Antje C. Gerdts https://www.tiefgang.net Fri, 24 Jul 2026 16:19:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Die Natur zieht in die City https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/ https://www.tiefgang.net/die-natur-zieht-in-die-city/#respond Fri, 24 Jul 2026 16:09:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14260 [...]]]> Es ist ein wunderbarer Kontrast, der den Alltag im Herzen Harburgs für einen Moment zum Stillstehen bringt. Wo sonst das geschäftige Treiben zwischen Lüneburger Straße und Harburger Ring den Takt vorgibt, zieht plötzlich eine tiefe, organische Ruhe ein.

Die Kunstleihe Harburg schickt ihr gefeiertes und erfolgreiches einjähriges Ausstellungsformat der „Kunstpassage“ in der City Galerie in die finale Runde. Nach den großen Erfolgen von Frank Vaders, Thomas Behrens und Yvonne Lautenschläger übernimmt nun keine Geringere als die in Moorburg verwurzelte Künstlerin Antje Gerdts die prominenten Glasvitrinen. Bis Ende September 2026 verwandelt sich der urbane Durchgang in eine grüne Oase, die Passanten dazu einlädt, innezuhalten und die Natur aus einer völlig neuen, künstlerischen Perspektive zu betrachten.

Wer Antje Gerdts begegnet, spürt sofort, dass diese Kunst keine bloße Atelierarbeit ist, sondern aus einer lebenslangen Verbundenheit wächst. Schon als Kind streifte sie durch Wiesen und Wälder, entdeckte jedes vierblättrige Kleeblatt und nahm die feinsten Details am Wegesrand wahr. Was vor fast vierzig Jahren mit Malerei auf historischen Kaffeesäcken aus dem Hamburger Freihafen begann – getragen von der Faszination für den pflanzlichen Malgrund und dessen ganz eigener Geschichte –, hat sich über die Jahrzehnte zu einer tiefgreifenden, eigenständigen Ausdrucksform entwickelt.

Seit mittlerweile zehn Jahren arbeitet die Künstlerin auf Leinwänden direkt mit echten Pflanzen. Dabei geht es ihr nie um eine simple, botanische Abbildung. Es ist ein schöpferischer Austausch, eine echte Begegnung im Malprozess. Die Technik entwickelt sich dabei organisch mit der jeweiligen Pflanze, um deren ureigene Kraft und Ausstrahlung für den Betrachter spürbar zu machen. Die aktuellen Vitrinen-Ansichten in der City Galerie zeugen von dieser intensiven Zwiesprache: Sie zeigen eine beeindruckende Bandbreite von filigranen Strukturen und skulpturalen Elementen bis hin zu großflächigen, naturinspirierten Farbkompositionen.

Die Ausstellung von Antje Gerdts markiert den vierten und vorerst letzten Teil der diesjährigen Kunstpassage. Die von der Eigentümergemeinschaft unterstützte Aktion hat sich im Viertel als echter Publikumsmagnet erwiesen und eindrucksvoll bewiesen, wie ungenutzter Leerstand im öffentlichen Raum mit Leben, Sinn und Ästhetik gefüllt werden kann.

Wie bei allen Stationen schlägt auch dieses Finale eine Brücke zum Kernanliegen des Vereins: Die Kunstleihe Hamburg e. V. setzt sich seit 2019 unermüdlich dafür ein, zeitgenössische lokale Kunst durch den echten Verleih, kuratierte Führungen wie „Kunst vor Ort“ oder Großprojekte wie die SuedArt für alle zugänglich zu machen und den Hamburger Süden nachhaltig zu bereichern.

Wer sich verzaubern lassen möchte, kann die „Pflanzenkunst“ von Antje Gerdts noch bis Ende September 2026 kostenfrei und rund um die Uhr im Durchgang der City Galerie besichtigen. Weitere Einblicke in das Schaffen der Künstlerin bietet ihre Website antje-gerdts.de.

Und wer die ehrenamtliche Arbeit der Kunstleihe unterstützen möchte, findet alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Beteiligung direkt unter kunstleihe-harburg.de. Offenbar wird bislang nicht an eine Fortführung des Projektes gedacht …


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Kunstvolle Weihnacht https://www.tiefgang.net/kunstvolle-weihnacht-2/ Fri, 19 Nov 2021 23:25:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8581 [...]]]> Ab dem 25. November hat die Kunstleihe Harburg in der Meyerstraße 26 in Heimfeld wieder ihre Schaufenster hergerichtet: weihnachtlich aber vor allem kunstvoll.

