Claudia Roth – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 18 Jul 2024 12:48:14 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Keine Kürzungen im Bundeskulturetat https://www.tiefgang.net/keine-kuerzungen-im-bundeskulturetat/ Fri, 19 Jul 2024 22:25:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11027 [...]]]> Wie das Presseamt der Bundesregierung nun mitteilte, stehen 2025 insgesamt gut 2,2 Milliarden Euro für den Bundeskulturetat zur Verfügung.

Das hat das Bundeskabinett heute mit dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2025 beschlossen. Damit kann der Kulturetat trotz der angespannten Haushaltslage sogar einen leichten Aufwuchs im Vergleich zum Regierungsentwurf 2024 verzeichnen. Da waren Ausgaben in Höhe von insgesamt 2,15 Milliarden Euro vorgesehen. Allerdings waren dies auch rund 254 Millionen Euro weniger als das Soll in 2023.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth: „Mit dem Regierungsentwurf zum Kulturhaushalt 2025 erweist sich die Bundesregierung gerade in diesen herausfordernden Zeiten als verlässlicher Förderer unserer Kultur- und Medienlandschaft. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen können wir die kulturpolitischen Ziele des Koalitionsvertrages weiter voranbringen.“

Zudem beschloss das Kabinett das Wirtschaftsdynamisierungpaket. Die Bundesregierung erkennt darin ausdrücklich die wichtige Rolle der Filmwirtschaft und der Games als zentrale Bereiche für die Kreativwirtschaft und die wirtschaftliche Dynamisierung an. Auch das sei ein gutes Zeichen für die Kultur unseres Landes.

„Gemeinsam mit den Ressorts und den Ländern wollen wir durch ein automatisiertes, steuerbasiertes Zulagensystem hier neue Anreize setzen und Deutschland auch international wieder konkurrenzfähiger machen. Damit können Filmproduktionen nach Deutschland geholt und Produktionen hier gehalten werden. Im Haushalt der BKM stärken wir parallel dazu die kulturelle Filmförderung des Bundes und setzen den Reformprozess für eine modernisierte Filmförderung fort. Ebenso unterstützen wir den Reformprozess der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit einer erneuten deutlichen Erhöhung der Bundesförderung.

Der Kampf gegen Desinformation bedeutet auch, dass Deutschland im Ausland mit journalistischer Qualität vertreten ist. Deswegen sichern wir die Deutsche Welle ebenfalls durch einen Mittelaufwuchs ab.

Mit diesem Etatentwurf sorgen wir außerdem für Kontinuität bei den vom Bund geförderten Kultureinrichtungen. Sie erhalten damit die notwendige Sicherheit für ihre Planungen. Insbesondere die Kostensteigerungen aus der letzten Tarif- und Besoldungsrunde werden erneut durch eine zentrale Vorsorge im Bundeshaushalt abgesichert, wofür ich dem Bundesfinanzminister danke. Dies verschafft den Einrichtungen wichtige Spielräume für ihre inhaltliche Arbeit.“

Für 2025 sind unter anderem folgende Vorhaben geplant:

  • Die kulturelle Filmförderung wird um 11,3 Millionen Euro ab 2025 aufgestockt werden. Formal liegt der Aufwuchs sogar bei über 18 Millionen Euro. Hierin sind allerdings auch die Mittel für die Kinoförderung in Höhe von 7 Millionen Euro enthalten, die zuvor an anderer Stelle im Haushalt verortet waren. In 2026 und 2027 soll ein Aufwuchs von je zwei Millionen jährlich für die kulturelle Filmförderung hinzukommen.
  • Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält weitere 17 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen. Dies stärkt in Zeiten hoher Kostensteigerungen unter anderem den Betrieb der Stiftung.
  • Für die Deutsche Welle sind zusätzliche Mittel in Höhe von 25 Millionen Euro im Vergleich zur Finanzplanung vorgesehen.
  • Mit den Mitteln aus dem Kulturetat 2025 soll die wichtige Arbeit der Gedenkstätten gemäß Koalitionsvertrag gestärkt werden. Als eines der zentralen erinnerungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung wird der Aufbau des Deutsch-Polnischen Hauses mit einer Million Euro vorangebracht.
  • Der KulturPass wird 2025 fortgeführt.
  • Der Bund unterstützt die europäische Kulturhauptstadt Chemnitz mit insgesamt 25 Mio. Euro, hiervon 10 Mio. Euro im kommenden Jahr.
  • Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2025 steht unter dem Vorbehalt der weiteren Haushaltsaufstellung, insbesondere des parlamentarischen Haushaltsverfahrens.

