, den es einst als junge Frau brauchte, um auf einem Schiff anzuheuern. Die Autorin, die erst mit 61 Jahren zur Seelsorgerin auf jener Hallig wurde, die sie schon aus Kindertagen kannte, beschreibt das Meer als ihr Element, das „brüllend, spiegelblank, verlockend, unendlich, abweisend, aber nie beängstigend“ sein kann. Sie ist die Chronistin einer Existenz, die zwischen hohem Seegang und den ruhigen Momenten des Ankommens in der Kombüse pendelt. Von Holdt verkörpert damit eine Heimat, die weniger an Landstriche als an die Kraft des Wassers und die Gemeinschaft der Küstenmenschen gebunden ist. Zusätzlich liest sie aus ihrem ersten Bestseller Die Halligpastorin – Geschichten zwischen Himmel und Nordsee.

8. November: Die Brückenbauer zwischen Rotenburg und Damaskus

Der wohl aktuellste Blick auf den pluralen Heimatbegriff kommt von Samer Tannous und Gerd Hachmöller. In „Bleibt ein Syrer in Rotenburg (Wümme) – Angekommen in meiner deutschen Heimat“ zeichnen der syrische Dozent und heutige Französischlehrer Samer Tannous und der deutsche Integrationsbeauftragte Gerd Hachmöller ein humorvolles, aber tiefgründiges Bild einer gelingenden Migration.

Seit zehn Jahren lebt Tannous in Deutschland und hat die „manchmal eigenwilligen Facetten“ seiner neuen Heimat lieben gelernt. Das Buch, das auf einer erfolgreichen SPIEGEL-Kolumne basiert, beleuchtet mit Witz und Wärme die Missverständnisse und Eigenheiten beider Kulturen – von arabischer Unpünktlichkeit bis hin zum deutschen Kult um den Schulabschluss. Die Frage, die Tannous nach dem Sturz des Diktators Assad umtreibt, ist zutiefst existentiell: Ist er noch „ein Syrer“ oder bereits ein „Deutscher mit syrischen Wurzeln“? Ihre Lesung ist eine Plauderei über Freundschaft und die „stille Kraft“ der Familie, die beweist, dass Heimat dort entsteht, wo man sich gegenseitig mit Herz und Humor begegnet.

15. November: Musik in der Fremde

Der Abschluss der Reihe wendet sich einem tragischen, aber kulturell hoch relevanten Kapitel der Geschichte zu: der Exilserfahrung. Michael Haas, Senior Researcher des Exilarte Zentrum der Universität Wien und Spezialist für „Musik in der Fremde“, präsentiert „Die Musik der Fremde. Komponisten im Exil“.

Haas beleuchtet die bewegenden Schicksale jüdischer Komponisten, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten – darunter Größen wie Erich Wolfgang Korngold (der in Hollywood eine neue Karriere fand) und Kurt Weill. Das Buch, das von der Financial Times als „Bestes Buch des Jahres 2023“ ausgezeichnet wurde, zeigt mit großer Eleganz die inneren Konflikte der Künstler*innen. Die Flucht, oft nur eine Frage des Vermögens, führte nicht nur zum Verlust des Heimatlandes, sondern auch zu einer drastischen Veränderung ihrer Musik und in vielen Fällen zu einer Neuentdeckung der jüdischen Identität in der Fremde. Haas’ Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und zeigt, wie Musik – selbst in der Isolation – ein letztes Gefühl von Heimat bewahren kann.

Die „Literaturwochen HEIMATEN“ in der Stadtbibliothek Buxtehude sind mehr als nur Lesungen. Sie sind eine literarische Vermessung der Gegenwart, die uns lehrt: Heimat ist ein lebenslanger Prozess, der in der Mehrzahl gedacht werden muss.

Tickets (12 Euro) sind in der Stadtbibliothek, online unter tickets.vibus.de oder an der Abendkasse erhältlich.

Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstraße 2, 21614 Buxtehude

31. Oktober, 8. November und 15. November, jeweils 19 Uhr | Kontakt: Tel. 0 41 61 – 99 90 60 oder stadtbibliothek@stadt.buxtehude.de

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Das Verhandeln drängender Fragen https://www.tiefgang.net/das-verhandeln-draengender-fragen/ Fri, 19 Sep 2025 22:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12452 [...]]]> Hamburg pulsiert, und die Literatur pulsiert mit. Die Shortlist der Hamburger Literaturpreise 2025 ist wieder nicht nur eine Liste von Büchern, sondern auch Spiegelbild der literarischen Vielfalt der Stadt.