Denn oft fehlt es bei der Suche nach Weihnachtsgeschenken dem einen oder anderen an Inspiration oder nach einer ganz persönlichen Note. Zum anderen haben die lokalen Künstler*innen nun seit bald 20 Monaten eine harte Durststrecke ohne Ausstellungen oder sonderliche Präsenz hinter sich. Diese bekommen hier die Gelegenheit, zumindest kleine Kunstwerke zum kleinen Preis anbieten zu können.
„Das hat schon letztes Jahr erstaunlich gut gefruchtet“, so Sabine Schnell von der Harburger Kunstleihe. „In diesem Jahr stellen wir zudem zum 100. Geburtstag des Harburger Künstlers Carl Ihrke bis Jahreswechsel Linol-Drucke mit vielen Harburger Motiven aus und bieten auch einige zum Kauf an.“ Aber auch Aquarelle und Tuschezeichnungen von Anne Flad, Regal-Kunst von Yvonne Lautenschläger, Acrylwerke von Petra Hagedorn oder Drucke von Sabine Schnell sind im Angebot und an Vielfalt und Ideen reichlich gesät. Damit bietet die Kunstleihe Harburg Interessierten nicht nur eine stilvolle und vor allem individuelle Auswahl an Präsenten an, sondern unterstützt eben zugleich die lokalen Künstler*innen Harburgs unter dem Titel „support your local artist“. „Und wenn schon viele nur noch dem Online-Shopping verfallen: Kunst ist doch nochmal etwas ganz persönliches und macht einfach mehr her“, so Anne Flad vom Organisationsteam der Kunstleihe. Unter den feilgebotenen Arbeiten finden sich auch Gutescheine für die Kunstleihe, Kunstpuzzle oder die Monsterkarten der Harburger Künstlerin Ulrike Hinrichs als Powerpack für Intuitionen. Die meisten Stücke sind rund um die Uhr und dekorativ in den Schaufenstern der Kunstleihe in der Meyerstraße 26, Ecke Bansenstraße zu sehen und zu den regulären Öffnungszeiten (Do-Fr. 14-18h und Sa., 12-18h) ohnehin besuchbar. Einfach Klingeln und um Einlass begehren!

Da aber auch die Kunstleihe Harburg als erste nonkommerzielle Artothek Hamburgs stest Unterstützung Miete aber auch Material benötigt, läuft zum Jahresende auch wieder die Spenden-Kampagne „Kohle für die Kunst“. Und es gibt auch kleine Dankeschöns je nach Spendenbetrag. Zur
Spendenkampagne hier: Kohle für die Kunst!

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Kunst vor Ort – weitere Führungen in Harburg https://www.tiefgang.net/kunst-vor-ort-weitere-fuehrungen-in-harburg/ Fri, 03 Sep 2021 22:58:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8337 [...]]]> Die Kunstleihe Harburg e.V. lädt im September und im Rahmen ihrer Reihe „Kunst vor Ort“ zu weiteren Führungen ein. Orte sind u.a. der Kunstverein Harburger Bahnhof, das Stadtmuseum Harburg und auch die Falckenberg-Sammlung.

Und auch digital geht es bald in heimische Ateliers.

Ausstellungsbesuche waren durch die Covid-Pandemie lange schwer planbar. Die Kunstleihe Harburg hilft nun, sich neu oder erneut in der recht vielfältigen Harburger Kunstlandschaft zu orientieren. Nachdem die ersten Führungen zu „Kunst im Garten“ bei der Künstlerin Antje C. Gerdts auf großen und positiven Zuspruch fielen, stehen nun weitere Termine im September an.

So lädt die Kunstleihe am Die., 14. September um 15 Uhr in die Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Str. 71, 21073 HH-Harburg ein. Treffpunkt ist um 14.50h am
Eingang. Mit der Ausstellung ABY WARBURG: BILDERATLAS MNEMOSYNE. DAS ORIGINAL ist Aby Warburgs berühmter Bilderatlas zurück in Hamburg. Der »Bilderatlas Mnemosyne« zählt bis heute zu den weltweit bedeutendsten kunsthistorischen Forschungsprojekten.
Der Bankierssohn Aby Warburg (1866–1929) wandte sich nach seinem Studium der Kunstgeschichte schon früh von der damals verbreiteten Genre- und Zeitzuordnung von Kunst ab und untersuchte die Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er entwickelte den »Bilderatlas Mnemosyne«, um die Einflüsse der Antike auf die Renaissance und weit darüber hinaus bildlich darstellbar zu machen. Der Atlas entwickelte sich bereits im Entstehungsprozess zu einem Erkenntnisinstrument. Warburgs Methode setzte neue Maßstäbe: Die neue Form der Anordnung kanonisierter Bilder überschritt die Fachgrenzen zwischen Kunstgeschichte, Philosophie und Anthropologie und war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild-und Medienwissenschaften.

Weiter geht es am Samstag, 18. September um 13h in der Helms-Lounge, Museumsplatz 2, Hamburg Harburg. Dort wird anlässlich des 100. Geburtstags von Carl Ihrke eine nur eintägige Ausstellung seiner Werke gezeigt. Carl Ihrke war ein Maler, Grafiker, Bildhauer und Bühnenbildner. Kunststudium in Weimar, Parisaufenthalt, Mitglied des Hamburger Künstlervereins. Sein Werk umfasst Linolschnitte und Lithografien von Kirchen und alten Häusern in Harburg und Umgebung, Zeichnungen und Malerei von Häusern und Landschaften auf Sylt, Kunst am Bau z.B. Fenster in der Friedrich-Ebert Halle und St.Johannis-Kirche, Hamburg-Harburg, Tierplastiken, Fischbrunnen in der Lämmertwiete.
Die vorerst letzte Führung der Reihe findet am Die., 21. September um 16h im Kunstverein Harburger Bahnhof statt. Der Kunstverein besteht seit mittlerweile 30 Jahren, hat sich im ehemaligen Wartesaal der 1. Klasse zum Ort für aktuelle Kunst entwickelt und wird dabei mittlerweile von der Behörde für Kultur und Medien institutionell gefördert. Aktuell ist dort die Ausstellung von Adam Christensen mit dem Titel „Küss mich, bevor du gehst“ zu bestaunen. Erklärungen sowohl zum Anspruch des Kunstvereins, zum Ort aber auch zur Position der aktuell ausstellenden Künstlerin Christensen gibt Vereins-Kurator Tobias Peper. Treffpunkt ist um 15.55h direkt am Eingang über dem Fernzuggleis 3 im Bahnhof Harburg.
Um Anmeldung für die Führungen wird aufgrund begrenzter Plätze unter kontakt@kunstleihe-harburg.de bzw. tel. 040 – 300 969 48 gebeten, die Führung ist kostenfrei, eine Spende aber erwünscht.

