Archäologische Museum Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 28 Oct 2025 11:04:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Ein Neuanfang aus Leidenschaft https://www.tiefgang.net/ein-neuanfang-aus-leidenschaft/ Fri, 31 Oct 2025 23:56:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12772 [...]]]> Wenn der 22. Harburger Kulturtag am Sonntag (2.11.) seine Pforten öffnet, ist das nicht nur ein Termin im Kalender, sondern ein starkes Bekenntnis zu Harburg. Es ist die Geschichte eines Events, das sich aus purer Leidenschaft immer wieder neu erfindet, aber dabei seine Identität neu aushandeln muss.

Über 15 Jahre lang war der Kulturtag ein geliebter Samstagstermin, initiiert und getragen vom Team des Archäologischen Museums. Doch der Kulturbetrieb ist kein Zuckerschlecken: Wegen knapper Kassen und fehlender Ressourcen musste der Tag schlucken – und auf den verkaufsoffenen Sonntag im Herbst umziehen.

Jetzt tritt erstmals Harburg Marketing an die Spitze. Und diese Premiere ist ein Signal: Die Kultur im Hamburger Süden lässt sich nicht unterkriegen! Die Verlegung von 12 bis 20 Uhr macht den Tag zu einem Fest für alle, perfekt eingebettet in einen entspannten Familiensonntag. Harburgs Zentrum und der Binnenhafen werden zur Bühne für 28 Kultureinrichtungen, deren Eintritt an diesem Tag frei ist.

Superhelden, Street Art und Lindy Hop

Was diesen Tag so unwiderstehlich macht, ist die explosive Mischung aus Geschichte, Aktivismus und purer Lebensfreude. Hier wird nicht nur konsumiert, hier wird mitgemacht! Einige Highlights:

  • Der Mythos lebt: Im Archäologischen Museum 12-16 Uhr in die fantastische Welt der „Superhelden – Von Herakles bis Superman“. Wer will sich nicht einmal den griechischen Legenden gegenüberstellen?
  • Rhythmus der 20er: Bei Atticat Swing (13-18 Uhr) am Krummholzberg heißt es: Schuhe schnüren! Die Tanzschule bietet einen Tag der offenen Tür mit Lindy Hop Schnupperkursen – ein energiegeladener Tanz, der direkt aus Harlems Jazz-Kultur stammt.
  • Wandlungen der Stadt: Die Kunst findet auf der Straße statt: Bei Walls Can Dance entdecken Besucher*innen Norddeutschlands größte Freiraumgalerie für Urban Art bei kostenlosen Touren, startend am S-Bahnhof Harburg.
  • Das Harburger Herz: Bei der Biff Harburg Frauenberatung werden unter dem Titel „Frauenbilder Sichtbar werden“ kraftvolle Collagen gezeigt, die von Mut und gelebten Biografien erzählen. Im Gegensatz dazu präsentiert Stadtmaler Ralf Schwinge in der Sparkasse Harburg „Harburg in neuen Ansichten 2.0“ – und versorgt Neugierige mit Kaffeespezialitäten vom Coffeebike (12-16 Uhr).

Auch die Harburg Info öffnet in der Hölertwiete ihre Türen für eine Lesung: „Coloured Stories“ bietet Auszüge zu Stadtthemen und Umweltschutz – nahbare Geschichten aus der Nachbarschaft.

Kulturschock oder Demokratisierung? Die Gratwanderung des Harburger Tags

Doch gerade für jene, die den Kulturtag in seinen Anfangsjahren schätzten, muss dieser Wandel schmerzen. Der Tag war einst eine bewusste Antithese zum harschen Ruf Harburgs: Er pries die (Hoch-)Kultur mit der Sammlung Falckenberg an der Spitze und bot Ateliers als Rückzugsorte. Das Ziel war klar: Harburg hat eine ernstzunehmende, anspruchsvolle Szene.

Heute? Der Kulturtag findet am verkaufsoffenen Sonntag statt. Die Kunstaktion im Phoenix-Center wird mit den Lions Charitytagen verbunden. Am Abend gibt es einen Laternenumzug und ein Feuerwerk. Für Purist*innen stellt sich die Frage: Hat sich der Kulturtag selbst überlebt, indem er seine klare kulturelle Haltung zugunsten der größtmöglichen Reichweite aufgegeben hat? Wird die Kultur hier zur Dekoration für den Handel?

Die Antwort liegt vielleicht in der Demokratisierung. Harburg Marketing mag einen breiteren, zugänglicheren Ansatz verfolgen, der niedrigschwellige Angebote in den Vordergrund rückt. Wenn die Menschen über Street Art, Lindy Hop und eine Tasse Kaffee zu Ralf Schwinge in die Sparkasse gelockt werden, dann mag das Chaos sein – aber es ist ein Chaos der Begegnung. Es ist die klare Botschaft: Kultur gehört allen, nicht nur der Elite.

Nach Jahren, in denen die Inhalte auf den Flyern fast verschwanden, gibt es endlich wieder eine inhaltliche Fülle. Ob das neue, bunte Mischformat nun die „richtige“ Kultur abbildet oder lediglich ein Publikumsmagnet ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber die Debatte – die ist kulturell wertvoll, und sie ist Harburg pur.

Ein Finale mit Feuerwerk

Der Kulturtag ist eine Hommage an die Harburger*innen selbst. Von buntem Laternen basteln in den Arcaden bis zur Kunstaktion im Pop Up Store im Phoenix-Center – an jeder Ecke pulsiert das Leben.

Den krönenden Abschluss des 22. Harburger Kulturtags bildet der Laternenlauf der Schützengilde mit einem spektakulären Feuerwerk über dem Rathausplatz. Und ja, auch die Geschäfte haben von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Harburg Marketing hat mit dieser ersten Umsetzung nicht nur eine Tradition fortgeführt, sondern sie neu aufgeladen. Es ist ein kultureller Anker, der beweist, dass Gemeinschaft und Kunst die stärksten Ressourcen sind. Gehen Sie hin – entdecken Sie, tanzen Sie, staunen Sie! Die Harburger Kultur hat ihren Platz mehr als verdient.

Das gesamte Programm zum download hier

]]>
Ein Blick in Hamburgs Geschichte https://www.tiefgang.net/ein-blick-in-hamburgs-geschichte/ Fri, 22 Aug 2025 22:55:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12360 [...]]]> Ein Ort, den täglich Tausende passieren, ohne seine wahre Bedeutung zu kennen: der Hammaburg-Platz in der Hamburger Altstadt. Nach seiner Einweihung im letzten Sommer bekommt er jetzt ein Herzstück.

Drei große, bebilderte Infotafeln, erwecken die spannende Geschichte der Stadtgründung zum Leben. Ein wahrer Schatz für alle, die tiefer in die Ursprünge Hamburgs eintauchen wollen.

Der Hammaburg-Platz an der Domstraße erinnert an die Namensgeberin unserer Stadt. Hier, im 9. Jahrhundert, errichtete der Missionar Ansgar im Schutz der Hammaburg die erste Holzkirche. Das war der Keimzelle der heutigen Metropole. Doch die Jahrhunderte zogen vorbei, und an die Stelle der Burg trat der erste steinerne Dom Hamburgs. Viele dieser Geschichten sind im Alltagstrott verloren gegangen.

