ART OFF HAMBURG – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 22 Jan 2019 12:31:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Die Freie Bildende Kunst https://www.tiefgang.net/die-freie-bildende-kunst/ Fri, 25 Jan 2019 23:25:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4782 [...]]]> Die Initiative freier Kunstorte ART OFF HAMBURG forderte im Herbst 2018 mehr Unterstützung. Das hat sich gelohnt.

Die Bildende Kunst braucht Unterstützung und ist im Gegenzug ein wichtiger Teil, über den sich eine zivilisatorische Stadtgesellschaft definiert. Das Ringen um mehr Akzeptanz und auch Geld hat nun Gehör gefunden („Tiefgang“ berichtete im November 2018)

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es nun:

„Stadt baut Unterstützung freier bildender Künstlerinnen und Künstler aus – Zwei Hamburger Stiftungen schaffen zusätzlich neue Förderprogramme

Die Stadt Hamburg baut mit dem kürzlich beschlossenen Doppelhaushalt 2019/2020 die Förderung der Freien Bildenden Kunst deutlich aus. Über drei Förderinstrumente unterstützt die Stadt Freie Bildende Künstler und Künstlerinnen sowie unabhängige Kunstorte verstärkt: Ab diesem Jahr wird die Höhe der Arbeitsstipendien für Bildende Kunst nahezu verdoppelt, die Programmförderung für Hamburger Kunstorte um über 40 Prozent erhöht und erstmals eine Ausstellungsvergütung eingeführt. Zusätzlich ermöglicht das Engagement der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ein neues Kunststipendium für bereits etablierte Künstlerinnen und Künstler. Es umfasst jährlich sieben Projektstipendien á 10.000 Euro. Die Hamburgische Kulturstiftung stellt 2019 für Projektförderung des Nachwuchses im Bereich Freie Bildende Künste Fördermittel in Höhe von insgesamt mindestens 100.000 Euro zur Verfügung.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Freischaffende Künstlerinnen und Künstler geben mit ihren Arbeiten immer wieder wichtige Impulse und wirken als kreativer Motor. Hamburg zeichnet sich durch eine sehr vielfältige und engagierte Freie Szene in der Bildenden Kunst aus, die wir seit vielen Jahren unter anderem mit den Arbeitsstipendien erfolgreich unterstützen. Ich freue mich, dass es uns endlich gelungen ist, die vorhandene Förderung deutlich auszubauen und neue Förderinstrumente anzubieten. Wir werden diese Förderung auch in Zukunft im engen Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern der Freien Bildenden Kunst weiterentwickeln und an veränderte Bedingungen und Bedürfnisse anpassen.“

Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung, unterstreicht: „Mit dem Bucerius Kunst Forum hat die ZEIT-Stiftung ein markantes Ausstellungsforum geschaffen, den Ankaufsetat der Kunsthalle und des Museums für Kunst und Gewerbe unterstützt sie seit vielen Jahren. Mit den neuen Kunststipendien engagiert sich die Stiftung für Bildende Künstler in der Hansestadt, die sich bereits durch qualitätvolle Arbeiten empfohlen haben. Deren Kreativität zu stärken, ist uns wichtig.“

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung: „Wir freuen uns sehr, dass sich von mehreren Seiten etwas tut für die Bildenden Künstlerinnen und Künstler in unserer Stadt. Neben der Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist es uns ein Anliegen, die Vielfalt und das Potenzial des Nachwuchses in diesem Bereich noch sichtbarer zu machen. Mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst im Rahmen unserer Projektförderung 2019 wollen wir jungen Künstlerinnen und Künstlern, Kuratorinnen und Kuratoren verstärkt ermöglichen, ihre Vorhaben in Hamburg zu realisieren.“

Der Ausbau der Förderinstrumente im Einzelnen:

Die Arbeitsstipendien für Bildende Kunst der Freien und Hansestadt Hamburg werden in diesem Jahr erstmals von 820 Euro auf 1.500 Euro monatlich erhöht. Damit wird diese wichtige Unterstützung des künstlerischen Nachwuchses deutlich aufgewertet. Jedes Jahr fördert die Behörde für Kultur und Medien mit diesen Stipendien seit 1981 für jeweils ein Kalenderjahr zehn Bildende Künstlerinnen und Künstler, die in einem zweistufigen Verfahren von unabhängigen Fachjurys ausgewählt werden. Die Arbeitsstipendien gelten als Auszeichnung für herausragende künstlerische und besonders förderungswürdige Positionen und sollen es den Stipendiatinnen und Stipendiaten ermöglichen, sich ein Jahr lang der Weiterentwicklung und Festigung ihrer künstlerischen Ansätze zu widmen und neue Projekte zu verfolgen.

Programmförderung:

Die Behörde für Kultur und Medien vergibt über eine Jury einmal im Jahr Fördermittel für die Jahresprogramme nicht kommerzieller, selbst verwalteter Künstlerhäuser und Kunstorte in Hamburg. Die Mittel für diese Programmförderung werden in diesem Jahr erstmals von 140.000 Euro auf 200.000 Euro pro Jahr angehoben und steigen damit um über 40 Prozent.

Ausstellungsvergütung:

Neu führt Hamburg eine Ausstellungsvergütung für Bildende Künstler und Künstlerinnen ein. 2019 stehen dafür 100.000 Euro zur Verfügung, ab 2020 jährlich 200.000 Euro. Aus diesen zusätzlichen Mitteln können die durch die Behörde für Kultur und Medien geförderten unabhängigen Kunstorte in Hamburg den Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten sie ausstellen, eine Vergütung hierfür zahlen.

