3001 Kino – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 11 Sep 2025 08:48:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Kulturort Kino https://www.tiefgang.net/kulturort-kino/ Fri, 12 Sep 2025 22:10:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12414 [...]]]> Vergangenen Montagabend im Magazin Filmkunsttheater in Winterhude war ein Abend für die Seele der Hamburger Filmkultur. Hier, in dem denkmalgeschützten Lichtspielhaus mit seinem charmanten Bistro und dem Hauch vergangener Zeiten, feierte die Stadt ihre Programm- und Stadtteilkinos.

Kultursenator Carsten Brosda zeichnete 16 Häuser und Initiativen mit den Hamburger Kinopreisen 2025 aus, die in diesem Jahr mit einem Rekord-Preisgeld von insgesamt 200.000 Euro dotiert waren. Ermöglicht wurde dies durch eine neue Partnerschaft: Die MOIN Filmförderung spendierte den Kinos mit dem neuen MOIN Kinobonus zusätzliche 100.000 Euro.

Man spürte die Begeisterung in der Luft. Kultursenator Carsten Brosda hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Kinos hervor, die mit Leidenschaft und Einsatz für eine „vielfältige und originelle Programmkinolandschaft“ sorgen. „Umso schöner, dass der oft sehr persönliche Einsatz der Kinoschaffenden ab diesem Jahr zusätzlich durch die Einführung des MOIN Kinobonus honoriert wird“, sagte Brosda und dankte der MOIN Filmförderung für dieses „Bekenntnis zum Kulturort Kino“.

Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung, betonte die wichtige Rolle der kleinen Häuser: „Die Programm- und Stadtteilkinos bilden das Herzstück der Hamburger Kinofilmbranche.“ Er lobte das Engagement, mit dem die Kinobetreibenden ein außergewöhnliches Filmrepertoire und kreative Formate anbieten.

Die Liste der Preisträger*innen liest sich wie eine Tour durch Hamburgs Viertel, die alle für ihre ganz eigene Filmkultur stehen. An der Spitze stehen mit jeweils 11.000 Euro das ABATON Kino in Rotherbaum, die Zeise Kinos in Ottensen und das 3001 Kino in der Sternschanze.

Jedes dieser Kinos hat seine eigene, ganz besondere Geschichte, die es zu einem festen Bestandteil seines Viertels macht. Das ABATON, eines der ersten Programmkinos Deutschlands, war schon immer ein Haus für anspruchsvolle Filmkunst und hat sich mit seiner langen Geschichte und den markanten Wandmalereien von Werner Nöfer in das kollektive Gedächtnis der Hamburger*innen gebrannt.

Die Zeise Kinos in Ottensen wiederum sind in einer ehemaligen Schiffsschraubenfabrik zu Hause. Der rustikale Industrie-Charme verbindet sich hier mit moderner Kinotechnik, und die großen Säle bieten auch Raum für Konzerte oder Poetry Slams. Und das 3001 Kino in der Schanze? Es ist eine kleine, aber feine Institution im Hinterhof der Schanzenstraße, bekannt für sein Arthouse- und Doku-Programm, oft in Originalfassung mit Untertiteln. Es ist genau diese persönliche Note, die diese Kinos so liebenswert macht.

Auch das Magazin Filmkunsttheater in Winterhude, wo die Verleihung stattfand, ist ein Unikat. Erbaut 1925, ist das denkmalgeschützte Kino heute das älteste, noch erhaltene und durchgehend bespielte Traditionshaus in Hamburg. Hier, wo es noch selbstgebackenen Kuchen gibt und der Charme der 1920er Jahre lebendig ist, fühlt man die Liebe zum Film mit jedem Meter roter Samtsessel.

