Bundesverdienstorden https://www.tiefgang.net Mon, 28 Aug 2023 11:06:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Kolb, der Kulturarbeiter https://www.tiefgang.net/kolb-der-kulturarbeiter/ Fri, 01 Sep 2023 22:01:51 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10220 [...]]]> Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda hat dem Geschäftsführer des Stadtteilkulturzentrums „Kunstklinik Eppendorf“ Anfang der Woche im Rathaus den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Damit wird Klaus Kolb für sein langjähriges Wirken für die Stadtteilkultur auch über den Stadtteil Eppendorf hinaus und für sein gesellschaftliches Engagement geehrt.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Klaus Kolb engagiert sich seit über 35 Jahren für die Kultur, insbesondere in Eppendorf. Mit seiner ruhigen und klaren Art schafft er es immer wieder, soziale, kulturelle und stadtentwicklungspolitische Initiativen, Vereine und Einrichtungen zusammenzubringen. Ihm geht es dabei auch immer um die Idee des Zusammenhalts und Zusammenlebens in der Stadt. Mit Offenheit und Verbindlichkeit bringt er Menschen und Institutionen dazu, gemeinsam zu handeln. Ein wesentlicher Anteil am Erfolg der Stadtteilentwicklung in Hamburg-Eppendorf ist ihm zu verdanken. Auch bundesweit genießt er für die Entwicklung der soziokulturellen Arbeit in Hamburg große Anerkennung. Ich gratuliere Klaus Kolb sehr herzlich zum hoch verdienten Bundesverdienstorden und danke ihm für sein nie nachlassendes Engagement.“

Klaus Kolb: „Das Bundesverdienstkreuz ist für mich eine große Ehre. Besonders freut mich, dass damit das Engagement für das Zusammenleben in den Hamburger Stadtteilen gewürdigt wird. Ich habe mich jahrelang für Themen stark gemacht, die in einem privilegierten Stadtteil wie Eppendorf gar nicht oder nur selten gesehen werden. Damit sich Egoismus und Gleichgültigkeit nicht durchsetzen, braucht unsere Stadtgesellschaft mehr Treffpunkte und Orte, um Einsamkeit und Filterblasen zu überwinden. Ich wünsche mir, dass wir in allen Stadtteilen so etwas wie eine Basiskultur haben und so möglichst viele Menschen die Talente entwickeln können, die in ihnen schlummern. Wichtig ist es, Kontrapunkte zu schaffen gegen die Gentrifizierung. Mit dem Zentrum martini44 habe ich meinen Teil dazu beigetragen und gezeigt, dass es auch anders geht. Alle sollen sich um mehr Gemeinwohl kümmern. Werde aktiv, wo Du wohnst!“

Zu Leben und Arbeit von Klaus Kolb

Klaus Kolb, geboren 1956 in Altenkirchen (Westerwald), studierte nach dem Abitur Soziologie an der Philipps-Universität in Marburg. Seit 1981 lebt er in Hamburg. 1985 hat er im Stadtteil Eppendorf das soziokulturelle Zentrum Kulturhaus Eppendorf, heute Kunstklinik, gegründet und aufgebaut. Von 1989 bis 2022 war er dessen Geschäftsführer. 1991 war er Mitgründer und Vorstandsmitglied des Vereins Stadtteilarchiv Eppendorf, heute Geschichtswerkstatt Eppendorf. 2008 war er Mitgründer eines nachbarschaftlichen Netzwerks rund um die Eppendorfer Martinistraße mit dem Namen „martini.erleben“. 2012 wurde aus dem Netzwerk ein Verein, in dessen Vorstand Klaus Kolb ebenso aktiv war. Dort entstand die Idee einer Folgenutzung für das ehemalige Krankenhaus Bethanien als soziales und kulturelles Quartierszentrum. Klaus Kolb hatte einen maßgeblichen Anteil an der Verwirklichung dieses Bauvorhabens, das als Projekt „martini 44“ 2019 eröffnet wurde. Damit wurden Wohnen, Kultur, Beratung, Begegnung, Betreuung und Pflege unter einem Dach ermöglicht. Aus dem Blickwinkel einer integrierten Stadtteilentwicklung und dem Bemühen um Ausgleich privater und öffentlicher Interessen ist das „martini 44“ ein Meilenstein der Stadtentwicklung geworden. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat sich Klaus Kolb in kommunalpolitischen Diskussionen im Stadtteil engagiert. Darüber hinaus war er viele Jahre Mitglied im Vorstand des Dachverbandes der Hamburger Stadtteilkultureinrichtungen Stadtkultur Hamburg und ist Mitglied im bundesweit tätigen Verein Netzwerk „Immovielien“, der sich für mehr Gemeinwohlorientierung in der Immobilien- und Quartiersentwicklung einsetzt. Zudem hat er die Mitgestaltung wesentlicher Linien im Landesrat für Stadtteilkultur mitbegründet.

