Anna Nowak https://www.tiefgang.net Tue, 21 Jul 2026 14:53:18 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Neue ´Art Week` kommt https://www.tiefgang.net/neue-art-week-kommt/ https://www.tiefgang.net/neue-art-week-kommt/#respond Wed, 15 Jul 2026 14:01:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14179 [...]]]> Hamburg bekommt Zuwachs im Kulturkalender und die Erwartungen sind groß: Im September soll das neue Veranstaltungsformat „Hamburg Art Week“ die Kunstszene Hamburgs pushen.

Mit der ersten Hamburg Art Week, die vom 3. bis zum 6. September 2026 unter dem programmatischen Titel „Crossing Currents“ stattfindet, soll die Hansestadt endlich eine Plattform erhalten, die ihre vielfältige Kunstlandschaft medial bündelt und weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlen lässt. Es ist ein längst überfälliges Unterfangen, denn die Zeit erfordert neue Formate, um in einer überfluteten Medienlandschaft überhaupt noch durchzudringen. Die Hamburg Art Week soll die Kraft der bildenden Kunst in der Stadt bündeln und für ein breites Publikum sichtbar machen.

Das Versprechen ist groß: Mit 18 Museen, über 44 Galerien und 42 Off-Spaces soll das Event zu einer „Founding Edition“ heranwachsen, die Hamburg als Ganzes begreift. Doch bei aller Begeisterung für das neue Format stellt sich eine entscheidende Frage: Wie sehr wird dieses „Crossing Currents“ seinem Namen gerecht werden, wenn es um die geografische Ausdehnung der Kunst geht?

Denn die Kunstszene Hamburgs endet keineswegs an den Elbbrücken. Gerade im Süden der Stadt blüht eine Szene, die schon seit Jahren mit dem Label „SuedArt“ erfolgreich einen Prototypen für gemeinschaftliche Sichtbarkeit etabliert hat. Von der renommierten Falckenberg-Sammlung in den Phoenix-Hallen über den experimentierfreudigen Kunstverein Harburger Bahnhof bis hin zum Informationszentrum Hanne Darboven – der Süden ist kein kultureller Randbezirk, sondern ein Zentrum für visionäre Kunst.

Es bleibt daher spannend, inwieweit die neue Hamburg Art Week die gewachsenen Strukturen des Südens in ihr Programm integriert und ob die „kreuzenden Strömungen“ tatsächlich auch die Elbe überqueren. Ein Festival, das Hamburgs Kunstszene ernsthaft kartieren will, sollte die kreative Energie von Harburg und Wilhelmsburg nicht ignorieren. „Ein solches gemeinsames Format fehlte Hamburg bisher, um die verschiedenen Akteur:innen der bildenden Kunst zusammenzubringen und die Stadt in einen Raum der Begegnung zu verwandeln“, so verlautet es in den ersten Ankündigungen.

Noch sind die konkreten Programmpunkte weitgehend geheim, was die Spannung in der Szene weiter anheizt. Um das Projekt mit einem klaren Gesicht zu versehen, stützt sich die Hamburg Art Week aber auf ein Team aus profilierten Köpfen, die tief in der Hamburger Kunstszene verwurzelt sind. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Jessica Nupen, die als Kuratorin und Choreografin eine interdisziplinäre Perspektive einbringt, unterstützt von der Kunst- und Kulturmanagerin Fanny Roy. Initiiert wurde das Vorhaben durch Luise Nagel, Managing Partnerin der renommierten Produzentengalerie Hamburg, und Anna Nowak, die als Geschäftsführerin und Künstlerische Leitung des Kunsthauses Hamburg fungiert. Gemeinsam mit einem in Hamburg ansässigen Team gestalten sie die Vision und die kuratorische Ausrichtung der Art Week. Ihre Rollen als Kuratorinnen und Vermittlerinnen im Hamburger Kunstbetrieb garantieren, dass die Art Week nicht nur als bloßes Marketinginstrument fungiert, sondern einen tatsächlichen inhaltlichen Mehrwert für die lokale Kunstwelt generiert. Durch ihre Arbeit an der Schnittstelle von kommerziellem Galeriebetrieb, institutioneller Präsentation und freier Kunstproduktion verfügen sie über das notwendige Gespür, um die unterschiedlichen Strömungen – vom Alsterufer bis weit hinein in den Süden – in ein kohärentes Gesamtprogramm zu übersetzen.

