awsLiteratur – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Sat, 03 Dec 2022 14:16:39 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Das gereimte Kinderbuch https://www.tiefgang.net/das-gereimte-kinderbuch/ Fri, 02 Dec 2022 23:29:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9543 [...]]]> In jungen Jahren lernt man am einfachsten. Auch Sprache. Der Heimfelder AWS-Verlag hat dazu nun ein hilfreiches Buch herausgebracht …

„Robert´s Teddy“ ist der Titel eines auf Deutsch und Englisch verfassten Kinderbuchs. Herausgebracht haben es der Texter Christian Baudy und die Illustratorin Ines Kirchoff. Es eignet sich zum Vorlesen bei Klein- und Vorschulkindern rund um die 1. Klasse.

von Simone Erdmann

Wer kennt das nicht? Das liebste Kuscheltier ist verschwunden und schon haben wir ein Problem. Mit einfachen Reimen auf Englisch und Deutsch und herzigen Zeichnungen setzen Christian Baudy (Autor) und Ines Kirchhoff (Illustratorin) Roberts Suche nach seinem ständigem Begleiter gekonnt in Szene. Zum Beispiel so:

„Have you seen my teddy bear?” Mummy sighed and said: “Oh dear!“

            “Weißt du, wo mein Teddy steckt? Die Mama seufzte: „Ach du Schreck“.

Und wo ist der Kamerad abgeblieben? Natürlich dort, wo ihn keiner so leicht suchen würde. Fragt doch mal die Maus oder den Hasen oder … Und wenn ihr am Ende der Geschichte angelangt seid, gibt es noch eine zweite Überraschung: ein passendes Set von ausschneidbaren Memorykarten.

Mein Fazit: ein süßes Vorlesebuch ab zwei Jahren und Erstlesebuch mit besonderem Reiz. Denn die Kinder haben gleich dreimal die Wahl: Entweder sie suchen mit Robert auf Deutsch nach dem Teddybären oder auf Englisch oder sie spielen eine Runde Memory. Sie können das Ganze auch selbst nachspielen und eigene Reime und Dialoge erfinden, ebenfalls in der einen oder anderen oder sogar in beiden Sprachen.

Literaturangaben: Christian Baudy & Ines Kirchhoff, Robert’s Teddy, Roberts Teddy – Bilingual, awsLiteratur, der Verlag von Alles wird schön e.V., Hamburg 2022, ISBN 978-3-947051-27-4, 25 EUR Festeinband. Bestellung: buecher@aws-literatur.de oder in Ihrer Buchhandlung. Vorrätig in Harburg: Buchhandlung am Sand und Leichers Buchhandlung.

 

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Blättern unter Bäumen https://www.tiefgang.net/blaettern-unter-baeumen/ Fri, 12 Nov 2021 23:40:13 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8572 [...]]]> Möchten Sie sich einfach mal so aus dem Alltag „blättern“? Gleich den Blättern im Herbst? Dann lohnt sich der neue Lyrikband aus Harburg.

Der junge Harburger Verlag awsLiteratur, der zum Kulturverein Alles wird schön e.V. gehört, macht es möglich und zwar in der Sparte Lyrik. Aktuell sind es die lyrischen Reisenotizen durch die Brille eines Stadt-Radlers und Fußgängers.

In „Blättern unter Bäumen“ skizziert Christian Baudy in verspielten Kurzgedichten die kleinen Besonderheiten des Alltags – Momente, die Auge und Ohr für unsere Umwelt schärfen. Viel Worte macht er nicht. Er folgt vielfach der japanischen Natur-Dichtung in Form des titellosen, dreizeiligen „Haiku“ – sprachspielerisch und doppelbödig, auf Deutsch und gelegentlich auch auf Englisch.

Begeben Sie sich selbst auf Erkundungsreise und nehmen Sie Tuchfühlung mit der (Stadt-) Natur – ganz gleich ob im Herbst oder in einer anderen Jahreszeit. Mehr zum Buch mit Leseprobe ist bei awsLiteratur auf der Bücherseite unter www.aws-literatur.de zu finden.

 Christian Baudy, Blättern unter Bäumen – Haiku und andere Gedichte, mit Fotos von Gisela Baudy, aws-Literatur, der Verlag von Alles wird schön e.V. ISBN: 978-3-947051-23-6, schwarz-weiß, gedruckt auf Recyclingpapier

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Deutschland 4.0 https://www.tiefgang.net/deutschland-4-0/ Fri, 13 Aug 2021 22:55:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8261 [...]]]> Mit einer Politsatire meldet sich Jan Christoph Nerger, Autor und Teammitglied des Verlags „awsLiteratur“ vom Heimfelder Kulturverein „Alles wird schön e.V“, auf dem Buchmarkt zurück.

Der frustrierte Abgordnete Jo Christopher Neumann schmettert auf dem Parteiteitag der „Dynamischen Grünen Liga“ seine Visionen eines besseren Deutschlands ins Mikro. Dabei bringt er nicht nur die Vorsitzende Anneliese Brotbaum und ihren Stellvertreter Ronald Haber ins Schwitzen. Während sich der „viertelschwarze“ Journalist Ralf Schwarzhauch und die Politikwissentschaftlerin Arife Aydin in ihrer engen Kommentatorenkabine zunehmend in die Haare kriegen, sammeln sich draußen Corononaleugner, Verschwörungstheoretiker, Nazis und schlicht Verzweifelte, die Susi Weichkerns Wachdienst auf eine harte Probe stellen …

Ein Schelm, wem manches bekannt vorkommt. Ausdrücklich verwahrt sich der Autor vor Vergleichen zwischen ihm und Jo Christopher Neumann (breites Grinsen inbegriffen).

Die erste Auflage bereits verkauft, geht nun die zweite (ISBN 978-3-947051-22-9 für 9,00 €) – aktuellen Ereignissen angepasst – an den Start, mit ihr das entsprechende eBook (2,99 €). Bestellt über den Verlag( www.aws-literatur.de)  gibt es das Taschenbuch mit Autorensignatur und ggf. Widmung.

