Themen der SuedKultur-Initiative – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 02 Jan 2026 15:23:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Hilfe für Harburgs Kreative https://www.tiefgang.net/hilfe-fuer-harburgs-kreative/ Sat, 03 Jan 2026 15:10:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13079 [...]]]> Das Netzwerk SuedKultur schickt jetzt einen Rettungsanker in Form von Beratungsgutscheinen aus, damit aus kleinen Fehlern keine großen Krisen werden.

Denn: Kreativität braucht Freiheit, aber sie braucht auch ein Fundament. In Harburg wissen wir: Die besten Ideen entstehen oft in kleinen Vereinen oder bei engagierten Einzelpersonen. Doch wer sich zwischen Urheberrecht, Künstlersozialkasse und Steuerrecht verheddert, verliert schnell die Lust am Gestalten.

Es ist ein altbekanntes Problem: Jurist*innen und Steuerberater*innen kosten Geld, das in der freien Kulturszene oft an allen Ecken fehlt. Die Folge? Wichtige Entscheidungen werden auf Basis von Halbwissen getroffen. Das ist gefährlich. SuedKultur-Sprecher Jan Schröder bringt es auf den Punkt: Wer einmal schlecht beraten wurde, kommt nur schwer wieder auf die Beine.

Um genau diese finanzielle Barriere einzureißen, stellt das Netzwerk in Kooperation mit der Harburger Politik ein Budget von 5.000 Euro für das Jahr 2026 bereit. Das Ziel ist klar: Rechtssicherheit schaffen, damit die Kunst im Vordergrund stehen kann.

Ab sofort können Kulturschaffende aller Sparten im Bezirk Harburg – egal ob Solokünstler*innen, Gruppen oder Vereine – einen der rund 15 Beratungsgutscheine ergattern. Jeder Gutschein hat einen Wert von bis zu 300 Euro und sichert eine professionelle Erstberatung.

Das Verfahren ist erfreulich unbürokratisch:

  1. Konkretes Problem benennen.
  2. Vertraulich an kontakt@sued-kultur.de wenden.
  3. Gemeinsam passende Expert*innen finden.
  4. Beratung wahrnehmen und Rechnung zur Erstattung einreichen.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Einziger Haken: Das Kontingent ist begrenzt. Da es nur 15 dieser Gutscheine gibt, heißt es jetzt: Schnell sein! Sobald das Budget ausgeschöpft ist, wird dies über das Netzwerk bekannt gegeben.

SuedKultur beweist mit dieser Aktion einmal mehr, dass es das Rückgrat der Harburger Kulturszene ist. Es geht nicht nur um glanzvolle Events wie die Music-Night, sondern um die harte Basisarbeit, die das kulturelle Überleben im Hamburger Süden erst möglich macht. Also: Sichert euch diese Unterstützung und lasst euch nicht von Paragrafen ausbremsen!

Kontakt und Infos: E-Mail: kontakt@sued-kultur.de Web: www.sued-kultur.de

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Bullen, Bücher und Blamagen https://www.tiefgang.net/bullen-buecher-und-blamagen/ Mon, 22 Dec 2025 23:46:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13027 [...]]]> Das Jahresende 2025 entwickelte sich im Hamburger Süden zu einem furiosen Finale, das noch einmal alle Facetten dieses widersprüchlichen Jahres vereinte: Eigensinn, Leidenschaft und der unerschütterliche Wille, sich den öffentlichen Raum zurückzuerobern.

Während die City im herbstlichen Grau oft mit sich selbst beschäftigt war, zündete Harburg ein kulturelles Feuerwerk, das weit über die Bezirksgrenzen hinausstrahlte.

Der Oktober begann mit einer klaren Ansage an die sterile Konsumwelt: Die Kunst eroberte die Harburger City Galerie. In der neuen Kunstpassage präsentierte der Heimfelder Künstler Frank Vaders seine „Köpfe mit Ecken und Kanten“ – kraftvolle, expressive Werke, die das menschliche Antlitz dekonstruieren und neu zusammensetzen. Es war ein kluger Schachzug der Kunstleihe Harburg, die Kunst direkt in den täglichen Strom zwischen Einkauf und S-Bahn zu stellen und so zu zeigen, dass kulturelle Kraftorte keinen weißen Museumsbau brauchen. Passend zu dieser Entdeckerlust lieferte Bärbel Wegner mit ihrem Werk „Harburg. Das Buch.“ das ideale erzählerische Zeitdokument. Ohne die typischen Postkartenmotive, dafür mit einem intimen Blick auf die Netzwerke der Menschen, lud sie dazu ein, die Vielfalt südlich der Elbe neu zu lieben.

Diese Liebe zur Vielfalt fand ihren lautstarken Widerhall in einem Highlight, das die musikalische DNA des Bezirks im vierten Quartal wie kein zweites Event zum Schwingen brachte: die 15. SuedKultur Music-Night am 11. Oktober. Während die einstige große „Lange Nacht der Clubs“ in der Hamburger City oft mit weiten Wegen und Anonymität zu kämpfen hatte, bewies Harburg einmal mehr den Vorteil der Nähe. 14 Locations, über 40 Acts und das alles für einen fast schon symbolischen Preis – fußläufig und intensiv. Es war eine Nacht der Entdeckungen, die neugierig und begeisterungsfähig machte. Das Programm spiegelte die gesamte kulturelle Bandbreite des Südens wider: Von Groove-Jazz und Funk in der Fischhalle über Deutschrock in der Auferstehungskirche Marmstorf bis hin zu experimentellen Klängen im ligeti zentrum. Besonders beeindruckend war die Kooperation in der Sauerkrautfabrik, wo der Harburger Integrationsrat Rap-Musik der candyboiclique mit traditioneller Weltmusik auf der orientalischen Längsflöte zusammenbrachte. Diese Mischung ist Harburg pur – ein Ort, an dem Gegensätze nicht nur nebeneinander existieren, sondern gemeinsam gefeiert werden. Jan Schröder, Sprecher von SuedKultur, brachte es auf den Punkt: Das Festival ist ein Gemeinschaftserlebnis, das das vielfältige Netzwerk des Bezirks lebendig hält.