Doch dank der neuen Infotafeln ist das nun anders. Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer bringt es auf den Punkt: „Auch viele Hamburgerinnen und Hamburger gehen täglich an diesem Platz vorbei, ohne seine bewegte Geschichte zu kennen. Die Tafeln laden nun dazu ein, sich mit eben dieser Geschichte zu beschäftigen und diesen besonderen Ort neu zu entdecken.“ Die Tafeln sind in Deutsch und Englisch verfasst und machen die Geschichte für alle erlebbar.

Die Gestaltung des Platzes ist eine Hommage an seine bewegte Historie. Eine beeindruckende Stahlskulptur zeichnet den Verlauf der alten Wallanlagen der Hammaburg nach, während weiße Sitzelemente den Grundriss des Mariendoms markieren. Mit den neuen Infotafeln fügen sich diese Elemente zu einem Ort zusammen, der die Ursprünge Hamburgs nicht nur vermittelt, sondern greifbar macht.

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg, dessen Heimat Harburg ist, zeigt sich sehr glücklich über die Fertigstellung: „1000 Jahre nach ihrem Untergang und wenige Jahre nach ihrer zweifelsfreien Wiederentdeckung hat die Hammaburg nicht nur an ihrem einstigen Standort im Herzen Hamburgs ihren Namen zurückerhalten – ab sofort wird die Geschichte der Stadt auch mit diesen drei Infotafeln auf anschauliche Weise zum Leben erweckt.“

Der Hammaburg-Platz ist damit mehr als nur ein Ort zum Verweilen. Er ist ein lebendiges Denkmal, das die Wurzeln Hamburgs feiert und Passant*innen dazu einlädt, einen kurzen Moment innezuhalten und die Geschichte zu spüren. Wer also demnächst mal in der Nähe ist: einfach mal vorbeischauen!

]]>
Planet Harburg wird zum Kino https://www.tiefgang.net/planet-harburg-wird-zum-kino/ Fri, 28 Mar 2025 23:52:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11632 [...]]]> Nach einem fulminanten Auftakt bringt das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg nun einen neuen Kulturgenuss an diesen besonderen Ort im Zentrum Harburgs.

Ab dem 6. April wird die Kinemathek Hamburg e.V., die das bekannte Metropolis Kino in unmittelbarer Nähe des Gänsemarkts betreibt, Programmkino in Harburg machen. Gleich zum Auftakt gibt es einen besonderen Leckerbissen für Cineasten und Fans von Udo Lindenberg.

Aus einer riesigen Auswahl wunderbarer Filmklassiker, aber auch selten gezeigter Filme hat die Kinemathek Hamburg e.V. exklusiv für die neue Museumsdependance eine bunt gemischte Auswahl an Filmen getroffen, die nun im brandneuen Veranstaltungsraum des Planet Harburg gezeigt werden. Zur zehnjährigen Jubiläumsausgabe des Hamburger Kinoevents „Eine Stadt sieht einen Film“ läuft zum Start des neuen Kinos am 6. April der Film „Lindenberg! Mach dein Ding“. Die Filmographie des legendären Deutschrockers Udo Lindenberg führt von seiner Kindheit in der westfälischen Provinz über erste Musikengagements als Schlagzeuger in Libyen bis hin zu den turbulenten Anfängen seiner Sängerkarriere im Hamburg der 70er-Jahre. Michael Lehmann, der den Film 2020 produzierte, wird ab 17:00 Uhr im Planet Harburg zu Gast sein und Fragen des Publikums beantworten.

Und das ist nur der Auftakt: An weiteren Terminen wird das Kinoprogramm fortgesetzt. Zukünftig sollen viermal in der Woche, jeweils donnerstags, freitags, samstags und sonntags Filme aus ganz unterschiedlichen Genres über die Leinwand flimmern. Neben Filmen aus dem aktuellen Angebot des Metropolis Kinos werden in Harburg auch Programminhalte gezeigt, die extra für den Stadtteil neu kuratiert werden. Zusätzlich zu den Filmvorführungen sind Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Einführungen und Publikumsgespräche mit Filmgästen geplant.

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg: „Wir freuen uns, dass die Kinemathek mit diesem Projekt den Sprung über die Elbe macht und im Planet Harburg so kurz nach der Eröffnung ein weiteres kulturelles Highlight für alle Harburgerinnen und Harburger etabliert.“

Manja Malz, Programm Kinemathek Hamburg e.V.: „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit dem Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg einen Kooperationspartner gefunden haben, mit dem wir gemeinsam dieses neue Kinoprojekt umsetzen können. Das Kino ist von jeher ein niedrigschwelliger Begegnungsraum für alle Generationen. Mit dem Veranstaltungsangebot wollen wir einen aktiven und stetigen Beitrag zur Stadtteilkultur leisten und die kulturelle Vielfalt in Harburg erlebbar machen.“

Informationen zum Programmangebot im April 2025:

So 6.4., 17:00 Uhr
Eröffnung des Kinosaals
Eine Stadt sieht einen Film: LINDENBERG! MACH DEIN DING. Mit Gästen.

Do 10.4., 18:30 Uhr
Das Stadtmuseum Harburg präsentiert: THE ZONE OF INTEREST

11.4., 18:30 Uhr

Junge Perspektiven: ELLBOGEN. Mit Filmgespräch.

Sa 12.4., 18:30 Uhr
Crime-Time: BLUE VELVET. Mit anschließendem Filmgespräch im Rahmen der Kriminologischen Filmreihe.

So 13.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: NORDSEE IST MORDSEE

Do 17.4., 18:30 Uhr
Musik im Film: ASK, MARK VE ÖLÜM – LIEBE, D-MARK UND TOD

Fr 18.4., 15:00 Uhr
Nachmittagskino mit Kaffee und Kuchen. Mit Vorprogramm und Einführung.

Fr 18.4., 18:30 Uhr
Junge Perspektiven: ELLBOGEN. Mit Filmgespräch

Sa 19.4., 18:30 Uhr
Silent-Crime-Time: Murnaus NOSFERATU. Mit Einführung.

So 20.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: DER AMERIKANISCHE FREUND

Fr 25.4., 18:30 Uhr

DAVID LYNCH – THE ART LIFE

Sa 26.4., 18:30 Uhr / 20:30 Uhr / 22:30 Uhr

Lange Nacht der Museen: ASK, MARK VE ÖLÜM – LIEBE, D-MARK UND TOD (Eintritt im Rahmen der Langen Nacht der Museen frei).

So 27.4., 18:30 Uhr
Hamburg im Film: ROCKER

Informationen:

Eintritt: 9 Euro / 6 Euro erm.
Eintritt Nachmittagskino: 8 Euro / 5 Euro erm.
Es gilt für alle Veranstaltungen auch das Kino-Abo „Cineville“.

