Antje Gerdts – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 04 Aug 2022 10:45:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 SuedArt´22: die Kunst des Südens https://www.tiefgang.net/suedart22-die-kunst-des-suedens/ Fri, 05 Aug 2022 22:04:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9246 [...]]]> Am Wochenende vom 19. bis 21. August wird die Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg-Heimfeld zur Kunstarena. Denn dann lädt die Kunstleihe Harburg zur großen SuedArt22,bei der weit mehr als nur Kunst zu sehen ist.

Weit über 30 Künstler*innen und Kunstgruppen insbesondere aus dem Süden Hamburgs zeigen dann in den großen Foyers der Friedrich-Ebert-Halle aktuelle Arbeiten und laden zur Betrachtung aber auch zum Gespräch ein. In den Vorräumen der Balkone gibt es zudem  Installationen etwa aus Draht und Videoanimation, die wie ein Hologramm und mit musikalischer Umrandung ein längeres Betrachten und Verweilen ermöglicht. Im Souterrain wiederum findet sich eine Neuauflage des Harburger Kunstsalons, in dem verschiedene Gespräche vor allem mit Vertreter*innen von Harburger Kunstorten unterhaltsam aber eben auch informativ Einblicke in die Ausstellungsarbeit, ihre Entstehungsgeschichten und Urheber geben. Und: am Samstag (21.8.) wird es zum Abend auch noch musikalisch!
Also alles ist bereitet, um Harburgs Kunstszene in all ihren Facetten kennen und schätzen zu lernen! Die Leiterin des Projekts SuedArt22, die Künstlerin Antje C. Gerdts aus Moorburg: „Nachdem es im letzten Jahr beim SuedKulturSommer 2021 auf dem Schwarzenberg ein erstes Harburger Kunstfest gab, war allen Beteiligten schnell klar: das wollen wir am liebsten jedes Jahr!“ Vergangenes Jahr wurde es im Rahmen des pandemiebedingten Open-Air-Sommers mit zehn Zelten und täglich wechselnden Künstler*innen aufgesetzt und präsentierte gleich mehr als 60 Künstler*innen und Kunstgruppen. In der Innenwirkung war es wie ein befreiendes ´Klassentreffen` und verdeutlichte zugleich nach Außen die Vielfalt, Größe und Stärke, die die Harburger Kunstszene mittlerweile hat. „Dank einer Unterstützung durch das Bundesförderprogramm „Neustart Kultur“ überlegten wir im Kunstleihe-Team, ein ähnliches Kunstspektakel dieses Jahr lieber als Indoor-Event umzusetzen. Dabei war es gar nicht so einfach, entsprechend große Räume in Harburg ausfindig zu machen, die der Kunstszene einen angemessenen Platz geben. Zum Glück fanden wir ein Zeitfenster in der Friedrich-Ebert-Halle.“

Die Friedrich-Ebert-Halle als eigens 1930 fertiggestellter Konzertsaal für über 1.200 bestuhlte Plätze verfügt eben auch über zwei große Foyers vor dem eigentlichen Konzertsaal, die zudem über einen recht breiten und angerundeten Zwischengang miteinander verbunden sind. „Da der Bau aus der architektonischen Glanzzeit der Bauhaus-Schule stammt, ist allein das eine Betrachtung wert“, so Antje Gerdts. „Alles ist hell und Licht durchflutet, weiträumig und einladend, so dass alle Künstler*innen ausreichend Platz finden, um ihre Arbeiten adäquat ausstellen zu können. Und im Souterrain, wo einst die Kantine und Gastronomie der Pausen unterkam, bietet ein eigener Raum Platz und auch Ruhe für Petra Hagedorns Kunstsalon-Gespräche.“ Dort wird es dann zu festen Zeiten um Hintergründe des Kunstvereins Harburger Bahnhof, seine aktuellen und kommenden Ausstellungen und Künstler*innen gehen, um die Falckenberg-Sammlung, den nun schon 19 Jahre zelebrierten Harburger Kulturtag und auch den Harburger Kunstpfad sowie auch den Verein „Künstler zu Gast in Harburg“ und seinen aktuellen Stipendiaten Peter Busch aus Leipzig. Und auch zum Konzept der Harburger Open-Air-Galerie „walls can dance“ und weiteren Ideen des initiierenden „urban art instituts“ können sich Interessierte informierten lassen.