In einem Jahr, das so oft von Leerstand und Krisen sprach, war diese Nacht ein energischer Beweis für die Kraft der Harburger Club- und Kulturszene, die sich ihren Raum mit Leidenschaft zurückerobert. Dass Harburgs Charakter aber nicht nur im lautstarken Erfolg, sondern auch in der heroischen Niederlage und im Durchhaltevermögen glänzt, bewies ein Ereignis aus Moorburg, das es sogar bis in die FAZ schaffte: Das 0:66-Debakel des Moorburger TSV. Mit nur sieben Spieler*innen traten sie an, verweigerten den Abbruch und spielten bis zum bitteren Ende durch. Es war eine Liebeserklärung an den Amateurfußball und den Harburger Galgenhumor – ein Beweis dafür, dass Haltung wichtiger ist als das nackte Ergebnis.

Genau diese unerschütterliche Haltung trug auch den November, als der 22. Harburger Kulturtag das Zepter übernahm. Unter der Federführung von Harburg Marketing wagte die Tradition einen mutigen Neuanfang. Trotz knapper Kassen pulsierte das Leben an 28 Kulturorten. Ob Lindy Hop, Street Art oder das Laternenbasteln – der Kulturtag bewies, dass Gemeinschaft die stärkste Ressource des Bezirks ist. Zeitgleich wurde in Buxtehude mit der Verleihung des 54. Buxtehuder Bullen an Maja Nielsen für „Der Tunnelbauer“ ein starkes politisches Zeichen gesetzt. Die Auszeichnung würdigte den Einsatz für Freiheit und Demokratie – Themen, die durch die Anwesenheit des Zeitzeugen Joachim Neumann eine beklemmende Tiefe erhielten.

Den Bogen von der gelebten Gegenwart zur reflektierten Geschichte spannte schließlich der Dezember mit einem Blick zurück und nach vorn zugleich. In Winsen lädt das Museum im Marstall mit der Ausstellung „Pinsel, Stein und Stift“ zu einer Reise durch 150 Jahre Kunstgeschichte ein. Über 40 Künstler*innen zeigten dort, wie die Landschaft an der Luhe seit jeher Kreativität freisetzt. Doch Harburg blieb auch digital am Puls der Zeit: Mit dem Projekt Museana brachte das Archäologische Museum die Debatte um koloniale Straßennamen direkt in die Klassenzimmer. Es ist dieser lebensweltnahe Zugang, der die Geschichte aus den Archiven holt und sie mitten in die aktuellen gesellschaftlichen Gespräche stellt.

Doch während die Museen die Vergangenheit digital bändigten, vollzog sich auf politischer Ebene ein Prozess, der für die Zukunft des Bezirks wegweisend sein sollte: der Runde Tisch Kulturpolitik und Kulturentwicklungsplan. In vier intensiven Workshops rangen Akteur*innen aus Kultur, Politik und Verwaltung um eine Strategie, wie die Harburger Infrastruktur langfristig gesichert werden kann. Das Abschlussdokument liest sich wie eine Bestandsaufnahme der Harburger Seele – es fordert mehr Sichtbarkeit, eine bessere Vernetzung und vor allem eine verlässliche Förderung für die freie Szene. Doch während die Kulturschaffenden im vierten Quartal mit Events wie der Music-Night oder dem Kulturtag Fakten schufen, herrscht hinter den Kulissen des Runden Tisches eine gewisse Ernüchterung. Der Plan liegt vor, das Starter-Kit mit prioritären Maßnahmen ist geschnürt, doch die konkrete Umsetzung etwa durch die Bezirksversammlung lässt auf sich warten. Für viele Beteiligte fühlt es sich an, als stünde man vor einem fertig gedeckten Tisch, an dem jedoch niemand Platz nehmen darf. Dieser Kontrast prägte das Jahr 2025: Auf der einen Seite die unbändige Energie der Szene, die den Bezirk belebt, und auf der anderen Seite ein zäher administrativer Prozess, der nun beweisen muss, dass er mehr ist als nur eine gut moderierte Absichtserklärung.

Rückblickend schließt sich mit diesem Quartal ein Kreis, der im Januar mit den leuchtenden Wortspielen am Karstadt-Leerstand begann. Das Jahr 2025 war für Harburg eine Zeit, in der die großen Themen – die Sorge um den Leerstand der Innenstadt, das Ringen um die freie Szene nach dem Miskatonic-Brand und die Suche nach demokratischem Dialog in der Reihe Dr. Sommer der Demokratie – immer wieder auf die Kraft der Gemeinschaft trafen. Während in der Hamburger City über Ballett-Zäsuren und Milliardenprojekte gestritten wurde, setzten Harburger Künstler*innen, Architekt*innen der Stadtgesellschaft und Bürger*innen auf Nahbarkeit und klare Argumente. Ob beim Sommer im Park oder in den Kunst-Führungen der Kunstleihe – Harburg hat 2025 bewiesen, dass es kein Problembezirk ist, sondern ein Laboratorium für die Zukunft der Stadtkultur.

Wir verabschieden dieses Jahr neugierig und begeisterungsfähig: Harburg ist nicht nur ein Ort auf der Karte, sondern ein Versprechen an alle, die Kultur als lebendigen Dialog begreifen.