Detaillierte Informationen zum Programm und Tickets sind online ab dem 27.3. auf www.metropoliskino.de verfügbar sowie ab dem 6.4. auch an der Kinokasse im Planet Harburg erhältlich. Die Kinokasse öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Veranstaltungsort:

Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, 21073 Hamburg-Harburg

]]>
Lange Nacht der Museen 2024 https://www.tiefgang.net/lange-nacht-der-museen-2024/ Fri, 23 Feb 2024 23:37:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10614 [...]]]> Zur Langen Nacht der Museen am Samstag, dem 27. April 2024 präsentiert sich das Archäologische Museum Hamburg von 18 bis 1 Uhr allen Nachtschwärmern.

Eine tolle Gelegenheit für Kulturhungrige, die Ausstellungen des Museums zu besuchen und die exklusiv für diesen Tag zusammengestellten Programme rund um das Motto „LIGHT MY FIRE – Mensch Macht Feuer“ zu erleben. Das Archäologische Museum Hamburg bietet in dieser Nacht eine abwechslungsreiche Mischung aus spektakulären Vorführungen und spannenden Aktionen zum Mitmachen, die auch für die jüngeren Besucher manches Abenteuer bereithalten.

Neben nächtlichen Einblicken in die Ausstellung können sich Besucherinnen und Besucher auf Mitmach-Aktionen, Expertenführungen und eine ganz besondere Vorführung freuen: Passend zum Motto der aktuellen Sonderausstellung präsentieren die Flammenkünstler des Flamba-Duos eine feurige Darbietung aus Feuerartistik und Tanz.

Insgesamt nehmen an der Langen Nacht der Museen über 50 Hamburger Museen und Ausstellungshäuser teil und bieten ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, Führungen, Kulinarischem, Musik, Tanz und Film. Ein Gemeinschaftserlebnis bei dem man mit Freunden Hamburgs Museumslandschaft entdecken kann. Zwischen den Museen können Gäste der Langen Nacht der Museen mit extra eingerichteten Busshuttle-Linien, Elbbarkassen und allen regulären HVV-Linien verkehren. Die Eintrittskarten enthalten wieder die Nutzung aller HVV-Linien (Gesamtbereich) von Samstag 16 Uhr bis Sonntag 6 Uhr.

Das Programm im Archäologischen Museum Hamburg zur Langen Nacht der Museen:

Ausstellungsbesuch: Drei auf einen Streich

Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg bietet zur Langen Nacht der Museen die Möglichkeit, gleich drei Ausstellungen zu besuchen: In der aktuellen Sonderausstellung „LIGHT MY FIRE – Mensch Macht Feuer“ dreht sich alles um eine der wichtigsten Entdeckungen des Menschen: das Feuer. In der archäologischen Dauerausstellung können die Besucherinnen und Besucher in eine archäologische Erlebniswelt eintauchen und faszinierende Einblicke in die Vor- und Frühgeschichte Norddeutschlands erhalten. Und alle Harburg-Interessierten können in der Sonderausstellung „Harburg von oben“ den Stadtteil einmal wie ein Vogel von oben betrachten: Historische Luftbilder ermöglichen einmalige Perspektiven. In der Schau werden Aspekte der städtebaulichen Entwicklung Harburgs herausgegriffen.

18:00 – 01:00 Uhr | Museumsplatz 2 und Harburger Rathausplatz 5

Vorführung: Flamba Feuer- und Lichtshow

Das Flamba-Duo präsentiert eine feurige Darbietung aus Feuerartistik und Tanz. Es wird romantisch, feurig, wild, leidenschaftlich und lustig. Rasante Action und faszinierende Feuereffekte wechseln sich ab. Und das Besondere: Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Kombination aus LED-Lichtshow und Feuershow.

21:00 – 21:15 Uhr | 22:00 – 22:15 Uhr | Museumsplatz 2

Führung: LIGHT MY FIRE

Licht und Wärme sind für uns Menschen elementar, heute genauso wie vor 1 Million Jahren. Die Tour durch die Ausstellung Light My Fire – Mensch Macht Feuer beleuchtet die Phänomene Feuer und Licht von den Anfängen bis in die Moderne.

19:30 – 20:00 Uhr | 20:30 – 21:00 Uhr | 21:30 – 22:00 Uhr | 22:30 – 23:00 Uhr | 23:30 – 00:00 Uhr | Museumsplatz 2

Führung: Am Anfang war das Feuer

Die Beherrschung des Feuers war eine großartige Entdeckung und eine zündende Sache, ohne die unsere heutige Welt nicht denkbar wäre. Während der Führung erfährt man, wie die Archäologie dem Element Feuer und seiner Nutzung auf die Spur kommt.

19:00 – 19:30 Uhr | 20:00 – 20:30 Uhr | 23:00 – 23:30 Uhr | Harburger Rathausplatz 5

Mitmachen: Mach mal Feuer!

Vom Steinzeitfeuerzeug zum Feuerstahl: Die verschiedenen Techniken der Feuererzeugung werden vorgeführt und können selbst erprobt werden.

18:00 – 22:00 Uhr | Harburger Rathausplatz 5

Entdecken: Höhlenzauber

In der Steinzeithöhle des Museums ist es geheimnisvoll und dunkel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung entdecken mit einer Taschenlampe was sich in der Höhle verbirgt.

18:00 – 22:00 Uhr | Harburger Rathausplatz 5

Kulinarisches

Köstliche Speisen serviert die Helms Lounge.

18:00 – 22:00 Uhr |Museumsplatz 2

 

Informationen:

Veranstaltungsorte: Archäologisches Museum Hamburg, Harburger Rathausplatz 5 und Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Termin:                  Samstag, der 27. April 2024

Öffnungszeiten:        18:00 bis 1:00 Uhr

Tickets:                  17 Euro, ermäßigt 12 Euro, 4 Euro „Junge Nacht“ (13-17 Jahre)

Die Tickets sind voraussichtlich ab Anfang März 2024 im Online-Shop langenachtdermuseen-hamburg.de und in den teilnehmenden Museen und den Vorverkaufsstellen in Hamburg erhältlich.

– – – – – – – – – –

Sonderausstellung:  LIGHT MY FIRE – MENSCH MACHT FEUER

Noch bis zum 28. April 2024 präsentiert das Archäologische Museum Hamburg ein Erlebnis der ganz besonderen Art: Die Ausstellung „LIGHT MY FIRE – MENSCH MACHT FEUER“ dreht sich um eine der wichtigsten Entdeckungen des Menschen – das Feuer. Es prägte unsere Kulturgeschichte und war Triebfeder der unerschöpflichen Innovationskräfte des Menschen. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen zu einer Reise durch die Menschheitsgeschichte, die ohne Feuer undenkbar wäre. Ausgehend von archäologischen Zeugnissen, wirft die Ausstellung Schlaglichter auf die technische Nutzung des Feuers sowie seine heutige Bedeutung als Grundlage des Industrie- und Informationszeitalters. In der Schau sind aber nicht nur Funde zum Thema Licht und Feuer zu sehen, sondern auch Visualisierungen und Rekonstruktionen, etwa von altsteinzeitlichen Höhlenmalereien, sowie Stationen zum Experimentieren.

