AG Stadtteilkultur – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 09 Dec 2017 15:44:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Arbeits- oder Frei-Zeit? https://www.tiefgang.net/arbeits-oder-frei-zeit/ Fri, 08 Dec 2017 23:33:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2657 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 3: Was ist eigentlich Soziokultur?

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die 80er Jahre

Anfang der 80er Jahre überlegen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur, wie sie die Stadtteilkultur den Bürger*innen näher bringen können. Der Vorstand der AG findet, Freizeit sei Voraussetzung und Grundlage aller stadtteilkultureller Aktivitäten. Die Mitglieder sehen das zu einem großen Teil anders: Kulturelle Stadtteilarbeit sei mehr als nur ein Ausfüllen freier Zeit. Viel mehr ginge es um die Kultivierung des Miteinanderlebens und – in ferner Zukunft – darum, dass sich die Arbeit so verändert, dass es das Gegensatzpaar „Arbeitszeit – Freizeit“ nicht mehr braucht.

Das „Stadtteilkultur-Dschungelbuch“ von Dagmar Fohl

Es geht „ums Geld“ in der AG Stadtteilkultur, unter anderem um die Frage: Staatsknete – ja oder nein? Darf man Geld vom Staat nehmen? Soll man es sogar? Oder ist der Staat als Geldgeber schlecht, falsch oder unmöglich?

Die Mitarbeiter*innen in den Stadtteilkulturzentren möchten, dass die Stadtteilkultur von Politik, Öffentlichkeit und Verwaltung als relevanter Arbeitsbereich anerkannt wird. Eine Hürde dabei: Noch gibt es keine Ausbildung für die Arbeit in den Häusern. Erste Versuche, eine Ausbildung an den Universitäten zu implementieren, finden im Fachbereich Freizeitpädagogik statt.

Diskussion im Vorstand der AG: Machen wir „Soziokultur“ oder „Stadtteilkultur“? Welcher der beiden Begriffe ist besser? Niemand weiß zu der Zeit, was „Soziokultur“ genau bedeuten soll.

Die Geschäftsstelle befindet sich mittlerweile in der Bornstraße. Es ist ein Souterrain-Büro mit einem Abfluss vor der Tür. Ein starker Regen verstopft den Abfluss mit Blättern und sorgt für eine Überschwemmung im Büro. Das Team beschließt, neue Räumlichkeiten zu suchen, und zieht 1989 um in den Herrengraben um.

Die Geschichtswerkstätten erleben Ende der 1980er Jahre einen Aufschwung und debattieren erneut: „Staatsknete – ja oder nein?“.

Dagmar Fohl veröffentlicht für den Dachverband Ende der 1980er das „Stadtteilkultur-Dschungelbuch“ – ein Anleitungsbuch, wie man Gelder beantragt. Das Buch wird auch an Stadtteilkulturzentren außerhalb Hamburgs geschickt.

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: stadtkultur-hh.de

 

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Die Jugend und die Drogen … https://www.tiefgang.net/die-jugend-und-die-drogen/ Fri, 01 Dec 2017 23:23:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2660 [...]]]> Kultur in der Stadt und vor allem den Bezirken ist doch selbstverständlich? Dem war nicht immer so. Teil 2: die Anfänge.

Der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG feiert gerade sein 40jähriges Bestehen und weiß so manches über die Stadt und ihre Kultur zu erzählen. Und wir geben es Euch – mit freundlicher Genehmigung des Dachverbandes – zur Lektüre.

STADTKULTUR Geschichte(n): Die ersten Jahre 1979 und 1980

Wir befinden uns im Jahre 1979: Die für die „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ zuständige Abteilung in der Kulturbehörde heißt „Stadtteilkultur und Freizeit“. Kultursenator Tarnowski bezeichnet die Stadtteilkultur in der Presse als wichtigsten Bestandteil seiner Kulturpolitik. In der Kulturbehörde wird eine Referentin für Stadtteilkultur installiert.

Gründungsprotokoll des Vereins

Die AG Stadtteilkultur bezieht ihr erstes Büro in der Poppenhusenstraße 12. Das Büro ist zweimal pro Woche für vier Stunden besetzt. Für ihre zukünftigen Mitglieder veröffentlicht sie die Handreichung: „Hinweise zur Gründung einer kulturellen Vereinigung“.

Am 17. Januar 1980 wird die Arbeitsgemeinschaft ein eingetragener Verein mit 73 Mitgliedern. Auf einem Treffen der AG wird diskutiert, wie damit umzugehen sei, wenn in einer Einrichtung Drogen konsumiert wurden. DIE WELT titelt: „Blüht in den Jugendtreffs der Drogenkonsum?“ und problematisiert die öffentliche Förderung der Einrichtungen.

Die AG beantragt für das Jahr 1980 einen Zuschuss von 30.700 DM bei der Kulturbehörde und bekommt 25.000 DM. 1980 gibt es damit 18.000 DM Personalmittel für drei bis vier nebenamtliche Mitarbeiter*innen und 6.850 DM Sachkosten-Budget.

Tätigkeitsbericht für 1980

Im Tätigkeitsbericht der AG steht: „Das Büro ist versehen mit einer Telefonanlage und einem Anrufbeantworter. Zwei elektrische Schreibmaschinen stehen für alle anfallenden Schreibarbeiten zur Verfügung. Eine Adrema (Adressiermaschine) wird bisher in Handarbeit vervielfältigt. Drei Büroschränke dienen der Aufnahme einer umfangreichen Registratur und der verschiedenen Karteien und Akten. Eine fachbezogene Bibliothek befindet sich im Aufbau.“ (Tätigkeitsbericht 1980)

STADTKULTUR Geschichte(n)

Im Dezember vor 40 Jahren wurde der Dachverband für Lokale Kultur und Kulturellen Bildung unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Stadtteilkultur“ gegründet. Wir werfen deshalb den Blick zurück in die Verbandsgeschichte: Wir haben Unterhaltsames und Informatives aus alten Aktenordner, verfärbten Zeitungsartikeln, angestaubten Diakästen und mäßig kompatiblen Datenträgern zusammengetragen und präsentieren die Ergebnisse wöchentlich auf unserer Webseite – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Quelle: stadtkultur-hh.de

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