8. SuedLese Literaturtage – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 08 Jun 2023 13:50:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Ein Finale mit Krimi, Chaos bei Kaffee und Kuchen https://www.tiefgang.net/ein-finale-mit-krimi-chaos-bei-kaffee-und-kuchen/ Fri, 09 Jun 2023 22:34:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10027 [...]]]> Vier Wochen schon laufen die 8. SuedLese-Literaturtage und ließen den Süden Hamburgs zu einer wahren LiteraTour von Winsen bis Wilhelmsburg werden. Jetzt startet der Endspurt – und der hat es nochmal richtig in sich!

Die letzten Tage der SuedLese starten am Die., 13. Jun. um 19 Uhr im Rockclub Marias Ballroom, Lasallestr. 11, 21073 HH-Harburg. Geladen ist die Autorin von „Soulkitchen“, das als Film zum großen Hamburger Kultur wurde: Jasmin Ramadan – Auf Wiedersehen; Eintritt: 7,- €

Jasmin Ramadan Foto: Axel Anselm Woesleri

Vier Paare: vier Frauen und vier Männer in ihren Vierzigern, ihre Beziehungen in Scherben. In der Mitte des Lebens angekommen, müssen sie sich von der Idee unendlicher Jugend und Unsterblichkeit verabschieden. Nach einem traumatischen Ereignis, das sie verbindet, ist der Hamburger Freundeskreis beinahe zerbrochen. Doch als einer von ihnen spurlos verschwindet, finden die Übrigen langsam wieder zueinander. „Auf Wiedersehen“ erzählt am Leben entlang und steckt voller Details, die gekonnt den Zeitgeist einfangen. Oder, wie Philipp Tingler es in Klagenfurt formulierte: „(Auf Wiedersehen) spiegelt den mentalen Zustand einer Generation mit großer lakonischer Eleganz.“

Jasmin Ramadan, Jahrgang 1974, studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. 2009 gelang ihr mit ihrem Debüt „Soul Kitchen“, der Vorgeschichte zu Fatih Akins gleichnamigem Film, der Durchbruch. Es folgten zahlreiche Kurzgeschichten und drei weitere Romane, zuletzt „Hotel Jasmin“ (2016).

2020 eröffnete sie auf Einladung von Philipp Tingler mit einem Auszug aus Auf Wiedersehen den Wettbewerb um den Bachmann-Preis. Jasmin Ramadan lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg und schreibt die taz-Kolumne „Einfach gesagt“.

 

Mi., 14. Jun, 10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld; Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

Auch an diesem Mittwoch um 10 Uhr startet für Kinder ab 4 Jahren die „Fensterlesung“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Mi., 14. Juni, 20 Uhr, Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Doppellesung zweier Lokalmathador*innen: Ulrike Burbach – Weitester Himmel / Jan Christoph Nerger – Hamburg 4.0 – Die Bezirksmorde; Eintritt frei!

Zwei Harburger Autor*innen des AWS-Lit-Verlages präsentieren ihre neuen Bücher.

Ulrike Burbach, JG. 1962, geb. in Duisburg, führt uns in „Weitester Himmel“ in die Wüste, durch die der elfjährige Jan mit seinem Onkel und einer Handvoll Nomaden reist. In den US-Südwesten, wohin Malerin Carla nach dem Tod ihres Mannes flieht und Freundin Maleene sie zu einem neuen Leben verführt. Dies ist Hintergrund eines skurril poetischen Kaleidoskops sich drehender Fragen unserer Zeit … in eine Antwort hinein?

Ulrike Burbach tanzte schon als Kind und schrieb, studierte dann Germanistik, Politik und Philosophie, war freie Mitarbeiterin beim „Hamburger Abendblatt“, entwickelte später ihre „Moderne Primitive Malerei“, arbeitet bis heute an künstlerischen Projekten.  Bei awsLiteratur nach „StattGespenster“ nun ihr zweiter Titel.

In „Hamburg 4.0-Die Bezirksmorde“ ermittelt Kommissar Peter Yilmaz 2045 zum zweiten Mal. Der Bergedorfer und später auch der Altonaer Bezirksamtsleiter hätten anonyme Morddrohungen besser ernst genommen … Die Harburger Kollegin scheint vorangestellte Forderungen zu erfüllen: Sie erklärt ihren Bezirk wieder zur unabhängigen Stadt …

Jan Christoph Nerger, Jg. 1973 aus Hamburg, Erzieher, Bürokaufmann und Mitbegründer von awsLiteratur, bringt auch noch einmal Yilmaz‘ ersten Fall „Hamburg 4.0-Prantschaks Stadt“ mit. Beide Bücher zeigen eine überall innovative, wegweisende Metropole, ihre Schattenseiten und eine schaurige, politische Weltlage.

 

Samer Tannous (l) und Gerd Hachmöller (Foto: Kerstin Haase)

Mi., 14. Juni, 19.30 Uhr Kulturpunkt Moisburg (Amtshaus), Auf dem Damm 5, 21647 Moisburg

Samer Tannous / Gerd Hachmöller: Lebt ein Syrer in Rotenburg (Wümme); Eintritt: 6,- €

Als Samer Tannous samt Familie nach Rotenburg an der Wümme kam, ahnte er nicht, wie weit die kulturellen Unterschiede zwischen Syrern und Deutschen reichen, mit welchen Skurrilitäten er zu rechnen hatte. Nach einigen Jahren ist der Erstkontakt mit den Landsleuten nun zwar geglückt, doch hält das Leben Heimat noch immer jede Menge Überraschungen bereit. In den Texten schreiben Tannous und Hachmöller, was Helene Fischer mit Meinungsfreiheit zu tun hat, warum Schuhsohlen im deutschen Fernsehen unweigerlich zu Missverständnissen führen und was passiert, wenn ein syrischer Vater sich in Deutschland mit exotischen Vokabeln wie „Geburtsvorbereitungskurs“ auseinandersetzen muss. Unterhaltsam, aufschlussreich und unvergleichlich charmant.

Samer Tannous, Jg. 1970, wurde in Al-Bayda (Syrien) geboren, studierte in Nancy (Frankreich) und Damaskus französische Literatur und arbeitete als Dozent für französische Sprache und Literatur an den Universitäten Damaskus und Hama. 2015 kam er mit seiner Familie nach Deutschland und lebt seitdem in Rotenburg (Wümme).

Gerd Hachmöller, Jg. 1972, wurde in Celle geboren, studierte in Marburg und Hannover, arbeitete bei der Europäischen Kommission und ist heute Stabstellenleiter im Landkreis Rotenburg (Wümme) und dort unter anderem für Migration und Integration zuständig.

 

Mi., 14. Juni, 19.30 Uhr, Stellwerk, Bhf. HH-Harburg über Fernzuggleis 3, 21 079 HH-Harburg

Poetry Stellwerk-Slam; Eintritt: 6,- €

Alle zwei Monate richtet Arne Poeck im Stellwerk einen Poetry Slam aus. Es wird gedichtet, phrasiert, was das Zeug hält und neben Wortwitz erwartet Euch jede Menge Spaß und die Chance, mitzumachen.

Do., 15. Juni, 19.30 Uhr, Buchhandlung Hanstedt, Winsener Str. 7, 21 271 Hanstedt  

Kathrin Hanke – Heideangst, Eintritt: 6,- € (Kartenkauf oder Kartenreservierung nötig, da begrenzte Plätze)

Laut Schätzungen wird jeder sechste Mensch mindestens einmal im Leben gestalkt. Zwei Drittel davon sind Frauen. Ein Grund mehr für Autorin Kathrin Hanke, Stalking zum Thema in ihrem neuesten Heidekrimi zu machen. In ihm wird Alina Winkler von ihrem Exfreund auf Schritt und Tritt verfolgt. Lars Brückner stellt ihr nach, beobachtet ihre Wohnung, spioniert ihr hinterher, taucht an ihrem Arbeitsplatz auf, bombardiert sie mit Anrufen, Nachrichten und Geschenken.
Unter dem psychischen Druck bricht Alina bald zusammen. Dies ruft ihre Freundin, Oberkommissarin Katharina von Hagemann, auf den Plan, die nun ihrerseits und abseits von dem irritierenden Fall, der sie im Kommissariat auf Trab hält, Lars Brückner in seine Schranken weist. Doch der sieht rot und bringt Alina in seine Gewalt …

Kathrin Hanke wurde in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg machte sie das Schreiben zu ihrem Beruf. Sie jobbte beim Radio, schrieb für Zeitungen, entschied sich schließlich für die Werbetexterei und arbeitete zudem als Ghostwriterin. Ihre Leidenschaft ist jedoch das reine Geschichtenerzählen, wobei sie gern Fiktion mit wahren Begebenheiten verbindet. Daher arbeitet sie seit 2014 als freie Autorin in ihrer Heimatstadt. Kathrin Hanke ist Mitglied im Syndikat der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, sowie bei den Mörderischen Schwestern.

Fr., 16. Jun., 20 Uhr, Elbdeich e.V., Moorburger Elbdeich 249, 21079 HH-Moorburg

Ella Carina Werner – Man kann auch ohne Kinder keine Karriere machen; Eintritt frei / Spende erbeten

Mit den Jahren wird das Leben immer wunderbarer, vor allem als Frau: Nie mehr Schulsport, kaum noch schlechte Flirts und irgendwann, halleluja, das Ende der lästigen Bluterei in der Gestalt der Menopause. Um sich die Wartezeit bis zu diesem Fest zu verkürzen, stürzt die Satirikerin Ella Carina Werner beim Whisky-Tasting ab, zankt mit dem Onkel über Frauenfußball, tanzt berauscht auf dritten Hochzeiten und tritt am Ende das wagemutigste Abenteuer ihres Lebens an: ein Wellness-Wochenende mit der eigenen Mutter.

In den 26 rasanten Geschichten ihres Ende Mai erscheinenden Buches „Man kann auch ohne Kinder keine Karriere machen“ (Rowohlt Verlag) wird gelabert, geknutscht, gesoffen, gestritten und über die großen Fragen des Lebens nachgedacht – und Ella Carina Werner “outet sich als Feministin von höchsten Komikgnaden” (Hamburger Abendblatt).

Ella Carina Werner wuchs in einem ostwestfälischen Dorf als Tochter eines Psychologen und einer Bauchtänzerin auf. Bis 2021 war sie Redakteurin des Satiremagazins TITANIC, ist dort inzwischen Mitherausgeberin und schreibt die Kolumne „Rosen in Beton“. Außerdem ist sie Mitglied der Lesebühne “Dem Pöbel zur Freude” im Centralkomitee. 2020 erschien ihr gefeierter Geschichtenband “Der Untergang des Abendkleides” im Satyr Verlag.

Fr., 16. Juni, 19 Uhr, Filmmuseum Bendestorf, Am Schierenberg 2, 21227 Bendestorf

Mörderische Schwestern e.V. – Ladies Crime Night, Eintritt: 12,- €

Die Mörderischen Schwestern gehen über Leichen – aber nur auf dem Papier oder auf der Bühne. Ihre Geschichten sind humorvoll, blutig, dramatisch, tragisch, aber immer hochspannend…bis zum Sch(l)uss.

Bei der Ladies Crime Night tauchen mehrere Autorinnen jeweils auf eine bestimmte Zeit in die Welt des Verbrechens ein. Ist ihre Zeit abgelaufen, ertönt ein Schuss und schon betritt die nächste Autorin die Bühne. Umrahmt von ausgewählter Musik verspricht die Ladies Crime Night eine Menge Spannung und ist zudem ein Vergnügen für die Ohren.

Wer liest? Wir können gespannt sein auf Gesine Berg, Anja Gust, Kathrin Hanke, Franziska Henze, Anke Küpper, Bettina Mittelacher und Sabine Weiß

Kartenreservierung per Anruf oder E-Mail in der Buchhandlung Hanstedt und bei der Samtgemeindebücherei Jesteburg.

Sascha Hommer (Foto Kacper Zamarlo)

Fr., 16. Jun., 20 Uhr, Marias Ballroom – Comiclesung: Sascha Hommer – Insekt

Sascha Hommer – „Insekt“ (Comiclesung und “Making of”); Eintritt AK 7,- €

Der junge Pascal führt das ganz normale Leben eines Heranwachsenden: Er geht zur Schule, trifft sich mit Freunden zu Videospielen und mit einem Mädchen seiner Klasse kündigt sich eine erste Liebschaft an. Allerdings liegt seine Heimatstadt unter einer dichten Rauchglocke, was nicht nur Pascals Sicht behindert. Als er das erste Mal in seinem Leben mit seiner Mutter aufs Land fährt, wundert er sich, dass die Welt jenseits der Stadtgrenzen ganz anders aussieht – hier gibt es keinen Rauch, und auch seine Mutter scheint irgendwie verändert. Bald darauf muss Pascal einsehen, dass er sich von seinen Spielkameraden auffallend unterscheidet; im Schutz des Rauches war es niemandem aufgefallen, dass er in Wirklichkeit ein Insekt ist…

Sascha Hommer (Jg. 1979) hat sein Debut bereits 2006 veröffentlicht – im Jahr 2021 haben die polnischen Trickfilmer von Yellow Tapir Films das Buch als halbstündige Animation adaptiert. Wie es zu dem Buch gekommen ist und wie schließlich zu dem Film, was er heute über den Stoff denkt und welche Entwicklung die Comics und Graphic Novels in Deutschland in den letzten fünfzehn Jahren gemacht haben wird Sascha Hommer mit einer Comiclesung und einem Vortrag zum Making-Of präsentieren.