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Streiflichter des Mondes in der Seele  https://www.tiefgang.net/streiflichter-des-mondes-in-der-seele/ Fri, 23 Jul 2021 22:34:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8232 [...]]]>  

Beim Kulturverein „Alles wird schön“ ist auch der Verlag aws-Literatur beheimatet, der lokalen Autor*innen Hilfestellung bei Pubikatinen gibt. Nun ist ein neuer Band erschienen …  

POEM OF EVOLUTIONARY MYSTERY

   DIE SCHÖPFUNG IST EIN
GEDICHT DER STILLE GESANG
     IN VERSEN AUS LICHT
            (Erdheit Eglise)

Mit diesem Haiku (eine japanische Gedichtform) eröffnet der Walk-About-Writer Diether Siegel (alias Erdheit Eglise) sein neues, bei aws-Literatur erschienenes Werk „Manungen – Mond-Mantras“.

„Manungen leitet sich ab von „mâne“, dem mittelhochdeutschen Wort für Mond“, erklärt der Autor Diether Siegel den Titel seines Werkes. Zugleich lässt die ähnlich einem astrologischen Kalender aufgebaute Gedichtreihe die Bedeutung von (Er-) Mahnungen aufleuchten. Untermalt mit Bildern von Christian Baudy nimmt Siegel seine Leserinnen und Leser auf eine gereimte, spirituell-philosophische Wanderschaft durch zwölf plus eins Monde.

Es geht um den Zustand und die Zukunft unserer Erde. Und darum, sich im Rhythmus des „Wanderers am Himmelszelt“ mit den Kräften der Natur zu verbinden und achtsam durch die Welt zu gehen, um den Planeten für alle Lebewesen lebenswert zu erhalten. Es ist Siegels Plädoyer für eine umsichtige(re) Lebensart. Infos & Bestellung über www.aws-literatur.de.

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Aufstehen, Krönchen richten, weiter https://www.tiefgang.net/aufstehen-kroenchen-richten-weiter/ Wed, 13 Jan 2021 23:49:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7567 [...]]]> War 2020 einfach nur für die Tonne? Wir haben bei Kulturschaffenden nachgefragt. Heute der Harburger Autor und awsLit-Mitverleger Wilfried Abels.

Wie hat sich die Pandemie im Arbeitsalltag 2020 bemerkbar gemacht?

Mein beruflicher Alltag war dieses Jahr durch das Thema Digitalisierung geprägt. Durch den Shutdown im Frühjahr wurde das Thema Homeoffice bei mir, wie überall, extrem wichtig. Da ich von meinem Beruf her stark in die Technik eingebunden bin, bedeutete dies, dass ich durch den Lockdown eher mehr als weniger zu tun hatte. Viele Entwicklungen, wie verteiltes Arbeiten, Videokonferenzen, Cloud-basierte Dienste, die schon lange auf Sparflamme bei uns liefen, waren schlagartig von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen technischen Probleme zu lösen hat einen Großteil meines beruflichen Alltages geprägt.

Beim Thema Schreiben war es genau das Gleiche. Bei awsLiteratur kämpften wir das Jahr über genauso mit der Frage, wie wir unter Corona-Bedingungen weiterhin zusammenarbeiten konnten. Die regelmäßigen Treffen schlagartig zu virtualisieren, stellte uns vor etliche Hürden. Dabei gab es gar nicht mal grundsätzliche Probleme. Verlagsarbeit ist relativ gut über das Internet zu koordinieren. Nur waren wir natürlich nicht die einzigen, die da experimentierten. Deshalb ruckelten die Verbindungen häufig. Server kamen an ihre Grenzen und die eigene Technik wollte auch nicht immer, wie sie sollte. Diese ganzen „Kinderkrankheiten“ in Griff zu kriegen, war die Hauptschwierigkeit.

Wie weit werden die Nachwirkungen nachhallen?

Gute Frage. Ich denke, dass es noch lange dauern wird, bis sich alles wieder halbwegs normalisiert haben wird. Und wie die Kulturbranche das alles überleben wird, ist, glaube ich, noch gar nicht absehbar. Es ist ja nicht so, dass diese Branche große Polster gehabt hätte, von denen sie hätte lange Überwintern können. Insofern fürchte ich, dass dort ein heftiger Kahlschlag stattfinden wird.

Andererseits ist noch nicht absehbar, was für neue Entwicklungen stattfinden werden. In diesem Jahr wurde ja überall extrem viel mit Online-Formaten geübt und herumgespielt. Ich denke, davon wird einiges übrigbleiben, auch wenn Präsenzveranstaltungen wieder möglich sein werden. Ich habe mich die letzten zehn Jahre sowohl mit Präsenz- als auch mit Online-Veranstaltungen beschäftigt. Und wenn ich bei dem ganzen Drama vielleicht einen Hoffnungsschimmer am Horizont sehe, dann ist es der, dass vielleicht diese beiden Arten des kulturellen Austausches einen Weg zueinander finden.

Was waren 2020 die gravierendsten Entwicklungen?

Nun, das, was ich persönlich am stärksten erlebt habe und wovon ich am meisten betroffen war, war die „Zwangsdigitalisierung“ in Deutschland. Ich hätte mir Anfang letzten Jahres nicht im Traum vorstellen könne, wie heftig in 2020 auf allen Ebenen kurzfristig auf digitale Medien umgestellt wurde. Von meinen Kindern im Home-Schooling, über meinem Beruf an der TU, bis hin zu all den Onlinepräsentationen im kulturellen Bereich. Dass ich noch zu meinen Lebzeiten in Deutschland eine, wenn auch zwangsweise, flächendeckende Akzeptanz digitaler Medien erlebe, hätte ich nicht zu hoffen gewagt.

Was hat 2020 an neuer Kreativität hervorgebracht?

Ich hatte den Eindruck, dass 2020 ein extrem kreatives Jahr gewesen ist. Und zwar auf allen Ebenen. Bei allem Leid, dass das Jahr hervorgebracht hat, war ich doch fasziniert, was auf einmal alles ging, was noch Wochen vorher undenkbar gewesen war. In Verwaltungsprozessen, im Schulsystem, aber auch gerade im kulturellen Bereich.

