Bücherhallen Hamburg https://www.tiefgang.net Fri, 24 Jan 2020 08:31:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 18.600 Bücher für Viereinhalbjährige https://www.tiefgang.net/18-600-buecher-fuer-viereinhalbjaehrige/ Fri, 24 Jan 2020 23:27:54 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6280 [...]]]> „Buchstart Viereinhalb“ heißt das Projekt, das Hamburgs Ehrenbürgerin Kirsten Boie ins Leben rief und nun an den Start geht.

Drei Hamburger Behörden, die Behörde für Schule und Berufsbildung, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und die Behörde für Kultur und Medien machen sich gemeinsam stark für frühe Bildung. Zusammen mit den fünf großen Hamburger Stiftungen, der Körber-Stiftung, der ZEIT-Stiftung, der Claussen-Simon-Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung haben sie sich darauf verständigt, die Initiative der Kinderbuchautorin und Hamburgs Ehrenbürgerin Kirsten Boie zu unterstützen und das Projekt „Buchstart Viereinhalb“ ins Leben gerufen. Das Projekt soll im kommenden Schuljahr 2020/21 starten und zunächst für drei Jahre laufen. Der Förderumfang beträgt 220.000 Euro pro Jahr.

Kinder lieben Bücher: „Buchstart Viereinhalb“ führt daher das seit 2007 unter dem Motto „Bücher für alle – von Anfang an“ bestehende erfolgreiche Buchstart-Programm der Stadt Hamburg fort. Im Rahmen des sehr erfolgreichen Projekts zur frühen Sprachförderung Buchstart 1 erhalten bereits alle Hamburger Einjährigen anlässlich der Vorsorgeuntersuchung U 6 eine Buchstart-Tasche, in der ein Buchgeschenk, Bücherhallengutschein, Büchertipps und Anregungen für Eltern enthalten sind. Dreieinhalb Lebensjahre danach sollen die Familien nun im Rahmen des Anschlussprojekts „Buchstart Viereinhalb“ ein zweites Buchgeschenk erhalten, mit dem die Kinder langfristig an die Welt der Bücher herangeführt werden.

Elemente des Projekts: Büchertasche, Geschichten-Schatzsuchertag und pädagogisches Begleitprogramm

  • Element 1: Buchgeschenk

Die Übergabe des hochwertigen Buchgeschenks erfolgt – in einem kleinen Rucksack-Turnbeutel zusammen mit weiteren Informationsmaterialien – beim verpflichtenden „Vorstellungsverfahren der Viereinhalbjährigen“. Dieser Termin zum ersten Kennenlernen der Schule erfasst alle Kinder eines Jahrgangs (z.Zt. etwa 18.600 Kinder), u. a. wird hier der Sprachstand der Kinder ermittelt. Bei ausgeprägtem Sprachförderbedarf werden die Kinder zum Besuch einer Vorschulklasse verpflichtet und sie erhalten vorschulische Sprachförderung. Der Vorstellungstermin ist für die Eltern und Kinder ein bedeutsamer Termin auf dem Weg von der Kita in die Schule. Ein Buchgeschenk, und auch die gegebenen pädagogischen Hinweise, werden in diesem Umfeld intensiv wahrgenommen.

  • Element 2: „Geschichten-Schatzsuchertag“

Zwischen dem Vorstellungsverfahren im Herbst/Winter und dem Beginn des letzten Jahres vor der Einschulung klafft eine Lücke von 6-9 Monaten. Zur Vertiefung des Buchstart-Effekts lädt Buchstart Viereinhalb daher jeweils im Frühjahr zum „Geschichten-Schatzsuchertag“ in die Hamburger Kitas ein. Die Einrichtungen erhalten dazu Anleitungen und Medienpakete mit Postern, Einladungsvorlagen etc. Die Angebote dieses Festes basieren auf Geschichten aus dem Buchstart-Buch. Die Kinder erleben also in den Institutionen etwas, was sie aus dem Buch „von zu Hause“ schon kennen. Dies schafft Vertrautheit.