Die Liste der Künstler*innen selbst ist beträchtlich und ihre Arbeiten in Breite, Vielfalt und Aspekten schier unermesslich. Zu den Künstlern gehören Namen wie Thomas „Behri“ Behrens, Annette v. Borstel, Sven Brauer, Sanna Duschek, Harald Finke, Jens Förster, Inge Förtsch, Antje Gerdts, Irmgard Gottschlich, Sigrid Gruber, Petra Hagedorn, Ulrike Heimers-Dahm, Angelika Keusch-Wannags, Yvonne Lautenschläger, Peter Leibrock, Karl-Heinz Maukel, Werner Jarmatz, Jan Ratschat, Thomas Timm, Barbara Kathrin Möbius, Ralf Schwinge, Peter Busch (Künstler zu Gast in Harburg), Matthias Engelmann, Waldemar Sulewski, Jürgen Weber oder Gabriele Wendland. Unter den Kunstgruppen mit vielen weiteren Künstler*innen Alles wird Schön, das Habibi Atelier, Künstler zu Gast in Harburg oder die Kunstgruppe des Studiengangs e.a.s.t. der Medical School Hamburg und die Kunstgruppe WattenbergART.

Auch von der ukrainischen Künstlerin Paula Lytovchenko sind Werke zu sehen …

Unter den Namen findet sich auch Paula Lytovchenko aus der Ukraine. Sie lebt und arbeitet in Kiew, studierte dort Kunst und Architektur und ist seit den 90er Jahren als freischaffende Künstlerin tätig. Sie verfolgt in ihren Monotypien den Stil des Impressionismus, mal realistisch, mal nostalgisch. Reisen führten sie in die USA, Schweden, Frankreich, Italien, die Niederlande und auch Deutschland, wo sie auch ausstellte. Ihre bevorzugten Materialien sind Öl, Papier, Stift und Glas. Durch die Fortführung des impressionistischen Stils wirken ihre Arbeit vertraut, überraschen aber zugleich durch Unerwartetes. Die SuedArt22 wird ihr Platz geben, auch trotz des Krieges als Künstlerin tätig zu sein und ausstellen zu können.

„Kunst ist alltäglich“, so Sabine Schnell vom Vorstand der Kunstleihe Harburg. „Und als wir als Projekt des Netzwerkes SuedKultur die Kunstleihe als Artothek der vor allem Harburger Kunst 2019 auf den Weg brachten, ging es uns ja vor allem darum, diese auch in den Alltag
zu integrieren und sichtbar zu machen. Und nun hängen eben permanent mehr als 100 Werke in diversen Wohnungen, Praxen, Büros oder gar in einem Kiosk!“ Und Antje Gerdts ergänzt: “Mit der SuedArt wollen wir als Jahresevent dies nun verfestigen und ausbauen. Das  Rahmenprogramm, zu dem auch vor und nach der SuedArt unsere Führungen „Kunst vor Ort“ in eben die Harburger Kunstorte zählen wie auch der Kunstsalon eignen sich ideal, um mehr über Harburgs starke Kunstszene zu erfahren, neugierig zu sein und zu bleiben und zu begreifen, dass Kunst nicht etwas für das vermögende Establishment ist. Der Zuspruch zeigt und belegt ja: Kunst geht viele an und Kunst bewegt, ohne sich vereinnahmen lassen zu müssen. Da ist ein Event wie die SuedArt im Grunde nur die logische Konsequenz!“
Ein weiteres Highlight findet sich darüber hinaus am Samstag, 20. Aug, ab 17 Uhr mit dem Heimfelder Konzert „klangfarben“. Da stößt die im Nebengebäude untergekommene akademie für musik und kultur zur SuedArt und lädt zum Wandelkonzert. Dabei werden verschiedene Musiker*innen inmitten der ausgestellten Kunst musizieren und Klänge produzieren. Klar, auch „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky wird zu hören sein. Anke und David Dieterle von der Akademie: „Wir freuen uns über das SuedArt22 Kunstfest. Da wir eh seit geraumer Zeit mit unseren ´Heimfeld Konzerten` auch unsererseits einen musikalischen Beitrag zum Kulturleben im Süden einbringen, bot es sich hier ja ganz besonders an mit ´klangfarben` noch einen musikalischen Kunstbeitrag einzubringen. Es wird für uns aber vor allem die Besuchenden am 20. August spannend werden, wie sehr Musik und Kunst ganz neuen Ausdrucksformen hervorbringen!“
Absolutes I-Tüpfchen des Ganzen: der Eintritt ist frei, ganz nach dem Motto „Spendet, was es euch wert ist“, so Antje Gerdts.

