Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 03 Mar 2026 13:36:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Spiegel unserer Zeit https://www.tiefgang.net/spiegel-unserer-zeit/ Thu, 05 Mar 2026 23:48:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13347 [...]]]> Die SuedLese Literaturtage in Hamburgs Süden gehen in die 3. Woche: vom 17. bis 22. März zeigt das Festival eindrucksvoll, wie es gesellschaftliche Relevanz mit künstlerischer Leichtigkeit verwebt. Ein Spiegel unserer Zeit.

Es geht um das Recht auf Rechte, um geheime WGs und um einen Wal, der uns am Ende alle wieder ausspuckt. Es ist diese Mischung aus Tiefgang und Spielfreude, die den Hamburger Süden gerade zum pulsierenden Herz der Literaturszene macht.

Den Auftakt macht am Die., 17.3., 18.30 Uhr Rukiye Cankiran im Kulturhaus Süderelbe. In ihrem Buch Das Recht auf gleiche Rechte legt sie den Finger in eine Wunde, die wir oft allzu gern mit formalen Fortschritten überkleben. Warum klaffen Gesetz und gelebte Realität bei der Gleichstellung noch immer so weit auseinander? Cankiran ist eine Expertin darin, komplexe Strukturen für uns alle zugänglich zu machen, ohne dabei den Mut zu verlieren. Ein erhellender Abend, der zeigt: Gleichberechtigung ist kein Nischenthema, sondern das Fundament unserer Demokratie.

Wer lieber selbst aktiv werden möchte, findet am Wochenende gleich zwei spannende Möglichkeiten. Claudia Schneider lädt am 20./21.3. im Tor zur Welt dazu ein, den Sprung vom Zuschauersessel zur eigenen Szene zu wagen. Erst Theater schauen, dann selbst schreiben – ein kreativer Zündstoff, der ungeahnte Talente weckt. Parallel dazu zeigt Volker Butenschön am Sa., 21.3., 10.15 Uhr in Harburg, wie man jenseits der digitalen Perfektion mit Handlettering ganz persönliche Buchstabenwerke schafft. Es ist die Rückkehr zum Handgemachten, zum Skizzierten, zum Unperfekten.

Der Sa., 21.3., bietet dann die Qual der Wahl. In Wilhelmsburg entführt uns der preisgekrönte Nils Mohl um 18 Uhr in die Buchhandlung Lüdemann. Sein Roman Pepper ist eine berührende Suche nach dem unbekannten Vater, verpackt in eine WG-Geschichte voller Sprachwitz und Musik. Fast zeitgleich (20 Uhr) erzählt Mia Raben im Moorburger Elbdeich e.V. von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer polnischen Pflegerin und einer Hamburger Matriarchin. Unter Dojczen ist ein Debüt, das feinfühlig und spöttisch zugleich die Grauzonen der häuslichen Pflege ausleuchtet. Wer es politischer und lauter mag, sollte ins Treffpunkthaus Heimfeld: Dort schlagen Anna Lisa Azur und Michael Klütgens um 20 Uhr mit Mann kann. Feminis Muss! – RELOADED zurück. Bissig, charmant und voller Wumms wird hier das Patriarchat zerpflückt.

Zum Abschluss der Woche wird es am So., 22.3., 17 Uhr in Moisburg fast schon mythisch. Jan Simowitsch präsentiert mit Und der Wal spuckt mich aus eine moderne Jona-Erzählung. Der Musiker und Autor verwebt seine Reiseerfahrungen von den Färöer-Inseln mit Klavierkompositionen zu einer Konzertlesung, die uns fragt: Wie bin ich hier eigentlich schon wieder reingeraten? Ein Abend über das Wagnis des Aufbruchs, der uns mit einer ganz besonderen Melancholie und Hoffnung in die neue Woche entlässt.

im Überblick:

Di., 17. März, 18.30 Uhr: Rukiye Cankiran – Das Recht auf gleiche Rechte, Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg; Eintritt: frei

Fr., 20. März, 18 Uhr & Sa., 21. März, 11 Uhr: Claudia Schneider – Theater trifft Text (Workshop), VHS Tor zur Welt, Krieterstraße 2D, 21109 Hamburg; Kursgebühr: 75 Euro

Sa., 21. März, 10.15 Uhr: Volker Butenschön – Handlettering (Workshop), VHS Harburg Carrée, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg; Kursgebühr: 51 Euro

Sa., 21. März, 18 Uhr: Nils Mohl – Pepper, Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, 21107 Hamburg; Eintritt: 12 Euro / erm. 6 Euro

Sa., 21. März, 20 Uhr: Mia Raben – Unter Dojczen, elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

Sa., 21. März, 20 Uhr: Mann kann. Feminis Muss! – RELOADED, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

So., 22. März, 17 Uhr: Jan Simowitsch – Und der Wal spuckt mich aus, Kulturpunkt Moisburg, Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg; Eintritt: 10 Euro

Das gesamte Programm unter www.suedlese.de

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Mehr als Pelz und Pfoten https://www.tiefgang.net/mehr-als-pelz-und-pfoten/ Wed, 04 Mar 2026 23:49:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13455 [...]]]> Wer an Märchen denkt, hat meistens Prinzessinnen, mutige Schneiderlein oder finstere Wälder im Kopf. Doch schauen wir mal genau hin: Wer rettet denn den Helden aus der Patsche? Wer flüstert denn der Müllerstochter die entscheidenden Worte zu? Es sind die Tiere. Und sie sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk. Am 12. März lädt das Buxtehude Museum zu einer Expedition in das tierische Unterholz der Erzählkunst ein – geleitet von einer echten Expertin.

Dr. Hanna Dose, die jahrelang das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum in Bad Oeynhausen leitete, bringt Licht ins Dunkel der Fabelwesen. Denn im Märchen ist nichts, wie es scheint. Ein Löwe ist hier selten einfach nur ein Raubtier, und ein Krokodil trägt vielleicht die Weisheit der Jahrhunderte in sich.

Tiere im Märchen sind Grenzgänger*innen. Sie sprechen, sie lieben, sie leiden und sie rächen sich. Oft sind sie verzauberte Menschen, die erst durch eine schier unlösbare Aufgabe zu ihrer wahren Gestalt zurückfinden. Diese enge, fast magische Verbindung zwischen Mensch und Tier ist ein radikaler Gegenentwurf zu unserer heutigen, oft rein rationalen oder über-emotionalisierten Sicht auf unsere Mitgeschöpfe.

Warum ist der Fuchs eigentlich schlau und der Wolf böse? Dr. Dose wird in ihrem Vortrag aufzeigen, dass diese Charakterisierungen oft mehr über uns Menschen verraten als über die Tiere selbst. Wir spiegeln unsere eigenen Ängste, Sehnsüchte und Moralvorstellungen in den stummen (oder eben sprechenden) Protagonisten. Die Tiere agieren als Helfer, Ratgeber oder eben als gefährliche Gegenspieler*innen, die uns an unsere Grenzen führen.

