Burg Seevetal – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 09 May 2025 08:34:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 „Jekyll & Hyde“ erobert die Burg Seevetal https://www.tiefgang.net/jekyll-hyde-erobert-die-burg-seevetal/ Fri, 09 May 2025 22:26:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11753 [...]]]>

Ein unheilvoller Wind weht dieser Tage durch die beschauliche südliche Region Hamburgs, genauer gesagt, über die altehrwürdigen Mauern der Burg Seevetal.

Doch es ist kein Sturm, der die Blätter der umliegenden Bäume aufwirbelt, sondern die aufregende Ankündigung einer Bühnenproduktion der TMC Maschen (The Musical Company), die das Publikum in ihren Bann ziehen wird: Das mit Spannung erwartete Musical „Jekyll & Hyde“ feiert seine Hamburg-Premiere und verspricht drei Abende voller Drama, Romantik und ungezähmter Leidenschaft.

Für die Musicalbegeisterten in und um Seevetal ist dies eine Nachricht, die das Herz höherschlagen lässt. Statt den Weg in die pulsierende Metropole antreten zu müssen, um hochkarätiges Theater zu erleben, kommt ein international gefeierter Stoff direkt vor die eigene Haustür. Vom 15. bis zum 17. Mai 2025 um jeweils 20 Uhr verwandelt sich die Burg in einen Schauplatz viktorianischer Dunkelheit und psychologischer Abgründe.

„Jekyll & Hyde“ ist kein unbekanntes Werk. Mit über 1.500 Aufführungen am Broadway hat es sich längst einen festen Platz in der Welt der großen Musicals gesichert. Die Mischung aus rockigen Klängen und gefühlvollen Melodien, die das facettenreiche Innenleben des Protagonisten widerspiegeln, hat Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistert. Nun also erobert diese Erfolgsgeschichte die Bühne in Seevetal – ein Umstand, der die lokale Kulturszene mit Stolz erfüllt.

Doch worum geht es in diesem fesselnden Stück, das nun die Seevetaler Burg in seinen Bann ziehen wird? Im Zentrum steht der ambitionierte Dr. Henry Jekyll, getrieben von dem revolutionären Gedanken, das Gute und das Böse im Menschen voneinander zu trennen. Ein kühnes wissenschaftliches Unterfangen, für das er keine Genehmigung und somit keine Testpersonen findet. In seiner Verzweiflung trifft Jekyll eine folgenschwere Entscheidung: Er selbst wird zum Objekt seines gefährlichen Experiments.

Und tatsächlich – der Versuch gelingt. Doch die Rechnung hat der idealistische Arzt ohne die unberechenbare Natur des Bösen gemacht. Seine dunkle Seite manifestiert sich in der furchteinflößenden Gestalt des Mister Edward Hyde, einer Kreatur ohne Gewissen, die immer stärker die Kontrolle übernimmt. London wird von einer Reihe grausamer Morde erschüttert, und Dr. Jekyll findet sich in einem verzweifelten Kampf gegen sein eigenes, entfesseltes Ich wieder.

Doch „Jekyll & Hyde“ wäre kein Meisterwerk, würde es sich nur in den düsteren Abgründen der menschlichen Seele verlieren. Zwischen all dem Drama blühen zarte Bande der Liebe und Romantik auf. Der charmante Dr. Jekyll ist verlobt mit der liebenswerten Lisa. Bei seinem Junggesellenabschied begegnet er zudem der geheimnisvollen Lucy, einer Begegnung, die das Leben beider auf unvorhersehbare Weise verändern wird. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, Liebe und Verlangen, das das Publikum bis zur letzten Minute in Atem hält.

Die Produktion in der Burg Seevetal verspricht, diese vielschichtige Geschichte mit Leben zu füllen. Unter der Regie von Antje Schlaich und der musikalischen Leitung von Jana Gugenheimer wird ein Ensemble agieren, das die emotionalen Höhen und Tiefen des Stücks authentisch auf die Bühne bringt. Die Choreographien von Madeleine Julie Reichert werden die rockigen und romantischen Elemente der Musik visuell untermauern.