Fr., 16. Juni, 19 Uhr, Marstall Winsen, Schloßplatz 11, 21423 Winsen (Luhe)

Sabine Lehmbeck – Dorf, Stadt, Fluss; Eintritt: 5,- €

„Ein bisschen Büttenwarder, ein bisschen Bullerbü und ganz viel knallhartes und schönes Leben im Deutschland der letzten 50 Jahre: Der neue Roman von Sabine Lehmbeck“

Das Landleben mit Neugierde und Humor betrachtet und mit einer guten Portion Stadtluft gewürzt. Ela Brockmeyer ist zwar immer mal wieder in Städten wie Gelsenkirchen, Berlin oder Weimar zu Gast, doch ihr Dreh- und Angelpunkt ist seit 50 Jahren das kleine Dorf Olde bei Hamburg und erlebt verrückte, traurige und lustige Dinge, die sie eines Tages aufschreibt. Elas extrovertierte Tante Tilda liest das Manuskript und bespricht es am Ende eines jeden Kapitels mit ihrer Nichte. Tante Tilda analysiert messerscharf, ist oft arrogant, gibt aber auch hilfreiche Überlebenstipps.

Sabine Lehmbeck, Jahrgang 1969, lebt seit ihrer Geburt auf dem Land in Niedersachsen vor den Toren Hamburgs. Sie ist gelernte Buchhändlerin, spricht gerne und viel über Bücher und wollte schon immer einen Roman schreiben. Die Autorin reist gerne in kleinere und größere Städte und beobachtet meist mit viel Vergnügen und Neugierde Menschen, Ereignisse und Sehenswürdigkeiten.

Die Lesung wird von der Stadtbücherei Winsen (Luhe) ausgerichtet.

Zum Mitmachen

So., 18. Jun., 15-18.45 Uhr, VHS Harburg; Online-Kursus: Anja Eßelborn – Eine schöne Handschrift kann man lernen; Kursnummer: 0192SHH74, Gebühr: 31,- €

Der Handlettering Online-Kurs für Neulinge bietet Grundlegendes zur Technik und viel Anregung für eigene Gestaltungen. Sie lernen das Schreiben mit Brushpens / Pinselstiften kennen und entwickeln Ihre ersten Handlettering-Schriftbilder. Lettern Sie schwungvolle Schriftzüge für Postkarten, Glückwünsche usw.

Bitte bereithalten: Glattes, weißes Papier mind. 100g stark (normales Kopierpapier von 80g ist nicht geeignet), Brushpen, Fineliner, Lineal, Bleistift, wer mag Farb- und Filzstifte.
Es werden Übungsblätter zur Verfügung gestellt, die ausgedruckt werden können. Dieser Online-Kurs findet mit ZOOM Meeting statt (www.zoom.us). Der Link zum Kurs wird frühestens zwei Tage vor Kursbeginn per E-Mail mitgeteilt.

Die Kursleitende Anja Eßelborn ist seit 2020 bei der VHS, Illustratorin und unterrichtet seit 2012 u.a. für mehrere Volkshochschulen zu verschiedenen künstlerischen Themen. In ihren Kursen zeigt sie, dass alle kreativ sein können, wenn sie die passende Technik für sich entdeckt haben und das in jeder Altersgruppe. www.illustrationsdesign-anja-esselborn.de

 

So., 18. Juni, 10-13 Uhr – VHS-Harburg; Online-Kursus: Bina Noss – Schreibwerkstatt: Schreibzeit – Inspiration, Impulse, Feedback; Kursnr. N10554MMW05; Gebühr: 25,- €

Kompakt und komprimiert – drei Stunden gemeinsam kreativ schreiben mit konkreten Impulsen, unsere Texte vorlesen, die Texte der anderen hören, uns gegenseitig inspirieren. Die praktischen Schreibübungen helfen uns, die handwerklichen Fähigkeiten des Kreativen Schreibens weiterzuentwickeln und neue Anregungen zu erhalten.
Dieser Online-Kurs findet mit ZOOM Meeting statt (www.zoom.us). Der Link zum Kurs wird zwei Tage vor Kursbeginn per E-Mail mitgeteilt.

Bina Noss studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Audiovisuelle Medien. Sie arbeitet als freie Künstlerin und Theaterpädagogin in Hamburg und NRW. Bei der VHS Hamburg bietet sie seit Corona verschiedene Online-Schreibkurse an.

So., 18. Juni, 16 Uhr, Café Deichdiele, Veringstr. 156, 21107 HH-Wilhelmsburg

Christoph Rommel / Jürgen Schöneich – Krimi, Kaos, Kaffee, Kuchen; Eintritt frei / Spende erbeten!

Kennengelernt haben sie sich beim Wilhelmsburger Schreibprojekt “Wörter an die Macht”: Jetzt wagen sich die beiden Meister des Skurrilen gemeinsam auf die Bühne der Deichdiele und versprechen gute Unterhaltung statt Langer Weile.

In den Geschichten und Gedichten von Christoph Rommel geht es um die beiden großen Menschheitsfragen: Sind denn alle irre? Und: Bin nur ich normal? So auch im neuen, noch unveröffentlichten Kriminalroman “Veringstraße”. Ein Mann namens Winter, der in dieser Straße lebt, hat plötzlich sehr viel Geld. Das Geld gehört ihm allerdings nicht. Die Eigentümer wollen es natürlich zurück, Winter es behalten und Frau Lenz, die einen klaren Durchblick hat, hilft ihm. Natürlich ist das nicht einfach und kostet einigen Menschen das Leben.

Jürgen Schöneich, auch unter dem Namen “berlinermax” auf Slambühnen unterwegs, ist bekannt dafür, dass man nie weiß, was kommt, aber immer ist es ziemlich unterhaltsam. Es geht um Themen wie Austern, Achterbahnen, Legehennen, Bushaltestellen, Klimawandel, Garten-Buddhas, Kopf-Amputationen, Museen und einiges mehr. Seine skurrilen kurzen Texte sind voller Humor und haben manchmal unerwarteten Tiefgang. Meistens sehen sie die Realität aus einer ganz überraschenden Perspektive. Sie sind für die Bühne geschrieben und werden mit vollem Stimm- und Körpereinsatz vorgetragen.

Für das leibliche Wohl sorgt die Deichdiele mit Kaffee & Kuchen.

So., 18. Juni, 16 Uhr, Heimathaus Jesteburg, Niedersachsenplatz 5, 21266 Jesteburg

Heike Meckelmann (Foto: Oliver Franke)

Heike Meckelmann – Küstengruft; Eintritt: 6,- €

Die Kommissare Westermann und Hartwig werden zu einem Bootsunfall gerufen. Ein Fischkutter ist vor der Insel im Belt explodiert. Schnell offenbart sich: Das war kein Unfall, sondern ein Mordanschlag. Doch wer hatte es auf den Schiffseigner abgesehen und warum? Hat die Tat etwas mit dem Bau des Fehmarnbelttunnels zu tun? Seit Jahren stehen sich Gegner und Befürworter des Großprojekts unversöhnlich gegenüber. Als eine zweite Detonation die Insel erschüttert, geraten die Insulaner und Besucher in Panik. Der Täter droht mit weiteren Anschlägen. Westermann und Hartwig, mit den Geschehnissen überfordert, bitten das LKA Kiel um Unterstützung. Die gemeinsame Jagd auf ein Phantom beginnt.

 Heike Meckelmann wurde nahe Elmshorn geboren und lebt seit mehr als 30 Jahren auf der Insel Fehmarn. Sie hatte einen Friseursalon und Hochzeitsagentur, arbeitete als Fotografin und Sängerin und betrieb mit ihrer Familie eine Pension, die sie jetzt aufgaben, damit sich Heike Meckelmann nur noch dem Schreiben widmen kann. Seit 2016 arbeitet sie als freie Autorin auf Fehmarn und schreibt Kriminalromane, die überwiegend auf der Insel spielen, sowie Reiseliteratur.

Die Lesung wird von der Gemeindebücherei Jesteburg veranstaltet.

 

So., 18. Jun., 16 Uhr, Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Str. 9, 21 075 HH-Heimfeld

Katrin Seddig – Nadine; Eintritt: 5,- €

Schritte auf den Gehwegplatten, Läuten an der Tür. Gerade noch begann ein ganz normaler Abend, dann plötzlich ist alles anders. Mizzi ist tot. Vor den Zug gesprungen.

Nadine versucht zu begreifen, was passiert ist mit ihrer Tochter, die sie nie wirklich verstanden hat. Und je mehr sie nachbohrt, auch in sich selbst, desto größer wird ihre Wut. Auf ihre kühl gewordene Ehe und ihren Mann Frank. Auf ihren pflegebedürftigen, früher so herrschsüchtigen Vater. Auf Mizzis apathischen Mann Jonas und auf Christian, Nadines Chef, einen mittelmäßigen Anwalt. Und als Nadine dann erfährt, dass Mizzi einen heimlichen Liebhaber hatte, der irgendwie in alles verstrickt sein muss, explodiert in ihr eine Bombe. Nadine wirft einen gnadenlosen Blick auf ihr Leben und erkennt endlich die Rolle, die sie darin als Tochter, Ehefrau, Mutter einnahm. Sie wollte es immer allen recht machen, hat immer nach den Regeln gespielt. Das ist jetzt vorbei. Mizzi ist tot, und Nadine will Rache.

Mit brillanter Beobachtungsgabe erzählt Katrin Seddig von einer Frau, die der Welt den Kampf ansagt – fesselnd wie ein Thriller, tragikomisch und herrlich boshaft.

Katrin Seddig, geboren in Strausberg, studierte Philosophie in Hamburg, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. 2010 erschien «Runterkommen», 2012 «Eheroman», 2017 «Das Dorf» (2017) sowie 2020 der Roman «Sicherheitszone» (2020), für den Seddig mit dem Hamburger Literaturpreis und dem Hubert-Fichte-Preis ausgezeichnet wurde.

Und damit endet die 8. SuedLese mehr als fulminant, führte zu 40 Orten und gut 100 Autor*innen, von Winsen bis Wilhelmsburg, vom Club bis zur Kate.

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

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Odessa oder unter Palmen aus Stahl https://www.tiefgang.net/odessa-oder-unter-palmen-aus-stahl/ Fri, 26 May 2023 22:00:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10007 [...]]]>

Museum, Seniorenheim, Pub oder Poetomat – die SuedLese Literaturtage lassen weder Orte noch Themen aus …

Die 8. SuedLese-Literaturtage ist eine mehr als vierwöchige LiteraTour durch den Süden Hamburgs.

Die dritte Woche beginnt mit einer literarischen Metapher der bekannten Autorin Anna Warner an einem Literaturfans bisher unbekannten Ort: einem Nachbarschaftstreff in Hamburg-Eißendorf.

Foto: Katharina Bodmann

Die., 06. Jun., 18 Uhr: Nachbarschaftstreff B21, Beerenhöhe 21, 21077 HH-Eißendorf

Anna Warner – Normalhöhe Null; Eintritt frei – Spende erwünscht! Anmeldung erforderlich unter: Tel 040/76404-0 oder a.schwenke@ebv-harburg.de

Jeder Sturm bringt Veränderung und Not schweißt zusammen: In einer leerstehenden Villa an der Ostsee, an einer mecklenburgischen Steilküste, treffen die kühle Nora, als Bauingenieurin spezialisiert auf Abrisse, und die überschwängliche Künstlerin Peggy, die Skulpturen aus dem errichtet, was das Meer anspült, aufeinander. Hier, in einem ehemaligen Strandhotel, suchen sie Zuflucht. Doch die Steilküste bricht ab, immer näher kommt der Abgrund dem Haus, und ein paar höchst eigenwillige Gäste tauchen auf und bleiben. Notgedrungen raufen sich die beiden unterschiedlichen Frauen zusammen. Ihre Vergangenheit holt sie jedoch auch hier ein, und es stellt sich die Frage: Was gibt Halt im Leben?

Und was ist eigentlich ein Zuhause? Eine poetische Geschichte über die Suche nach den Fundamenten im Leben.

Anna Warner lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe von Buxtehude, studierte Germanistik und Ethnologie und promovierte Bremen im Fach Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie. Sie liebt die Küste und das Meer und schreibt am liebsten Romane, die in der Natur Norddeutschlands spielen.

 

Foto Simone Hawlisch

Am selben Tag lädt aber auch der Landkreis nach Stelle zur Lesung der bereist viel gefierten Romandebütantin Irina Kilimnik.