Die Jury, bestehend aus der Hamburger Abendblatt-Redakteurin Anika Würz, Verleih-Geschäftsführer Björn Hoffmann und Kinobetreiber David Sprinz aus Lüneburg, entschied über die Vergabe. Dabei gingen die Preise an eine beeindruckende Breite an Häusern, von der Koralle Lichtspielhaus in Volksdorf bis zum legendären B-Movie auf St. Pauli. Das B-Movie, ein ehrenamtlich und gemeinnützig betriebenes Kino, das als Kulturinitiative seltene Perlen und vergessene Klassiker zeigt, erhielt den Kinopreis sowie den MOIN Kinobonus.

Der Sonderpreis der Kinopreise 2025 ging an die Initiative „A Wall is a Screen“, die das Kino aus dem Kinosaal herausholt und auf öffentliche Wände projiziert. Ein schönes Signal, das zeigt, dass Filmkunst in Hamburg überall stattfinden kann.

Die Hamburger Kinopreise, die von der Behörde für Kultur und Medien gemeinsam mit der MOIN Filmförderung vergeben werden, haben mit der neuen Förderung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mit 200.000 Euro wird das Herzstück der Filmkultur der Stadt gebührend gestärkt. Ein echtes Happy End für Hamburgs Kinos.

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Kurze Tage – kurze Filme https://www.tiefgang.net/kurze-tage-kurze-filme/ Fri, 13 Dec 2024 23:38:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11382 [...]]]> Am 21. Dezember 2024, dem kürzesten Tag des Jahres, kommt ganz Deutschland zum 13. Mal im abwechslungsreichen Kurzfilmuniversum zusammen. Auch in unserer Nähe.

Die unkonventionellste aller Filmformen feiert ihr unerschöpfliches Repertoire: Von Spiekeroog bis Lörrach begeistern mehr als 450 Veranstaltungen das Publikum in über 200 deutschen Städten und Gemeinden. Kurzfilme werden nicht nur in den Großstädten, sondern auch in vielen ländlichen Regionen zu sehen sein. Bereits in den Tagen vor dem 21. Dezember sind die ersten Events geplant.

Wir freuen uns über die tolle Reichweite des bundesweiten Events und über jede noch so kleine Kurzfilmveranstaltung, die ihr Publikum in den entferntesten Winkeln der Republik vor die Leinwand lockt und die Menschen zum Lachen, Nachdenken und Diskutieren bringt,“ betont Jana Cernik, Co-Geschäftsführerin der AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher Kurzfilm, die das Projekt KURZFILMTAG koordiniert.

Das diesjährige Fokusthema soll die Menschen näher zusammenbringen. Unter dem Motto „Banden bilden“ ruft der KURZFILMTAG dazu auf, gemeinschaftliche Momente zu erschaffen und zu erleben, sowie dazu, Verbindungen zu knüpfen und zu pflegen. Nicht zuletzt erinnert der Fokus 2024 daran, welche enormen solidarischen Kräfte Kunst und Kultur entfalten können.

So vielseitig das Programm, so abwechslungsreich auch die Spielstätten: Denn der KURZFILMTAG kann wirklich überall stattfinden: Kurze Filme sind nicht nur in vielen Kinos auf großer Leinwand, sondern auch in Museen, Cafés, Jugendzentren, Läden, Garagen, Fahrradwerkstätten, auf Bauernhöfen sowie online, im Fernsehen und an vielen anderen Orten zu sehen. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt!

In Hamburg ziegen das B-Movie, 3001-Kino, das Metropolis-Kino und Haus73 statt. Das Programm findet sich hier: kurzfilmtag-programm-hamburg