 

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„Eines der wichtigsten kulturpolitischen Vorhaben“ https://www.tiefgang.net/eines-der-wichtigsten-kulturpolitischen-vorhaben/ Fri, 25 Aug 2023 22:10:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10202 [...]]]> Soziokultur oder auch Stadtteilkultur genannt ist heute ein unstrittiger wichtiger Baustein, um Integration, Zusammenleben und Partizipation mittels Kultur zu verbinden. Bei etlichen Kürzungen auch im Kulturbereich sieht es zumindest für den Bundesverein Soziokultur nun nach einer Erhöhung der Fördermittel aus …Für die Förderung und Entwicklung kultureller Teilhabe in Deutschland soll nach den Plänen der Regierungskoalition das Budget des Fonds Soziokultur im kommenden Jahr 2024 angehoben werden.
Die Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat in ihrem Schreiben an den Fonds Soziokultur mitgeteilt: „Ich freue mich, dass dabei für den Fonds Soziokultur die Förderung für das Jahr 2024 um 3,9 Mio. Euro auf insgesamt 5,9 Mio. Euro angehoben werden konnte und ich damit mein politisches Versprechen halten kann. Der Ausbau der Bundeskulturfonds als Innovationstreiber ist mir ein Herzensanliegen als eines der wichtigsten kulturpolitischen Vorhaben des Koalitionsvertrags.“
Alle sechs Bundeskulturfonds sollen nach dem Auslaufen von NEUSTART KULTUR eine Erhöhung ihrer Budgets erhalten und können so weitaus besser die freie Kunst- und Kulturarbeit in Deutschland stützen und entwickeln helfen.
Der Vorsitzende des Fonds Soziokultur, Kurt Eichler, begrüßte diese Nachricht außerordentlich. „Die Erhöhung ist keine Selbstverständlichkeit und ein starkes Statement der Kulturstaatsministerin und ihres Hauses. Der jahrzehntelangen guten Arbeit des Fonds Soziokultur sowie der tausenden durch ihn geförderten Initiativen und Einrichtungen der Kulturellen Bildung, der Soziokultur und Medienkultur wird damit Rechnung getragen.“
„Die Mittel geben uns auch die Möglichkeit, die Erkenntnisse aus dem wertvollen NEUSTART-KULTUR-Programm sinnvoll umzusetzen. Wir können damit die Förderung von Transformationsprozessen in der Soziokultur fortsetzen und mit neuen Partnerschaften innovative Impulse setzen. Bei der Förderung von Kultureller Mitgestaltung und Selbstorganisation durch die Gesellschaft besteht ein erheblicher Nachholbedarf, den können wir damit weitaus besser bedienen.“, so Mechthild Eickhoff, Geschäftsführerin des Fonds.
Im Herbst entscheidet das Parlament über den Haushaltsentwurf. Das starke Signal zur Bedeutung der freien Kulturarbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt jedoch ist gesendet!
Informationen über nächste Ausschreibungen und weitere Aktivitäten finden Sie hier: fonds-soziokultur.de und profil-soziokultur.de

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Culture´s coming home https://www.tiefgang.net/cultures-coming-home/ Fri, 23 Dec 2022 23:12:52 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9593 [...]]]> Nach 125 Jahren sind die ersten Benin-Bronzen jetzt in ihre Heimat zurückgekehrt. Kulturstaatsministerin Roth hat gemeinsam mit Außenministerin Baerbock 20 der wertvollen Kunstwerke bei einer feierlichen Zeremonie in Abuja an Nigeria übergeben. Es sei ein historischer Moment, sagte die Staatsministerin. 

„Wir geben heute Nigeria und den Menschen in diesem Land ihr kulturelles Erbe zurück“, erklärte Kulturstaatsministerin Claudia Roth anlässlich der feierlichen Übergabe der Benin-Bronzen am 20. Dezember in der nigerianischen Hauptstadt.

Gemeinsam mit Außenministerin Annalena Baerbock ist Claudia Roth nach Abuja gereist, um das erste Konvolut der Benin-Bronzen an Nigeria zurückzugeben. Dabei handelt es sich um insgesamt 20 Objekte aus den fünf deutschen Museen der Benin Dialogue Group, die sich zuvor in deren Sammlungen in Berlin, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Köln befanden. Darunter sind etwa Plastiken, die das Antlitz verstorbener Herrscher zeigen, ein Altarhocker sowie ein kostbares Zeremonialschwert.