„Mit der Reihe führen wir niedrigschwellig sowohl an die Kunst als auch an unsere lokalen Künstler*innen, unsere Kunstorte und Harburgs künstlerisches Schaffen heran“, so Sabine Schnell vom Vereinsvorstand. „Anfang August hatten wir mit dem 1. Harburger Kunstfest hier schon eine gute Resonanz erzielt und auch der Besuch der Moorburger Ausstellung ´Kunst im Garten` zeigte das große Interesse an der lokalen Kunst.“ Erweitert wird das Projekt durch digitale Formate, die bald auf der website www.kunstleihe-harburg.de weitere Besuche in heimischen Ateliers und Gespräche mit Künstler*innen abbilden. Die Reihe
„Kunst vor Ort“ wurde möglich durch die freundliche Unterstützung des Förderprogramms NEUSTART Kultur der Bundesbeauftragten für Kultur sowie des Fonds Soziokultur. Viele Kunstwerke lokaler zeitgenössischer Künstler*innen sind zudem in der Harburger Kunstleihe, Meyerstr. 26, Hamburg-Heimfeld, für eine geringe Gebühr leihbar, so dass man sich auch in seinem ganz persönlichen Umfeld mit lokaler Kunst auseinandersetzen kann.
Weitere Informationen unter www.kunstleihe-harburg.de

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Kraftvolle Kunst-Präsenz https://www.tiefgang.net/kraftvolle-kunst-praesenz/ Fri, 06 Sep 2019 22:29:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5733 [...]]]> Die Kunstszene Harburgs ist vielfältig und breit. Dies zeigte sie nun einmal mehr – aber in Buxtehude.

Harburg Kunstleihe ist noch jung, da sie erst Anfang diesen Jahres als eine Artothek ins Leben gerufen wurde. Doch sie machte es nicht nur erstmals in Hamburg möglich, für wenig Geld zeitgenössische lokale Kunst für Zuhause, das Büro oder die Praxis leihen zu können, sondern vernetzte auch die Harburger Künstlerinnen und Künstler auf neue Art und Weise.

Bei 3. Buxtehuder Kunstfest präsentierte sich nun der Kunstzirkel erstmals an einem gemeinsamen Stand und offenbarte die Stärke ihrer Vielfalt. Direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehudes, in dem die städtische Buxtehuder Artothek gerade ihr 35jähriges Bestehen feiert, zeigten 15 Künstlerinnen und Künstler aus Harburg ihre Positionen der Kunst. Zu sehen farbstarke Landschaftsbilder von Christine Waldbüßer oder Jan Ratschat, digitale Fotoarbeiten von Petra Hagedorn oder Philipp Meuser, Acrylarbeiten von Anne Flad, Yvonne Lautenschläger oder Gabriele Wendtland oder auch Zeichnungen von Irmgard Gottschlich oder Pflanzenarbeiten von Antje C. Gerdts oder Harald Finke und viele andere mehr. Beide Festtage waren  trotz der Hitze sehr gut besucht und viele Gäste waren überrascht von der beeindruckenden Vielfalt aus der Nachbarschaft.

Aufgebaut: der Stand der Harburger Kunstgruppe (Foto: Sonja Alphonso)

„Der Buxtehuder Artothek sind wir sehr verbunden  und es war uns eine Freude, in direkter Nachbarschaft mit einem Stand neben dem Alten Rathaus auch die Harburger Kunstszene zeigen zu können“, so Sabine Schnell vom Kunstzirkel der SuedKultur. „Manche Buxtehuder waren überrascht, dass Hamburg erst jetzt – 35 Jahre später – eine Kunstleihe etabliert. Auf der anderen Seite war es für viele Harburger Künstler beeindruckend, die Buxtehuder Artothek mit ihrer Vielfalt und doch jung gebliebenen Kunst erstmals zu besuchen. Und auch der Austausch mit anderen Kunstschaffenden auf dem Fest hat alle Seiten bereichert“, so Schnell weiter.

Sonja Alphonso, die ebenfalls  am Stand der Initiative SuedKultur beteiligt war: „Man merkt dem Buxtehuder Kunstfest an, dass der Cheforganisator Sven Brauer selbst Künstler ist. Das Fest ist mit viel Umsicht und Charme entwickelt und somit vorbildlich, wie man zeitgenössische Kunst einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt.“ Als Zeichen der Verbundenheit kündigte der Leiter des Buxtehuder Kunstfestes, Sven Brauer, dem SuedKultur-Team an, in Kürze selbst der Harburger Kunstleihe einen Besuch abzustatten und auch ein eigenes Werk zur Ausliehe mitzubringen.