Informationen:

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, bis 17 Jahre frei |Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr

Ort: Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Laufzeit: bis 28. April 2024

VERANSTALTUNGSPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG LIGHT MY FIRE

 Sonntags-Tour „Light My Fire“

Licht und Wärme sind für uns Menschen elementar, heute genauso wie vor 1 Million Jahren. Die Tour durch die Ausstellung „Light my fire – MENSCH MACHT FEUER“ beleuchtet dieses Phänomen von den Anfängen bis in die Moderne.

Informationen:

Für Familien mit Kindern ab 8 Jahren | Termin: 7.04.2024, 11:00 – 12:00 Uhr

Ort: Museumsplatz 2 | Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldung: Tel. 040 / 42871 2497

 Märchenstunde im Museum

Feuer gibt Licht. Feuer ist faszinierend und lebenserhaltend, aber auch bedrohlich zugleich. Davon berichten Märchen seit uralten Zeiten. In der Steinzeithöhle des Museums erzählen Annette Busch und Elita Carstens frei und lebendig einige dieser Märchen. In dem geheimnisvollen Raum können sich die kleinen und großen Zuhörer von den Geschichten verzaubern lassen. Für Familien mit Kindern von 6-10 Jahren.

Informationen:

Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren |Termin: 18.04.2024, 15:00 – 16:00 Uhr |Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt

Ort: Harburger Rathausplatz 5, Anmeldung: Tel. 040 42871-2497

Aktiv-Werkstatt für Kinder: Flinke Wunderscheibe

Die Kinder erforschen in der Ausstellung Light my fire die wie Bilder laufen lernten und wie die ersten Filme produziert wurden. Anschließend basteln die Kinder in der Aktiv-Werkstatt eine Wunderscheibe: Ein optisches Spielzeug, bei dem zwei Bilder zu einem verschmelzen und bewegte Bilder erzeugt werden.

Informationen:

Für Kinder von 8-12 Jahren | Termin: 20.04.2024, 14:00 – 16:00 Uhr

Ort: Museumsplatz 2 | Kosten: 3 Euro, Anmeldung: 040 / 42871 2497

VORTRAG: Feuer, Ritual und Kunst: Eine neue evolutionspsychologische Archäologie

Referent: Dr. Rimtautas Dapschauskas, Universität Heidelberg

Welche evolutionären Beziehungen bestehen zwischen der Feuerwahrnehmung und Feuernutzung, frühen rituellen Handlungen und dem ältesten Kunstschaffen der Menschheit?

Seit rund einer Million Jahre prägt Feuer die Evolution des Menschen und der kontrollierte Umgang mit diesem Element war entscheidend für das Überleben unserer Spezies. Hinsichtlich lebenspraktischer Zwecke wie Wärme, Schutz und Garen von Nahrung hat die Domestizierung des Feuers viel Aufmerksamkeit in der Forschung erfahren.

Zur Frage jedoch, wie diese lange Beziehung zum Feuer frühe Rituale geprägt hat und welchen Einfluss Feuer auf das Schaffen der ersten Kunstwerke der Menschheit hatte, bestehen immer noch erhebliche Forschungslücken. Es existieren kaum ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzungen zu den vielschichtigen Verbindungen zwischen Feuer, Ritual und Kunst aus evolutionärer Perspektive. Für die wissenschaftliche Erforschung der Bedeutung des Feuers für Rituale und Eiszeitkunst in der Evolution des Menschen braucht es einen systematischen, multiperspektivischen und disziplinübergreifenden Ansatz, welcher theoretische Modelle, empirische Beobachtungen und Experimente aus Archäologie, Ethnologie und Psychologie in einer Synthese zusammenführt. Der Vortrag möchte einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand in den drei Disziplinen zum Themenkomplex Feuer, Ritual und Kunst geben und mögliche Perspektiven für eine disziplinübergreifende Synthese skizzieren.

Informationen:

Termin: 18.04.2024, 18:00 Uhr |Ort: Harburger Rathausplatz 5

Eintritt: frei | Anmeldung: ohne

FÜHRUNGEN IM ARCHÄOLOGISCHEN MUSEUM HAMBURG

 Familien-Aktion: Abenteuer Archäologie

Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert im Rahmen einer Familientour eine archäologische Erlebniswelt, die kleinen und großen Besuchern einen lebendigen und faszinierenden Einblick in die Vor- und Frühgeschichte Norddeutschlands bietet. Anschließend können in der Mit-Mach-Werkstatt Werkstoffe und Geräte, mit denen unsere Vorfahren gearbeitet haben, ausprobiert werden. Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren.

Informationen:

Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren | Termin: 14.04.2024, 14:00 – 15:30 Uhr | Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt

Ort: Harburger Rathausplatz 5 | Anmeldung: Tel. 040 42871-2497

Vor-Ort-Tour: Burgen in Hamburg – Eine Spurensuche

Unter den Straßen, Häusern und Plätzen Hamburgs liegt die Frühzeit Hamburgs verborgen: Der Domplatz im Herzen Hamburgs ist ein Ort mit einer ganz besonderen Geschichte. Hier befand sich die legendäre „Hammaburg“, Keimzelle und Namensgeberin der Stadt Hamburg. Auch das Gebiet rund um den Hopfenmarkt birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Hier begann vor fast 1.000 Jahren die Entwicklung Hamburgs von der Burg zur Stadt. Die Ringwallbefestigung der „Neuen Burg“ stand in den letzten Jahren im Zentrum mehrerer archäologischer Ausgrabungskampagnen. Auf der Tour erfahren die Teilnehmer zu welchen neuen Erkenntnissen die Archäologen gelangt sind.

Informationen:

Termine: 20.04.2024, 11:00 – 12:30 Uhr | Kosten: 3 Euro

Treffpunkt: „Bischofsburg“, Speersort 10, 20095 Hamburg

Anmeldung: Tel. 040 42871 2497 oder tickets.amh.de

]]>
Triebfeder Feuer https://www.tiefgang.net/triebfeder-feuer/ Fri, 13 Oct 2023 22:41:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10358 [...]]]> „Light my Fire“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung, die seit diesen Tagen io´m Archäologischen Museum in Harburg läuft.

Vom 11. Oktober 2023 bis 28. April 2024 präsentiert das Archäologische Museum Hamburg ein Erlebnis der ganz besonderen Art: Die Ausstellung LIGHT MY FIRE – MENSCH MACHT FEUER dreht sich um eine der wichtigsten Entdeckungen des Menschen – das Feuer. Es prägte unsere Kulturgeschichte und war Triebfeder der unerschöpflichen Innovationskräfte des Menschen. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen zu einer Reise durch die Menschheitsgeschichte, die ohne Feuer undenkbar wäre. Ausgehend von archäologischen Zeugnissen, wirft die Ausstellung Schlaglichter auf die technische Nutzung des Feuers sowie seine heutige Bedeutung als Grundlage des Industrie- und Informationszeitalters. In der Schau sind aber nicht nur Funde zum Thema Licht und Feuer zu sehen, sondern auch Inszenierungen und Rekonstruktionen, etwa von altsteinzeitlichen Höhlenmalereien, sowie Stationen zum Experimentieren.