Man darf dennoch gespannt sein, ob die Kuratierung gelingt, ohne dabei die lokalen Identitäten zu verwässern. Der Erfolg dieses Vorhabens wird davon abhängen, ob es gelingt, die ganze Stadt – von den großen Häusern in der City bis zu den versteckten Juwelen im Süden – unter einem Dach zu vereinen. Es wäre ein starkes Signal für die kulturelle Einheit einer Stadt, die sich ihrer eigenen Vielfalt oft erst noch bewusst werden muss.

Hamburg Art Week – „Crossing Currents“ | 3. bis 6. September 2026 | hamburgartweek.com

18 Museen, 44 Galerien, 42 Off-Spaces; Partner: Behörde für Kultur und Medien, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Michael Otto Stiftung, M.M.Warburg & CO


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Was ist Kunst wert? https://www.tiefgang.net/was-ist-kunst-wert/ Fri, 17 May 2019 22:57:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5258 [...]]]> Die Skulptur „Rabbit“ von Jeff Koons für über 90 Mio. Dollar, ein Werk von Monet für 110 Mio. Dollar. Ist das der Wert von Kunst? Ein Symposium in Hamburg geht dem nun auf den Grund.

In der Ankündigung heißt es:

  1. Mai 2019, 10.30 – 16:00 UhrNirgendwo sonst klaffen hard facts so stark auseinander wie in der Kunst: Die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstler/innen und der Glanz- und Glamour-Faktor auf Ausstellungseröffnungen, Biennalen und Messen. Aber auch Museen und Institutionen haben mit prekären Bedingungen und hohen Anforderungen zu kämpfen, welchen sie kaum noch gerecht werden können. Nach dem Kick-off Panel I too, have been seduced by the promise of exposure vor einem Jahr gehen wir in die zweite Runde. Das Symposium I, too, part II rückt den gesellschaftlichen Wert kritischer Kunst in den Fokus und beleuchtet die Dringlichkeit, dafür bessere Bedingungen zu schaffen.
    In Zeiten globaler Aufmerksamkeitsökonomien, internationalen Wettbewerbs- und Netzwerkstrukturen, sowie urbaner Diversifizierung muss lokale Kulturförderung im globalen Kontext neu überdacht werden. Der gesellschaftliche Wandel hat auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen von Kunst maßgeblich verändert. Er fordert ein Neudenken des herkömmlichen Verständnisses von der Rolle der zeitgenössischen Kunst und den Voraussetzungen unter welchen sie entstehen und wie sie in die Gesellschaft zurück wirken kann.
    Eingeladen sind sowohl lokale Akteur/innen als auch Vertreter/innen aus überregionalen Zusammenhängen, um in drei Gesprächsrunden über die aktuelle Situation von Künstler/innen sowie über zukunftsweisende Möglichkeiten und Perspektiven der Förderung von künstlerischer Arbeit zu diskutieren. Die Gespräche werden thematisch von einem Performance-Programm begleitet.
    Eintritt frei

    Programm
    ab 10.30 Uhr · Einlass & Kaffee
    Begrüßung: Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg)

    11:00 Uhr · Auftakt-Performance
    Wie sind die Arbeitsbedingungen der Künstler/innen heute tatsächlich? Die Performance gibt darauf kollektiv Antwort.