Nach dem künstlerischen „Ausflug“ will das Kunst-Team der SuedKultur sich nun aber wieder voll auf die Kunstleihe Harburgs konzentrieren. Dort sind derweil mehr als 40 Werke an diverse Haushalte und Büros verliehen und so wird es Zeit die Sammlung wieder „aufzufüllen“. Einige Drucke, die aus einer privaten Sammlung überlassen wurden, sind frisch gerahmt. Die Kunstinitiative der Technischen Uni Hamburg will einige ihrer Bestandswerke über die Kunstleihe einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und auch das Fernsehen hat sich angekündigt, um in Kürze einen filmischen Bericht über die Tätigkeit der Harburger Kunstleihe zu machen. Es ist also viel zu tun.

Wer Interesse hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.

Just Anfang dieser Woche besuchte das NDR-Fernsehen die Harburger Kunstleihe für das Hamburg Journal:

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; facebook.com/KunstleiheHarburg; instagram.com/kunstleihe

 

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Botanische Kunst https://www.tiefgang.net/botanische-kunst/ Fri, 12 Jul 2019 22:34:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5556 [...]]]> Die Harburger Künstlerin Antje Gerdts liebt und respektiert die Natur. Und so entsteht im Einvernehmen Kunst, die ein beidseitiges Einvernehmen darstellen. Wir sprachen mit ihr …

Ein Besuch bei Künstlerin Antje Gerdts, die eine Vorliebe für natürliche Malgründe hat.

Beispielsweise bemalte sie weitgereiste Kaffeesäcke, die sie in der Speicherstadt entdeckte. Die Künstlerin, selbst viel herumgekommen in der Welt, nahm sich des Stoffes an, der voller Geschichten steckt, und hauchte ihm mit dem Pinsel neues Leben ein.

Gerade widmet sie sich wieder intensiv ihrem Faible für Pflanzen und der ihnen innewohnenden Kraft, die sie auf Leinwand bringt. Das zentrale Motiv ist dabei die Kommunikation mit der Pflanzenwelt. Zum Entstehungsprozess gehört das Sammeln handverlesener Zutaten, eine aufwendige Trocknung und Lagerung des pflanzlichen Materials wie Löwenzahn, Holunder (wilder Flieder) oder Brennnesseln und schließlich eine vielschichtige Verarbeitung in mehreren Arbeitsgängen.

Antje Gerdts hatte schon als Kind „Pilzaugen“ und fand ihr Glück in der Natur. Ein Glückskind, denn ihrem aufmerksamen Auge entgeht kein vierblättriges Kleeblatt. Manchmal sieht sie sogar welche, wenn sie mit dem Fahrrad vorbeiradelt!

Doch einmal hatte sie Pech: Ein Bild, das sie mit einer Vielzahl dieser Glückssymbole gestaltet hatte, wurde bei einer Ausstellung in der TUHH gestohlen. ´Tiefgang` berichtete über den Kunstraub.

Wir sprachen mit ihr über Glück, Pflanzen und das künstlerische Dasein.

TIEFGANG (TG): Wie hast du reagiert, als dir klar wurde, dass ausgerechnet dieses Bild geklaut worden ist?

Antje Gerdts: mit Fassungslosigkeit……….. ich konnte das überhaupt nicht begreifen. Ich hatte voller Vertrauen die Bilder in die TU gehängt, damit viele Menschen meine Freude teilen können, und dann fehlte eins, ausgerechnet das Glücks-Mandala. Als der Anruf aus der TU kam, war ich völlig perplex. Diese Fassungslosigkeit und die daraus resultierende Mischung aus Wut und Verzweiflung kommen im Video gut rüber (siehe Link).

TG: Natürlich war das Bild ein Unikat, aber hast du noch mehr davon oder vor, weitere Kleeblattbilder zu machen? Würdest du das gleiche Risiko dann nochmal eingehen?     

Antje Gerdts: Du meinst, dass ich nochmal eins ausstellen würde? Ich achte auf jeden Fall jetzt noch genauer darauf, ob die Werke in einer Ausstellung versichert sind und/oder aber beaufsichtigt werden. Dieses Jahr haben mich die Kleeblätter direkt angeflogen und ich habe einfach nochmal eins gemacht. Es ist natürlich ganz anders geworden. Die Pflanzen haben schließlich ihr Eigenleben und entscheiden selbst, was sie herschenken wollen und was nicht.

TG: Man fragt sich logischerweise, was wohl in dem Dieb vorging. Offensichtlich war er so vernarrt in das Werk, dass er es mitgehen ließ: Unverschämt, aber auch ein Kompliment, oder?

Antje Gerdts: Ich weiß, was du meinst… Das war auch der meistgehörte Kommentar: „Deine Kunst ist begehrt“ und so weiter. Jetzt kann ich das so stehen lassen, vor zwei Jahren war ich einfach nur verletzt. Nur weil etwas besonders toll ist, hat niemand das Recht, es einfach mitzunehmen. Ich gehe doch auch nicht in eine Boutique und lasse das schönste und teuerste Stück mitgehen. Diebstahl bleibt Diebstahl. Und der Künstler soll es auch noch als Kompliment verstehen ???