  • Element 3: Pädagogisches Begleitprogramm

Ebenfalls im Frühjahr schult Buchstart jährlich 2 x 25 Pädagoginnen und Pädagogen aus Kita und Vorschule in drei halbtägigen Fortbildungen zur „Buchstart-Lesewelt in Kita und Vorschule“. Die gemeinsamen Fortbildungen vermitteln den Pädagoginnen und Pädagogen konkrete Methoden- und Medienkenntnisse, Tipps zur Gestaltung bücherfreundlicher Umgebungen, Anleitung zur Elternarbeit etc. Die Pädagoginnen und Pädagogen erhalten Materialkoffer mit vier aktuellen Büchern nebst medienpädagogischen Angeboten, Unterrichtsmaterialien, Vorlagen etc.

Kirsten Boie, Kinderbuchautorin und Hamburger Ehrenbürgerin: „Gerade Kinder, deren Familien weder Bücher kaufen noch vorlesen, bekommen durch das Buchgeschenk und das Begleitprogramm in Kitas und Vorschulen eine enorme Unterstützung. Darum bin ich sehr glücklich über Buchstart Viereinhalb Hamburg ist hier bundesweit wieder einmal Vorreiter.“

Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich, dass ich mit dem Projekt Buchstart Viereinhalb der Gesamtstrategie der Schulbehörde zur Förderung der Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen ein weiteres Element hinzufügen kann. Wenn man nicht gut lesen kann, kann man auch nicht gut lernen – egal in welchem Fach. Dies gilt für alle Kinder Hamburgs, aber insbesondere für die Kinder mit ausgeprägtem Sprachförderbedarf.“

Kultursenator Dr. Carsten Brosda: „Die Behörde für Kultur und Medien unterstützt seit 2007 mit großem Erfolg das Projekt Buchstart I. Bisher haben wir 240.000 Buchtaschen an Kinder verteilt. Mit Buchstart Viereinhalb können wir in der so wichtigen vorschulischen Phase die Lust am Lesen nachhaltig wecken und damit die Kinder langfristig an die wunderbare Welt der Bücher und des Lesens heranführen. Lesen bildet und Bücher sind für Kinder wichtige Begleiter in ein selbstbestimmtes Leben.“

Familiensenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Bücher eröffnen neue Welten! Das Jahr, bevor es mit der Schule losgeht, ist aufregend. In Hamburg können sich Eltern und ihre Kinder entscheiden, ob sie es in der Kita oder in der Vorschule verbringen – beide Institutionen fördern die Kinder entsprechend ihren Bedürfnissen. Mit Buchstart Viereinhalb wird diese Zeit besonders in den Blick genommen. Buchstart begleitet die Kinder vom Kita-Kind zum zukünftigen Schulkind – unabhängig davon ob es im letzten Jahr die Kita mit dem Brückenjahr-Konzept oder die Vorschule besucht.“

Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung und Sprecher der Hamburger Stiftungen: „Buchstart Viereinhalb ist einfach ein tolles Projekt: Die Kinder und Eltern freuen sich über das Buchgeschenk und Ihnen wird früh die Lust am Lesen und Geschichten erzählen vermittelt. Uns Hamburger Stiftungen war es ein besonderes Anliegen, unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und dieses Projekt möglich zu machen. “

Nina Kuhn, Geschäftsführender Vorstand Seiteneinsteiger e. V.: „Buchstart und Buchstart Viereinhalb sorgen dafür, dass die Kinder in Hamburg so früh wie möglich eigene Bücher bekommen. Beide Projekte arbeiten flächendeckend, so gelangen die wunderschönen Bilder- und Vorlesebücher auch in die Familien, die wir am dringendsten erreichen möchten. Die Begleitprogramme unterstützen die Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen in Kita und Vorschule mit lesepädagogischen Angeboten. Und wecken Lesefreude – bei Jung und Alt!“

Kooperationspartner des Projekts „Buchstart Viereinhalb“

Finanzierung: Körber-Stiftung, ZEIT-Stiftung, Claussen-Simon-Stiftung, Joachim Herz Stiftung, Alfred Töpfer Stiftung, Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), Behörde für Kultur und Medien (BKM), Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI)

Träger: Seiteneinsteiger e. V.