Ich spürte in diesem Jahr an allen Ecken und Enden, wie Menschen auf einmal mit einer geradezu kindlichen Begeisterung Dinge angefangen und ausprobiert haben. Es ist ja nicht so, dass man eine Online-Lesung einfach dadurch macht, dass man einen Laptop hinstellt und ins Mikrofon spricht und dann die eins-zu-eins wie analog abgehaltene Lesung ins Internet stellt. Das kann man zwar machen. Der Erfolg von so etwas ist aber überschaubar. Doch die zentralen Fragen sind ja: Wie motiviere ich Zuhörer in einer digitalen Umgebung? Wie präsentiere ich meine Werke? Wie trete ich mit ihnen in einen Dialog?  Und hier spürte ich überall eine enorme Kreativität. Während ich die letzten Jahre häufig das Gefühl hatte, dass Menschen sich in ihrer Kreativität gebremst haben, um auch ja ernsthaft zu wirken und sich keine Blöße zu geben, so spürte ich diese Angst in diesem Jahr nicht. Es war halt für alle eine neue Situation, an die sich alle irgendwie anpassen mussten. Alle standen wie der Ochs vorm Berg und keiner hatte Angst mit unkonventionellen Projekten hinzufallen. Was funktioniert hat, wurde weiter gemacht. Und wenn was nicht klappte, hieß es einfach: „Aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“.

Was war das persönlich einschneidenste Erlebnis in 2020?

Nun, das war meine eigene Corona-Erkrankung im Frühjahr (siehe auch ´Tiefgang` “Wir passte nicht ins Raster!“). Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mir damals noch nicht so viele Gedanken über die Krankheit gemacht habe. Ich hatte da eine gewisse Naivität. Über Todesraten und Langzeitschäden habe ich mir da keine großen Gedanken gemacht. Ich dachte einfach: „Naja, jetzt geht es mir halt schlecht, aber ich werde schon wieder gesund.“ Das stellte sich ja auch im Nachhinein als richtig heraus. Aber mit meinem jetzigen Wissen würde ich da wohl nicht mehr so locker ran gehen.

Was ist für 2021 absehbar?

2021 wird bestimmt durch das Impf-Thema geprägt werden. Ich glaube  die Frage, wie zwischen Geimpften, Nocht-Nicht-Geimpften, Nicht-Geimpft-Werden-Könnenden und Impfunwilligen umgegangen wird, wird das Jahr massiv prägen. Sukzessiv wird hoffentlich wieder eine gewisse Normalität zurückkehren.

 Was wäre in 2021 wünschenswert?

Ich hoffe, dass die Menschen noch ein bisschen die Ruhe bewahren und sich gedulden. Ich hoffe, dass die Menschen nicht noch auf den letzten Metern ungeduldig werden und uns in eine dritte Welle rein treiben. Und dann hoffe ich natürlich, dass irgendwann wieder viel Normalität zurückkehrt, dass wir uns wieder treffen können, dass man sich wieder umarmen kann. Ich wünsche mir, dass man wieder real mit Menschen Lesungen und Museen besuchen kann, dass man wieder feiern kann oder einfach abends gemütlich irgendwo zusammen hocken und gemeinsam relaxen kann.

Und für die gesamte Kulturbranche hoffe ich, dass es bald schon wieder irgendwie losgehen kann. Ich hoffe, dass wir wieder Lesungen veranstalten können. Wir haben letztes Jahr trotz Corona erfolgreich einige Bücher veröffentlicht und ich wünsche all unseren Autoren, dass sie 2021 wieder Gelegenheit haben werden, ihre Werke auch real vor Menschen zu präsentieren. Ich hoffe da sehr, dass es wieder eine Suedlese 2021 geben wird.

Was wird von 2020 bleiben?

Gute Frage, ich denke 2020 wird langfristige Folgen haben. Den Menschen ist schmerzlich klargeworden, wie angreifbar unsere moderne mobile Gesellschaft ist. Die Erfahrung, dass so ein kleines unsichtbares Virus in der Lage ist, innerhalb weniger Wochen global die Gesellschaft lahm zu legen, wird noch sehr lange im Gedächtnis bleiben.

Auch wenn ich nicht glaube, dass man die Globalisierung ernsthaft zurückdrehen wird, so denke ich schon, dass das Thema Versorgungssicherheit und Verletzlichkeit von Lieferketten eine ganz neue Wichtigkeit erlangen wird.

 

Wilfried Abel,

Jahrgang 1971, ist Hobbyautor. Er schreibt hauptsächlich Kurzgeschichten aus dem fantastischen Bereich und hat erfolgreich an mehreren Schreibwettbewerben teilgenommen. Unter anderem wurde seine Kurzgeschichte „Wenn der Mond im Blut erwacht“ in der Anthologie „Schattenfeuer“ des DrachenStern Verlags veröffentlicht. Als Autor und bekennender Computer-Nerd ist die Verbindung zwischen Technik und Literatur bei ihm ein zentrales Thema. Der seit 2016 existierende Verlag awsLiteratur des Kulturvereins „Alles wird schön e.V“ wurde von ihm initiiert und wird bis heute von ihm geleitet.

www.aws-literatur.de

 

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„Wir passten nicht ins Raster“ https://www.tiefgang.net/wir-passten-nicht-ins-raster/ Fri, 05 Jun 2020 22:32:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6959 [...]]]> Wie ist es für Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden? ´Tiefgang`-Schreiberin Sonja Alphonso ging dem auf die Spur…

Man erfährt so gut wie nichts über unmittelbar Betroffene der Pandemie, außer der Anzahl der Infizierten, Toten und Genesenen. Wie ist es für Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden? Wie erleben sie die Zeit der Quarantäne? Und wie geht es den Angehörigen damit?

Ich kenne nur eine Person, die ich fragen kann: Wilfried Abels.

Tiefgang (TG): Wie kam heraus, dass deine Familie sich mit Covid-19 angesteckt hat?

Wilfried Abels: Nun, das war erstmal gar nicht so klar. Das wurde von uns als üblicher kleiner grippaler Infekt wahrgenommen. Unser Jüngster war halt etwas „angegrippt“. Er war schlapp, hatte erhöhte Temperatur. Das war es auch schon. Wir haben drei Kinder. Da ist sowas fast schon an der Tagesordnung. Irgendwo holt sich halt immer mal wer was. Zeitgleich traten bei meiner Frau, mir und auch unserer mittleren Tochter ähnliche Symptome auf. Jeweils ein bisschen unterschiedlich gelagert, aber alles nichts Ungewöhnliches. Wir haben da erstmal nur geseufzt und mit den Schultern gezuckt. Das ist in so einer fünfköpfigen Familie halt üblich. Einer schleppt was an. Alle haben das Vergnügen.