Der Abend ist eingebettet in die aktuelle Sonderausstellung „Läuft…! Hase und Igel im Wandel der Zeit“. Vor dem Vortrag, ab 18 Uhr, können die Besucher*innen exklusiv erkunden, warum gerade Buxtehude diese ganz besondere Aura als Märchenstadt genießt. Kuratorin Tanja Gissel gibt dabei spannende Einblicke in die Spurensuche rund um den berühmtesten Wettlauf der Welt.

Es ist diese Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und lokaler Leidenschaft, die den Abend so versprechend macht. Und wer danach noch nicht genug hat, kann am Büchertisch der Buchhandlung „Schwarz auf Weiß“ direkt Nachschub für die eigene Hausbibliothek sichern.

Ein Muss für alle, die wissen wollen, was uns Tiere heute noch zu sagen haben – und warum wir ohne ihre magische Hilfe im Märchenwald wohl ziemlich verloren wären.

auf einen Blick:

Die Veranstaltung findet am Do., 12. März 2026, um 19 Uhr im Buxtehude Museum statt. Für 7,00 Euro ist der exklusive Besuch der Sonderausstellung (ab 18 Uhr) bereits inklusive. Da die Plätze im Märchenkosmos begehrt sind, wird eine Anmeldung unter buchung@buxtehudemuseum.de oder telefonisch unter 04161 50797-0 empfohlen.

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Das perfekte Gegenüber https://www.tiefgang.net/das-perfekte-gegenueber/ Tue, 03 Mar 2026 23:50:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13472 [...]]]> Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal mit einer KI geplaudert? Nicht über Excel-Formeln oder die schnellste Route zum Bahnhof, sondern darüber, ob du heute wirklich zu dieser Party gehen sollst oder wie du deinen miesen Tag sortiert kriegst?

Was vor wenigen Jahren noch wie ein abgefahrener Plot aus Hollywood klang, ist längst in unseren Hosentaschen gelandet. Wir teilen Intimes mit Algorithmen, lassen uns von ChatGPT trösten oder beraten. Die KI ist als menschliche Begleiter*in in unserem Alltag angekommen, oft ohne dass wir uns bewusst fragen: Wollen wir das eigentlich? Und was macht das mit uns?

Genau in diese emotionale Gemengelage stößt das Harburger Theater mit seinem neuen Stück „Ich bin dein Mensch“. Am 20. März feiert diese melancholische Komödie Premiere und stellt uns eine Frage, die unter die Haut geht: Kann ein Algorithmus uns wirklich glücklich machen?

Die Ausgangslage ist so absurd wie faszinierend: Die Altertumsforscherin Alma – herrlich unsentimental und so gar nicht der Typ für Rosenblätter-Romantik – nimmt an einer Studie teil. Ihr wird Tom „frei Haus“ geliefert. Tom ist kein Staubsaugerroboter, sondern ein humanoider Prototyp der Firma Terranaut. Sein einziger Daseinszweck? Alma glücklich zu machen.

Doch Tom startet mit einem Handicap: Er ist auf die Wünsche der deutschen Durchschnittsfrau programmiert. Und zu der gehört Alma beim besten Willen nicht. Seine ersten Versuche, sie mit Champagner und sanfter Musik zu erobern, prallen an ihrer wissenschaftlichen Nüchternheit ab wie Regen an einer Glasfassade.

Doch Tom lernt. Er passt seinen Algorithmus an, wird humorvoller, lockerer und vor allem: weniger offensichtlich in seiner Strategie. Er wird zu jemandem, der Alma gefällt. Und plötzlich stellt sich die Wissenschaftlerin die gefährlichste aller Fragen: Was kann daran falsch sein, glücklich zu sein?

Spiegelbild oder Seelenverwandtschaft?

Das Stück, das auf dem brillanten Drehbuch von Maria Schrader und Jan Schomburg basiert, ist weit mehr als eine Technikspielerei. Es ist eine Einladung, darüber nachzudenken, was Liebe eigentlich ist. Ist sie die Begegnung mit einem fremden Wesen, an dem wir uns reiben können? Oder ist die Liebe zu einem perfekt programmierten Roboter am Ende nur ein trostloses Selbstgespräch? Ein verzweifelter Versuch, der Einsamkeit zu entkommen, indem wir uns ein Gegenüber erschaffen, das uns nie widerspricht?

Die Inszenierung in der Bearbeitung von Esther Hattenbach verspricht, diese feinen Nuancen zwischen Sehnsucht und Melancholie herauszuarbeiten. Es geht um die Fragen, die uns alle umtreiben: Was macht den Menschen zum Menschen? Und reicht uns ein simuliertes Glück aus, wenn es sich echt anfühlt?

Wer nicht nur zuschauen, sondern verstehen will, wie man so eine komplexe Mensch-Maschine-Beziehung auf die Bühne bringt, sollte sich den 22. März rot im Kalender markieren. Um 13 Uhr lädt das Theater zur Matinee ein. Dort bekommt man spannende Einblicke in die Inszenierung und kann mit Oberspielleiter Georg Münzel ins Gespräch kommen. Der Eintritt ist frei und eine Voranmeldung ist nicht nötig. Ein perfekter Sonntagsausflug für alle Neugierigen und Begeisterungsfähigen unter euch.

auf einen Blick

„Ich bin Dein Mensch“ | Premiere: Freitag, 20. März 2026

Vorstellungen: täglich bis zum 27. März 2026 | Matinee: Sonntag, 22. März 2026, 13 Uhr

Harburger Theater, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg; www.harburger-theater.de

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Ich mit etwas auf dem Kopf https://www.tiefgang.net/ich-mit-etwas-auf-dem-kopf/ Mon, 02 Mar 2026 23:23:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13464 [...]]]> Was trägst du auf deinem Kopf? Vielleicht eine Krone? Einen Stein? Ein Nest? Einen ganzen Garten? Was kommt dir ganz spontan in den Sinn? Dieses „Etwas auf dem Kopf“ ist mehr als Schmuck oder Last. Es ist ein Symbol für die schöpferische Kraft, die in jedem von uns wohnt.

von Ulrike Hinrichs

Der Kopf ist sichtbar. Er trägt unseren Blick, unsere Mimik, unsere Präsenz. Sobald wir uns etwas auf den Kopf setzen, verändert sich die Haltung. Der Rücken richtet sich auf oder wird schwer. Der Blick hebt sich oder sinkt. Etwas auf dem Kopf wirkt unmittelbar. Es verändert nicht nur unser äußeres Bild, sondern auch unser inneres Erleben.