Senator Dr. Carsten Brosda betont, wie wichtig es ist, diesen Reichtum sichtbar zu machen: „Hamburg ist ein Ort, an dem Literatur in all ihren Facetten entsteht und diskutiert wird. Die Werke entführen uns in andere Welten, lassen uns Zusammenhänge verstehen und regen an zum Dialog.“ Die Jury, so der Senator weiter, hatte keine leichte Aufgabe, aus der „Vielfalt der großartigen Titel“ die Nominierten zu wählen, denn „alle Bücher der Shortlist lohnen gelesen zu werden!“

Diese Vielfalt spiegelt sich in den beiden Hauptkategorien wider: „Buch des Jahres“ und dem „Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS“, die das Preisgeld stiftet. Prof. Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, freut sich dabei besonders über die Vielfalt auf der Shortlist: „Wir brauchen vielfältige Perspektiven auf die Themen einer immer komplexer werdenden Welt.“ Die feierliche Preisverleihung findet am 8. Dezember 2025 im Literaturhaus Hamburg statt.

Das Erzählerische im Fokus: Fünf Romane auf der Shortlist

Die fünf nominierten Romane sind so vielfältig wie das Leben selbst. Sie erforschen das Private im Kontext des Politischen, verweben historische Spuren mit der Gegenwart und suchen in der Sprache nach neuen Ausdrucksformen. Es ist eine Auswahl, die der Leserin und dem Leser eine tiefgründige und emotional bewegende Lektüre verspricht.

Die Shortlist beginnt mit einer eindrucksvollen Auseinandersetzung mit der Herkunft und den eigenen Wurzeln. Jegana Dschabbarowas Roman Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt ist bereits im Titel ein poetisches Manifest. Es handelt sich um ein Werk, das sich mit Metafiktion befasst, will heißen: eine Geschichte, die nicht nur erzählt, sondern auch über das Erzählen selbst nachdenkt. Dschabbarowa verknüpft dabei persönliche und kollektive Erzähllinien und fragt, wer eigentlich die Macht hat, die Geschichte zu schreiben.

In einem ganz anderen, aber ebenso experimentellen Tonfall, bewegt sich Friederike Gräff mit Frau Zilius legte ihr erstes Ei an einem Donnerstag. Der Titel deutet auf einen magischen Realismus hin, der also fantastische oder absurde Elemente in eine ansonsten realistische Umgebung einbettet. Gräffs Prosa scheint die Grenzen der konventionellen Erzählung spielerisch zu überschreiten und lädt ein in eine Welt, in der das Unerwartete zum Alltag gehört.

Aber auch die Erkundung von Erinnerung und die menschliche Psyche spielen auf der Shortlist eine zentrale Rolle. Katharina Hagena, eine Meisterin der literarischen Topografie, dem Erzählen über Orte, um innere Landschaften und Erinnerungen zu offenbaren, überzeugt mit ihrem Roman Flusslinien. In ihrem Werk verwebt sie die Geschichte eines Ortes mit den Geheimnissen und Erinnerungen seiner Bewohner, um zu zeigen, wie die Vergangenheit in der Gegenwart fortlebt.

Mirko Bonné wiederum entführt die Leserin und den Leser in ein komplexes Geflecht von Geschichten in Wege durch die Spiegel. Sein Roman ist ein Beispiel für Intertextualität. Er webt bewusst Bezüge zu anderen Texten und Kunstwerkenein. Bonné schafft eine poetische Welt, die reich an Reflexionen über die Kunst, die Liebe und die Vergänglichkeit ist und die Leser und Leserinnen auf eine anspruchsvolle, aber lohnende Reise mitnimmt.

Kristine Bilkau vervollständigt die Shortlist mit ihrem Roman Halbinsel. Sie zeichnet sich durch einen Stil aus, der das scheinbar Banale in den Mittelpunkt rückt und es mit großer erzählerischer Präzision beleuchtet. Ihre Werke sind oft wie eine Mikrostudie, wie eine detaillierte, feingliedrige Untersuchung eines kleinen Ausschnitts der Wirklichkeit, in der sich dennoch die großen menschlichen Dramen widerspiegeln. Kristine Bilkau gelingt es meisterhaft, die feinen Risse in den Beziehungen und die verborgenen emotionalen Turbulenzen ihrer Figuren sichtbar zu machen. Ihre literarische Stimme ist dabei gut in der hiesigen Szene verwurzelt, wie ihr Auftritt auf den SuedLese Literaturtagen in Harburg 2022 bewies.

