Christoph Rommel – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 25 May 2023 15:14:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Odessa oder unter Palmen aus Stahl https://www.tiefgang.net/odessa-oder-unter-palmen-aus-stahl/ Fri, 26 May 2023 22:00:06 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10007 [...]]]>

Museum, Seniorenheim, Pub oder Poetomat – die SuedLese Literaturtage lassen weder Orte noch Themen aus …

Die 8. SuedLese-Literaturtage ist eine mehr als vierwöchige LiteraTour durch den Süden Hamburgs.

Die dritte Woche beginnt mit einer literarischen Metapher der bekannten Autorin Anna Warner an einem Literaturfans bisher unbekannten Ort: einem Nachbarschaftstreff in Hamburg-Eißendorf.

Foto: Katharina Bodmann

Die., 06. Jun., 18 Uhr: Nachbarschaftstreff B21, Beerenhöhe 21, 21077 HH-Eißendorf

Anna Warner – Normalhöhe Null; Eintritt frei – Spende erwünscht! Anmeldung erforderlich unter: Tel 040/76404-0 oder a.schwenke@ebv-harburg.de

Jeder Sturm bringt Veränderung und Not schweißt zusammen: In einer leerstehenden Villa an der Ostsee, an einer mecklenburgischen Steilküste, treffen die kühle Nora, als Bauingenieurin spezialisiert auf Abrisse, und die überschwängliche Künstlerin Peggy, die Skulpturen aus dem errichtet, was das Meer anspült, aufeinander. Hier, in einem ehemaligen Strandhotel, suchen sie Zuflucht. Doch die Steilküste bricht ab, immer näher kommt der Abgrund dem Haus, und ein paar höchst eigenwillige Gäste tauchen auf und bleiben. Notgedrungen raufen sich die beiden unterschiedlichen Frauen zusammen. Ihre Vergangenheit holt sie jedoch auch hier ein, und es stellt sich die Frage: Was gibt Halt im Leben?

Und was ist eigentlich ein Zuhause? Eine poetische Geschichte über die Suche nach den Fundamenten im Leben.

Anna Warner lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe von Buxtehude, studierte Germanistik und Ethnologie und promovierte Bremen im Fach Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie. Sie liebt die Küste und das Meer und schreibt am liebsten Romane, die in der Natur Norddeutschlands spielen.

 

Foto Simone Hawlisch

Am selben Tag lädt aber auch der Landkreis nach Stelle zur Lesung der bereist viel gefierten Romandebütantin Irina Kilimnik.

Die., 06. Juni, 19.30 Uhr, Gemeindebücherei Stelle, Unter den Linden 18b, 21435 Stelle

Irina Kilimnik – Sommer in Odessa; Eintritt frei -Spende erbeten

Olgas Familie wäre ein reines Frauenhaus, gäbe es da nicht den launischen Großvater, einen Möchtegern-König, der „seine“ Frauen nach seiner Pfeife tanzen lässt. Ihm verdankt Olga auch das ungeliebte Medizinstudium – sein Auftrag an sie als letztgeborenes Mädchen, und wären da nicht ihr indischer Kommilitone Radj und die beste Freundin Mascha, die Abwechslung in Olgas Leben bringen, wäre der öde Unialltag noch öder gewesen. Doch dann taucht Opas alter Freund David auf und hat ein lang gehütetes Geheimnis dabei, das die Familienordnung ordentlich durcheinanderbringt. Ist es Olgas Chance, aus ihrem Leben auszubrechen?

Irina Kilimnik, Jg. 1978, in Odessa in der Ukraine geboren, und kam mit fünfzehn Jahren nach Deutschland, wo sie später Humanmedizin und Mediapublishing studierte und lebt heute in Berlin. Sie ist Autorin zahlreicher Essays, Buchrezensionen und Kurzgeschichten, war Teilnehmerin am 18. Klagenfurter Literaturkurs und beim MDR-Literaturwettbewerb mit zwei Preisen ausgezeichnet. „Sommer in Odessa“ (Kein & Aber) ist ihr erster Roman.

 

Mi., 07. Jun, 10 Uhr: Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg-Harburg

Dr. Barbara Kranz-Zwerger – Mitmach-Lesung: Jules Vernes 20.000 Meilen unter den Meeren – mit Wasserexperimenten

Geeignet für das Alter 7 bis 10 Jahre (eine Grundschulklasse). Eintritt frei. Dauer: 90 Minuten.

Der Roman von Jules Verne bildet den Rahmen für unsere Experimente. Wir untersuchen, was schwimmt und was sinkt und warum das so ist. Wir machen „Wasser- und Eisberge“, schauen uns die „Haut des Wassers“ ganz genau an und bauen Boote und/oder Bojen.