Das Bedürfnis nach Licht in der Finsternis ist so alt wie die Menschheit selbst. Die ersten Hinweise auf die bewusste Erzeugung von Feuer lassen sich bereits in der Steinzeit vor etwa 500.000 Jahren finden, und schon vor 1,6 Millionen Jahren besaßen die Menschen die Fähigkeit, Feuer zu kontrollieren. Die Sonderausstellung LIGHT MY FIRE – MENSCH MACHT FEUER beleuchtet aber nicht nur die kultur- und sozialgeschichtliche Bedeutung von Feuer und Licht, sondern auch den Fortschritt, den diese mit sich gebracht haben: Von der steinzeitlichen Tranlampe bis zur modernen LED-Leuchte wird die Entwicklung nachgezeichnet, einen Ausblick in die Zukunft eingeschlossen.

Viele Geschichten, die sich Menschen seit Urzeiten erzählen, beginnen mit einem Funken: Im Urknall entfacht er das All, in den Schöpfungsmythen vieler Kulturen steht das Licht am Anfang allen Lebens. Die Ausstellung knüpft genau hier an und erzählt die Geschichte der Menschheit, vorangetrieben von der Beherrschung des Feuers und seiner Energie. Von den Anfängen des Feuermachens und der physikalischen Beschaffenheit von Licht bis hin zur modernen Unterhaltungskultur mit Kino und Fernsehen wird das Phänomen auf innovative Weise beleuchtet. In der Ausstellung sind daher nicht nur archäologische Funde zum Thema Licht und Feuer zu sehen, sondern auch Inszenierungen und Rekonstruktionen, etwa von altsteinzeitlichen Höhlenmalereien, sowie Mitmach-Stationen für Experimente. Die zündenden Momente der Menschheitsgeschichte zeigen sich in der Ausstellung als Funkenschlagen, Tranlampe und Glühbirne, reichen vom Kirchenfenster zur Leuchtreklame, springen vom Feuerstein zur Lightshow. Die Ausstellung ermöglicht einen Blick in die berühmten Höhlen von Lascaux und in stillgelegte Hamburger U-Bahn-Tunnel. „Wir zeigen zudem, dass die heute alltägliche Nutzung von digitaler Technik ebenfalls nur eine Weiterentwicklung des uralten Prinzips Feuer ist“, so Dr. Michael Merkel, Kurator der Ausstellung am Archäologischen Museum Hamburg.

Dass die stetige Weiterentwicklung der vom Menschen beherrschten Naturgewalt Feuer und die vielen neuen Erfindungen nicht nur positive Aspekte beinhalten, vermittelt die Ausstellung am Ende der Reise durch das Licht. Hier kommen die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zur Sprache, und es werden mögliche Szenarien für die Zukunft entworfen.

Eine hochwertige Publikation, in der Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen aus ihrer Perspektive das Thema Feuer und Licht beleuchten, erscheint parallel zur Ausstellung. Darüber hinaus veröffentlicht das Archäologische Museum Hamburg den Podcast „Funkenflug“ mit mehreren Episoden, in denen diese ebenfalls zu Wort kommen.

Auch im Museumsshop dreht sich alles um Feuer und Licht: Vom steinzeitlichen Feuerzeug über Repliken römischer Öllampen und mittelalterlicher Pergamentlaternen bis hin zum Bausatz zur Herstellung einer Laterna Magica bietet der Shop für jeden Museumsgast das richtige Andenken. Passend zur Ausstellung gibt es außerdem ein Veranstaltungsprogramm mit einer abwechslungsreichen Mischung aus spannenden Führungen, Vorträgen und Workshops.

Informationen zur Ausstellung:

Eintritt:                                             6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei

Öffnungszeiten:                              Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr

Ort:                                                   Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Laufzeit:                                            11.10.2023 – 28.04.2024

 

 

]]>
Archäologische Untersuchung auf Joseph-Carlebach-Platz https://www.tiefgang.net/archaeologische-untersuchung-auf-joseph-carlebach-platz/ Fri, 01 Sep 2023 22:23:36 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10253 [...]]]> Vom 4. September 2023 bis zum 4. Januar 2024 führt das Archäologische Museum Hamburg unter Leitung von dessen Direktor Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss eine archäologische Untersuchung auf dem Joseph-Carlebach-Platz durch. Es soll Kenntnisse über die im Boden befindlichen Reste der Reichsprogromnacht von 1938  und 1939 abgerissenen Bornplatzsynagoge bringen.

Dies ist ein erforderlicher Schritt im Projekt des Wiederaufbaus der Bornplatzsynagoge, da die gewonnenen Erkenntnisse in das architektonische Wettbewerbsverfahren einfließen, der voraussichtlich in diesem Jahr beginnen wird.

Die ehemalige Synagoge am Bornplatz zählte zu den größten Synagogen in Deutschland. Sie wurde zwischen 1904 und 1906 errichtet und war über 30 Jahre das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der jüdischen Gemeinde in Hamburg. In der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft wurde die Synagoge zerstört und ein zentraler Ort des jüdischen Lebens in Hamburg ging verloren.

In der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und in der Stadt ist der Wunsch entstanden, diese Synagoge wiederaufzubauen. Für dieses Vorhaben haben Senat und Bürgerschaft bereits 2020 ihre Unterstützung erklärt. Das Architekturbüro Wandel Lorch Götze Wach erarbeitete eine im September 2022 veröffentlichte Machbarkeitsstudie mit dem Ergebnis, dass der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge möglich ist. Seitdem laufen die Vorbereitungen zwischen Stadt und der Jüdischen Gemeinde in Hamburg zu dem nun erforderlichen städtebaulichen-architektonischen Wettbewerb. Mit diesem Wettbewerb wird die konkrete bauliche Gestalt der neuen Synagoge ermittelt.

Ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung ist die nun beginnende archäologische Voruntersuchung auf dem Joseph-Carlebach-Platz. Diese wird durch Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und sein wissenschaftliches Team durchgeführt. Die Grabungsergebnisse werden unmittelbar in die Aufgabenstellung des Wettbewerbsverfahrens einfließen. Ziel ist es, die noch im Boden befindlichen Überreste des Fundaments der Bornplatzsynagoge in den Entwürfen des Wettbewerbs zu berücksichtigen.

Bei der archäologischen Untersuchung werden vier Grabungsfelder untersucht, die sich an den bekannten Grundrissen der Bornplatzsynagoge orientieren. Das auf dem Joseph-Carlebach-Platz verlegte Bodenmosaik von Margrit Kahl, das an die Bornplatzsynagoge erinnert, wird im Bereich der Sondierungsschnitte vorübergehend entfernt, gelagert und am Ende der Voruntersuchung wieder vollständig hergestellt werden.