Zusätzlich zur Förderung durch die Stadt haben in diesem Jahr auch zwei Hamburger Stiftungen ihre Förderung für die Bildende Kunst ausgebaut:

Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius vergibt für drei Jahre je sieben Kunststipendien mit einem Gesamtbetrag von 250.000 Euro an professionell arbeitende bildende Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlergruppen, um größere Vorhaben aller Formate zu fördern.

Auch die Hamburgische Kulturstiftung hat für 2019 einen Schwerpunkt auf die Förderung der Bildenden Kunst gesetzt und stellt für die Projektförderung in diesem Bereich 2019 Fördermittel in Höhe von insgesamt mindestens 100.000 Euro zur Verfügung.“

Weitere Informationen: www.kulturstiftung-hh.de

 

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„Eine Null mehr, bitte!“ https://www.tiefgang.net/eine-null-mehr-bitte/ Fri, 02 Nov 2018 23:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4464 [...]]]> Geld ist in der Kunst meistens knapp. Das hat aber auch damit zu tun, dass selbst öffentliche Ausstellende sich zwar mit der Kunst schmücken aber dafür selten zahlen. Eine Forderung geht nun an die Kulturbehörde.

Die Initiative freier Kunstorte ART OFF HAMBURG fordert in 8 Punkten eine differenzierte Wahrnehmung der Vorbildfunktion der freien Künstlerinitiativen, als die kreativen und dynamischen Impulsgeber für eine nachhaltige Gestaltung der Stadtgesellschaft und eine entsprechende Wertschätzung ihrer Arbeit. In ihrer Forderung heißt es:

  1. „ART OFF Hamburg fordert eine 0 mehr für die Hamburger Kunstorte und Initiativen, d.h. eine Erhöhung der Fördersumme des Programmitteltopfes von 175.000 auf 1.750.000 Euro für ein zukunftsweisendes Schaffen der freien, bildenden Kunstszene Hamburgs.
  2. Wir fordern eine faire Honorierung für ausstellende Künstler*innen der freien Kunstorte
    Wie schon unter Punkt 11 des 14-Punkteprogramms der Kulturschaffenden Hamburgs aus 1981 formuliert, fehlen immer noch Ausstellungshonorare.
    Wir fordern von der Kulturbehörde einen Fonds, der es den öffentlichen und den öffentlich geförderten Ausstellungsinstituten ermöglicht, den Künstler*innen ein Ausstellungshonorar zu gewähren.
  3. Wir fordern eine faire Honorierung für die engagierten und professionell arbeitenden Akteur*innen der freien Kunstszene
    Mit 44.534 nicht honorierten Stunden für Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, mit 1.435 beteiligten Künstler*innen und 97.040 Besucher*innen aus dem In- und Ausland pro Jahr steht die Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion und der sie vertretenden Hamburger Kunstorte und Initiativen in einem krassen Missverhältnis zu allen anderen Förderungen der Kultur und des Tourismus in Hamburg. Es wird allerhöchste Zeit dieses zu ändern!
  4. Wir fordern Flexibilität und Planungssicherheit
    Einerseits sollte die Programmplanung für die Antragsstellung flexiblere Freiräume für kurzfristige Entscheidungen ermöglichen. Andererseits sollte es Kunstorten, die schon viele Jahre kontinuierlich gearbeitet haben, ermöglicht werden, auch längerfristige Planungssicherheit zu erhalten.
  5. Wir fordern einen Etat für internationalen Künstler*innenaustausch, um Gastateliers für internationale Künstler*innen in Hamburg zu etablieren
    Durch die Etablierung von Gastateliers in den größeren Organisationen wie FRISE, Westwerk, Gängeviertel, Frappant u.a. wäre es möglich, dass diese auch von kleineren Off Orten zur Unterbringung internationaler Gäste mit genutzt werden könnten.
  6. Wir fordern zweimal jährlich einen runden Tisch (OFF-CIRCLE) mit allen beteiligten Akteur*innen
    Denn wir brauchen einen kreativen, erfinderischen und zukunftsweisenden Dialog auf Augenhöhe zwischen der Behörde für Kultur und Medien, der Politik, den Hamburger Institutionen der bildenden Kunst und den Vertreter*innen der ART OFF Hamburg. Wir müssen reden über Transparenz, Vermittlung, Kooperationen, Vergabemodalitäten, Juryzusammensetzungen, die Kultur- und Tourismustaxe und natürlich nicht zuletzt über den kommenden Doppelhaushalt.
  7. Wir fordern die Wiederbelebung der Woche der Bildenden Kunst in Hamburg
    Mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Hamburger Kunstschaffenden, z.B. einem gemeinsamen Eröffnungswochenende, kann das Schaffen der Hamburger bildenden Künstler*innen in den Vordergrund gestellt werden.
  8. Wir fordern ein Budget für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Off Orte
    Um die Sichtbarkeit von ART OFF Hamburg zu erhöhen und damit bekannt zu machen, ist eine professionell gestaltete öffentliche Werbung unverzichtbar, wie z.B. Plakate, Website, Newsletter und Social Media.

Unter ART OFF HAMBURG organisieren sich das 2025, Frise, der Raum linksrechts, mom art space, die Galerie Speckstrasse (Gängeviertel), das Westwerk, das Frappant, xpon-art, der Nachtspeicher23, der Einstellungsraum, das Künstlerhaus Sootbörn, Faktor, die Galerie Genscher, das Künstlerhaus Wendenstrasse /Studio 45, das Hinterconti, der 8. Salon, die Noroomgallery, Affenfaust, die Galerie Oel-Früh und die Galerie 21.“

 Weiterführender Link: facebook.com/artoffhamburg

 

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