Mi., 07. Jun, 10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Auch an diesem Mittwoch um 10 Uhr startet für Kinder ab 4 Jahren die „Fensterlesung“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

Ebendort um 18 Uhr liest aber auch der Harburger Autor Klaus Wehmeyer aus seinem neuen Buch „Gänsehautmomente“; Eintritt frei – begrenzte Plätze!

Das vorliegende Buch enthält Erinnerungen von Klaus Wehmeyer an 14 Ereignisse aus den letzten 70 Jahren. Viele haben aus heutiger Sicht historische Bedeutung für unser Land, manche sogar für die Welt. Diese haben sich beim Harburger Autoren eingebrannt, ihn emotional betroffen gemacht. Ein Geschichten- und Geschichtsbuch gleichermaßen. 1954, die Fußballweltmeisterschaft, der Ungarnaufstand und die Suez-Kanal-Krise 1956, der Bau der Berliner Mauer 1961, die Sturmflut in Hamburg 1962, Kuba-Krise und die Angst einer atomaren Auseinandersetzung.  Der Tod John F. Kennedys, das Konstruktive Misstrauensvotum 1972 gegen Kanzler Brandt. Einer der Höhepunkte ist die Geschichte „Gefesselt vor Karstadt“, in der das zufällige Hineingeraten des Autors in einen Polizeieinsatz und seine Folgen während der aufgeheizten Zeit der RAF-Anschläge beschrieben werden …

Sehr persönliche Eindrücke fließen in weltgeschichtliche Umstände und geben dem Globalen was Lokales …

Klaus Wehmeyer, Jg. 1947, lebt in Hamburg-Harburg, war Lehrer an Schulen in Hamburg und im Ausland. Als Kind machte er viele Reisen auf den Schiffen seines Vaters, dadurch entstand sein Interesse an der Seefahrt und debütierte als Autor bei der 7. SuedLese 2022.

Am Do., 08. Jun., um 19 Uhr führt die LiteraTour dann preisgekrönte Buchhandlung am Sand, Hölertwiete 5, 21073 HH-Harburg. Dort liest dann die ebenso 2017 mit dem Delia-Preis gekürte Autorin Katrin Burseg aus ihrem neuen Roman Adas Fest; Eintritt: 12,- €

Katrin Bursegs Faible für Geschichte und Geschichten ließ sie Kunstgeschichte, Literatur und Romanistik studieren. Sie arbeitete als Journalistin, begann dann, Romane zu schreiben und erreichte mit »Unter dem Schnee« ein großes Publikum. In Norddeutschland aufgewachsen und in Hamburg zu Hause, hat sie sich schon früh für die Ozeane und den Klimawandel interessiert. Die damit einhergehenden Folgen für die Küstenregionen und die dort lebenden Menschen haben sie zu diesem Roman inspiriert.

Der Roman: Ein Strandhaus an der französischen Atlantikküste mitten im Sommer. Doch der schöne Schein trügt. Der ansteigende Meeresspiegel verschlingt die Küste, und auch ‚Les Vagues‘, an das die 74-jährige Ada vor vielen Jahren ihr Herz verloren hat, droht bei einem der nächsten Herbststürme ins Meer zu kippen. Ein letztes Mal noch möchte Ada ein rauschendes Fest feiern: in Erinnerung an ihren Mann, den berühmten Maler Leo Kwant, zusammen mit ihren Kindern, Freunden von früher und Vincent, dem Restaurantbesitzer aus dem Ort. Als die erwachsenen Töchter mit eigenen Sorgen anreisen, entgeht ihnen zunächst, dass Ada und Vincent etwas verbindet, das mit der Vergangenheit zu tun hat. Doch was Ada all die Jahre vor ihnen verheimlicht hat, ist so aufwühlend und tiefgreifend zugleich – es wird ihrer aller Leben für immer verändern.

Ganz anders spielt es sich zeitgleich um 19 Uhr in der Fischhalle Harburg, Kanalplatz 6, 21079 HH-Harburg ab. Dort geht es mit dem Autoren Achim Bogdahn auf Reise „Unter den Wolken“. Eintritt: 15,- €

Bayern hat die Zugspitze, Hessen die Wasserkuppe, aber hat Hamburg einen höchsten Berg? Ja, den Hasselbrack in den Harburger Bergen, 116,2 Meter hoch. Und wie hoch ist der höchste Gipfel Bremens? 32,5 Meter – die Erhebung im Friedehorstpark. Achim Bogdahn hat sich auf eine Reise durch Deutschland gemacht und die höchsten Berge aller 16 Bundesländer erklommen. Damit er nicht alleine wandert, hat er bekannte Menschen aus den jeweiligen Regionen eingeladen, ihn zu begleiten. Aus diesen Wanderungen ist ein Buch entstanden – ein Buch über Deutschland, über Begegnungen und Gespräche, über Menschen und über das Leben – mit vielen Umwegen, Anekdoten und Exkursen.

