Bildung – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 11 May 2018 09:37:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Der Preis zur Teilhabe https://www.tiefgang.net/der-preis-zur-teilhabe/ Fri, 04 May 2018 22:08:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3558 [...]]]> Bildung für alle und Inklusion – Themen, die noch zu wenig gewürdigt sind. In Hamburg wird aber nun wieder ein gut dotierter Preis ausgeschrieben.

Der Hamburger Holger-Cassens-Preis sucht lebendige Projekte mit neuen Handlungsspielräumen, die einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion leisten. Der Preis wird 2018 zum zehnten Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2018.

In der Mitteilung der Stiftung heißt es:

„Der Holger-Cassens-Preis – „Bildung als gemeinsame Aufgabe“ – wird jährlich durch die Mara und Holger Cassens-Stiftung vergeben – in Kooperation mit der Patriotischen Gesellschaft von 1765. „Bildung als gemeinsame Aufgabe“ soll heißen, Bildung, Erziehung und Beratung junger Menschen und

ihrer Familien in benachteiligten Lebenslagen werden in sozialräumlicher Zusammenarbeit weiterentwickelt. Dabei werden Schritte unternommen, die über den Tellerrand der Institutionen hinaus die Einbeziehung der Quartiere als Bildungslandschaft ermöglichen. Wir suchen lebendige Projekte mit neuen Handlungsspielräumen, die einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion leisten.

Der Preis

Der Holger-Cassens-Preis wird 2018 zum zehnten Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Preiswürdig sind Projekte in Hamburg, die jungen Menschen (auch in Bezug auf ihre Familien, Milieus, pädagogische Einrichtungen, Vereine usw.) in benachteiligten Lebenslagen Bildungs- und Kulturangebote machen. In den Projekten sollen in beispielhafter Weise mehrere Beteiligte zusammenarbeiten. Preiswürdig sind auch noch nicht etablierte Projekte, die begründet neue Wege gehen.

Wir suchen einen Preisträger,

  • der mit seinen Angeboten die Potentiale der Kinder, Jugendlichen, ihrer Familien und ihres Sozialraums fördert und Teilhabe an Kultur und Bildung erhöht,
  • der neue Wege der Zusammenarbeit zwischen mehreren Beteiligten aufzeigt (z.B. Schulen, Kita, offene Kinder- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, berufsbildende Einrichtungen, Sportvereine, Stadtteilkultur, Gesundheitsförderung, Vertreter von Organisationen und Betrieben …) und an der Entwicklung sozialräumlicher Netzwerke mitwirkt,
  • der inklusive Ansätze verfolgt, also Menschen aus unterschiedlichen Sozial-, Kultur- und Sprachräumen verbindet.

Die Bewerbungsunterlagen sollten das Projekt mit folgenden Angaben darstellen:

  • inhaltliche Schwerpunkte
  • beteiligte Kooperationspartner
  • Ziele und Zielgruppen der Angebote
  • Arbeitsmethoden
  • Wirkungen des Projekts in Bezug auf die Beteiligten
  • besondere Herausforderungen und Stolpersteine
  • geplante Weiterentwicklung der Projektarbeit
  • Möglichkeiten, die bisherigen Projektergebnisse zu übertragen

Bewerbungsverfahren

Antragsteller ist der jeweilige Projektträger. Alle Beteiligten können an der Projektdarstellung im  Bewerbungsverfahren mitwirken. Die Bewerbungen sollen in klarer Sprache Ziele und Ergebnisse des Projekts vermitteln. Neben einer Projektbeschreibung von ca. 6 bis 8 Seiten können weitere Medien zur Darstellung des Projektes einbezogen werden.