Die Shortlist des Sachbuchs: Denken, Fühlen, Verändern

Auch die Sachbuch-Shortlist zeugt von einer bemerkenswerten Bandbreite. Von der Klimakrise über feministische Debatten bis zur Aufarbeitung von Traumata und Familiengeschichten – die nominierten Werke spiegeln die drängendsten Fragen unserer Zeit wider. Sachbücher sind ja nicht mehr bloße Informationsquellen, sie sind zu literarischen Vermessungen der Gegenwart geworden, die aufklären, herausfordern und zutiefst bewegen.

Mit Schweigen leistet Birgit Weyhe eine beeindruckende Pioniertat. Ihr Werk ist ein Graphic-Novel, eine gezeichnete, literarisch anspruchsvolle Erzählung, die die Lücke zwischen Wort und Bild schließt. In den Panels und Sprechblasen widmet sich Weyhe einem schwer zugänglichen, ja fast unsagbaren Thema: den Traumata aus der Kolonialzeit. Sie erforscht die psychologischen Nachwirkungen dieser Verbrechen, die oft im historischen Gedächtnis und in den Familienbiografien verschwiegen wurden. Das Buch ist somit nicht nur ein künstlerisches Statement, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der postkolonialen Theorie, der kritischen Auseinandersetzung mit den Folgen des Kolonialismus und den andauernden Machtstrukturen, die daraus hervorgegangen sind. Weyhe bricht das Schweigen und gibt den Opfern eine visuelle Stimme.

Gegen die Krise: Wissenschaft, Politik und der Blick nach vorn

Zwei andere Werke auf der Shortlist beschäftigen sich hingegen mit den größten existenziellen Herausforderungen unserer Zeit. Matthias Glaubrecht widmet sich in Das stille Sterben der Natur der globalen Biodiversitätskrise. Sein Buch ist ein dringender Appell an die Leser und die Leserin, die oft übersehene Auslöschung von Tier- und Pflanzenarten als die Katastrophe zu begreifen, die sie ist. Er legt die wissenschaftlichen Zusammenhänge dar und macht komplexe ökologische Prozesse verständlich. Seine Arbeit steht exemplarisch für das moderne Sachbuch, das nicht nur Fakten sammelt, sondern sie in einen nachdenklichen, oft auch emotionalen Kontext stellt.

In eine ähnliche Kerbe, aber mit einem gesellschaftlichen Fokus, schlägt Eva Thöne mit Weibliche Macht neu denken. Thöne wagt es, die veralteten Narrative über weibliche Führung zu hinterfragen und stattdessen einen neuen, zukunftsorientierten Weg aufzuzeigen. Ihr Buch ist ein wichtiger Beitrag zur feministischen Debatte. Es ist eine Arbeit, die sich in die Gender-Studies einreiht.

Zwischen Heimweh und Klischee: Nadia Pantel und Anne Jaberine

Die letzten beiden Nominierten auf der Shortlist sind sich in ihrem Ansatz, persönliche Erfahrungen zu nutzen, um übergeordnete Themen zu beleuchten, sehr ähnlich. Nadia Pantel geht in Das Camembert-Diagramm den Klischees und Stereotypen nach, die über das Land der Liebe und der Kultur kursieren. Ihr Buch ist eine charmante und zugleich scharfsinnige Kulturanalyse. Pantel dekonstruiert das romantische Bild von Frankreich und legt eine komplexere, facettenreichere Realität frei.

Anne Jaberine schließlich nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine tief persönliche Reise. Der letzte Himmel: Meine Suche nach Palästina ist eine Mischung aus Memoiren und Reportage. Jaberine macht sich auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte, die untrennbar mit der Geschichte Palästinas verwoben ist. Das Buch ist ein berührender Bericht über Identität, Heimat und die Diaspora, also der Zerstreuung der Bevölkerung von ihrem Ursprungsland aus. Jaberine zeigt, wie die Vergangenheit in der Gegenwart fortlebt und wie schmerzhaft und zugleich lebensbejahend es sein kann, sich den eigenen Wurzeln zu stellen.