Achim Bogdahn wurde 1965 in Erlangen geboren, wuchs in München auf und arbeitet als Radiomoderator beim Bayerischen Rundfunk/Bayern 2. Er hat in München, Berlin und Glasgow Evangelische Theologie studiert, war Sänger der Band „Isar 12“ und er ist glühender Fan des TSV 1860 München (weswegen in seinem Pass hochoffiziell der Künstlername „Sechzig“ steht). Er hat als Schauspieler gearbeitet („Trautmann“), er ist geprüfter Fußballschiedsrichter, er spricht ein bisschen Dänisch und er liebt es, mit dem Zug zu fahren. »Unter den Wolken« ist sein Debüt.

Wieder für Kinder geht es am Fr., 09. Jun., um 15.30 Uhr zur Piratenlesung mit Kinderbuchautorin Julie Bender in die Gemeindebücherei Stelle, Unter den Linden 18,b, 21 435 Stelle

Eintritt frei! Eine Anmeldung erforderlich, da die Plätze begrenzt sind. buecherei@gemeindestelle.de oder 04174/6158

Die bekannte Autorin Julie Bender stammt aus Maschen und liest im Rahmen der 8. Suedlese-Literaturtage in Stelle. Bender hat jede Menge witzig-abenteuerliches Seemannsgarn im Gepäck. Die Lesung bietet Kindern eine einzigartige Gelegenheit, in die Welt der Seeräuber, Schiffe und Abenteuer einzutauchen. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entern und kommt mit auf große Fahrt!

Ein Highlight der Veranstaltung ist die Verkleidungsaktion für Kinder. Jedes Kind, das verkleidet zur Lesung kommt, erhält ein kleines Geschenk.

Julie Bender ist erfahrene Kinderbuchautorin und veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher, die von Kindern und Eltern gleichermaßen geliebt werden. Die Lesung bietet eine Gelegenheit, die Autorin kennenzulernen und Fragen zu ihrem Werk zu stellen.

Foto: Julia Schwendner

Der im letzten Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Autor Dominik Bloh ist dann am Fr., 09. Jun., 19 Uhr: ContraZt e.V./ Treffpunkthaus Heimfeld, Friedrich-Naumann-Str. 9, 21075 HH-Heimfeld zu Gast und liest aus seinem Bestseller „Unter Palmen aus Stahl“. Eintritt frei, Spende erwünscht!

Das Elternhaus war schwierig, und als die Großmutter starb, folgte der freie Fall. Dominik Bloh war noch ein Teenager, als seine Geschichte auf den Straßen Hamburgs begann. Mehr als ein Jahrzehnt schlief er immer wieder auf Bänken oder Brücken – und versuchte, trotz Hunger, Kälte und Einsamkeit ein Maß an Normalität aufrecht zu erhalten. Zwischen Schule, Hiphop und Basketballplatz.

In „Unter Palmen aus Stahl“ erzählt Dominik Bloh in eigenen Worten, wie das Leben ganz unten in Deutschland spielt. Und wie er sich herausgekämpft hat. Ein Buch, das auch vom Mut handelt und von der Courage, sich und sein Leben zu ändern. Dominik lebt heute in einer kleinen Wohnung und hat einen Job. Sein Buch wurde bundesweit zu einem Erfolg und vor allem gesellschaftlichen Thema.

Dominik Bloh, Jahrgang 1988, lebte elf Jahre lang immer wieder auf den Straßen von Hamburg. Durch den Erfolg seines Buches initiierte er das Projekt „Duschbus“, damit Obdachlose sich kostenlos waschen können. Dafür erhielt er Ende 2022 das Bundesverdienstkreuz.

Die Lesung war schon 2020 im Programm der damaligen 5. SuedLese und musste dann coronabedingt ausfallen. Zum Glück tat es dem Erfolg des Buches keinen Abbruch!

Zu einem besonderen Literaturevent geht es am Sa., 10. Juni, nach Wilstorf.  Um 18 Uhr startet dort am Bücherschrank Rosentreppe das spontane Bücherhappening „Sehr kühn!“

Vorab: 14 – 17 Uhr – Schreibwerkstatt für die anschließende Lesung „Sehr kühn!“

Kosten Schreibwerkstatt 5 Euro. Anmeldung erforderlich unter post@kulturundmehr.org

Happening am Bücherschrank: Eintritt frei!

Der Ort: Der Bücherschrank ist beliebt und bekannt rund um die Rosentreppe in Wilstorf. Bücher werden gebracht, vor Ort angelesen, mitgenommen und mit neuen alten Büchern ausgetauscht. Mit den SuedLese-Fans wird er zu besonderem Leben erweckt.

