Artothekenverband Schleswig-Holstein https://www.tiefgang.net Thu, 23 Jul 2020 13:42:23 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Harburgs digitales Kunstgedächtnis https://www.tiefgang.net/harburgs-digitales-kunstgedaechtnis/ Fri, 24 Jul 2020 22:50:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7105 [...]]]> Die Kunstleihe Harburg e.V. hat in seinem gerade mal anderthalbjährigen Bestehen lokale Kunst für viele einfach zugänglich gemacht. Zu dem analogen Erlebnis kommt nun – ganz corona-like – das digitale hinzu: die eigene website ist nun online.

Die Kunstleihe Harburg, in der seit Anfang 2019 zeitgenössische lokale Kunst aus Harburg für 3 Monate und für nur 6 € für Zuhause, das Büro oder homeoffice leihbar ist, hat jetzt ihr neues Webportal online gestellt:  www.kunstleihe-harburg.de

War bisher nur ein Werksverzeichnis über die Initiativseite SuedKultur verfügbar, hat der mittlerweile eigenständige und als gemeinnützig anerkannte Verein Kunstleihe Hamburg e.V.  nun ein umfassendes digitales Portal ins Leben gerufen. Dort sind nicht nur die rund 200 Werke von Künstler*innen wie Petra Hagedorn, Anke de Vries, Yvonne Lautenschläger oder Harald Finke zu sehen. Sie können auch dort schon reserviert werden. Aber mehr noch: Maße, Techniken und Materialien finden sich und es sollen auch noch Angaben zu den biografischen Daten ergänzt werden. Dabei dient das Portal aber nicht nur dem Kunstinteressierten als Werksverzeichnis, sondern es ist über Schnittstellen mit dem Museumsportal der Museumsgenossenschaft digicult (www.museen-sh.de) verbunden. Digicult mit Sitz in Kiel wurde gegründet, um Museumsbestände nach und nach zu digitalisieren und so nicht nur hinsichtlich ihrer Herkunft verfügbar zu halten sondern auch für die Nachwelt zumindest in digitaler Form zu erhalten und sichtbar zu machen. „Das Prinzip hat uns von Beginn an gut gefallen, obwohl wir ja kein Museum sind. Aber durch diese technische Möglichkeit können auch wir auf lange Sicht die aktuelle Kunst Harburgs ins digitale Gedächtnis bringen und sichtbar machen. So sind Werke von verstorbenen Harburger Künstler*innen wie Margrit Rohmann, Theo Stenzel oder Klaus W. Mitransky erfasst und geben Einblick in ihr Schaffen. Dadurch, dass diese Kunst zudem durch die Ausleihe in viele private Haushalte kommt, bleibt die Kunst aktuell“, so Sabine Schnell vom Team der Kunstleihe.

Das wäre dem unentgeltlich ehrenamtlich arbeitenden Verein aus sich selbst heraus nicht möglich gewesen, wohl aber durch die Mitgliedschaft im Artothekenverband Schleswig-Holsteins, der sich nun auf Schleswig-Holstein/Hamburg erweitert hat.

„Die mittlerweile gut 70 Dauerleihenden, die je 2-3 Werke alle Vierteljahr wechseln und so gesamt über 100 Werke aktiv nutzen, beweisen uns, wie groß das Interesse an aktueller Kunst im Bezirk ist“, so Schnell. „Da unser Bestand nun schon binnen kurzer Zeit auf gut 200 Werke angewachsen ist, sind wir froh, diesen Schritt frühzeitig angedacht und umgesetzt zu haben. Denn ältere Artotheken (wie andernorts Kunstleihen seit den 80er Jahren meist bezeichnet werden) arbeiten noch mit Karteikarten und die riesigen Bestände später digital zu erfassen, wird zunehmend schwerer, zeitintensiver und so auch kostspieliger.“ Und auch das Harburger Kunstleihe-Team hatte dafür schon viel Zeit investieren müssen. Die Werke zu fotografieren, mit Inventarnummer, Werksname, Technik, Maßen oder Jahrgang zu versehen, wegen der Urheberrechte mit einem Wasserzeichen zu schützen, in der Datenbank der digicult-Genossenschaft einzupflegen und von dort wieder zur neuen Website zu importieren, kostete viel Zeit und auch Geld.