TG: Nein, du hast recht. Das ist eine Zumutung. Ich möchte gerne mit dir über deinen Ansatz der botanischen Kunst sprechen. Welches war dein erstes Werk und was hat dich dazu inspiriert?

In ihrem Atelier: Antje C. Gerdts (Foto: PR)

Antje Gerdts: Tatsächlich habe ich die Technik für eine Auftragsarbeit entwickelt. Da hatte ich allerdings die Pflanzenteile aus Papier ausgeschnitten. Und dann hab ich es später einfach mit getrockneten echten Pflanzen ausprobiert …

TG: Wie hast du deine Methode entwickelt? Musstest du viel experimentieren bis du mit den Ergebnissen zufrieden warst?

Antje Gerdts: Ich bin ständig am Experimentieren und ich kann mittlerweile auf Erfahrungswerte zurückgreifen, aber jede Pflanze reagiert anders. Nie gibt es ein zweites gleiches Resultat. Das ist auch das Spannende und eine große Herausforderung für mich.

Dieses Jahr zum Beispiel ist es mir zum ersten Mal gelungen, Holunderblüten zu trocken. Die letzten Jahre waren sie mir immer verfault, weil ich sie vielleicht an einem Tag nicht gewendet und zwischen frisches Papier gelegt hatte… Also hatte ich wahre Schätze, weil ich immerhin schon seit drei Jahren Holunder machen möchte. Aus den getrockneten Blüten ist nun genau ein Werk entstanden … Falls es zwei Interessenten geben sollte, müsste ich den einen auf nächstes Jahr vertrösten, denn die Blütezeit ist ja schon längst vorbei. Und auch das ohne Gewähr…

TG: Hast du von Anfang an eine konkrete Vorstellung oder wächst sich das während des Schaffensprozesses zurecht?

Antje Gerdts: Eigentlich fängt es mit einem Wunsch an. Ich sehe die Pflanze in ihrer Schönheit in der Natur, spricht mich an und beglückt mich. Das möchte ich teilen und frage mich, wie ich dieses Gefühl einfangen könnte. Natürlich habe ich meist auch gleich eigene innere Bilder und Vorstellungen, aber letztendlich sagt mir die Pflanze, wo es lang geht. Sei es, dass sie sich schwer trocknen lässt oder aber nicht auf die Leinwand bringen lässt oder oder oder

TG: Welche Phasen durchlaufen deine Bilder bei der Entstehung?

Antje Gerdts: Ich bin sehr viel draußen, auf dem Fahrrad und zu Fuß. Ich sehe, wo was wächst und blüht. Oft begegnet mir eine Pflanze schon im Frühling und ich nehme Kontakt zu ihr auf, besuche sie öfter und habe schon eine Idee im Kopf… Irgendwann nehme ich dann ein paar Blätter/Blüten zum Trocknen mit. Da kennen wir uns meistens schon ziemlich lange.

TG: Worauf achtest du besonders bei der Auswahl der Pflanzen?

Antje Gerdts: Dass ich keine Pflanze zerstöre. Entweder ich sammle nur hier und da ein wenig, oder aber die Pflanze ist schon rausgerissen oder der Baum gefällt oder so. Dann kann ich mehr nehmen.

TG: Spielt das Wetter eine Rolle beim Suchen und Sammeln?

Antje Gerdts: Trockenes Wetter ist natürlich besser, weil die Pflanzenteile dann leichter zu trocknen sind. Und ich suche nicht wirklich. Es ist eher eine Begegnung und ein Einverständnis.

TG: Entstehen manchmal mehrere Werke parallel oder befasst du dich immer ausschließlich mit einem, bis es fertig ist?

Antje Gerdts: Da viele Pflanzen auch parallel blühen, bin ich im Frühling meistens total überfordert… Dann sammle ich viel und habe entsprechend viel zu tun mit dem Trocknen. Später kann ich dann entscheiden, ob ich an einem Bild arbeite oder aber an dreien gleichzeitig. Ich habe aber schon die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, sich auf wenige zu konzentrieren.

TG: Gibt es auch Bilder, die zusammengehören, weil sie sich aufeinander beziehen?

Antje Gerdts: Manchmal versuche ich mich an Serien, also zum Beispiel die Brennnesseln im Frühling, dann im Sommer und später im Herbst, wenn schon die Samenfäden zu sehen sind.

TG: Viele deiner Bilder haben eine kreisrunde Mitte. Wählst du diese Form bewusst oder intuitiv?

Antje Gerdts: Das ist eher intuitiv. Ich will zumindest nichts Eigenes damit ausdrücken.

TG: Was machst du, wenn du das Gefühl hast, bei einem Werk stockt etwas? Gibt es aus deiner Sicht etwas, das Blockaden lösen kann?

Antje Gerdts: Das kommt schon vor. Manche Pflanzen geben ihre Schönheit nicht einfach so preis. Manche Bilder hängen länger bei mir im Atelier und plötzlich nach einigen Monaten geht es dann weiter. Nichts-wollen ist die Strategie, loslassen und erstmal etwas anderes machen.

TG: Wo und wie tankst du deine Energie?

Antje Gerdts: Natürlich am liebsten in der Natur.

TG: Du beschäftigst dich auch mit Energieflüssen im Körper.

