Der Abschluss der SuedArt wird in Buchholz beim dortigen Kunstverein begangen. Wir haben mal nachgefragt …
Den gesamten Juni über führt uns das Fest SuedArt24 durch diverse Kunstorte und zu ihren aktuellen Ausstellungen und Künstler*innen. So auch nach Buchholz/Nordheide in den Kunstverein. Dort endet die SuedArt24 quasi mit der Finissage-Feier nicht nur des Festes sondern auch der Ausstellung von Elke Kegel-Judis „Spuren von Zeit“ [1]. Wir habe im Vorfeld mal den Kunsthistoriker Dr. Sven Nommensen befragt. Er ist derjenige, der die Ausstellungen des Kunstvereins auch betreut, in dem er an die Kunst heranführt und zu Gesprächen mit den Kunstschaffenden lädt.
Tiefgang (TG): Herr Nommensen, der Kunstverein Buchholz existiert schon über 20 Jahre und doch stolpert man nicht gleich über ihn, da er in einer Art Ladengalerie liegt, wenn auch unweit der Stadtbücherei und damit auch der Buchholzer Artothek, in der man Kunst auch einfach leihen kann.
Sven Nommensen: Der Kunstverein Buchholz besteht seit 2001. Unser Raum ist ein wunderbarer „White Cube“ – Künstlerinnen und Künstler können sich nichts besseres wünschen. Der Raum in seiner Schlichtheit erlaubt alles: die Präsentation von Zeichnungen und Gemälden über Skulpturen bis hin zu komplexen Installationen.
TG: Was macht denn diesen Ort oder Raum so besonders für Kunst? Was unterscheidet ihn von anderen Veranstaltungsräumen in Hamburgs Süden?
Sven Nommensen: Wir zeigen einerseits „große“ überregionale Kunst; oft junge Künstlerinnen und Künstler aus Berlin, die ihre Antennen am Puls der Zeit ausrichten und die für die Laufzeit der Ausstellung einen Hauch von Avantgarde in unsere Räume einziehen lassen. Andererseits stellen wir unter Beweis, dass auch regionale Kunst Beachtung verdient. Auch wenn den Künstlerinnen und Künstlern aus der Region der Sprung in die überregionale Szene verwehrt geblieben ist, zeugen ihre Arbeiten von Qualität und Substanz.
TG: Was treibt Sie an, Künstler*innen und ihrer Kunst eine Plattform zu bieten? Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
Sven Nommensen: Wir möchten jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten, sich am Beginn ihrer Karriere in einem überschaubaren Umfeld zu präsentieren und als Sprungbrett für den nächsten Schritt dienen. Und wir möchten kunstinteressierten Buchholzern zeitgenössische Kunst näherbringen, die sie fernab oftmals nur in Metropolen zu Gesicht bekommen. Wir bieten unserem Publikum interessante und zum Teil provokative Ausstellungen und wir wollen unter Beweis stellen, dass es sich lohnt, sich auf das Abenteuer zeitgenössische Kunst einzulassen.
TG: Wen möchten Sie mit Ihrer Arbeit ansprechen und wie gewinnen Sie neue Besucher*innen?
Sven Nommensen: Wie alle Vereine leiden auch wir unter der Überalterung des Publikums. Wir wünschen uns neue und junge interessierte Besucher. Um für unser Programm zu werben, bieten wir Gespräche, Workshops und Exkursionen an.
TG: Was bedeutet Ihnen die SuedArt24? Was erhoffen Sie sich von diesem Festival?
Sven Nommensen: Für den Kunstverein ist es eine schöne Gelegenheit, sich in der Region zu präsentieren. Wir erhoffen uns Besucher, die bislang den Weg zu uns noch nicht gefunden haben. Dabei ist es ganz einfach: Buchholz liegt an der Bahnstrecke Hamburg – Bremen.
TG: Gibt es eine bestimmte Ausstellung oder einen Künstler, auf den Sie sich beim SuedArt24 besonders freuen?
Sven Nommensen: Schloß Agathenburg: Luftschlösser. Hier stellen Künstlerinnen und Künstler aus, mit denen ich auch schon zusammengearbeitet habe und ich bin gespannt, was diese an diesem schönen Ort zeigen werden.
TG: Gibt es auch Herausforderungen und Hürden, mit denen Ihr Euch konfrontiert seht?
Sven Nommensen: Wie schon oben erwähnt: wir wünschen uns junges Publikum. Wir sind eine Hand voll ehrenamtliche Überzeugungstäter und können jede Hilfe gebrauchen.
TG: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Kunstszene in Hamburgs Süden?
Sven Nommensen: SuedArt Zweite Auflage im nächsten und übernächsten Jahr und eine weitere engere Vernetzung.
TG: Vielen Dank für das Gespräch!
Termin SuedArt24: So., 30,. Juni, 11 Uhr: Finissage der Ausstellung „Elke Kegel-Judis: Spuren von Zeit“ [1] und auch Abschlußveranstaltung der dann vierwöchigen SuedArt24. Eintritt frei!
(Das Gespräch für ´Tiefgang` führte Heiko Langanke)
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