Artothek https://www.tiefgang.net Sat, 25 Jul 2026 12:53:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Sharing-Geist ohne Kunst? https://www.tiefgang.net/sharing-geist-ohne-kunst/ https://www.tiefgang.net/sharing-geist-ohne-kunst/#comments Sat, 25 Jul 2026 11:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=14268 [...]]]> Das wahre Kunstabenteuer beginnt dort, wo der Rahmen nicht an der Museumswand endet, sondern im eigenen Flur seinen Platz findet. Yasmin Delaneuve macht sich in einer vierteiligen Serie auf den Weg, die Kunst des (Ver-)Leihens zu ergründen …

Da steht man im Hamburger Ernst Barlach Haus, umgeben von der edlen Stille des weihevollen White Cube, und bewundert die meisterhaften, holzgeschnitzten Tiere und feinen Grafiken von Ewald Mataré. Die Retrospektive „Nichts ohne Natur“ (noch bis 11. Okt.) feiert den 1887 geborenen Bildhauer und Grafiker als einen der Großen der Klassischen Moderne – eine Ausstellung von Rang, für die Kulturbegeisterte gerne Eintritt zahlen und die in den Feuilletons gefeiert wird. Man schaut auf diese skulpturalen Meisterwerke, lässt den Blick über die Formen gleiten und ertappt sich unwillkürlich bei einem ganz alltäglichen, fast ketzerischen Gedanken: Wie würde sich dieses Tier aus Holz oder dieser feine Holzschnitt eigentlich im eigenen Wohnzimmer machen? Über dem Sofa? Im schlichten Flur, wo das Morgenlicht auf die Maserung fällt?

Im normalen Museumsbetrieb bleibt dieser Wunsch eine edle Illusion. Kunst gehört hier hinter Glas, auf Sockel, an die staatsmännisch beleuchtete Wand – konserviert, geschützt und für den alltäglichen Berührungskontakt tabu. Doch wer in Hamburg den Blick ein klein wenig weitet und sich aus den Hochglanzhallen der großen Institutionen in den Süden der Stadt wagt, dürfte überrascht sein. Denn nur ein paar S-Bahn-Stationen und eine Elbquerung weiter, versteckt in einer unscheinbaren Altbau-Ladenwohnung die Kunstleihe Harburg.

Hier schließt sich ein Kreis, den die offizielle Hamburger Kulturpolitik seit Jahrzehnten schlicht ignoriert. Wer dort seinen Blick über die vollbehangenen Wände streifen lässt oder direkt vor den Regalen blättert, traut seinen Augen kaum: Zwischen gut vierhundert Arbeiten meist lokaler Kunstschaffender tauchen plötzlich sie auf – zwei originale, authentische Kleinodien von ebenjenem Ewald Mataré: „Liegende Kuh nach rechts I“ (Holzschnitt, 1958) und „Kälbchen“ (Holzschnitt, 1934).

Kein millionenschwerer Museumsankauf, der im Tresor verschwindet, sondern handfeste, erlebbare Kultur. „Kunst auf Zeit, Zeit für Kunst“, so lautet das einfache, aber für die Kaufmannsstadt Hamburg revolutionäre Credo der Macher*innen vor Ort. Hier, in einer engen Ladenwohnung in einem durchaus inspirierenden Altbauviertel in Hamburg-Heimfeld, kann man sich genau diese Kunst für eine Handvoll Euro Leihgebühr einpacken, unter den Arm klemmen und mit nach Hause nehmen.

Der Kontrast könnte schärfer nicht sein. Während die Hamburger Kulturbehörde zigtausende Euro in den internationalen Kunstmarkt pumpt – man denke an die jüngste Erwerbung in Höhe von 2,4 Millionen Euro eines René Magrittes Le Palais de Rideaux der Hamburger Kunsthalle für den musealen Hochpreissektor –, geht die lebendige, lokale Basis leer aus. Aus dem zentralen Ankaufsetat werden Hamburger Künstler*innen kaum gezielt gefördert; wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der Hamburger Bürgerschaft (Drs. 23/912 vom Juli 2025) einräumten musste, wird die Herkunft der Kreativen im Ankaufsetat „nicht gesondert statistisch auswertbar erfasst“.

Zwischen gut 400 leihbaren Kunstwerken findet sich wie selbstverständlich auch Ewald Matarés „Kuh rechts liegend“ (Foto: Y. Delaneuve)

Die Behörde für Kultur und Medien (BKM) ließ in der Vergangenheit auch so keinen Zweifel daran, was sie von einem städtisch gestützten Verleihmodellen hält: Man winkte ab und tat das Konzept intern als „nicht mehr zeitgemäß“ ab, nachzulesen in einer Anfrage (Drs. 20-2843.01) des Bezirks Harburg von 2017. Eine bemerkenswerte intellektuelle Volte in einer Stadt, die sich ansonsten gerne als hippe Metropole des modernen Sharing-Geistes inszeniert. Wenn Hamburg den Verleih von E-Rollern, Autos und Lastenrädern als zukunftsweisend feiert und die städtischen Bücherhallen längst eine florierende „Bibliothek der Dinge“ betreiben, in der vom Akkuschrauber bis zur Nähmaschine alles geteilt wird, was das Herz begehrt, soll ausgerechnet das Originalkunstwerk nicht in diesen Zeitgeist passen?