Das gesamte Programm vom SuedArt-Fest aber auch den Führungen rund herum sowie über die Künstler*innen findet sich auf www.sued-art.de, wo auch das Programmheft zum Download zu finden ist.

 

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„Kriegskinder“ https://www.tiefgang.net/kriegskinder/ Fri, 30 Oct 2020 23:48:16 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7318 [...]]]> Im Februar war die Welt noch in Ordnung. Kurz vor dem Lockdown starteten wir unser Kunstprojekt „Kriegskinder – Die Schatten der Vergangenheit“. Durch die Corona Pandemie haben wir auch künstlerisch hinterfragt „Was haben Krieg und Corona gemeinsam?

von Ulrike Hinrichs

Die Idee des Kunstprojektes (Die Schatten der Vergangenheit) ist schnell erzählt: Die traumatischen Erfahrungen des 2. Weltkriegs liegen zwar lange zurück, aber sie wirken bis heute nach. Noch immer sind Menschen weltweit auf der Flucht, weil sie von Verfolgung, Krieg und Terror betroffen sind. Das von mir initiierte Kunstprojekt hat unterschiedliche Menschen zusammengebracht, die sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt haben. Die jüngste Teilnehmerin ist 28 Jahre, die Älteste 88 Jahre alt. Entstanden ist eine bunte Mischung an Kunstwerken, die keineswegs nur düstere Kriegsdramen darstellen, sondern das schwierige Thema auch mit Humor beleuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotoprojekt Holger Musiol

Auch die Corona Pandemie findet sich thematisch im künstlerischen Ausdruck wider. Wir erinnern uns an das irrationale Hamstern von Toilettenpapier? Und gehamstert wurde auch im Krieg, wenn auch nicht Klopapier, wie die Älteste berichtete, „da hat man sich anders zu helfen gewusst“, sagte sie. In unserer Gruppe kam die Idee auf, die Papprollen zu sammeln, zu gestalten und eine riesige Gemeinschaftsskulptur daraus zu machen.

Bei unseren regelmäßigen Treffen haben wir viel erzählt und diskutiert. Zu den Werken sind auch kreative Texte entstanden, aus denen im Rahmen der Ausstellungseröffnung gelesen wird. Ursula berichtete uns bei einem der Treffen von ihrer großen Angst, die sie mit 7 Jahren hatte, als sie das erste Mal vom Krieg hörte.

„Seit ich als Kind den Krieg erlebte und die Zeit danach, hat der Tod jede Bedeutung für mich verloren. ›Hast Du schon gehört, es ist Krieg!‹ sagte mir ein Kind auf dem Weg zum Bäcker. ›Was ist das denn“, fragte ich das Kind, das nur um ein geringes älter war als ich mit meinen sieben Jahren. ›Weiß ich doch nicht‹, war die Antwort, „meine Eltern haben es gesagt“. 

Es war der 1. September 1939, ich war auf dem Weg zum Brötchen holen. Die Stimmung fühle ich heute noch, als sei es gestern gewesen. Es musste etwas Schreckliches sein, die Straßen waren wie ausgestorben, ungewöhnlich um diese Morgenstunde. Und die Scheiben der Geschäfte, waren alle mit Pappe und Holz zugenagelt. Mir machte das Angst, eine unbestimmte Angst, mein Herz klopfte. Stumm schaute ich den Jungen an. ›Krieg?‹ fragte ich noch einmal, dann drehte ich mich um und rannte nachhause.

›Mama, es ist Krieg!“. 

›Ja,  sagte meine Mutter, man sagte es eben im Radio.‹

Diese Angst, diese schreckliche Angst !

Wenige Wochen später ging es los mit den Fliegerangriffen. Wir hatten die Marine und viele Werften in unserer Stadt, wo Kriegsschiffe und besonders U-Boote gebaut wurden, deshalb wurden wir ganz besonders bevorzugt von den Fliegern und ihren Bomben. Wenn die Sirenen heulten, dann riss die Mutter uns aus dem Schlaf und schrie, ›zieh Dich an, beeil Dich, wir müssen in den Luftschutzkeller‹. Sie riss das Baby aus dem Korb und einige Kleidung, mein Vater nahm einen schon gepackten Koffer mit wichtigen Papieren und wir hasteten in den Keller, wo schon die anderen Hausbewohner saßen, alle in Wolldecken gewickelt, die Kinder waren in die Stockbetten gelegt und schliefen weiter. Ich nicht. Ich war schon zu groß, für Schulkinder war kein Platz mehr in den Betten.