Bewerbungen bis zum 31. Mai 2018 unter dem Stichwort „Holger-Cassens-Preis 2018“ an:

Patriotische Gesellschaft von 1765 | Trostbrücke 4-6  | 20457 Hamburg | info@patriotische-gesellschaft.de

Quelle: stadtkultur-hh.de

 

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Auftrag Kunst https://www.tiefgang.net/auftrag-kunst/ Fri, 06 Apr 2018 22:07:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3433 [...]]]> Im Oktober findet die 9. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung in Osnabrück statt. Gesucht werden noch Beiträge aus Praxis und Theorie.

Das Netzwerk „Forschung Kulturelle Bildung“ tagt vom 10.–12. Oktober 2018 in Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück. Dabei wird es um Themen wie Teilhabe, Inklusion, Migration, Globalisierung und vieles mehr gehen. Wer Beiträge beisteuern kann und will, ist aufgefordert, seine Beiträge bis zum 1. Mai anzumelden.

Im Diskurs um die Kulturelle Bildung und den ihr zugeschriebenen Wirkungen, taucht immer wieder das Motiv der gesellschaftlichen Teilhabe als politische Dimension Kultureller Bildung auf. Insbesondere im Hinblick auf gesellschaftlich virulente Themen wie Migration, Globalisierung und Inklusion fühlt sich die Kulturelle Bildung herausgefordert und in unterschiedlicher Weise angesprochen.
Dabei stellt sich die Frage, in welcher Wechselbeziehung Kultur und Politik zueinander stehen. Insbesondere in der zeitgenössischen Kunst wird explizit die politische Relevanz künstlerischer Artikulationen hervorgehoben, d.h. dass Kunst nicht nur eine ästhetische, sondern eine damit verwobene politische Dimension aufweist, die mit Blick auf Kulturelle Bildung relevant wird. Künstlerische Praxis ist demnach nicht nur ein Instrument, das politische Zusammenhänge offenlegt, sondern gleichzeitig ein wirksames Medium der Agitation, mittels dessen demokratische und ästhetische Freiräume sowie gesellschaftliche Beteiligungen ermöglicht werden können und sollen. Hier stellt sich die Frage, ob sich derartige mit Kunst verbundene Versprechungen und Hoffnungen in Kulturellen Bildungspraxen auch so zeigen bzw. ob diese sich ohne weiteres in das Feld der Kulturellen Bildung übertragen lassen.

Ein anderer Aspekt betrifft die begrifflich-strukturelle Relation zwischen Kunst, Bildung und Politik. Politik kann als eine spezifische Kulturform verstanden werden und Akte kultureller Formgebung immer auch als politische Artikulationen. Andererseits handelt es sich systemisch gedacht um divergente soziale Praxen, die zwar miteinander interagieren, aber deren Binnenkommunikation inkommensurabel ist. Dies bedenkend erscheint die gängige Annahme, dass kulturelle Kompetenzen im Hinblick auf gesellschaftlicher Teilhabe wirksam werden können, durchaus problematisch. Es fehlen theoretische Konzepte, die die Schnittstellen von Kunst, Bildung und Politik sowie die Gemeinsamkeiten, Brücken, Übergänge etc. von/zwischen sozial-kulturellen Differenz- und Praxisordnungen thematisieren. Theoretisch gesprochen ist beispielsweise die Bewertung des jeweiligen kulturellen Kapitals, über das Personen verfügen, stets gebunden an hegemoniale politische Verhältnisse und habituell hergestellte und sich ausdrückende Distinktionen. Auf den ersten Blick sind politische Diskurse abhängig von ästhetischen Formationen und kollektiven Vorstellungen von Kultur, aber auch von übergreifenden gesellschaftlichen Entwicklungen bspw. einer individualisierten Erlebnisgesellschaft, alltagskulturell erfahrbaren Entstrukturierungen des Sozialen etc.