Die Shortlist der Hamburger Literaturpreise 2025 ist also auch dieses Jahr wieder ein beeindruckendes Zeugnis für die lebendige und facettenreiche Gegenwartsliteratur. Sie zeigt, dass die Kunst des Erzählens und die Aufklärung durch das Sachbuch am besten zusammenwirken, um die drängendsten Fragen der Gegenwart zu verhandeln. Es ist ein Fest für die Literatur als unverzichtbare Kunstform.

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Familiengeheimnisse im Moor https://www.tiefgang.net/familiengeheimnisse-im-moor/ Fri, 05 Sep 2025 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12158 [...]]]> In der Wedeler Marsch verschwindet nicht nur eine Frau. Mit ihr versinkt auch ein jahrzehntealtes Geheimnis im Moor, das die Fundamente einer Familie zu erschüttern droht.

Katja Keweritsch nimmt die Leserinnen und Leser in ihrem neuen Werk auf eine Reise in eine Welt mit, die von unausgesprochenen Schmerzen und stillen Vereinbarungen geprägt ist. Ihr Roman entfaltet eine komplexe Geschichte um die Hamburgerin Mona, die in die Wedeler Marsch reist, um den 80. Geburtstag ihres Großvaters Karl zu feiern. Dort findet sie heraus, dass ihre Großmutter Annemie spurlos verschwunden ist. Es ist der Beginn einer Suche, die tiefer in die Vergangenheit reicht, als Mona je ahnen konnte. Statt eines Festes findet sie ein schmerzvolles Geheimnis, das das Leben der ganzen Familie bereits seit Langem beeinflusst hat.

Keweritschs Stil ist von einer eindringlichen sprachlichen Kraft geprägt. Sie nutzt eine bildhafte und metaphorische Sprache, die sich direkt in die Herzen und Köpfe der Leserinnen und Leser gräbt. Die Marsch selbst wird zur Protagonistin, ein lebendiger Organismus, der mitschwingt und die menschlichen Dramen reflektiert. Keweritschs Texte sind sinnlich und atmosphärisch, sie fangen die Gerüche der Erde und die Weite des Himmels ein. Die dichte, poetische Sprache schafft eine tief verwurzelte Erzählwelt, die trotz ihrer Schönheit auch das Unheilvolle greifbar macht. Etwa wenn es heißt:

„Die Stille der Marsch ist trügerisch. Sie ist kein Versprechen von Frieden, sondern ein Vorrat an unausgesprochenen Geschichten. Und im Moor, so lehrte es Annemie Mona als Kind, versinkt nichts wirklich. Es schlummert nur, bis der Wind es aufwirbelt und ans Licht zwingt.“

Uns erwartet ein Geflecht aus Lügen und unausgesprochenen Wahrheiten, das unter der Oberfläche der scheinbar idyllischen Marsch schlummert. Es geht um eine erste Tochter namens Iris, von der niemand wusste, um ein erzwungenes Versprechen, das zur Ehe führte, und um ein Schicksal, das das Fundament der ganzen Familie erschütterte. Man wird Zeugin oder Zeuge eines Puzzles, das Mona aus alten Andeutungen und der stillen Sprache der Marsch zusammensetzen muss, um das Geheimnis ihrer verschwundenen Großmutter zu lüften.

Katja Keweritsch, in einem friesischen Dorf aufgewachsen, ist Ethnologin und Journalistin. Ihre Studien führten sie von Hamburg und Köln bis nach Los Angeles, und sie lebte zeitweise in Mumbai und auf Sansibar. Heute wohnt sie mit ihrer Familie nahe Hamburg an der Elbe. Die Autorin ist bekannt für ihre sorgfältige Recherche und die Fähigkeit, komplexe menschliche Schicksale in atmosphärischen Erzählungen zu verarbeiten. Sie ist Mitglied der „Autorengruppe DELIA“, die sich der deutschsprachigen Liebesliteratur widmet. Zu ihren weiteren Büchern gehören »Die wundersame Reise der Bienen«, »Agnes geht« und »Alice und das Blau des Wassers«.

Was dieses Buch so besonders macht, ist das Zusammenspiel von Zeitgeist, Genre und stilistischer Umsetzung. Es reflektiert die universelle Frage nach der Bedeutung von Familiengeschichten und dem Umgang mit generationenübergreifenden Traumata. Der einzigartige, dichterische Stil und die atmosphärische Erzählweise der Autorin heben diesen Roman von anderen Familiensagas ab. Es ist eine packende Suche nach der Wahrheit und gleichzeitig eine Hommage an eine einzigartige Landschaft. Wer das Außergewöhnliche in der stillen Marsch sucht und sich für die Geheimnisse der menschlichen Seele begeistert, sollte diesen Roman in die Hand nehmen.