„Sehr kühn!“, erwidert sie, als Frank ihr die Lösung vorschlägt. Das könnte ein Satz aus einem Buch im Bücherschrank an der Rosentreppe sein.

Die Schreibwerkstatt vorab: Wir greifen uns spontan Bücher aus dem Regal und erfinden Fortsetzungen, Schnappschüsse oder unsere wahre Geschichte dazu. Wir lassen unserer Phantasie freien Lauf! Begleitet werden die Mitmachenden von der Autorin Bärbel Wegner und Jörn Waßmund, Leiter von Schreibprojekten und Regisseur wie auch Projektleiter der 8. SuedLese – spielerisch und unterhaltsam. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, nur Spaß am Schreiben. Die Werkstatt findet dann im benachbarten Stadtteilbüro statt.

Die Lesung: Aus den Ergebnissen der Schreibwerkstatt präsentieren die Teilnehmenden ihre Texte direkt am Bücherschrank als spontanes Bücherhappening. Für literarische Überraschungen wird gesorgt!

Sa., 10. Jun., 18 Uhr: Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21107 HH-Wilhelmsburg

Kristina Hauff – In blaukalter Tiefe; Eintritt: 10,- € / erm. 8,- €

Zwei Paare, ein Skipper und ein wildromantischer Segeltörn in den schwedischen Schären: In der Ehe von Caroline und Andreas läuft es nicht rund. Die von Andreas initiierte Reise soll wieder frischen Wind in die Beziehung bringen. Um die Stimmung etwas zu lockern, sind Andreas‘ jüngerer Anwaltskollege Daniel und dessen Freundin Tanja mit an Bord. Als das Boot bei sonnigem Wetter die Küste verlässt und die Champagnergläser klingen, ahnen die Paare nicht, dass dieser Törn schon bald ihre vermeintlichen Sicherheiten ins Wanken bringen wird. Denn so wie die See rauer wird, zeigen sich schnell die verborgenen Konflikte der Passagiere, und der undurchschaubare Skipper Eric sorgt für zusätzliche Anspannung an Bord. Als in einer folgenschweren Nacht ein gefährlicher Sturm losbricht und das Schiff in Seenot gerät, fallen die Masken und zurück bleiben nur noch vier Menschen.

Hauff wurde am Niederrhein geboren, arbeitete als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF und am Theater. Unter ihrem echten Namen Susanne Kliem schreibt sie erfolgreiche Kriminalromane. Ihr letzter Roman Unter Wasser Nacht stand neun Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Kristina Hauff liebt das Segeln auf der Ostsee und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Nun ihr neuer Roman!

Die 3. SuedLese-Woche schließt dann in HH-Neugraben mit einer Doppellesung zweier Lokalmathadoren.

So., 11. Jun., 17 Uhr: JoLa Kulturhaus Süderelbe, Am Johannesland 2, 21149 HH-Neugraben

Christoph Rommel – Abgründe und andere Gründe / Conny Schramm – Mein ungebügeltes Leben; Eintritt frei / Spende erwünscht!

Zwei lokale Autor*innen laden ein: In den Geschichten und Gedichten von Christoph Rommel geht es um die beiden großen Menschheitsfragen: Sind denn alle irre? Und: Bin nur ich normal? Täglich, stündlich, eigentlich dauernd werden von uns Entscheidungen erwartet, die wir schnell und richtig zu treffen haben. Zwangsläufig muss es dabei zu ständigen Fehlern und Irrtümern kommen, selten wird etwas richtig gemacht.

Der Autor sieht es als seine Aufgabe an, den Katastrophen und Ungereimtheiten des Alltags literarisch nachzuspüren. Wenn er dabei auch etwas Komisches entdecken kann, teilt er dies mit. Wenn nicht, dann nicht. Groteskes, Gemeines und Gewöhnliches aus Gegenwart und Geschichte kommen zur Sprache.

Conny Schramm wurde 1965 in Potsdam geboren, nur drei Kilometer von der Grenze zu Westberlin entfernt – drei Kilometer, die ihr Leben nachhaltig beeinflussten. Hin- und hergerissen zwischen christlichem Elternhaus und „real existierendem Sozialismus“ in Schulalltag und Ausbildung, wurde dieser Spagat mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Sinnfreie Wachdienste an der Fachschule oder nächtliche Geländeübungen im Lager für Zivilverteidigung ließen sich nur mit viel Humor ertragen; anderes, wie etwa der wegen der „kirchlichen Bindung“ der Familie zunächst verweigerte Zugang zur weiterführenden Schule, erforderte heftigen Protest. Vom aufmüpfigen Kind entwickelte Conny Schramm sich zur kritischen Regierungsgegnerin. Eine authentische Lebensgeschichte, originell erzählt und in zahlreichen Episoden treffsicher auf den Punkt gebracht.