Dann hörten wir die Flugzeuge, das Schießen der Flak, wieder ein fremdes Wort, das Angst machte. Flak! Wie das knallte, dieses Wort. Es war eine der Abkürzungen, die wir im Laufe der Zeit lernten, Flak, Fliegerabwehrkanone. Einer der Männer, der Luftschutzwart, ging aus dem Keller, um nach Einschlägen von Brandbomben zu schauen. Dann mussten die Erwachsenen löschen und wir Kinder saßen allein dort unten mit unserer Angst.

Die geplante Gemeinschaftsausstellung auf dem Harburger Kulturtag am 8. November 2020 ab 12.00 bis 19.00 Uhr- St. Johanneskirche, Bremer Straße 9, 21073 Hamburg ist aufgrund des neuerlichen Lockdowns abgesagt worden. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.

Diese Kriegskinder stellen aus: Anne Flad, Antje Gerdts, Asif Raza Haidari, Edeltraut K. Schlichting, Norbert Schlichting, Holger Musiol, Karen Kandzia, Ralf Schwinge, Rita Peters, Sonja Alphonso, Thanushanth Anandarajah, Ulrike Hinrichs, Ursula Sauerbaum, Yvonne Lautenschläger, Zeinab Alipour.

Projektleitung: Ulrike Hinrichs www.lösungskunst.com

Das Projekt wird gefördert durch die Lokalen Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

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Harburger Kunst goes Buxtehude https://www.tiefgang.net/harburger-kunst-goes-buxtehude/ Fri, 09 Aug 2019 22:44:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5585 [...]]]> Am Wochenende (24./25. August) wird zum dritten Mal die Buxtehuder Innenstadt zur Kunstmeile. Und eine Gruppe Künstler*innen aus Harburg sind dabei.

Es war einfach mal eine Idee, die aber so gut einschlug, dass sie nun bereits zum dritten Mal in Folge umgesetzt wird. Am letzten August-Wochenende präsentieren sich wieder 30 Stände mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern beim Buxtehuder Kunstfest. Buxtehude wird an dem Wochenende zwischen dem Historischem Rathaus und dem Ostfleth zur einzigen Kunstmeile.

Wie erfolgreich so ein Konzept aufgeht, zeigt, dass es in diesem Jahr mehr Bewerbungen für die Pavillons gab, als Plätze zu vergeben waren. Eine vierköpfige Fachjury hat lokale wie europäische Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und setzt dabei auf eine Mischung aus bekannten Ausstellenden und denjenigen, die sich an den zwei Tagen zum ersten Mal in Buxtehude präsentieren möchten. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Zeichnungen und Illustrationen. Auch digitale Kunst wird zu entdecken sein, erklärt Künstler und Mitorganisator Sven Brauer. Aus seiner Feder stammt erneut das Veranstaltungsplakat, das, wie im Urban Sketching üblich, mit Fineliner und Aquarell gezeichnet wurde.

„Wir wollen Kunst niedrigschwellig präsentieren und dabei für eine lauschige, familiäre Atmosphäre in der Stadt sorgen“, so Torsten Lange, Fachgruppenleiter Kultur, Tourismus und Marketing der Hansestadt Buxtehude. Deshalb habe man sich in diesem Jahr gegen die große Bühne und lieber für kleinere Podeste für das abwechslungsreiche Rahmenprogramm in der Fußgängerzone entschieden.