Die Kunstleihe Harburg zeigt seit nunmehr sieben Jahren und jeden Tag aufs Neue, dass das Modell mehr als aktuell ist. Sie zeigt, wie nah Kunst am Menschen sein kann, wenn man sie nur von der Kette lässt. Während also in den großen Museen die Mataré-Ausstellung bestaunt wird, beweist die kleine Ladenwohnung im Süden: Das wahre Kunstabenteuer beginnt eigentlich erst dort, wo der Rahmen nicht mehr an der Museumswand endet, sondern im eigenen Flur seinen Platz findet. Und damit sind sie keine Wegbereiter. Denn der Verleih von Kunst ist anderswo lange schon Alltag und kulturelles Selbstverständnis mancher Städte und Kommunen. In einer vierteiligen Serie mache ich mich daher auf den Weg, die Kunst des (Ver-)Leihens zu ergründen …

Nächste Woche Teil 2: Die Ästhetik des Teilens


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Neue Kunstpfade https://www.tiefgang.net/neue-kunstpfade/ Fri, 17 Jan 2020 23:18:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6242 [...]]]> „Verlorene Zeit“ ist das Thema einer Ausstellung der Harburger Künstlerin Ulrike Burbach im ´Komm du`. Und sie ist zugleich ein Plädoyer an unseren Umgang mit ihr …

von Sonja Alphonso

Ulrike Burbach ist Freie Kunstschaffende in den Bereichen Tanz, Malerei und Schreiberei. In einer Ausstellung mit dem Titel „Verlorene Zeit” kann man noch bis zum 7. Februar Werke von ihr im Kulturcafé „Komm du“ erkunden. Ihr Thema: die Unergründlichkeit der Natur.

In der Beschreibung heißt es: „Abweichungen und Wiederholungen in Formen und Strukturen, ein Zusammenspiel aus Chaos und Ordnung. Tier- und Pflanzenformen lösen sich zeitweilig ins Absurde und Bizarre auf. Die Werke der Künstlerin entstehen in Mischtechnik aus einer Mixtur von Ölkreiden, verschiedenen Stiften und Tempera. Dabei werden keine aufwendigen Materialien eingesetzt, denn die Bilder sind sowohl von der Primitiven Malerei ursprünglich lebender Völker als auch von der Wertschätzung manueller Fähigkeiten der Künstlerin beeinflusst.

Von Anfang an interessierte sich die Autodidaktin für malerische Abstraktionen. In unserer gewohnten Sichtweise habe die Natur stark an Bedeutung verloren, so die Malerin. Sie versuche, ihr durch Bilder, die über das Hier und Jetzt in eine vielleicht verlorene Zeit hinausgingen, neue Bedeutung zu verleihen. Denn wir Menschen schützen nur, was uns bedeutsam erscheint.“

Nicht nur ihre Bilder laden zu einer näheren Betrachtung an, sondern auch ein Text, den sie verfasste, um „dazu anzuregen, die alten Kunstpfade gelegentlich zu verlassen und sich auf neue und unbekannte zu wagen“. Sie fordert dazu auf: „Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Ausflüge, denn diese Zeit wird Ihnen zeigen, was letztlich für Sie von Bedeutung ist. Und das kann durchaus das Werk eines kleinen Künstlers von nebenan sein.“ So steht es im Schlusssatz ihres Plädoyers.

„Kaufen Sie! Mehr Kunst!“

Genau um diese persönliche Ebene der Auseinandersetzung geht es auch bei der Kunstleihe Harburg, welche gerade als 12. Artothek im Landesverband Schleswig-Holstein aufgenommen wurde, (Neue Namensgebung Artothekenverband Schleswig-Holstein&Hamburg – per Beschluss bei der letzten Jahreshauptversammlung). Bundesweit gibt es rund 130 Artotheken mit teils unterschiedlichen Ausrichtungen.

Was eine Artothek ist, kann man hier nachlesen: www.artothek.org

Artotheken sind Einrichtungen verschiedener Träger – öffentlicher Bibliotheken, Kulturämter, Museen, Kunstvereine u. ä. – die originale Werke aktueller Kunst kostenlos oder gegen geringe Gebühr, befristet häufig auf zwei bis vier Monate, entleihen. Sie geben damit ihren Kunden die Möglichkeit, sich zu Hause in Ruhe mit Kunst auseinanderzusetzen. In diesem Zeitraum wird das Bild nicht nur vom Entleiher selbst sondern von den Familienangehörigen und Besuchern sozusagen mitbenutzt, erreicht also in der Regel ein viel größeres Publikum als das entliehene Buch. In Museum und Galerie können wir Bilder bestenfalls ‚anlesen‘. Was würden wir von jemandem halten, der in einer Bücherei in einer Stunde 50 Bücher ‚anläse‘? Auch ein Werk der bildenden Kunst erschließt sich dem Betrachter nur über einen längeren Zeitraum. Das auch denjenigen zu ermöglichen, die sich teure Originale nicht leisten können, ist eine wesentliche Aufgabe der Artotheken. Falls jemand ein Bild erwerben möchte, so ist dies oft durch Vermittlung möglich, es wird jedoch nicht erwartet. Durch diesen unverbindlichen Charakter der Ausleihe wird Schwellenangst abgebaut, werden auch Menschen angesprochen, die nicht ohne weiteres in eine Galerie gehen würden.