Die., 06. Juni, 19.30 Uhr, Gemeindebücherei Stelle, Unter den Linden 18b, 21435 Stelle

Irina Kilimnik – Sommer in Odessa; Eintritt frei -Spende erbeten

Olgas Familie wäre ein reines Frauenhaus, gäbe es da nicht den launischen Großvater, einen Möchtegern-König, der „seine“ Frauen nach seiner Pfeife tanzen lässt. Ihm verdankt Olga auch das ungeliebte Medizinstudium – sein Auftrag an sie als letztgeborenes Mädchen, und wären da nicht ihr indischer Kommilitone Radj und die beste Freundin Mascha, die Abwechslung in Olgas Leben bringen, wäre der öde Unialltag noch öder gewesen. Doch dann taucht Opas alter Freund David auf und hat ein lang gehütetes Geheimnis dabei, das die Familienordnung ordentlich durcheinanderbringt. Ist es Olgas Chance, aus ihrem Leben auszubrechen?

Irina Kilimnik, Jg. 1978, in Odessa in der Ukraine geboren, und kam mit fünfzehn Jahren nach Deutschland, wo sie später Humanmedizin und Mediapublishing studierte und lebt heute in Berlin. Sie ist Autorin zahlreicher Essays, Buchrezensionen und Kurzgeschichten, war Teilnehmerin am 18. Klagenfurter Literaturkurs und beim MDR-Literaturwettbewerb mit zwei Preisen ausgezeichnet. „Sommer in Odessa“ (Kein & Aber) ist ihr erster Roman.

 

Mi., 07. Jun, 10 Uhr: Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Dr. Barbara Kranz-Zwerger – Mitmach-Lesung: Jules Vernes 20.000 Meilen unter den Meeren – mit Wasserexperimenten

Geeignet für das Alter 7 bis 10 Jahre (eine Grundschulklasse). Eintritt frei. Dauer: 90 Minuten.

Der Roman von Jules Verne bildet den Rahmen für unsere Experimente. Wir untersuchen, was schwimmt und was sinkt und warum das so ist. Wir machen „Wasser- und Eisberge“, schauen uns die „Haut des Wassers“ ganz genau an und bauen Boote und/oder Bojen.

Mi., 07. Jun, 10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Auch an diesem Mittwoch um 10 Uhr startet für Kinder ab 4 Jahren die „Fensterlesung“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

Ebendort um 18 Uhr liest aber auch der Harburger Autor Klaus Wehmeyer aus seinem neuen Buch „Gänsehautmomente“; Eintritt frei – begrenzte Plätze!

Das vorliegende Buch enthält Erinnerungen von Klaus Wehmeyer an 14 Ereignisse aus den letzten 70 Jahren. Viele haben aus heutiger Sicht historische Bedeutung für unser Land, manche sogar für die Welt. Diese haben sich beim Harburger Autoren eingebrannt, ihn emotional betroffen gemacht. Ein Geschichten- und Geschichtsbuch gleichermaßen. 1954, die Fußballweltmeisterschaft, der Ungarnaufstand und die Suez-Kanal-Krise 1956, der Bau der Berliner Mauer 1961, die Sturmflut in Hamburg 1962, Kuba-Krise und die Angst einer atomaren Auseinandersetzung.  Der Tod John F. Kennedys, das Konstruktive Misstrauensvotum 1972 gegen Kanzler Brandt. Einer der Höhepunkte ist die Geschichte „Gefesselt vor Karstadt“, in der das zufällige Hineingeraten des Autors in einen Polizeieinsatz und seine Folgen während der aufgeheizten Zeit der RAF-Anschläge beschrieben werden …

Sehr persönliche Eindrücke fließen in weltgeschichtliche Umstände und geben dem Globalen was Lokales …

Klaus Wehmeyer, Jg. 1947, lebt in Hamburg-Harburg, war Lehrer an Schulen in Hamburg und im Ausland. Als Kind machte er viele Reisen auf den Schiffen seines Vaters, dadurch entstand sein Interesse an der Seefahrt und debütierte als Autor bei der 7. SuedLese 2022.

Am Do., 08. Jun., um 19 Uhr führt die LiteraTour dann preisgekrönte Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 HH-Harburg. Dort liest dann die ebenso 2017 mit dem Delia-Preis gekürte Autorin Katrin Burseg aus ihrem neuen Roman Adas Fest; Eintritt: 12,- €

Katrin Bursegs Faible für Geschichte und Geschichten ließ sie Kunstgeschichte, Literatur und Romanistik studieren. Sie arbeitete als Journalistin, begann dann, Romane zu schreiben und erreichte mit »Unter dem Schnee« ein großes Publikum. In Norddeutschland aufgewachsen und in Hamburg zu Hause, hat sie sich schon früh für die Ozeane und den Klimawandel interessiert. Die damit einhergehenden Folgen für die Küstenregionen und die dort lebenden Menschen haben sie zu diesem Roman inspiriert.

Der Roman: Ein Strandhaus an der französischen Atlantikküste mitten im Sommer. Doch der schöne Schein trügt. Der ansteigende Meeresspiegel verschlingt die Küste, und auch ‚Les Vagues‘, an das die 74-jährige Ada vor vielen Jahren ihr Herz verloren hat, droht bei einem der nächsten Herbststürme ins Meer zu kippen. Ein letztes Mal noch möchte Ada ein rauschendes Fest feiern: in Erinnerung an ihren Mann, den berühmten Maler Leo Kwant, zusammen mit ihren Kindern, Freunden von früher und Vincent, dem Restaurantbesitzer aus dem Ort. Als die erwachsenen Töchter mit eigenen Sorgen anreisen, entgeht ihnen zunächst, dass Ada und Vincent etwas verbindet, das mit der Vergangenheit zu tun hat. Doch was Ada all die Jahre vor ihnen verheimlicht hat, ist so aufwühlend und tiefgreifend zugleich – es wird ihrer aller Leben für immer verändern.

Ganz anders spielt es sich zeitgleich um 19 Uhr in der Fischhalle Harburg, Kanalplatz 6, 21079 HH-Harburg ab. Dort geht es mit dem Autoren Achim Bogdahn auf Reise „Unter den Wolken“. Eintritt: 15,- €

Bayern hat die Zugspitze, Hessen die Wasserkuppe, aber hat Hamburg einen höchsten Berg? Ja, den Hasselbrack in den Harburger Bergen, 116,2 Meter hoch. Und wie hoch ist der höchste Gipfel Bremens? 32,5 Meter – die Erhebung im Friedehorstpark. Achim Bogdahn hat sich auf eine Reise durch Deutschland gemacht und die höchsten Berge aller 16 Bundesländer erklommen. Damit er nicht alleine wandert, hat er bekannte Menschen aus den jeweiligen Regionen eingeladen, ihn zu begleiten. Aus diesen Wanderungen ist ein Buch entstanden – ein Buch über Deutschland, über Begegnungen und Gespräche, über Menschen und über das Leben – mit vielen Umwegen, Anekdoten und Exkursen.

Achim Bogdahn wurde 1965 in Erlangen geboren, wuchs in München auf und arbeitet als Radiomoderator beim Bayerischen Rundfunk/Bayern 2. Er hat in München, Berlin und Glasgow Evangelische Theologie studiert, war Sänger der Band „Isar 12“ und er ist glühender Fan des TSV 1860 München (weswegen in seinem Pass hochoffiziell der Künstlername „Sechzig“ steht). Er hat als Schauspieler gearbeitet („Trautmann“), er ist geprüfter Fußballschiedsrichter, er spricht ein bisschen Dänisch und er liebt es, mit dem Zug zu fahren. »Unter den Wolken« ist sein Debüt.

Wieder für Kinder geht es am Fr., 09. Jun., um 15.30 Uhr zur Piratenlesung mit Kinderbuchautorin Julie Bender in die Gemeindebücherei Stelle, Unter den Linden 18,b, 21 435 Stelle

Eintritt frei! Eine Anmeldung erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. buecherei@gemeindestelle.de oder 04174/6158

Die bekannte Autorin Julie Bender stammt aus Maschen und liest im Rahmen der 8. Suedlese-Literaturtage in Stelle. Bender hat jede Menge witzig-abenteuerliches Seemannsgarn im Gepäck. Die Lesung bietet Kindern eine einzigartige Gelegenheit, in die Welt der Seeräuber, Schiffe und Abenteuer einzutauchen. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entern und kommt mit auf große Fahrt!

Ein Highlight der Veranstaltung ist die Verkleidungsaktion für Kinder. Jedes Kind, das verkleidet zur Lesung kommt, erhält ein kleines Geschenk.

Julie Bender ist erfahrene Kinderbuchautorin und veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher, die von Kindern und Eltern gleichermaßen geliebt werden. Die Lesung bietet eine Gelegenheit, die Autorin kennenzulernen und Fragen zu ihrem Werk zu stellen.

Foto: Julia Schwendner

Der im letzten Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Autor Dominik Bloh ist dann am Fr., 09. Jun., 19 Uhr: ContraZt e.V./ Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Str. 9, 21075 HH-Heimfeld zu Gast und liest aus seinem Bestseller „Unter Palmen aus Stahl“. Eintritt frei, Spende erwünscht!

Das Elternhaus war schwierig, und als die Großmutter starb, folgte der freie Fall. Dominik Bloh war noch ein Teenager, als seine Geschichte auf den Straßen Hamburgs begann. Mehr als ein Jahrzehnt schlief er immer wieder auf Bänken oder Brücken – und versuchte, trotz Hunger, Kälte und Einsamkeit ein Maß an Normalität aufrecht zu erhalten. Zwischen Schule, Hiphop und Basketballplatz.

In „Unter Palmen aus Stahl“ erzählt Dominik Bloh in eigenen Worten, wie das Leben ganz unten in Deutschland spielt. Und wie er sich herausgekämpft hat. Ein Buch, das auch vom Mut handelt und von der Courage, sich und sein Leben zu ändern. Dominik lebt heute in einer kleinen Wohnung und hat einen Job. Sein Buch wurde bundesweit zu einem Erfolg und vor allem gesellschaftlichen Thema.

Dominik Bloh, Jahrgang 1988, lebte elf Jahre lang immer wieder auf den Straßen von Hamburg. Durch den Erfolg seines Buches initiierte er das Projekt „Duschbus“, damit Obdachlose sich kostenlos waschen können. Dafür erhielt er Ende 2022 das Bundesverdienstkreuz.

Die Lesung war schon 2020 im Programm der damaligen 5. SuedLese und musste dann coronabedingt ausfallen. Zum Glück tat es dem Erfolg des Buches keinen Abbruch!

Zu einem besonderen Literaturevent geht es am Sa., 10. Juni, nach Wilstorf.  Um 18 Uhr startet dort am Bücherschrank Rosentreppe das spontane Bücherhappening „Sehr kühn!“

Vorab: 14 – 17 Uhr – Schreibwerkstatt für die anschließende Lesung „Sehr kühn!“

Kosten Schreibwerkstatt 5 Euro. Anmeldung erforderlich unter post@kulturundmehr.org

Happening am Bücherschrank: Eintritt frei!

Der Ort: Der Bücherschrank ist beliebt und bekannt rund um die Rosentreppe in Wilstorf. Bücher werden gebracht, vor Ort angelesen, mitgenommen und mit neuen alten Büchern ausgetauscht. Mit den SuedLese-Fans wird er zu besonderem Leben erweckt.

„Sehr kühn!“, erwidert sie, als Frank ihr die Lösung vorschlägt. Das könnte ein Satz aus einem Buch im Bücherschrank an der Rosentreppe sein.

Die Schreibwerkstatt vorab: Wir greifen uns spontan Bücher aus dem Regal und erfinden Fortsetzungen, Schnappschüsse oder unsere wahre Geschichte dazu. Wir lassen unserer Phantasie freien Lauf! Begleitet werden die Mitmachenden von der Autorin Bärbel Wegner und Jörn Waßmund, Leiter von Schreibprojekten und Regisseur wie auch Projektleiter der 8. SuedLese – spielerisch und unterhaltsam. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, nur Spaß am Schreiben. Die Werkstatt findet dann im benachbarten Stadtteilbüro statt.

Die Lesung: Aus den Ergebnissen der Schreibwerkstatt präsentieren die Teilnehmenden ihre Texte direkt am Bücherschrank als spontanes Bücherhappening. Für literarische Überraschungen wird gesorgt!

Sa., 10. Jun., 18 Uhr: Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21107 HH-Wilhelmsburg

Kristina Hauff – In blaukalter Tiefe; Eintritt: 10,- € / erm. 8,- €

Zwei Paare, ein Skipper und ein wildromantischer Segeltörn in den schwedischen Schären: In der Ehe von Caroline und Andreas läuft es nicht rund. Die von Andreas initiierte Reise soll wieder frischen Wind in die Beziehung bringen. Um die Stimmung etwas zu lockern, sind Andreas‘ jüngerer Anwaltskollege Daniel und dessen Freundin Tanja mit an Bord. Als das Boot bei sonnigem Wetter die Küste verlässt und die Champagnergläser klingen, ahnen die Paare nicht, dass dieser Törn schon bald ihre vermeintlichen Sicherheiten ins Wanken bringen wird. Denn so wie die See rauer wird, zeigen sich schnell die verborgenen Konflikte der Passagiere, und der undurchschaubare Skipper Eric sorgt für zusätzliche Anspannung an Bord. Als in einer folgenschweren Nacht ein gefährlicher Sturm losbricht und das Schiff in Seenot gerät, fallen die Masken und zurück bleiben nur noch vier Menschen.