Und auch etliche Künstler*innen rund um die zu Jahresbeginn gegründete „Kunstleihe Harburg“ – derweil als Projekt in einen Verein überführt – nehmen erstmals kollektiv teil. Denn die Kunstleihe, die jeden Sonntag im Nachbarschaftstreff Eißendorfer Straße 124 von 12-17 Uhr nicht nur rund 150 Werke vorwiegend lokaler Künstler*innen ausstellt sondern bei Interesse auch für kleines Geld verleiht, ist zugleich ein eigenes Netzwerk der lokalen Kunst geworden. „Und dies ist erstmals die Idee, mal zusammen eine Ausstellung zu organisieren und solidarische Präsenz zu zeigen“, so Sabine Schnell von der Kunstleihe Harburg. „Es ist eine Menge Arbeit für ein*e einzelne*n Künstler*in, an solchen Kunstevents teilzunehmen: es braucht ein Vielzahl an Werken, Organisation, Eigenvermarktung, Transport und natürlich die Präsenz vor Ort. Das ist nicht jedem gegeben und nicht regelmäßig übers Jahr zu schaffen“, ergänzt sie. Da macht es Sinn, als Kollektiv aufzutreten und einen Stand für alle zu belegen.

„Und dem Buxtehuder Kunstfest merkt man an, dass es mit Liebe und Leidenschaft konzipiert ist. Da findet sich ebenso eine Gemeinsamkeit wie auch Buxtehude stolz auf seine jetzt 35jährige Artothek sein kann. Da sind wir die greenhorns und den Kunstverleihern. Und Frau Wiegel von der Buxtehuder Artothek hatte uns im Vorfeld gute Tipps gegeben und auch Mut gemacht. Auch das verbindet uns mit Buxtehude!“

Das Gute an der gemeinsamen Ausstellung der Harburger*innen in Buxtehude ist aber auch, dass die Betrachter eine recht gute Auswahl an verschiedenen Werken, Techniken und Ansätzen vorfinden. Und dort können sie eben mal nicht geliehen sondern auch gekauft werden. Unter den Künstler*innen finden sich unter anderen Anne Flad, Jürgen Havlik, Irmgard Gottschlich, Antje Gerdts, Harald Finke, Jan Ratschat, Christine Waldbüßer, Sabine Schnell oder auch Gabriele Wendland. Der Stand/Pavillon des Kunstteams Harburg wird an beiden Tagen direkt neben dem Alten Rathaus Buxtehude zu besuchen sein, in dem auch die Buxtehuder Artothek geöffnet  haben wird.

Also, für Kunstinteressierte mehr als ein Grund, sich mal nach Buxtehude aufzumachen. An dem Sonntag, 25. August, bleibt dann allerdings die Kunstleihe in Harburg geschlossen …

Beim Kunstfest ist auch die Buxtehuder Artothek im Historischen Rathaus geöffnet. Also eine Chance, sich anzuschauen, was eine gestandene Artothek an Kunst so im Bestand hat.

Ein weiteres Highlight des Buxtehuder Kunstfestes ist die Kinderkulturkarawane „Sosolya Undugu Dance Academy“. Sie tritt am Samstag 25. August, um 14.30 Uhr und am Sonntag, 25. August, um 11.30 Uhr auf dem Rathausmarkt auf. Das Projekt ist Teil der „Undugu -Bewegung“, die mittels Musik und Tanz für Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen Stammeskulturen in dem afrikanischen Land einsetzt. Im Brückenschlag zwischen Künsten, Traditionen und Bräuchen thematisiert die „Sosolya Undugu Dance Academy“ z.B. brisante Rituale wie die Genitalverstümmelung in Uganda und fordert zum gesellschaftlichen Umdenken auf.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen außerdem die  Straßenmusikbank FREAKAZ und Max Kratz mit seiner Violine.
Musikalisch geht es auch nach dem Kunstgenuss weiter. Dann lädt das Stadtjugendorchester Buxtehude am Samstag, 24. August von 17 – 19 Uhr in den Buxtehuder Stadtpark zum Picknickkonzert. Mit selbstmitgebrachtem Picknickkorb oder mit einer von dem Stadtjugendorchester gefüllten Picknicktasche für 18 Euro, der Lunch-Bag für zwei für 13 Euro oder der Single-Bag für acht Euro, die vor Ort erhältlich sind, können Besucherinnen und Besucher den Nachmittag auf einer Decke bei moderner Blasmusik ausklingen lassen.

Für das leibliche Wohl der angereisten Künstlerinnen und Künstler ist Mitorganisator Olaf Iwersen von der Rösterei am Fleth an beiden Kunstfesttagen zwischen Fleth und Rathaus mit seinem Bollerwagen unterwegs. Seine Rösterei lädt an beiden Tagen zum Kaffeegenuss ein.