Im Kopf verorten wir unsere Gedanken, Glaubenssätze und Erinnerungen. Oft hängen wir gerade in problembelasteten Situationen in Denkschleifen fest. Die Gedanken kreisen um das Immergleiche. Ein künstlerisches Portrait mit etwas auf dem Kopf lädt dich ein, einen Raum für neue Perspektiven, überraschende Einsichten und kreative Freiheit zu erschaffen. Vielleicht wird aus einer Last eine Krone. Vielleicht aus innerem Chaos ein leuchtendes Feuer.

Das Etwas auf dem Kopf fordert dich heraus, dich aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, spielerisch, mutig, neugierig, und verbindet dich gleichzeitig mit deiner tiefen Schöpferkraft.

In der künstlerischen Arbeit wird dieses Motiv zu einer Projektionsfläche für das aktuelle Erleben. Es macht Unsichtbares sichtbar und gibt inneren Zuständen eine Form.

In meiner vom Bezirksamt Harburg geförderten Gruppe Frauenbilder, für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, sind ganz unterschiedliche Motive entstanden. Auf dem Kopf der Frauen waren beispielsweise ein Wollknäul, eine Krone, ein Himmel, ein rosa Elefant.

Was findest du auf deinem Kopf?

Reflexionsfragen

  • Was genau trage ich auf dem Kopf?
  • Wie fühlt es sich an?
  • Was verändert sich in mir, wenn ich es bewusst trage?
  • Wem zeige ich es und wem nicht?
  • Welche Seiten von mir werden dadurch sichtbar?
  • Was geschieht in mir, wenn ich es bewusst wahrnehme und trage?
  • Welche Beziehung habe ich zu diesem „Etwas“?
  • Welche Geschichte verbindet mich mit ihm?
  • Wie möchte ich damit in die Welt treten?

Mehr Praxisbeispiel zur Selbstfürsorge findest du in meinem Buch Gymnastik für die Seele: Mit Pinsel und Farbe zu mehr Selbstmitgefühl.

Ulrike Hinrichs – Gymnastik für die Seele

Mit Pinsel und Farbe zu mehr Selbstmitgefühl

ISBN 978-3-99165-010-2

 Buschmiede – Happy Balance

 20,00 EUR

Mit 50 Praxisübungen und 73 farbigen Abbildungen

Das Cover-Bild stammt von der Harburger Künstlerin Yvonne Lautenschläger

Ulrike Hinrichs ist Gesprächstherapeutin, Kunsttherapeutin (M.A), Anwenderin der Positiven Psychologie und Autorin www.ulrikehinrichs.com

Die Gruppe „Frauenbilder“ wird gefördert vom Bezirksamt Harburg.

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„Jedes Mal erschütternd“ https://www.tiefgang.net/jedes-mal-erschuetternd/ Mon, 02 Mar 2026 23:13:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13389 [...]]]> Der Kampf um gleiche Rechte für Frauen ist alt und nie gewonnen. Für manche ist es nur ein nice-to-have, obschon der Epstein-Fall zeigt, wie groß die Abgründe sein können. Rukiye Cankiran widmet sich schon lange dem Thema und ist am 17. März zu Gast bei der SuedLese. Wir haben vorab mal nachgehakt …

Tiefgang (TG): Rukiye, willkommen zurück! Du warst ja schon 2025 bei der SuedLese dabei. Was hat dich dazu bewegt, 2026 wieder den Weg in den Hamburger Süden anzutreten? Hat dich die Energie des Festivals im letzten Jahr so gepackt?

Rukiye Cankiran: Ich fand die Lesung im Rahmen der Suedlese großartig und bin sehr gern wieder dabei. In diesem gefällt mir auch der Rahmen MADAME COURAGE – Diversität und Demokratie weiblicher Stimmen sehr. 

TG: Dein aktuelles Thema ist „Das Recht auf gleiche Rechte“. Auf dem Papier sieht in Sachen Gleichstellung vieles gut aus, aber du sagst selbst, die Realität hinkt gewaltig hinterher. Wo klafft die Lücke zwischen Gesetz und echtem Leben für dich momentan am schmerzhaftesten?

Rukiye Cankiran: Mein Schwerpunkt ist das Thema Gewalt gegen Frauen. Gewalt verfestigt Ungleichheit und durch Ungleichheit ist Gewalt möglich, die wiederum Ungerechtigkeit durchsetzen kann. Mit Gewalt meine ich nicht nur körperliche, sondern auch finanzielle und psychische Gewalt. Das BKA (Bundeskriminalamt, Anm. d. Red.) veröffentlicht jedes Jahr die Gewalt-Statistik. Das Ausmaß an Gewalt ist jedes Mal erschütternd. Vor einigen Tagen wurde eine Dunkelfeldstudie des Familien- und Innenministeriums und des BKA veröffentlicht. Diese bestätigt, dass das Dunkelfeld, also die nicht angezeigten Fälle noch wesentlich höher sind als vermutet. Das heißt, die statistischen Zahlen zum Thema Partnerschaftsgewalt bilden weniger als fünf Prozent der Realität ab. Das Wissen, dass der größte Teil der Partnerschaftsgewalt im Dunkeln, hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist schwer zu ertragen.

TG: Die Veranstaltung läuft, wie Du ja sagst, in der Kulturhaus-Reihe „Madame Courage“. Wer sind für dich heute die wahren Mutmacher*innen im Alltag, und wie viel „Courage“ braucht eine Frau eigentlich 2026 noch, um sich Gehör zu verschaffen?

Rukiye Cankiran: Trotz aller Kritik bin ich auch dankbar für all die rechtlichen und gesellschaftlichen Errungenschaften, die mutige Frauen und Männer hierzulande in der Vergangenheit – häufig gegen massige Ablehnung – erkämpft haben. Frauen, die kritisch und öffentlich sichtbar sind, werden weiterhin angegriffen. Ich denke dabei an Politikerinnen und Journalistinnen, die von Cybermobbing betroffen sind. In Zeiten von Social Media werden diese zum Beispiel mit Hate Speech und Shitstorm mundtot gemacht. Es braucht viel Mut, um nicht zu schweigen und nicht von unbequemen politischen Ämtern zurückzutreten.

TG: Du arbeitest als Gleichstellungsbeauftragte und als Autorin. Ist das Schreiben für dich eine Art Ventil, um die strukturellen Hürden, gegen die du beruflich ankämpfst, literarisch sichtbar zu machen?

Rukiye Cankiran: Das Schreiben war schon immer meine Leidenschaft, da ich aus dem Journalismus komme. Oft habe ich meine Wut über Ungerechtigkeit in Form von Texten verarbeitet oder witzige Erlebnisse als Kurzgeschichten formuliert. Vieles habe ich auch wieder verworfen. Aber es war dann schon mal „von der Seele aufs Papier“ gebracht. Als Gleichstellungsbeauftragte habe ich Benachteiligungen von Frauen und Mädchen öffentlichkeitswirksam präsentiert, ob es die ungleiche Verteilung von Kindererziehung oder Care-Arbeit ist. Sowohl innerhalb der Verwaltung als auch auf politischer Ebene ging es darum, zu sensibilisieren, dass historisch gewachsene Ungleichheit bis heute nachwirkt. Mein Fachwissen zu Themen rund um Gleichstellung und Gleichberechtigung halte ich in Sachbüchern fest. In Geschichten verarbeite ich tatsächlich viele Erfahrungen und Erzählungen von Betroffenen und zeige damit, dass diese universell sind. Damit werden sie dann literarisch sichtbar. Genau so ist es. 