Angaben zu Bauzeiten und Kosten des Wiederaufbaus der Bornplatzsynagoge können erst nach der Durchführung des Architekturwettbewerbs gemacht werden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ist ein wichtiges Projekt zur Stärkung des jüdischen Lebens in Hamburg. Der Wiederaufbau muss gut geplant und umgesetzt werden. Nach dem positiven Ergebnis der Machbarkeitsstudie geht es jetzt um die archäologische Untersuchung des Bodens. Damit sollen Erkenntnisse über Reste des Fundaments der früheren Synagoge und deren Zustand gewonnen werden. Diese sollen in das weitere städtebaulich-architektonische Verfahren einfließen, mit dem ein neuer zentraler Ort für das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Hamburg geschaffen wird.“

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg: „Die im Boden erhaltenen Fundamentreste der Synagoge sind ein bedeutendes Bodendenkmal der jüngeren Zeitgeschichte. Das Archäologische Museum Hamburg wird durch eine Ausgrabung mit aller Umsicht dazu beitragen, Klarheit über den Umfang und den Zustand der baulichen Reste zu bekommen“.

Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, Körperschaft des Öffentlichen Rechts: „Wir begrüßen die Grabungsarbeiten. Wir stehen mit gemischten Gefühlen vor den Arbeiten. Es geht um die Erforschung des Lebens und Wirkens unserer Verwandten und Vorfahren. Es geht auch um die jüdische Identität Hamburgs.“

Daniel Sheffer, Sprecher der Stiftung Bornplatzsynagoge: „Der Beginn der Grabungsarbeit steht für den Beginn des Wiederaufbaus der Bornplatzsynagoge. Von den Grabungen erwarten wir auch wichtige Aufschlüsse für den Architekturwettbewerb, der noch in diesem Jahr starten soll.“

]]>
Von Ruinen zum „Lebmal“ https://www.tiefgang.net/von-ruinen-zum-lebmal/ Fri, 17 Mar 2023 23:24:26 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9846 [...]]]> Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 30. März 2023, um 18 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe “Schaufenster der Geschichte”. Diesmal ist die Gründungsvorsitzende des Vereins Wassermühle Karoxbostel e. V., Emily Weede, zu Gast.

In ihrem Vortrag berichtet sie über die spannende Verwandlung der Wassermühle Karoxbostel von einer Ruine zu einem denkmalgeschützten Kleinod.

Vor wenigen Jahren rollte schon fast der Abrissbagger an, heute können Besucher im historischen Gebäudeensemble der Wassermühle Karoxbostel erleben, wie Korn zu Schrot und feinstem Mehl vermahlen wird. Hinter dem Denkmal im Landkreis Harburg  liegt allerdings eine abwechslungsreiche Vergangenheit: Die Hofstelle in Karoxbostel wurde erstmals 1366 urkundlich erwähnt. Die historische Überlieferung deutet darauf hin, dass die Wassermühle Karoxbostel zwischen 1428 und 1438 von der adeligen Familie von Heimbruch in aufwendiger Bauweise angelegt wurde. Die Mühle besteht aus einem reetgedeckten Haupthaus von 1817, der 1893 gebauten Wassermühle, einer Sägerei aus dem Jahr 1900 und dem Backhaus mit Lehmbackofen und Backstube. In all den Jahren erlebte die Mühle eine wechselvolle Geschichte, wurde aber ab den 2000er-Jahren dem Verfall überlassen und fiel in einen „Dornröschenschlaf“.

Doch das Blatt wendete sich für das Anwesen noch einmal zum Guten: 2012 gründete sich der Verein Wassermühle Karoxbostel, um die Anlage zu erhalten. Der Verein erwarb das Mühlengelände und heute ist er einer der mitgliederstärksten Mühlenvereine in Deutschland. Viele Vereinsmitglieder waren von 2013 bis 2015 an der Restaurierung des stark verfallenen Gebäudeensembles beteiligt. Seit 2014 wird in der Mühle wieder Getreide gemahlen, das in einem Lehmofen im Backhaus zu Brot gebacken wird. Das Sägewerk ist seit dem Jahr 2016 wieder in Betrieb und 2017 konnte sogar das 200-jährige Jubiläum des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes von 1817 gefeiert werden. Die Vorsitzende des Mühlenvereins, Emily Weede, wird in ihrem Vortrag von der spannenden Reise berichten, die der Verein erlebte, als aus der ehemaligen Ruine ein einmaliges Denkmal wurde.

Termin: Donnerstag, 30. März 2023 um 18:00 Uhr.

Ort: Archaeologicum des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausplatz 5, 21073 Hamburg

Eintritt: frei

]]>
Gedenken an Flugzeugabsturz https://www.tiefgang.net/gedenken-an-flugzeugabsturz/ Fri, 20 Jan 2023 23:30:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9656 [...]]]> Am 17. Januar 2023, genau 78 Jahre nach dem Absturz eines amerikanischen Kampfflugzeugs während des Zweiten Weltkrieges, hat die Gemeinde Seevetal eine Gedenktafel in der Nähe von Meckelfeld aufgestellt.

Nun wurde die Tafel im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermins mit dem Archäologischen Museum Hamburg enthüllt. Anwesend waren die Seevetaler Bürgermeisterin Emily Weede sowie Dr. Jochen Brandt und Ole Uecker vom Archäologischen Museum Hamburg.

Seit 2016 lokalisiert und untersucht das Archäologische Museum Hamburg in Kooperation mit ehrenamtlichen Mitarbeitern die Fundstellen von abgestürzten Kampfflugzeugen des Zweiten Weltkrieges im Landkreis Harburg. Sie werden von der Bodendenkmalpflege erfasst und als Fundplatz in das interne Geoinformationssystem eingepflegt.

Mit einem Foto aus dem Internet begann im Frühjahr 2021 die Suche nach der Absturzstelle eines amerikanischen Bombers vom Typ „Consolidated B-24 Liberator“ mit der Seriennummer 42-51481. Mit Unterstützung des Seevetaler Gemeindearchivars, Arndt-Hinrich Ernst, konnten die Experten des Archäologischen Museums Hamburg verschiedene Quellen für ihre Recherche heranziehen. Sogar letzte Zeitzeugen wurden befragt. Unter anderem fand sich der Augenzeugenbericht eines jungen Seevetalers, der den Absturz mit seinen Eltern aus einem Splitterschutzgraben heraus beobachtet hatte.

Schließlich konnte der auf den Zweiten Weltkrieg spezialisierte Archäologe Ole Uecker im Herbst 2021 gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern des Archäologischen Museums Hamburg die Absturzstelle untersuchen, um das Geschehen anhand der im Boden verbliebenen Spuren zu rekonstruieren. Der Bomber war am 17. Januar 1945 nach Flakbeschuss bei Meckelfeld abgestürzt und die zwölf Besatzungsmitglieder zu Tode gekommen. Etliche Funde konnten geborgen werden, die Aufschluss über den Absturzhergang, die Identität der Maschine und über das Schicksal der Besatzung gaben. Im Anschluss an die Auswertung der Funde entstand der Wunsch der Gemeinde Seevetal, in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Hamburg einen Ort des Erinnerns an die vor Ort Gefallenen zu schaffen.