Neben dem Wunsch, „der Kunst ein neues Publikum zu gewinnen“, hatten sich die Artotheken von Anfang an zum Ziel gesetzt, Kunst und Künstler zu fördern.

In diesem Sinne möchte ich den Aufruf von Ulrike Burbach erweitern: Leihen oder/und kaufen Sie! Mehr Kunst! Denn manchmal entsteht aus einem ersten Kennenlernen eine innige Beziehung. Die Kunstleihe Harburg versteht sich dabei als Vermittler, nicht um Kunst zu erklären, sondern Raum ohne Hemmschwelle zu schaffen, als Voraussetzung für Begegnung.

 

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Endlich sichtbar! https://www.tiefgang.net/endlich-sichtbar/ Fri, 10 Jan 2020 23:01:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6237 [...]]]> Letztes Wochenende gab es einen ersten Eindruck der noch nicht ganz bezogenen neuen Räume. Aber man merkt: die Kunstleihe ist in ihrem neuen Zuhause angekommen.

 „First Look“ nannte das Kunstleihe-Team den Umtrunk, zu dem sie am vergangenen Sonnabend vorwiegend intern eingeladen Künstler*innen und Kunstinteressierte hatte und doch: die Hütte war voll!

Die neuen Räume in der Meyerstraße 26 (Ecke Bansenstraße) befinden sich in einem früheren Ladengeschäft eines gründerzeitlichen Baus. Schon der Eingangsraum mit großen Fenstern und gut vier Meter hohen Decken bietet einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Harburger Kunstszene. In der Art der Petersburger Hängung finden sich dort und im nächsten, einige Stufen höher gelegenen Raum sowie im langen Flur mehr als hundert Werke unterschiedlichster Technik, Formate, Materialien und Künstler*innen. Der überwiegende Teil ist vor allem zeitgenössische Kunst aus dem Harburger Raum. Und: sie ist leihbar. Denn das ist die Grundidee der Kunstleihe, um der lokalen Kunst zu mehr Wahrnehmung  zu verhelfen aber auch allen Neugierigen einen simplen Zugang zur Kunst zu verschaffen.

„Ähnlich einer Bücherhalle kann man hier eben Kunst leihen“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team, das vor gut zwei Jahren aus dem Schmeltztiegel der Initiative SuedKultur entstand.

´Tiefgang“ berichtete:

Und nach dem sie nach längeren Recherchen in anderen der bundesweit gut 130 existierenden Artotheken (wie Kunstleihen oftmals genannt werden) ein eigenes Konzept für Hamburg erstellt hatten, startete ein Team von Kunstbeflissenen und vor allem Harburger Künstler*innen im Rahmen des Kulturprojekts „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche Harburgs mit der Kunstleihe.

Sie wird von gut einem Duzend Ehrenamtlichen betrieben und ist daher bislang nur sonntags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. „Aber das wird sich bald ändern“, so Marion Göhring vom Team. „Denn theoretisch könnte man sie jetzt 24 Stunden an 7 Tagen die Woche öffnen, weil wir jetzt eigene Räume haben.“

Das war lange nicht so, da das kulturelle Erprobungsprojekt „3falt“ Ende Februar 2019 abgebrochen werden musste und so auch die Kunstleihe zugunsten eines bis heute andauernden Leerstands ausziehen musste.

Um überhaupt weitermachen zu können, erhielt die Kunstleihe vorübergehend Unterkunft im neuen Nachbarschaftstreff in der Eißendorfer Straße 124. Dort hatte just zum April 2019 der Eisenbahner Bauverein sowie die Finkenwärder Baugenossenschaft in einer ehemaligen Sparkasse-Filiale einen Treffpunkt eingerichtet. Dort aber konnte das Kunstleihe-Team auch nur sonntags agieren und mit viel Aufwand die Kunstwerke aus einem Keller holen, aufstellen und nachfolgend wieder im Keller verstauen. „Es war gut, um die gerade begonnene Arbeit erstmal überhaupt weiterführen zu können“, so Sabine Schnell, „aber weder waren wir nach außen hin sichtbar, noch konnten wir der zunehmenden Nachfrage nach Workshops oder dem im Oktober 2019 erfolgreich gestarteten ´Harburger Kunstsalon` gerecht werden.“

Siehe dazu auch den NDR-Fernsehbeitrag vom September 2019:

Und um so die ehrenamtliche Arbeit nicht in Auf- und Abbau ersticken zu lassen, wurde parallel weiter gesucht, geortet und nun endlich und pünktlich zum Jahreswechsel der Ort in der Meyerstraße gefunden und hergerichtet.

Und schon diesen Sonntag (12. Januar, 12 – 17Uhr) führt die Harburger Künstlerin Anne Flad ihre Workshopreihe zu Bildbetrachtungen fort und im Februar soll dann der komplette Umzug erfolgt sein und das Angebot erweitert werden. „Wir überlegen, ob wir auch samstags und vielleicht auch in der Woche weitere Öffnungszeiten anbieten“, so Schnell. „Denn bisher konnten viele sicher nicht an den Sonntagen und vielleicht eher mal nach Feierabend. Zudem können auch die Workshops oder Kunstsalons (der nächste ist für Sonntag, den 9. Februar anvisiert) dann auf andere Tage ausweichen, so dass für alle mehr Ruhe reinkommt.“

Beim „First Look“-Umtrunk jedenfalls schienen alle Besucher recht begeistert und spannen weitere Ideen rund um die Kunst und rund um Harburgs Kulturleben. Und auch am nachfolgenden Sonntag, dem ersten regulären Tag des Leihbetriebes herrschte reger Andrang und neuen Kunstleihende stießen hinzu.