TG: Das Kulturhaus Süderelbe ist ein Ort, an dem viele verschiedene Kulturen und Lebensentwürfe aufeinandertreffen. Wie wichtig ist es, die Debatte über Frauenrechte genau dorthin zu bringen, mitten in die Stadtteile, statt sie nur in akademischen Zirkeln zu führen?

Rukiye Cankiran: Das ist mir sehr wichtig. Ich war bereits mit meinem ersten Buch zum Thema Zwangsheirat bundesweit in Bildungs- und Hilfeeinrichtungen, lokalen Treffpunkten, sogenannten „Brennpunktvierteln“, in Flüchtlingsunterkünften aber auch an Universitäten und bei engagierten Gruppen. Wenn wir aufklären und sensibilisieren wollen, müssen wir dorthin gehen, wo die Menschen sind, und zwar überall hin. Es reicht nicht, dass wir unter uns kultivierte Debatten führen und einander applaudieren. Ich bin immer wieder erschüttert, wie sehr das Gendersternchen bzw. die geschlechtergerechte Sprache die Debatte um Gleichberechtigung und Gleichstellung dominiert, und zwar völlig aus dem Zusammenhang. Begegnung und Diskussion auf Augenhöhe, Zuhören und kritische Argumente zulassen, und zwar vor Ort in den Stadtteilen. Das ist sehr wichtig – wenn auch mühsam – wenn wir ehrlich und aufrichtig eine gesellschaftliche Veränderung und Entwicklung wollen.

TG: In deiner Ankündigung versprichst du praxisnahe Tipps. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Was ist die wichtigste Strategie, die wir alle – egal welchen Geschlechts – sofort anwenden können, um Vorurteile im eigenen Kopf zu knacken?

Rukiye Cankiran: Ich nenne an dieser Stelle nur das Stichwort Solidarität. Mehr dazu vor Ort. In meinem Buch gibt es ein Kapitel Strategien zur Gleichstellung von Frauen und Mädchen. Hier berichte ich über Initiativen, Projekte und auch die Strategie des Familienministeriums. Über besondere Herausforderungen und auch die Verantwortung eines jeden einzelnen Menschen werden wir dann vor Ort reden. Es soll sich ja lohnen, vorbeizukommen! 

TG: Wenn du an den Abend am 17. März denkst: Was ist das wichtigste Gefühl oder der wichtigste Gedanke, den die Besucher*innen mit in ihren Kiez nehmen sollen, wenn sie das Kulturhaus verlassen?

Rukiye Cankiran: Für mich ist ein Kulturhaus ein Ort der Begegnung und des Austausches. Einerseits bietet eine Lesung Informationen und damit einen Mehrwert. Gleichzeitig ist hier auch Raum für Fragen und eine kurzweilige Diskussion. Nach meinen Lesungen bekomme ich oft das Feedback, das einige Themen völlig neu oder bestimmte Perspektiven unsichtbar waren. Mir persönlich ist wichtig, dass ich Menschen auch motivieren kann, sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen. Denn nur so ist ein friedliches und wertschätzendes Zusammenleben möglich. Hierfür brauchen wir gute Argumente, die die Menschen stärker überzeugen als diskriminierende, rassistische, antifeministische oder autoritäre Narrative. 

TG: Besten Dank für das Gespräch und Dir und allen Besuchenden einen regen Austausch! 

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

Di., 17. Mrz., 18.30 Uhr: Rukiye Cankiran – Das Recht auf gleiche Rechte | Eintritt frei

Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2, 21147 Hamburg-Neugraben, www.kulturhaus-suederelbe.de

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Ein politischer Offenbarungseid https://www.tiefgang.net/ein-politischer-offenbarungseid/ Mon, 02 Mar 2026 09:59:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13459 [...]]]> Man muss sich die Szenerie einmal bildlich vorstellen: Am Freitagabend (20.2.) herrscht im Großen Saal des Harburger Rathauses noch feierliche Eintracht. Die Bezirksversammlung ehrt zum 13. Mal das Engagement für eine lebenswerte Zukunft.

Der erste Preis des Harburger Nachhaltigkeitspreises geht unter großem Applaus an die Kiezläufer*innen von IN VIA. Es sind Menschen, die seit Jahren das soziale Rückgrat in den Quartieren bilden, die deeskalieren, zuhören und vermitteln. Doch während die Urkunden noch in den Händen der Preisträger*innen zittern, liegt in deren Postfächern wohl bereits ein Schreiben, das all diese Bemühungen mit einem Federstrich entwertet. Die Ereignisse rund um die Harburger Kulturförderung haben sich in den letzten Tagen regelrecht überschlagen und tun es weiter.

Kurz zur Chronologie der Ereignisse: Noch im Januar – das Jahr 2026 hatte kaum begonnen – berichtete die NDR Hamburg-Welle 90,3: „Harburg will die Kultur im Bezirk stärken. Verschiedene Akteure aus Kultur, Politik und Verwaltung haben dafür einen Plan entwickelt. Das gab es in der Form noch in keinem der anderen Hamburger Bezirke.“ Am 20. Februar 2026 – gerade sechs Wochen später – platzte eine ganz andere Nachricht in die lokalen Gazetten und Magazine. Ein Brief der Bezirksversammlung Harburg war an zahlreiche Kultur- und wohl auch andere Institutionen wie IN VIA ergangen, der unmissverständlich darauf hinwies, dass künftigen Anträge auf Fördergelder eher nicht zugestimmt wird – erst recht nicht, wenn sie bereits mehr als drei Mal gestellt worden seien. Das Hamburger Abendblatt griff den Kultur-Sparkurs im Bezirk auf und thematisierte die Verunsicherung der Kulturschaffenden durch den Brief der Bezirksversammlung. Fast zeitgleich verbreitete die MOPO das Schlagwort der „Einschüchterung“, das Jan Schröder für das Netzwerk SuedKultur geprägt hatte. Auch das Online-Magazin „Besser-im-Blick.de“ stellte die rhetorische Frage nach einem beginnenden Kulturkampf südlich der Elbe. Und auch wir wiesen darauf hin (siehe Tiefgang „Böhmsche Briefe“, 20.02.2026). Die mediale Front war einhellig: Hier wurde ein mühsam aufgebautes Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Szene ohne Not torpediert.