Am Dienstag, dem 17. Januar wurde nun im Beisein der Seevetaler Bürgermeisterin Emily Weede sowie der Archäologen Dr. Jochen Brandt und Ole Uecker eine Gedenktafel an der Straße am „Seevedeich“ aufgestellt und in diesem Rahmen noch einmal an das Geschehen erinnert.

Weitere Informationen zum Thema bietet das Archäologische Museum Hamburg auf der Webseite unter: Flugzeugabsturz Seevetal • AMH

]]>
Vortrag zum Harburger Stadtpark https://www.tiefgang.net/vortrag-zum-harburger-stadtpark/ Fri, 12 Aug 2022 22:38:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9264 [...]]]> Das Archäologische Museum Hamburg präsentiert am Donnerstag, dem 25. August 2021, um 18 Uhr einen neuen Vortrag in der Reihe “Schaufenster der Geschichte”.

Diesmal ist Geowissenschaftler und Harburg-Kenner Dr. Jürgen Ehlers mit seinem Vortrag „Der Harburger Stadtpark und seine Geschichte” zu Gast.

Der Harburger Stadtpark ist mit seiner landschaftlichen Vielfalt immer noch ein Geheimtipp. Der Park am Außenmühlenteich ist nicht nur die „grüne Lunge“ Harburgs und Veranstaltungsort des größten Harburger Stadtfestes, sondern bietet in seinen Anlagen an vielen Stellen die Möglichkeit, sich mit Kunst, Denkmälern und Harburger Kulturgeschichte zu beschäftigen.

Im Fokus des Vortrags steht u.a. das Werk der Harburger Gartenarchitekten F. Georg und Ferdinand Hölscher, den Schöpfern des Harburger Stadtparks, deren Nachlass dem Stadtmuseum Harburg übergeben wurde. Der Vortrag wirft ein neues Licht auf die Bedeutung dieser beiden sehr unterschiedlichen Künstler, ihre Arbeiten und deren Bedeutung für die Gestaltung des Harburger Stadtparks.

Die Geschichte des knapp 90 Hektar großen Parks, der in den 1920er Jahren als so genannter Volkspark angelegt wurde, geht bis ins Jahr 1907 zurück als die Stadt Harburg die ersten Flächen für einen Park ankaufte. Der Harburger Stadtgärtner Georg Hölscher hatte damals große Pläne für den Stadtpark. Ein erster Erfolg war es, dass die Stadt Harburg 1913 das angrenzende Gelände von 18 ha hinzukaufte, so dass der geplante Park schon eine ansehnliche Größe besaß. Der Kriegsausbruch im August 1914 verhinderte zunächst einen weiteren Ausbau. Um der hohen Arbeitslosigkeit nach dem Kriege entgegenzuwirken, wurden staatlich finanzierte Projekte in Angriff genommen. Jetzt entstand zusätzlich zum Stadtpark auch der schon längst geforderte Schulgarten. Die gärtnerische Gestaltung wurde durch Notstandsmaßnahmen finanziert. Gleichzeitig erhielt der Stadtpark ein neues Gesicht. 1926 wurde ein Kinderspielplatz mit Planschbecken angelegt. Alle Arbeiten mussten noch von Hand durchgeführt werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden Stadtpark und Schulgarten noch einmal erheblich erweitert und umgestaltet. Der Sohn Georg Hölschers, Ferdinand Hölscher, hatte an der Neugestaltung großen Anteil. Auf dem Gelände der ehemaligen Zündschnurfabrik wurden eine Kindertagesstätte und ein Wasserspielplatz eingerichtet, und die Nutzung des Schulgartens für Unterrichtszwecke schwand allmählich. Heute sind Stadtpark und Schulgarten zu einem einheitlichen Park zusammengewachsen, der durch die Erweiterung im Süden und durch die Einbeziehung der Langenbeker Wiesen bis an den Kern von Marmstorf heranreicht.

Die Vortragsreihe geht weiter:

Am 29. September wird sich Klaus Barnick von der Geschichtswerkstatt Harburg in seinem Vortrag „Durch Harburg fährt man durch“ ebenfalls mit der historischen Entwicklung Harburgs beschäftigen.

Weitere Vortragstermine unter www.amh.de.

Termin: Donnerstag, 25. August 2022 um 18:00 Uhr.

Ort: Archaeologicum des Archäologischen Museums Hamburg, Harburger Rathausstraße 5, 21073 Hamburg

Eintritt: frei

]]>
„Man glaubt es nicht“ https://www.tiefgang.net/man-glaubt-es-nicht/ Fri, 01 Jul 2022 22:39:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9186 [...]]]> Zusätzlich zu den „Heino Jaeger Festspielen“ feiert das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg den 1938 in Harburg geborenen Künstler mit der Ausstellung „Man glaubt es nicht“ gleich noch einmal.

Das Museum ehrt den Maler, Grafiker, Sprachkünstler und Auftrittsaktivisten aus Anlass seines 25. Todestages vom 7. Juli bis 21. August mit einer Ausstellung, die zeigt, dass Heino Jaegers Lebenswerk weit größer ist als gemeinhin bekannt. Der Künstler wurde in den 70er-Jahren mit skurrilen Sketchen und Monologen in Rundfunk und Fernsehen zwar als Dr. Jaeger zur Kultfigur – die wahre Vielfalt seines Werks blieb der breiten Öffentlichkeit jedoch verborgen. Die Schau zeigt nun eine Auswahl seiner Bilder, Zeichnungen und teilweise noch nie veröffentlichten Manuskripte aus der Sammlung des Museums sowie ausgewählte Leihgaben.

Heino Jaeger im Archäologischen Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg

Bis heute hat er eine eingeschworene Fangemeinde, und jüngst wurde ein von seinem Leben inspirierter Roman von Rocko Schamoni veröffentlicht: Heino Jaeger. Unter Kolleginnen und Kollegen wird er verehrt, zu seinen Bewunderern zählen Loriot und Olli Dittrich. Die Leistungen des Künstlers, der 1997 im Alter von nur 59 Jahren verstarb, gelten aber als unbestritten und verdienen es, nicht vergessen zu werden. Heino Jaeger wurde u.a. durch satirische Sendungen im Radio bekannt, in denen er brillant Klischeetypen parodierte und imitierte. Als Maler und Grafiker ist er jedoch nur Kennern ein Begriff. Viele seiner Bilder und Zeichnungen galten als verschollen oder gar vernichtet. Aktuell ist sein Gesamtwerk wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: Die Museen Stade haben Heino Jaeger jüngst eine umfassende Retrospektive gewidmet und große Teile seines Werkes wieder ausfindig gemacht. Das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg fügt neben den „Heino Jaeger Festspielen“ diesem Künstlerportrait nun mit der Ausstellung „Man glaubt es nicht“ eine weitere wichtige Facette hinzu.