Dass dieses ambitionierte Projekt in Seevetal realisiert werden kann, ist auch der Förderung durch das Land Niedersachsen zu verdanken. Dies unterstreicht die Bedeutung kultureller Vielfalt und die Unterstützung regionaler Initiativen, die es ermöglichen, auch außerhalb der großen Zentren hochkarätige Kunst zu erleben.

So richtet sich der Blick der lokalen Kulturszene gespannt auf den 15. Mai 2025, wenn sich der Vorhang für die Premiere von „Jekyll & Hyde“ in der Burg Seevetal hebt. Es sind Abende, die nicht nur Musicalbegeisterte ansprechen dürften, sondern alle, die sich von einer packenden Geschichte, mitreißender Musik und der besonderen Atmosphäre eines historischen Ortes verzaubern lassen wollen. Eine Einladung an die Seevetaler*innen und alle Interessierten, einzutauchen in die düstere und doch faszinierende Welt von Dr. Jekyll und Mister Hyde – direkt vor ihrer Haustür. Karten für diese sicherlich unvergesslichen Vorstellungen sind ab sofort erhältlich. Es heißt: Seien Sie dabei, wenn sich die Burg Seevetal in einen Schauplatz menschlicher Extreme verwandelt.

Die TMC- Maschen ist eine Ausbildungsstätte für Musical-Darsteller*innen und wichtige Kulturinstitution in der Region. In der The Musical Company treffen sich Menschen aller Altersgruppen, Berufe und Herkunft. Eins haben alle gemeinsam: die Liebe zur Bühne, zum Singen, Tanzen und Schauspielen. Von Neueinsteigern über Fortgeschrittene bis hin zu Menschen, für die die Bühne zum Beruf werden soll.

Und dass die Show gut wird, dafür sorgen unsere professionellen Probenleitenden. Ob Chorleitender, Vocal Coach, Orchesterleitung, Bandleader, Choreographin, Regisseurin oder Schauspielcoach: Alle verfügen über eine fundierte Qualifikation, wie sie auch an kommerziellen Bühnen üblich ist. Ebenso professionell inszenieren wir unsere Shows mit aufwändiger Bühnen-, Licht- und Tontechnik – da vergisst das Publikum schon mal, dass es eigentlich Amateur-Produktionen sind.

WANN?
Aufführungen in der Burg Seevetal,
15.Mai 2025 // 20 Uhr (Premiere)
16. Mai 2025 // 20 Uhr
17. Mai 2025// 20 Uhr

Ab 12 Jahren

WO?
Tickets HIER

Dauer: ca. 2 Stunden

WER? 
Musik: Frank Wildhorn
Buch und Songtexte: Leslie Bricusse
Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Louis Stevenson
Für die Bühne adaptiert von Steve Cuden und Frank Wildhorn
Deutsche Fassung: Susanne Dengler

Regie: Antje Schlaich
Musikalische Leitung: Jana Gugenheimer
Vocal Coaching: Pascal F. Skuppe
Choreographie: Madeleine Julie Reichert

 

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„Ein Klick zur Kultur“ https://www.tiefgang.net/ein-klick-zur-kultur/ Fri, 19 Jul 2024 22:22:17 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11024 [...]]]> Die Gemeinde Seevetal rückt den Bereich Kultur intensiver in den Fokus und will Aktive künftig besser vernetzen. Für die Umsetzung wurde Birgit Jänen an Bord geholt. Sie ist die neue Kulturverantwortliche der Gemeinde.

Ein guter Zeitpunkt, nachzufragen …

Frau Jänen, Sie wollen die Kultur in Seevetal stark machen. Was haben Sie vor?
Birgit Jänen: Jede Menge! Zum einen kümmere ich mich um die Kulturförderung im klassischen Sinne – sprich, um das Finanzielle. In meiner Funktion verwalte ich also die Fördertöpfe für Kultur in der Gemeinde Seevetal. Das betrifft z.B. die Zuschüsse an die Musikschule Seevetal e.V., die Förderung der Chor-/Orchesterleitungskosten, die Förderung kultureller Veranstaltungen oder die Förderung der Beschaffung eines Musikinstruments für ein Orchester.
Darüber hinaus geht es mir vor allem darum, die Kulturschaffenden besser zu vernetzen. Ich möchte Synergien schaffen und die Menschen mit ihren Stärken, Ideen und Möglichkeiten zusammenbringen. Ich möchte die Kulturschaffenden in Seevetal kennenlernen und erfahren, welche Ideen, Wünsche und Bedürfnisse sie haben. Wir haben so viele Aktive im Kulturbereich und jede und jeder bringt etwas Besonderes mit. Wenn wir zusammenkommen und uns austauschen, können wir uns ergänzen und gemeinsam großartige Dinge auf die Beine stellen.