Wir haben dann zum ersten Mal aufgehorcht, als plötzlich, von einem Tag auf den anderen, bei meiner Frau und mir, der Geruchs- und Geschmackssinn vollständig weg war. Und das obwohl wir nicht erkältet waren und unsere Nasen frei waren. Das hatten wir so noch nie erlebt. Das war der Moment, wo wir zum ersten Mal überlegten, ob das, was wir gerade haben, vielleicht doch kein einfacher grippaler Infekt ist. Dann haben wir uns an unseren Hausarzt gewendet, der dann das Gesundheitsamt informierte.

TG: Konnte nachverfolgt werden, wer von euch sich bei welcher Gelegenheit angesteckt hatte und das Virus mit nach Hause brachte?

Wilfried Abels: Nein, das ist bis heute nicht geklärt. Das war in der Hochphase der Neuinfektionen. Wir hatten ausführlich mit dem Gesundheitsamt telefoniert, aber eine belastbare Theorie konnten wir nicht entwickeln. Wir waren da alle schon länger im Homeoffice und hatten nur absolut minimale Außenkontakte. Insofern ist das bis heute nicht geklärt.

Das war auch das Problem, um überhaupt getestet zu werden. Unser Hausarzt hat uns da glücklicherweise gleich ernst genommen, als ich ihn angemailt und unsere Bedenken geschildert hatte. Aber von dem Zeitpunkt, bis das Gesundheitsamt zum Testen vorbei kam, verging noch eine gute halbe Woche. Wir passten halt nicht ins normale Raster. Wir waren in keinem Risikogebiet gewesen und wir hatten, zumindest wissentlich, keinen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten.

Fairerweise muss man aber sagen, dass in dieser Zeit das Gesundheitsamt auch schon mit den offensichtlicheren Fällen mehr als ausgelastet war. Und die Testkapazitäten waren auch sehr knapp. Deshalb wurden von uns fünf auch nur zwei Personen getestet, wovon dann ein Test eindeutig positiv war und einer uneindeutig. Hierzu meinte unser Hausarzt, dass die Tests eigentlich eh schon zu spät gemacht worden seien, da der Virus hauptsächlich nur in der Anfangsphase nachweisbar sei. Um wirklich sicher zu sein, ob wir alle Covid-19 hatten, müssen wir aber auf zuverlässige Antikörpertests warten.

TG: Wie habt ihr den Ausbruch der Krankheit erlebt?

Wilfried Abels: Am schwierigsten war es, sich am Anfang erstmal klar zu werden, wie man mit der Situation umgeht. Die Frage war: „Kann das wirklich Covid-19 sein? Oder bilde ich mir das nur ein und es ist ein ganz normaler Infekt?“ Man will ja sich und das Gesundheitssystem auch nicht umsonst verrückt machen. Zu der Zeit gab es ja auch haufenweise Fehlalarme, weil Leute bei jedem Husten gleich die Sorge hatten, dass sie erkrankt sein könnten. Man will in dem Fall nicht unbegründet Freunde und Nachbarn einspannen, um für einen einkaufen zu gehen.

Andererseits wollten wir, falls wir tatsächlich Covid-19 haben sollten, auch keine anderen Menschen in Gefahr bringen. Aber nur auf eine Vermutung hin, sich selbst komplett zu isolieren, ist halt auch schwierig. Diesen Zwiespalt zu handhaben, solange noch nicht getestet wurde, das war noch mit das Schwierigste.

TG: Meines Wissens musste niemand von euch im Krankenhaus medizinisch versorgt werden, also war der Verlauf vergleichsweise harmlos. Was war das Schlimmste an der Krankheit?

Wilfried Abels: Ja, der Verlauf war relativ harmlos. Wir hatten Glück. Wir alle hatten nach den Kategorien des RKI nur einen milden Verlauf. Die eigentlichen Krankheitssymptome waren auch gar nicht so schlimm. Da hatte ich schon grippale Infekte, die deutlich unangenehmer waren. Während der Erkrankung selber hatte ich keine echten Probleme. Ich hatte nie an Kurzatmigkeit oder sowas gelitten. Allerdings habe ich mich da auch nicht weiter als zwischen Couch und Bett bewegt.

Was aber bei dieser Erkrankung am übelsten war, war wie hartnäckig sie war, und wie schlapp sie uns alle gemacht hat. Als ich wieder anfing, mich normaler zu bewegen, da merkte ich erst, wie kurzarmig ich wirklich war. Selbst nach mehreren Wochen, als wir schon lange wieder aus der Quarantäne entlassen waren, waren wir noch weit davon entfernt, voll einsatzfähig zu sein. Selbst kleine Spaziergänge durch den Stadtteil waren noch ziemlich anstrengend. Da wurde mir erst im Nachgang klar, wie stark meine Lunge wirklich angegriffen wurde. Und unseren Geschmacks- und Geruchssinn haben meine Frau und ich noch immer erst in Ansätzen wieder.

TG: Wie habt ihr euch zuhause informiert, welchen Quellen vertraut?

Wilfried Abels: Grundsätzlich über die üblichen Medien (Fernsehen, Radio, Internet). Wenn wir aber was genauer recherchieren wollten, waren die Webseiten vom Robert-Koch-Institut und der John-Hopkins-Universität unsere erste Anlaufstelle. Für Informationen zu den Maßnahmen, haben wir die Seiten Hamburger Behörden zu Rate gezogen.

TG: Gab es Diskussionen innerhalb der Familie, ob die Maßnahmen gerechtfertigt sind oder nicht? Bzw. wie habt ihr die öffentlichen Debatten erlebt?

Wilfried Abels: Wir haben schon viel diskutiert. Allerdings weniger, ob das sinnvoll ist oder nicht. Da war schon ziemlicher Konsens, dass das im Groben alles so richtig ist. Aber wie geht man damit um? Was macht das mit einem? Das waren schon so Fragen, die uns einzeln und als Familie stark umgetrieben hat. Lagerkoller ist bei so einer Familie auch immer ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen muss, wenn man solange zusammen hockt.

TG: Seid ihr jetzt eigentlich immun oder bleibt ein Restrisiko, dass ihr euch nochmals infizieren könnt?

Wilfried Abels: Nun, wie soll ich das beantworten, wenn die Virologen weltweit darauf noch keine abschließende Antwort haben? Das ist ehrlich gesagt so eine Frage, wo ich selber als Wissenschaftler immer etwas, … hm, wie formuliere ich das …, ungeduldig werde.