Ort: Kunstleihe Harburg e.V., Meyerstraße 126, 21075 Hamburg-Heimfeld, Tel.: 040 – 300 969 48

Weiterführend: www.sued-kultur.de/kunstleihe

www.instagram.com/kunstleihe

www.facebook.com/KunstleiheHarburg

 

 

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Kooperationen der Kunst https://www.tiefgang.net/kooperationen-der-kunst/ Fri, 07 Jun 2019 22:54:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5382 [...]]]> Vor einem Jahr trafen sich Künstler*innen Harburgs in den leeren Räumen der Dreifaltigkeitskirche. Gestest wurde, ob man dort eine Artothek (Kunstleihe) aufbauen könnte. Seither ist viel passiert. Und es kommt noch besser …

In der Mitteilung der Kunstleihe heißt es:

„Die Kunstleihe Harburg – Hamburgs erste Artothek, in der man seit Anfang 2019 für wenig Geld lokale Kunst leihen kann – ist seit Mai am neuen Standort, im Nachbarschaftstreff  Eißendorfer Straße 124 angekommen und startet nun mit zahlreichen weiteren Angeboten und Kooperationen durch.

Nachdem das Team der Kunstleihe Harburg sich in den neuen und nur zeitweise nutzbaren Räumen einer ehemaligen Sparkassen-Filiale in der Eißendorfer Straße 124 in Harburg zunächst etwas umgewöhnen und einiges Mobiliar anpassen musste, ist nun wieder etwas Zeit für die inhaltliche Arbeit.

„Aus der Idee, einfach mal lokale Kunst für das private Zuhause zu verleihen, ist mittlerweile ein umfassenderes Projekt der Kunstvermittlung geworden“, so Heiko Langanke vom Team der Kunstleihe.

Der NDR hatte sowohl im Fernsehen (Hamburg Journal) als auch im Radio (90,3) noch zu Zeiten ihrer Testphase im Rahmen des Kulturprojekts „3falt“ in der leerstehende Dreifaltigkeitskirche, sich dem Thema Artothek/Kunstleihe gewidmet. Nun fasste der Radio-Sender nach und interviewte einige Kunstleihende. Und die Faszination der etwas anderen Begegnung mit Kunst war deutlich herauszuhören. „Die Begeisterung, sich in den eigenen Räumen und viel intensiver mit Kunst zu befassen, erleben wir fast jeden Sonntag in der Kunstleihe vor Ort“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team. „Es wurde dringend Zeit, dass Hamburg diese Lücke in der Kunstvermittlung schließt.“ Denn anderswo in der Republik sind sogenannte Artotheken bereits seit den 80er Jahren üblich.

Mittlerweile sind binnen weniger Monate gut 40 Werke in private und vornehmlich Harburger Haushalte gewechselt. Und das Kunstleihe-Team kooperiert mittlerweile mit dem Artothekenverband Schleswig-Holstein und auch dem Bundesverband der Artotheken. Sobald eine geeignete Organisationsform gefunden ist, steht auch die Mitgliedschaft an.

„Zur Zeit ist uns auch wichtig, auf die jahrzehnetlangen Erfahrungen der Altvorderen zurückgreifen zu können“, so Langanke. „Beim Aufbau eines umfassenderen Webportals können wir vermutlich die Software der Profis mitnutzen. Das wird uns erlauben, schon zukünftige Aspekte der Digitalisierung und Sicherung des kulturellen Erbes mitzudenken.“ Denn, so prognostizieren etliche Artotheken-Macher: das Thema der Nachlässe an Kunstsammlungen wird in naher Zukunft auch eines der Kunstleihen werden. „Es wäre dumm, wenn die Leidenschaft von Kunstsammler*innen später in Kellern vergammelt ohne gesehen zu werden. Und es ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Kultur zu bewahren. Dabei wird die Ausleihe eine Möglichkeit sein. Sich ihrer aber erst einmal gewahr zu werden, ist viel vordringlicher“, so Langanke.

Vorab aber glänzt die Harburger Kunstleihe bereits mit einer eigenen Facebook-Seite facebook.com/KunstleiheHarburg mit tagesaktuellen Tipps und Hinweisen zum Kunstleben in Harburg und Hamburg aber auch einem Instagram-Auftritt instagram.com/kunstleihe, auf dem etliche Kunstwerke der Leihe anzuschauen sind.

Erste Kontakte mit Kunstinitiativen anderer Bezirke bestehen bereits ebenso. „Auch das ist ein gutes Zeichen, denn überall in Hamburg sollte Kunst als alltägliche Begleiterin verstanden werden“, so Langanke.