Netzwerkarbeit – das klingt spannend. Aber wie bekommen Sie die Menschen an einen Tisch?
Birgit Jänen: Ich bin seit meinem Start im April dabei, all diejenigen kennenzulernen, die die Kultur hier in Seevetal ausmachen. Einige habe ich bereits persönlich kennenlernen dürfen. Jetzt möchte ich alle gemeinsam, also auch diejenigen, die mich noch nicht kennen, zu einem ersten Meeting in die Burg Seevetal einladen. Das erste Netzwerktreffen mit dem Titel „Treffpunkt Kultur“ findet am Mittwoch, den 14. August, im „Treffpunkt Hittfeld“ des Veranstaltungszentrums am Göhlenbach 11 in Hittfeld statt. Wir starten um 19 Uhr. Ich erhoffe mir von dem Abend möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und einen offenen, konstruktiven Austausch.

Aus dem sicherlich viele neue Projekte erwachsen können. Wie wollen Sie diese begleiten?
Birgit Jänen: In dem ich als Initiatorin des Netzwerkes die Menschen auch im Prozess begleite. Ich möchte Kulturvereine und andere kulturschaffende Institutionen und Personen nicht nur fördern, sondern sie auch bei der Umsetzung von Ideen begleiten. Konkret heißt das zum Beispiel: Wenn ein Kulturprojekt eine Bühne braucht oder Räumlichkeiten, um sich zu präsentieren, schaue ich, welche Möglichkeiten die Gemeinde bietet. Wir haben mit dem Veranstaltungszentrum Burg Seevetal, den Dorfgemeinschaftshäusern in Fleestedt, Maschen und Meckelfeld sowie den zahlreichen öffentlichen Gebäuden, Grün- und Wasserflächen viele spannende Veranstaltungsorte in Seevetal. Hinzu kommt das Geekens Hus. Die historische Lesescheune in Meckelfeld soll künftig mehr als Veranstaltungsort genutzt werden. Konzerte, Theater, Ausstellungen oder Lesungen – hier ist vieles denkbar. All diese wunderbaren Orte zu beleben und bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen mitzuwirken, liegt mir sehr am Herzen.

Heißt, wenn alles gut läuft, dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger in Seevetal auf ein wachsendes Kulturangebot in der Region freuen?
Birgit Jänen: Genau – das ist unser Ziel. Wir wollen Seevetal als Kulturstandort stärken, Kultur in Seevetal sichtbarer und erlebbar machen – für die Menschen, die hier leben, genauso wie für diejenigen, die bei uns zu Gast sind. Ein funktionierendes Kulturleben stärkt Seevetal als Wohnort ebenso wie als Tourismusstandort. Wer zu uns kommt, muss wissen, dass sie oder er hier etwas erleben kann. Die Angebote sollen an einer Stelle zusammenlaufen, in einem regelmäßig erscheinenden Programmheft zusammengefasst und mit einer zentralen Webpräsenz gebündelt werden. Ein Klick zur Kultur – so einfach muss das sein.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Birgit Jänen: Seevetal ist eine Gemeinde mit vielen Ortschaften. Das bringt viele individuelle Perspektiven mit sich. Uns eint das Ziel: Kultur in Seevetal für alle präsenter zu machen. Ich möchte erreichen, dass Schnittmengen genutzt werden, man sich gegenseitig ergänzt – und dass dennoch alle Kulturschaffenden, jedes Projekt für sich, in ihrer Besonderheit sichtbar bleiben. Ich habe dabei das Bild eines Mosaiks vor Augen. Wir haben viele unterschiedliche Teile, die wir zusammenbringen können. Gelingt uns das, schaffen wir ein großes Ganzes – ohne dass die Einzelnen verloren gehen.