Im Marschtorzwinger werden Zeichnungen, Bilder, Objekte von Jürgen K.F. Rohde gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel „sowohl – als – auch“ ist vom 20. August bis zum 29. September zu sehen. Der Künstler, dem anlässlich seines 80. Geburtstag in diesem Jahr, diese Retrospektive gewidmet ist, wird während des Kunstfestes an beiden Tagen jeweils von 15 – 17 Uhr persönlich im Marschtorzwinger anwesend sein.

Das 3. Buxtehuder Kunstfest findet am Samstag, 24. August, von 11 – 18 Uhr und am Sonntag, 25. August, von 11 – 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links:

www.buxtehude-kunstfest.de; www.sued-kultur.de/kunstleihe; www.facebook.com/KunstleiheHarburg; www.instagram.com/kunstleihe

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Bilder geben sich die Klinke in die Hand https://www.tiefgang.net/bilder-geben-sich-die-klinke-in-die-hand/ Fri, 02 Aug 2019 22:57:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5621 [...]]]> Auch Werke zweier Künstlerinnen, die auch in der Kunstleihe Harburg vertreten sind, gingen mit an Bord der Cap San Diego, wo insgesamt 10 Künstlerinnen im Rahmen der „Exhibition NordKünste“ bis zum 25. August ausstellen.

Von Sonja Alphonso

Der persönliche Bezug zu den beiden Künstlerinnen Yvonne Lautenschläger und Antje Gerdts lockte mich trotz Hitzewelle am 26.07. zur Vernissage. Im Hamburger Hafen wehte zum Glück ein angenehm erfrischender Wind, den ich jedoch leider nicht mit unter Deck nehmen konnte.

Gleich beim Hineingehen erkannte ich das Duo Vilou, dem ich schon mal im „Komm du“ gelauscht hatte. Sie gaben kein Konzert, sondern sorgten bei der Veranstaltung nur für musikalische Untermalung, ganz dezent, um die Besucher nicht von den Bildern abzulenken.

 

Yvonne Lautenschläger: Melancholie

Bemerkenswert finde ich, dass ich kurz darauf „Melancholie“ erneut über den Weg lief; Einem Bild, welches ich vor Jahren in einem ganz eigenen Kontext gesehen, kennen und lieben gelernt hatte, gemalt von Künstlerin Yvonne Lautenschläger, die ich seinerzeit noch nicht kannte.

Wie heißt es so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ oder „Wiedersehen macht Freude“. Ein anderes Bild von ihr hatte zuvor auch schon mal an Wiedererkennungswert gewonnen.

Einst kaufte ich nämlich im „Komm du“ eine Postkarte, die mir gefiel, und erkannte das Motiv wieder, als wir Anfang des Jahres die Eröffnung der Kunstleihe Harburg vorbereiteten. Darunter eben auch „veggie spa“ in Originalgröße.

 

Yvonne Lautenschläger: veggie spa

Es erfreut sich großer Beliebtheit und ist deshalb fast stets in Umlauf. Kaum wird es zurückgebracht, findet es schon den nächsten Liebhaber… oder eine Liebhaberin.

Nach diesem kleinen Exkurs kehre ich zurück zur Ausstellung auf der Cap San Diego. Ich habe mir einige Werke und/oder Künstlerinnen gemerkt. Vor allem eine „Gelbe Welle“ hatte es mir angetan. Auch die „Fernsicht“ und „Transzendenz“ der gleichen Malerin sprachen mich an.

Leider konnte ich Anne Beecken bei der Vernissage nicht persönlich begegnen und meine Begeisterung zum Ausdruck bringen, denn als ich nachfragte, erfuhr ich, dass sie nicht zugegen sein konnte.

Gefesselt wurde meine Aufmerksamkeit u. a. auch vom Kettenkasten, der allerdings nicht zur Ausstellung, sondern Ausstattung des Schiffes gehört. Dort lagert die schwerfällige Ankerkette. Durch eine ovale Luke sieht man die beeindruckenden großen Kettenglieder, aufgetürmt zu einem gewichtigen Haufen.

Wo ich schon beim maritimen Ambiente bin, kann ich auch gleich die von Antje Gerdts bemalten Kaffeesäcke erwähnen. Bilder, die weit unten im Schiff hängen. Ich möchte einen Besuch der untersten Etage wärmstens empfehlen, obwohl der Abstieg schweißtreibend war. Hier befand sich der gefühlte Stauraum für hohe Temperaturen, im Gegensatz zu kühl gelegenen Kellern.