Antje Gerdts: Ich bin Shiatsu-Praktikerin. Die Ausbildung habe ich von 2003-2006 gemacht und arbeite seit 2005 in eigener Praxis. Eine wundervolle Arbeit, die mich immer ins Hier und Jetzt und in die Absichtslosigkeit bringt und einfach nur gut tut. Dafür bin ich sehr dankbar.

TG: Denkst du, es liegt am Bild oder am Betrachter, wenn Werke unterschiedlich wirken? Ich meine, haben Bilder deiner Meinung nach eine eigene Ausstrahlung, die sich wandeln  kann? Reagieren sie auf Lichtverhältnisse und ihre Umgebung, oder hängt die subjektive Wahrnehmung einzig von der Tagesform des Menschen ab?

Antje Gerdts: Eine spannende Frage. Gerade im Entstehungsprozess wandelt sich das Bild natürlich sehr. Ich lebe dann mit der Pflanze und hänge sie natürlich auch um, ins Licht, in den Schatten, ins künstliche Licht. Abends nehme ich sie sogar mit in mein Schlafzimmer und hänge sie genau an die gegenüberliegende Wand von meinem Bett. Wenn dann morgens dort die Sonne drauf scheint, passiert oft etwas Neues, gibt es neue Impulse und neue Ein-Sichten. Ich glaube, die Ausstrahlung kann sich wandeln, und natürlich spielt die subjektive Wahrnehmung auch eine große Rolle. Gerade lag ich auf dem Sofa und schaute von schräg unten seitlich auf eines meiner Bilder und verlor mich darin. Eine völlig neue Perspektive und eine neue Begegnung. Super. Genau wie wir hat die Pflanze unterschiedliche Botschaften. Und wir sehen nie alles auf einmal. Genau das ist ja das tolle an lebendiger Kunst. Immer wieder neu. Genial.

TG: Was oder wen würdest du gerne noch mit deiner Kunst erreichen?

Antje Gerdts: Manchmal denke ich, dass es vielleicht nicht mehr lange dauert und die Pflanzen, die mir jetzt lieb sind, wachsen nicht mehr auf unseren Wiesen. Dann habe ich sie zumindest „verewigt“. Natürlich würde ich mich freuen, wenn noch viele meiner Pflanzenbilder ein neues Zuhause finden und die Menschen einfach nur beglücken. Am Vorabend einer Vernissage, nachdem ich alles gehängt hatte, saßen wir noch in gemütlicher Runde zusammen und ein Nachbar des Galeristen kam überraschend vorbei, setzte sich dazu. Irgendwann meinte er, es sei so anders hier heute. So ruhig, angenehm… Er hatte sich die Bilder überhaupt nicht angeschaut. Für mich war das ein tolles Kompliment und wieder mal die Bestätigung dafür, dass diese Pflanzen eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Wie schön, wenn sie ihre Kraft und ihren Frieden in die Welt tragen.

TG: Deine Bilder sind so gesehen auch Botschafter für den Erhalt der Natur. Und ich frage mich gerade, ob der erwähnte Raub des Abbildes vom Glück nicht symbolischen Charakter hat und im übertragenen Sinn für den Verlust natürlicher Ressourcen steht, die elementar wichtig sind für unser Wohlbefinden…

Wir bedanken uns für den Einblick in deine künstlerische Arbeit und ihre Wechselwirkung!

(das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

Nächste Ausstellungstermine:

  • Kunst & Kirschen am 13. und 14. Juli bei „moorburger art“ am Moorburger Elbdeich 263
  • NordKünste Gemeinschaftsausstellung vom 27. Juli bis 25.August auf der Cap San Diego,

Vernissage am 26. Juli um 18 Uhr

Website: www.antjegerdts.de

Zwei Werke hat Antje Gerdts auch der Kunstleihe Harburg als Dauerleihgabe anhand gegeben und sind für jedermann/frau leihbar.

 

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Harburgs künstliche Tischgesellschaft https://www.tiefgang.net/harburgs-kuenstliche-tischgesellschaft/ Fri, 29 Sep 2017 22:18:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2165 [...]]]> Schöngeistige Bohèmes in den Cafés einer Weltstadt. Das mag sehr klischeehaft sein. Aber ganz aus der Welt ist es nicht. Eine Künstler*innen-Gruppe hat sich gar gleich nach dem Café benannt …

Künstler*ìnnen  arbeiten oft und viel alleine. Doch immer schon traf man sich auch und war solidarisch im Tun. Die Bohème war immer auch der Traum von Freiheit, Unabhängigkeit und Kunst. Und so festigte sich nach Außen der Eindruck, der Schöngeister, die in Cafés herumhängen und träumen. In Harburg hat sich im Grunde aus eben diesem Grunde eine Künstler*innengruppe nicht nur gefunden. Sie hat sich auch gleich den Namen des Cafés gegeben: wattenbergART. Mit Zusatz: Die künstliche Tischgesellschaft. Das Café in der Wattenbergstraße in Heimfeld ist mittlerweile passé. Die Künstler*innengruppe hingegen aktiver denn je.