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Sommer im Park – mit Hape und dem Doktor https://www.tiefgang.net/sommer-im-park-mit-hape-und-dem-doktor/ Sun, 21 Dec 2025 23:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13024 [...]]]> Das dritte Quartal 2025 fühlte sich in Harburg wie ein tiefes, befreiendes Durchatmen an – ein Sommer, der die politische Schwere und die bürokratische Starre des Frühjahrs mit einer Mischung aus bürgerschaftlicher Wärme, intellektuellem Anspruch und einer überraschenden Prise Glamour wegspülte.

Während die Hamburger City noch immer mit den Scherben der Ära Volpi und den Debatten um den Milliarden-Opernneubau beschäftigt war, bewies der Süden, dass wahre kulturelle Relevanz nicht in Marmor gemeißelt wird, sondern in der Begegnung auf Augenhöhe entsteht.

Ein leuchtendes Beispiel für diese Harburger Lebensfreude war das Fest „Sommer im Park“. Inmitten der grünen Lunge des Bezirks wurde spürbar, wie sehr die Menschen nach Orten lechzen, an denen Kultur ohne Barrieren und ohne Dresscode stattfindet. Es war ein Fest der Zwischentöne: Hier trafen lokale Musikgrößen auf Familienpicknicks, und die Stimmung war geprägt von jener unaufgeregten Nahbarkeit, die man nördlich der Elbe oft vergeblich sucht. Genau in diese entspannte Atmosphäre platzte eine Nachricht, die wie ein Lauffeuer durch den Bezirk ging: Hape Kerkeling wurde gesichtet! Der Entertainer, bekannt für sein feines Gespür für Milieus und seine Liebe zum Authentischen, schien sichtlich Gefallen an der unprätentiösen Harburger Art zu finden. Sein Auftauchen als „Horst Schlemmer“ wirkte fast wie ein inoffizieller Ritterschlag für die Szene – ein Signal, dass man hier nicht nur „Problemchen“ wälzt, sondern eine Lebensqualität pflegt, die selbst prominente Beobachter*innen anzieht, die das echte Hamburg jenseits der Elbphilharmonie-Postkarten suchen.

Doch Harburg beließ es nicht beim Feiern, sondern nutzte die Sommerhitze für eine gesellschaftliche Abkühlung der besonderen Art. Mit der neuen Tiefgang-Reihe „Dr. Sommer der Demokratie“ startete ein Projekt, das wie ein Erste-Hilfe-Kurs für das gesellschaftliche Miteinander wirkte. In einer Zeit, in der die politische Debatte oft zwischen Resignation und Eskalation schwankt, bietet dieses Format seither den nötigen Raum, um über demokratische Werte zu sprechen. Es war die konsequente Weiterführung jener Fragen, die die Gruppe Interurban bereits im Winter an die Karstadt-Fassade projiziert hatte: Wer ist die Stadt, und wie wollen wir in ihr leben? „Dr. Sommer“ nimmt diese Fäden auf und webt sie in einen Dialog ein, der neugierig und begeisterungsfähig statt belehrend ist. Es geht um die Heilung kleinerer und größerer demokratischer Blessuren – eine Therapieform, die Harburg mit seinem Mix aus unterschiedlichsten Biografien gut zu Gesicht steht.

Diese demokratische Praxis spiegelte sich auch in der unermüdlichen Arbeit der Kunstleihe Harburg wider. Die Reihe „Kunst vor Ort“ nutzte die Sommermonate, um die Schwellenängste vor der Kunst endgültig abzubauen. Im Juli bot die letzte Depot-Führung in der Sammlung Falckenberg einen faszinierenden Blick in die Schatzkammern der Malerei, bevor im August der Graffitikünstler Brozilla die Heimfeld Hall Graffiti-Wand zum Gegenstand eines visuellen Spektakels machte. Es ist diese Form der Vermittlung, die den Hamburger Süden auszeichnet: Kunst wird nicht nur gezeigt, sie wird erklärt, angefasst und buchstäblich von der Wand genommen, um sie in die Wohnzimmer der Bürger*innen zu tragen. Während man in der HafenCity noch über exklusive Stiftungsverträge ohne Bürgerbeteiligung brütete, wurde in Harburg die Teilhabe längst gelebt.

Parallel dazu hielt der Sommer auch Momente der kritischen Selbstreflexion bereit. In Buxtehude wurde die Geschichte lebendig gehalten, indem thematische Führungen die Strukturen des Nationalsozialismus beleuchteten. Diese historische Tiefenbohrung bildete das notwendige Fundament für die modernen Freiheitswerte, die gleichzeitig beim Nachwuchswettbewerb „Local Heroes“ gefeiert wurden. Junge Bands und Solokünstler*innen aus der Region erhielten hier die Bühne, die ihnen zusteht – ein nachhaltiger musikalischer Aufbruch, der weit über den Sommer hinauswirken wird.

Zum Ende des Quartals im September verdichtete sich die Stimmung schließlich im Stadtmuseum Harburg. Die Ausstellung des Stadtmalers Ralf Schwinge, die bereits seit Mai die Seele des Bezirks dokumentierte, erreichte ihren Höhepunkt. Schwinge, der als Chronist den Wandel zwischen Abriss und Neubau festhält, wurde in seinen Künstlergesprächen zum Moderator einer ganzen Stadtgesellschaft. Hier wurde deutlich, dass die Harburger*innen ihren Stadtteil nicht nur als Wohnort, sondern als Gestaltungsraum begreifen.

Rückblickend war das dritte Quartal 2025 der Beweis dafür, dass Harburg keine goldenen Opernhäuser braucht, um kulturell zu strahlen. Die Mischung aus dem „Sommer im Park“, der klugen Provokation von „Dr. Sommer der Demokratie“ und der unverhofften Prise Prominenz durch Hape Kerkeling hat gezeigt: Der Hamburger Süden ist ein Ort, an dem Kultur atmet, Fragen stellt und vor allem die Menschen zusammenbringt. Während Hamburg-Mitte noch über das monumentale Erbe der Vergangenheit rätselte, tanzte Harburg bereits in die Zukunft – locker, nahbar und mit einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft des Dialogs.

