Die Stadtbibliothek Buxtehude lädt zu einer Lesung, die mehr ist als eine bloße Buchvorstellung: Am 23. September um 19 Uhr präsentiert die Rechtsanwältin und Autorin Asha Hedayati ihr Werk „Die stille Gewalt“.
Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche literarische Veranstaltung wirkt, ist in Wahrheit die Ankündigung einer schonungslosen Analyse – und ein Aufruf, nicht länger wegzusehen.
Hedayati beschäftigt sich in ihrem Buch mit einem Thema, das für den Leser und die Leserin oftmals nur eine abstrakte Statistik ist: Jede vierte Frau erlebt in ihrer Partnerschaft Gewalt. Die Autorin, die seit fast einem Jahrzehnt als Familienrechtsanwältin tätig ist, gibt Zahlen aber eine Stimme und ein Bild. Und sie legt eine scharfe Kritik an den Tag und zeigt, wie der Staat die betroffenen Frauen nicht nur unzureichend schützt, sondern in seinen eigenen Strukturen Teil des Problems wird.
Partnerschaftsgewalt ist, wie Hedayati es nennt, ein „blinder Fleck“ bei Familiengerichten, der Polizei und den Jugendämtern. „Strukturelle Probleme“, will heißen: es handelt sich nicht um Einzelfälle von Inkompetenz, sondern um tief verankerte, systemische Schwachstellen, die den Opfern den Weg aus der Gewalt unnötig erschweren. Es ist diese Praxisnähe, die Hedayati als Anwältin mitbringt, die ihr Werk so dringlich macht. Sie schreibt nicht aus einer theoretischen Distanz, sondern aus der konkreten Erfahrung, dem Leid der Frauen, die sie vertritt.
Asha Hedayati, die 1984 in Teheran geboren wurde und an der Humboldt-Universität Rechtswissenschaften studierte, nutzt ihre Expertise, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen. Ihre Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur juristischen und gesellschaftlichen Aufklärung.
Die klare, analytische Stimme der Autorin findet auch in der Fachwelt Anklang. Die Journalistin Teresa Bücker lobt die entschiedene und präzise Beschreibung bei Hedayati, die Literaturwissenschaftlerin Asal Dardan die „klare, hellsichtige und bestärkende Stimme“ des Buches. Es sind diese Merkmale, die das Werk zu einer unverzichtbaren Lektüre für alle machen, die die gesellschaftliche Dimension häuslicher Gewalt verstehen und verändern möchten.
Die Lesung in Buxtehude, die in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Hansestadt stattfindet, ist Teil des bundesweiten Projektes „Land.schafft.Demokratie“. Dieses fördert Bibliotheken als Orte des Dialogs und der Vielfalt. In diesem Rahmen bietet die Veranstaltung eine wichtige Plattform, um die „stille Gewalt“ zu thematisieren.
Lesung mit Asha Hedayati aus „Die stille Gewalt“ | Do., 23. September, 19 Uhr, Stadtbibliothek Buxtehude, Fischerstraße 2. Eintritt frei, Anmeldung online [1] oder direkt in der Stadtbibliothek ist erwünscht.
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