„Jetzt aber haben wir erst mal die aktuellen Werke erfasst und neu hinzukommende sind dann immer mal wieder einzufügen“, so Sabine Schnell, die als selbständige Grafikerin dies auch nur schaffen konnte, weil aufgrund der Corona-Pandemie derzeit Aufträge  im eigentlichen Broterwerb brach liegen. „Wir hatten für die Programmierung als auch Erfassung der Werke bei verschiedenen Stellen um Zuschüsse gebeten. Aber bei uns entstand der Eindruck, dass zwar alle von Digitalisierung reden, aber kaum wissen, was es wirklich damit auf sich hat“.

Neben dem Werksverzeichnis findet der Portalsbesucher aber auch Kursangebote aus dem Kunstbereich als auch kommende und aktuelle Ausstellungen lokaler Künstler*innen oder Ausstellungsorte wie dem Kunstverein Bahnhof Harburg. Und ein „Blog“ wird künftig nicht nur über die hintergründige Arbeit des Kunstleihe Teams informieren sondern etwa auch Erfahrungsberichte von Kunstleihenden abbilden. „Es ist nämlich schon interessant, wie unterschiedlich die Kunst auf die Menschen wirkt. Ist es bei dem einen passend zum Sofa, ist es für andere die intensive Faszination von Motiven, Techniken oder Farben. So unterschiedlich die künstlerischen Ansätze als auch Künstler*innen selbst sind, so divers ist es auch bei den Betrachtenden“, resümiert Sabine Schnell. Dies wird der Blog mit Erfahrungsberichten künftig auch dokumentieren.

Ebenso hat sich derweil eine künstlerische Gruppe aus der „Kunstklink Eppendorf“ (vormals „Kulturhaus Eppendorf“) gemeldet. Auch die will dem Beispiel Harburgs folgen und eine Kunstleihe mit den örtlichen Künstler*innen eben Eppendorfs noch dieses Jahr auf den Weg bringen. „Wir haben Ihnen nicht nur unsere gesammelten Erfahrungen zur Verfügung gestellt sondern auch über das Portal berichtet. So wie es aussieht, werden sie es auch für sich nutzen, so dass Hamburg dann eine Kunstleihe mit 2 Standorten und wohl mehr als 300 Werken lokaler Künstler*innen online findet. Damit gehen wir einen großen Schritt weiter, die lokale Kunst aus der 2. und 3. Reihe und im Schatten der Prominenz sichtbar und wahrnehmbar zu machen.“

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Hamburg schließt nach 30 Jahren auf! https://www.tiefgang.net/hamburg-schliesst-nach-30-jahren-auf/ Fri, 13 Dec 2019 23:05:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6152 [...]]]> Hamburg wird gerne als das „Tor zur Welt“ betrachtet. In manchen Dingen aber hinkt die Stadt hinterher. 

Kiel. 30 Jahre brauchte es, doch ausgerechnet zum Jubiläum wird es wahr: der Artothekenverband Schleswig-Holstein beschloss auf seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung, seinen Namen in Artothekenverband Schleswig-Holstein&Hamburg zu ändern. Denn auch in Hamburg wird nun Kunst verliehen.

Seit 40 Jahren gibt es die wohl älteste Kunstleihe in Kiel, die Stadtbilderei und seit 30 Jahren den Landesverband der Schleswig-Holsteinischen Artotheken mit Sitz in Eckernförde. In diesem Jahr und nach längerer Vorbereitungszeit nun kam eine weitere Artothek namens „Kunstleihe Hamburg“ hinzu. „Da die noch einiges vor haben und einen guten Start hingelegt haben, ist es nun an der Zeit, auch dort tatkräftig zu unterstützen“, so der 1. Vorsitzende des Landesverbandes, Norbert Weber zur geplanten Satzungsänderung. Auf der Jahresversammlung wurde Weber zudem für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt und Stephan Tresp als sein Stellvertreter. Schriftführerin ist für weitere drei Jahre Ingela Wieking von der Artothek der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade. Als klares Zeichen der Verbandserweiterung wurde zudem Heiko Langanke von der Kunstleihe Hamburg als Beisitzer gewählt.

Zum Jubiläumsjahr ist nun nicht nur ein neuer Webauftritt mit vielfältigen Nutzungsstrukturen seiner Mitglieder beim Bundesverband in Köln auf den Weg gebracht, sondern auch das nächste Jahrestreffen in Hamburg geplant. Ebenso arbeitet der Dachverband intensiv mit dem digicult-Verbund in Kiel zusammen, um das kulturelle Erbe auch der Artotheken zu digitalisieren und so auch der Nachwelt verfügbar zu halten .