In Kürze ist zudem und während der sonntäglichen Öffnungszeiten ein weiteres Angebot angedacht. Die Harburger Künstlerin Petra Hagedorn bereitet gerade einen „Kunstsalon“ vor. Hier können Kunstinteressierte mit Künstler*innen direkt in der Kunstleihe zusammen kommen. Dann tauscht man sich über Ziele und Inhalte von Künstler*innen oder gar Kunstgruppen aus, aktuelle Ausstellungen, Hintergründe zu Techniken, Motiven oder Arbeitsweisen. „Ebenso kommen auch Leute auf uns zu und fragen nach professioneller Hilfe beim Rahmen von Kunstwerken zum Beispiel.“

Auch die Kunstabteilung „arts & change“ der Medical School Hamburg, die im Harburger Hafen ansässig ist, war nun schon mit rund 15 Studierenden zu Gast in der Kunstleihe. Sie wollen die Kunsterfahrungen weiter erforschen. Was ändert sich bei den Leihenden in der Wahrnehmung? Könnte temporäre Kunst in Kliniken, Seniorenheimen oder Behörden wirken und wenn wie? „Es ist auch für uns eine besondere Erfahrung geworden, wie unterschiedlich das Interesse an Kunst ist“, so Sabine Schnell. „Es ist nicht unbedingt das, was man denkt, was gut ankommt. Und es sind bei uns nicht vordringlich die Namen, die beachtet werden, sondern wirklich die Kunst selbst. Das ist im Grunde das größte Kompliment an die Kunst!“

Zu den Sommerferien will auch die Künstlerin und Stipendiatin der Claussen-Simon-Stiftung Simone Karl einen Kunstworkshop für Kids und Teens anbieten.

„Die Kunstleihe hat sich aber auch zum Netzwerk für Künstler*innen selbst entwickelt“, freut sich Heiko Langanke. So sei angedacht, eine gemeinsame Ausstellung im Rahmen des 3. Buxtehuder Kunstfestes zu organisieren. Und auch beim 16. Harburger Kulturtag will das Kunstleihe-Team Präsenz zeigen – mit einer besonderen Themen-Ausstellung. Und auch wenn der derzeitige Standort gut als „Exil“ dient: „Ein frei verfügbarer Raum in zentraler Lage, der auch in der Woche für Kunstkurse und mehr nutzbar ist, wird unser mittelfristiges Ziel bleiben!“

Es bleibt also viel zu entdecken und zu tun auch für die Leute des gut 10köpfigen Kunstleihe-Teams aus Harburg.

Wer Interesse bekommen hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.“

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; www.facebook.com/KunstleiheHarburg; www.instagram.com/kunstleihe

NDR-Berichte siehe/höre: youtube/suedkultur

Die Kunstleihe Harburg wird unterstützt durch die Alfred Toepfer Stiftung FVS, die Claussen-Simon-Stiftung, die ZEIT-Stiftung, die Stiftung Erlebnis Kunst sowie private Personen.

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Was gibt es beim 3falt-Kulturtag? https://www.tiefgang.net/was-gibt-es-beim-3falt-kulturtag/ Fri, 08 Jun 2018 22:32:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3749 [...]]]> Es wird vor allem ein Tag für Kreative, um auszuloten, was in den Räumen in der Neuen Straße 44 möglich ist. Aber es ist auch ein Tag zum Miterleben. Und einiges lohnt sich …

Steht fest, dass für Getränke und Grill,Kaffee und Kuchen gesorgt ist. Denn der Verein ContraZt e.V., das Marias Ballroom und andere helfen tatkräftig mit! Zudem haben sich über den Heimfelder Verein Alles wird schön e.V.

Musiker*innen zur Jam-Session gemeldet. PoetrySlam, Einführungen zum Projekt, Begehung von Kirche und Gemeidnehaus sind zu erleben. Und auch das Szed-Kultur-Projekt einer ersten Artothek für Hamburg wird vorgestellt und ausgetestet.

Das Modell der ersten Hamburger Artothek

Die Idee ist so spektakulär unspektakulär, dass es ein Wunder ist, dass es sie in Hamburg noch nicht gibt: eine Artothek. Eine Institution, in der man sich regionale Kunst leiht. Kunst auf Zeit.

Im letzten Jahr hat eine Gruppe Kunstinteressierter der freien Initiative SuedKultur sich allerorten schlau gemacht, wie es für Harburg am besten passen würde. Auch ein Ort war bereits angedacht – die frühere Kantine im Harburger Rathaus, auf die der verstorbene Bezirksamtsleiter Völsch seinerzeit aufmerksam machte. Doch kaum stand das inhaltliche wie auch finanzielle Konzept zur ersten Hamburger Artothek, hieß es seitens der Verwaltung, dass die Kantine nun wieder von der Verwaltung genutzt werde. Bis auf unbestimmte Zeit.

Mit der Vereinbarung zwischen der evang.-luther. Trinitatis-Gemeinde und SuedKultur, die ehemalige Dreifaltigkeitskirche an der Neuen Straße 44 für kulturelle Zwecke zu erproben, fiel umgehend ein größerer Raum im Obergeschoss des ehem. Gemeindehauses ins Auge.

Am Sa., 16. Juni werden die Artotheken-Interessierten von SuedKultur nun erkunden, ob und wie der Raum als Artothek nutzbar ist. Was müsste geändert, verbessert werden oder kann gar bleiben? Zugleich aber steht an dem Tag der gesamte Gebäudekomplex auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung und so will die Artotheken-Gruppe ganz praktisch zeigen, was es mit der Idee auf sich hat.