Hauff wurde am Niederrhein geboren, arbeitete als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und am Theater. Unter ihrem echten Namen Susanne Kliem schreibt sie erfolgreiche Kriminalromane. Ihr letzter Roman Unter Wasser Nacht stand neun Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Kristina Hauff liebt das Segeln auf der Ostsee und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Nun ihr neuer Roman!

Die 3. SuedLese-Woche schließt dann in HH-Neugraben mit einer Doppellesung zweier Lokalmathadoren.

So., 11. Jun., 17 Uhr: JoLa Kulturhaus Süderelbe, Am Johannesland 2, 21149 HH-Neugraben

Christoph Rommel – Abgründe und andere Gründe / Conny Schramm – Mein ungebügeltes Leben; Eintritt frei / Spende erwünscht!

Zwei lokale Autor*innen laden ein: In den Geschichten und Gedichten von Christoph Rommel geht es um die beiden großen Menschheitsfragen: Sind denn alle irre? Und: Bin nur ich normal? Täglich, stündlich, eigentlich dauernd werden von uns Entscheidungen erwartet, die wir schnell und richtig zu treffen haben. Zwangsläufig muss es dabei zu ständigen Fehlern und Irrtümern kommen, selten wird etwas richtig gemacht.

Der Autor sieht es als seine Aufgabe an, den Katastrophen und Ungereimtheiten des Alltags literarisch nachzuspüren. Wenn er dabei auch etwas Komisches entdecken kann, teilt er dies mit. Wenn nicht, dann nicht. Groteskes, Gemeines und Gewöhnliches aus Gegenwart und Geschichte kommen zur Sprache.

Conny Schramm wurde 1965 in Potsdam geboren, nur drei Kilometer von der Grenze zu Westberlin entfernt – drei Kilometer, die ihr Leben nachhaltig beeinflussten. Hin- und hergerissen zwischen christlichem Elternhaus und „real existierendem Sozialismus“ in Schulalltag und Ausbildung, wurde dieser Spagat mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Sinnfreie Wachdienste an der Fachschule oder nächtliche Geländeübungen im Lager für Zivilverteidigung ließen sich nur mit viel Humor ertragen; anderes, wie etwa der wegen der „kirchlichen Bindung“ der Familie zunächst verweigerte Zugang zur weiterführenden Schule, erforderte heftigen Protest. Vom aufmüpfigen Kind entwickelte Conny Schramm sich zur kritischen Regierungsgegnerin. Eine authentische Lebensgeschichte, originell erzählt und in zahlreichen Episoden treffsicher auf den Punkt gebracht.

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

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Janesch, Böttcher und ein Poetomat! https://www.tiefgang.net/janesch-boettcher-und-ein-poetomat/ Fri, 19 May 2023 22:45:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9981 [...]]]> Museum, Seniorenheim, Pub oder Poetomat – die SuedLese Literaturtage lassen weder Orte noch Themen aus …

Die 8. SuedLese-Literaturtage ist eine mehr als vierwöchige LiteraTour durch den Süden Hamburgs. Am 31. Mai geht sie in die dritte Woche und führt zu spannenden Orten.

Mi., 31. Mai, 10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Jeden Mittwoch um 10 Uhr starten für Kinder ab 4 Jahren die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

Mi., 31. Mai, 19 Uhr, antikyno, Neue Str. 35a, 21073 HH-Harburg

Jens Böttcher – Das Leben ist sinnlos, wenn Du nicht liest

Uns erwartet ein tiefgründiger, unterhaltsamer, humorvoller und poetischer Abend mit Texten u.a. aus Boettchers neuem Buch „Das Leben ist sinnlos, wenn du nicht liebst“. Überdies stehen die Veranstaltungen des Hamburger Künstlers derzeit unter dem Motto „Versöhnungstheorien“, die der gesellschaftlichen Spaltung und der inneren Ohnmacht von uns allen angesichts der Herausforderungen des Lebens, ganz deutlich etwas entgegensetzen möchten – nämlich Hoffnung und Vertrauen in die Kraft der Liebe und des friedvollen Miteinanders. So schreibt Böttcher selbst über seine Lesungen und Konzerte in diesen Tagen: „Ich habe mir vorgenommen, bei den kommenden Veranstaltungen zu thematisieren, was da gerade mit uns und in uns allen geschieht. Weil es höchste Zeit wird, dass wir auch miteinander ins friedvolle Gespräch kommen.“

Jens Böttcher ist Musiker, Schriftsteller und Fernsehschaffender („Extra3“, „Tiefsehtauchen“) und neuerdings auch als kreativer Lebensberater tätig, aber auch ein eigenwilliger und feinsinniger Poet, dessen Musik, CDs, Lesungen und Bucher die Herzen und die Seelen der Hörer und Leser immer wieder tief berühren. Sein neues Buch „Das Leben ist sinnlos, wenn du nicht liebst“ ist eine lyrische Hymne auf die Liebe, somit auch eine Einladung an uns alle zur Ruckbesinnung zu respekt- und liebevollem Umgang miteinander.

Der Eintritt ist frei, Spenden aber erwünscht!

Und da manche Literaturfans es selbst nicht mehr zu den Lesungen schaffen, kommt die Literatur eben zu ihnen. So am Do., 01. Juni, 16 Uhr, ins Seniorenpflegeheim domicil, Petersweg 3-5, 21075 HH-Heimfeld. Dort lesen gleich drei Autoren aus ihrer neuen Geschichtensammlung „Als das Leben noch perlte“.

Insgesamt sechs Hamburger Autoren haben in einem Sammelband und auf unterhaltsame Weise ihre Erinnerungen an ihre frühen Jahre vor allem in Harburg zu Papier gebracht. Erzählungen und Erlebnisse, als das Leben noch perlte. Für die Autoren beruhen ihre Erzählungen auf eigenen Erlebnissen, sie berichten über die Jahre, als für sie das Leben noch frisch und prickelnd perlte, eine Zeit, als für sie alles begann.

Es handelt sich um die Suche nach der eigenen Lebensgeschichte, um erste Erfahrungen von Glück und Unglück, Erfolg und Misserfolg, um Geborgenheit, aber auch um Einsamkeit in Kindheit und früher Jugend. Überdies künden die autobiografischen Texte auch von Lebenskunst und Liebesdingen in der Bundesrepublik der fünfziger und sechziger Jahre. Drei der sechs Autoren lesen dazu heute.

Wolf-Rüdiger Giersch war Lehrer in Harburg und Wilhelmsburg und später Oberstudiendirektor. Peter Krökel war Physiotherapeut und später auch Grundschullehrer. Klaus Wehmeyer war Fremdsprachenlehrer und für das Goethe-Institut auch im Ausland tätig.

Der Eintritt ist frei!

Ebenso am Do., 1. Juni, 19 Uhr geht es im Freizeithaus Kirchdorf, Stübenhofer Weg 11, 21109 Hamburg-Kirchdorf, mit Andreas und Barbara Zours um „Schultzens Pirol“. Auf der Suche nach einer bisher unbekannten Unterart des Pirols begeben sich zwei deutsche Ornithologen auf eine verbotene Insel im Golf von Bengalen. Sie haben nur 48 Stunden – werden sie eine neue Art beschreiben können? Der Eintritt ist frei!

Sabrina Janesch liest am 1. Juni aus „Sibir“ im Irish Pub „The Old Dubliner“ (Foto: Frank Zauritz)

Do., 01. Juni, 20 Uhr, Irish Pub “The Old Dubliner”, Lämmertwiete, 21073 Hamburg-Harburg
Sabrina Janesch – Sibir, Eintritt: 5,- €

Sabrina Janesch wurde in Niedersachsen geboren, lebt in Münster und ist Tochter einer polnischen Mutter und eines Vaters, der als Kind aus dem Wartheland nach Zentralasien verschleppt wurde. Für die Recherche zu «Sibir» sprach sie mit Zeitzeugen, las Tagebücher, historische Dokumente.

Die Geschichte: Furchterregend klingt das Wort, das der zehnjährige Josef Ambacher aufschnappt: Sibirien. Die Erwachsenen verwenden es für alles, was im fernen, fremden Osten liegt. Dorthin werden Hunderttausende deutscher Zivilisten – es ist das Jahr 1945 – von der Sowjetarmee verschleppt, unter ihnen auch Josef. Kasachstan ist das Ziel. Dort angekommen, findet er sich in einer harten, aber auch wundersamen, mythenvollen Welt wieder – und lernt, sich gegen die Steppe und ihre Vorspiegelungen zu behaupten. Mühlheide, 1990: Josef Ambacher wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Woge von Aussiedlern die niedersächsische Kleinstadt erreicht. Seine Tochter Leila steht zwischen den Welten und muss vermitteln – zu einem Zeitpunkt, an dem sie selbst den Spuk der Geschichte zu begreifen und zu bannen versucht. Janesch erzählt mitreißend und in leuchtenden Farben die Geschichte zweier Kindheiten, einmal in Zentralasien nach dem Zweiten Weltkrieg, einmal fünfzig Jahre später in Norddeutschland. Sie spannt meisterhaft einen Bogen, der unbekannte, unerzählte Kapitel der deutsch-russischen Geschichte miteinanderverbindet. Ein großer Roman über die Suche nach Heimat, die Geister der Vergangenheit und die Liebe, die sie zu besiegen vermag.

Fr., 02. Juni, 19 Uhr, Bücherhalle Kirchdorf, Wilhelm-Strauß-Weg 2, 21109 Hamburg-Kirchdorf

Ladies Crime Night – Tatort Nord 2; Eintritt: 8,- € / 5,- € erm.!

Am Freitag erwartet dann die SuedLese-Fans wieder Ein mörderisches Literaturerlebnis!

Tatort Nord 2 in Kirchdorf: Die deutsche Küste und der Norden haben so einiges zu bieten: frische Luft, tolle Landschaft, wortkarge Mitmenschen – und Mörder! Während die Sonne scheint und die Wellen glitzernd an den Strand spülen, stehen unsere Ermittler vor einer Herausforderung. In 21 Kurzkrimis untersuchen sie die Fälle, die alle nur eins gemeinsam haben: den Tatort …

Sechs Autorinnen lesen aus ihrem Beitrag für Tatort Nord 2 gegen die Zeit. Hier wird gemordet, gelogen, gestohlen, ermittelt und überführt. Fällt ein Schuss, bricht die Lesende sofort ab und die nächste betritt die Bühne. Die Vorleserinnen der Ladies Crime Night sind Mitglieder der Mörderischen Schwestern e. V., ein internationales Netzwerk, das die von Frauen verfasste deutschsprachige Kriminalliteratur 25 Jahre aktiv auf vielen Ebenen fördert.

Ein gemeinsames Projekt ist die im Frühjahr 2022 erschienene Anthologie Tatort Nord, die nun mit Tatort Nord 2 fortgesetzt wird. In Urlaubskrimis von Helgoland bis Usedom gehen die Schwestern über Leichen, jeder Krimi eingebettet in die landschaftliche Kulisse Norddeutschlands.

Heute bei der Ladies Crime Night dabei: Kathrin Hanke, Franziska Henze, Eva Jensen, Anke Küpper, Regine Seemann und Jutta Viercke.

 Fr., 02. Jun., 19:00, Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Ulrich Lubda liest Volker Maaßen, George Sandaig, Śledź Północny; Eintritt frei, Spende erbeten!

Der Künstler, Autor und Übersetzer Ulrich Lubda45 ist Lyriker, seit den 60ern für den NDR Jugendfunk tätig und 1980 ein Mitbegründer der Literaturpost Hamburg. Seither liest er als konsequenter Self Publisher und Kommerzgegner in der Kunst seine Texte unter Verwendung verschiedener Namen. Heute erinnert er unter anderem an den verstorbene aber bekannte Harburger Poeten Volker Maaßen. Maaßen beauftragte Lubda kurz vor seinem Tod mit der Übertragung, das heißt Nachdichtung seines Lyrikbandes „Zanshin“ ins Englische.

Am Sa., 03. Jun., geht es für Kinder ab 4 Jahren um 11 Uhr in die AWO-KiTa Denickestraße 52a, 21075 HH-Heimfeld. Dort liest die in Hamburg lebende und arbeitende Autorin Kathleen Freitag aus Pia Pustelinchen. Das Findel-Ei. Eintritt frei!

Pia Pustelinchen ist das neugierigste und großherzigste Pusteblumenkind auf der ganzen Wiese. Mit ihren Freunden, Marienkäfer Mario und Ameise Frederick, erlebt sie viele umwerfende Abenteuer. An diesem schönen Sommermorgen stoßen sie auf ein Ei, das ganz verlassen im dichten Gras liegt. Natürlich wollen die Freunde die Eltern suchen, ist ja klar! Doch für ein Ameisenei ist es zu groß, für ein Vogelei zu klein. Zu wem mag das Ei wohl gehören? Ein Glück, dass auf der Sommerwiese alle zusammenhalten!
In ihrer pustefröhlichen Lesung nimmt Kathleen Freitag die kleinen Zuhörenden mit auf die Sommerwiese. Dabei lernen die Kinder nicht nur Pia Pustelinchen kennen, sondern erfahren auch Wissenswertes über die Natur: Warum sind Bienen wichtig? Welches Tier schlüpft aus welchem Ei? Was können wir tun, um der Natur zu helfen?

