bezahlbares Wohnen – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 20 Nov 2019 09:46:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Wohnen als Kunst? https://www.tiefgang.net/wohnen-als-kunst/ Fri, 15 Nov 2019 23:50:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6017 [...]]]> Ein Dach über dem Kopf sollte in einer reichen Gesellschaft das Minimum sein. Das dem nicht so ist, verdeutlicht ein Kunstprojekt, das nun zum Diskurs einlädt.  

Das Künstlerisch-kulturelle Integrations-Kunstprojekt zum sozialen Brennpunktthema Wohnen (wir berichteten: „bezahlbares Wohnen als Kunst“) präsentiert im Habibi Atelier, Harburg Arcaden, Lüneburger Straße 39, 21073 Hamburg seine Werke:

  • am Samstag, den 14.12.2019 von 14.00 bis 18.00 Uhr, mit künstlerischer Führung und Bürgerdialog in Anwesenheit der Künstler*innen im Habibi Atelier um 15 Uhr, Leitung Ulrike Hinrichs
  • und vom 2.12.2019 bis 20.12.2019 im Rahmen des Kunsttausch für Obdachlose (Habibi Atelier, Leitung Sly)

„Ein schwieriges Thema für viele Menschen ist der Wohnungsmarkt“, sagt Hinrichs, die als Rechtsanwältin für den Mieterverein zu Hamburg viele Mieter auch in Harburg betreut hat. Nachdem sie Ende 2018 ihren Ursprungsberuf an den Nagel gehängt hat, nutzt sie ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit als Anwältin in ihren sozialen Kunstprojekten wie dem Projekt „Gemalte Freiheit“ (siehe ´Tiefgang`: Grundrechte sorgen für volles Haus ) oder dem nun ebenfalls grundrechtsrelevanten Projekt „Wohnst du noch oder lebst du schon auf der Straße“.

„In Ballungsstädten wie in Hamburg ist er nicht nur angespannt, sondern mittlerweile auch für Normalverdiener sogar in den Randbezirken unbezahlbar geworden. Es gibt keinen adäquaten Wohnraum mehr. Ein Dach über dem Kopf gehört aber zum Existenzminimum und auch zum würdigen Leben in einer Demokratie. Das Thema beinhaltet daher viel Sprengstoff. Das gilt besonders auch in unserem Stadtteil Harburg, der ein sozialer Brennpunktbezirk ist“, ergänzt Hinrichs.

Aufgerufen waren alle Bürger*innen sich künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzen, Sichtweisen und Perspektiven darzustellen, dem Thema eine neue Perspektive durch die Brille der Kunst zu geben. „Nun wollen die beteiligten Künstler*innen mit den Bürger*innen zu dem Thema Wohnungsmarkt über die Kunstwerke diskutieren“, sagt die Initiatorin und Leiterin des Projektes.

Die Werke werden zudem im Rahmen des Kunsttauschs für Obdachlose gezeigt. Der Leiter des Habibi Ateliers Sly organisiert jährlich zur Weihnachtszeit eine Kunstaktion bei der man gegen Isomatten, Schlafsäcke und Budni-Care Tüten die Kunstwerke erwerben kann.

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Bezahlbares Wohnen als Kunst https://www.tiefgang.net/bezahlbares-wohnen-als-kunst/ Fri, 26 Apr 2019 22:12:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5128 [...]]]> Das Wort Enteignung ist wieder hoffähig dank angespannter Wohnsituation. Ein Harburger Projekt von Ulrike Hinrichs begegnet dem nun künstlerisch.

Deutschland diskutiert über Enteignungen, der Wohnungsmarkt ist so angespannt, dass sich selbst Normalverdiener in Ballungsstädten keine Wohnung mehr leisten können. Das von Ulrike Hinrichs nun initiierte Kunstprojekt zielt darauf ab, sich dem stark polarisierenden Brennpunktthema künstlerisch zu nähern, Sichtweisen und Perspektiven darzustellen, mit den Menschen über die Kunstwerke in einen Dialog zu kommen. Damit knüpft sie an das Projekt „Gemalte Freiheit“ an (´Tiefgang` berichtete),

bei dem die Beteiligten die Grundrechte künstlerisch dargestellt haben. Das Kunstprojekt hat viel Beachtung gefunden und ist Teil des bundesweiten Projektes „Demokratie ganz nah – 16 Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“, das zu 70 Jahre Grundgesetz vom Bundespräsidenten ausgeschrieben wurde.

„Wir wollen dem Thema Wohnen eine neue, erweiterte Sichtweise durch die Brille der Kunst hinzufügen, den Menschen mittels des künstlerischen Ausdrucks eine Stimme geben und diese in die Öffentlichkeit bringen. Menschenwürdiges Wohnen bezieht sich im Lichte des Grundgesetzes auf die Menschenwürde und die Eigentumsgarantie, wonach Eigentum garantiert wird, aber in einem Sozialstaat auch verpflichtet. Mir geht es nun weniger um ein weiteres politisches Statement in dieser aufgeheizten Diskussion, sondern vielmehr darum, auf einer anderen Ebene, nämlich mittels des künstlerischen Ausdrucks, breit gefächert mitzuwirken. Ich glaube an die Kraft des künstlerischen Ausdrucks und habe dazu auch ein Fachbuch geschrieben, Kunst als Sprache der Intuition, das in Kürze erscheint. Über die Kunst können neue Ideen entstehen, Widersprüchliches vereint und Sprachloses sichtbar gemacht werden.  Auch Gefühle werden besser transportiert als mit Worten. Die Kunst verdichtet und berührt. Sie eröffnet neue Räume, die wir jenseits des rationalen Denkens erkennen können. Ich habe lange für den Mieterverein zu Hamburg gearbeitet und weiß, wie emotional brisant das Thema „Wohnen“ ist. Unser Wohnraum ist unsere zweite Haut, unser Schutzort, unser Nest. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Thema als sozialer Sprengstoff politisch aber immer noch unterschätzt wird“, so Hinrichs.

Bei dem Projekt kann jeder mitmachen. In Kürze werden dazu die ersten Impulstreffen im Habibi Atelier gestartet. Infos zum Projekt und wie man mitmachen kann unter: loesungskunst

Das Buch:

erscheint im Juli 2019, Vorbestellungen sind aber jetzt schon möglich

Ulrike Hinrichs: Kunst als Sprache der Intuition – der holografische Ansatz in der Kunsttherapie und kunstanlogen Transformationsprozessen, Synergia Verlag, Juli 2019, ca. 280 Seiten mit 40 farb.Abbildungen, geb., ISBN: 9783906873824, Preis: 22,90 €

Onlinebestellung: synergia

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