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

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Eine literarische Schnitzeljagd im Süden Hamburgs https://www.tiefgang.net/eine-literarische-schnitzeljagd-im-sueden-hamburgs/ Fri, 28 Apr 2023 22:29:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9902 [...]]]> Die SuedLese hat sich in Hamburgs Süden als großartiges Literaturfest etabliert und ist ein literarisches Manifest der südlichen Metropolregion Hamburg. Nun machen die 8. SuedLese-Literaturtage vom 15. Mai bis zum 18. Juni 2023 Hamburgs Süden erneut zu einer einzigen Buchsafari.

Das Lesefest ist eine umfassende Kooperation vieler „Orte der Worte“ aus dem südlichen Bezirk Hamburg-Mitte, dem Bezirk Hamburg-Harburg und dem zu Niedersachsen zählenden Landkreis Harburg. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeindebüchereien in Stelle, Winsen und Jesteburg, das Kiekeberg-Museum oder der KulturPunkt Moisburg. Auch Buchhandlungen sind dabei wie Lüdemann in Wilhelmsburg, die Buchhandlung in Hanstedt oder am Harburger Sand. Die Bücherhallen von Harburg, Wilhelmsburg und Kirchdorf laden ebenso ein wie auch die Volkshochschulen. Neben diesen für Lesungen üblichere Stätten findet die SuedLese 2023 auch an weiteren Kulturorten statt wie Kneipen oder einfach “draußen“. Zudem gibt es auch Angebote für das Selberschreiben wie etwa an einem öffentlichen Bücherschrank.

Nicht nur die „Großen“ kommen auf ihre Kosten, es gibt zahlreiche Angebote für Kinder. Der auch schon für die letztjährige SuedLese spezialverantwortliche Projektleiter Jörn Waßmund betont: „Es ist großartig, wie immer mehr Kulturorte Jahr für Jahr bemüht sind, der Literaturszene ihre angemessene Würdigung zukommen zu lassen. Und vor allem: Mit welch großem Engagement so vielfältige Formate auf die Beine gestellt werden.“

Los geht es am 15. Mai im Speicher am Kaufhauskanal mit einer musikalischen Lesung zu Engelbert Humperdinck, dem Komponisten von „Hänsel und Gretel“. Den Abschluss bildet dann am 18. Juni die Autorin Katrin Seddig mit ihrem Neulingswerk „Nadine“ im Treffpunkthaus Heimfeld.

Neben lokalen Autor*innen wie Conny Schramm, Kathrin Hanke, Ulrich Lubda oder Christoph Rommel kommen dieses Jahr auch Lesegrößen wie der TV- und Bühnen-Schauspieler Christian Redl, Lisa Roy, Dennis Gastmann, Sabrina Janesch oder Katrin Burseg. Für Kinder gibt es Literatur am Fenster, im Bürgerhaus oder am Elbdeich. Mit über 40 „Orten der Worte“, mehr als 60 Terminen mit noch viel mehr Autor*innen, gilt es, den Süden Hamburgs zu einem Paradies des literarischen Geschehens zu machen und zu entdecken. „Es wird eine Art literarische Schnitzeljagd“, freut sich Waßmund und resümiert: „Literatur hat im Süden seinen Platz wie auch die Musik und die Kunst: Diese ungewöhnliche Kooperation in der Kultur findet schon weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung.“ Und das hat seine Geschichte. Nachdem 2010 das Netzwerk SuedKultur mit der jährlichen SuedKultur Music-Night der Musik als erstem Genre ein Forum gab, folgte 2015 die erste SuedLese für Literatur und 2019 die Kunstleihe Harburg für die Kunst. Die Grundidee ist stets dieselbe: die Akteur*innen des jeweiligen Genres entwickeln die Ideen und Formate zusammen, kooperieren und wandeln Jahr für Jahr Akzente.

Den Blick über den eigenen Tellerrand merkt man auch an den besonderen Formaten: die Sammlung Falckenberg etwa beleuchtet Texte von Bildenden Künstler*innen. In Neugraben wird unterm Kirschbaum gelesen und in Harburg in den Kneipen. Eine Comiclesung findet im Rockclub statt und auf dem Hafenfest lädt der Poetomat zur Poesie im öffentlichen Raum. Und wo man nicht zur Literatur kommt, kommt sie – wie beim Heimfelder Seniorenheim Domicil – eben zum Publikum.