Ich verstehe sehr, sehr gut, dass Menschen gerne klare Antworten haben wollen. Und ich verstehe auch, dass sie sich diese Antworten gerade in solchen Krisenzeiten von Wissenschaftlern und von Politikern wünschen. Doch diese klaren Antworten gibt es nicht. Weder Politiker noch Wissenschaftler sind Hellseher und haben keine Glaskugel, um in die Zukunft zu sehen.

Exakte Wissenschaft bedeutet nicht, dass man exaktes Wissen hat. Das wird leider häufig verwechselt. Exakte Wissenschaft bedeutet nur, dass man einen exakten Weg der Erkenntnisgewinnung hat. Aber im Gegensatz zu theologischen Systemen, gehen Wissenschaftler nicht von universellen Wahrheiten aus, sondern nur von immer wieder neu zu überdenkenden Zusammenhängen, die auf einem beobachteten Verhalten der Welt beruhen. Wenn neue Beobachtungen gemacht werden, dann müssen die bisher vermuteten Zusammenhänge neu überdacht und gegebenenfalls auch verworfen werden. Das ist dann kein „Beweis“ dafür, dass „die da alle das ja auch gar nicht wissen“ und jede beliebige Verschwörungstheorie von gleicher Wertigkeit sei, sondern es ist ein ganz zentraler und natürlicher Teil des wissenschaftlichen Prozesses. So funktioniert seit der Epoche der Aufklärung die Wissenschaft. Das ist langsam und anstrengend, und auch immer wieder frustrierend. Aber genau dies hat uns alle erst so weit gebracht, wie wir heute sind.

Insofern, um nach diesem kleinen Exkurs in Richtung Erkenntnistheorie auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, natürlich gibt es ein Restrisiko, wie immer und überall im Leben. Man weiß auch bisher einfach zu wenig. Es gibt ja auch noch keine Langzeitstudien, da die längste Zeit, dass jemand die Krankheit überwunden hat, nur einige Monate beträgt. Allerdings ist es nach dem bisherigen Stand der Dinge wohl unwahrscheinlich, dass wir uns in näherer Zukunft erneut infizieren können.

TG: Allgemein ist die Pandemie noch längst nicht ausgestanden. Wir alle werden – auf sehr unterschiedliche Art – zu Zeitzeugen einer historischen Ära. Was denkst du, wird sich durch die Erfahrung mit Covid-19 grundlegend verändern?

Wilfried Abels:  Tja, gute Frage. Ich bin sicher, dass die Pandemie einen großen Einfluss haben wird. Aber in welche Richtung? Ich weiß es nicht. Jedes einschneidende Ereignis führt zu Veränderungen, die Chancen und Risiken bedeuten. Das ist aber nur eine Plattitüde, die nichts aussagt.

Während meiner Quarantäne bin ich seit langem mal wieder dazu gekommen zu lesen und habe mir in Ruhe den neuen Roman von Jan Christoph Nerger „S7 – Irrfahrt übers Zeitgleis“ durchgelesen. Da spielte in einer Szene die spanische Grippe eine Rolle und es wurde gut gezeigt, wie diese ein Baustein war, der die kommende Katastrophe begünstigte. Das war schon ein seltsames Gefühl, wenn man gerade selber an so einer Pandemie erkrankt ist.

Ich denke wir müssen alle aufpassen, dass die wirtschaftlichen Verwerfungen, die jetzt auf uns zurollen, nicht von den Populisten jeglicher Gattungsart ausgenutzt werden. Auch wenn ich mich selber eher in der links-grün-versifften Ecke verorten würde, meine ich damit nicht nur die Rechts-Populisten. Im Moment sieht man leider aus allen Ecken Populisten herauskriechen. Momentan ist es erschreckend, wie da jeder versucht, seine ganz eigenen Privatinteressen als staatstragend zu verkaufen.

Aber ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch und denke, dass wir alle miteinander die Kraft haben, diese Krise zu überstehen und vielleicht sogar anschließend die Welt ein bisschen besser machen können. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir Möglichkeiten, auf die Pandemie zu reagieren, wie es noch nie in der Menschheitsgeschichte möglich gewesen ist. Die Welt hat rund um den gesamten Globus in einem Tempo reagiert, wie es noch niemals vorher geschehen ist. Die Entschlüsselung des Virus passierte in einem Tempo, das vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Entwicklung eines Impfstoffes hat bis vor kurzem noch Jahre gedauert. Jetzt laufen nach diesen wenigen Monaten schon die ersten klinischen Studien mit Menschen an. Der Spanischen Grippe war die Menschheit ziemlich hilflos ausgeliefert. Die Menschen damals mussten das einfach erleiden. Wir haben heute Möglichkeiten, aktiv gegen die Pandemie vorzugehen. Wir müssen nur aufpassen, dass wir sowohl im eigenen Land alle Menschen mitnehmen, aber auch nicht vergessen, dass es weltweit viele Menschen gibt, die in Ländern mit viel schlechter funktionierenden Gesundheits- und Staatssystemen leben. Z.B. muss verhindert werden, dass ein Impfstoff, wenn er denn da ist, nur für die reiche zahlungskräftige Bevölkerung in den Industriegesellschaften produziert wird.

Doch im besten Fall schaffen wir es durch diese Krise vielleicht ja auch wieder als Gesellschaft ein bisschen mehr Mut zurückzugewinnen. Vielleicht lernen wir wieder, an unsere Fähigkeit zu glauben, die Zukunft aktiv und positiv gestalten zu können. Aufgaben gibt es ja wahrhaftig genug.

TG: Du arbeitest an der TUHH. Glaubst du, dass Wissenschaft, Forschung und Technik an Bedeutung gewonnen haben?

Wilfried Abels: Hmm, warten wir es mal ab. Im Moment überschlagen sich ja alle mit Bekenntnissen zu Wissenschaft und Technik. Ich reibe mir momentan z.B. ziemlich die Augen, wie auf einmal jeder die Digitalisierung vorantreiben will.