Diese Überlegungen betreffen unterschiedliche plurale Diskurs-, Themen- und Praxisfelder sowie Akteure. Es ist ein Ziel der Tagung diese zusammenzubringen, um die Vielfalt von praktischen Erfahrungen und theoretischen Perspektiven zu nutzen und kulturell politische Räume zum Debattieren zu öffnen. Dabei soll auch die Frage diskutiert werden, welche Chancen und Herausforderungen sich Kultureller Bildung im Hinblick auf aktuelle rechte politische Tendenzen stellen, wobei hier sowohl theoretische Fundierungen als auch empirische Zugänge relevant sind.

Die Proposals sollen sich mit folgenden oder ähnlichen Fragen auseinandersetzen:

Gesellschaftliche Rahmungen und Anforderungen
Welche Erwartungen stellt Politik an Kulturelle Bildung? Welche Potenziale werden Kultureller Bildung im Hinblick auf Transformation des Interkulturellen sowie Veränderungen der Zivilgesellschaft und des Sozialen zugeschrieben? Was ist politisch und was heißt heute politisch agitieren? Inwieweit werden politisierte Formen Kultureller Bildung von Seiten vorhandener Förderprogrammen beachtet und unterstützt?

Praxisfeld Kultureller Bildung
Welche Angebote sind in der Kulturellen Bildung beobachtbar? Welche Formen findet die politische Dimension in der Kulturellen Bildung? (Wie) kann man Gruppen adäquat benennen, wie wird angesprochen und von welcher Position? Welche Rolle spielt Teilhabe in den Künsten (historisch, programmatisch, praktisch)?

Theoriebildung und Herausforderungen für die Kulturelle Bildung
Inwieweit sind politische Künstler_innen mit Blick auf Professionalität gute Bildner_innen? Welche Rollen spielen Inklusion und Exklusion in der politischen Kulturellen Bildung? Welche Vernetzungsaktivitäten und -strukturen bestehen mit anderen Akteuren der politischen Bildung? Welche Entgrenzungs- und Institutionalisierungsprozesse sind im Rahmen des Politischen zu beobachten?
Auf welche Theorien nehmen Forschungen zur politischen Dimension Kultureller Bildungsprozesse Bezug? Bei wem und wo sind Forschungsprojekte verortet und wie geht man mit der Inkommensurabilität künstlerischer Prozesse um? Welches Verständnis von Kultureller Teilhabe liegt vor und inwieweit lässt sich daraus das Praxisfeld verstehen bzw. auch kritisch befragen? Wie definieren, thematisieren und kommunizieren die beteiligten Akteure Begriffe wie Kultur, Teilhabe, Partizipation, Benachteiligung, Demokratie, Migration oder Inklusion? Welche Dimensionen und Formen von Teilhabe werden erforscht? Welche Akteure stellt Forschung in den Fokus? Und welche hegemonialen Aspekte konterkarieren Ermöglichungsstrategien?

Alle Beiträge sind aufgefordert kurz darzulegen, welche methodologischen Forschungsstrategien und methodischen Vorgehensweisen aus ihrer Sicht geeignet erscheinen, um Teilhabe im Kontext Kultureller Bildung zu erforschen, zu modellieren und normative bzw. forschungsethische Fragen anzusprechen. Welche (hegemonialen) Paradigmen dominieren den Forschungsdiskurs und die damit verbundenen Förderlinien? Welche Fragen werden gestellt und welche Desiderate lassen sich
identifizieren? Inwieweit generiert Forschung zu Kultureller Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe selber Teilhabe und Ausschluss?

Ausgehend von den oben dargestellten Ansatzpunkten, die am Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück diskutiert werden, lädt der Call explizit auch Einreichung zu Positionen ein, die sich von diesen unterscheiden und andere Perspektiven einnehmen.

HINWEISE FÜR DIE EINREICHUNG VON TAGUNGSBEITRÄGEN
Panelbeiträge (20-30 Minuten)
Die Bewerbung für Panelbeiträge sollte folgende Angaben enthalten: 1. Abstract des Beitrags (ca. 1500 Zeichen incl. Leerzeichen), 2. Zentrale Fragestellung/Ergebnis des Beitrags (max. 500 Zeichen incl. Leerzeichen), 3. Relevanz des Beitrags für das Tagungsthema (max. 1000 Zeichen incl. Leerzeichen), 4. Kurz-Vita (max. 500 Zeichen incl. Leerzeichen).

