Anne Beecken https://www.tiefgang.net Wed, 11 Sep 2019 12:36:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Synergieeffekte https://www.tiefgang.net/synergieeffekte/ Fri, 13 Sep 2019 22:42:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5761 [...]]]> Kürzlich erlebte ich ein bemerkenswert schönes Zusammenspiel auf verschiedenen Ebenen. Alles greift ineinander und fügt sich zu einem Erlebnis der besonderen Art zusammen.

Zum einen ist da die Kunstleihe, für die ich schwärme und mich stark mache, weil sie eindrucksvoll eine eigene Dynamik entwickelt und das Bewusstsein verändert. Die Möglichkeit, sich unglaublich kostengünstig Kunstwerke auszuleihen und in den eigenen vier Wänden wirken zu lassen, ist eine Einladung an alle Menschen, einen persönlichen Zugang zu etwas unsagbar Kostbarem zu finden: Inspiration. Auf der zweiten Ebene kommen Bilder ins Spiel, für die ich mich begeistere und in die ich quasi mit allen Sinnen eintauche. Und schließlich beschäftige ich mich mit dem Fachbuch von Ulrike Hinrichs „Kunst als Sprache der Intuition“.

In der Kunstleihe komme ich sowohl mit Künstlern und ihren Werken als auch mit Betrachtern ins Gespräch und finde das anregend und bereichernd. Obwohl ich schon immer „kunstaffin“ und auch kreativ war, kann ich durch den Kontakt an mir selbst verstärkt Veränderung beobachten. Die Kunst hat einen Rückkopplungseffekt. Ich reagiere auf das Energiefeld und bin gleichzeitig Mitwirkende des sich weitenden Bewusstseins. Das mag etwas komisch klingen, doch tatsächlich steckt darin für mich die elementare Erkenntnis, dass wir Teil einer fulminanten Schöpfung sind, gleichermaßen Gestalter und Betrachter in einem universellen Meisterwerk. Die Welt trifft auf unseren Resonanzkörper. Er liebt es, sich einzuschwingen und lässt uns aufleben, wenn wir die richtige Frequenz für uns gefunden haben. Elias Canetti behauptete, ein Werk brauche die Erfahrung des Betrachters, um zum Leben erweckt zu werden. Das bedeutet, dass ein Werk schweigt oder wir vielleicht nur ein dissonantes Rauschen wahrnehmen, wenn wir nicht auf gleicher Wellenlänge sind. Wissenschaft und Technik sind ohne Frage faszinierend, aber vermögen sie uns wirklich zu bewegen und in Harmonie bringen mit einer größeren Ordnung natürlichen Ursprungs? Sind es nicht vielmehr Berührungen und andere Sinneswahrnehmungen, die uns ein Gespür für den göttlichen Funken vermitteln, der in allem schlummert?

Das Denken scheint dafür weniger geeignet als Musik und Tanz, Poesie und bildende Künste. In einem Bild von Anne Beecken sehe ich eben jene Verschmelzung aller Ebenen, die mich selbst erfasst. Ich verliere mich in der Betrachtung und finde mich zugleich wieder. Mein holografisches Ich ist berührt und zutiefst verbunden mit den weichen Wellen. In dieser Bewegung komme ich ganz und gar zur Ruhe. Und in der Ruhe liegt die Kraft. Ich fühlte mich unwiderstehlich angezogen von dem Bild. Mein Verstand ist bemüht, Erklärungen nachzuliefern, was ein anderer Teil von mir unmittelbar „wusste“, weil es spürbar war. Die Ahnung ist schneller und umfasst mehr Sinneswahrnehmung, als wir bewusst gewahr werden.

„Das Wissen ist nicht im Gehirn, sondern das Gehirn im Wissen.“ (Hans Hein)

Ist es müßig, diese Vorgänge in Worten fassen zu wollen? Vielleicht, aber trotzdem ist es mir ein echtes Anliegen, und ich hoffe, dass man meinen Gedanken folgen kann. Die erwähnte Anziehungskraft ist am ehesten vergleichbar mit Sichverlieben.

Man kann sich nicht aussuchen, bei wem oder was der Funken überspringt. Zwar mag man rationale Gründe haben, sich für diesen oder jenen Partner zu entscheiden, aber eine solche Allianz ist nicht vergleichbar mit dem überwältigenden Gefühl von Liebe. Auch dafür ließen sich Erklärungen finden, biochemische Prozesse etc., damit das Kind einen Namen bekommt. Aber was wir fühlen ist: Der/ die/ das ist das Richtige für uns, hier und jetzt.

Nicht umsonst ist das Thema Liebe eines der meist besungenen, besprochenen gemalten und dargestellten. Es ist das stärkste Motiv des Lebens, denn es öffnet Kanäle und macht uns empfänglich für eine unfassbare Energie.

Wenn wir lieben, überspringen wir den Zwischenraum und stehen auf der Brücke, die in eine Welt voller Zauber und Magie führt.

Künstler folgen ihrer Intuition und gestalten, was ihnen in den sechsten Sinn kommt. Sie sind Medium, Diener einer Eingebung und Vermittler einer rätselhaften Kraft.