Doch seit gut 30 Jahren, seitdem ich noch ein junger, etwas verschrobener Computer-Nerd der ersten Generation war, hängt Deutschland bei dem Thema locker zehn bis fünfzehn Jahre hinter dem Ausland her. Ende der 1980er Jahre hatte ich schon in den Niederlanden mal ein nettes Gespräch mit einem Elektronik-Verkäufer geführt, der sich sehr über die damalige Deutsche Bundespost amüsierte, als es um das Thema Datenkommunikation ging, weil diese alles, was auch nur entfernt nach Innovation roch, als geradezu blasphemisch von sich wies. Und seit damals hat sich an der Mentalität in Deutschland, wenn es um technische Innovation geht, nicht grundsätzlich was geändert.

Wenn es jetzt überall heißt: „Ja, Deutschland braucht einen Innovationsschub!“, dann antworte ich mal mit einem Zitat von Goethe aus Faust: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

TG: Du bist nebenher auch Fantasy- und Science Fiction-Autor und auch Mitglied einer Second Life-Community namens „Brennende Buchstaben“. Dort finden Online-Lesungen im virtuellen Raum statt. Ein Format, das mehr Zukunft hat, weil Avatare sich nicht anstecken können?

Wilfried Abels: Ich denke schon, dass das Thema Online-Veranstaltungen in Zukunft einen größeren Raum einnehmen wird als bisher. Die Brennenden Buchstaben sind schon seit über zehn Jahren dabei, virtuelle Formate zu entwickeln. Es geht dabei ja auch nicht nur um Avatare, die computerspielartig durch die Gegend laufen, sondern grundsätzlich um Fragen wie:

Wie können sich Kulturschaffende präsentieren? Wie kann man ortsunabhängige Veranstaltungen organisieren? Wie beeinflusst Technologie Kultur? Wie kann man neue visuelle Kunstformen schaffen. Wo liegen Grenzen? Was gibt es für Möglichkeiten?

Da wurde in den letzten Jahren von vielen Mitstreitern und vor allem dem Organisator Thorsten Küper eine hervorragende Arbeit geleistet. Bald zweihundert Autoren ist so Raum für Veranstaltungen geschaffen worden, wo Ländergrenzen übergreifend Lesungen organisiert wurden, und wo ein sehr reger Austausch und eine internationale Vernetzung zwischen Kulturschaffenden erreicht wurde. Diese Formate wurden bisher gerne ein bisschen als Spielerei belächelt. Doch ich denke, so ganz langsam fängt ein Umdenken statt. Außerdem, ist Spielen und Spielerei nicht der eigentliche Motor jeder Entwicklung?

TG: Die Pandemie wird vermutlich viel Stoff liefern, um Geschichten zu erzählen, die den nüchternen Zahlen Leben einhauchen. Wird der von dir gegründete und ehrenamtlich betreute awsLiteratur Verlag das Thema in einer Anthologie aufgreifen?

Wilfried Abels: Oh, sehr gerne! Das wäre auf jeden Fall ein spannendes Projekt. Allerdings möchte ich an dieser Stelle kurz das Konzept unseres Verlagsprojektes bei Alles wird schön e.V. erläutern. Unser Verlag ist kein klassischer Verlag mit einem speziellen Verlagsprogram, das von einem Leitungskomitee von oben bestimmt wird und dann umsetzt. Wir sind ein Do-It-Yourself Verlag. Bei uns steht der Community Gedanke im Vordergrund, wo wir eine Art Plattform zur Verfügung stellen wollen, auf der sich Autor*innen gegenseitig unterstützen. Unsere Aufgabe sehen wir primär darin, diesen Prozess des gegenseitigen Unterstützens zu koordinieren und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Wir versuchen, helfend und steuernd Projekte zu begleiten und vor allem technische Unterstützung bei Themen wie Layout, Cover, ISBNummern und Druckvorbereitung zu liefern. Das eigentliche Buchprojekt muss aber von der/dem Autor*in selber geleistet werden. Da wir alle nur ehrenamtlich tätig sind, sind unsere Ressourcen leider sehr begrenzt. Doch wenn sich eine kleine Projekt-Gruppe „Covid-19-Anthologie“ zusammenfinden würde, die gerne so eine Anthologie erstellen möchte und die sich um die Zusammenstellung der Geschichten, das Lektorat und das Korrektorat kümmern würde, dann wäre es uns bei awsLiteratur eine Freude, so ein Projekt heraus zu geben.

TG: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview – und bleibt gesund!

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Zeitreise durch Berlin https://www.tiefgang.net/6835-2/ Thu, 30 Apr 2020 22:28:01 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6835 [...]]]> Sie sollte bei den Harburger Literarturtagen “SuedLese” im April vorgestellt werden, doch ein Virus bremste sie aus. Nun kann die “S7 – Irrfahrt” von Christoph Nerger direkt verkostet werden – und lohnt sich.

Eine achtzehnjährige Tekknogöre (1999) …

Ein zwanzigjähriger Student (1967) …

Ein fünfundzwanzigjähriger SA-Mann (1936) …

Eine neunzehnjährige Bordsteinschwalbe (1918) …

… steigen in die Berliner S-Bahn und begegnen sich! Aufeinander angewiesen erleben sie in ihrer Stadt eine turbulente Zeitreise durchs 20. Jahrhundert und einen ganz besonderen Clash der Generationen.

So ist es auf der Buchrückseite von Jan Christoph Nergers brandneuem Roman „S7 – Irrfahrt übers Zeitgleis“ zu lesen. Über 400 spannende Seiten warten auf Leserinnen und Leser ab 14 Jahren. Der temporeiche Geschichtsunterricht, den der Autor auch gern als „Geschichtserinnerung für alle Semester“ bezeichnet, bietet aber noch mehr: Wir sehen vier junge Erwachsene, die nicht einfach nur Kinder ihrer Zeit, sondern ihrer ganz eigenen, speziellen Lebenssitutionen sind. Klischees sind rar gesät, wenn eine architekturliebende Tekkno-Göre aus Berlin-Marzahn mit einem jazzbegeisterten Nationalsozialisten, einem verklemmten 68er-Studenten und einer blutjungen, wilhelminischen Prostituierten (die Bücher von  Jules Verne und H.G. Wells liest) gemeinsam unterwegs sind.

Jan Christoph Nerger (47) lebt zwar nördlich der Elbe, im Hamburger Westen. Aber seine Arbeit führt ihn im Nebenjob fast täglich an die Technische Universität und arbeitet zudem auch ehrenamtlich beim Verlagsprojekt ´awsLiteratur` des Heimfelder Vereins ´Alles wird schön e.V.`. Und so kennen ihn viele von der Schreibwerkstatt wie auch von den SuedKultur-Literaturtagen SuedLese.

