Hey ihr Lieben,
heute wollen wir über ein Thema sprechen, das oft heiß diskutiert wird und von vielen Seiten mit Misstrauen betrachtet wird: Flucht und Asyl. Ich höre oft Sätze wie „Die kommen doch nur, um hier Urlaub zu machen!“ oder das Schlagwort „Asyltourismus“.
Aber stimmt das wirklich? Lasst uns die Sache mal genauer beleuchten.
Flucht ist kein Urlaub
Zum einen ist es verständlich, dass viele Menschen denken, es sei merkwürdig, dass Geflüchtete in Deutschland leben und nicht einfach zurückkehren. Ein Begriff wie „Asyltourismus“ weckt das Bild einer freiwilligen, ja sogar luxuriösen Reise. Dieses Wort suggeriert, dass Menschen auf der Flucht ihre Heimat aus purer Langeweile verlassen.
Zum anderen ist die Realität eine ganz andere. Menschen, die fliehen, tun das nicht, um Urlaub zu machen, sondern weil sie in ihrer Heimat bedroht sind. Die allermeisten wollen ihre Heimat gar nicht verlassen. Sie sehen sich aufgrund von Krieg, Terror oder politischer Verfolgung dazu gezwungen. Sie haben keine Zeit für einen Deutschkurs, bevor sie in Deutschland ankommen.
Die Menschen fliehen, um ihr Leben und das ihrer Familie zu retten. Das ist ein großer und oft traumatischer Schritt. Stell dir vor, du musst alles zurücklassen: deine Familie, dein Zuhause, deine Freunde und deine Erinnerungen, weil du um dein Leben fürchten musst.
Der Unterschied zwischen Geflüchteten und Auswanderer*innen
Ein einfacher Vergleich hilft, das zu verstehen:
- Auswanderer*innen entscheiden sich oft freiwillig, ihr Land zu verlassen, um woanders bessere Chancen zu finden. Sie haben oft die Möglichkeit, sich auf den Umzug vorzubereiten, sich eine neue Sprache anzueignen und alles in Ruhe zu planen.
- Geflüchtete hingegen haben keine Wahl. Sie fliehen, weil sie bedroht sind. Der Unterschied ist existenziell. Es ist der Unterschied zwischen einem geplanten Roadtrip und einer Flucht vor einer Naturkatastrophe. Das Ziel der Flucht ist nicht, es sich gutgehen zu lassen, sondern in Sicherheit zu sein.
Das Projekt „Dr. Sommer der Demokratie“ folgt dem Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“. Die Idee dahinter ist, dass eine vielfältige Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn wir einander verstehen und auf Basis von Fakten miteinander sprechen, anstatt uns von vereinfachenden und irreführenden Schlagworten wie „Asyltourismus“ leiten zu lassen.
In diesem Sinne: Lass uns neugierig bleiben und hinterfragen, was wir hören.
Bis bald,
euer Dr. Sommer der Demokratie

Ob Aufklärung über populistische Parolen, Hintergrundwissen zu den Grundrechten oder Hilfe bei politischen Fragen: Dr. Sommer der Demokratie ist für dich da! Schreib ihm mit Betreff an „Dr. Sommer der Demokratie“ an tiefgang@sued-kultur.de
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