Die Benin-Bronzen waren 1897 aus dem Palast des Königreichs Edo, im heutigen Nigeria, durch britische Truppen erbeutet worden. Rund 1.100 dieser Objekte befinden sich heute in den Sammlungen deutscher Museen. Am 1. Juli 2022 hatten Deutschland und Nigeria in Berlin eine Gemeinsame Erklärung zur Rückgabe von Benin-Bronzen und bilateraler Museumskooperation unterzeichnet. Sie bildet die Grundlage für die Rückgabevereinbarungen, die die fünf deutschen Museen der Benin Dialogue Group mit Nigeria getroffen haben. Beim Festakt im Juli überreichten Kulturstaatsministerin Roth und Außenministerin Baerbock bereits zwei der Bronzen an die nigerianische Delegation.

Auftakt für weitere Rückgaben

Die Übergabe der 20 Benin-Bronzen sei der Auftakt für die jetzt beginnenden Rückgaben und stehe stellvertretend für die weiteren beteiligten deutschen Museen, erklärte die Kulturstaatsministerin. „Bald werden mehr dieser wunderbaren Bronzen wieder in ihre Heimat zurückkehren“, sagte Roth. Als Leihgaben werden ausgewählte Benin-Bronzen weiterhin in deutschen Museen zu sehen sein. Das haben die Museen der Benin Dialogue Group mit den nigerianischen Partnern vereinbart. Claudia Roth dankte der nigerianischen Seite für ihre Kooperationsbereitschaft und das entgegengebrachte Vertrauen.

Beginn einer engeren Zusammenarbeit

Die Rückgabe solle die Geschichte des Raubes und des Kolonialismus nicht vergessen machen, betonte die Staatsministerin. Sie sei vielmehr wichtig, um uns mit unserer kolonialen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Zugleich sei sie ein Wendepunkt in der internationalen Kulturpolitik und der Beginn einer stärkeren Kooperation zwischen Deutschland und Nigeria.

„Dazu wollen wir die deutsche und nigerianische Zusammenarbeit bei Museen, Ausstellungen, Gegenwartskunst und Archäologie vertiefen“, sagte Roth. Exemplarisch stehen dafür auch das Projekt TheMuseumsLab sowie die Agentur für internationale Museumsarbeit, die sich derzeit im Aufbau befindet.

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Änderungen zur soziale Lage von Kreativen https://www.tiefgang.net/aenderungen-zur-soziale-lage-von-kreativen/ Fri, 09 Dec 2022 23:41:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9556 [...]]]> Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schwierig die soziale Lage vieler Künstlerinnen und Kreativer ist. Jetzt hat der Deutsche Bundestag zwei gesetzliche Neuregelungen verabschiedet, die Künstlerinnen und Kreative künftig besser absichern.

Ab dem 1. Januar 2023 erhalten Künstlerinnen und Künstler, die überwiegend in Kurzzeitverträgen beschäftigt sind, dauerhaft einen erleichterten Zugang zum Arbeitslosengeld I. Insbesondere Schauspielerinnen und Schauspieler und andere Kreative, die vor allem projektbezogen und nur für kurze Zeitperioden beschäftigt sind, werden davon profitieren. Denn häufig können sie die erforderlichen Beschäftigungszeiten nicht erreichen, um Arbeitslosengeld I beziehen zu können.

Eine Sonderregelung, die ihnen daher bislang den Zugang zum Arbeitslosengeld I erleichterte, sollte zum 31. Dezember 2022 auslaufen. Die Ampelkoalition hat sich dafür eingesetzt, diese Regelung zu entfristen und kurz befristet Beschäftigte damit besser abzusichern. Dem hat jetzt der Deutsche Bundestag zugestimmt.

Zuverdienste leichter möglich

Und auch ein weiteres Koalitionsvorhaben hat er verabschiedet. Ab dem 1. Januar 2023 werden die Zuverdienstmöglichkeiten von Künstlerinnen und Publizisten, die einer zusätzlichen nicht-künstlerischen selbständigen Tätigkeit nachgehen, dauerhaft erweitert. Eine allgemein vorgegebene Höchstgrenze fällt künftig weg. Entscheidend für den Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wird sein, welche der selbständigen Tätigkeiten wirtschaftlich mehr ins Gewicht fällt.

Neuregelungen berücksichtigen individuelle Arbeitssituation

„Mit den vom Deutschen Bundestag beschlossenen Vorhaben gehen wir einen wichtigen Schritt, um die oftmals prekäre soziale Lage von Kreativen strukturell zu verbessern“, erklärte Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Die individuellen Lebens- und Arbeitssituationen von Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen fänden damit nun dauerhaft Anerkennung in der sozialen Absicherung, so Roth.