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Ein Sommer der Kunst https://www.tiefgang.net/ein-sommer-der-kunst/ Sat, 20 Dec 2025 23:47:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13020 [...]]]> Der Übergang vom Frühling in den Sommer 2025 markierte in der Hamburger Kulturlandschaft eine Phase, in der die Fassaden der Hochglanzprojekte Risse bekamen, während im Süden der Elbe mit bemerkenswerter Resilienz gegen den drohenden Stillstand angearbeitet wurde.

Es war ein Quartal, das uns schmerzhaft vor Augen führte, dass kulturelle Teilhabe kein Selbstläufer ist. Vielmehr ist es ein permanentes Aushandeln zwischen politischem Willen und bürgerschaftlichem Engagement.

Es begann im April mit einer fast schon gespenstischen Stille im Harburger Zentrum, wo die sogenannten Karstadt-Geister umgingen. Während in der HafenCity die Verträge für einen prunkvollen Opern-Neubau ohne jede Bürgerbeteiligung und unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis zur Unterschriftsreife gebracht wurden, kämpfte man in Harburg mit einer Mauer aus Schweigen. Die Fraktion der Linken hatte versucht, Licht in das Dunkel der Betriebskosten für das ehemalige Karstadt-Gebäude zu bringen, doch die Antworten der Finanzbehörde blieben vage und nebelhaft. Es ist die bittere Ironie einer Stadtentwicklung, die im Norden Milliarden für neue „Leuchttürme“ mobilisiert, während im Süden eine bereits existierende Immobilie, die als „Planet Harburg“ ein pulsierendes Zentrum für Theater, Kino und Literatur werden könnte, durch bürokratische Intransparenz blockiert wird. Der kalte Wind, der den Harburger Visionär*innen hier entgegenschlug, war weit mehr als nur eine Verwaltungsglosse; er war ein Symptom für die Vernachlässigung der kulturellen Basisarbeit zugunsten von Prestigeprojekten.

Doch Harburg antwortete auf diese eiskalte Schulter der Verwaltung im Mai mit einer beeindruckenden Rückbesinnung auf seine eigene Identität. Im Stadtmuseum Harburg wurde die Ausstellung des Stadtmalers Ralf Schwinge zum emotionalen Ankerpunkt. Schwinge, der als Chronist mit Skizzenblock und wachem Auge durch die Straßen zieht, dokumentiert nicht nur den Abriss und Neubau, sondern vor allem die Menschen, die diesen Bezirk prägen. In seinen rund 150 Werken wurde deutlich, dass die Seele eines Stadtteils nicht in gläsernen Opernhäusern wohnt, sondern auf dem geschäftigen Wochenmarkt und in den alltäglichen Momenten der Nachbarschaft. Diese Authentizität bildete den wohltuenden Gegenpol zum zeitgleichen Beben in der Hamburger Staatsoper. Dort war der Hoffnungsträger Demis Volpi nach nur einem halben Jahr als Ballettchef zurückgetreten. Sein jäher Abschied legte die Wunden offen, die das gigantische Erbe John Neumeiers hinterlassen hatte. Die Debatte um Volpis Abgang drehte sich um weit mehr als nur künstlerische Differenzen; sie stellte die Frage nach sozialer Kompetenz und moderner Menschenführung in erstarrten Institutionen – eine Diskussion, die in Harburg, wo man aufgrund mangelnder Mittel ohnehin auf engste Kooperation angewiesen ist, fast wie aus einer anderen Welt wirkte.

Während die Staatsoper versuchte, ihre Scherben aufzusammeln, weitete der Süden seinen Blick und bewies im Juni eine beeindruckende intellektuelle Tiefe. In Stade forderte die Ausstellung AMANI im Schwedenspeicher die Besucher*innen dazu auf, die koloniale Vergangenheit radikal neu zu bewerten. Die Aufarbeitung der Sammlung des Botanikers Karl Braun, der hunderte Kulturgüter aus Tansania nach Stade gebracht hatte, wurde zum Lehrstück über kulturelle Aneignung und notwendige Restitution. Hier wurde Weltgeschichte im Lokalen verhandelt – ein Anspruch, den Harburg auch mit der Einbeziehung des Kurzfilm Festivals Hamburg im Planet Harburg unterstrich. Unter dem Motto „Provokation der Liebe“ wurde das ehemalige Kaufhaus für kurze Zeit zum Tempel des experimentellen Kinos, was einmal mehr das enorme Potenzial dieses Ortes bewies, wenn man ihn denn ließe.

Zum Abschluss des Quartals kehrte die Energie dorthin zurück, wo sie in Harburg am stärksten ist: in die Räume der freien Szene und der privaten Initiativen. In den Phoenix-Hallen feierte die Sammlung Falckenberg mit der Ausstellung How’s My Painting? das Erbe der Counter Culture. Von der Punk-Attitüde der 80er Jahre bis hin zu modernen Dekonstruktionen wurde Malerei hier als Akt der Freiheit zelebriert, der sich bewusst gegen den Mainstream stellt. Dass Projekte wie Kunst vor Ort der Harburger Kunstleihe zeitgleich Führungen zu Graffiti-Wänden und in versteckte Depots anboten, schloss den Kreis. Es war die finale Bestätigung einer Erkenntnis, die sich durch das gesamte Quartal zog: Während die Hamburger City im Großen über Prestige und glanzvolle Namen debattierte und dabei oft über die eigenen Beine stolperte, pflegte Harburg im Kleinen die Nahbarkeit. Es ist eine Kultur der kurzen Wege und der klaren Worte, die sich ihren Raum nimmt – egal, ob dieser Raum ein ausgebranntes Theater, ein blockiertes Kaufhaus oder eine graue Betonwand in Heimfeld ist. Das zweite Quartal hat gezeigt, dass Harburgs wahre Stärke in der Hartnäckigkeit seiner Akteur*innen liegt, die sich vom Glanz der City nicht blenden und vom Nebel der Bürokratie nicht aufhalten lassen.