 Sa., 03. Jun., 19 Uhr, ContraZt e.V. / Treffpunkthaus, Friedrich-Naumann-Straße 9, 21075 Hamburg-Heimfeld

Kruppe – Wendepunkte – Lange Nächte in Tampere; Eintritt frei!

Ein 2. Versuch, nachdem diese Lesung bei der SuedLese 2022 coronabedingt ausfallen musste …

Kälte. Schnee. Sehr viel mehr fällt M. Kruppe nicht ein zu Finnland, als er im Winter 2022 ein unerwartetes Angebot annimmt und als Residenz-Künstler für einen Monat in eins der nördlichsten Länder der Erde reist. Ohne jede Vorstellung, was ihn, den eher karibischen Typ, wie er selbst sagt, hier erwartet, führt ihn die Reise über Helsinki nach Tampere. Die Menschen, denen er hier begegnet, skizziert er so anschaulich, ehrlich und unterhaltsam wie schon im „Kaff der guten Hoffnung“, während seine Reise durch ein Land unter Schnee ihn auch immer wieder zu seinen eigenen Stimmen, seinem innersten Ich und zu vermeintlich Vergessenem zurückführt. Mal ernst, mal mit viel Humor, erkundet er die Stadt, die Menschen, ihre Gewohnheiten, „eine Sprache, die ständigem Fluchen gleicht“ (O-Ton Kruppe), und vor allem die Tiefen seines eigenen Seins.

Kruppe, Jg. ´78, im thüringischen Pößneck geboren, ist Autor, Sprecher, Moderator und Veranstalter kultureller Events vorwiegend in Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt und befasst sich zunehmend mit Sound- und Videobearbeitung, moderiert verschiedene Formate, wie etwa den literarischen Salon der Edition Outbird und deren Youtube-Kanal.

 

Am So., 04. Jun., gibt es um 11.30 Uhr und 13.30 Uhr im Freilichtmuseum am Kiekeberg, Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten zwei Lesungen aus dem Kinderbuch von Stefanie Wilkens und Jens Böttcher: Willkommen in den tollen Abenteuern von Zickzack und Zuppel! Es lesen:  Dr. Julia Daum, Christina Writh, Marie-Nathalie Schrötke. Es zählt normaler Museumseintritt: 11 € Erwachsene, Kinder frei!

Zur Geschichte: Es geht doch nichts über echte Freundschaft! Da ist es auch ganz egal, wie groß oder wie klein man ist! Finden jedenfalls der freche Ziegenjunge Zickzack und das süße, kluge Mäuschen Zuppel. Gemeinsam mit ihrem gewitzten Helfer Flohfloh7 (einem sehr geheimen Geheimagenten), erleben sie ihre spannenden und lustigen Abenteuer in einer längst vergangenen Zeit auf dem Pringens Hof in der Lüneburger Heide.

Es warten große Herausforderungen auf unsere Helden! Dazu gibt´s viele knifflige Fragen: Wo frühstückt eigentlich eine Maus, wenn sie traurig ist? Wieviele Flöhe und Bienen braucht man, um einen Knecht beim Faulenzen zu erwischen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Wunschstein auf sich?

Den Pringens Hof mit all seinen Nebengebäuden könnt ihr übrigens im Heidedorf des Freilichtmuseums am Kiekeberg besuchen. Der Hof sieht noch genauso aus wie damals im Jahr 1804 – als Zickzack, Zuppel und Flohfloh7 dort ihre Abenteuer erlebten!

Und da am So., 04. Jun, auch das Harburger Hafenfest am Kanalplatz, 21079 HH-Harburg, stattfindet, ist zwischen 12 und 18 Uhr der Poetomat aufgestellt.

Der Poetomat ist ein großer schwarzer Kasten, in den eine Münze und ein Wort eingegeben werden und welcher dann nach kürzester Zeit ein individuelles Gedicht ausspuckt. So bewegt er sich mit dir irgendwo im Nebel zwischen Poesie und Gesellschaft, Mensch und Maschine, Kommunikation, Kontakt und Unsichtbarkeit.

In der nahen Vergangenheit war der Poetomat viel unterwegs in diversen Kontexten, wie Straßenfesten, Festivals, Jubiläumsfeiern und Poesie-Events aber auch den SuedLese-Literaturtagen. Jetzt steht er auch dem Harburger Hafenfest und so wird es wahrlich zu einem Gedicht! 

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

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Über Geländer, Elefanten und Teufel! https://www.tiefgang.net/ueber-gelaender-elefanten-und-teufel/ Fri, 12 May 2023 22:54:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9968 [...]]]> Die SuedLese Literaturtage bescheren dem Süden Hamburgs wieder reichlich literarischen Stoff. Und die zweite Woche hält einige Prominenz vor!

Über vier Wochen gehen die 8. SuedLese-Literaturtage. Von Winsen bis Wilhelmsburg stehen über 40 „Orte der Worte“ im Zeichen der Literatur.

Die 2. Woche startet am Die., 23. Mai um 10 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 HH-Wilhelmsburg mit einer multimedialen Lesung der für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Autorin Tanja Esch. In ihrer Geschichte über Boris, Babette und lauter Skelette bittet eine Nachbarin Boris, ihr Haustier Babette in Pflege zu nehmen. Er zögert nicht lange. Die Sache hat nur einen Haken: Boris‘ Eltern wollen keine Tiere in der Wohnung. Er muss Babette also gut verstecken. Aber das ist weniger knifflig als die Frage, WAS für ein Tier Babette eigentlich ist? Sie ist gelb, läuft auf zwei Beinen und steht auf Fernsehen, Flips und Grusel. Das Verrückteste: Babette kann sprechen! Die Lesung ist für 3. und 4. Schulklassen ausgerichtet. Der Eintritt ist frei, aber um Anmeldung wird gebeten unter marentoebermann@buewi.de.

Die Ergebnisse des inklusiven Schreiblabors des Sozialkontors Hamburg-Süd werden bei freiem Eintritt am Die., 23. Mai, 19 Uhr im Sozialkontor Treffpunkt HH-Süd, Knoopstr. 1-3, 21073 HH-Harburg vorgetragen. Dieses Jahr entstanden innerhalb eines Workshops unter dem Motto „Wenn Katzen flögen…“ Texte, die eine eigene Lesung verdienen. Das jährliche Projekt „Schreiblabor“ bringt stets neue Teilnehmende über die Schreiblust zusammen und wusste schon bei vorangegangenen „SuedLesen“ zu überraschen. Da ist wieder für Alle etwas dabei… schaurig, schön, traurig, witzig, skurril!

Die., 23. Mai, 19.30 Uhr, Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 HH-Harburg (Hafen)

Christian Redl – Das Leben hat kein Geländer

Eintritt: 5,- €

Schauspieler und Autor Christian Redl hat sein Leben aufgeschrieben – ehrlich, aufrichtig, ungeschönt. Aufgewachsen in den fünfziger Jahren unter der Obhut eines kriegstraumatisierten Vaters, macht er gegen den Willen der Eltern eine Ausbildung zum Schauspieler. Schonungslos gegen sich selbst erzählt er von seiner rastlosen Suche nach Erfolg und Anerkennung, von Triumphen am Theater, fantastischen Auszeichnungen sowie von gefährlichen Beziehungen und der Macht des Alkohols, von tiefer Melancholie, Euphorie und Verzweiflung. Aber auch von einer beglückenden späten Liebe, mit der er nicht mehr gerechnet hatte. Besonders bekannt durch seine Rolle als Kommissars Thorsten Krüger in den Spreewaldkrimis.

Mi., 24. Mai,10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Am 17. Mai und dann jeden Mittwoch um 10 Uhr starten die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft. Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

 

Mi., 24. Mai, 19 Uhr, Wasserturm & Feuerteufel, Moorburger Elbdeich 161, 21079 HH-Moorburg

Andreas Schäfer – Du sollst vergessen

Eintritt frei / Spende erwünscht!

Andreas Schäfer ist in Verden /Aller geboren, lebt in Hamburg, promovierte an der Universität Hamburg mit der Dissertation Rolle und Konfiguration. Er trägt einen Psychothriller ganz anderer Art vor: Professor Udo Vorster stellt die Psychoanalyse auf den Kopf. Er predigt das Leben im Augenblick und zieht gegen jede Form der Vergangenheitsbewältigung zu Felde. Der Wissenschaftler wird zum umjubelten Megastar. Er besitzt die seltene Gabe massenwirksam zu beeindrucken. Sein Publikum schenkt ihm nahezu bedingungslos Glauben kraft seiner natürlichen Autorität. Doch was ist von der Lehre des Professors zu halten? Ist er ein Hochstapler oder tatsächlich das begnadete Genie? Wie er die Spannung zwischen seiner Lehre und dem Echo darauf lenkt, gleicht dem Tanz eines Virtuosen auf einem Vulkan. Plötzlich wird Vorster mit einem brisanten Detail seiner Biografie konfrontiert. Seine Bewunderer rücken von ihm ab und allmählich scheint er die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Folgt nun der unaufhaltsame Abstieg oder schafft er ein Comeback?

Mi., 24. Mai., 19.30 Uhr, VERLEGT!!!! Statt Bücherhalle Harburg jetzt in der Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 Hamburg-Harburg,

Dennis Gastmann – Dalee; Eintritt: 15,- €,

VVK Buchhandlung am Sand, Bücherhalle Harburg, VHS Harburg

Dennis Gastmann ist vielen bekannt durch die Satiresendung »extra3«. Er bereiste über hundert Länder auf allen Kontinenten. 2011 erschien “Mit 80.000 Fragen um die Welt”, 2012 “Gang nach Canossa”, 2016 “Atlas der unentdeckten Länder” und 2018 “Der vorletzte Samurai”. Nun sein erster echter Roman.

Ein rostiger Dampfer mit einer ganzen Elefantenherde im Bauch sticht in Kalkutta in See und nimmt Kurs auf die Andamaneninseln. An Bord sind auch der junge Bellini, seine Familie und ihr Arbeitselefant, Dalee. Indien ist gerade unabhängig geworden, und die Familie lässt alles hinter sich, um ein neues Leben zu beginnen. Bellini soll das altehrwürdige Handwerk des Mahuts, des Elefantenführers, erlernen. Der Große Graue wird bald zu seinem engsten Gefährten, doch Dalee wird mit dem Alter launenhaft. Er scheint das Gedächtnis zu verlieren – eine Katastrophe für die Familie. Man sagt, ein Elefant vergisst nie, aber was, wenn doch?

Mi., 24. Mai, 19.30 Uhr, Amtshaus Moisburg, Auf dem Damm 5, 2147 Moisburg

Stefan Kruecken – Das Boot muss das abkönnen

Eintritt: 6,- €

Stefan Kruecken arbeitete einst als Polizeireporter für die Chicago Tribune und weltweit für Magazine. Von ihm stammen u.a. die Bestseller „Sturmwarnung“, „Orkanfahrt“ und „Unverkäuflich“.

Sein aktuelles Buch sammelt in Gesprächen mit mehr als 150 Kapitänen Geschichten. Kruecken sammelt die besten Strategien, um die eigene Familie, Firma oder sich selbst durch den Orkan zu bekommen. Denn wir sind mitten in einem Sturm. Krieg in Europa, Corona, Populismus von Rechts wie von Links. Umso wichtiger, einen klaren Kurs ohne Angst zu halten.

In einem Sturm zeigt sich, was wirklich wichtig ist – auf See wie im Leben. Wenn irgendjemand weiß, worauf es in einem Orkan ankommt, dann sind es Kapitäne. Sie brachten Schiff und Crew heil in den Hafen zurück.

Kann man von ihnen etwas lernen?  Ja, das können wir! Mut statt Wut.

Do., 25. Mai, 9 Uhr, Bücherhalle Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45, 21107 HH-Wilhelmsburg

Jutty Nymphius – Bennos Bestie

Ab 8 Jahren – Eintritt frei, Anmeldung erwünscht!

Seit Benno von einem Dackel gebissen wurde, verändert sich die Welt um ihn herum: Sie wird lauter, bösartiger, gefährlicher! Als dann nebenan auch noch ein Hund einzieht, der immer wild bellend gegen den Zaun springt, traut sich Benno nicht mehr aus dem Haus und weigert sich, zur Schule zu gehen! Dann erfährt er, dass der wilde Hund, Freddie, als Welpe misshandelt wurde und eigentlich nur Angst vor Menschen hat. Doch wenn er weiterhin so laut ist und alle Leute erschreckt, muss er zurück ins Tierheim. Aber keiner kann etwas für seine Angst, das weiß Benno genau! Er beschließt, Freddie zu helfen …

Jutta Nymphius lebt und arbeitet in Hamburg, studierte italienische, spanische und deutsche Literatur in Köln und Florenz, arbeitete als Lektorin in verschiedenen Kinderbuchverlagen. Seit 1997 ist sie als freie Lektorin und Autorin zahlreicher Bücher für Kinder und Jugendliche von 5 bis 15 tätig, die sie engagiert auf zahlreichen Veranstaltungen ihren Leser*innen nahebringt. Im Sommer 2017 gründete sie mit Kolleginnen die „Elbautor*innen“, ein Hamburger Netzwerk, dem inzwischen fast 60 Hamburger Kinder- und Jugendbuchautor*innen angehören.