Künstlerische Labore
Die Labore sind auf 90 Minuten angelegt und haben das Ziel mittels eines künstlerischen Angebots mit einer begrenzten Gruppe von Tagungsteilnehmenden ästhetisch forschend tätig zu sein. Einzureichen sind eine Kurzbeschreibung des Labors (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen), die Relevanz des Beitrags für die Tagungsthematik (max. 1000 Zeichen inkl. Leerzeichen) sowie eine Kurz-Vita (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen). Für die künstlerischen Labore ist eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 350€ vorgesehen.

Match: Forschung/Praxis
Welche Themen und Bedarfe sollten aus Perspektive der Praxis in wissenschaftlicher Forschung aufgegriffen werden? Akteure der Praxis sind eingeladen für sie relevante Fragen oder Bedarfe gemeinsam mit Wissenschaftler_innen zu diskutieren, mit dem Ziel Forschungsfragen zu formulieren. Reichen Sie eine kurze Beschreibung Ihrer Fragestellung aus der Praxis (ca. 1000 Zeichen) ein. Wir werden eine_n geeignete_n Wissenschaftler_in suchen und die Frage im Rahmen der Tagung diskutieren.

Offener Workshop im Rahmen eines Barcamps
Das Format des Barcamps lädt alle Teilnehmenden der Tagung ein am zweiten Tagungstag Workshop-Angebote zu platzieren. Diese können im Vorfeld der Tagung digital oder bis zum Morgen des 11. Oktober eingereicht werden. Die jeweiligen Sessions, in Form von Vorträgen, Diskussionsgruppen oder künstlerischen Interventionen, werden zu Beginn des Barcamps kurz vorgestellt und Interessierte eingeladen teilzunehmen. Eine vorherige Einreichung von Beiträgen ist nicht erforderlich aber erwünscht. Informationen zu dem Open-Space-Format Barcamp z.B. hier.
Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an das Organisationsteam (s. unten).

Senden Sie die Abstracts für Panels, Labore und Matches als Word-Dokumente bis zum 01. Mai 2018 an kbroennecke@Uni-Osnabrueck.de
Über die Annahme der Beiträge entscheidet das Scientific Committee bis zum 1. Juni 2018. Eine Benachrichtigung erfolgt direkt im Anschluss.

Das Scientific Committee der 9. Netzwerktagung besteht aus Prof. Dr. Andreas Brenne (Universität Osnabrück), Katharina Brönnecke (Universität Osnabrück), Nikola Dicke (Künstlerin, Universität Osnabrück), Prof. Dr. Verena Freytag (Universität Kassel), Leila Haghighat (Doktorandin, Universität für Angewandte Kunst Wien), Prof. Dr. Fabian Hofmann (Fliedner Fachhochschule), Sarah Kuschel (Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung), Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim), Christel Schulte (Kunsthalle Osnabrück)

Quelle: forschung-kulturelle-bildung.de

 

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„Wir machen Alltagshelden sichtbar!“ https://www.tiefgang.net/wir-machen-alltagshelden-sichtbar/ Fri, 08 Sep 2017 22:58:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2086 [...]]]> In Hamburg ist es mittlerweise üblich, dass man sich selbst um Preise bewirbt. Das muß an sich nicht schlecht sein. Nun ist gefragt, wer sich als Alltagsheld versteht …

Die Bezirksversammlung Harburg will dieses Jahr zum zweiten Mal den Bürgerpreis vergeben und die Ehrung im Februar nächsten Jahres vornehmen. Um den Preis muss man sich bewerben. Das Knifflige: man muss sich wohl auch als Held verstehen.