Katja Keweritsch: Das Flüstern der Marsch

Verlag Hoffmann und Campe, erschienen 5. September 2025, 384 Seiten

ISBN: 978-3-455-02015-1 | Preis: 26,00 EUR (D)

Lesung: Fr., 10. Okt. 19 Uhr: Lesung in der Stadtbücherei Wedel, Rosengarten 6, 22880 Wedel
Eintritt: 8,- €

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Spiegel wackliger Wirklichkeiten https://www.tiefgang.net/spiegel-wackliger-wirklichkeiten/ Fri, 22 Aug 2025 22:22:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12347 [...]]]> Die Jury für den Deutschen Buchpreis hat gesprochen. Wieder 20 Romane haben es auf die Longlist geschafft, auserwählt aus 229 Titeln, die in einem Jahr der Unsicherheit erschienen sind oder noch erscheinen werden.

In einem Akt, der mehr als nur eine bloße Nennung ist, stellt die Jury eine Auswahl zusammen, die – wenn man Jurysprecherin Laura de Weck glauben mag – unsere „wackelige Wirklichkeit“ in aller literarischen Vielfalt widerspiegelt. Und hier beginnen die Fragen, die sich der Leser und die Leserin stellen müssen: Was macht diese Realität aus und was hat die Literatur ihr entgegenzusetzen?

Die literarische Vermessung der Gegenwart

Die Jury-Sprecherin betont, dass „Sprachgestaltung, Erzählverhalten und die beängstigende Gegenwart“ die Diskussionen geleitet haben. Es sind diese drei Kategorien, die den Zugang zur diesjährigen Longlist definieren. Es geht nicht nur darum, was erzählt wird, sondern auch, wie es erzählt wird. Ob in historischen Panoramen, Redeteppichen oder wilden Listen, die Autorinnen und Autoren von heute versuchen, die Fragen der Zeit zu stellen: Was machen die Verhältnisse mit uns?

Da ist Kaleb Erdmann mit seiner „Ausweichschule“, der eine alternative Realität entwirft, will heißen: einen Ort abseits des Normativen, an dem die Regeln des Alltags außer Kraft gesetzt sind. Oder die Erzählung über die Gegenwart, die Thomas Melle mit „Haus zur Sonne“ liefert, ein Autor, dessen Werk oft die Risse in unserer Gesellschaft aufzeigt. Dmitrij Kapitelmans „Russische Spezialitäten“ klingt nach einem Werk, das kulturelle Identitäten und ihre Komplikationen erforscht, während Jina Khayyers „Im Herzen der Katze“ eine fantastische oder vielleicht sogar surreale Geschichte verspricht. Auch Peter Wawerzinek, der uns mit „Rom sehen und nicht sterben“ entführt, will heißen, dass es hier um einen Lebensabschnitt, eine Erfahrung geht, die prägend ist, vielleicht existenziell.

Die Liste ist eine Mischung aus etablierten Größen und vielversprechenden Debüts. Michael Köhlmeier ist ebenso vertreten wie Feridun Zaimoglu, aber auch Jehona Kicaj, die mit einem einzigen Zeichen den Titel ihres Buches formuliert: „ë“, will heißen, dass die Literatur auch in kleinsten Formen eine große Bedeutung transportieren kann.

Die Botschaft, die hinter all dem steht, ist eine von Zuversicht. Während man sich um die Zukunft Sorgen machen muss, muss man sich nicht um die Zukunft der Literatur sorgen, so Laura de Weck. Sie ist ein Medium, das nicht nur unsere Ängste und Unsicherheiten abbildet, sondern uns auch mit „Irrwitz belustigen und erschüttern“ kann. Es ist dieses Spiel mit den Emotionen, diese Tiefenanalyse der menschlichen Existenz, die den Wert dieser Literatur ausmacht.

Am Ende bleibt die spannende Frage: Wer wird am 13. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers als Preisträger oder Preisträgerin geehrt? Fünf Finalistinnen und Finalisten bekommen immerhin 2.500 Euro, der Gewinner oder die Gewinnerin aber stolze 25.000 Euro. Bis dahin bleibt der Literaturliebhaberin und dem Literaturfreund nichts anderes übrig, als die Leseproben in dem kostenlosen Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2025: Die Nominierten“ zu studieren und sich auf die Shortlist zu freuen, die am 16. September bekanntgegeben wird.


Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge der Autoren oder Autorinnen):

  • Kathrin Bach: Lebensversicherung (Verlag Voland & Quist, Februar 2025)
  • Marko Dinić: Buch der Gesichter (Paul Zsolnay Verlag, August 2025)
  • Nava Ebrahimi: Und Federn überall (Luchterhand Literaturverlag, September 2025)
  • Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen (Carl Hanser Verlag, August 2025)
  • Kaleb Erdmann: Die Ausweichschule (park x ullstein, Juli 2025)
  • Annett Gröschner: Schwebende Lasten (Verlag C.H.Beck, April 2025)
  • Dmitrij Kapitelman: Russische Spezialitäten (Hanser Berlin, Februar 2025)
  • Jina Khayyer: Im Herzen der Katze (Suhrkamp Verlag, Juli 2025)
  • Jehona Kicaj: ë (Wallstein Verlag, Juli 2025)
  • Michael Köhlmeier: Die Verdorbenen (Carl Hanser Verlag, Januar 2025)
  • Jonas Lüscher: Verzauberte Vorbestimmung (Carl Hanser Verlag, Januar 2025)
  • Thomas Melle: Haus zur Sonne (Verlag Kiepenheuer & Witsch, August 2025)
  • Jacinta Nandi: Single Mom Supper Club (Rowohlt Hundert Augen, Juni 2025)
  • Gesa Olkusz: Die Sprache meines Bruders (Residenz Verlag, März 2025)
  • Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters (S. Fischer Verlag, März 2025)
  • Lina Schwenk: Blinde Geister (Verlag C.H.Beck, August 2025)
  • Fiona Sironic: Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft (Ecco Verlag, März 2025)
  • Peter Wawerzinek: Rom sehen und nicht sterben (Penguin Verlag, September 2025)
  • Christine Wunnicke: Wachs (Berenberg Verlag, März 2025)
  • Feridun Zaimoglu: Sohn ohne Vater (Verlag Kiepenheuer & Witsch, Februar 2025)

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Ulla Lohmanns Erinnerungen an eine prägende Jugend https://www.tiefgang.net/ulla-lohmanns-erinnerungen-an-eine-praegende-jugend/ Fri, 13 Jun 2025 22:30:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11953 [...]]]>

Es gibt Bücher, die leise daherkommen und doch eine immense Wucht entfalten. „Mein Weg hinaus“ von Ulla Lohmann ist so ein Buch.

Es ist kein lautes Plädoyer, keine anklagende Abrechnung, sondern ein zutiefst persönlicher und doch universeller Bericht über das Erwachsenwerden in der Nachkriegszeit. Ulla Lohmann, vielen in Hamburg-Harburg nicht zuletzt durch ihr langjähriges kulturelles Engagement und ihren nichtkommerziellen Ausstellungsraum C15 bekannt, legt hier ihre Kindheit und Jugend zwischen 1949 und 1969 im Rheinland offen – eine Zeit und ein Ort, die für viele eine ganze Generation geprägt haben.

Die Autorin, die seit 1969 in Hamburg lebt und arbeitet, hat sich über Jahrzehnte hinweg nicht nur den Naturwissenschaften und der Stadt- und Landschaftsplanung gewidmet, sondern auch intensiv kulturpolitisch engagiert. Ihre Sammlungen von Gegenwartskunst und ihre Gesprächsreihe „dialogKULTUR“ im Rahmen des C15 zeugen von einem tiefen Verständnis für die Mechanismen von Kunst und Gesellschaft. Mit „Mein Weg hinaus“ offenbart sie nun eine weitere Facette ihres Schaffens: die einer sensiblen Beobachterin ihrer eigenen Vergangenheit.

Ein nüchterner Blick auf ein enges Korsett

Ulla Lohmann nimmt uns mit in ein konservativ geprägtes Elternhaus an der niederländischen Grenze, in eine Welt, die von Bevormundung, überlieferten Kriegstraumata und einer spürbaren Lieblosigkeit durchzogen ist. Die Erzählung beginnt mit der detaillierten Beschreibung einer Kindheit und Jugend im Rheinland, nahe der niederländischen Grenze. Hier wird das Fundament für das Verständnis der späteren Entwicklung gelegt. Es wird ein Bild des ländlichen Lebens gezeichnet, das stark von katholischer Prägung, traditionellen Familienstrukturen und den unaufgearbeiteten Schatten des Zweiten Weltkriegs bestimmt ist.