Damit seien zwei Versprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst, sagte die Staatsministerin. Die Bundesregierung werde sich weiterhin für die zukunftsfeste Absicherung künstlerischer Arbeit einsetzen, sicherte Roth zu.

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„Kampf gegen das Clubsterben!“ https://www.tiefgang.net/9340-2/ Fri, 23 Sep 2022 22:59:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9340 [...]]]> Seit nun 10 Jahren ist die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm) als Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland aktiv, vernetzt die Clubs sowie Festivals und vertritt deren Anliegen in der Öffentlichkeit. Das wurde in Hamburg gefeiert …

Die herausfordernden Zeiten der vergangenen Jahre lassen uns jeden Tag merken, es ist wichtig, dass es sie gibt!

Die Feier richtete sich mit besonderem Dank an die Mitglieder für ihr Vertrauen und ihre langjährige Treue, dem ehrenamtlich agierenden Vorstand für all die Mühen sowie Begleiter*innen außerhalb des LiveKomm Kosmos, die uns nach besten Kräften unterstützen.

Hervorzuheben sind die Kulturstaatsministerin Claudia Roth, deren Haus mit den NEUSTART KULTUR Programmen vielen eine Perspektive innerhalb der letzten zwei Jahre gegeben haben. Gleiches galt den Mitgliedern des parlamentarischen Forums für Festival- und Clubkultur, die immer ein offenes Ohr für unsere Belange und Probleme schenken sowie Ina Keßler und dem Team der Initiative Musik, die sich von Anfang an für die Clubkulturförderung engagieren.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Die Gründer*innen und Mitglieder haben den Verein zu dem Netzwerk und dem Sprachrohr für Clubs und Livemusikspielstätten gemacht, zu einem zuverlässigem Ansprechpartner auf Bundesebene. Das beweisen die Vielzahl konkreter Förderprogramme für Clubs und Livespielmusikstätten. Das zeigt aber auch die gestiegene und so wichtige kulturpolitische Aufmerksamkeit auf allen Ebenen für die Situation und für die Belange von Clubs und Musikspielstätten. Vielen Dank für Ihren großen Einsatz!“

Caren Lay, Mitglied des deutschen Bundestags und Sprecherin des parlamentarischen Forums für Festival- und Clubkultur: „Der Bundestag hat letztes Jahr Clubs als Kultur anerkannt und sie so gefördert, sodass sie durch die Krise gekommen sind. Das wäre ohne den Druck der LiveKomm nicht passiert. Sie leistet Großartiges, um Clubkultur zu der Sichtbarkeit, der Anerkennung und dem Respekt zu verhelfen, den sie verdient. Zum 10-jährigen Bestehen gratuliere ich von Herzen. Im Kampf gegen das Clubsterben wird der Verband sicher weiter Wind aufwirbeln und ich unterstütze dabei leidenschaftlich gerne.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik gGmbH: “Ohne die Livekomm und ihre regionalen Netzwerke wäre unsere vielseitige Unterstützung der Livemusikkultur undenkbar gewesen. Der Verband steht seit einem Jahrzehnt für eine gesunde Mischung aus Punkrock und unzähligen konstruktiven Ideen, mit denen sie immer wieder die Bundespolitik überzeugen. Nur durch ihr hartnäckiges und gleichzeitig feinfühliges Vorgehen wurde die Clubkultur „salonfähig“. Die Programme der Musikspielstätten stehen für eine wertvolle Kulturarbeit im gesamten Bundesgebiet. Mit ihren Konzerten von Pop und Rock über Jazz bis hin zu experimenteller Musik begeistern und verbinden sie viele Menschen – und das nicht nur in den Metropolen. Damit leisten die Clubs einen essenziellen Beitrag für unsere vielfältige Musiklandschaft.”

Die Live Musik Kommission e.V. (kurz LiveKomm) ist der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland und repräsentiert mehr als 700 Musikclubs und Festivals in über 100 Städten und Gemeinden. Unsere Mitglieder gehören zu den größten Anbietern lokaler Kulturveranstaltungen, des städtischen Tourismus sowie der deutschen und internationalen Talentförderung. Die Verbindungen von Leidenschaft und Wirtschaft, Kunst und Kommerz, gesellschaftlicher Orientierung und rebellischer Attitüde des Undergrounds sind die Besonderheiten des Verbandes. Im Mittelpunkt steht bei allen Mitgliedern aber die Musik.

 

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Weiterentwicklung von Kampnagel https://www.tiefgang.net/weiterentwicklung-von-kampnagel/ Sat, 07 May 2022 11:14:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9005 [...]]]> Das 2021 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnete Architekturbüro Lacaton & Vassal von Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal hat in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit LV Baumanagement AG aus Hamburg den Zuschlag für die Sanierung und Erweiterung des internationalen Produktionszentrums Kampnagel erhalten.