In der Pressemitteilung des Bezirksamtes heißt es:

„Zum zweiten Mal wird in Harburg ein Bürgerpreis durch die Bezirksversammlung verliehen. Der Bürgerpreis vereint die zu würdigenden Aspekte des Bürgerschaftlichen Engagements und des interkulturellen Zusammenlebens. Er will die Alltagshelden aus den Bereichen Integration und Ehrenamt im Bezirk Harburg sichtbar machen. Der Bürgerpreis wird unterstützt durch die Sparkasse Harburg-Buxtehude.

Der Bürgerpreis möchte das ehrenamtliche Engagement von Einzelpersonen und Gruppen sowie laufenden Projekten ehren, und genauso solche Personen und Initiativen oder laufende Projekte auszeichnen, die sich für das interkulturelle Zusammenleben Bezirk Harburg einsetzen. Die Preisträger werden durch eine unabhängige Jury ausgewählt.

Sind Sie ehrenamtlich tätig? Oder kennen Sie Projekte, in denen Menschen sich ehrenamtlich engagieren? Arbeiten Sie in einem oder kennen Sie ein Projekt, das sich für ein interkulturelles Miteinander oder die Integration im Bezirk einsetzt? Dann bewerben Sie sich oder schlagen Sie das Projekt oder die Person vor.

Wie können Sie mitmachen?

Sie können sowohl Personen und/oder Projekte vorschlagen, als auch Ihre eigene Bewerbung einreichen. Die Anmeldung erfolgt über ein Bewerbungsformular. Für eine positive Bewertung der Bewerbung ist es unter anderem wichtig, dass das ehrenamtliche Projekt oder die Tätigkeit das nachbarschaftliche Zusammenleben im Bezirk fördert, generationsübergreifend wirkt und zum Zusammenhalt der Bevölkerung beiträgt. Positiv bewertet wird, wenn das Engagement oder das Projekt zum Austausch und zur Toleranz zwischen den Kulturen beiträgt. Ob das Projekt durch Ehrenamtliche initiiert wurde und von ihnen eigenständig betrieben wird, interessiert die Jury ebenso, wie die Frage, ob es einen dringenden Bedarf im Stadtteil ergänzt oder ob es einen Multiplikatoreneffekt hat. Die Projekte sollten noch nicht abgeschlossen sein.

Der Preis beträgt 5000,- Euro und kann auf mehrere Personen und/oder Projekte verteilt werden. Die Preisgelder sollen für das ehrenamtliche/interkulturelle Engagement oder die Projekte der Preisträger eingesetzt werden.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Harburg-Empfangs am 26.Januar 2018 durch die Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg, Birgit Rajski, den Bezirksamtsleiter Harburgs Thomas Völsch sowie den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Heinz Lüers.

Wer kann sich bewerben?

Angesprochen sind alle Einzelpersonen, Vereine, Organisationen, Stadtteilprojekte und Initiativen, die sich im Bezirk Harburg ehrenamtlich oder interkulturell in den Bereichen Integration, Kultur, Sport, Soziales, Bildung, Toleranz und Teilhabe engagieren.

Ausgeschlossen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes Harburg sowie Projekte, die bereits im Vorjahr mit dem Bürgerpreis Harburg ausgezeichnet wurden. Zudem werden Regelangebote nicht als Projekt angesehen und sind deshalb von der Bewerbung ausgeschlossen. Bitte senden Sie Ihr vollständig ausgefülltes Bewerberformular, abrufbar unter harburg/buergerpreis-harburg oder spkhb.de/buergerpreis-harburg  

bis zum 10.11.2017 an:Bezirksamt Harburg, Fachamt Sozialraummanagement, Harburger Ring 33, 21073 Hamburg
sozialraummanagement(at)harburg.hamburg.de 

Noch Fragen?  Rufen Sie uns gerne an oder mailen Sie!