„Im ehemaligen Café „WattenbergAcht“ lernten wir uns bei Ausstellungen kennen und gründeten dort unsere Gemeinschaft von Kunstschaffenden. Das Café stand erkennbar Pate bei der Namensfindung für unsere Gruppe“, so Yvonne Lautenschläger von „wattenbergART“. „Regelmäßig trafen wir uns hier zu gemütlichem Beisammensein, zu Gedankenaustausch und zum Diskurs über Ausstellungen und andere Vorhaben. Wir fühlten uns dem Café auf besondere Weise verbunden. Leider ist es Ende 2016 geschlossen worden.“

Und die derzeit knapp zehn künstlerisch Tätigen sind so mannigfaltig und verschieden, dass da auch nur Vielfalt pur zu erwarten ist. Da ist etwa Antje C. Gerdts. 1961 in Bergedorf geboren absolvierte sie nach der Schule ein Sprachstudium, entdeckte  aber auch ihre Leidenschaft fürs Sammeln. Sie war Schülerin von Katrin Witte (einst Dozentin der Freien Akademie der Künste Hamburg und heute noch mit einer eigenen Malschule aktiv) und der aus Mexiko stammenden Künstlerin Noé Katz und präsentierte ihre erste Einzelausstellung 1993 in Hamburg. „Die Kunst und das Bedürfnis kreativ zu sein und frei zu arbeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, so Gerdts.

Antje C. Gerdts – o.T.

Ihre künstlerischen Themen ergeben sich aus den Begegnungen mit Menschen und der Natur. dadurch – so Gerdts entstünden quasi neue Räume. Ihre bevorzugten Materialien: Öl auf alten Kaffeesäcken. „Die Sammelleidenschaft und der Recyclinggedanke sind Grundlage für meine Objekt-Kunst. Altes lebt weiter. Neue Zusammenhänge entstehen.“

Axel Guhse: Der fröhliche Blutfleck (2015), Digitaldruck auf Papier, 30 x 21 cm

Und dann ist da der Fotograf Axel Guhse. Er stammt aus Wedel, wo er 1960 geboren wurde. Er absolvierte zunächst eine kunsthandwerkliche Ausbildung zum Keramiker, dann ein medizinisch-therapeutisches Studium. Seit 2007 ist er künstlerisch tätig, als Autodidakt. Seine Fotoarbeiten sind zuweilen grell und surreal. „In meinen Fotoarbeiten wähle ich willkürlich aus einer unübersichtlichen Flut der Bilder, wie sie uns die digitalen Medien heute zur Verfügung stellen. Ge­schriebenes Wort füge ich ein und erlebe dabei seine Macht, Wahrnehmung und Deutung zu verändern. Im kreativen Prozess fahnde ich spielerisch nach Grenzen, die mich zu Fragen und unerwarteten Antworten stimulieren – in dem Bewusstsein, dass jedwede Antwort nur eine vorläufige sein kann“, erklärt Axel Guhse.

Der Eisenwerker Uwe Jaensch nennt seine neue Reihe „Verwandlungen“ und zielt damit auch auf die Materialbeschaffenheit seiner Werke ab. „Rostiges, verwittertes Altmetall, weggeworfen, unbrauchbar, geringschätzig als Schrott bezeichnet, Fundstücke von der Straße oder Restbestände metall­verarbeitender Betriebe sind das Ausgangsmaterial für seine Arbeiten.“

Die Werke zeigen neben abstrakten Skulpturen Gegenständliches wie Fabel­wesen oder stilisierte Tiere, die durch spielerische Kombination der Fundstü­cke erschaffen werden.

Auch für seine Tätigkeit hat er bewusst den Begriff ´Eisenwerker` gewählt, statt Metallbildhau­er oder -plastiker, erinnert dies doch an die Arbeitswelt der Schwerindustrie längst vergangener Zeiten. In ihr hat die direkte, sichtbare Bearbeitung des Materials Spuren – Lebens­spuren – hinterlassen. Spuren die sich in den Fundstücken wiederfinden und Geschichten erzählen.

Uwe Jaensch – o.T.

Geboren 1949 führte sein Weg über eine Ausbildung zum Metallflugzeug­bauer, diversen Schulen, Studium und jahrelange Büroarbeit bis zur heutigen künstlerischen Tätigkeit. 2002 startete er erste Versuche mit Holz. Ein Schmiedewochenende ließ ihn dann zu dem Material finden, das er nun bevorzugt verwendet: Eisen.

Michael Krippendorf schafft Collagen-Kunst. Der Titel seiner aktuellen Werksschau: „Werke für Fantasie und Assoziation in 4 Dimensionen“. Was sagt uns das? „Mir geht es nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern mittels Verwendung von Alltagsgegenständen Assoziationen beim Betrachter hervorzurufen. Einer­seits im Bereich der Wiedererkennung – ´Das Teil kenn‘ ich doch…` und damit verbundener persönlicher Begebenheiten. Andererseits um den Zusammen­hang von technischer und gesellschaftspolitischer Entwicklung dem Betrachter in das Gedächtnis zu rufen, also Sinn-Frei!“

 

