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Hamburg feiert die Vielfalt und Kreativität der lokalen Kulturszene

Die Halle 424 im Oberhafen bebte am 13. Mai 2025 vor Energie und Begeisterung. Anlass war die Verleihung des 22. Hamburger Stadtteilkulturpreises, ein Ereignis, das die Strahlkraft und den unermüdlichen Einsatz der lokalen Kulturszene in den Fokus rückte.

Der Hauptpreis, dotiert mit 10.000 Euro, ging in diesem Jahr an das Projekt „KLIMASTRÖME – Das Fest der Zukunftswünsche“ vom studioplayces und KinderKinder e.V. Ein Raunen ging durch die Menge, als der Name des Gewinners verkündet wurde. „KLIMASTRÖME“ hatte im Jahr 2024 Kinder und Jugendliche aus Hamburg dazu eingeladen, ihre fantasievollen Zukunftsvisionen zu entwickeln und künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Ein beeindruckendes Festival, das Kunst, Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement auf einzigartige Weise verband.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Der diesjährige Preisträger KLIMASTRÖME gibt jungen Menschen eine Stimme und macht sie zu Gestalterinnen und Gestaltern ihrer eigenen Zukunft. Es ist die Jugend, die uns oft kluge und kreative Impulse gibt, um mit den Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit visionär umzugehen. KLIMASTRÖME bietet den Raum dafür und spannt so ein Netz zwischen Stadtteilkultur, Kunst, Wissenschaft und Forschung.“

Die Jury lobte das Projekt als „besonders preiswürdig“, weil es sich „visionär mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit auseinandersetzt: dem Klima und dem Schutz und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung der Zukunft einbezogen werden, sei beispielhaft.

Doch auch der Publikumspreis sorgte für Jubelstürme. Das Publikum hatte online abgestimmt und „BOOTsWagen & Osterbrooklyn“ vom BOOT e.V. zum Sieger gekürt. Corinne Eichner, die Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG, überreichte den mit 2.000 Euro dotierten Preis und betonte die Bedeutung des Projekts für die Nachbarschaft und die Lebensqualität im Stadtteil.

Brosda würdigte auch dieses Projekt: „BOOTswagen&Osterbrooklyn vom BOOT e.V. erhält völlig zurecht den diesjährigen Publikumspreis. Es zeigt mit seiner Konzertreihe auf dem Vereinsgelände an der Bille eindrücklich, was eine funktionierende Nachbarschaft und gute Musik bewirken können, wenn ihnen ein genialer Ort zur Verfügung steht.“

Insgesamt waren zehn Projekte und Programme für den Stadtteilkulturpreis nominiert, jedes auf seine Weise ein Leuchtturm in der Hamburger Kulturlandschaft. Die Vielfalt der Einreichungen spiegelte die ganze Bandbreite der Stadtteilkultur wider, von Comicfestivals über Theaterprojekte mit Kindern bis hin zu transkulturellen Begegnungsstätten.

Die Preisverleihung war nicht nur eine Ehrung für die Gewinner, sondern auch eine Hommage an die Stadtteilkultur insgesamt. Sie ist, wie es in der Pressemitteilung so treffend heißt, „Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und Mitgestaltung der Stadtgesellschaft“, sie „fördert Nachwuchs und Bildungsgerechtigkeit“, sie „bietet Freiräume und schafft lokale Identitäten“. Und vor allem: Sie „berührt und begeistert“. Das konnte man an diesem Abend in der Halle 424 spüren.

Die Nominierten im Überblick:

  • BOOTsWagen & Osterbrooklyn vom BOOT e.V. Hamburg
  • Comicfestival Hamburg des Comicfestival Hamburg e.V.
  • Stadtteilfestival Crossdorf der Nysen GbR
  • Ausstellungsprojekt Frauen in Hamm. Wer war Marianne Rosenbaum? der Stadtteilinitiative Hamm e.V.
  • Projekt KINDERWAHLBÜRO 2025 der FUNDUS THEATER gGmbH
  • Begegnungsraum KIOSK des Hallo: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur e.V.
  • Kultur inklusiv Festival des Goldbekhaus e.V.
  • transkulturelle Kulturprojekt mezehane des fluxus² e.V.
  • TANZ. Community Dance Programm in Hamburg vom sense the steps e.V.

Ein Abend, der noch lange nachhallen wird und die Bedeutung der Stadtteilkultur für Hamburg einmal mehr eindrücklich unter Beweis stellte. Auffällig allerdings auch: Projekte aus dem Süden Hamburgs sind fast nie im engeren Kreis der Gekürten.

 

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