SuedLese-Initiator Heiko Langanke: „Dieser Wille von Kulturorten und Kulturschaffenden etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Hamburger Südens. Da kommen Ideen und Macher*innen zusammen, die dafür sorgen, dass mit einem vergleichsweise kleinen Etat das Maximum herausgeholt wird!“

Jedes Jahr bieten sich auch neue Orte an, haben lokale und auch überregionale Autor*innen neue Bücher, Themen und Ideen im Gepäck. „Und es ist schön zu sehen, wie manche Autor*innen ihren Weg gehen, Preise bekommen, Beachtung und ihr Publikum finden“, so Langanke. Denn genau dies ist die Idee der SuedLese – zeigt her was ihr habt, was ihr macht und wo ihr steckt. Und so wird selbst für die angestammten Südelbianer*innen jede SuedLese immer auch eine Bestandsaufnahme des literarischen Lebens im Süden der Großstadt.

Eine Bereicherung für das SuedLese Team und die SuedLese-Neugierigen ist dabei Sebastian Hamel, der als Abschlusspraktikant des Poesie-Studiengangs an der Medical School Hamburg im Harburger Hafen bei einigen Autor*innen und Leseorten mal genauer nachgefragt hat. Die Interviews sind in Kürze im SuedKultur-Online-Feuilleton www.tiefgang.net zu lesen.

Besonderen Dank gilt noch einmal einer Restförderung durch den Fonds NEUSTART KULTUR über den Deutschen Literaturfonds, der uns besonders über die schweren Zeiten half. Dank aber auch an die hervorragende Kooperation zur Förderung der SuedLese mit der Behörde für Kultur Medien Hamburg, den Bezirken Hamburg-Mitte und Hamburg-Harburg aber auch des Kulturlandkreises Harburg in Niedersachsen, die allesamt ein weiteres positives Zeichen gaben, wie Metropolregion funktionieren kann.

Die SuedLese im kommenden Frühsommer ist eine einmalige Chance, die vielfältige Literaturszene im Hamburger Süden kennenzulernen und neue Autor*innen aber auch Orte zu entdecken. Weitere Informationen und das komplette Programm der 8. SuedLese-Literaturtage gibt es unter www.suedlese.de und als Programmbüchlein an den Lese- und vielen anderen Orten.

Das Programm findet sich online hier: suedlese.de/programm

 

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Die Individualität von Abgründen https://www.tiefgang.net/die-individualitaet-von-abgruenden/ https://www.tiefgang.net/die-individualitaet-von-abgruenden/#comments Fri, 09 Mar 2018 23:07:34 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3233 [...]]]> Das Leben ist hart und die Welt ist schlecht. Der Harburger Autor Christoph Rommel hat zwar auch keine Antwort, will aber helfen, dem Unsinn standzuhalten. Bei der SuedLese verrät er wie …

Auf die brennenden Fragen der Gegenwart hat auch Christoph Rommel eigentlich keine Antwort. Die Texte des Autors und Mitglieds der Harburger Schreibwerkstatt sollen aber bestenfalls helfen, dem ganzen Unsinn standzuhalten. Heilloser Konsum, Gewalt, die Verlockungen von Drogen und manchmal sogar Sex sind einige der Themen, um die es in den Geschichten, Gedichten und Romanausschnitten der Lesung geht.

Zwischen ätzendem Spott und schneidender Kritik angesiedelt handelt es sich weder um Betroffenheitsliteratur noch um Grübeltexte, sondern um eine flotte Demaskierung der bigotten Spießbürgerlichkeit. Unsere Autorin Sonja Alphonso hat mal nachgefragt.

Tiefgang (TG): Du gehört schon zu den alten Hasen, was die SuedLese anbelangt. Was macht dich zum Wiederholungstäter?

Christoph Rommel: Ich möchte ein Feedback auf meine Texte erhalten. Dazu ist eine Lesung eine gute Gelegenheit.

TG: Du hast dein Programm selber zusammengestellt. Nach welchen Kriterien?

Rommel: Einiges verrät die Ankündigung. Wir alle leben in Konflikten und Widersprüchen und versuchen, damit klar zu kommen. Manche dieser Probleme sind äußeren Umständen geschuldet, andere haben wir uns selber eingebrockt und andere entspringen unserer persönlich geprägten Wahrnehmung. Das alles zu sortieren und zu bewältigen nennt man „das Leben“.

Darum geht es in meinen Texten. Mir hilft es, sie zu schreiben. Vielleicht hilft es den Zuhörern, dass Ironie und Humor eine Rolle dabei spielen. Vieles, das bedrohlich erscheint, hat auch seine lächerliche Seite.

TG: Was inspiriert dich? Welche menschlichen Abgründe ergründest du vorzugsweise?

Rommel: Inspirieren kann alles, wenn ich mich inspirieren lassen will. Das Gespräch von Leuten am Nebentisch im Café, das ich indiskreterweise genauestens mitverfolge, eine Zeitungsnotiz, ein Foto. Die Liste dürfte lang werden. Wenn ich dann anfange zu schreiben, kommt es zu einer eigenen Schreibdynamik. Die Inspiration will weiter entwickelt werden und so wird ein Gedicht oder eine Geschichte daraus. Oft anders, als ich es ursprünglich selber gewollt hatte. Die Abgründe werden ja ganz individuell wahrgenommen, meist dadurch, dass einem schwindelt. Vielleicht sind es Tabus, Ängste oder Gelüste.