Am Do., 25. Mai, 20 Uhr geht es dann in die Kneipe Zur Stumpfen Ecke, Rieckhoffstr. 14, 21073 HH-Harburg. Dort liest der alte Harburger Theaterfan und Poetry-Slamer Andreas Prieß – Viele sagen, sie können kein Blut sehen. Eintritt frei!

Viele sagen: „Ich kann kein Blut sehen.“  Wenn Sie auch zu denjenigen gehören, sollten Sie sich zumindest überlegen, ob Sie wenigstens Blut hören können, ohne dass sich Ihnen gleich der Magen umdreht. Denn vom Blut und auch vom Tod handeln einige Gedichte und Geschichten Andreas Prieß Ihnen jedoch äußerst lebendig vorzutragen gedenkt.

Foto: Haufe Ahmels

Am Fr., 26. Mai, 18 Uhr geht es dann nach Neugraben zu einem besonderen Event: der Lesung unterm Kirschbaum, Wulmstorfer Ring 9, 21149 HH-Neugraben,

Fiston Mwanza Mujila – Tanz der Teufel (Spendenempfehlung: 10 Euro)

Gastgeberin Anja Schwennsen empfängt dann den aus Lubumbashi (Demokr. Rep. Kongo) stammenden Autoren, der derweil in Graz lebt und Lyrik, Prosa und Theaterstücke schreibt. Für seinen Debütroman Tram 83 (2016) erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt.

Im Grenzgebiet zwischen Angola und dem Kongo, in den Minen von Lunda Norte und im Zentrum von Lubumbashi tanzen Frauen ohne Alter, Diamantensucher, Gauner und Agenten aus aller Welt den „Tanz der Teufel“. Neben absurden Dialogen und einer Fülle von Erzählsträngen und Abschweifungen ist es vor allem die Musik, die den Rhythmus von Fiston Mwanza Mujilas neuem Roman vorgibt. Und die Ironie des Romans lässt die Auswirkungen von Kolonialisierung, Globalisierung, Raubbau und Bürgerkrieg nur noch deutlicher erscheinen. Mit seinem gefeierten Debüt „Tram 83“ hat Fiston Mwanza Mujila eine völlig neue Art von Roman erschaffen. Sein neues Buch ist noch schillernder, noch virtuoser und dabei noch politischer.

Anmeldung: https://t1p.de/Mujila

Snacks und Getränke: gern mitbringen – ein Gläschen Wein oder Wasser gibt es immer!

Die „Lesung unterm Kirschbaum 2023“ findet mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung statt.

Fr., 26. Mai, 19 Uhr, Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg,

Autor*innenkollektiv: Verändern wollte ich eine Menge (Aus dem Leben der Internationalistin Ellen Stêrk); Eintritt frei /Spende erbeten

Eine junge Frau kommt im Berlin der Nachwendezeit mit linker Politik in Berührung. Ihre Suche nach politischer Orientierung und Organisierung beginnt, von Anti-Atom-Protesten bis zur kurdischen Frauenbewegung, mit Träumen, Utopien und großen Entscheidungen. Ellen, die in Kurdistan den Namen Stêrk angenommen hat, ist seit ihrer Kindheit eine lebendige, kontaktfreudige Person. Ihre Ausstrahlung begeistert viele Menschen. Vom Erkennen der Widersprüche bis zur Entscheidung für die Revolution: Die tiefgreifenden Fragen, Entwicklungen und vielfältigen Projekte der Internationalistin stehen beispielhaft für die Biografie einer politisch entschlossenen Frau. Mitreißend erzählt durch das Zusammenspiel persönlicher Briefe, emotionaler Erinnerungen und sachlicher Information, ermöglicht es Ellen Stêrk nach ihrem Tod zu begegnen. Ihre Geschichte lädt dazu ein, Utopien zu gewinnen, Internationalismus neu zu leben, sich zu organisieren und weiterzukämpfen.

Das Herausgeber*innenkollektiv sind enge Freund*innen und lange Weggefährt*innen von Ellen, die über mehrere Jahre Interviews mit einer Vielzahl von Menschen aus Ellens Umfeld über deren gemeinsame persönliche und politische Geschichte führten und Teil von „Feministische Organisierung: Gemeinsam kämpfen!

Zum aktiven Mitmachen und selbst Schreiben lädt dann am Wochenende die Wilhelmsburger Volkshochschule.

 Sa./So., 27./28. Jun., 14 Uhr, VHS Wilhelmsburg, Krieterstr. 2a, 21109 Hamburg-Wihelmsburg

Djamila Niklosz: Pfingst-Special: Kreatives Schreiben und Szenisches Erzählen, leicht gemacht, Kursnummer N10935MMW02; Gebühr: 54,- €

Seit nunmehr fünf Jahren leitet die ausgebildete Theaterpädagogin in Hamburg Theaterprojekte für Kinder und Erwachsene. Hierbei vereint sie Methoden aus den vielfältigsten Bereichen des Theaters und dem szenischen Schreiben.

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

Programm unter www.suedlese.de

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„Autor*innen, die auf die Bühne MÜSSEN!“ https://www.tiefgang.net/autorinnen-die-auf-die-buehne-muessen/ Fri, 12 May 2023 22:01:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9958 [...]]]> Die SuedLese-Literaturtage sind eine offene Kooperation von Veranstaltungsorten und Autor*innen. Ihr Ziel: der Literatur im Süden Hamburgs eine bessere Wertschätzung zuteil werden zu lassen. Erstmals dabei ist dieses Jahr die Bücherei in Jesteburg. Grundgenug mal genauer nachzuhaken …

Tiefgang (TG): Die Bücherei Jesteburg ist zum ersten Mal bei einer Suedlese dabei. Wie kam es dazu?

Jutta Viercke-Götze: Ich bin über die sehr ansprechenden Flyer „gestolpert“ und fand das Programm vielfältig und gelungen. Als mir eine befreundete Bibliothekarin erzählte, dass sie eine Veranstaltung mit der Suedlese mache und wie unkompliziert das sei, war ich natürlich schnell begeistert und habe mich gemeldet, Teil der Suedlese zu werden.

TG: Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Samtgemeindebücherei in Jesteburg aus?

Jutta Viercke-Götze: Wir sind in einem wunderschönen, reetgedeckten Fachwerkhaus, einer ehemaligen Zehntscheune aus dem Jahr 1756, untergebracht. Die Bücherei ist zwar klein, aber sehr gemütlich mit einer angenehmen Atmosphäre zum Stöbern und Wohlfühlen. Wir achten sehr darauf, unseren langjährigen Lesern und Leserinnen – klein und groß – neues Lesefutter bieten zu können. Besonderes Augenmerk richten wir auf Beratung und Auskunft. Wir leben und lieben unseren Beruf und sind mit Leidenschaft dabei. Das wirkt sich erfreulicherweise auf die Zufriedenheit und Besucherfrequenz unserer Leser*innen aus.

TG: Welche kulturellen Angebote liefert die Bücherei Jesteburg sonst noch?

Jutta Viercke-Götze: Wir bieten Bilderbuchkino, Führungen für Geflüchtete, Vorlesezeit in den Kindertagesstätten (oder bei uns in der Bücherei, je nach Absprache), wir lesen in den Altersresidenzen vor, machen Lesungen/Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder, Bastelnachmittage, Bücherflohmärkte…

TG: Wie gefällt Ihnen die Philosophie der Suedlese, Autor*innen im Süden Hamburgs und Niedersachsen eine Bühne zu geben?

Jutta Viercke-Götze: Das ist großartig! Es gibt so viele Autor*innen in dieser Region, die unbedingt auf eine Bühne „müssen“! Hier ein Beispiel: Wir begleiten so schon lange den erfolgreichen Weg von Sabine Weiß (angefangen hat alles mit ihrem historischen Roman über Madame Tussaud), die sich in die Herzen einer großen Leserschaft geschrieben hat, mittlerweile auch erfolgreich Krimis veröffentlicht und aus „alter“ Tradition ihre Lesereise bei uns in Jesteburg beginnt…

TG: Wie erleben Sie das Interesse in der Region an Literatur? 

Jutta Viercke-Götze: Es wird nach wie vor viel und gerne gelesen, was eine beruhigende Entwicklung ist. Wir hier in Jesteburg haben in unserer Bücherei ein bunt gemischtes Klientel, von Familie mit kleinen Kindern bis hin zum Senior/zur Seniorin ist alles vertreten.

TG: Welche Autor:innen aus der Umgebung Jesteburg legen Sie den Leuten unbedingt ans Herz?

Jutta Viercke-Götze: Sabine Weiß mit den historischen Romanen und Krimis habe ich schon erwähnt, aber es gibt noch so viele andere Lesenswerte: Eva Jensen, Anke Küpper, Kathrin Hanke, Dora Heldt, Jesko Wilke, Bettina Mittelacher, Lena Johannson, Christa Kanitz, Julia Krohn, Carmen Korn, Julie Bender, Ulf Blanck, Natallia Yermakova und Michael Beuthner, Heike Denzau, Heike Meckelmann, Alxandra Kui… Die Liste kann noch weitergeführt werden und ist unvollständig, denn es gibt noch viele mehr! Ich entschuldige mich für die nicht erwähnten, es ist keine böse Absicht, sie nicht aufgeführt zu haben!

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Bastian Hamel)

Ort: Gemeindebücherei Jesteburg, Niedersachsenplatz 3, 21266 Jesteburg, Landkreis Harburg; Tel.: 04183 – 974747; E-Mail: buecherei-jesteburg@lkharburg.de; ww­w.jes­te­bur­g.­de/­bue­che­rei

Lesungen im benachbarten „Heimathaus“, Niedersachsenplatz 5

Termine:

Fr., 16. Juni, 19 Uhr: Mörderische Schwestern – Ladies Crime Night mit Gesine Berg, Anja Gust, Kathrin Hanke, Franziska Henze, Anke Küpper und Sabine Weiß im Filmmuseum Bendestorf, Am Schierenberg 2, 21227 Bendestorf, Landkreis Harburg

Fr., 18. Juni, 16 Uhr: Heike Meckelmann – Küstengruft (Küsten-Krimi)

 

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„Meine Abrechnung mit dem Sozialismus“ https://www.tiefgang.net/meine-abrechnung-mit-dem-sozialismus/ Fri, 05 May 2023 22:52:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9948 [...]]]> Conny Schramm lebt und arbeitet in Harburg. Sie stammt aber aus der Nähe Potsdams und erlebte als Kind die DDR in vielerlei Facetten. Christlich im Elternhaus erzogen, in der stattlichen Schule hingegen „real existierender Sozialismus“. Einige Dinge brahcte sie zu Ppaier und daraus wurde „Mein ungebügeltes Leben“, das erst jüngst in der Schweiz prämiert wurde. Nun liest sie als Lokalmatadorin auch bei der 8. SuedLese. Grund genug, mal genauer nachzufragen …

Tiefgang (TG): Herzlichen Glückwunsch zum Schweizer Autobiographie-Award für Ihr Buch „Mein ungebügeltes Leben“. Wie läuft denn so eine Schweizer Buchpreisverleihung ab?

Conny Schramm: Ja, dass ausgerechnet meine Autobiografie in der Schweiz ausgezeichnet wurde, lässt mich noch immer fröhlich staunen. Diese Auszeichnung zählt neben meiner Hochzeit, dem Erscheinen meiner Autobiografie beim Brunnenverlag (der Tag an welchem ich mein erstes Buch in der Hand hielt) und Baden mit Babyelefanten im Dschungel von Malaysia zu den Big Five in meinem Leben.

Ich war tatsächlich sehr aufgeregt und vor allem in großer Sorge, dass am Flughafen mal wieder gestreikt würde. Mit großer Erleichterung landete ich dann am 6. Februar in Zürich. Zum Glück wurde ich von einer Bekannten, welche in Zürich lebt, dann am Hauptbahnhof abgeholt und direkt zur Universität gebracht. Ich wurde dort auf das herzlichste begrüßt – denn eigentlich hatte man nicht mit dem Erscheinen der Hamburgerin gerechnet. In der Aula der Universität, in welcher sogar Winston Churchill mal eine Rede gehalten hatte, hatten sich ca. 200 Menschen versammelt . Unter anderem waren zwei Altbundespräsident*Innen, der Schweiz, das Schweizer Fernsehen, die Presse und diverse Literaturprofessoren sowie andere Prominente versammelt.

Zunächst hat Herr Erich Bohli – der Erfinder der Internetplattform: „meet-my-life“ – alle Anwesenden begrüßt. Im Anschluss hielt ein Literaturprofessor eine sehr heitere Rede zu dem Thema: „Was ist eigentlich eine gute Autobiographie?“ Dem Zuhören dieser Rede hat mir wirklich Spaß gemacht. Dann wurden die Gewinner des Autobiographie-Award 22 nach vorne gerufen. Wir bekamen unsere Auszeichnungen und dann hielt eine weitere Literaturprofessorin für jede Gewinnerin eine kurze Laudatio und wir durften auch ein kurzes Dankeschön sagen.

Im Anschluss interviewten sich die beiden Altbundespräsiden*Innen. Dies wirkte gewollt heiter und die Beiden unterhielten sich unter anderem über Kuchenrezepte … Dann war der offizielle Teil auch schon zu Ende.