    11:20 Uhr · Einführung: Anna Nowak (Kuratorin, Kunsthaus Hamburg)

    11:30 Uhr · Impulsvortrag
    Kunst – Was soll das?
    Dr. Alexandra Manske (Soziologin und Politikwissenschaftlerin, HCU Hamburg Urban and Regional Economics)

    12:00 Uhr · PANEL I
    Free floating freelancers – Fake it till you make it!
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Alice Peragine (Künstlerin, Hamburg), Michaela Melián, (Künstlerin, Prof. für zeitbezogene Medien, HFBK, Hamburg) und Dr. Astrid Mania (Autorin, Prof. für Kunstkritik und Kunstgeschichte, HFBK, Hamburg).

    Von Anfang an sind Künstler/innen einer symbolischen Kapitalanhäufung durch unbezahlte und gering finanzierte Ausstellungsteilnahmen ausgesetzt. Der CV gilt als Kredit für eine bessere Zukunft. Doch wie bemisst sich Erfolg von Künstler/innen? In dieser Runde diskutieren wir über die Strukturen und Finanzierungsmodelle, sowie über Möglichkeiten und Ziele von öffentlichen und privaten Förderungen und Stipendien.

    13.00 Uhr · Get-together: Mittagspause im Kunsthaus Foyer

    13.30 Uhr · PANEL II
    Cozy institutions? Die harten Realitäten hinter den Kulissen
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg), Dr. Tulga Beyerle (Direktorin, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg) und Sophie Goltz (Ass. Prof. School of Arts, Design and Media, Singapore, ehemalige Stadtkuratorin Hamburg)

    Nicht nur Off-Spaces haben zu kämpfen. Institutionen und Museen sind ebenfalls großen Defiziten ausgesetzt, auch wenn die Sichtbarkeit der ausstellenden Künstler/innen höher ist, kann selten ein Honorar gezahlt werden. Was sind die dahinter liegenden Mechanismen, die diese prekären Bedingungen produzieren? In diesem Gespräch möchten wir anhand konkreter Beispiele diese Zusammenhänge sezieren und analysieren.

    14.30 Uhr · PANEL III
    Hamburg – das Tor zur Welt?
    Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Johanna Bruckner (Künstlerin, Hamburg / Zürich), Tiphanie Blanc (Kuratorin, Mitbegründerin wages for wages against) und Richard Frater.

    Wie lassen sich langfristige Modelle der Kunst- und Kulturförderung gestalten? Ausgehend von internationalen Initiativen wie beispielsweise W.A.G.E., New York, möchten wir in dieser Runde funktionierende Förderungsstrukturen im internationalen Kontext in den Fokus rücken und über nationale Förderungsmöglichkeiten diskutieren.

    15:30 Uhr · Performance von Balz Isler

    Veranstalter:
    I, too ist eine Initiative von individuell vernetzten Künstler/innen und Kulturschaffenden aus der Hamburger Kunst- und Kulturlandschaft. Wir bieten im Rahmen unterschiedlicher Formate eine Plattform, um die Arbeitsbedingungen im Kontext von Kunst und Kultur zu verhandeln. Wir möchten ein öffentliches Bewusstsein für diese Thematik schaffen und den Blick für die differenzierten Zusammenhänge schärfen. Der Name der Gruppe geht auf die Abwandlung eines Marcel Broodthaers-Zitats zurück und bezieht sich auf die Verführungsmacht des Wert- und Erfolgsversprechens von kreativer Arbeit.
    Am Programm haben mitgewirkt: u.a. Kirstin Burckhardt, Johanna Bruckner, Móka Farkas, Tanja Hehmann, Ida Lennartsson, Anna Nowak, Franziska Opel, Alice Peragine, Dagmar Rauwald, Benjamin F. Stumpf.

Termin:Samstag, 25. Mai 2019 von 10:30 bis 16:00 Uhr

Ort: Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15, 20095 Hamburg, Tel.: 040 335803; info@kunsthaushamburg.de, www.kunsthaushamburg.de; Eintritt frei“

Quelle: www.kunsthaushamburg.de

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