Der gelernte Erzieher und Bürokaufmann ist nämlich nebenbei selbst Autor. Sein 2017 veröffentlichter Roman „Club der Sturmvögel“ war das erste Buch des jungen Verlagsprojektes ´awsLiteratur` mit seinen „Romanen aus der Nachbarschaft“. Sein Zweitwerk war in Gestalt eines Science-Fiction-Krimis: „Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“, bevor er nun mit “S7” nachlegt..

Das Buch:

Jan Christoph Nerger : “S7 – Irrfahrt übers Zeitgleis”, 1. Auflage, 428 Seiten, ISBN 978-3-947051-10-6, Preis 12,- €

Das Buch ist ab sofort und direkt bei awsLiteratur über buecher@aws-literatur bestellbar (versandkostenfrei für 12,00 €), . Auf Wunsch ist es auch als vom Autoren signiertes Exemplar erhältlich oder gerne auch mit Widmung.

Weitere Informationen unter www.aws-literatur.de

Siehe auch ´Tiefgang`: „Hamburg 4.0” – der Krimitod der Zukunft

 

 

 

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Lyrisches Labsal bei awsLiteratur https://www.tiefgang.net/lyrisches-labsal-bei-awsliteratur/ Fri, 20 Dec 2019 23:15:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6183 [...]]]> In Harburg leben und arbeiten Autor*innen und auch mancher Verlag ist hier zuhause.  Gisela Baudy hat nun ihren 2. Gedichtband in Harburg geschrieben und auch in Harburg publiziert.

Von Simone Erdmann

Das Repertoir von awsLiteratur, dem Heimfelder Verlag von Alles wird schön e.V., wächst weiter. Gerade ist der kleine Gedichtband „Blaues Ufer“ von Gisela Baudy erschienen. Es ist der zweite Band einer Gedichtreihe, die die Autorin mit „Worthaut“ dieses Jahr im Frühjahr eröffnet hat. Beide Bände zeigen in pointiert formulierten Kurzgedichten die Höhen und Tiefen des Lebens. Die mit feinsinnigem Fingerspitzengefühl angerichteten Gedicht-Menüs sind eine versöhnlich-philosophische Lebens- und Lese-Reise: eine besinnliche Lektüre für alle Tage – untermalt mit den poetischen Pinselstrichen von Christian Baudy. Die Bücher können zu je 7,00 Euro über awsLiteratur unter buecher@aws-literatur.de bestellt werden.

Kleine Kostprobe aus „Blaues Ufer“:

Lichtfang

Im Licht sein
aufgefangen
vom Leben.

Atmen
im Kreißsaal
des Lichts.

Eine Kostprobe aus „Worthaut“ und „Blaues Ufer“ gibt es im Rahmen der Suedlese 2020 bei der awsLiteratur-Verlagspräsentation „Querbeet – awsLiteratur präsentiert Neues aus dem Verlagsprogramm“. Am 4. April 2020 liest die Autorin gemeinsam mit Christian Baudy im Heimfelder Kulturverein „Alles wird schön e.V.“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27. Dabei präsentieren sie auch einige Malereien per Powerpoint-Präsentation.

Die beiden Bände:

  • Gisela Baudy, Worthaut, mit Malereien von Christian Baudy, Verlag: awsLiteratur, Hamburg. 68 Seiten, April 2019, ISBN 978-3-947051-07-6. Preis: 7,- EUR.

  • Gisela Baudy, Blaues Ufer. Mit Malereien von Christian Baudy, Verlag: awsLiteratur, Hamburg 2019. 72 Seiten. ISBN 978-3-947051-08-3. Preis: 7,- EUR.

 

 

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Die Selbsthilfewerkstatt für Autoren https://www.tiefgang.net/die-selbsthilfewerkstatt-fuer-autoren/ Fri, 29 Mar 2019 23:07:42 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4867 [...]]]> Die Mitglieder des Verlages awsLiteratur vom Kulturverein Alles wird schön e.V. sind ein bunter Haufen schreibbegeisterter Autoren und Autorinnen. Nun stellen sie sich vor.Einige von ihnen lernten sich in der Heimfelder Schreibwerkstatt kennen, wo bei 14tägigen Treffen die Möglichkeit besteht, selbstverfasste Texte vorzulesen und zu besprechen. Der konstruktive Austausch untereinander beflügelte sie und wurde zum Wegbereiter für einen nächsten Schritt in Richtung Selbstverwirklichung in Eigeninitiative.

„Das selbstbestimmte Schreiben wurde in den vergangenen Jahren zu einem festen und immer wichtigeren Bestandteil meines Lebens“, erinnert sich Sonja Alphonso. „Aber ich sah wenig Sinn darin, mich bei Verlagen wie sauer Bier anzubieten“. Selfpublishing, also alles alleine zu machen, war allerdings auch keine Option für sie. Damit stand sie nicht alleine da.

Dann kam Wilfried Abels auf die Idee einer Kooperative, um sich gegenseitig zu unterstützen. Er schlug dem Kulturverein Alles wird schön e. V. vor, einen Verlag zu gründen, der Autoren und Autorinnen zur Seite steht, wenn sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen möchten.

Er erklärt: „Unser Fokus liegt darauf, eine Plattform zu bieten und uns gegenseitig bei der Veröffentlichung und Präsentation der jeweiligen literarischen Projekte zu unterstützen. Über den Verein Alles wird schön e.V. stellen wird eine Infrastruktur zur Verfügung, um Bücher zu drucken und für den Buchhandel verfügbar zu machen. Wir haben zwar einen qualitativen Anspruch an die Bücher, aber der bezieht sich bewusst auf die handwerkliche Seite der Texte. Wir wollen nur sehr begrenzt eine inhaltliche Wertung vornehmen und denken, dass jeder Autor und jede Autorin das Recht und die Aufgabe hat, diese Diskussion mit den eigenen Lesern und Leserinnen zu führen. Bei der Präsentation der Bücher auf Lesungen, im Internet und auf Messen unterstützen wir gerne je nach persönlichen Ressourcen.