Artotheken sind erstmals in den 70er Jahren aufgekommen und ähnlich wie Stadtbüchereien oder Mediatheken dazu da, zeitgenössische Kunst gegen eine geringe Gebühr zu verleihen. Bundesweit gibt es rund 130 Artotheken mit teils unterschiedlichen Ausrichtungen. Dabei hat die Kieler „Stadtbilderei“ stets wichtige Impulse gegeben und Norbert Weber aus Eckernförde gilt als wichtiger und über lange Jahre eifriger Streiter für die Idee des Kunstverleihs.

Die Hamburger „Kunstleihe“ eröffnete erst Anfang 2019 als erste nichtkommerzielle Artothek und hatte in gut zwei Jahren Vorbereitungszeit viel auf die Unterstützung des Schleswig-Holsteinischen Verbandes bauen dürfen. Sie ist somit folgerichtig die 12. Artothek im Landesverband.

Weitere Infos: www.museen-sh.de und www.artothek.org

 

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Kooperationen der Kunst https://www.tiefgang.net/kooperationen-der-kunst/ Fri, 07 Jun 2019 22:54:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5382 [...]]]> Vor einem Jahr trafen sich Künstler*innen Harburgs in den leeren Räumen der Dreifaltigkeitskirche. Gestest wurde, ob man dort eine Artothek (Kunstleihe) aufbauen könnte. Seither ist viel passiert. Und es kommt noch besser …

In der Mitteilung der Kunstleihe heißt es:

„Die Kunstleihe Harburg – Hamburgs erste Artothek, in der man seit Anfang 2019 für wenig Geld lokale Kunst leihen kann – ist seit Mai am neuen Standort, im Nachbarschaftstreff  Eißendorfer Straße 124 angekommen und startet nun mit zahlreichen weiteren Angeboten und Kooperationen durch.

Nachdem das Team der Kunstleihe Harburg sich in den neuen und nur zeitweise nutzbaren Räumen einer ehemaligen Sparkassen-Filiale in der Eißendorfer Straße 124 in Harburg zunächst etwas umgewöhnen und einiges Mobiliar anpassen musste, ist nun wieder etwas Zeit für die inhaltliche Arbeit.

„Aus der Idee, einfach mal lokale Kunst für das private Zuhause zu verleihen, ist mittlerweile ein umfassenderes Projekt der Kunstvermittlung geworden“, so Heiko Langanke vom Team der Kunstleihe.

Der NDR hatte sowohl im Fernsehen (Hamburg Journal) als auch im Radio (90,3) noch zu Zeiten ihrer Testphase im Rahmen des Kulturprojekts „3falt“ in der leerstehende Dreifaltigkeitskirche, sich dem Thema Artothek/Kunstleihe gewidmet. Nun fasste der Radio-Sender nach und interviewte einige Kunstleihende. Und die Faszination der etwas anderen Begegnung mit Kunst war deutlich herauszuhören. „Die Begeisterung, sich in den eigenen Räumen und viel intensiver mit Kunst zu befassen, erleben wir fast jeden Sonntag in der Kunstleihe vor Ort“, so Sabine Schnell vom Kunstleihe-Team. „Es wurde dringend Zeit, dass Hamburg diese Lücke in der Kunstvermittlung schließt.“ Denn anderswo in der Republik sind sogenannte Artotheken bereits seit den 80er Jahren üblich.

Mittlerweile sind binnen weniger Monate gut 40 Werke in private und vornehmlich Harburger Haushalte gewechselt. Und das Kunstleihe-Team kooperiert mittlerweile mit dem Artothekenverband Schleswig-Holstein und auch dem Bundesverband der Artotheken. Sobald eine geeignete Organisationsform gefunden ist, steht auch die Mitgliedschaft an.

„Zur Zeit ist uns auch wichtig, auf die jahrzehnetlangen Erfahrungen der Altvorderen zurückgreifen zu können“, so Langanke. „Beim Aufbau eines umfassenderen Webportals können wir vermutlich die Software der Profis mitnutzen. Das wird uns erlauben, schon zukünftige Aspekte der Digitalisierung und Sicherung des kulturellen Erbes mitzudenken.“ Denn, so prognostizieren etliche Artotheken-Macher: das Thema der Nachlässe an Kunstsammlungen wird in naher Zukunft auch eines der Kunstleihen werden. „Es wäre dumm, wenn die Leidenschaft von Kunstsammler*innen später in Kellern vergammelt ohne gesehen zu werden. Und es ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Kultur zu bewahren. Dabei wird die Ausleihe eine Möglichkeit sein. Sich ihrer aber erst einmal gewahr zu werden, ist viel vordringlicher“, so Langanke.