Ausgestellt werden in Größe, Material und Handhabbarkeit leihbare Bilder, Grafiken, Skulpturen und Fotos verschiedenster Künstler*innen aus Harburg. Sie könnten auf Zeit dann auch für 2-3 Monate in Privathaushalten, Kanzleien, Büros oder Arztpraxen hängen und würden nach 2-3 Monaten „getauscht“. Ein idealer Weg, sich mit der Kunst und ihren Erschaffenden über einen längeren Zeitraum und in vertrauter Umgebung auseinanderzusetzen.

Wer also am Modell einer Artothek, aber auch der Kunst aus Harburg Interesse hat: Sa., 16. Juni ab 14h im Obergeschoss des ehem. Gemeindehauses Neue Straße 44!

Flamenco – Tanz & Musik

Drei Hamburger Künstler haben sich mit ganzem Herzen dem Flamenco und den spanischen “Canciones“ verschrieben. Mit viel Sinn für das Poetische in Text, Melodie und Tanz, schaffen sie ihre ganz persönliche Musikalität zwischen traditonellem Flamenco, spanischen Balladen und eigenen Kompositionen.
Einfühlsam, virtuos und leidenschaftlich Anabel Balcana (Gesang, Cajón, Gitarre, Palmas), Anton Graefe (Gitarre) und Gundula König (Tanz, Cajón, Palmas) geben mit ihren Auftritten einen stimmungsvollen Einblick in die mitreißende Welt des Flamencos und der spanischen Musik. Das Trio sucht nach Räumen und wird im Gemeindesaal im Erdgeschoss Räume für ihre Arbeit erproben. Dabei können Sie zuschauen. Die eigentliche Performance im ehem. Kirchenschiff findet dann etwa zur angegeben Zeit gegen 17h statt.

Plattdeutsche Lesung

Der Schauspieler Claus-Peter Rathjen ist vielemn für seine plattdeutsche Lesungen bekannt oder über das Museum Elbinsel Wilhelmsburg. Als Harburger aber ist er auch der SuedKultur stark verbunden und wird gegen 16h im ehem. Kirchenschiff eine plattdeutsche Lesung mit Kurzgeschichten von Hans-Joachim Meyer vortragen.

Zudem wird es eine Stellwand geben, auf denen Interessierte eigene Ideen und Fanatsien zur neuen 3falt einbringen können. Und auf Info-Listen kann man sich dann eintragen, um über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Weitere aktualisierte Programmpunkte werden kurzfristig unter sued-kultur.de zu finden sein!

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Holt Euch die Kunst nachhause! https://www.tiefgang.net/holt-euch-die-kunst-nachhause/ Sat, 05 Aug 2017 04:09:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1732 [...]]]> Die Idee ist so spektakulär unspektakulär, dass es ein Wunder ist, dass es sie in Hamburg noch nicht gibt: eine Artothek. Dies will eine Gruppe Kunstinteressierter der SuedKultur nun ändern …

Und sie bekommt dabei Unterstützung von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. Eine Artothek ist wie eine Biblio-, Audio- oder Videothek eben eine Ausleihstelle für Kunst. Bilder, Skulpturen, Grafiken oder Fotografien meist regionaler Künstler*innen sind für ein geringes Entgelt und inklusive einer Versicherung leihbar, schmücken zuhause den Wohn-, oder im Büro den Arbeitsbereich und fördern unwillkürlich die Auseinandersetzung mit Techniken, Inhalten und dem Kunstschaffenden selbst.

SuedKultur will nun in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Expertise einholen und ein Konzept passend für Harburg erstellen, um eben im Bezirk Harburg die erste Artothek in Hamburg aufzubauen. Und für diverse Reise- und Übernachtungskosten hat sie nun die Unterstützung der Toepfer-Stiftung zugesagt bekommen.

Leihe günstiger als HVV-Tageskarte

Artotheken sind vor allem in den 80er Jahren allerorts entstanden. Bundesweit gibt es bereits mehr als 130 ihrer Art und je nach Initiatoren sehr unterschiedlicher Ausprägung. In der Nähe etwa in Buxtehude. Auch dort bezieht sich die Artothek vor allem auf regionale Künstler*innen, die dort leben und arbeiten. Und zu einem geringen Preis von 6 Euro inklusive Versicherung und für ein Vierteljahr stehen dort über 500 Werke zur Ausleihe zur Verfügung. Die Artothek Buxtehude existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Dort können übrigens auch Hamburger entleihen. (siehe hierzu auch den Tiefgang-Artikel vom 18. Mrz 2017).

Regionale Kunst und Kunstschaffende gibt es auch reichlich im Bezirk Harburg. Allein der jährliche Kulturtag lässt die Vielfalt und Quantität erahnen.

„Die Vielzahl der im Bezirk ansässigen Künstler lässt sich leicht aus den Teilnehmern am Harburger Kulturtag ablesen. 2016 waren insgesamt 25 Einzelkünstler und Einrichtungen beteiligt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in vielen Einrichtungen Gruppenausstellungen stattfanden so dass die Anzahl der Einzelkünstler wesentlich höher gewesen ist“, so Anke de Vries, selbst Künstlerin aus Harburg, die vielen durch ihren Kunstverbund „Kobalt Kunst international e.V.“ seit Jahren vertraut ist und die jährlich mit einem offenen Atelier neue Bürger*innen für Kunst zu interessieren schafft.