Nur drei Tage später, am 24. Februar 2026, folgte der physische Protest. Wie das Abendblatt berichtete, empfingen Kulturschaffende die Abgeordneten vor der Bezirksversammlung mit bunten Plakaten und lautstarkem Unmut. Es war die unmittelbare Vorbotin für das, was Jan Schröder dann zwei Tage (26.2.) später im Harburger Kulturausschuss vortragen sollte. Seine Rede im Ausschuss war weniger eine bloße Stellungnahme als vielmehr ein eindringliches wie leidenschaftliches Plädoyer für die Vernunft. Schröder fragte: Warum gab es kaum Ansprechpartner zu dem Schreiben? Und: Ist das Schreiben ein gesamt-politischer Wille oder nur die Meinung eines kleinen Kreises? Besonders mit seinem Hinweis auf die pro-Kopf-Förderung, bei der Harburg ohnehin das Schlusslicht Hamburgs bildet, markierte er den logischen Tiefpunkt der politischen Entscheidung.

Denn man muss sich die Szenerie einmal bildlich vorstellen: Über Jahre hinweg saßen sie alle an einem Tisch, die Visionär*innen der Harburger Kultur und die Verwalter*innen der politischen Macht. Sie haben Pläne geschmiedet, den Kulturentwicklungsplan (KEP) wie eine Monstranz vor sich hergetragen und die Soziokultur als sozialen Kleber eines komplizierten Bezirks gefeiert. Und dann? Ein Brief. Unterzeichnet im Namen derer, die eigentlich die Ermöglicher*innen sein sollten.

Es ist eine bemerkenswerte Form der politischen Amnesie, die sich derzeit im Harburger Rathaus breitmacht. Die Bezirksabgeordneten scheinen sich nicht im Geringsten bewusst zu sein, dass sie mit dem Brief – namentlich des Vorsitzenden der Bezirksversammlung Holger Böhm und so ja aber auch stellvertretend für alle (!) dort vertretenen Fraktionen – nicht nur über Paragraphen einer (offenbar zudem veralteten, also gar nicht mehr aktuellen) Förderrichtlinie informiert haben. Sie haben das Fundament des Runden Tisches Kultur kurzer Hand zertrümmert. Wer jahrelange Aufbauarbeit von Institutionen wie den „SuedLese Literaturtagen“, dem „Sommer im Park“- oder dem „Hafenfest“ kurzerhand zur Anschubfinanzierung umdeutet, zeigt ein erschreckendes Unverständnis für kulturelle Ökosysteme. Man pflanzt doch keinen Baum, nur um ihm nach dem ersten Austrieb das Wasser abzugraben, weil er nun ja gefälligst selbst für Regen sorgen solle.

Die Ironie der Geschichte liegt auch im Timing. Für das laufende Jahr 2026 stehen nämlich gar keine Kürzungen an. Es ist ein Gespenst namens 2027 und später, das hier an die Wand gemalt wird – ohne konkrete Zahlen, ohne Notwendigkeit zur jetzigen Panikmache. Doch der Schaden an der Seele der Kulturschaffenden ist bereits real. Jan Schröder, Sprecher des Netzwerkes SuedKultur, sollte recht behalten: Diese Politik der Vorab-Absage lähmt jede Ambition.

Dabei liegt – eine weitere Ironie der Harburger Chaostage – die eigentliche Entscheidungsebene ganz woanders. Während in Harburg Briefe nämlich verschickt werden, die wie Kündigungen wirken, beginnt die Hamburger Bürgerschaft just über den Gesamthaushalt der Stadt für 2027/28 zu „verhandeln“. Acht Abgeordnete aus dem Bezirk Harburg sitzen dort an den Hebeln der Macht. Es ist ihre vornehmste Aufgabe, im Hamburger Zentrum dafür zu sorgen, dass der außenliegende Süden nicht nur als Problembezirk mit dem kleinsten Budget wahrgenommen wird.

Wenn die Harburger Bezirks- und Bürgerschaftsabgeordneten sich jetzt nicht gemeinsam auf die Socken machen, um die Gelder für ihren Bezirk zu sichern, dann war der Kulturentwicklungsplan tatsächlich nur eine teure Beruhigungspille für die Basis. Schlimmer aber noch: bei allen Beteuerungen einer wehrhaften Demokratie, würden sie genau diese – und vermutlich aus Eitelkeiten – nachhaltig und wiederholt beschädigen.

Man kann Kultur nicht entwickeln, wenn man gleichzeitig das Grab für die Akteur*innen schaufelt. Die Brücken nach Harburg müssen gehalten werden – finanziell und menschlich. Alles andere wäre ein kultureller Offenbarungseid, den sich dieser Bezirk schlicht nicht leisten kann.

Es ist Zeit, die Grabesschaufeln beiseitezulegen. Kultur und soziales Engagement sind keine Projekte, die man anstößt und dann ihrem Schicksal überlässt. Sie sind der Atem einer Stadtgesellschaft. Wenn die Politik diesen Atem drosselt, darf sie sich nicht wundern, wenn es im Bezirk bald sehr still wird. Die acht Bürgerschaftsabgeordneten haben es nun in der Hand, in den Haushaltsverhandlungen die Weichen so zu stellen, dass Harburg nicht nur Preise verleiht, sondern auch die Mittel bereitstellt, damit die Preisträger*innen morgen noch existieren. Alles andere wäre ein politischer Offenbarungseid.

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Geschrieben, um gesund zu werden https://www.tiefgang.net/geschrieben-um-gesund-zu-werden/ Sun, 01 Mar 2026 23:34:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13396 [...]]]> Pünktlich zu den SuedLese Literaturtagen erscheint der Debüt-Roman „Co“ von Rina Schmeller. Ein Werk, das es in sich hat. Denn es bricht mit dem Schweigen zu einem Thema, das präsenter ist als man ahnt: der Co-Abhängigkeit.

Co-abhängig in Sucht, Partnerschaften, Beziehungen generell. Druckfrisch wird es Rina Schmeller im Speicher am Kaufhauskanal im Harburger Hafen zu Gehör und ins Gemüt bringen. Wir haben schon mal im Vorfeld nachgefasst.

Tiefgang (TG): Frau Schmeller, „Co“ ist Ihr Debütroman und bricht radikal mit dem Schweigen über ein oft unsichtbares Thema: die Co-Abhängigkeit. Was war der entscheidende Funke, der Sie dazu gebracht hat, gegen dieses gesellschaftliche Tabu anzuschreiben und die Perspektive derer zu wählen, die im Schatten der Sucht eines anderen leben?

Rina Schmeller: Danke für Ihre Frage. Mir gefällt, wie Sie das formulieren. „Co“ erzählt als Autofiktion von meiner eigenen Erfahrung. Ich war lange co-abhängig. Dieses Buch ist das Ergebnis eines Prozesses, der vor allem darin bestand, eine Sprache zu finden, später dann auch eine Form. Ich habe mit diesem Stoff literarisch zu schreiben begonnen. Anfangs liefen die Prozesse im Schreiben und Leben parallel, griffen dann zunehmend ineinander, bis sie sich voneinander lösten. In der letzten Zeit meiner Arbeit an „Co“ hatte ich in meinem Leben bereits stabilen Abstand gewonnen. Co-Abhängigkeit ist als Thema wenig beleuchtet, aber allgegenwärtig. Es war mir wichtig, das sichtbar zu machen. Zu wissen, dass viele betroffen sind, war dabei immer wieder ein Antrieb.