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Planeten, Theater, Literatur https://www.tiefgang.net/planeten-theater-literatur/ Fri, 19 Dec 2025 23:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13017 [...]]]> Rückblicke auf Harburg im Jahr 2025 gibt es einige. Wir kümmern uns um den Rückblick auf Harburgs Kultur. Und was für ein Ritt war bitte dieses Jahr 2025?

Wer glaubt, dass Kultur im Hamburger Süden nur aus ein bisschen Nachbarschaftshilfe und verstaubten Heimatmuseen besteht, hat schon in den ersten drei Monate wohl im Tiefschlaf verbracht. Zwischen glitzernden Polit-Bühnen, lodernden Flammen und dem unbändigen Überlebenswillen der freien Szene hat sich ein Drama abgespielt, das jeden Tatort-Drehbuchschreiber vor Neid erblassen ließe. Es war ein Quartal der harten Kontraste, der verpassten Chancen und der leuchtenden Zeichen am nächtlichen Himmel.

Alles begann eigentlich ganz still, aber dafür umso leuchtender. Im Januar setzte die Gruppe Interurban mit ihren Wortspielen am leerstehenden Karstadt-Gebäude ein Zeichen, das hätte auch als Warnruf verstanden werden können. Da hingen sie nun, die alten, recycelten Werbeschilder aus der Schauwerbeabteilung des Kaufhauses, und stellten uns Fragen, die direkt ins Mark trafen. Wem gehört die Stadt? Sind wir für alle da? Es war ein genialer Schachzug, den Leerstand nicht einfach nur zu beklagen, sondern ihn als Projektionsfläche für unsere eigenen Sehnsüchte und Ängste zu nutzen. Dass diese Installation nur in der Dämmerung und Dunkelheit für wenige Stunden leuchtete, gab dem Ganzen eine fast schon mystische, guerilla-artige Energie. Es war der perfekte Prolog für das, was folgen sollte.

Denn im Februar wurde es dann offiziell und – wie sollte es anders sein – politisch. Der Planet Harburg wurde aus der Taufe gehoben. Das ehemalige Karstadt-Gebäude, das seit Juni 2023 wie ein gestrandeter Wal mitten in der Innenstadt lag, sollte nun zum kreativen Kultur-Treffpunkt werden. Am 19. Februar schritt die Polit-Prominenz zur Tat. Finanzsenator Andreas Dressel und Kultursenator Carsten Brosda gaben sich die Ehre, um die neue Museumsdependance des Archäologischen Museums Hamburg und des Stadtmuseums Harburg zu eröffnen.

Sicher, 300.000 Euro Investitionsmittel sind eine Ansage. Ein stolzes Sümmchen, das für frische Impulse sorgen soll. Aber schauen wir uns das Ganze doch mal mit ein bisschen Abstand an: Wir befanden uns mitten im Bürgerschaftswahlkampf. Da wird gerne mal mit Geldscheinen gewedelt, wenn die Kameras laufen. Der Eintritt ist frei, alle sind willkommen – das klingt wunderbar demokratisch und nahbar. Doch während man sich für die Transformation des Erdgeschosses feierte, wurde die Chance vertan, das Momentum zu nutzen. Die Bezirkspolitik hat es schlicht verpasst, in diesem Zuge weitere Gelder locker zu machen, um eine wirklich umfassende kulturelle Zwischennutzung des gesamten Gebäudes zu ermöglichen. Der Planet Harburg ist ein Gewinn, ohne Frage, aber er fühlt sich auch ein bisschen wie ein Trostpflaster an, wo eigentlich eine Herz-OP nötig gewesen wäre.

Und während in der Hafencity über den Kühne-Plan einer neuen Oper debattiert wurde – ein Projekt für die Elite, fernab der Lebensrealität vieler Menschen –, kämpfte man in Harburg mit ganz anderen Problemen. Der Kontrast könnte nicht beißender sein: Hier die Steuergeld-Festspiele für die Hochkultur, dort die pure Existenzangst an der Basis.

Diese Angst wurde im März bittere Realität. Der Brand des Miskatonic-Theaters in der Buxtehuder Straße war der emotionale Tiefpunkt dieses Quartals. Innerhalb weniger Stunden wurde das Lebenswerk von Nissan und Lars buchstäblich in Schutt und Asche gelegt. Dass die beiden nicht nur ihre Bühne und ihr Equipment, sondern auch ihre privaten Wohnräume verloren haben, ist eine Tragödie, die einen sprachlos macht. Es war ein Moment, in dem die Harburger Kulturgemeinschaft eng zusammenrückte. Doch genau hier zeigt sich das hässliche Gesicht der Bürokratie.

Es wurde das Thema, das uns das ganze Jahr über begleiten sollte: Warum konnte das Miskatonic-Theater nicht im leeren Karstadt-Gebäude unterkommen? Es gab die Rufe nach einer unbürokratischen Lösung, nach einem Exil für die Horror-Theater-Macher*innen. Aber von Seiten der Sprinkenhof GmbH und der Bezirksverwaltung hieß es kühl: nicht machbar. In einem Gebäude, das fast vollständig leer steht und für 300.000 Euro aufgehübscht wurde, findet sich kein Platz für ein abgebranntes Theater? Das ist das Gegenteil von dem, was Interurban mit ihren Leuchtschriften gefordert hat. Die Stadt gehört eben doch nicht allen, sondern vor allem denen, die in die Verwaltungsstrukturen passen.