Und in der Tat: in diesen Jahr findet im Herbst bereits zum 14. Male der Harburger Kulturtag statt, der an einem Samstag jährlich mehrere tausend Besucher in etliche Ausstellungsräume, Galerien und Ateliers in Harburg lockt und damit im Grunde das große Interesse an bildender Kunst vor allem aus dem Regionalen im Bezirk Harburg dokumentiert.

Und damit nicht genug: die Bücherhalle Harburg feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum ihrer Galerie, die regelmäßig in der Bücherhalle Harburg in der Eddelbüttlerstraße vor allem regionale Künstler*innen vorstellt. Und das mit großem Zuspruch. Andreas Patommel von der Bücherhalle Harburg und auch Mitinitiator der Artothek Harburg-Idee: „Bis heute hatten wir in der Bücherhalle 451 Ausstellungen mit ca. 11.520 Kunstwerken – Bilder, Skulpturen etc. – und etwa 6.885.000 Besucher. Wir erfassen so etwas ja. Die Galerie war bis heute ununterbrochen belegt –  außer während des Umzugs 1998. Die Nachfrage ist wesentlich höher als das Angebot.“

Die Würdigung regionaler Kunst

Alles Belege, dass auch in Harburg und auch Hamburg eine Artothek auf Nachfrage stößt. Heiko Langanke, Sprecher der SuedKultur: „Wichtig an der Artotheken-Idee ist vor allem, dass regionale Künstler*innen gewürdigt werden. Sie leben und arbeiten hier und verdienen unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Auf der anderen Seite ist es aber auch für den Entleihenden der beste niedrigschwellige Zugang zur Kunst. Man schaut zuhause oft auf so ein Bild, lässt es wirken und stellt sich Fragen nach Aussage, Materialien, Wirkungen von Techniken und all das. Wenn man dazu noch weiß, dass die Kunst quasi aus der Nachbarschaft stammt, wird es erst richtig spannend.“

Tolle Idee, aber wer soll das bezahlen?

„Es ist erstaunlich“, so Langanke, „aber ich habe bisher keinen Fall bundesweit gefunden, bei dem eine Artothek wegen finanzieller Schieflagen geschlossen wurde. Das hat – ganz simpel – auch damit zu tun, dass die erworbenen Kunstwerke haushalterisch meist an Wert gewinnen. Das Geld ist also entgegen allen Klischees und üblichen Vorurteile der Kulturpolitik nicht aus dem Fenster geworfen, sondern mehrt sich sogar. Und zwar weil es Kunst ist!“

Kritische Fragen erwünscht

Nun will die Artotheken-Gruppe der SuedKultur-Initiative Nägel mit Köpfen machen. Es sollen die verschiedenen Artotheken der Republik auf inhaltliche Schwerpunkte, kreative Impulse, Erfahrungswerte der Praxis, Finanzierungsmodelle und auch regionalen Bezügen geprüft und begutachtet werden. Experten sollen besucht oder eingeladen werden, um möglichst viel von den bereits anderswo gemachten Erfahrungen für Harburg zu gewinnen. Letztlich sollen aber auch die modernen Mittel der Digitalisierung und Dokumentation ergründet werden. Letztlich immer unter dem Aspekt, was für den Bezirk Harburg am besten geeignet wäre. Dies soll dann in ein Konzept fließen, das Inhalte, Strukturen, Räume aber auch Finanzen abwägt, darstellt und handhabbar macht. „Es kann auch sein, dass wir an irgendeinem Punkt feststellen müssten, dass es nicht geht. Aber ganz ehrlich? Es würde mich sehr wundern“, so Heiko Langanke schließend. Fest steht für SuedKultur aber auch: es ist keine private Initiative. Vielmehr verstehen sich die Initiatoren als Hilfe, um Verwaltung und Politik das vielfältige Spektrum zu erschließen, um es dann in kommunaler Regie umzusetzen. „Kritische Fragen sind erwünscht“, so Langanke.

Und Künstlerin de Vries: „Der Bezirk Harburg wäre der einzige in ganz Hamburg, der die Einrichtung einer Artothek fördert. Damit gliedert er sich in eine Reihe von großen und kleineren Städten ein, die ihre Artotheken betreiben, bis hin zum Bundestag, der über eine eigene Artothek verfügt. Im Bezirk befindet sich vieles im Wandel. Da ist die Zeit reif, ein eindeutiges Zeichen zu setzen und auf die Veränderungen zu reagieren.“

Interessenten an dem Projekt „Artothek Harburg“ können sich gerne per E-Mail unter kontakt(at)sued-kultur.de melden.

 

 

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Refugium Neuenfelde und Artothek https://www.tiefgang.net/refugium-neuenfelde-und-artothek/ Sat, 24 Jun 2017 06:27:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1459 [...]]]> Am kommenden Donnerstag tagt der Harburger Kulturausschuss letztmalig vor der Sommerpause und es stehen zwei interessante Kulturthemen an: Neuenfelde und Artothek.

Die Sitzung findet am Do., 29. Jun. 2017 ab 18h im Mehrzwecksaal im Sozialen Dienstleistungszentrum Harburg, Harburger Rathausforum 1, 21073 Hamburg statt.