Damit wird erstmals in Deutschland zusammen mit dem international renommierten Architekturbüro ein Bauprojekt realisiert. Dieses Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung haben heute Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Kultursenator Carsten Brosda gemeinsam im Rahmen des Antrittsbesuchs der Staatsministerin in Hamburg vorgestellt.

Ende 2019 hatte der Bund beschlossen, die Sanierung Kampnagels mit bis zu 60 Millionen Euro zu unterstützen, die in gleicher Höhe von der Stadt kofinanziert werden. Ziel der umfangreichen Modernisierung ist es, das internationale Produktionshaus, das Anfang der 1980er-Jahre auf dem Gelände einer ehemaligen und heute denkmalgeschützten Kranfabrik entstanden ist, als weltweit renommiertes Zentrum für aktuelle Kunst unterschiedlicher Sparten auch architektonisch grundlegend weiterzuentwickeln. Die Sprinkenhof GmbH, die das Projekt im Rahmen des Mieter- Vermieter-Modells ausführen wird, hat für die Architekturleistung eine europaweite Ausschreibung durchgeführt, an der mehrere renommierte Büros teilgenommen haben. Den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes hat die ARGE bestehend aus dem Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal und LV Baumanagement AG bekommen. Die Pritzker-Preisträger Lacaton & Vassal hatten bereits eine erste Konzeptstudie erstellt, die Grundlage der Ausschreibung war.

Die Modernisierung von Kampnagel ist eines der großen Projekte, mit denen Bund und Hamburg gemeinsam die Kultur in Hamburg ausbauen wollen. Weitere wichtige Projekte, über die sich die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth gemeinsam mit Kultursenator Carsten Brosda in Hamburg informiert hat, sind der Bau des neuen Deutschen Hafenmuseums, die Stärkung des Reeperbahn Festivals und die Aufarbeitung des Kolonialen Erbes mit der Rückgabe der Benin-Bronzen, die derzeit im MARKK zu sehen sind.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Hamburg wird in den kommenden Jahren zusammen mit dem Bund zahlreiche große Projekte umsetzen, die die Kulturstadt auch im internationalen Vergleich weiter stärken werden. Dabei werden wir gemeinsam die kulturelle Infrastruktur ausbauen, wie mit dem Bau des Deutschen Hafenmuseum oder der Weiterentwicklung von Kampnagel. Wir wollen aber auch die Stimme der Kultur stärken, zum Beispiel durch eine vertiefte Zusammenarbeit beim Reeperbahn Festival, und uns gemeinsam der Verantwortung aus unserer Geschichte stellen, wie bei der Aufarbeitung des kolonialen Erbes.

Ein wichtiges gemeinsames Projekt wird in den kommenden Jahren die Weiterentwicklung von Kampnagel sein. Kampnagel ist ein internationaler Ort der Kunst und der Begegnung. Die Sanierung unterstreicht diese Offenheit und Zugewandtheit des Hauses und schafft Zugänge, physisch, künstlerisch, gesellschaftlich. Es entstehen Räume der Begegnung und des gemeinsamen Austauschs über die gesellschaftlichen Themen mittels der Kraft der Kunst. Es gibt wohl weltweit nicht viele Architekten, die wie Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal so kreativ und sensibel mit der Seele dieses denkmalgeschützten Ortes der Kultur arbeiten können. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Pritzker-Preisträgern und auf deren Impulse für Kampnagel.“

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Hamburg ist ein Leuchtturm des gelebten Kulturföderalismus in Deutschland. Ihre kreative Vielfalt verdankt die Hansestadt auch der Kulturfabrik Kampnagel, die als Motor der Freien Kulturszene weit über Deutschland hinausstrahlt. Damit das Haus seine internationale Schubkraft künftig weiter ausbauen kann, unterstützt die Bundesregierung Kampnagel und das Bündnis der Produktionshäuser mit erheblichen Mitteln.“