Aber Harburg wäre nicht Harburg, wenn es nicht auch diese wunderbare Resilienz gäbe. Inmitten der Trümmer und der politischen Ränkespiele startete die 10. SuedLese. Ein Jubiläum, das zeigt, wie tief die Literatur in diesem Bezirk verwurzelt ist. Heiko Langanke und sein Team haben bewiesen, dass man kein Millionenbudget braucht, um ein Festival von regionaler Bedeutung zu stemmen. Wir müssen hier auch mal mit den Mythen aufräumen: Nein, Fatma Aydemir, Gregor Gysi oder Kirsten Boie waren bei dieser zehnten Ausgabe nicht dabei. Sie waren Gäste in der Vergangenheit, aber die SuedLese 2025 brauchte diese großen Namen gar nicht, um zu glänzen.

Die Stärke dieses Festivals liegt in der persönlichen Begegnung. Wenn Autor*innen und Orte sich selbst suchen und finden, entsteht eine Magie, die kein kuratiertes Event von der Stange bieten kann. Ob in den Schreibwerkstätten, bei den Lesungen in Heimfeld oder bei der Ladies Crime Night im Speicher am Kaufhauskanal – die SuedLese ist das pulsierende Herz der Harburger Kulturszene. Sie ist nahbar, sie ist echt und sie ist unkaputtbar.

Und es gab noch mehr Lichtblicke. Das Stadtmuseum Harburg brachte mit dem Buch Von Portugiesen in Hamburg ein Werk heraus, das 60 Jahre Migrationsgeschichte würdigt. Das ist genau die Art von Kulturarbeit, die wir brauchen: Geschichten von Menschen für Menschen, 60 Biografien, die zeigen, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Gleichzeitig feierte Schloss Agathenburg mit der Karikaturenausstellung Feierabend? den scharfen Blick der Zeichner*innen auf unsere Absurditäten. Dass der Relaunch des Portals sued-kultur.de pünktlich zum Jubiläum der SuedLese online ging, war die digitale Kirsche auf der Sahnehaube. Endlich gibt es wieder eine zentrale Anlaufstelle für alle Kulturinteressierten, die barrierefrei und modern über das Geschehen im Süden informiert.

Wenn wir also auf dieses erste Quartal zurückblicken, sehen wir ein Harburg in Bewegung. Wir sehen die Investitionen in den Planeten Harburg, die zwar gut sind, aber nach Wahlkampf schmecken. Wir sehen die eiskalte Schulter der Verwaltung gegenüber den Brandopfern des Miskatonic-Theaters. Und wir sehen die wunderbare Energie der Literat*innen und Künstler*innen, die sich ihren Raum einfach nehmen.

Harburg ist ein Ort der Widersprüche. Es ist der Ort, an dem eine Museumsdependance mit viel Pomp eröffnet wird, während ein paar Straßen weiter ein kleines Theater um seine Existenz bettelt. Es ist der Ort, an dem man sich fragt, ob die Stadt wirklich für alle da ist. Aber es ist vor allem der Ort, an dem wir als Redakteur*innen und Bürger*innen genau hinschauen müssen. Wir dürfen uns nicht von den schönen Pressemitteilungen einlullen lassen. Wir müssen die kritischen Fragen stellen, die Interurban im Januar an die Fassade leuchtete.

Das Jahr 2025 hat gerade erst angefangen, und der Puls von Harburg rast bereits. Die SuedLese zeigte, wie viel Potenzial in Harburgs Nachbarschaften steckt. Der Planet Harburg musste nun beweisen, dass er mehr ist als nur eine Ausstellungsfläche für die Stadtgeschichte – er musste ein lebendiger Ort für die Menschen von heute werden. Und dann das Schicksal des Miskatonic-Theaters. Wird in 2025  noch eine Lösung gefunden werden, die diesen Namen auch verdient?

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Gefühlvolle Klänge im Bermuda-Dreieck https://www.tiefgang.net/gefuehlvolle-klaenge-im-bermuda-dreieck/ Fri, 03 Oct 2025 22:44:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12538 [...]]]> Gefühlvolle Klänge im Bermuda-Dreieck

Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: Hamburger Sparkasse!

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) am Sand 1 ist in diesem Jahr zum ersten Mal bei der SuedKultur Music-Night dabei. Die erstmalige Teilnahme einer Sparkasse mag ungewöhnlich erscheinen, aber zusammen mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen Locations des Harburg Marketing e.V. und des Weltladens Harburg entsteht ein interessantes „Bermuda-Dreieck“ der Musik.

Als musikalischen Act stellt die Haspa um 18 Uhr den Singer-Songwriter Noel Friedburg mit einem Sound im Stil von Alternative Folk. Inspiriert von nordamerikanischem Folk, Americana und der Alternative-Musik-Szene, erzählen seine Songs vom Weg zur seelischen Gesundheit, vom Verlernen alter Muster, von Traumata und deren Folgen. Mit seinem Debütalbum „From The Backyard“ öffnete Noel Friedburg nicht nur seine musikalischen, sondern auch seine persönlichen Pforten. Sein Ziel ist es, Stigmata zu brechen, neue Sichtweisen zu eröffnen und andere zu ermutigen, ihren eigenen seelischen Hinterhof zu erkunden.

Hamburger Sparkasse, Sand 1, 21 073 Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025, Einlass: 17.30 Uhr

18.00 Uhr: Noel Friedburg

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Pop, Folk und Songwriting https://www.tiefgang.net/pop-folk-und-songwriting/ Fri, 03 Oct 2025 22:40:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12556 [...]]]> Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: Harburg Marketing e.V.!

In den Räumlichkeiten des Harburg Marketing e.V. in der Hölertwiete 6 erwartet die Besucher*innen ein Programm voller akustischer Klänge und emotionaler Geschichten. Von Pop-Akustik über Singer-Songwriter-Folk bis hin zu einer tiefen, gefühlvollen Reise durch menschliche Emotionen.