Kooperationspartner: Bücherhallen Hamburg, Landesinstitut für Lehrerbildung (LI), Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum (SPFZ), Kita-Verbände. 

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Die neue Königin der Bücher https://www.tiefgang.net/die-neue-koenigin-der-buecher/ Fri, 28 Dec 2018 23:02:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4657 [...]]]> Frauke Untiedt wird neue Bibliotheksdirektorin der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen.

 In der Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es dazu:

„Frau Untiedt tritt im September 2019 die Nachfolge von Hella Schwemer-Martienßen an, die die Stiftung über mehr als 23 Jahre mit großem Erfolg geleitet hat.

Der Stiftungsrat der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen (HÖB) hat in seiner letzten Sitzung einstimmig die Bestellung von Frauke Untiedt als neue Bibliotheksdirektorin und Vorstandsmitglied beschlossen. Die 47-jährige Frauke Untiedt leitet derzeit die Zentralen Bibliotheksdienste sowie die Zentralbibliothek der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen und hat sich im deutschsprachigen Bibliothekswesen in diversen logistischen und strategischen Projekten einen Namen gemacht. Frauke Untiedt tritt die Nachfolge der langjährigen Direktorin Hella Schwemer-Martienßen an, die die Stiftung seit mehr als 23 Jahren erfolgreich leitet und im September 2019 in den Ruhestand tritt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit Frauke Untiedt haben wir für die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen eine ausgesprochen erfahrene Direktorin gewonnen, die nicht nur das Haus bestens kennt und schon lange mit prägt, sondern auch eine überregional ausgewiesene Expertin im Bibliothekswesen ist. Als Leiterin der Zentralen Bibliotheksdienste und der Zentralbibliothek ist es ihr gelungen, die HÖB weiter zu einem lebendigen Ort der Wissensvermittlung und des Austausches zu entwickeln. Zusammen mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer wird sie den erfolgreichen Kurs des Unternehmens fortsetzen und mit eigenen Akzenten weiterentwickeln.“

Frauke Untiedt: „Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und danke dem Stiftungsrat der Bücherhallen und der Behörde für Kultur und Medien für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Ich übernehme ein gut aufgestelltes Haus, das dank der langjährigen und erfolgreichen Arbeit der jetzigen Direktorin Frau Schwemer-Martienßen zu einem unverzichtbaren Partner der kulturellen Bildung in der Stadt geworden ist. Diese Arbeit werde ich fortführen.“

Frauke Untiedt wurde 1971 in Neumünster geboren und studierte Bibliotheks- und Dokumentationswesen an der Fachhochschule in Köln. Nach einer Station am Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitete sie zunächst in den Stadtbüchereien Düsseldorf und baute dort die technische Infrastruktur des Filialsystems auf. Im November 2007 wechselte sie als Führungskraft an die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen. Dort leitete sie zunächst die Abteilung Naturwissenschaft und Technik, übernahm dann 2009 die Leitung der zentralen Bibliotheksdienste. Seit August 2017 obliegt ihr die Leitung der zentralen Bibliotheksdienste und der Zentralbibliothek.

Frauke Untiedt kennt alle Sparten des Öffentlichen Bibliothekswesens und ist als kompetente Gesprächspartnerin in viele überregionale Beratungszusammenhänge involviert. Seit 2015 ist sie unter anderem Mitglied in der gemeinsamen Managementkommission des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e. V. (VDB), deren Vorsitz sie jüngst übernommen hat.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

 

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Streamen statt Leihen https://www.tiefgang.net/streamen-statt-leihen/ Fri, 16 Mar 2018 23:59:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3291 [...]]]> Die Bücherhallen Hamburgs sind auch beliebt unter Filmfreunden, denn das Angebot zur Ausleihe ist riesig. Jetzt kann man es gar bequem vom Sofa aus streamen.