Sie wissen selber nicht, was bei ihren Werken herauskommt, sondern lassen sich „nur“ ein auf einen selbstbildenden Prozess. Das macht sie in gewisser Weise ebenso zum neugierigen Betrachter. Doch durch ihre ausgelebte Kreativität geben sie dem Wunder Gestalt und anderen Menschen die Möglichkeit, für sich selbst etwas in der jeweiligen Ausdrucksform zu erkennen und weiter zu transformieren.

Die Kunst knüpft Kontakte.

 

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Bilder geben sich die Klinke in die Hand https://www.tiefgang.net/bilder-geben-sich-die-klinke-in-die-hand/ Fri, 02 Aug 2019 22:57:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5621 [...]]]> Auch Werke zweier Künstlerinnen, die auch in der Kunstleihe Harburg vertreten sind, gingen mit an Bord der Cap San Diego, wo insgesamt 10 Künstlerinnen im Rahmen der „Exhibition NordKünste“ bis zum 25. August ausstellen.

Von Sonja Alphonso

Der persönliche Bezug zu den beiden Künstlerinnen Yvonne Lautenschläger und Antje Gerdts lockte mich trotz Hitzewelle am 26.07. zur Vernissage. Im Hamburger Hafen wehte zum Glück ein angenehm erfrischender Wind, den ich jedoch leider nicht mit unter Deck nehmen konnte.

Gleich beim Hineingehen erkannte ich das Duo Vilou, dem ich schon mal im „Komm du“ gelauscht hatte. Sie gaben kein Konzert, sondern sorgten bei der Veranstaltung nur für musikalische Untermalung, ganz dezent, um die Besucher nicht von den Bildern abzulenken.

 

Yvonne Lautenschläger: Melancholie

Bemerkenswert finde ich, dass ich kurz darauf „Melancholie“ erneut über den Weg lief; Einem Bild, welches ich vor Jahren in einem ganz eigenen Kontext gesehen, kennen und lieben gelernt hatte, gemalt von Künstlerin Yvonne Lautenschläger, die ich seinerzeit noch nicht kannte.

Wie heißt es so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ oder „Wiedersehen macht Freude“. Ein anderes Bild von ihr hatte zuvor auch schon mal an Wiedererkennungswert gewonnen.

Einst kaufte ich nämlich im „Komm du“ eine Postkarte, die mir gefiel, und erkannte das Motiv wieder, als wir Anfang des Jahres die Eröffnung der Kunstleihe Harburg vorbereiteten. Darunter eben auch „veggie spa“ in Originalgröße.

 

Yvonne Lautenschläger: veggie spa

Es erfreut sich großer Beliebtheit und ist deshalb fast stets in Umlauf. Kaum wird es zurückgebracht, findet es schon den nächsten Liebhaber… oder eine Liebhaberin.

Nach diesem kleinen Exkurs kehre ich zurück zur Ausstellung auf der Cap San Diego. Ich habe mir einige Werke und/oder Künstlerinnen gemerkt. Vor allem eine „Gelbe Welle“ hatte es mir angetan. Auch die „Fernsicht“ und „Transzendenz“ der gleichen Malerin sprachen mich an.

Leider konnte ich Anne Beecken bei der Vernissage nicht persönlich begegnen und meine Begeisterung zum Ausdruck bringen, denn als ich nachfragte, erfuhr ich, dass sie nicht zugegen sein konnte.

Gefesselt wurde meine Aufmerksamkeit u. a. auch vom Kettenkasten, der allerdings nicht zur Ausstellung, sondern Ausstattung des Schiffes gehört. Dort lagert die schwerfällige Ankerkette. Durch eine ovale Luke sieht man die beeindruckenden großen Kettenglieder, aufgetürmt zu einem gewichtigen Haufen.

Wo ich schon beim maritimen Ambiente bin, kann ich auch gleich die von Antje Gerdts bemalten Kaffeesäcke erwähnen. Bilder, die weit unten im Schiff hängen. Ich möchte einen Besuch der untersten Etage wärmstens empfehlen, obwohl der Abstieg schweißtreibend war. Hier befand sich der gefühlte Stauraum für hohe Temperaturen, im Gegensatz zu kühl gelegenen Kellern.

Stichwort „Streifzug“. Dazu fällt mir ein Bild von Miriam Bonner ein. Ich schwelge auch in der „Poesie der Formen: Sommerfrische“ von Carmen Lohse oder erinnere mich an „Airy views“ von Christine Bernreuther.

Renate Hamer beeindruckte mich als schöne, reife, vitale Frau. Ihre abstrakten, bunten Bilder sah ich mit neuen Augen, nachdem ich wusste, von wem sie sind.

Bei „I´m“ von Dora Nowa hielt ich mich länger auf, und als visuelle Highlights nahm ich noch zwei Werke von Hildegard Langefeld wahr: „ei 01/06-4“ und „s/w XII“. Titel, die mir leider nicht auf die Sprünge helfen, was ich gesehen und dabei empfunden habe.

Marzena Brandt war auch noch mit von der Partie und zeigte Fotografien. Alles in allem eine bunte und runde Sache.

Exhibition Nordkünste – 10 Künstlerinnen stellen noch bis zum 25. August 2019 von 10:00 bis 18:00 Uhr auf der Cap San Diego, Hamburger Überseebrücke aus.

Weiterführend: www.medeas.space

 

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