Kultur ist wichtig, weil…
Birgit Jänen: … sie gut ist für die Seele. Kultur dient nicht nur dem reinen Selbstzweck, sondern ist für die Menschen da, für diejenigen, die im Chor singen, für diejenigen, die sich ein Konzert anhören, die in der Lesung sitzen, die eine Ausstellung besuchen, die bei der Zumba-Party mittanzen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der die Gesellschaft auseinanderzubrechen droht, leistet Kultur und kulturelle Teilhabe einen unverzichtbaren Beitrag dazu, die Menschen zusammenzuhalten. Sie kann ein Zugehörigkeitsgefühl stiften, stärkt das Vertrauen darin, dass jede und jeder Einzelne etwas bewirken kann. Sie ist der Kitt der Gesellschaft.

Treffpunkt Kultur
1. Treffen: 14.08.2024
Wann? 9:00 Uhr
Wo? Im Treffpunkt Hittfeld (Am Göhlenbach 11 in Seevetal)
Weitere Infos: b.jaenen@seevetal.de

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Choleriker trifft Heinz Erhard https://www.tiefgang.net/choleriker-trifft-heinz-erhard/ Fri, 19 Apr 2024 22:29:35 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10759 [...]]]> In der „Heute Show“ spielt Hans-Joachim Heist die Rolle des Cholerikers Gernot Hassknecht. In Seevetal nun wird er zu Heinz Erhard. Hittfeld – Viele kennen Hans-Joachim Heist als Choleriker Gernot Hassknecht aus der „Heute-Show“. Ganz anders können ihn am Sonnabend, 4. Mai, um 20 Uhr die Besucher des großen Heinz-Erhardt-Abends in der Burg Seevetal erleben.
Heinz Erhardt hat über Jahrzehnte mit seinen Wortspielereien und Reimen ein Millionenpublikum begeistert und sich in den Herzen unzähliger Comedy-Fans unsterblich gemacht. Auch heute, nach vielen Jahren, zählt er noch zu den bekanntesten und nachhaltigsten Comedians. Seine Art, seine Mimik, seine Gestik – all das machten ihn einzigartig und unnachahmlich.
Unnachahmlich? Sollte man meinen, doch ein Komiker hat sich gewagt, den großen Heinz Erhardt zu imitieren und das auf so brillante Art und Weise, dass das Publikum hin und weg ist. Wie Hans-Joachim Heist sich bewegt, wie er die Pointen setzt, lacht und sich dabei an die Brille greift: Die Imitation von Heinz Erhardt erscheint nahezu erschreckend perfekt.
Unter dem Motto „Noch `n Gedicht“ lässt Heist einen der beliebtesten Komiker der 60er und 70er Jahre auferstehen, imitiert Gestik und Mimik des echten Heinz Erhardt. Die Zuschauer kommen in den Genuss eines umfassenden Erhardt-Programms: Versprecher, „Reim-dich-oder-ich-fress-Dich“ Wortverdreher, Aphorismen und überraschende Pointen in den kurzen und treffenden Sprüchen und Liedern. Die Zuschauer können sich auf die besten Gedichte, Conférencen und Lieder Erhardts freuen, die Heist verschmitzt, spitzbübisch und fantasievoll vorträgt.

Tickets für den Heinz-Erhardt-Abend am 4. Mai, 20 Uhr, in der Burg Seevetal gibt es über www.reservix.de, an allen Reservix-Vorverkaufsstellen und im Ticketshop der Burg Seevetal, Am Göhlenbach 11, 2128 Seevetal. Infos: www.hajoheist.de

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Jede Menge Sand in Seevetal https://www.tiefgang.net/jede-menge-sand-in-seevtal/ Fri, 16 Feb 2024 23:41:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10595 [...]]]> Am 9. März kann man Sandmalerei Kultur- und Veranstaltungszentrum der Burg Seevetal live erleben …