Heino Jaeger – ein Künstler aus Harburg

Jaegers Lebenswerk ist weit größer als gemeinhin bekannt und wurde bisher meist von seiner Rolle des „Dr. Jaeger“ überprägt. Heino Jaeger verstand sich jedoch selbst in erster Linie als bildender Künstler. Sein malerisches und zeichnerisches Gesamtwerk ist die eigentliche künstlerische Konstante in seinem Leben. Seinen Anfang nahm dieses in Hamburg-Harburg:
„Ich bin vorschriftsmäßig […] mit Wirkung und Inkrafttreten des ersten Quartals 1938, und zwar am 1.1.1938 […] mit Photoblick und Röntgenaugen in dem Städtchen Harburg an der Elbe zur Welt gekommen“ schreibt Heino Jaeger Anfang der 1960er-Jahre über sich selbst. Die Familie erlebt u.a. die Bombardierung Harburgs, und die Kriegsereignisse prägen den jungen Heino Jaeger zutiefst. Hochsensibel nimmt er seine Umwelt wahr. Er spricht nicht über die überstandenen Schrecken, sondern er zeichnet – und dies sehr talentiert: Brennende Häuser und Kriegsruinen finden sich in seinen Jugendzeichnungen als Niederschlag der Kriegs- und Nachkriegszeit.


Bis 1953 besucht Heino Jaeger die Volksschule in Harburg und beginnt im selben Jahr nach einer abgebrochenen Malerlehre eine Ausbildung als Textilmusterzeichner an der Landeskunstschule Hamburg. An der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert Jaeger dann von 1956 bis 1960/61 Freie Grafik. In dieser Zeit unternimmt er mit gleichgesinnten Freunden viele Reisen durch ganz Europa. Bei diesen Reisen wird der Ausruf „Man glaubt es nicht!“ zum geflügelten Wort. Er ist Ausdruck der Begeisterung, wenn Jaeger Orte mit einer besonders authentischen „Stimmung“ aus der Jahrhundertwende und der Gründerzeit gefunden hat wie zum Beispiel alte Bahnhöfe, Hotels, Fabriken und Straßenzüge. Er wird aber auch zum Ausdruck der Ablehnung der „Abbruchwut des neuen Deutschlands“. Das Nachkriegsdeutschland und vor allem das Wirtschaftswunderland betrachtet Jaeger mit besonderer Abscheu und seziert in seinen Werken die Bonner Republik als kleinkariertes „KleineLeute-Land“.

Heino Jaeger, der „Museumsmann“

Nach seinem Studium arbeitet Jaeger ab 1960 im Hamburger Museum für Völkerkunde (heute MARKK) erstmals als wissenschaftlicher Zeichner. 1964 wechselt er an das Landesmuseum Schleswig-Holstein, wo er bis 1966 für den Archäologen Kurt Schietzel Funde aus Haithabu zeichnet. 1967 beginnt Jaeger, der inzwischen seit einem Jahr in seiner ersten eigenen Wohnung in Harvestehude wohnt, als Zeichner im Helms-Museum (heute Archäologisches Museum Hamburg). Sein Auftraggeber ist der ehemalige Museumsdirektor Willi Wegewitz (1898 – 1996), für den Jaeger tausende von Ausgrabungsfunden zeichnet. Sie werden in den Publikationen zu den vorgeschichtlichen Gräberfeldern von Putensen (Lkr. Harburg) veröffentlicht. Jaeger bleibt bis 1973 am Harburger Museum. Er fertigt museumspädagogische Illustrationen an und erhält 1970 den Auftrag, das „Panorama der Jahrtausende“ künstlerisch umzusetzen. Unterstützt durch den Grafiker und Freund Harold Müller entsteht bis 1973 ein 17-teiliges, 22 Meter langes Diorama, das die Veränderung der Umwelt durch den Menschen von der Steinzeit bis in die Gegenwart darstellt.
In den 1970er-Jahren dominieren dann zeitgenössische Bildwelten der Alltags-, Freizeit- und Konsumkultur in Jaegers Werk. Dies ist auch biografisch durch seine Verbindung nach St. Pauli zu verstehen, wo er zeitweise lebt. Hier ist er Teil eines halbweltartigen Freundeskreises aus Künstlern und Schriftstellern. In der Sammlung des Museums befindet sich eine Reihe von großformatigen Zeichnungen, die in dieser Zeit entstanden sind. Auf vielfältige Weise setzt sich Jaeger darin mit seinen Mitmenschen und dem Deutschland der Wiederaufbauzeit in den 1970er-Jahren auseinander. Detailreich und mit einer besonderen Freude an der „Unästhetik deutscher Ordnung“ beobachtet er den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Die sich etablierende Kosumkultur wird für ihn von Entfremdung und Isolationserscheinungen begleitet. Für Jaeger ist dieser Prozess gleichbedeutend mit einer fortschreitenden Zerstörung – und Quelle eines tief empfundenen persönlichen Unbehagens.

Heino Jaeger, der Sprachkünstler

Neben seiner außergewöhnlichen zeichnerischen Begabung verfügt Heino Jaeger über ein weiteres besonderes Talent, das er lange Zeit eher als Privatvergnügen kultiviert. Er ist in der Lage, aufgeschnappte Dialoge in einer Vielzahl von Dialekten und Rollen wiederzugeben oder die Gespräche collagenhaft zu neuen Geschichten zusammenzusetzen. Für ein großes Publikum wird der Sprachkünstler Heino Jaeger dann 1967 entdeckt und schließlich in seiner Rolle als „Dr. Jaeger“ im Radio zur Kultfigur. Drei Schallplatten nimmt er bis Mitte der 1970er-Jahre auf. Die Sendereihe „Dr. Jaeger antwortet“ wird von 1976 bis 1982 vom Süddeutschen Rundfunk produziert.
Mitte der 1970er-Jahre erlebt Heino Jaeger seine größten Erfolge. Seine Bilder werden in Deutschland und der Schweiz in bedeutenden Galerien ausgestellt. Die Reihe „Dr. Jaeger antwortet“ hat einen festen Sendeplatz im Süddeutschen Rundfunk. Doch das, was er als „Dr. Jaeger“ in den Gesprächen mit Ratsuchenden mitfühlend parodiert – Unwichtigkeiten oder die Flucht der Menschen in den „Alltagsstress“, wie er es nennt -, wird für ihn zunehmend unerträglich. Jaeger zieht sich mehr und mehr zurück und flüchtet in den Alkohol. Schließlich wird er in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung untergebracht, wo er am 7. Juli 1997 an einem Schlaganfall stirbt. Jaeger und seine Kunst sind zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Leistungen des Künstlers gelten in Fachkreisen als unbestritten und verdienen es, nicht vergessen zu werden.
Mit den „Heino Jaeger Festspielen“ (7. bis 9. Juli) und der Heino-Jaeger-Ausstellung „Man glaubt es nicht“ stellt das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg noch einmal alle Facetten seines Werks ins Rampenlicht und erinnert an diesen besonderen Künstler.
Informationen zur Ausstellung: Laufzeit: 7. Juli bis 21. August 2022
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10:00 – 17:00 Uhr, Montag geschlossen
Ort: Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg
Eintritt Ausstellung: Erwachsene: 6 Euro; ermäßigt: 4 Euro

]]>