Als zweiter Tagesordnungspunkt ist das Projekt „Refugium für urban gestresste Menschen“ – Wie geht es nun weiter?“ Thema. (siehe auch Tiefgang-Artikel „Keep cool im Großstadtpfuhl“)

Hintergrund: Von März bis August 2016 hat der gemeinnützige Verein Stadtkultur Hafen e.V. zusammen mit dem Büro für Kunst Bauen Stadtentwicklung üNN auf eigene Initiative zwei Häuser in der Hasselwerder Straße in Neuenfelde ausgiebig erforscht. Es handelte sich um gut 120 Jahre alte Häuser, die seit einem Jahrzehnt aufgrund der Airbus Landebahnverlängerung leer standen. Insbesondere wurden die Eigenarten der Häuser, die Bausubstanz und der hübsch verwilderte Garten erkundet. Nun sind Vertreter von „Stadtkultur Hafen e.V.“ und „überNormalNull“ in den „Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit“ eingeladen, um dort über die weitere Entwicklung des Projektes zu berichten.

Als nächster Punkt der Tagesordnung ist dann das Thema „Artothek für Harburg?“ vorgesehen.

Auf Bestreben der Initiative SuedKultur (die selbst keine Anträge einbringen kann) hatte die CDU im April diesen Jahres das Thema in die Bezirksversammlung eingebracht. „In vielen Städten und Gemeinden, auch im Harburger Umland, bestehen Artotheken, bei denen Werke aktueller Kunst kostenlos oder gegen geringe Gebühr ausgeliehen werden können. Diese Einrichtungen dienen der Kunstvermittlung und der Künstlerförderung. Sie sind häufig öffentlichen Bibliotheken, Kunstvereinen, Kulturämtern, Museen oder Volkshochschulen angegliedert“, heißt es in der Drucksache

Darauf hin sollte eine Stellungnahme der Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg zum Thema eingeholt werden, welche Möglichkeiten der Kunstvermittlung und Künstlerförderung über Artotheken geschaffen oder verbessert werden können, welche Rahmenbedingungen dafür bestehen und in welchem Umfang die Frage der Einrichtung von Artotheken auch in den Bezirken in der Vergangenheit geprüft worden ist. Diese liegt nun schriftlich vor und wird nun thematisiert werden.

Die Sitzung ist zu einem Großteil öffentlich und kann von interessierten Bürger*innen besucht werden. Die Unterlagen zur Sitzung finden Sie hier online. sitzungsdienst-harburg

 

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Die künstlerische Sicht zählt https://www.tiefgang.net/die-kuenstlerische-sicht-zaehlt/ Sat, 29 Apr 2017 06:00:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=950 [...]]]> Buxtehude würdigt seit langem die regionale Kunst. Einmal im Jahr aber setzt die Elbstadt noch einen drauf und schreibt einen Wettbewerb aus. Und teilnehmen kann auch das Umland.

Mit einer Artothek gibt Buxethude den regionalen Künstler*innen eine Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren und nimmt manche auch in ihren eigenen Bestand auf. Darunter finden sich auch Werke von Günter Grass oder Christo. Zugleich gibt die Elbstadt der Buxtehuder Bevölkerung damit auch die Möglichkeit, sich ohne große finanzielle Mittel mit Bildender Kunst auseinander zu setzen. Man kann sich für eine Leihgebühr die Werke einfach nachhause holen und dort wirken lassen. Bis zum 28. Juli 2017 können nun auch in diesem Jahr Werke für den Wettbewerb um den Kunstpreis „KünstlerInnen sehen Buxtehude“ eingereicht werden. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

„Seit 2010 verleiht die Hansestadt Buxtehude den Kunstpreis „KünstlerInnen sehen Buxtehude“, um die Rolle der Kunst für die Hansestadt Buxtehude zu würdigen.

Wir freuen uns, mit Unterstützung der Sparkasse Harburg-Buxtehude den Wettbewerb zum Thema KünstlerInnen sehen Buxtehude auch 2017 auszuschreiben. Über die Vergabe des Preises, der mit einem Preisgeld von 3.000 € dotiert ist, entscheidet eine Jury, die sich aus der Kulturausschussvorsitzenden Christel Lemm, dem Fachgruppenleiter für Kultur, Tourismus und Marketing der Hansestadt Buxtehude, Torsten Lange,  der Kunsthistorikerin Jutta Kurbjuhn-Schöler sowie der letztjährigen Preisträgerin, Birgit Jaenicke, zusammensetzt.

Jede Künstlerin bzw. Künstler kann eine Arbeit, die unter dem Thema KünstlerInnen sehen Buxtehude im Jahr 2017 entstanden ist, einreichen.

Teilnahmeberechtigt sind professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in Buxtehude und im weiteren Umland (Landkreise Stade, Harburg, Cuxhaven, Lüneburg Verden und Rotenburg), sofern sie den Wettbewerb noch nicht gewonnen haben.

Wettbewerbsbeiträge müssen persönlich bis zum 28. Juli 2017 im Servicecenter Kultur und Tourismus eingereicht werden. Die Bekanntgabe und Preisverleihung findet dann am Mittwoch, 9. August, um 18.30 Uhr, im Marschtorzwinger, Liebfrauenkirchhof statt.“

Kontakt:

Susanne Wiegel, Rathaus, Breite Str. 2, 21 614 Buxtehude, Tel.: 0 41 61 – 501-41 22, Mail: kulturbuero(at)stadt.buxtehude.de

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