Nach dem Einlass um 18.30 Uhr beginnt der Abend um 19 Uhr mit Louis. Louis ist Sänger, Musiklehrer und beherrscht eine Vielzahl von Instrumenten, darunter Akustik-, E- und Bass-Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Saxophon und Klarinette. Als Teil des Duos TiLou ist er heute solo auf der Bühne und präsentiert eine beeindruckende Bandbreite von Rock und Pop über Bossa-Nova und Balladen bis hin zu eigenen Songs in englischer und thailändischer Sprache.

Um 19.30 Uhr übernimmt das Akustik-Duo Pony M die Bühne. Mit Gesang, Gitarre, Piano und Cajon bringen Melly und Ernesto Pop-Akustik auf die Bühne, die ins Ohr und in die Beine geht. Ihr Sound ist ehrlich, ihr Timing punktgenau und ihr Repertoire ein Hit-Feuerwerk zum Mitsingen. Melly begeistert mit ihrer einzigartigen Stimme, während Ernesto als rhythmisches Herz der Band für den perfekten Groove sorgt.

Der Abend wird um 20.15 Uhr mit Cedric Saga fortgesetzt, einem Singer-Songwriter aus Hamburg, dessen Musik seine persönliche Reise widerspiegelt. Seine Songs erzählen Geschichten von Liebe, Verlust und Selbstfindung. Ein neues Album, das bereits aufgenommen ist, soll 2025 erscheinen.

Harburg Marketing e.V., Hölertwiete 6, Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025 | Einlass: 18.30 Uhr

19 Uhr: Louis

19.30 Uhr: Pony M

20.15 Uhr: Cedric Saga

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Brücken bauen und Musik feiern https://www.tiefgang.net/bruecken-bauen-und-musik-feiern/ Fri, 03 Oct 2025 22:28:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12531 [...]]]> Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: Harburger Integrationsrat in der Sauerkrautfabrik!

Der Harburger Integrationsrat ist eigentlich ein gewähltes Gremium, das sich ehrenamtlich als Brücke zwischen der Bevölkerung, der Politik und der Verwaltung im Bezirk Harburg einsetzt. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund, berät in Integrationsfragen und fördert interkulturelle Veranstaltungen, um das Zusammenleben in Vielfalt zu stärken. Er nimmt aber auch regelmäßig an Treffen des Netzwerkes SuedKultur teil und sieht Formate wie die Music-Night oder SuedLese Literaturtage als gute Formate, über Kultur Brücken zu bauen.

Eine passende Bühne für dieses Anliegen bietet die Sauerkrautfabrik, ein selbstverwaltetes Kulturzentrum am Wall 24 / Kleine Schippsee, das Raum für Kultur, Bildung und Politik schafft. Bekannt als Ort des solidarischen Miteinanders, hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Welt ein kleines bisschen offener zu gestalten.

Für die SuedKultur Music-Night haben der Harburger Integrationsrat und die Sauerkrautfabrik nun ein vielfältiges und vor allem passendes Programm zusammengestellt:

Um 19.30 Uhr startet die Rap-Band candyboiclique, die aus jungen Künstlern mit unterschiedlichen Wurzeln besteht. Die Gruppe selbst hat noch keine zentralen Accounts, aber ihre Musik ist über die Profile der einzelnen Künstler erreichbar.

Anschließend, um 20.30 Uhr, entführt die Ney-Gruppe das Publikum in die Welt der orientalischen Längsflöte. Die Ney hat ihren Ursprung bereits 2.000 Jahre vor Jesu Geburt und war schon bei den Sumerern im Einsatz. Sie spielt eine zentrale Rolle in der islamischen Kunst. Der Klangeiner Ney wird oft mit der menschlichen Stimme verglichen. Der Musiker Murat Akmaz, einer der wenigen Ney-Meister in Deutschland, lernte die Kunst von Meistern in der Türkei.

Der krönende Abschluss des Abends gehört um 21.45 Uhr der Band Bloody Disco, die ursprünglich als Coverband begann und nun mit eigener Musik und der ersten EP im März 2025 begeistert.

Sauerkrautfabrik, Am Wall 21, 21073 Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025

19 Uhr: Einlass

19.30 Uhr: candyboiclique

20.30 Uhr: Ney Gruppe

21.45 Uhr: Bloody Disco

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Lieder, Lyrik und Leidenschaft https://www.tiefgang.net/lieder-lyrik-und-leidenschaft/ Fri, 03 Oct 2025 22:25:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12548 [...]]]> Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: ContraZt e.V. bei Typsi Apes!

Inmitten von Harburg, in der charmanten Location des ContraZt e.V. in Kooperation mit Typsi Apes am Radeland 25a, erwartet die Besucher*innen der SuedKultur Music-Night ein Abend, der die Vielfalt der Musik feiert. Fernab der großen Bühnen wird hier eine intime Atmosphäre geschaffen, in der die Künstler*innen mit ihren Geschichten und Klängen das Publikum berühren.

Den musikalischen Auftakt macht um 18.30 Uhr das „bodenständige Nordlicht“ Lennon von Seht. Der Liedermacher aus Neumünster verzaubert mit seiner klaren und kräftigen Stimme, während er auf seiner Gitarre traditionelle Pickings spielt. In seinen Momentaufnahmen des Lebens besingt er Geschichten auf Deutsch und Plattdeutsch, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Er versteht es, das Publikum zu berühren, indem er die Dinge beim Namen nennt oder charmant umspielt. Einen Eindruck seiner Musik findest Du auf seinem YouTube-Kanal:

Um 20 Uhr tritt die Hamburger Band Danke für die Blumen auf, die sich selbst als enigmatisches „ZweiMann-Indie-Lyrikestrion“ bezeichnen. Mit Jakob Perko (Gesang, Gitarre, Synthie, Loops) und Tammo Zimmermann (Schlagzeug, Percussion, Gesang, Keyboard, Synthie) erkunden sie die Grenzen zwischen Dichtung und Musik. Ihre Musik, die von zerbrechlich bis brachial reicht, ist eine Mutprobe, die das Publikum herausfordern soll. Mehr von ihnen gibt es hier:

Weiter geht es um 21.30 Uhr mit Fredriksson und das Schusseltier, die Lieder und Chansons aus Harburg präsentieren. Die beiden haben panische Angst vor allem, was rote Nasen trägt, aber versprechen dennoch, dass herzhaft gelacht werden darf.

