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Die Kunst in 2026

Wenn die Deichtorhallen Hamburg ihr Program für das Jahr 2026 präsentieren, dann tun sie das mit einer Vehemenz, die weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt.

Das kommende Ausstellungsjahr steht ganz im Zeichen der 9. Triennale der Photographie, die unter dem fast schon lyrischen Titel Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other von Juni bis September die Hansestadt in ein transglobales Bilder-Labor verwandelt. Mark Sealy, der künstlerische Leiter der Triennale, hat eine Vision im Gepäck, die weit über das bloße Betrachten von Abzügen hinausgeht: Es geht um Heilung, Transformation und den Austausch zwischen Kulturen, die oft viel zu wenig voneinander wissen.

In der Halle für aktuelle Kunst versammeln sich rund 30 internationale Positionen aus Fotografie, Video und Film. Diese Künstler*innen bilden eine Gemeinschaft, die neue Formen des Erlebens erkundet. Es ist ein mutiges Programm, das gerade in Zeiten globaler Spannungen den Blick auf das Gegenüber schärft. Parallel dazu bietet die Schau Cocktail Prolongé eine faszinierende Reise durch die Sammlung F.C. Gundlach. Rund 300 Werke zeigen Inszenierungen von Körperlichkeit und die damit verbundenen Fantasien und Rollenbilder – ein Kaleidoskop menschlicher Sehnsüchte, das uns den Spiegel vorhält.

Besonders emotional wird es im Juli 2026, wenn Hamburg den 100. Geburtstag von F.C. Gundlach feiert. Der Triennale-Initiator und Gründer des Hauses der Photographie wird mit Cocktail Prolongé auf eine Weise geehrt, die überrascht. Es geht nicht um den weltbekannten Modefotografen, sondern um den radikal offenen Künstlersammler. Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow betont, dass hier ein Mensch sichtbar wird, der jenseits gesellschaftlicher Zuschreibungen nach wahrhaftigen Träumen suchte. Diese Ehrung ist ein Herzstück des Hamburger Kulturjahres.

Doch die Fotografie-Offensive hört im Sommer nicht auf. Der Herbst bringt mit der Hito Steyerl-Werkschau eine weitere intellektuelle Kraftanstrengung in die Deichtorhallen. Steyerl verbindet Technologie mit gesellschaftlicher Analyse und blickt scharfzüngig auf Themen wie KI, algorithmische Kontrolle und den Klimakollaps. Wer es eher gestisch-expressiv mag, findet in der Sammlung Falckenberg bei Joyce Pensato sein Glück. Die erste institutionelle Schau der Künstlerin in Europa nach ihrem Tod interpretiert Comic-Ikonen der Popkultur auf eine untergründige, wuchtige Weise neu.

Dass dieses anspruchsvolle Programm auf ein begeisterungsfähiges Publikum trifft, beweisen die Zahlen des vergangenen Jahres: Rund 185.000 Besucher*innen strömten 2025 in die Deichtorhallen, was trotz der Sanierung des Hauses der Photographie ein Plus von 20 Prozent bedeutet. Das kaufmännische Team rund um Bert Antonius Kaufmann liefert dazu passend zum fünfzehnten Mal in Folge eine schwarze Null. In Hamburg gehen künstlerische Exzellenz und wirtschaftliche Vernunft also Hand in Hand. Wer die Zukunft der Fotografie und das Erbe eines großen Visionärs erleben will, sollte sich den Sommer 2026 bereits jetzt rot im Kalender markieren.

Die 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 findet unter dem Titel Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other von Juni bis September 2026 statt. Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstraße 1-2 | 20097 Hamburg | Tel. 040 – 321030 | www.deichtorhallen.de [1].


Soll ich für Sie noch eine detaillierte Übersicht zu den Ausstellungen im PHOXXI und in der Sammlung Falckenberg erstellen, um das Programm der Triennale zu vervollständigen?

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