Ansprechpartner: Peter Kröger, Tel: 040 428 71-3774, Email: Peter.Kroeger(at)harburg.hamburg.de

Was ist noch zu beachten? Mit der Teilnahme am Wettbewerb ermächtigt die Urheberin/der Urheber die Bezirksversammlung und das Bezirksamt Harburg, die eingereichten Beiträge zu vervielfältigen, zu veröffentlichen und gegebenenfalls für diese Zwecke zu bearbeiten. Die Bewerberinnen und Bewerber versichern, dass sie die Urheber der eingereichten Konzepte sind. Eine Rücksendung der eingereichten Konzepte ist aus Kostengründen nicht möglich.

Die Teilnahme am Wettbewerb beinhaltet keinen Anspruch auf Finanzierung.“

Quelle: harburg/buergerpreis-harburg

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„Inklusive Bildung ist Gesetz!“ https://www.tiefgang.net/inklusive-bildung-ist-gesetz/ Sat, 02 Sep 2017 06:11:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1848 [...]]]> Die Deutsche UNESCO-Kommission hat zum Sommer getagt und herausgekommen sind jede Menge Forderungen. Vor allem zur inklusiven Bildung.

In der Pressemitteilung von Anfang August 2017 heißt es:

„Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) hat im Rahmen ihrer 77. Hauptversammlung am 30. Juni 2017 in Bonn zu einer systematischen Umsetzung inklusiver Bildung im deutschen Bildungssystem aufgerufen. Mit der Resolution „Für eine inklusive Bildung in Deutschland“ fordert sie unter anderem den Bundestag und die Bundesregierung auf, ein mit Ländern und Kommunen abgestimmtes und mit ausreichenden Ressourcen versehenes Programm zur Förderung der inklusiven Bildung entlang der gesamten Bildungsbiographie aufzulegen.

Sie appelliert an die Länder, gemeinsame Standards für die weitere Umsetzung inklusiver Bildung zu entwickeln und Lehrkräfte durch multiprofessionelle Teams in ihrer Arbeit zu unterstützen. Auch betont sie, dass inklusive Bildung verpflichtender Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung für alle pädagogischen Berufe sein muss.

„Deutsches System weit davon entfernt“

„Sorgsam umgesetzte inklusive Bildung ist gute Bildung für Hochbegabte genauso wie für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Denn von einer individuellen Förderung profitieren alle Kinder. Doch das deutsche Bildungssystem ist trotz vieler Fortschritte noch weit davon entfernt, inklusive Bildung für alle Menschen zu verwirklichen. Zwar sind inzwischen in den Schulgesetzen der Länder rechtliche Rahmenbedingungen für ein inklusives Bildungswesen geschaffen worden. Darin sind zum Teil jedoch nach wie vor Einschränkungen einer inklusiven Bildung enthalten, die auch dem individuellen Recht auf Besuch einer allgemeinen und berufsbildenden Schule entgegenstehen. Das müssen wir ändern und Inklusion im Bildungswesen endlich als Chance verstehen“, fordert Ute Erdsiek-Rave, Ministerin a. D. und Vorsitzende des DUK-Expertenkreises Inklusive Bildung.

Allen Menschen die gleichen Chancen

Inklusive Bildung ist auf der Grundlage des Völkerrechts in Deutschland gesetzlich verankert. Inklusion im Bildungsbereich bedeutet, dass allen Menschen die gleichen Chancen offen stehen, an hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale entwickeln zu können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, einer Behinderung, Herkunft, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen. Die von der Weltgemeinschaft verabschiedete Globale Nachhaltigkeitsagenda schreibt in Ziel 4 fest: „Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern.“ Die UNESCO ist für die internationale Koordination und das Monitoring dieses Ziels verantwortlich.“

Quelle: unesco.de

 

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„Wir müssen unsere Ängste ablegen!“ https://www.tiefgang.net/wir-muessen-unsere-aengste-ablegen/ Sat, 24 Jun 2017 06:00:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1401 [...]]]> Das Konto ist leer und der Kopf voller Sorgen. Was soll da das Gerede von Bio und besserer Welt? Das Team von ´Minitopia` sagt: kein Stress – wir haben alles im Überfluss! Das wollten wir genau wissen …