Die Idee ist, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten an den gemeinschaftlichen Aufgaben des Verlages beteiligt und dafür dann auch die Unterstützung des Verlages bekommt.“

Bisher wurden sechs Bücher veröffentlicht, weitere sind in Planung oder kurz vor der Fertigstellung. Bei der kommenden Suedlese werden je drei Buchprojekte vorgestellt.

Angefangen beim Krimi „Hamburg 4.0“. der einen Blick ins Jahr 2039 wirft, über komisch-nachdenkliche Kolumnen mit dem Titel „Ansichtssache“ und „Lauschgesichter – Blitzlichter“ aus der Vergangenheit, nimmt die Lesung dann wieder Fahrt in Richtung Zukunft auf – mit Büchern, die demnächst erscheinen werden. Erst kommt eine Zeitreise in der S-Bahn, gefolgt von einem Lyrikband, und schließlich endet die Vorschau mit der Geburt eines Drachen (Science Fiction/ Fantasy).

Der Verlag legt bewusst Wert auf Vielfalt

An Ideen und Projekten mangelt es dem Verlags-Team also nicht. Doch weil die Mitglieder berufstätig sind, sind die Ressourcen begrenzt. Um dem guten Zweck zu dienen, engagieren sie sich ausschließlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit.

Im Spätsommer bekam das Verlagsteam Verstärkung. Wilfried Abels, Christoph Nerger, Susann Dettmann, Klaus von Hollen und Sonja Alphonso werden nun von Gisela und Chris Baudy und Wolf Puschmann unterstützt. Es wäre müßig aufzuzählen, wer bisher was gemacht hat, denn alle können und sollen sich einbringen, wie sie wollen und ihre Zeit es erlaubt.

Aufgrund der bis dato gemeinschaftlich fertiggestellten Werke wächst das Know- How in der Gruppe und wird gerne geteilt.

Falls sich jemand von der Idee der „Autoren Selbst-Hilfe-Werkstatt“ angesprochen fühlt, freut sich der Verlag über Unterstützung, beispielsweise auch bei der Öffentlichkeitsarbeit.

aws-literatur.de

Termin:  Sa., 13. Apr, 16h – Verlag awsLiteratur präsentiert neue Veröffentlichungen

Eintritt frei!

Da der ursprünglich im Programmheft angegebene Ort in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche nach neuem Beschluß auch weiterhin leer stehen soll, ist die Veranstaltung in die Räume des Kulturvereins „Alles wird schön“ in der Friedrich-Naumann-Straße 27 in 21075 Hamburg-Heimfeld verlegt worden!“

 

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„Hamburg 4.0” – der Krimitod der Zukunft https://www.tiefgang.net/hamburg-4-0-der-krimitod-der-zukunft/ https://www.tiefgang.net/hamburg-4-0-der-krimitod-der-zukunft/#comments Fri, 17 Aug 2018 22:00:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4048 [...]]]> Mit dem “Club der Sturmvögel“ debütierte er, nun stellt Nerger seinen neuen Krimi vor. Er spielt in ferner Zukunft.

Jan Christoph Nerger ist vielen Harburgern bekannt: er lebt mit seinen 45 Jahren zwar nördlich der Elbe, im Hamburger Westen. Aber seine Arbeit führt ihn im Nebenjob fast täglich an die Technische Universität und arbietet zudem auch ehrenamtlich beim Verlagsprojekt ´awsLiteratur` des Heimfelder Vereins ´Alles wird schön e.V.`. Und so kenne ihn viele von der Schreibwerkstatt wie auch von den Literaturtagen SuedLese.

Der gelernte Erzieher und Bürokaufmann ist nämlich nebenbei selbst Autor. Sein 2017 veröffentlichter Roman „Club der Sturmvögel“ war das erste Buch des jungen Verlagsprojektes ´awsLiteratur` mit seinen „Romanen aus der Nachbarschaft“.

Es war jedoch keineswegs Nergers erstes Manuskript. Verlagen waren seine Romane oft genug nicht ausreichend genreorientiert, was ihm selbst hingegen gerade gefällt. 2012 konnte er dann aber einen Vertrag für einen Jugendroman unterschreiben. Das Buch wurde aufgrund von Umstrukturierungen im Verlag aber trotzdem nicht veröffentlicht.

„Schreiben ist meine Leidenschaft“, sagt Nerger zu all dem,„und ich leide.“ Anders als viele moderne Schreibkollegen*innen, gibt Nerger sich nicht mit zwei, drei schnell dahingeschriebenen Büchern pro Jahr zufrieden. Mit seinem Anspruch, nicht nur trivial zu unterhalten, investiert er in jedes Buch viel langanhaltende Arbeit. Das bringt manche Nachteile mit sich, vor allem wenn es um Aufmerksamkeit geht, doch wichtiger ist ihm, sich treu zu bleiben.

Nun legt Jan Christoph Nerger mit dem Science-Fiction-Krimi „Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“ nach. Und hier hat er nicht nur geschrieben, sondern auch viel gezeichnet. Das Buch mit seinen zahlreichen Illustrationen erscheint am heutigen Samstag (18. August 2018) bei awsLiteratur und das mit Pauken und Trompeten, denn der Autor wird heute sowohl aus seinem Buch lesen, als auch seine Bilder in einer Vernissage ausstellen.

Und worum geht es? Kommissar Peter Yilmaz muss im Jahr 2039 mit einer Soko in unserer Hansestadt den Tod des Architekten Jens-Christian-Nielsen aufklären. Ein Weltstar, dessen besondere Hochhäuser das Stadtbild mit seinen Kirchen erstaunlich angenehm ergänzen. Oder nicht? Davon können sich die Gäste bei Snacks, Getränken und Musik selbst ein Bild machen. Korruption, Verbrechen und mafiöse Strukturen im Zusammenhang mit modernster Spähtechnik setzen dem alternden Kommissar ebenso zu, wie die zugespitzte politische Lage in einem zerrissenen Europa (allein Deutschland ist dreigeteilt) und einer von Bürgerkrieg gespaltenen Türkei, aus der seine depressive Frau Melek einst flüchtete. Es ist also einiges los in diesem besonderen Krimi, der Auftakt zu einer Reihe werden soll. Man darf gespannt sein.

Wer das Buch einfach in Ruhe geniessen will: hier kann man´s künftig bestellen: aws-literatur.de

Termin: Sa.,  18. August 2018, Beginn 20 Uhr, Kulturverein „Alles wird schön e.V.“, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg

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