Irina Titova zog bereits 2018/19 mit ihrer ersten Deutschlandtournee SANDSATION das Publikum in ihren Bann und auch auf dem weltberühmten „Fringe Festival“ im schottischen Edinburgh wurde Sie mit Lobeshymnen überhäuft. Die talentierte Russin mit Wohnort Wien entführt ihr Publikum live „In 80 Bildern um die Welt“ und diese Bilder hinterlassen einen bleibenden Eindruck, obwohl oder gerade, weil sie so flüchtig sind. Nach den Pandemiejahren und dem aktuellen, so schrecklichen Krieg, hat die überzeugte Pazifistin nicht nur Ihren ukrainischen Mann geheiratet, sondernd auch Nachwuchs bekommen. Das hält Sie aber nicht davon ab, im Frühjahr 2024 nochmals mit einer Abschieds-Tournee Ihrer einzigartigen Erdumrundung, „In 80 Bildern um die Welt“ auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz zu gehen.

Sa., den 09.03.24, um 20 Uhr im Kultur- und Veranstaltungszentrum der Burg Seevetal.

Tickets gibt es in drei Kategorien für € 39,90 / 44,90 / 49,90. Erleben Sie eine außergewöhnliche Sandmalerei-Show der „Queen of Sand“ Irina Titova.

Tiefgang (TG): Wo und wann sind Sie zum ersten Mal der Kunst der Sandmalerei begegnet?

Irina Titova: Ich lernte die Sandmalerei vor acht Jahren kennen, als ich als Kunsttherapeutin mit autistischen und taubstummen Kindern arbeitete. Sandspieltherapie ist eine interessante und gängige Praxis. Dafür verwendeten wir normalerweise mit Sand gefüllte Rahmen mit einem blauen Boden. Durch einen Fehler wurden jedoch Rahmen mit Beleuchtung geliefert. Als ich versuchte mit dem von unten beleuchteten Sand zu malen, verbrachte ich am ersten Tag fünf Stunden mit dem „Sandtisch“ und zeichnete nur. Die Kinder waren fasziniert. Manche autistischen Kinder hatten anfangs ein bisschen Angst vor dem Licht, aber schnell waren sie genauso begeistert. Es war interessant zu beobachten wie taubstumme Kinder damit umgingen. Für sie sind die Hände ihr „Sprachorgan“ und es entstand eine Symbiose aus Sprache und Zeichnung. Ich denke, dieses Beispiel hat mir für meine Zukunft sehr geholfen, eine Show zu kreieren – schließlich male ich nicht nur, sondern erzähle eine ganze Geschichte.

TG: Du hast auch mit nordkoreanischen Kindern gearbeitet …

Irina Titova: Ich habe nordkoreanische Kinder als Zeichenlehrerin unterrichtet. Das war eine große Herausforderung für mich. Diese Kinder sind unglaublich diszipliniert und führen alle Vorgaben des Lehrers exakt aus. Mein Ziel war es, sie individuell zeichnen zu lassen, um ihnen beizubringen, die Kreativität zu genießen. Es war wirklich bereichernd, mit Kindern aus einer anderen Kultur zusammen zu arbeiten – wir haben viel voneinander gelernt.

TG: Welchen Sand verwendest du?

Irina Titova: Ich benutze Vulkan- oder Flusssand. Für die LIVE Sandmalerei ist vulkanischer Sand besser, weil ich mit diesem Sand schneller zeichnen kann. Mit Flusssand zeichne ich die detaillierten Feinheiten der Bilder.

TG: Kaum ist bei der Sandmalerei Show ein Bild vollendet wird es schon wieder zerstört. Ist das nicht etwas hart für Sie als Künstlerin?

Irina Titova: Das ist ja das Schöne an diesen Sandbildern. Du kannst diese Bilder nicht behalten. Sie sind dadurch immer anders. Es ist so ähnlich wie bei Schmetterlingen. Sie leben nicht lange, aber sie sind wunderschön. Jedes Bild ist einzigartig und bleibt nur durch die Erinnerung des Publikums bestehen.

TG: Neben der Sandmalerei arbeitest du auch mit Licht und machst „3D Mapping“ mit Ölfarben … was macht Sandmalerei für dich so besonders?

Irina Titova: Ölmalerei und das Zeichnen mit Licht sind ebenfalls Kunstformen der Verwandlung – wie Sand. Aber der Sand ist für mich zu einem Stift geworden, mit dem ich die Geschichten schreibe. Meiner Meinung nach gibt es kein Material, wie dieses, mit dem man live Geschichten – wie Cartoons – erzählen kann.