Stichwort „Streifzug“. Dazu fällt mir ein Bild von Miriam Bonner ein. Ich schwelge auch in der „Poesie der Formen: Sommerfrische“ von Carmen Lohse oder erinnere mich an „Airy views“ von Christine Bernreuther.

Renate Hamer beeindruckte mich als schöne, reife, vitale Frau. Ihre abstrakten, bunten Bilder sah ich mit neuen Augen, nachdem ich wusste, von wem sie sind.

Bei „I´m“ von Dora Nowa hielt ich mich länger auf, und als visuelle Highlights nahm ich noch zwei Werke von Hildegard Langefeld wahr: „ei 01/06-4“ und „s/w XII“. Titel, die mir leider nicht auf die Sprünge helfen, was ich gesehen und dabei empfunden habe.

Marzena Brandt war auch noch mit von der Partie und zeigte Fotografien. Alles in allem eine bunte und runde Sache.

Exhibition Nordkünste – 10 Künstlerinnen stellen noch bis zum 25. August 2019 von 10:00 bis 18:00 Uhr auf der Cap San Diego, Hamburger Überseebrücke aus.

Weiterführend: www.medeas.space

 

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Kunstraub in Harburg https://www.tiefgang.net/kunstraub-in-harburg/ Fri, 27 Oct 2017 22:53:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2379 [...]]]> Bei Kunstraub denkt man an vielleicht an Edvard Munchs „Schrei“, Störtebekers Schädel oder Millionendeals aus der Antike. Dabei kann er ganz naheliegend sein. Auch in Harburg.

Und so geschah es bei einer Sammelausstellung des Harburger Kunstvereins ´wattenbergART` (siehe hierzu auch ´Tiefgang`-Portrait „Harburgs Tischgesellschaft“), das am vermutlich 10. Oktober 2017 im Hauptgebäude der TU Hamburg am Schwarzenberg ein Bild der Harburger Künstlerin Antje Gerdts entwendet wurde. Und es trug auch noch den Titel „Glücksklee“ (Wheel of fortune).

„Das Bild ist 80×80 cm groß, Mischtechnik auf Leinwand“, so Antje Geerdts. „Verwendet habe ich über 50 vierblättrige Kleeblätter. Ich wundere mich sowieso, wie jemand auf die Idee kommen könnte, dass diese geklauten Kleeblätter noch Glück bringen. Es ist schon ziemlich schräg ….“. Und auch eine Kaufinteressentin hatte sie bereits für das Werk, das mit 520,- €  ausgezeichnet ist.

Gesamtansicht

Nun geht es nicht allein um den monetären Wert des Werkes. Wichtiger ist auch der Künstlerin, dass es ein Akt unwürdigen Kunstfrevels ist. Sie hat zwar auch bei der Polizei Anzeige erstattet, würde aber bei Rückerlangung gegebenenfalls von einer weiteren Strafverfolgung Abstand nehmen. Die Chance für den / die Kunst-Diebin. SuedKultur bietet an, sich telefonisch und anonym unter der Rufnummer 040 – 300 969-41 zu melden, um zu klären, wie das Bild auf kurzem Wege zur Künstlerin zurück gelangt. Zugleich aber sind auch alle Kunstinteressierten aufgefordert, zu melden wenn dieses Bild irgendwo gesehen wird oder wurde. Denn es geht um Kunst und Würde.

Die Künstlerin nahm es zugleich als produktive Inspiration und Anlass, ihren ersten Rap zu kreiieren. Schön, wenn man eben seinen Humor dennoch nicht verliert.

Liebe facebooker, wie manche vielleicht mitbekommen haben wurde mir letzte Woche ein Bild geklaut aus einer Ausstellung in der TU Harburg heraus, einfach von der Wand ab- und mitgenommen ….. !!!!! Dazu habe ich jetzt meinen allerersten RAP gedreht und bitte um Verbreitung auf allen Kanälen und eure Mithilfe…..liken, teilen, was auch immer …… Bestimmt bewegt sich dann was :-)Vielen Dank !!!!Eure AntjeSachdienliche Hinweise bitte an michwww.antjegerdts.deUnd hier isser nun, der BILDERKLAU-RAP

Posted by Frau Antje on Dienstag, 24. Oktober 2017

Zur Künstlerin selbst: www.antjegerdts.de

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