Sie erzählt von Familienurlauben und -festen, von der Verwandtschaft, der Schule und der Kirche, vom Leben auf dem Dorf, Kommunion, Beichte und Prozessionen. Es sind präzise Beobachtungen, die uns ein Gefühl für die „engen Verhältnisse“ vermitteln, aus denen die junge Ulla schließlich auszubrechen versucht und zumindest nach dem Schulabschluss ihren Heimatort verlässt: „Niemals verspürte ich Sehnsucht, niemals bemerkte ich die geringste Spur von Heimweh. Doch wie oft bin ich in Gedanken, die Kindheitserinnerungen im Kopf, durch die bescheidenen Zimmer, den Garten und die Obstwiese gelaufen, habe renoviert, umgebaut und renaturiert.“

Der Aufbruch zum Studium in die Großstadt markiert den entscheidenden Wendepunkt und den Höhepunkt ihrer Erzählungen. Die Aufnahme des Studiums in Hamburg wird zugleich zum Symbol für den erfolgreichen Ausbruch und die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Es ist der konkrete Akt der Befreiung, der über die bloße Sehnsucht hinausgeht.

Dabei wählt Lohmann einen bemerkenswert klaren und nüchternen Ton. Es ist eine Prosa, die Distanz schafft, ohne kalt zu wirken. Sie vermeidet Vorwurf und Abrechnung, stattdessen beschreibt sie das Geschehen mit einer fast schon dokumentarischen Genauigkeit. Diese Zurückhaltung im Ausdruck macht die zugrunde liegende Thematik – die Suche nach Selbstbestimmung und die Befreiung aus einem Geflecht seelischer Armut – umso eindringlicher. Man spürt die innere Not, den wachsenden Wunsch nach Veränderung, der sich Seite für Seite durch das Buch zieht, ohne dass er je explizit ausformuliert werden müsste. Die Lücken, das Ungesagte, sprechen oft lauter als jede direkte Anklage.

Die gesellschaftliche Prägung einer Generation

Was „Mein Weg hinaus“ besonders wertvoll macht, ist seine Fähigkeit, über die individuelle Geschichte hinaus ein gesellschaftliches Umfeld lebendig werden zu lassen. Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg gehen musste, wie so viele andere jener Zeit, die sich aus ähnlichen Verhältnissen befreien wollten. Das Buch wird damit zu einem Zeitdokument, das die Prägung einer ganzen Generation beleuchtet, die im Schatten des Krieges und in einem oft starren gesellschaftlichen Gefüge aufwuchs.

Ulla Lohmanns „Mein Weg hinaus“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, das leise Fragen stellt und doch tief in die menschliche Seele blickt. Es ist ein Plädoyer für die innere Stärke und den Mut, sich den eigenen Weg zu bahnen – selbst wenn dieser Weg aus engen Verhältnissen herausführt. Absolut lesenswert!

Ulla Lohmann – Mein Weg hinaus. Kindheit und Jugend in engen Verhältnissen

Dittrich Verlag (in der Velbrück GmbH Verlage), 2025 (Soeben erschienen)

ISBN: 978-3-910732-49-0

Umfang: 208 Seiten, Hardcover, Preis: 22,00 €

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Niedersachsens Buchhandlungen im Rampenlicht https://www.tiefgang.net/niedersachsens-buchhandlungen-im-rampenlicht/ Fri, 23 May 2025 22:46:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11845 [...]]]>

Niedersachsens Buchhandlungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Leseförderung, indem sie Kindern und Jugendlichen die Welt der Bücher näherbringen und die Freude am Lesen vermitteln.

Dieses Engagement wurde am 12. Mai 2025 gewürdigt, als Kulturminister Falko Mohrs 26 niedersächsischen Buchhandlungen die Auszeichnung „Prädikatsbuchhandlung – Partner für Leseförderung“ verlieh.

Das Siegel „Prädikatsbuchhandlung“ wird alle zwei Jahre vom Landesverband Nord des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kulturministerium vergeben. Ausgezeichnet werden Buchhandlungen, die sich mit ihren Angeboten und Projekten besonders an Kinder und Jugendliche richten.