Wer nicht über die Elbe fahren will, findet aber auch z,.B. im Filmmuseum Bendestorf gutes Programm. In der Woche des kürzesten Tages des Jahres, am 18. Dezember 2024 um 19:00 Uhr, beteiligt sich das Filmmuseum Bendestorf am bundesweiten Tag des Kurzfilms mit Beiträgen aus semiprofessionellen Produktionen. Zum zweiten Mal hat Produzent Wolfgang Thomas ein spannendes Programm mit ausgezeichneten Kurzfilmen zusammengestellt. Kartenreservierungen erhalten Sie über die Homepage
Canada, in der arktischen Tundra hat der Autor Willi Grau aus der Schweiz die gewaltigen Eisbären aus nächster Nähe beobachten können. „Im Ruf der eisigen Herbstwinde“ wird der Besucher die Kälte zu spüren bekommen.
Gelobt sei „Mutter Ganges“, der ewige Fluss des Lebens in Indien. Gott Shiva ist allgegenwärtig in den Gesichtern der Gläubigen. Michael Preis aus Deutschland dokumentiert eindrucksvoll das Leben am zweitgrößten Fluss Indiens.
Wie bewältigt sie ihr Leben: „Reni“, Contergan geschädigt, in diesem Film 55 Jahre alt. Ungeschönt, doch mit viel Empathie von Josef Pettinger aus Deutschland gedreht. Eine ungewöhnliche Kamerabegleitung voller Emotionen, immer auf Augenhöhe.
Im Vulkangebiet der Insel Java findet der Autor Horst Gummersbach einen teuflischen Berg. „Die Männer vom Mt. Ijen“ sind täglich den giftigen Schwefeldämpfen ausgesetzt. Unter schwierigsten Bedingungen verdienen sich die überwiegend jungen Arbeiter ihren kargen Tageslohn.
Im äußersten Osten Russlands, auf der Halbinsel Kamchatka, brodelt es aus über 30 aktiven Vulkanen. Daraus entsteht auch „Der Fluss des Lebens“, an dem die Erwartungshaltung groß ist. Die braunen Bären warten auf die Lachswanderung, ihre Haupternährungsquelle des Jahres. Markus Beerli aus der Schweiz hatte dort seine speziellen Kontakte.
Die Metropole Manila auf den Philippinen platzt aus allen Nähten. Die Ärmsten der Armen müssen sich Überlebensplätze suchen. Urs Schadegg aus der Schweiz hat mit seiner Reportage „Die Fledermausmenschen“ besucht. Ein eindrucksvoller Bericht, wie er dichter nicht sein kann.

Dauer/Ablauf:
Dauer 90 Minuten; Moderation durch den Produzenten Wolfgang Thomas; Link zur Veranstaltung

Auch Buxtehude hat Programm kurzfilmtag-buxtehude oder auch Lüneburgkurzfilmtag-lüneburg

Alos: nutzt die kurzen tage für kurze Filme!

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Die Orte der Filmkunst https://www.tiefgang.net/die-orte-der-filmkunst/ Fri, 15 May 2020 22:25:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6903 [...]]]> Dass ein Kino doch etwas anderes ist als das heimische Sofa ist uns dieser Tage besonders bewusst. Um die Spielstätten zu Ehren wurden auch dieses Jahr Preise vergeben. Digital versteht sich.

In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Am Dienstagabend hat Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien, die Hamburger Kinopreise verliehen. In einer digitalen „Home Edition” wurden 15 Programm- und Stadtteil-Kinos für ihr Programmjahr 2019 ausgezeichnet. Sonderpreise gab es erstmals für die Initiativen „A Wall is a Screen”, „Flexibles Flimmern” und das Schanzenkino 73.

Traditionell trifft sich die Hamburger Filmbranche im Spätsommer zur Verleihung der Hamburger Kinopreise. Dieses Jahr ist einiges anders: Um den Hamburger Programm- und Stadtteilkinos in der Corona-Krise stärker und schneller unter die Arme zu greifen, wurden die mit rund 100.000 Euro dotierten Kinopreise bereits am Dienstagabend per Videochat verliehen. Bei der digitalen “Home Edition” kamen etwa 40 Kinobesitzer*innen und Filmschaffende aus dem Norden zusammen, unter ihnen Regisseur und Jurymitglied Lars Jessen sowie Filmfest Hamburg-Leiter Albert Wiederspiel.