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel: „Ich freue mich sehr, dass das internationale Büro Lacaton & Vassal den Zuschlag bekommen. Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal arbeiten an bestehenden Gebäuden mit der Präzision von Archäologen und beschäftigen sich immer erstmal intensiv mit dem, was bereits da ist und mit der sozialen und kulturellen Verortung. Sie sie sind Expertinnen und Experten darin, das Potenzial von Bestehendem zu erkennen und es gleichzeitig in etwas Neues und Zeitgemäßes zu transformieren. Dabei gehen sie stets von den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer aus und schaffen Räume von größtmöglicher Flexibilität, Autonomie und Transparenz. Bei ihrem Konzept für Kampnagel hat genau diese Herangehensweise überzeugt: die Geschichte und gewachsene Struktur des Ortes zu berücksichtigen, ohne Fragen von Klima, Nachhaltigkeit, neuen Funktionen und Sichtlinien zu vernachlässigen. Eine derart umfangreiche Sanierung hat in kulturell umgenutzten Fabrikhallen in Europa bisher nicht stattgefunden. Die neue Architektur und der Nutzerinnen und Nutzer-orientierte Ansatz von Lacaton & Vassal verbinden sich in einzigartiger Weise mit den kuratorischen Visionen von Kampnagel. Ich bin deshalb überzeugt, dass Lacaton & Vassal im Einklang mit unserem Programm ein interdisziplinäres und innovatives Kunstzentrum der Zukunft gestalten werden.“

Jan Zunke, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Die Sanierung der städtischen Kultureinrichtungen ist erforderlich, um der Bedeutung der Einrichtungen für die Kulturmetropole Hamburg gerecht zu werden. Wir freuen uns daher, mit dem Ergebnis der Ausschreibung eine Arbeitsgemeinschaft ausgewählt zu haben, um die erforderlichen Schritte machen zu können, so dass eine langfristig angelegte und werterhaltende Bauunterhaltung und Bewirtschaftung von Kampnagel gewährleistet ist. Mit der Weiterentwicklung dieses Standortes ist sichergestellt, dass auch in Zukunft ein belebender und funktionierender Theater- und Produktionsbetrieb den Kulturstandort Hamburg bereichert. Mit der Auswahl dieses renommierten und erfahrenen Architekturbüros wird die Grundlage geschaffen, behutsam und mit Bedacht diese besondere Kultureinrichtung zukunftsfähig aufzustellen, ohne den Charakter dieses einzigartigen Ortes zu verlieren. Wir freuen uns bei diesem besonderen Vorhaben auf eine weiterhin gute und konstruktive Zusammenarbeit.“

Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal: „Kampnagel ist ein faszinierender Ort, ein Sinnbild für Hamburg und seine Beziehungen zur Welt. Es ist für uns eine große Motivation und eine große Freude, an diesem Projekt zu arbeiten. Das Theater hat dem Fabrikgelände, auf dem es entstanden ist, seinen Stempel aufgedrückt und seine Seele eingehaucht und dabei den industriellen Charakter des Ortes nicht überschrieben, sondern ihn sich zunutze gemacht. Wir wollen mit unserer Arbeit die von Produktion und Kreativität geprägte Atmosphäre und die ursprüngliche industrielle Identität des Ortes erhalten, aber ohne Nostalgie, sondern mit dem Ehrgeiz, das Theater für sein Programm und die Nutzerinnen und Nutzer zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehört auch, Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umwelt und Energieeffizienz zu berücksichtigen, die unterschiedlichen Nutzungen und Architekturen weiterhin sichtbar zu machen und neue Räume in diesem Sinne mit einer zeitgenössischen Architektur hinzuzufügen, möglichst bei fortlaufendem Spielbetrieb.“

Was ist auf Kampnagel geplant?

Mit der Sanierung und Erweiterung der Gebäude und des Geländes von Kampnagel soll das internationale und interdisziplinäre künstlerische Profil des Hauses gefestigt werden. Die historischen Kampnagel-Hallen sollen stärker geöffnet und für einen flexiblen Spielbetrieb ausgestattet werden. Die Probenmöglichkeiten sollen deutlich verbessert und erweitert und eine Unterbringungsmöglichkeit für kurz- und längerfristige Aufenthalte von Künstlergruppen aller Genres geschaffen werden. Kassen, Foyers, Sanitäreinrichtungen und Restaurant sollen ebenfalls überarbeitet beziehungsweise neu platziert werden. Auch das Verwaltungsgebäude soll saniert und neu geordnet werden. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kampnagel sollen sich verbessern und die Ausstattung der Veranstaltungsflächen, unter anderem von Bühnen- und Haustechnik, an den heutigen internationalen Standard angepasst werden. Zudem ist geplant, Hallen, Garten und Osterbekkanal miteinander zu verbinden und für Besucherinnen und Besucher und in den Stadtteil zu öffnen. Dabei soll vor allem die Kampnagel-typische offene, rauhe und freie Atmosphäre erhalten und gestärkt werden.

Mit der Beauftragung der ARGE startet jetzt die Detailplanung. Die Umsetzung soll ab 2025 in mehreren Abschnitten erfolgen, sodass der Spielbetrieb durchgehend weiterlaufen kann.