 

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Medaille für Hamburgs Jedermann https://www.tiefgang.net/medaille-fuer-hamburgs-jedermann/ Fri, 22 Oct 2021 22:35:52 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8527 [...]]]> Der Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda überreichte am Mittwoch (22.10.) dem Künstler Michael Batz im Rathaus den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Damit wird der seit 1976 in Hamburg lebende Autor, Regisseur, Lichtkünstler und Dramaturg für sein langjähriges künstlerisches wie gesellschaftliches Engagement für die Hansestadt geehrt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das vielseitige Schaffen des interdisziplinär und international arbeitenden Künstlers Michael Batz ist seit nun über 40 Jahren eng mit der Stadt Hamburg verbunden. Er kreiert herausragende künstlerische Arbeiten, mit denen er einerseits Hamburgs Stadtbild im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht rückt und andererseits auch die Hamburger Geschichte aufarbeitet. Besonders zu würdigen ist hier seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Hamburg hat Michael Batz und seinem künstlerischen und immer auch kritischen Blick auf die Stadt und seine Geschichte viel zu verdanken. Ich gratuliere zu dieser hochverdienten Auszeichnung!“

Zum Wirken von Michael Batz:

Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Marburg kam Michael Batz nach Hamburg. Hier gründete er zusammen mit dem Kabarettisten Horst Schroth in den 1970er-Jahren die freie Theatergruppe „Theater zwischen Tür und Angel“. Mit verschiedenen Stücken und Programmen tourten sie zunächst gemeinsam einige Jahre durch die Bundesrepublik. Ab 1990 dann wirkte Michael Batz über vier Jahre als Dramaturg auf Kampnagel, bevor er 1994 das Theater in der Speicherstadt gründete. Damit begann die Ära des „Hamburger Jedermann“, der für die nächsten 25 Jahre fester Bestandteil des Hamburger Sommers werden sollte. Von ähnlichem Pioniergeist war auch Michael Batz Idee für eine dauerhafte Illumination der Speicherstadt geprägt. Aus einer zunächst temporären Lichtgestaltung von Fassaden, Brücken und Dächern im Rahmen seiner Theaterinszenierung „Mozart. Amerika“ von 1999, erwuchs die Idee für ein beispielloses Illuminationsprojekt einer ganz neuen Größenordnung. Inzwischen erstrahlen heute dauerhaft auch die Hamburger Kunsthalle, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg und der Hamburger Michel in einer Inszenierung des Künstlers. Auch temporäre Beleuchtungskonzepte wie der Blue Port, für den Michael Batz zahlreiche Objekte im Hamburger Hafen in blaues Licht taucht, begeisterten Hamburgerinnen und Hamburgern genauso wie Besucherinnen und Besucher der Hansestadt.

Seit 1998 produziert er jährlich ein Dokumentarstück für die Gedenkveranstaltung der Hamburger Bürgerschaft anlässlich des Holocaust-Gedenktags. Damit leistet er einen überaus wichtigen Beitrag zur künstlerischen Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus und gegen das Vergessen des Holocaust. Insbesondere für dieses Engagement wurde Michael Batz im letzten Jahr mit dem Obermayer German Jewish History Award geehrt.

Michael Batz’ künstlerisches Schaffen wurde mit zahlreichen Auszeichnungen unterschiedlicher Disziplinen gewürdigt, unter anderem 2003 mit dem Alexander Zinn Preis der Stadt Hamburg, 2005 mit dem LUCI International City People Light Award,  2011 mit dem Hamburger Theaterpreis Rolf Mares und 2014 mit der Biermann-Ratjen-Medaille des Hamburger Senats.

Quelle: www.hamburg.de/bkm 

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