Wir Gewinnerinnen wurden noch von der Presse fotografiert und dann gab es für alle ein „Apero riche“. Das ist so eine Art Stehempfang mit Sekt, Brot und Aufschnitt.

Dieser Teil war für mich sehr berührend, da fremde Menschen zu mir kamen, mir gratulierten und im Anschluss mir ihre Lebensgeschichte erzählten. Dann musste ich auch schon wieder zum Flughafen.

TG: In Ihrem Buch „Mein ungebügeltes Leben“ erzählen Sie von Ihrer Kindheit und Jugend in der DDR. Wie fühlt es sich an, über diese Zeit zu schreiben?

Conny Schramm: Das Leben als Christ in der DDR war manchmal ziemlich hart … So durften viele junge Menschen – nur weil ihre Eltern zu Kirche gingen – trotz guter Noten, kein Abitur machen. Das klingt zwar grotesk, war aber leider so. Immer wieder wurden auch die „Kirchgänger“ von Lehrern und manchmal auch von Mitschülern ausgegrenzt, oder gar gemobbt. Vieles war damals nicht witzig, sondern eher schmerzhaft. Ich habe dem Sachverhalt, dass ich aus diesem blöden Grunde kein Abitur und kein Studium absolvieren durfte, lange nachgetrauert. Im Jahr 2014 konnte ich dann an der Hamburger Akademie im Fernstudium das Schreiben (biografisches und belletristisches Schreiben) studieren. Daraus resultierte dann „Mein ungebügeltes Leben.“

Mir sind dann plötzlich unglaublich viele Dinge und Details aus meiner Vergangenheit wieder eingefallen und ich konnte schreiben, schreiben, schreiben. An manche Dinge habe ich dabei nicht gerne gedacht. Sie waren einfach zu schmerzhaft. Damals in meiner Kindheit und Jugend war vieles nicht witzig, aber mit einem Abstand von 25 Jahren, konnte ich mich über groteske Erlebnisse von damals lustig machen. „Mein ungebügeltes Leben“ ist also auch so eine Art „Abrechnung“ mit dem Sozialismus. Wenn ich über meine Erlebnisse schreibe, kann ich sie besser verarbeiten. Mein Humor hilft mir dabei.

TG: Warum wollten Sie Ihre Erlebnisse aus der Kindheit veröffentlichen?

Conny Schramm: Wie schon erwähnt, ist das meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Sozialismus. Es gibt aber auch einen weiteren, sehr wichtigen Grund, warum ich meine Erlebnisse aufgeschrieben habe: Schon in der nächsten Generation kann sich kaum Jemand vorstellen, dass es in Deutschland eine Mauer gab, an welcher Menschen erschossen wurden, weil sie an einem anderen Ort leben wollten! Das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Diese Mauer und das schreckliche System haben sehr viel Leid über Menschen gebracht. Das darf nicht vergessen werden!

Inzwischen werden Schullesungen mit mir in Hamburg sehr gefördert (siehe auch die Website: www.connyschramm.de; Anm. d. Red.). Ich konnte bereits erste Erfahrungen mit Schülerlesungen machen. Ich war überrascht, über das große Interesse an meinem Thema. Zur Zeit läuft gerade meine Bewerbung, dass ich bundesweit mit Fördergeldern an Schulen lesen darf.

TG: In der DDR gab es wohl kaum freie Kulturveranstaltungen wie der SuedLese, wo verschiedenste Autor*innen die Chance hatten lesen zu dürfen. Wie gefällt Ihnen das Konzept?

Conny Schramm: Naja, zu DDR-Zeiten habe ich zwar gerne gelesen, hatte aber nie Interesse daran zu einer Lesung zu gehen. Ich kann mich auch absolut nicht daran erinnern, dass Lesungen durchgeführt wurden.

Es gab natürlich dort – vor allem auch in Ostberlin – eine große Kulturszene. Diese war aber natürlich „zensiert“ und man bekam ohne Beziehungen sowieso kaum mal eine Theaterkarte oder ähnliches.

Später – nach der Grenzöffnung, hatte ich sehr viel Freude besonders an Kleinkunstfestrivalen, Konzerten und ähnlichem. Ich würde sagen – viele Ossis „hungerten“ nach unzensierter Kultur. Ich erinnere mich an ein bewegendes Konzert in der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche und ich kenne keinen schöneren Ort für Konzerte als die Berliner Waldbühne. Wir „mussten“ ja Versäumtes aus unserer Jugend nachholen.

Ich genieße es, dass Hamburg so multi-kulti ist und ich persönlich freue mich natürlich, wenn gerade in Hamburgs Süden die Kulturszene wächst. Ich liebe es, neue Kulturorte kennen zu lernen, selbst zu lesen und mit meinem Publikum im Anschluss darüber zu reden. Zu meinen Lieblingslokation zählt die Wassermühle in Karoxbostel, das „komm Du“ und der „Wasserturm“ und die „Lesungen unter dem Kirschbaum“. In den nächsten Wochen werde ich weitere Orte kennenlernen. Ich freue mich darauf. Ich hoffe, dass Verantwortliche in der Politik verstehen, wie wichtig die Kultur und somit auch die SuedLese für unseren Stadtteil sind und sie so auch wirklich für Veranstalter und Künstler Gelder bereitstellen.

TG: Sie leben ja auch im Süden Hamburgs. Wie erleben Sie Kultur hier?

Conny Schramm: Ich freue mich, wenn ich für Lesungen und Konzerte nicht extra in „die Stadt“ fahren muss. Hier im Süden kenne ich ja auch recht viele Leute. Die kann man dann viel leichter zu einer Veranstaltung einladen. Die SuedLese Literaturtage sind allerdings ja leider nur über einen kurzen Zeitraum und dann so geballt, dass man viel schöne Veranstaltungen verpasst. Ich finde einen längeren Zeitraum schöner, damit man den einzelnen Künstlern auch gerecht werden kann.

TG: Was erwartet uns am 17. Mai?

Conny Schramm: Ich lese natürlich aus meinem „Ungebügeltem Leben“. Es ist eine Lebensgeschichte voller Lachen und Weinen. Ich hoffe auf gute Gespräche. Diesen Abend werde ich ja zusammen mit meinem Autorenkollegen Cord Buch gestalten. Er ist Krimiautor und seine Kriminalromane spielen in Hamburg. Ich glaube es wird ein spannender und bewegender Abend.

TG: Was dürfen wir in Zukunft von Ihnen erwarten? Ist vielleicht sogar schon ein neues Buch geplant?

Conny Schramm: Ich habe seit dem letzten Herbst wieder neue Freude und vor allem neue Ideen für weitere Bücher erhalten. Ich beschäftige mich zur Zeit tatsächlich mit Lebensgeschichten „von der freundlichen, unauffälligen Nachbarin“. Denn gerade Menschen, die nicht berühmt sind, haben manchmal sehr bewegende Dinge erlebt. Ob daraus mal ein Buch wird, wird man sehen. Auch weitere heitere Reiseberichte z.B. über unsere Afrikareisen könnte ich mir vorstellen. Es gibt auch schon ein ziemlich weit fortgeschrittenes Skript für ein Sachbuch.

TG: Vielen Dank und wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Bastian Hamel)

Das Buch:

Conny Schramm: Mein ungebügeltes Leben.

112 Seiten, Taschenbuch, 12 x 18,6 cm, Erscheinungsdatum: 26.07.2016

Bestell-Nr.: 114302, ISBN: 978-3-7655-4302-9, EAN: 9783765543029

Termine:

 

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Die 8. SuedLese startet! https://www.tiefgang.net/die-8-suedlese-startet/ Fri, 05 May 2023 22:25:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9923 [...]]]> Vier Wochen steht die Literatur im Fokus des Südens Hamburgs. Und gleich die erste Woche zeigt: Themen rund um Kinder, Knast und Comic – zum Hören, Lesen und Selbstschreiben – die 8. SuedLese ist vielfältig breit aufgestellt. Nun geht es los!

Die 8. SuedLese-Literaturtage starten am Mo., 15. Mai. Und der Auftakt des mehr als vier Wochen andauernden Literaturfestes im Süden Hamburgs beginnt märchenhaft und musikalisch zugleich.

Mo., 15. Mai, 19 Uhr Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 HH (Harburg-Hafen)

„Hokuspokus Hexenschuss. Engelbert Humperdinck nach 100 Jahren“

… ist der Titel einer Lesung rund um den Komponisten Engelbert Humperdinck, der 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Berühmt ist seine Oper „Hänsel und Gretel“ und Christian Ubber und Henry C. Brinker machten sich auf seine Spurensuche. Sie erzählen am ersten SuedLese-Abend über spannende Hintergründe eines bewegten Lebens, die durch eindrucksvolle Musikbeispiele ergänzt werden.

Dr. Christian Ubber ist Leiter der Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck in Siegburg. Henry C. Brinker arbeitete als Journalist und Medienmanager und ist in Harburg als Betreiber des Speichers am Kaufhauskanal bekannt.

Eintritt frei!

 

Mi., 17. Mai

10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Am 17. Mai und dann jeden Mittwoch um 10 Uhr starten die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

 

Kinderlesungen am Heimfelder HinZimmer

15 Uhr, Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21149 HH-Neugraben

Tanja Esch – Comicworkshop „Mein besonderes Haustier“

Für Kinder von 9-14 Jahre!

Wie denkt man sich selbst einen Comic aus? Autorin und Zeichnerin Tanja Esch verrät Tipps und Tricks, wie man sich Figuren ausdenkt, gute Gesichtsausdrücke zeichnet, Sprechblasen anordnet und so weiter! Und sie hilft euch dabei, euch ein besonderes Haustier auszudenken und euren eigenen Comic über es zu zeichnen!

Teilnahme kostenlos – Anmeldung erwünscht! 

 

19 Uhr, Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Doppellesung mit Conny Schramm & Cord Buch

Die in Harburg arbeitende und lebende Conny Schramm wurde kürzlich für ihr Debüt „Mein ungebügeltes Leben“ in der Schweiz geehrt. Ein autobiographisches Werk über eine Kindheit in der DDR, christlichem Elternhaus und ,real existierendem Sozialismus‘.

Cord Buchs neues Werk „Todesengel im Viertel“ hat Frauenhass zum Thema und ist der vierte Fall für Hauptkommissar Werner Jensen im Hamburger Schanzenviertel: Eine vergiftete Frau vor einer Pfarrei, eine verbrannte vor einer Freikirche und eine gesteinigte vor einer Moschee. Die Morde scheinen zusammenzuhängen, aber die Spurenlage ist mehr als dürftig.

Eintritt frei!

 

Do., 18. Mai , 19.30 Uhr, Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg

Erstmals als Leseort bei der SuedLese dabei ist die Sauerkrautfabrik. Sie bietet einen DIY (do it yourself)-Leseabend an, zu dem Interessierter ihre Bücher oder selbstgeschriebenen Texte mitbringen, lesen oder lesen lassen und darüber diskutieren.

Eintritt frei!

Sa./So., 20./21. Mai, 14 Uhr, VHS-Zentrum Harburg Carrée,  Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Anke Wistinghausen – Schreiben – die ersten Schritte gehen

Ebenso zum aktiven Mitmachen lädt am Wochenende dann die Harburger Volkhochschule zu einem Schreibkursus mit Autorin und Dozentin Anke Wistinghausen. Dieser Kurs richtet sich an Teilnehmende, die den Wunsch haben, das Schreiben zu erlernen, bisher aber noch nicht den Mut gefunden haben, den ersten Schritt zu gehen. Mithilfe unterschiedlicher Übungen werden Schritt für Schritt verschiedene Kreativtechniken trainiert und erste kleine Texte zu Papier gebracht. Alle, die Spaß und Freude daran haben, können das Schreiben erlernen. Wer möchte darf vorlesen und alle anderen lernen wertschätzendes Feedback zu geben. Bitte Schreibutensilien (Papier und Stift oder Laptop) mitbringen. Kursnummer: 0550SHH04;

55,- € Gebühr für beide Tage!

 

Lisa Roy in der Wilhelmsburger Buchhandlung Lüdemann

Sa., 20. Mai, 18 Uhr, Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21107 HH-Wilhelmsburg

Lisa Roy – Keine gute Geschichte

Mit der frisch gefeierten Debüt-Autorin Lisa Roy aus Köln startet die SuedLese in Wilhelmsburg.

Ein autofiktionales Werk. Arielle Freytag, Anfang dreißig, hat es eigentlich geschafft: Aufgewachsen im prekären Essener Stadtteil Katernberg, verdient sie als Social-Media-Managerin in Düsseldorf mittlerweile viel Geld. Bis eine Depression sie aus der Bahn wirft und für eine Weile in die “Klapse” bringt. Kaum wieder zu Hause, erreicht sie ein Anruf aus Katernberg, und zum ersten Mal seit zwölf Jahren kehrt Arielle an den Ort ihrer Jugend zurück. Dort werden seit ein paar Tagen zwei Mädchen vermisst – was Arielle mit Wucht an ihre vor Jahren verschwundene Mutter erinnert. Damals blieb sie allein bei ihrer eigenwilligen Großmutter zurück. Wer ihr Vater ist, weiß sie nicht, auch ihr dunkles, lockiges Haar und die Hautfarbe sind nur ein vager Hinweis: türkisch, arabisch, iranisch? Während in Katernberg fieberhaft nach den Mädchen gesucht wird, stellt Arielle sich den schmerzhaften Fragen, auf die sie immer dringender Antworten braucht. Hat ihre Mutter sie verlassen, oder ging sie nicht freiwillig?