Das Architekturbüro

Die Architekten Anne Lacaton & Jean-Philippe Vassal gehören nicht erst seit der Verleihung des Pritzker-Preises 2021 zu den international wichtigsten Vertreterinnen und Vertretern einer pragmatischen, sozialen Architektur, die sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen Grundlagen des Bauens hinterfragt und die dabei außergewöhnliche Lösungen entwickeln. „Never demolish“ – „Niemals abreißen“: Diesem Kernsatz folgend, nähern sich Lacaton & Vassal ihren Projekten mit größter Wertschätzung und Präzision und entwickeln dabei überraschende, neue, nachhaltige und in ihrer Einfachheit spektakuläre Lösungen.

Von ihnen wurde 2001 und 2012 das Palais de Tokyo in Paris mit einfachsten Mitteln in einen Ort der Freiheit für die Kunst verwandelt. Durch Umsetzung nur der absolut notwendigsten Veränderungen im nahezu auf den Rohbau zurückgefallenen ehemaligen Ort des Centre Pompidou gelang es Lacaton & Vassal, dem Gebäude eine vielschichtige Gelassenheit zu geben, die für dort ausstellende Künstlerinnen und Künstler (vor kurzem zum Beispiel Anne Imhof) einen höchst kreativen Raum lässt.

Einen Wohnblock mit 500 Wohnungen (Bordeaux, 2017) zu sanieren und dabei jede Wohnung um 20 Quadratmeter zu erweitern, ohne dass die Bewohner ausziehen müssen, ist ein Paradebeispiel für die Präzision mit der Lacaton & Vassal vorgehen.

Jean-Philippe Vassal beschreibt den Umgang mit dem Bestehenden: „Das Vorhandene hat einen Wert, wenn Sie sich die Zeit und Mühe nehmen, es sorgfältig zu betrachten. Tatsächlich ist es eine Frage der Beobachtung, sich einem Ort mit frischen Augen, Aufmerksamkeit und Präzision zu nähern… die Werte und die Mängel zu verstehen und zu sehen, wie wir die Situation ändern können, während wir alle Werte des Vorhandenen beibehalten.“

Kampnagel bekommt einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer

Jonas Zipf (39) kommt im August 2022 als Kaufmännischer Geschäftsführer zu Kampnagel Hamburg. Das hat der Aufsichtsrat der Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH einstimmig beschlossen. Jonas Zipf ist seit 2016 Werkleiter von JenaKultur, dem Eigenbetrieb der Stadt Jena für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus. Vorherige Stationen waren die Schauspieldirektion am Staatstheater Darmstadt, als Leitender Dramaturg/Künstlerischer Leiter und Gesellschafter am Theaterhaus Jena, sowie Tätigkeiten am Thalia Theater Hamburg und der Schaubühne Berlin.

Quellen: www.pritzkerprize.com; www.hamburg.de/bkm 

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Arbeiten am Museum der Arbeit https://www.tiefgang.net/arbeiten-am-museum-der-arbeit/ Fri, 25 Feb 2022 23:26:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8787 [...]]]> Im Torhaus des Museums der Arbeit in Barmbek entsteht ein attraktiver zusätzlicher Museumsbereich.

Der neue Bereich beinhaltet eine neue Gastronomie und ein offenes Forum, in dem die Fragen zur Zukunft der Arbeit behandelt werden können. Die Umbauarbeiten haben jetzt begonnen und sollen 2023 beendet sein. Die Erweiterung ist ein wichtiger Schritt im laufenden Modernisierungsprozess des Museums, das vor 25 Jahren eröffnet wurde.

 Finanziert durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,82 Millionen Euro und weiteren 2,85 Millionen Euro von Seiten der Freien und Hansestadt Hamburg kann passend zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Museums der Arbeit mit der denkmalgerechten Sanierung am Torhaus des ehemaligen Fabrikensembles begonnen werden. Im Rahmen des Hamburger Mieter-Vermieter Modells (MVM) setzt die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin die Baumaßnahmen um. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird in der zweiten Jahreshälfte 2023 in den frisch sanierten Räumen eine neue Gastronomie eröffnen und mit dem „Forum Zukunft gestalten“ neue sogenannte Kompetenzwerkstätten entstehen, in denen die Besucherinnen und Besucher die Zukunft der Arbeit selber ausprobieren können. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung des neuen Torhaus bekommt das Museum 250.000 Euro aus Mitteln der Innovationsoffensive Museen der Kulturbehörde.