Die berufliche und private Begeisterung für das künstlerische Geschehen zur Zeit des europäischen Jugendstils von etwa 1889 bis 1939 bilden den Hintergrund und die Anregung seiner künstlerischen Betäti­gung. Aber auch Kunstwerke und Künstler seiner Zeit haben einen erheblichen „inspirativen Einfluss“ auf seine Collagenkunst, wie er es nennt. Die „4. Dimension“ be­zieht den zeitgeschichtlichen Aspekt in seine Werke mit ein. Er verwendet absichtlich Collagenteile aus Geräten, die es heutzutage fast nur noch in Museen gibt wie etwa eine Schriftkugel aus der Kugelkopfschreibmaschine. „Da ich die von mir genutzten Collagenteile z.B. Topfabgießsieb sowohl für meine Wandbilder als auch für die Objektskulpturen verwende, bezeichne ich beide Werkstile als Collagen-Kunst. Meine Einstellung zur Kunst charakterisiert u. a. folgender Ge­danke: Ein Kunstwerk mit dem ein Mensch lebt, bedeutet eine Freundschaft zu erleben, die man nicht missen möchte.“

Krippendorf wurde 1953 in Hamburg geboren, war Tischlergeselle tätig, dann Diplom-Sozialpädagoge in der Erwachsenenbildung und dort im Handwerk als Tischler und Maler. Seine Collagen schafft er seit 1995. Bevorzugt aus Metall, Holz, Glas, Keramik, Perlmutt, Leder und Stoff.

Die Malerin Yvonne Lautenschläger wurde 1964 in Bielefeld (doch, die Stadt gibt es wirklich und immer noch) geboren und schnell der Malerei verfallen. Neben diversen Kursen, Workshops und autodidaktischen Studien absolvierte sie 2010 ein zweijähriges Studium ´Kreative Malerei` an der Hambur­ger Akademie für Fernstudien. 2014 schloß sich an der AWW der Uni Hamburg das Weiterbildungsstudi­um ´Zeitgenössische Kunst seit den 60er Jahren` an.

Yvonne Lautenschläger

 

„Meine Arbeiten sind subversiv, vordergründig schön, fast dekorativ. Auf den zweiten Blick aber sind sie mit einer Botschaft versehen, welche die Abwehr des Betrachters wohlwollend und humorvoll umgeht und eine Nachricht übermittelt“, beschreibt Lautenschläger. „Zur Darstellung bediene ich mich der positiven Aspekte eines Themas. Dabei erregen markante Elemente die Aufmerksamkeit des Publikums und animieren zur weiteren Auseinandersetzung.“

Die Malerin Nora Poppensieker wurde 1982 in Hamburg geboren und stand irgendwann vor der Frage ´Kunst oder Mathematik?` „Nach Beendigung meiner Schullaufbahn stand ich vor der Entscheidung zwi­schen einer mathematischen oder einer künstlerischen beruflichen Weiterbil­dung.“ Nach einem Semester von höherem Lehramt auf Kunst und Mathe wech­selte sie erst zu einem Studium der BWL. Dann erlitt sie mit 22 Jahren als Beifahrerin einen schweren Motorradunfall. „Ich kam mit einem Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades nach einem künstlichen Koma und einem kurzen Krankenhausaufenthalt für 27 Monate lang in zwei einander folgende Rehabi­litationen. Nach dieser Zeit begann ich eine Arbeit in der Elbewerkstatt Elbe 4, einer Werkstatt für psychisch behinderte Menschen. Zum Ende des Berufsbil­dungsbereiches dort eröffnete direkt nebenan eine Kunstwerkstatt, das Atelier Freistil, wo ich nach Absolvieren eines dreiwöchigen Praktikums meine Arbeit fortführte. Somit bin ich nun Künstlerin der Kunstwerkstatt Atelier Freistil.“

Nora Poppensieker: unARTikuliertes

Gesche Guhse wurde 1077 in Preetz geboren, ist Erzieherin und Malerin. Und manchmal spielt sie auch Theater – wie mit der Kleintheatergruppe „Dilettantenstadl“.  „In meinen Bildern setze ich um, was mich bewegt und beschäftigt. Oft habe ich bereits ein klares inneres Bild, das darauf drängt, malerisch umgesetzt zu wer­den. Neben reinen Acryl- und Pigmentfarben verarbeite ich auch unterschiedli­che Materialien, wie Blätter, Sand, Steine, Zeitungsausschnitte …“

Gesche Guhse – Baby (2011), Acryl und Schlemmkreide auf Leinwand, 40 x 50 x 1,5 cm

 

Da gibt es also viel zu erleben und zu erkunden bei WattenbergArt und andere Künstler*innen sind stets gerne willkommen. Und so liest sich auf der webiste: „Unser Bestreben ist es, im Raum Hamburg-Harburg künstlerische Präsenz zu zeigen, uns dabei mit anderen Kunstschaffenden zu vernetzen und so unseren Beitrag zum kulturellen Leben zu leisten. Wir organisieren nicht nur Ausstellungen der Gruppe und einzelner Gruppenmitglieder hier und in anderen Orten sondern führen auch geeignete Projekte z.B. mit Schulen und anderen Einrichtungen durch.“

wattenbergART ist beim  Harburger Kulturtag am Sa., 4. November 2017 von 10-20 Uhr gleich an zwei Orten vertreten:

  • St. Trinitas, Bremerstr. 9, 21073 Hamburg:  Ausstellung ACHTsamkeit
  • ReBBZ, Schwarzenbergstr. 72, 21073 Hamburg: Ausstellung Freundschaft

Weiterführender Link: wattenbergart.de

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