TG: Ich sehe eine vage Ähnlichkeit mit Loriot und Klaus Hoffmann. Es muss wohl an deinem Schalk in deinen Augen liegen und auch an deinem trockenen Humor. Hast du das schon häufiger gehört?

Rommel: Nun ja, die Anspielung auf Loriot höre ich öfter. Mich hat das insofern erstaunt, als es mir überhaupt nicht bewusst war. Aber für einen Makel halte ich es nicht. Allerdings, mich mit dem Meister zu messen, das wäre doch vermessen.

TG: Welche Autoren hast du als Vorbilder? Welchen Anspruch stellst du an lesenswerte Lektüre?

Christoph Rommel

Rommel: Wie viele Seiten darf die Antwort füllen? Puh, ich reduziere. In letzter Zeit habe ich viel von Alice Munroe und Agota Kristof gelesen. Zwei Meisterinnen. Sie haben immer die Herrschaft über ihr Erzählen, nichts ist ohne Bedeutung und das alles in der einfachsten, klarsten und daher schönsten Sprache. Das nimmt mich gefangen und ist für mich lesenswert. Aber auch die Geschichten von Patricia Highsmith mit den katastrophalen Einbrüchen in den Alltag können mich begeistern.

Oha, sind ja alles Frauen und keine Deutschen dabei.

TG: Kannst du eine Aussage dazu machen, wie lange du in der Regel an einer Geschichte sitzt, bis du mit dem Resultat zufrieden bist? Ich meine nicht, in Zeit gemessen, sondern auf den Prozess bezogen. Wie oft überarbeitest du – oder schüttelst du deine Geschichten auf Anhieb aus dem Ärmel und lässt es dann so?

Rommel: Eine Geschichte schreibe ich fast immer in einem Zug und lasse sie dann ein bisschen liegen. Später schau ich noch mal rein und überarbeite vorsichtig und maßvoll. Aber das nicht zu lange, irgendwann muss der Text raus. Ich bin auch nicht sehr fleißig.

Gedichte dauern etwas länger. Die Entwürfe liegen auf dem Schreibtisch. Wenn mir was einfällt, kommt es dazu oder etwas wird gestrichen. Das dauert länger. Der Roman, an dem ich arbeite, ist wirklich am aufwendigsten, was Zeit und Umfang anbelangt. In jedem Fall muss eine Inspiration für einen Gedanken und den Schluss da sein. Der Schluss ist immer das Schwierigste.

TG: Man hört von Autoren häufiger die Klage über Schreibblockaden. Kennst du das auch oder ist dir so etwas fremd?

Rommel: Leider ist mir das nur allzu vertraut. Wenn ich völlig leer bin, hilft mir das Lesen eigener, älterer Texte oder Entwürfe. Wenn ich mir die Frage stelle, warum ich diesen Text überhaupt geschrieben habe und warum in dieser Form, wird mir oft erst klar, was mich angetrieben hat, diesen Text zu schreiben und was eigentlich meine Themen sind.

Wenn gar nichts hilft, einfach mal gar nicht schreiben. Oder lesen. Überhaupt geht es ja gar nicht ohne Lesen.

TG: Mal ganz unter uns und im Vertrauen: Wärst du gerne berühmt?

Rommel: Mit dem Ruhm ist das so eine Sache. Es gibt gegenwärtig viele Berühmtheiten, von denen ich noch nie etwas gehört habe und auch nicht hören werde. Dieser Ruhm breitet sich in Medien aus, die ich kaum oder gar nicht nutze. Was ich fatal finde, ist sich für den eigenen Ruhm zu verbiegen. Ich habe auch den Verdacht, dass Ruhm oft mit Reichtum verwechselt wird. Persönlich hätte ich nichts gegen Reichtum. Auch Ruhm ist ganz OK. Beides wird sich in meinem Falle eher nicht einstellen.

TG: Vielen Dank für dieses Interview! Wir wünschen dir und deinem Publikum gute Unterhaltung!

Termin: Christoph Rommel „Abgründe und andere Gründe“, Di, 10. Apr. 2018, 20:00 Uhr, The Old Dubliner, Neue Straße 58 / Lämmertwiete

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

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3. SuedLese überzeugt mit Vielfalt https://www.tiefgang.net/3-suedlese-ueberzeugt-mit-vielfalt/ Fri, 09 Mar 2018 23:04:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3256 [...]]]> Zum dritten Mal bereits finden im Hamburger Süden Literaturtage ´SuedLese` statt. Im ´Tiefgang` stellen wir Ihnen ab heute vorab etliche Bücher und Autor*innen vor.