In einer Mitteilung von Anfang März 2018 heißt es:

„Ab sofort bieten die Bücherhallen Hamburg ausgewählte Filme zum Streamen an: Mit ‚filmfriend‘, einem Video-On-Demand (VoD) Portal für Bibliotheken von der Potsdamer Firma filmwerte GmbH, können Bücherhallen-Kunden jetzt aus 1.500 Spielfilmen, Dokumentationen und TV-Serien wählen.

Das werbefreie Portal ist über die digitalen Angebote auf der Bücherhallen-Homepage ohne zusätzliche Kosten zugänglich und 24 Stunden am Tag nutzbar. ‚filmfriend‘ wurde im Dezember 2017 mit dem Sonderpreis für Soziale Innovationen innerhalb des Innovationspreises Berlin Brandenburg ausgezeichnet. Michael Studt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Bücherhallen: „Das Film-Streaming-Angebot ermöglicht digitale Teilhabe für alle Kunden mit einem gültigen Bibliotheksausweis auf einer technisch innovativen Plattform mit inhaltlich anspruchsvollen Medien. ‚filmfriend‘ ist ein weiterer Baustein der digitalen Modernisierung“.

Mit dem neuen attraktiven Filmangebot reagieren die Bücherhallen auf den Trend, Filme spontan und ortsunabhängig zu streamen: Über 1.500 deutsche und internationale Spielfilme, TV-Serien, Dokumentationen und Kinderfilme stehen auf dem Portal ‚filmfriend‘ jederzeit zur Verfügung. Die Handhabung ist einfach: Bücherhallen-Kunden loggen sich mit ihrem persönlichen Kennwort auf der Homepage ein und wählen ihren favorisierten Film aus. Dieser lässt sich auf dem Tablet und Smartphone über Google Chrome für Android-Geräte, PC / Mac oder TV-Gerät ansehen. Eine App für Apples iOS-Mobilgeräte wird gerade entwickelt. Jeder Film kann dabei in unbegrenzter Anzahl parallel von verschiedenen Personen gestreamt werden.

Der Filmkatalog wird vom Anbieter stetig erweitert und redaktionell mit Empfehlungen begleitet. Das Spektrum reicht vom Klassiker des deutschen Independent-Kinos wie ‚Supermarkt‘ von Roland Klick über aktuelles deutsches und internationales Arthouse-Kino – beispielsweise Filme von Ulrich Köhler, Béla Tarr, Lars von Trier, Nicolas Winding Refn oder Claude Chabrol. Im Angebot finden sich auch TV-Serien wie ‚Anna Pihl‘ oder ‚Die Toten vom Bodensee‘. Kinder- und Jugendfilme runden das Portfolio ab.

Die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger, Juryvorsitzende des Innovationspreises, lobt das Angebot für Bibliotheken im deutschsprachigen Raum: „Es beseitigt die finanziellen Zugangshürden, steht also allen gleichermaßen zur Verfügung. Das Portal erhebt keinerlei benutzerbezogene Daten, ist insofern auch beim Datenschutz vorbildlich. Und, womöglich sogar am wichtigsten, Sie finden dort nicht eine Actionserie neben der anderen, sondern eine gut kuratierte Auswahl hervorragender Spielfilme und Dokumentationen.“

 

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Geld für Weitsicht https://www.tiefgang.net/geld-fuer-weitsicht/ Fri, 22 Dec 2017 23:51:10 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2744 [...]]]> Ein Museum stellt sich dem Erbe der Kolonialzeit, eine Bibliothek wird zum Treffpunkt der Kulturen. Das wird nun honoriert …