Kulturminister Falko Mohrs betonte die Bedeutung des Lesens für die Entwicklung junger Menschen: „Lesen stärkt, bildet, eröffnet neue Sichtweisen – und Kindern eine gute Zukunft: Nicht nur für schulischen und beruflichen Erfolg, sondern auch für die gesellschaftliche Teilhabe ist Lesen eine der Schlüsselkompetenzen. Mit dem Siegel zeichnen wir Buchhandlungen aus, die sich mit ihrem besonderen Einsatz für die Leseförderung verdient gemacht haben. Mit der Zusammenarbeit mit Krippen, Kindergärten und Schulen, mit Beratungsangeboten für Eltern und mit kreativen Aktionen für junge Leserinnen und Leser tragen sie dazu bei, dass Kinder und Jugendliche Freude am Lesen entwickeln und beibehalten.“

Auch Branka Felba, Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Nord, hob die Bedeutung des Lesens hervor: „Wir lernen jeden Tag – nicht nur durch unsere eigenen Erfahrungen und Taten, sondern auch durch die Geschichten, Erzählungen und Gedanken unserer Mitmenschen. Durch das Lesen erleben wir die Welt und können sie besser verstehen. Buchhändlerinnen und Buchhändler, die wie die hier Ausgezeichneten aktiv junge Menschen dabei unterstützen, durch das Lesen die Tore zur Welt zu öffnen, verdienen unseren herzlichen Dank. Euer Engagement gibt uns die Hoffnung – ja, die Gewissheit –, dass Verständnis, Verantwortung für Andere, Klugheit und Besonnenheit in jeder neuen Generation geweckt und gefördert werden können.“

Unter den ausgezeichneten Buchhandlungen finden sich sowohl langjährige Prädikatsbuchhandlungen als auch Neulinge:

  • Zum neunten Mal ausgezeichnet wurden: Buchhandlung Graff (Braunschweig), Bücherwurm (Braunschweig), Leuenhagen & Paris (Hannover), Buchhandlung Sternschnuppe (Hannover), Lünebuch (Lüneburg), Sutmöller Bücher & Mehr (Melle), Die Schatulle (Osterholz-Scharmbeck) und Buchhandlung Schüttert (Syke/Weyhe/Diepholz).

  • Zum achten Mal ausgezeichnet wurde: Buchhandlung Friedrich Schaumburg (Stade).

  • Zum siebten Mal ausgezeichnet wurden: Buchhandlung Hoffmann (Achim) und Alte Jeetzel-Buchhandlung (Lüchow).

  • Zum sechsten Mal ausgezeichnet wurden: Buchhandlung Sedlmair (Georgsmarienhütte), Buchhandlung von Bestenbostel (Nordenham), Buch + Kunst Ulenhus (Papenburg), Buchhandlung Vogel (Reppenstedt), Lünebuch in Salzhausen (Salzhausen).

  • Zum fünften Mal ausgezeichnet wurde die Hofbuchhandlung Kathrin Wellmann (Wardenburg), zum vierten Mal die Buchhandlung am Wall (Aurich), zum dritten Mal die Buchhandlung Karl Konerding (Vechta).

  • Zum zweiten Mal erhielten Buchhandlung Winnemuth (Hann. Münden), julius.buch (Helmstedt), die Buchhandlung Steuber (Wolfenbüttel) und der Buchladen Hielscher (Dannenberg) die Auszeichnung.

  • Zum ersten Mal ausgezeichnet wurden Buchhandlung Gollenstede (Brake), Buchhandlung Kolbe (Königslutter) und die Buchhandlung Seevetal (Seevetal).

Die Auszeichnung „Prädikatsbuchhandlung – Partner für Leseförderung“ wird seit 2009 vom Landesverband Nord des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels an Buchhandlungen in Niedersachsen verliehen, die intensiv mit Schulen und Kindergärten zusammenarbeiten. Diese Buchhandlungen zeichnen sich durch eine kinder- und jugendgerechte Präsentation ihrer Bücher, kompetente Beratung und interessante Veranstaltungen und Projekte aus. Ziel der Initiative ist es, die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kindergärten und Buchhandlungen im Bereich der Leseförderung zu erleichtern und zu verbessern.

Die Prädikatsbuchhandlungen erhalten eine Plakette mit dem Logo des Projekts, die an der Tür der Buchhandlung auf die besonderen Angebote und die kompetente Beratung hinweist.

 

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