TG: Ihre Sprache im Roman ist eine Mischung aus Klarheit, Rhythmus und irgendwie auch Stille. Wie haben Sie es geschafft, für die oft chaotische und von Gewalt geprägte Dynamik der Abhängigkeit eine so präzise Form zu finden, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen?

Rina Schmeller: Zunächst musste ich vom Stillstand erzählen, der durch jahrelange Wiederholung entsteht, das ist ziemlich anspruchsvoll. Ich musste möglichst klar benennen, gegen die eigene Scham anschreiben und den Reflex, zu schützen, ablegen. Es war elementar, das Tabu zu brechen und die Sprachlosigkeit im Text zu bewahren. Im Prozess habe ich mich Passage für Passage bis an die Schmerzpunkte vorgetastet und nach einer Form gesucht. Schließlich haben sich die einzelnen Teile wie ein Puzzle zusammengefügt. Selbstbestimmt zu arbeiten, war für „Co“ sehr wichtig. Was das Thema nicht brauchte, ist nicht im Text. Reduktion und Verdichtung sind die literarischen Verfahren. Dennoch habe ich bewusst nicht verschlüsselt und gehe offensiv mit meiner Erfahrung um. Gefühle sind im Text zurückgenommen, so entsteht Raum, im besten Fall, für die Gefühle der Lesenden.

TG: Sie haben in Leipzig Literarisches Schreiben studiert und waren Stipendiatin der Autor*innenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Hat dies das handwerkliche Fundament gelegt?

Rina Schmeller: Das sicher auch. In erster Linie haben diese Orte mir einen fachlichen Austausch ermöglicht. Man begegnet Autor*innen mit Erfahrung und hat Lesende, die selbst schreiben. So erfährt man erste Resonanzen, bewegt sich aber in einem geschützten Rahmen. In diesem Umfeld kann man eine Haltung zum eigenen Schreiben entwickeln, sich bewusst machen, wie und warum.

TG: Bei der SuedLese lesen Sie im Speicher am Kaufhauskanal, einem Ort mit Geschichte in Harburg. Freuen Sie sich auf den Kontrast, Ihre sehr intime und bewegende Geschichte in diesem weiten, geschichtsträchtigen Raum zu präsentieren?

Rina Schmeller: Ihre Frage macht mich neugierig auf den Raum, ich freue mich sehr auf die Lesung. Vielleicht zeigt sich am 15. März, dass der Kontrast gar nicht so stark ist. Für mich gehört die Arbeit an „Co“ in die Jahre 2018-2025, das Thema ist aber zeitlos, würde ich sagen, und die Erfahrung sehr menschlich und weit verbreitet.

TG: Ihr Buch wird als Zeugnis der Selbstermächtigung und des Wiederfindens der eigenen Freiheit beschrieben. Ist es Ihnen ein Anliegen, den Leser*innen zu zeigen, dass es auch nach Jahren der Umklammerung einen mutigen Weg zurück zum eigenen Ich gibt?

Rina Schmeller: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil es nötig war, um gesund zu werden, und um für das Thema zu sensibilisieren. „Co“ macht etwas sichtbar, das tagtäglich passiert – anhand einer individuellen Geschichte. Dahinter steht der Prozess meines Ausstiegs, einer realen Auseinandersetzung. Die Geschichte soll aber kein Beispiel sein, dem nun zu folgen wäre. So unterschiedlich die Krankheitsverläufe sind, so unterschiedlich sind auch die Auswege. Das Buch ist ein Zeugnis, das ermutigen kann und möchte. Es wird hier und da seine Wirkung tun, wo und wann und wie auch immer.

TG: Haben Sie bereits Rückmeldungen von Leser*innen erhalten, die sich in der Geschichte von „Co“ wiedererkannt haben, und wie beeinflusst dieser Austausch Ihre Sicht auf Ihr eigenes Debüt?

Rina Schmeller: Bislang gibt es keine Rückmeldungen, „Co“ erscheint ja erst, am 11. März. Ich habe aber bei Lesungen bereits schöne Resonanz erlebt, die mir viel bedeutet hat. Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit mit ähnlichen, oft gleichen Symptomen und doch unterschiedlichen Verläufen. Die erzählte Geschichte ist dementsprechend keine Blaupause, andere erleben ganz anderes, was allerdings nicht heißt, dass nicht viele (gefühlt) das Gleiche erleben. Man müsste die Menschen fragen und ihnen zuhören, wenn sie erzählen. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Menschen in ihr, eine Sensibilität zu entwickeln. 

(Das Interview für „Tiefgang“ führte Heiko Langanke)

Termin:

So., 15. Mrz., 17 Uhr: Rina Schmeller – Co | Eintritt frei / Spende erwünscht; Moderation: Simone Lechner

Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg, www.speicher-am-kaufhauskanal.com

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„Es ist unser Land“ https://www.tiefgang.net/es-ist-unser-land/ Sat, 28 Feb 2026 23:01:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13325 [...]]]> Nachdem der Hamburger Süden literarisch fulminant in den März gestartet ist, zieht das Programm der 11. SuedLese in der zweiten Woche das Tempo spürbar an.

Wer glaubte, die Region hätte ihr Pulver schon verschossen, wird eines Besseren belehrt. Vom 9. bis 15. März verwandeln sich Bankfilialen, Kneipen und Speicher in Orte, an denen die großen Fragen unserer Zeit verhandelt werden – und das mit einer Energie, die ansteckend wirkt.

Der März im Hamburger Süden nimmt Fahrt auf, und wie! Wenn die 11. SuedLese in ihre zweite Woche geht, wird schnell klar: Dieses Festival ist kein braves Vorlesestündchen, sondern eine pulsierende Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft. Vom 9. bis 15. März verwandelt sich die Region in ein Labor der Worte, in dem etablierte Stimmen und mutige Neulinge zeigen, was Literatur heute leisten kann – sie rüttelt wach, sie verbindet und sie macht verdammt viel Spaß.

Gleich zum Wochenstart am Montag (9.3., 17 Uhr) beweist die SuedLese ihren Sinn für besondere Orte. In der Neugrabener Haspa-Filiale präsentiert Stephan Funke mit (K)ein perfektes Verbrechen einen Hamburg-Krimi, der tief in die Abgründe von Medienrummel und Ermittlungsarbeit blickt. Dass ein Krimi in einer Bank stattfindet, hat eine ganz eigene Ironie, die perfekt zum unkonventionellen Geist des Festivals passt. Fast zeitgleich (17.30 Uhr) öffnet im Treffpunkt HH-Süd die Schreibwerkstatt Darf ich bitten? ihre Türen. Es ist dieser inklusive Ansatz, den ich an der SuedLese so liebe: Hier wird nicht nur konsumiert, sondern jede*r ist eingeladen, die eigene Schreibkraft zu entdecken.