TG: Warum sind die Menschen von dieser seltenen Kunst so berührt?

Irina Titova: Ich denke, die Leute mögen es aus vielen Gründen. Die erste Reaktion ist oft : „Wow, wie macht sie das?“ Es scheint mir auch, dass diese Idee mit ihrer Einfachheit – in unserer Welt der Superlativen – fasziniert. Bei meinen Shows möchte ich das Publikum einladen, ganz und gar im Moment zu sein. Ist es das nicht, hat es vielleicht schon ein Bild verpasst. Kein Moment ist wiederholbar und vergänglich. „In 80 Bildern um die Welt“ ist die einzige Produktion einer Sandmalerei Show, die in ganz Deutschland tourt.

TG: Was kann das Publikum von der Show erwarten? Und was ist der Unterschied zu den bereits bekannten Sandmalerei Shows in Hamburg oder Berlin?

Irina Titova: Die Städte-Shows sind vorrangig touristische Formate ohne eine zusammenhängende Geschichte. Meine Show „In 80 Bildern um die Welt“ ist eine vollwertige Theatershow, die das Publikum von Anfang an „einfängt“. Wir reisen frei nach Jule Vernes rund um die Welt: Die Sandbilder sind eingebettet in einen musikalischen „Filmsoundtrack“ – begleitet von der wunderbaren Erzählerstimme von Joachim Kerzel.

TG: Welche Rolle spielt die Musik in der Show?

Irina Titova: Die Bedeutung von Musik ist enorm. Für jede künstlerische Inszenierung – und besonders für Sand – ist Choreografie das Wichtigste. Sandmalerei ist wie ein „Tanz der Hände“ …

TG: Vielen Dank für das Interview!

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1001 Nacht in Seevetal https://www.tiefgang.net/1001-nacht-in-seevetal/ Fri, 12 Jan 2024 23:00:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10514 [...]]]> Der Märchen-Klassiker „Kalif Storch“ kommt am Freitag, 19. Januar ins Veranstaltungszentrum Burg Seevetal.

Schauspieler und Regisseur Ralf Bettinger und sein großes Ensemble vom Tournee Theater Hamburg präsentieren eine zauberhafte Inszenierung um Freundschaft und Zusammenarbeit, sowie den Kampf gegen das Böse.
Das Märchen „Kalif Storch“ erzählt die Geschichte des wohlhabenden Kalifen Chasid. Chasid, Herrscher von Bagdad, hat alles, was man sich wünschen könnte, nur eines nicht. Er kann nicht die Sprache der Tiere sprechen und sie verstehen. Als ein Krämer ihm das passende Zauberpulver anbietet, erfüllt sich sein Traum. Er und sein Groswesir Mansor verwandeln sichin Störche. Als der Kalif bemerkt, dass der Sohn des Zauberers die Herrschaft in Badgad übernommen hat, versucht er verzweifelt, einen Ausweg aus seinem gefiederten Dasein zu finden.
Doch leider haben die beiden die einzige Zauberregel gebrochen: Sie müssen über das Geplapper der Störche lachen. Schon haben sie das Zauberwort vergessen, das die Rückwandlung ermöglicht und der Krämer entpuppt sich als der böse Zauberer Kaschnur, der all das eingeplant hat.
Die beiden verwandelten Störche begeben sich auf eine Reise und lernen dabei die Eule Lusa kennen, Wie es Chasid und Mansor gelingt mit Hilfe der schönen, in eine Eule verwandelte Prinzessin Djamila wieder Menschen zu werden, zeigt dieses abenteuerliche, lustige und musikalische Märchen. Abgerundet durch die Kompositionen von Liudmyla Vasylieva ist hier ein Theaterstück entstanden, dass auch den kleinsten Zuschauern viel Spannung und Freude bereitet.
Die Veranstaltung in der Burg Seevetal, Am Göhlenbach 11, 21218 Seevetal, beginnt um 16 Uhr. Karten für 16,60 Euro (Kinder), 18,80 Euro (Erwachsene) gibt es im Tickeshop der Burg Seevetal sowie an der Tageskasse und online unter www.reservix.de

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