Minitopia – Spielplatz urbaner Selbstversorgung“ – so beschreibt sich ein Projekt in Wilhelmsburg, das gerade eine Crowdfunding-Kampagne über 12.000 Euro beendete. Ihr Ziel ist es eine neue Art Selbstversorgung auszutesten. Und wofür dann das Geld? Es müssen Toiletten und eine Spülküche eingebaut, Zäune gezogen, Bäume beschnitten und einige Leitungen verlegt werden. Sie machen fast alles selbst, aber für einiges müssen eben doch Profis ran. Und die kosten eben Geld. Mit den 12.000 € aus dem Crowdfunding hoffen sie, all das nun umzusetzen. Wir haben Stefanie Engelbrecht aus dem Team von ´Minitopia` ein paar Fragen gestellt, was genau es damit.

Tiefgang (TG): „Minitopia“ – was genau verbirgt sich nun hinter diesem Namen?

Stefanie Engelbrecht: Minitopia meint große Utopie in Klein. Utopie ist ja ein Wunschtraum, also etwas eigentlich Unerreichbares, aber wir wollen diese große Vision einer gerechten, freien, gesunden Welt in einer Miniversion – eben auf Minitopia – ausprobieren. Als eine Art Blaupause. Und vielleicht ist das Ganze ja gar nicht so utopisch.

TG: Euer Verein nennt sich Alternation e.V.. Was steckt hinter diesem Namen für eine Idee?

Engelbrecht: Ursprung von Alternation ist unsere Internetplattform www.alternation.info, auf der wir weltweit Community-Projekte portraitieren, die alternative Konzepte in Themenbereichen wie Bildung, Ernährung, Wohnen, Wirtschaften etc. ausprobieren. 2013 haben wir für unser Festival „Parallel Crossings“ zum Thema „Städte der Zukunft“ unseren Verein Alternation e.V. gegründet. Seitdem versuchen wir mit verschiedenen Formaten – Screenings, Showcases, Workshops etc. – Leute zu inspirieren und zu motivieren, ebenfalls aktiv zu werden. Mit Minitopia bauen wir nun an einer Alternation-Plattform im „realen“ Leben.

Foto: Minitopia

TG: Wann ist wem die Idee entstanden, wie lange ist es her und kann man es als eine Art „Lebensprojekt“ verstehen oder doch „nur“ auf Zeit?

Engelbrecht: Die Idee zu Minitopia ist Ende 2016 entstanden bei einem Spaziergang im Hinterland von Wilhelmsburg. Wir haben ein verwildertes Grundstück mit verlassenen Gebäuden entdeckt und hatten sofort die Vision, was an so einem Ort entstehen könnte. Das Grundstück ist es dann nicht geworden wegen Hochwassergefahr, Gebäudesubstanz etc. Aber die Idee zu Minitopia war geboren, wir haben das Konzept entwickelt, ein passendes Grundstück gesucht, Anträge geschrieben, Spenden gesammelt etc. und Mitte März losgelegt. Für uns persönlich ist Minitopia ein Lebensprojekt. Mit unserem Verein haben wir jetzt erstmal die Trägerschaft übernommen; langfristiges Ziel ist es aber, das Projekt als Community-Projekt mit einer selbstverwalteten Struktur dauerhaft zu betreiben. Das ist ein offener Prozess und wir sind sehr gespannt, wie sich alles entwickelt.

Die Vorher-Nachher-Show von Minitopia …
und fertig ist die Laube! (Fotos: Minitopia)

TG: Ein Leben ohne Supermarkt und Geld – klingt sympathisch. Aber geht das überhaupt?

Engelbrecht: Das ist utopisch. Aber wir sind ja Minitopia, also – ausprobieren!

 TG: Gibt es denn eine persönliche Erfahrung mit dem „Supermarkt“?