Um 22 Uhr steht das Joe Schmidt Trio aus Berlin auf der Bühne. Mit Schlagzeug, Bass und Gitarre entführen sie das Publikum in die Jugend im Hamburg der 90er-Jahre und erzählen Geschichten aus Kleingartenkolonien und vom Nordpol. Die drei Musiker, die sich in Berlin kennenlernten, bringen Anleihen aus Jazz, Swing, Punk, Beat, Folk und Wave in ihren Sound ein. Hör rein unter: https://joeschmidttrio.bandcamp.com

Den krönenden Abschluss des Abends bildet um 23.15 Uhr Kiss Dogg und Band. Der Reggae-Musiker aus Hannover, der in einer Familie aus Hameln aufwuchs, bringt seine Liebe zur Musik, zu Hannover und zur Welt in seinen Songs zum Ausdruck, die er in fünf verschiedenen Sprachen singt. Seine Performance ist ein Feuerwerk der Lebensfreude und eine musikalische Reise, die keine Grenzen kennt. Ein Video von ihm auf YouTube:

Der Abend bei ContraZt e.V. in Kooperation mit Typsi Apes verspricht eine bunte Mischung aus nachdenklichen Liedern, experimentellen Klängen und mitreißenden Reggae-Rhythmen – ein unvergesslicher Abend für alle, die das Unkonventionelle lieben.

ContraZt e.V. @ Typsi Apes, Am Radeland 25a, 21077 Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025, Einlass: 18 Uhr

18.30 Uhr: Lennon von Seht

20 Uhr: Danke für die Blumen

21.30 Uhr: Frederiksson und das Schusseltier

22 Uhr: Joe Schmidt Trio

23.15 Uhr: Kiss Dogg und Band

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Auf der Suche nach der Freiheit https://www.tiefgang.net/auf-der-suche-nach-der-freiheit/ Fri, 03 Oct 2025 22:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12522 [...]]]> Am Sa., 11. Oktober, gibt Harburg den Ton an! Denn 14 Kulturinstitutionen bieten über 40 Acts und das für nur einen Eintritt von 7,50 €! Wir stellen einige Orte und Acts vor. Heute: Marias Ballroom!

Wenn die SuedKultur Music-Night am 11. Oktober die Harburger Bühnen erobert, ist Marias Ballroom eine der ersten Adressen für alle, die eine Nacht voller intensiver Klänge erleben möchten. In dem legendären Harburger Rock-Club treffen dieses Jahr Acts aus ganz Deutschland und den Niederlanden zusammen, die mit ihren Geschichten und Sounds die Vielfalt des Genres zelebrieren. Von Folk-Rock über Electro-Indie bis hin zu unvorhersehbarem Psychedelic-Rock – hier wird das Publikum auf eine emotionale Reise mitgenommen.

Den Abend eröffnet The Menace of Tyranny aus Nordrhein-Westfalen. Was als Soloprojekt von Sänger Björn Alberternst begann, hat sich zu einem sechsköpfigen Ensemble entwickelt, das einen düsteren, melancholischen, aber auch leidenschaftlichen Folk-Pop-Rock-Sound erschafft. Ihre Musik bleibt nachhaltig im Ohr und ist der perfekte Auftakt für einen Abend voller Emotionen. Nach ihnen übernehmen die Brüder von Metzger Butcher aus Bonn die Bühne. Beeinflusst vom 80er-Jahre-Punk, fanden sie in der Corona-Zeit ihren ganz eigenen Stil: minimalistischen Electro-Indie-Post-Punk-Rock, getrieben von einer elektronischen Rhythmus-Maschine. Ein Sound, der die Essenz ihrer musikalischen Wurzeln einfängt und gleichzeitig erfrischend unkonventionell ist.

Anschließend sorgt die Band Dreibettzimmer aus Recklinghausen mit Indie-Pop-Klängen für tanzbare Rhythmen. Ihre eingängigen Songs sind die perfekte Überleitung für das große Finale des Abends mit Anemone. Die niederländische Band um Frontmann Xander van Dijck erzählt in ihren Liedern eine sehr persönliche Geschichte über die Suche nach innerer Freiheit. „Entscheidungen zu treffen ist Teil des Lebens“, heißt es in einem Statement der Band, „wir suchen nach der Kraft, diese Entscheidungen zu treffen – mit anderen Worten, wir suchen nach Freiheit.“ Ihr Sound, beeinflusst von Bands wie The Verve, entführt das Publikum auf eine Reise durch Geschichten, die von Herbstnächten und Sommerbrisen inspiriert sind. Mit ihrem soliden Live-Ruf, den sie unter anderem auf Festivals wie Vestrock unter Beweis gestellt haben, versprechen sie einen beeindruckenden und unvergesslichen Auftritt.

Einen Eindruck von ihrer mitreißenden Live-Performance bekommt man in diesem Studio-Video

Marias Ballroom, Lasallestraße 11, 21073 Hamburg

Samstag, 11. Oktober 2025, ab 19:30 Uhr.

20 Uhr: The Menace of Tyranny

21:20 Uhr: Metzger Butcher

22:40 Uhr: Dreibettzimmer

00:00 Uhr: Anemone

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