Die vorgezogene Verleihung der Kinopreise ist Teil des Rettungspakets der Stadt Hamburg. Anfang April hatte der Senat bereits die „Kino Hilfe Hamburg“ in Höhe von 550.000 Euro ins Leben gerufen, um die Auswirkungen der Corona-bedingten Kino-Schließungen abzufedern.

Jana Schiedek, Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien: „Auch wenn wir uns leider derzeit nur digital treffen können, ist die diesjährige Kinopreisverleihung eine gute Gelegenheit, den wunderbaren Programmkinos der Stadt gerade jetzt für ihr Engagement zu danken. Neben der ‚Kino Hilfe Hamburg‘, leistet die vorgezogene Verleihung der Kinopreise auch einen Beitrag, um den Kinos durch diese schwierige Zeit zu helfen. Die diesjährigen Preisträger zeigen, wie innovativ und kreativ die Branche ist. Eigenschaften, die wir gerade in den kommenden Wochen brauchen werden, wenn es verstärkt darum geht, die Kinos auch dabei zu unterstützen, unter den neuen Bedingungen Filmkunst wieder zeigen zu können. Dabei stehen wir weiter an der Seite der Kinos.“

Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Mit der vorgezogenen Preisverleihung wollen wir den Kinos für ihre Arbeit danken und sie in der aktuellen Krise weiter unterstützen – so wie es viele Hamburger Kinofans mit Gutscheinkäufen oder Crowdfunding-Spenden bereits tun. Diese großartige Welle der Solidarität zeigt: Das Kino lebt! Ich freue mich mehr denn je auf ein baldiges Wiedersehen in den Hamburger Kinobetrieben.“

Neben den 15 prämierten Kinos wurden in diesem Jahr zum ersten Mal drei innovative und unkonventionelle Kinoinitiativen ausgezeichnet. Zu den Preisträgern zählen die Filmnächte „A Wall Is A Screen“, das mobile Kino „Flexibles Flimmern“ und das Schanzenkino 73, das mit seinem bilingualen Kopfhörer-Konzept im Kinosaal und als Open Air gleich in zwei Kategorien gewann.

Übersicht der Preisträger*innen:

  • Abaton, Rotherbaum: 13.000 Euro
  • 3001 Kino, Sternschanze: 13.000 Euro
  • Zeise Kinos, Ottensen: 10.000 Euro
  • Magazin Filmkunsttheater, Winterhude: 8.000 Euro
  • Studio-Kino, Altona-Altstadt: 8.000 Euro
  • Koralle, Volksdorf: 8.000 Euro
  • Savoy Filmtheater, St. Georg: 7.500 Euro
  • Alabama, Winterhude: 7.000 Euro
  • B-Movie, St. Pauli: 7.000 Euro
  • Passage Kino, Altstadt: 4.000 Euro
  • Lichtmeß-Kino, Ottensen: 4.000 Euro
  • Elbe Filmtheater, Osdorf: 3.000 Euro
  • Blankeneser Kino, Blankenese: 3.000 Euro
  • Filmraum, Eimsbüttel: 3.000 Euro
  • Schanzenkino 73, Sternschanze: 1.500 Euro

Übersicht der Sonderpreisträger*innen

  • Flexibles Flimmern: 3.000 Euro
  • A Wall Is A Screen: 3.000 Euro
  • Schanzenkino 73: 2.000 Euro

Über die Kinopreis-Jury:

Der Filmproduzent und Regisseur Lars Jessen („Wildes Herz“, „Fraktus“, „Dorfpunks“), die Kinobetreiberin Verena von Stackelberg (Wolf Kino, Berlin) und die Hamburger Filmjournalistin Britta Schmeis haben in diesem Jahr über die Vergabe der Hamburger Kinopreise entschieden. Die drei Branchenexpert*innen bilden die aktuelle Kinopreis-Jury.

Über die Hamburger Kinopreise:

Die Hamburger Kinopreise werden seit 1993 für qualitativ herausragende Filmprogramme oder andere Maßnahmen, die die Kinokultur fördern, an Hamburger Kinos und Abspielstätten vergeben. Initiator sind die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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