Engelbrecht: Wir wollen nicht den Supermärkten ihre Existenzberechtigung absprechen, das wäre ja verrückt. Und wir wollen auch gar nicht politisch werden, soweit das überhaupt möglich ist. Aber wenn ich weiß, wie ich im Hinterhof, auf dem Dach, auf dem Balkon oder auch nur auf der Fensterbank selbst Lebensmittel anbauen kann, schwindet vielleicht die Angst, verhungern zu müssen, wenn das Konto leer ist. Die Natur gibt alles im Überfluss, wir haben nur verlernt, uns diesen Überfluss nutzbar zu machen. Laut einer Studie der HCU könnte sich Hamburg mit seinen Bauern und Ackerflächen theoretisch komplett aus dem Umland ernähren. Das ist doch erstrebenswert. Und da sind auch die Supermärkte aufgefordert.

TG: Was ist Eure persönliche Erfahrung mit dem „Geld“?

Engelbrecht: Geld ist ein Tauschmittel, im Grunde nicht mehr und nicht weniger. Aus verschiedenen Gründen ist Geld für viele Menschen allerdings zum Selbstzweck geworden. Und für viele Menschen ist das Geldthema sehr problembehaftet. Ein sehr schwieriges Thema also. Aber Geld ist nicht das Problem. Natürlich wird viel manipuliert, aber unser Mangel- und Konkurrenzdenken, unsere Existenzängste haben einen großen Einfluss darauf, ob alles frei fließen kann. Wir möchten ausprobieren, ob wir wirklich so abhängig sind vom Geld, wie wir vielleicht denken.

TG: Ihr habt über ein crowdfunding 12.000,- € zusammen bekommen. Ganz ohne Geld geht es also doch nicht?!

Engelbrecht: Ganz ohne Geld geht gar nichts. Unser Vermieter möchte Geld, die Versicherungen möchten Geld, die Stromkonzerne und Wasserwerke möchten Geld, Telefon- und Internetanbieter möchten Geld etc. Wir leben ja nicht in einer Höhle, wir sind natürlich mit unserer Infrastruktur voll in dieses System eingebunden. Tatsächlich aber funktioniert das Leben auf Minitopia inhaltlich ziemlich gut ohne Geld. Wir teilen Material, Werkzeug, Tatkraft, Wissen und hoffentlich bald auch Essbares miteinander, ohne Geld einsetzen zu müssen. Es ist ja alles im Überfluss vorhanden, aber die monatlichen Kosten müssen natürlich gedeckt werden.

 TG: Was wäre aus Eurer Sicht nötig, um grundlegende gesellschaftliche Veränderungen einzuleiten?

Engelbrecht: Wir müssen unsere Ängste ablegen. Aufhören, Schuldige zu suchen, sondern selbst Verantwortung übernehmen – für uns selbst, für unser Handeln, aber auch für die Gemeinschaft. Mal wieder runterkommen vom „höher, schneller, weiter“ und uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren: Was brauche ich wirklich? Was macht mich wirklich glücklich? Unser Mitgefühl aktivieren, auch für den blöden Nachbarn oder den korrupten Politiker. Vielleicht steht die Selbstliebe an erster Stelle, die Heilung unserer eigenen, inneren Konflikte. Dann könnte die Welt schon ganz anders aussehen.

 TG: Wenn ich Mitglied werde – was erwartet mich?

Engelbrecht: Viel unbezahlte Arbeit (lacht), viel Tatendrang, viele Gleichgesinnte und ganz viel Liebe für unseren Planeten.

Katrin Schäfer und Stefanie Engelbrecht (v.l.) – ein fantasierendes Team.

TG: Vielen Dank für die Impulse und das Gespräch und viel, viel Erfolg!

(18. Jun. 2017, Das Interview für `Tiefgang`führte Heiko Langanke)

Link zum Projekt Minitopa: minitopia.hamburg

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