 

So., 21. Mai, 10.15 Uhr: VHS Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Volker Butenschön – Handlettering – schöne Buchstaben zeichnen, pinseln, dekorieren

Wiederum zum Aktivwerden lädt die Volkshochschule mit einem Schrift-Kursus ein.

Es werden Grundlagen für das Gestalten von Handlettering-Schriftbildern vermittelt: klassische Druckschriften skizzieren, kalligrafische Federzüge ausprobieren, das Arbeiten mit Brushpens / Pinselstiften. Anschließend können daraus in der Kombination eigene kleine Buchstabenwerke und Schriftkarten entwickelt werden. Kursnummer: 0192SHH15

Gebühr: 4,- € vor Ort!

 

19 Uhr: Rieckhof-Kneipe, Rieckhoffstr. 12, 21073 HH-Harburg

Simone Buchholz – Knastpralinen

Die erste SuedLese-Woche schließt dann in einer Kneipe und beim Krimi.

Zu Gast ist die bekannte Krimi-Autorin Simone Buchholz. Für ihre Chastity-Riley-Reihe wurde sie mit dem Radio-Bremen-Krimipreis, dem Crime Cologne Award, dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Zum Neulingswerk „Knastpralinen“: An einem heißen Sommertag schwimmen bei St. Pauli auffällig viele Körperteile von Männern in der Elbe. Von den Körpern zunächst keine Spur. Da die zu den Körperteilen gehörenden Männer anscheinend von niemandem vermisst werden, stellt sich für Kommissarin Riley die Frage, ob sie der Welt wirklich einen Gefallen tut, wenn sie die Täter dingfest macht. Außerdem hat sie eigentlich ganz andere Probleme. Sie will die beiden Typen finden, die ihre Freundin Carla vergewaltigt haben.

Eintritt frei / Spende erbeten! 

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

Mehr Infos sowie zum Programmheft: www.suedlese.de

 

 

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„Ich lebe in meinen Figuren!“ https://www.tiefgang.net/ich-lebe-in-meinen-figuren/ Fri, 05 May 2023 22:07:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9952 [...]]]> Heike Meckelmann arbeitete als Friseurin, Hochzeitsagentin und Pensionsleiterin. Ihre eigentliche Berufung, das Schreiben, wurde erst spät wirklich zu ihrem Beruf. Von Fehmarn aus beglückt sie uns mit Küstenkrimis und stellt sich jetzt erstmals im Rahmen der SuedLese vor. Grund genug, mal genauer nachzuhaken …

Tiefgang (TG): Hallo Frau Meckelmann. Die Insel Fehmarn dient in Ihren Büchern oft als Ort des Geschehens. Wie viel Inspiration gibt Ihnen die Insel für Ihre Arbeiten?

Heike Meckelmann: Hallo. Inspiration gibt es hier, sobald ich die Türe aufmache. Die Stürme, die Dunkelheit, die einsamen Strände bieten mir immer wieder neue Ideen, mich in ihnen zu verlieren. Da entstehen schnell Geschichten, wenn ich zum Beispiel nachts am Strand nach Bernstein suche oder durch die Waldflächen spaziere, wenn ich allein bin.

TG: Man spürt in Ihren Büchern, wie sehr sie mit dem Schreiben verbunden sind. Können Sie artikulieren, was das Schreiben für einen Wert in Ihrem Leben einnimmt?

Heike Meckelmann: Leider nimmt das Schreiben sehr großen Raum ein. Manchmal zum Nachteil für meine Familie. Ich schreibe und lebe in meinen Geschichten und Figuren. Das nimmt mit jeder Geschichte an Umfang zu. Manchmal fragen mich meine Freunde oder mein Mann … was, wann ist das denn passiert? Selbst sie können manchmal zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht unterscheiden, wenn ich erst mal losgelassen werde.

TG: Wie sind Sie denn zum Schreiben gekommen?

Heike Meckelmann: Tatsächlich habe ich gefühlt schon mein ganzes Leben geschrieben. Das fing mit ellenlangen Aufsätzen in der Schule an, die mir meist zuerst eine schlechte Zensur einbrachten, weil man mir nicht abnahm, dass ich das Geschriebene selbst verfasst hätte. Später wurde dies natürlich korrigiert …! Dann folgten Liedertexte während meiner Zeit als Sängerin. Und wieder später nahm man mich nach einem Schreib-Wochenende zur Seite und meinte, ich müsste unbedingt Schreiben. Hm, damit war dann auch für mich die Sache klar.

TG: Sie kommen ja gebürtig aus Elmshorn, also nördlich der Elbe. Wie erleben Sie denn die Kultur im Süden Hamburgs?

Heike Meckelmann: Hanseatisch zurückhaltend. Aber sehr freundlich und zuvorkommend. Unser Sohn stammt tatsächlich aus der Nähe von Stade. Er entstand in einem Ferienhäuschen hinterm Deich. Kein Spaß. Also ein bisschen südliches Hamburg steckt auch in meiner Familie.

TG: Corona ist ein Thema, das wir versuchen hinter uns zu lassen. Aber wie erleben Sie die Kultur nach der Pandemie? Hat sich Ihrer Meinung nach etwas verändert?

Heike Meckelmann: Corona hat uns allen ziemlich zugesetzt und ich bin wirklich froh, dass die Menschen um mich herum endlich wieder ein Stück Normalität erleben wollen. Das muss auch so sein. Ich freue mich, dass endlich wieder alles einen fast normalen Alltag wiederfindet.

TG: Was dürfen wir von Ihnen bei der SuedLese erwarten?

Heike Meckelmann: Eine spannende Geschichte von der Küste, die euch meine Insel und die Region ein bisschen näherbringen möchte und dabei auf Spannung nicht verzichtet. Eine gutgelaunte Autorin, die gern über dieses und jenes mit ihren Gästen plaudert. Also fragt mich … ich bin bereit!

TG: Vielen Dank. Alles Gute und wir freuen uns auf Sie.

Heike Meckelmann: Vielen lieben Dank.

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Bastian Hamel)

Termin: So., 18. Juni, 16 Uhr Gemeindebücherei Jesteburg / Heimathaus, Niedersachsenplatz 5, 21 266 Jesteburg (Landkreis Harburg): Heike Meckelmann – Küstengruft; Eintritt: 6,- €

Das Buch:

Heike Meckelmann –  Küstengruft

439 Seiten, ersch. 08.02.2023

ISBN 978-3-8392-0369-9; Preis 15,- €

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Eine literarische Schnitzeljagd im Süden Hamburgs https://www.tiefgang.net/eine-literarische-schnitzeljagd-im-sueden-hamburgs/ Fri, 28 Apr 2023 22:29:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9902 [...]]]> Die SuedLese hat sich in Hamburgs Süden als großartiges Literaturfest etabliert und ist ein literarisches Manifest der südlichen Metropolregion Hamburg. Nun machen die 8. SuedLese-Literaturtage vom 15. Mai bis zum 18. Juni 2023 Hamburgs Süden erneut zu einer einzigen Buchsafari.

Das Lesefest ist eine umfassende Kooperation vieler „Orte der Worte“ aus dem südlichen Bezirk Hamburg-Mitte, dem Bezirk Hamburg-Harburg und dem zu Niedersachsen zählenden Landkreis Harburg. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeindebüchereien in Stelle, Winsen und Jesteburg, das Kiekeberg-Museum oder der KulturPunkt Moisburg. Auch Buchhandlungen sind dabei wie Lüdemann in Wilhelmsburg, die Buchhandlung in Hanstedt oder am Harburger Sand. Die Bücherhallen von Harburg, Wilhelmsburg und Kirchdorf laden ebenso ein wie auch die Volkshochschulen. Neben diesen für Lesungen üblichere Stätten findet die SuedLese 2023 auch an weiteren Kulturorten statt wie Kneipen oder einfach “draußen“. Zudem gibt es auch Angebote für das Selberschreiben wie etwa an einem öffentlichen Bücherschrank.

Nicht nur die „Großen“ kommen auf ihre Kosten, es gibt zahlreiche Angebote für Kinder. Der auch schon für die letztjährige SuedLese spezialverantwortliche Projektleiter Jörn Waßmund betont: „Es ist großartig, wie immer mehr Kulturorte Jahr für Jahr bemüht sind, der Literaturszene ihre angemessene Würdigung zukommen zu lassen. Und vor allem: Mit welch großem Engagement so vielfältige Formate auf die Beine gestellt werden.“

Los geht es am 15. Mai im Speicher am Kaufhauskanal mit einer musikalischen Lesung zu Engelbert Humperdinck, dem Komponisten von „Hänsel und Gretel“. Den Abschluss bildet dann am 18. Juni die Autorin Katrin Seddig mit ihrem Neulingswerk „Nadine“ im Treffpunkthaus Heimfeld.

Neben lokalen Autor*innen wie Conny Schramm, Kathrin Hanke, Ulrich Lubda oder Christoph Rommel kommen dieses Jahr auch Lesegrößen wie der TV- und Bühnen-Schauspieler Christian Redl, Lisa Roy, Dennis Gastmann, Sabrina Janesch oder Katrin Burseg. Für Kinder gibt es Literatur am Fenster, im Bürgerhaus oder am Elbdeich. Mit über 40 „Orten der Worte“, mehr als 60 Terminen mit noch viel mehr Autor*innen, gilt es, den Süden Hamburgs zu einem Paradies des literarischen Geschehens zu machen und zu entdecken. „Es wird eine Art literarische Schnitzeljagd“, freut sich Waßmund und resümiert: „Literatur hat im Süden seinen Platz wie auch die Musik und die Kunst: Diese ungewöhnliche Kooperation in der Kultur findet schon weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung.“ Und das hat seine Geschichte. Nachdem 2010 das Netzwerk SuedKultur mit der jährlichen SuedKultur Music-Night der Musik als erstem Genre ein Forum gab, folgte 2015 die erste SuedLese für Literatur und 2019 die Kunstleihe Harburg für die Kunst. Die Grundidee ist stets dieselbe: die Akteur*innen des jeweiligen Genres entwickeln die Ideen und Formate zusammen, kooperieren und wandeln Jahr für Jahr Akzente.

Den Blick über den eigenen Tellerrand merkt man auch an den besonderen Formaten: die Sammlung Falckenberg etwa beleuchtet Texte von Bildenden Künstler*innen. In Neugraben wird unterm Kirschbaum gelesen und in Harburg in den Kneipen. Eine Comiclesung findet im Rockclub statt und auf dem Hafenfest lädt der Poetomat zur Poesie im öffentlichen Raum. Und wo man nicht zur Literatur kommt, kommt sie – wie beim Heimfelder Seniorenheim Domicil – eben zum Publikum.

SuedLese-Initiator Heiko Langanke: „Dieser Wille von Kulturorten und Kulturschaffenden etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Hamburger Südens. Da kommen Ideen und Macher*innen zusammen, die dafür sorgen, dass mit einem vergleichsweise kleinen Etat das Maximum herausgeholt wird!“

Jedes Jahr bieten sich auch neue Orte an, haben lokale und auch überregionale Autor*innen neue Bücher, Themen und Ideen im Gepäck. „Und es ist schön zu sehen, wie manche Autor*innen ihren Weg gehen, Preise bekommen, Beachtung und ihr Publikum finden“, so Langanke. Denn genau dies ist die Idee der SuedLese – zeigt her was ihr habt, was ihr macht und wo ihr steckt. Und so wird selbst für die angestammten Südelbianer*innen jede SuedLese immer auch eine Bestandsaufnahme des literarischen Lebens im Süden der Großstadt.

Eine Bereicherung für das SuedLese Team und die SuedLese-Neugierigen ist dabei Sebastian Hamel, der als Abschlusspraktikant des Poesie-Studiengangs an der Medical School Hamburg im Harburger Hafen bei einigen Autor*innen und Leseorten mal genauer nachgefragt hat. Die Interviews sind in Kürze im SuedKultur-Online-Feuilleton www.tiefgang.net zu lesen.

Besonderen Dank gilt noch einmal einer Restförderung durch den Fonds NEUSTART KULTUR über den Deutschen Literaturfonds, der uns besonders über die schweren Zeiten half. Dank aber auch an die hervorragende Kooperation zur Förderung der SuedLese mit der Behörde für Kultur Medien Hamburg, den Bezirken Hamburg-Mitte und Hamburg-Harburg aber auch des Kulturlandkreises Harburg in Niedersachsen, die allesamt ein weiteres positives Zeichen gaben, wie Metropolregion funktionieren kann.

Die SuedLese im kommenden Frühsommer ist eine einmalige Chance, die vielfältige Literaturszene im Hamburger Süden kennenzulernen und neue Autor*innen aber auch Orte zu entdecken. Weitere Informationen und das komplette Programm der 8. SuedLese-Literaturtage gibt es unter www.suedlese.de und als Programmbüchlein an den Lese- und vielen anderen Orten.

Das Programm findet sich online hier: suedlese.de/programm

 

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