Ein echtes Highlight für alle, die das Ungefilterte suchen, ist das Open Mic am Mittwoch (11.3., 19 Uhr) im Kulturwohnzimmer. Alltagspoesie und Tagebuchlesungen – das ist Literatur in ihrer intimsten Form. Es erfordert Mut, das Private öffentlich zu machen, und genau dieser Mut wird hier mit einer neugierigen und wertschätzenden Atmosphäre belohnt

Ein besonderes Augenmerk liegt in dieser Woche auf den Stimmen, die den Finger in die Wunden der Gesellschaft legen. Ein echtes Highlight erwartet uns am Donnerstag (12.3., 19.30 Uhr) in der Bücherhalle Harburg. Michel Abdollahi, der Mann für die klaren Worte und den scharfen Blick, präsentiert sein Werk Es ist unser Land. Es ist eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir in diesem Land zusammenleben wollen. Abdollahi bringt eine Präsenz mit, die den Raum sofort elektrisiert, und fordert uns heraus, unsere eigenen Positionen zu überdenken – neugierig, kritisch und absolut notwendig.

Am 12. März in der Bücherhalle Harburg: Michel Abdollahi (Foto: Max Baier & Arian Henning)

Wer es noch eine Spur kantiger mag, sollte am Freitagabend (13.3., 20 Uhr) ins Treffpunkthaus Heimfeld pilgern. Kristjan Knall gastiert dort mit seinem Buch Heldenhass. Knall steht für das, was man bei der SuedLese gern den Punk in der Literatur nennt. Es ist eine Abrechnung mit falschen Vorbildern und gesellschaftlicher Bequemlichkeit. Dass solche radikalen Texte in einer so geerdeten Szene wie in Heimfeld ihren Platz finden, beweist einmal mehr die Relevanz dieses Festivals. Es ist Literatur, die wehtut und genau deshalb so wichtig ist. Diese Energie setzt sich am gleichen Ort am Samstagabend (14.3., 20 Uhr) beim Low Budget Poetry Slam fort – ein Format, das von der Spontaneität und der Begeisterungsfähigkeit seiner Teilnehmer*innen lebt.

Doch die SuedLese wäre nicht das Kinderzimmer der Literatur, wenn sie nicht auch den ganz frischen Stimmen eine Bühne bieten würde. Der Sonntag (15.3.) gehört schließlich den Verwandlungen und Entdeckungen. Während Franziska Biermann im Elbdeich e.V. (16 Uhr) Kinder ab 8 Jahren in die skurrile Welt von Rabbit Boy entführt, dürfen wir uns um 17 Uhr im Speicher am Kaufhauskanal auf ein literarisches Ausrufezeichen freuen. Rina Schmeller stellt im Speicher am Kaufhauskanal ihren Debütroman Co vor. Dank der Unterstützung der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS liegt dieses Jahr ja ein besonderer Fokus auf diesen ersten Büchern. Schmeller erzählt mit einer beeindruckenden rhythmischen Klarheit von der schmerzhaften Befreiung aus einer Co-Abhängigkeit. Dass diese intime Geschichte in der historischen Atmosphäre des Speichers im Binnenhafen erzählt wird, verspricht einen dieser Gänsehautmomente, für die wir das Festival so lieben.

Ob beim Krimi in der Bankfiliale am Montag oder dem interaktiven Zeichenspaß für Kinder mit Franziska Biermann am Sonntag – die zweite Woche der SuedLese zeigt uns, dass Kultur kein Luxusgut ist, sondern der Stoff, aus dem unsere Gemeinschaft gewebt wird.

Die Termine im Überblick:

Mo., 09. März, 17 Uhr: Stephan Funke – (K)ein perfektes Verbrechen, Haspa Neugraben, Neugrabener Bahnhofstraße 2, 21149 Hamburg; Eintritt: 5 Euro

Mo., 09. März, 17.30 Uhr: Schreibwerkstatt: Darf ich bitten? – Für ALLE, Treffpunkt HH-Süd, Knoopstraße 1, 21073 Hamburg; Eintritt: frei

Mi., 11. März, 19 Uhr: Open Mic: Alltagspoesie & Tagebuchlesung, Kulturwohnzimmer, Resedaweg 2, 21077 Hamburg; Eintritt: frei

Do., 12. März, 19.30 Uhr: Michel Abdollahi – Es ist unser Land, Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47, 21073 Hamburg; Eintritt: 12 Euro

Fr., 13. März, 20 Uhr: Kristjan Knall – Heldenhass, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg; Eintritt: Spende erwünscht

Sa., 14. März, 20 Uhr: Low Budget Poetry Slam, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

So., 15. März, 12 Uhr: Anke Wistinghausen – Der Zauber des Anfangs (Workshop), VHS Harburg, Carrée Altona, 21073 Hamburg; Eintritt: 26,40 Euro (Anmeldung erforderlich)

So., 15. März, 16 Uhr: awsLiteratur aktuell – Geschichten im Fluss, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Straße 27, 21075 Hamburg; Eintritt: frei – Hutspende erwünscht

So., 15. März, 16 Uhr: Franziska Biermann – Rabbit Boy (für Kinder ab 8 Jahren), elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

So., 15. März, 17 Uhr: DEBÜT: Rina Schmeller – Co, Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 21079 Hamburg; Eintritt: frei – Spende erwünscht

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Harburgs heimliche Helden https://www.tiefgang.net/harburgs-heimliche-helden/ Fri, 27 Feb 2026 23:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13440 [...]]]> Meine Lieben, schnallt euch an! Wer sagt eigentlich, dass Nachhaltigkeit immer nur mit Solardächern und Bio-Möhren zu tun hat? In Harburg wissen wir es besser: Die wichtigste Energiequelle unseres Bezirks ist das Miteinander. Und genau das wurde diese Woche offiziell vergoldet.

Letzten Freitagabend wurde im Rathaus der 13. Harburger Nachhaltigkeitspreis verliehen, und mein Herz hat einen kleinen Sprung gemacht, als die Kiezläufer von IN VIA Hamburg e.V. den ersten Platz abgeräumt haben. Diese engagierten Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sind seit 2014 in unseren Quartieren unterwegs – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem offenen Ohr und einer unglaublichen Präsenz.

In einer Woche, in der wir uns oft über die Kälte oder die dunklen Ecken im Bezirk ärgern, ist dieser Preis ein echtes Signal. Die Kiezläufer*innen sorgen für Deeskalation, sie reden mit den Jugendlichen, sie verhindern Vandalismus, bevor er überhaupt entsteht. Das ist soziale Nachhaltigkeit in Reinform! Sie sind das menschliche Schmiermittel, das dafür sorgt, dass unser Harburger Getriebe nicht knirscht. Dass die Bezirksversammlung dieses Engagement mit 2.000 Euro Preisgeld würdigt, ist längst überfällig.