Vorab aber glänzt die Harburger Kunstleihe bereits mit einer eigenen Facebook-Seite facebook.com/KunstleiheHarburg mit tagesaktuellen Tipps und Hinweisen zum Kunstleben in Harburg und Hamburg aber auch einem Instagram-Auftritt instagram.com/kunstleihe, auf dem etliche Kunstwerke der Leihe anzuschauen sind.

Erste Kontakte mit Kunstinitiativen anderer Bezirke bestehen bereits ebenso. „Auch das ist ein gutes Zeichen, denn überall in Hamburg sollte Kunst als alltägliche Begleiterin verstanden werden“, so Langanke.

In Kürze ist zudem und während der sonntäglichen Öffnungszeiten ein weiteres Angebot angedacht. Die Harburger Künstlerin Petra Hagedorn bereitet gerade einen „Kunstsalon“ vor. Hier können Kunstinteressierte mit Künstler*innen direkt in der Kunstleihe zusammen kommen. Dann tauscht man sich über Ziele und Inhalte von Künstler*innen oder gar Kunstgruppen aus, aktuelle Ausstellungen, Hintergründe zu Techniken, Motiven oder Arbeitsweisen. „Ebenso kommen auch Leute auf uns zu und fragen nach professioneller Hilfe beim Rahmen von Kunstwerken zum Beispiel.“

Auch die Kunstabteilung „arts & change“ der Medical School Hamburg, die im Harburger Hafen ansässig ist, war nun schon mit rund 15 Studierenden zu Gast in der Kunstleihe. Sie wollen die Kunsterfahrungen weiter erforschen. Was ändert sich bei den Leihenden in der Wahrnehmung? Könnte temporäre Kunst in Kliniken, Seniorenheimen oder Behörden wirken und wenn wie? „Es ist auch für uns eine besondere Erfahrung geworden, wie unterschiedlich das Interesse an Kunst ist“, so Sabine Schnell. „Es ist nicht unbedingt das, was man denkt, was gut ankommt. Und es sind bei uns nicht vordringlich die Namen, die beachtet werden, sondern wirklich die Kunst selbst. Das ist im Grunde das größte Kompliment an die Kunst!“

Zu den Sommerferien will auch die Künstlerin und Stipendiatin der Claussen-Simon-Stiftung Simone Karl einen Kunstworkshop für Kids und Teens anbieten.

„Die Kunstleihe hat sich aber auch zum Netzwerk für Künstler*innen selbst entwickelt“, freut sich Heiko Langanke. So sei angedacht, eine gemeinsame Ausstellung im Rahmen des 3. Buxtehuder Kunstfestes zu organisieren. Und auch beim 16. Harburger Kulturtag will das Kunstleihe-Team Präsenz zeigen – mit einer besonderen Themen-Ausstellung. Und auch wenn der derzeitige Standort gut als „Exil“ dient: „Ein frei verfügbarer Raum in zentraler Lage, der auch in der Woche für Kunstkurse und mehr nutzbar ist, wird unser mittelfristiges Ziel bleiben!“

Es bleibt also viel zu entdecken und zu tun auch für die Leute des gut 10köpfigen Kunstleihe-Teams aus Harburg.

Wer Interesse bekommen hat, kann die rund 150 Werke umfassende Ausstellung der Kunstleihe jeden Sonntag von 12-17h in der ehemaligen Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Eißendorfer Straße 124 besuchen. Dort stehen dann auch meist Kaffee, Kuchen oder ein Glas Sekt bereit und laden zum Austausch.

Wer ein Werk leihen möchte, tut dies für 3 Monate und für 6,- € Leihgebühr. Ein Personalausweis sollte unbedingt mitgebracht werden.“

Weiterführende Links: www.sued-kultur.de/kunstleihe; www.facebook.com/KunstleiheHarburg; www.instagram.com/kunstleihe

NDR-Berichte siehe/höre: youtube/suedkultur

Die Kunstleihe Harburg wird unterstützt durch die Alfred Toepfer Stiftung FVS, die Claussen-Simon-Stiftung, die ZEIT-Stiftung, die Stiftung Erlebnis Kunst sowie private Personen.

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