In der Pressemitteilung der Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Im Rahmen des Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ erhalten die Institutionen bis zu 360.000 Euro. Die Kulturstiftung des Bundes hat das Museum für Völkerkunde und die Bücherhallen Hamburg für das Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ ausgewählt. Mit diesem Programm fördert die Stiftung Kultureinrichtungen, die beispielhaft Konzepte und Methoden zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft und für die Teilnahme postmigrantischer Bevölkerungsgruppen entwickeln. Im Rahmen des Programms werden 17 Kultureinrichtungen über vier Jahre mit insgesamt rund sechs Millionen Euro gefördert. Die sechs Museen, fünf Theater, fünf Bibliotheken sowie eine Musikschule erhalten Mittel für besondere Aktivitäten und für die Einrichtung einer Stelle, sodass für vier Jahre eine Person eingestellt werden kann, die den diversitätsorientierten Veränderungsprozess der Kultureinrichtung konzipieren und steuern soll, so die Kulturstiftung des Bundes.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Konzepte des Museums für Völkerkunde und der Bücherhallen Hamburg zeigen, welchen Stellenwert die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft auch an unseren Kultureinrichtungen genießt. Dieses Engagement der Hamburger Kultureinrichtungen wird nun mit der Förderung im Rahmen des Programms 360° auch vom Bund honoriert. ‚360°‘ fördert die interkulturelle Öffnung von Kulturinstitutionen, damit diese die diverse Stadtgesellschaft und ihre Themen strukturell und inhaltlich stärker einbeziehen. Ich gratuliere dem Museum für Völkerkunde und den Bücherhallen Hamburg zu ihrem Erfolg und bin gespannt auf erste Projekte.“

Spuren des Kolonialismus

Das Museum für Völkerkunde erhält eine Förderung unter anderem für die Neugestaltung der Programmatik und die Überarbeitung der Dauerausstellung. Das Museumsteam möchte Rolle und Aufgabe des Hauses in der multikulturellen Gesellschaft überdenken und seinem kolonialen Erbe auf die Spur kommen. Außerdem sollen neue Ansätze der Beteiligung und Inklusion entwickelt werden, um weitere Akteure und Zielgruppen der Hamburger Stadtgesellschaft anzusprechen. Das Museum möchte zum Forum und zum Vorbild für ein vernetztes und vielfältiges Kulturverständnis werden.

Ort der Begegnung

Die Bücherhallen Hamburg wollen alle Bevölkerungsgruppen der Stadt einladen, die Bibliothek zu „ihrem“ Kultur- und Begegnungsort zu machen. Sie möchten so der Zusammensetzung der Hamburger Bevölkerungsstruktur besser Rechnung tragen. Außerdem möchte das Haus die Personalstruktur verändern, seine Kompetenzen mit interkulturellen Öffnungsprozessen verbessern und lernen, dieses Wissen an andere Kultureinrichtungen und öffentliche Bibliotheken in Hamburg und deutschlandweit weiterzugeben.

Die neue Stadtgesellschaft

Mit „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ unterstützt die Kulturstiftung des Bundes spartenübergreifend Kulturinstitutionen, die sich mit Fragen des demographischen Wandels befassen und darin die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen: Themen wie Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und Teilhabe ermöglicht  werden. Um sich dieser Themen anzunehmen, finanziert die Kulturstiftung den ausgewählten Einrichtungen mit je bis zu 360.000 Euro für vier Jahre eine Personalstelle und stellt Mittel für die Umsetzung von besonderen Aktivitäten bereit. Der Fonds wird somit laut Kulturstiftung des Bundes eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Neben den beiden Hamburger Institutionen werden das Focke Museum, die Kunsthalle Bremen, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, das Deutsche Hygiene Museum, das Theater Bremen, das Theater Dortmund, das Staatstheater Nürnberg, das theater junge generation in Dresden, das Berliner Theater an der Parkaue, die Stadtbibliotheken in Bremen, Heilbronn, Köln und Pankow sowie die Musikschule der Stadt Bochum gefördert.“

Weitere Informationen: www.kulturstiftung-des-bundes.de

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