Die Initiative SuedKultur mit über 40 Kulturinstitutionen des Süderelbe-Bereichs würdigt seit drei Jahren die literarische Arbeit südlich der Elbe und nennt sie konsequent ´SuedLese`. Dieses Jahr bestimmt sie den ganzen Monat April vor.

Das Programm ist regelrecht ein Spiegel der Zeit: Der Auftakt zum 1. April wird scherzhaft mit einer Lesung von Texten von Hans Scheibner im Literaturcafé Striepensaal in Neuwiedenthal gemacht. Passend zur Osterzeit stellt der Schauspieler Hartmut Lange in der St. Johannis-Kirche in der Bremer Straße die Frage, ob Jesus oder Judas für uns starb. Grundlage dafür ist das Monodrama „Judas“ der flämischen Autorin Lot Vekeman (6. Apr., 20h).

In Harburgs Irish Pub „The Old Dubliner“ liest der Harburger Autor Christoph Rommel über Sex, Drogen und andere Abgründe, will aber beim Bier vor allem Hoffnung geben (10. Apr.).

Unter den Stars der SuedLese findet sich der durch die TV-Sendung „Extra 3“ bekannte Auslandsreporter Dennis Gastmann (12. Apr., Bücherhalle Harburg), aber auch der zur Zeit viel gelobte Johann Scheerer, der als Sohn von Philipp Reemtsma dessen Entführung 1996 aus Teenager-Sicht bravourös schildert (24. Apr., Buchhandlg. am Sand). Und auch die gehbehinderte Laura Gehlhaar ist bundesweit als Inklusionsverfechterin bekannt und liest am 20. April aus ihrem neuesten Buch „Kann man da noch was machen?“ (Treffpunkt Hölertwiete).

Aber auch aktuelle Themen wie Migration und Flucht sind vertreten – passenderweise im Café Refugio. Dort liest am 19.4. der einst aus Sri Lanka geflohene und mittlerweile erfolgreiche deutsche Klinikarzt Umes Arunagirinathan aus seinem Buch „Der fremde Deutsche“ und ebendort lesen am 27.4. die Brüder Thaer und Thamer Imad aus ihren Erinnerungen „Von Tod zu Tod“.

Die SuedLese ist aber vor allem eine Würdigung der lokalen Literaturarbeit. „Es ist faszinierend, wie viele publizierende Schreiberlinge weitestgehend  unentdeckt hier leben und arbeiten“, so Mit-Organisator Heiko Langanke. Denn viele der Schreibenden und Lesenden entstammen direkt der Nachbarschaft. So die Agitatoren der Harburger Schreibwerkstatt wie Heide-Marie Preuß oder Kerstin Brockmann, die auch einen Schreibwettbewerb für den Nachwuchs ausschrieb und am 22. April im Kulturverein „Alles wird schön“ unter den mehr als 40 Einsendungen verleihen wird. Oder die Macher des Harburger Szene-Magazins „heigh“, die sich und den „Poetomaten“ im neuen Kreativort „Kulturwohnzimmer“ im Gloria-Tunnel vorstellen werden (13. / 14. Apr.). Die türkischstämmige Harburgerin Kadriye Bakşi wird aus ihren Kinderbüchern auf Deutsch aber auch türkisch vorlesen (13. Apr.) und die erfolgreiche Harburger Buchautorin Birgit Storm stellt ihren druckfrisch erschienen 3. Krimi „ „Alte Schuld und neues Leid“ erstmals im Rahmen der SuedLese vor.

All das und noch viel mehr an mehr als 20 verschiedenen Orten der Literatur im Süden der Stadt. Ob in Neugraben, Neuwiedenthal, Moorburg, Heimfeld, Harburg-City oder –Hafen, Rönneburg oder Wilhelmsburg – ob in der klassischen  Buchhandlung, an der Universität, in der Kneipe oder Restaurant, im Museum oder Tunnel – es wird gelesen, was das Zeug hält!

Weit über 40 lesende Akteure sind zugange und machen den Hamburger Süden einen ganzen Monat lang zum Literaturfest.

Möglich wird all das vor allem durch Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien, der Alfred Toepfer-Stiftung FVS und auch der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg.

Das komplette Programmheft steht auch hier zum download bereit.

Die Initiative SuedKultur ist ein lockerer und ungeförderter Zusammenschluss von über 40 verschiedenen Kulturinstitutionen des Hamburger Südens. Sie besteht seit nunmehr 10 Jahren, stärkt die Wahrnehmung der Süderelbe-Kultur durch das Terminportal www.sued-kultur.de, seit acht Jahren mit einer jährlichen SuedKultur Music-Night (dieses Jahr am 20. Okt.) und eben den nunmehr dritten Literaturtagen SuedLese.

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