Aber es gab noch mehr Grund zur Freude: Auch die Berufliche Schule Harburg wurde für ihre kreative Lauschtour zu den UN-Nachhaltigkeitszielen ausgezeichnet. Da zeigt sich mal wieder: Unsere Schüler*innen und Lehrer*innen haben richtig gute Ideen im Gepäck, wie man globale Themen ganz lokal und hörbar machen kann. Harburg ist eben nicht nur Industrie, wir sind eine Ideen-Schmiede für das gute Leben von morgen.

Was wir daraus lernen können? Dass wir uns nicht immer nur auf die großen Pläne der Architekt*innen in der City verlassen müssen. Die wahre Aufwertung findet auf dem Gehweg statt, im Gespräch zwischen den Haustüren und im Einsatz für den Nachbarn oder die Nachbarin.

Und während wir diese Erfolge feiern, klopft schon das nächste Highlight an: Diesen Sonntag startet die 11. SuedLese! Wer also nach der Preisverleihung Lust auf noch mehr Tiefgang hat, sollte sich direkt das Programm schnappen. Von Neugraben bis Wilhelmsburg werden wir einen Monat lang zeigen, dass wir literarisch ganz weit vorne mitspielen.

Ich ziehe meinen Hut vor allen Preisträger*innen dieser Woche. Ihr macht Harburg zu einem Ort, an dem man nicht nur wohnt, sondern an dem man sich zu Hause fühlt.

Bleibt neugierig, bleibt engagiert und vor allem: Bleibt so, wie ihr seid!

Eure Clara

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Meine Lieblings-Influencerin https://www.tiefgang.net/meine-lieblings-influencerin/ Fri, 27 Feb 2026 13:12:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=13431 [...]]]> Hey ihr Lieben,

Tik-Tok, Instagram und Co. sind längst keine reinen Unterhaltungsplattformen mehr. Sie sind eure Nachrichtenquelle, eure Trend-Scanner und auch eure Meinungsmacher. Influencer sind die neuen Stars, die neuen Vorbilder. Wenn eure Lieblings-Creatorin ein neues Make-up empfiehlt, ist es morgen ausverkauft.

Aber was passiert, wenn sie plötzlich beginnt, politische Meinungen zu verkaufen? Und zwar nicht als Werbung gekennzeichnet, sondern getarnt als ganz normaler, „authentischer Content“?

Mich hat eine Nachricht erreicht, die dieses moderne Dilemma perfekt beschreibt: „Hey Dr. Sommer, ich bin total verwirrt. Ich folge dieser einen Influencerin (…) schon ewig. Normalerweise macht sie nur Beauty-Tipps und zeigt ihre Urlaube. Aber in letzter Zeit postet sie zwischendurch immer mal wieder ‚lustige‘ Memes, die sich über Politiker lustig machen, oder sie droppt ganz beiläufig ‚Fakten‘ über Themen wie Migration. Es klingt alles voll authentisch, aber neulich habe ich einen Bericht gesehen, dass Parteien und Lobbygruppen Influencer bezahlen, damit sie solche Ansichten ‚organisch‘ verbreiten. Ohne Kennzeichnung als Werbung! Woher weiß ich jetzt noch, was sie wirklich denkt oder ob das nur sagt weil sie Geld kriegt? Manchmal fühle ich mich echt verarscht!“

Puh. Das ist ein Volltreffer. Deine Verwirrung ist total verständlich. Du hast genau das richtige Bauchgefühl: Hier wird ein Spiel gespielt, bei dem du der Ball bist.

Lass uns mal den „Lobby-Filter“ aufsetzen und das sortieren.

Zum einen sollten wir in einer Demokratie wissen, wer zu uns spricht, um seine Absichten einzuschätzen. Wenn der ADAC über E-Mobilität spricht, wissen wir, er vertritt Autofahrer-Interessen. Das ist legitim, wenn es transparent ist.

Zum anderen – und das ist nicht mehr so schön – haben Parteien und Lobbygruppen im Jahr 2026 längst verstanden, dass sie euch mit klassischer Werbung nicht mehr erreichen. Sie wissen, dass ihr Influencern vertraut. Also nutzen sie dieses Vertrauen aus.

Sie bezahlen Influencer dafür, politische Ansichten ganz beiläufig in ihren Lifestyle-Content einzubauen. „Die neue Creme ist super, und übrigens, habt ihr gehört, wie Quatsch Gesetz XY ist? #JustSaying.“ Das ist pures Gift für die freie Meinungsbildung.

Das Problem ist die fehlende Kennzeichnung. Wenn Influencer nicht sagen: „Dieser Beitrag wurde von der Partei XY bezahlt“, dann ist das Wählertäuschung. Du denkst, es ist eine echte Meinung, aber es ist bezahlte Propaganda. Das nennt man „Astroturfing“ – man fälscht eine Grassroots-Bewegung.

Dein Plan für digitale Selbstverteidigung

Wie kannst du dich davor schützen, manipuliert zu werden?

  1. Der „Hä?-Moment“: Wenn deine Lieblings-Influencerin für eine Gesichtscerme wirbt und dann plötzlich eine politische Meinung „tragen Musliminnen eh nicht auf“ droppt, die gar nicht zu ihr passt: Werde misstrauisch. Stell dir die Frage: „Hä? Woher kommt das jetzt?“
  2. Die Geldspur suchen: Auch wenn es nicht gekennzeichnet ist, frage dich: Wem nützt diese Aussage? Wer hat ein Interesse daran, dass du das glaubst?
  3. Haltung oder Auftrag? Wenn ein Influencer immer nur eine politische Seite unterstützt und nie kritisch nachfragt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es kein echter Fan ist, sondern ein bezahlter Dienstleister.
  4. Check der Kommentar-Spalte: Oft haben andere Follower das Spiel schon durchschaut. Wenn dort diskutiert wird, ob der Beitrag gesponsert ist, nimm das ernst.

Also, die Verarsche ist durchaus real. Aber du bist nicht hilflos. Der beste Schutz für deine Demokratie ist dein eigener, kritischer Kopf. Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, folge ihr nicht nur, sondern hinterfrage sie. Demokratie braucht keine passiven Follower, sondern mündige Bürger.

Bleibt wachsam, bleibt kritisch!

Euer Dr. Sommer der Demokratie

Ob Aufklärung über populistische Parolen, Hintergrundwissen zu den Grundrechten oder Hilfe bei politischen Fragen: Dr. Sommer der Demokratie ist für dich da! Schreib ihm mit Betreff an „Dr. Sommer der Demokratie“ an tiefgang@sued-kultur.de

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