Im Jahr 2014 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Mittel für die Sanierungsarbeiten des Gebäudes zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der architektonischen Entwürfe des Büros SIBYLLE KRAMER ARCHITEKTEN BDA wird mit dem neuen Torhaus ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit geschaffen.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Es ist für mich ein Grund zur Freude, dass die Arbeiten am Torhaus des Museums der Arbeit in Hamburg jetzt begonnen haben und der Bund dazu einen wichtigen finanziellen Beitrag leistet. In diesem Projekt verbinden sich die Verantwortung für historische Industriekultur mit den Möglichkeiten einer behutsamen denkmalgerechten neuen Gestaltung, die Raum für Begegnungen schafft. Die Modernisierung des Barmbeker Museums reiht sich ein in eine Vielzahl erfolgreicher gemeinsamer Projekte in enger Kooperation zwischen dem Bund und der Freien und Hansestadt Hamburg.“ 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Erweiterung des Museums der Arbeit um das historische und denkmalgeschützte Torhaus öffnet sich das Haus weiter in die Stadtgesellschaft. Inhaltlich nimmt das Museum die Zukunft der Arbeit verstärkt in den Fokus. Damit leistet das Haus auch einen wichtigen Beitrag zur Debatte, wie wir künftig arbeiten wollen. Hamburg bekommt einen attraktiven Ort, an dem wir darüber diskutieren können, wie unterschiedlich sich die Folgen auf einzelne Branchen und Berufe auswirken und welche Antworten wir als Gesellschaft auf diese Umbrüche finden wollen und finden können. Darauf freue ich mich!“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „Mit der jetzt startenden Neugestaltung des Torhauses nimmt die Modernisierung des Museum der Arbeit erstmals sichtbar Gestalt an. Parallel zu den anderen Haupthäusern unserer Stiftung macht sich auch dieses Museum auf den Weg, um durch sensible Erneuerung und Innovationen weiterhin für die Besucherinnen und Besucher ein attraktives Ziel zu bleiben. Dabei freut es mich besonders, dass mit dem Torhaus und dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ gleich auch schon Maßnahmen verwirklicht werden können, die auf eine verstärkte Öffnung für das Publikum zielen, hier konkret durch das Angebot eines niedrigschwellig zugänglichen, sozialen Raumes für Austausch, Begegnung, Kreativität und vieles andere mehr. Mit einer charakteristischen thematischen Prägung reiht sich das Museum der Arbeit ein in den Kreis der Museen in Hamburg und in der SHMH selbst, die mit vergleichbaren neuen räumlichen und inhaltlichen Angeboten schon erfolgreich sind.“

Prof. Dr. Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit: „Mit der denkmalgerechten Sanierung des Torhauses wird der Erhalt des letzten unsanierten Gebäudes eines für Hamburg wichtigen Fabrikensembles und Industriedenkmals gesichert. Die Verlagerung der Museumsgastronomie, das Schaffen neuer Kompetenzwerkstätten und des ‚Forums Zukunft gestalten‘ ist dabei der erste Schritt einer umfassenden Modernisierung der Museumsgebäude und seiner Dauerausstellungen. Mit dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ schaffen wir einen Ort der Kommunikation und des Diskurses, einen Raum, der zur Mitgestaltung der Zukunft der Arbeit motivieren soll.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Der Sanierungsbeginn des Torhauses in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Beibehaltung der Geschichte und Kultur Hamburgs dar. Mit dem neuen Torhaus soll ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme geschaffen werden. Ob Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs – der Erweiterungsbau soll für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate Platz bieten und Raum und Gelegenheit für kreatives Arbeiten schaffen. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt realisieren zu können.“

Die Umbaumaßnahmen am Torhaus des Museums der Arbeit

Mit der Sanierung wird die ehemalige Kubatur des Torhauses wiederhergestellt, um damit den historischen Kontext im gesamten Gebäudeensemble deutlich zu machen. Auf diese Weise erhält das Gebäude durch die Rekonstruktion des früheren Dachbereiches ein Obergeschoss, das für besondere Formate der pädagogischen Vermittlungsarbeit genutzt werden kann. Darüber hinaus soll das Torhaus zukünftig direkt über einen verglasten Übergang von den Ausstellungsräumen des Museumsgebäudes erreichbar sein.

Im Erdgeschoss des Torhauses wird neben der Gastronomie das „Forum Zukunft gestalten“ einziehen. Die dort installierten Themeninseln, an denen sich neben Objekten aus der Sammlung auch Innovatives aus der Arbeitswelt und digitale Medienstationen befinden werden, sollen regelmäßig wechseln, um immer wieder neue Fragestellungen zu thematisieren. Durch die direkte Nähe zur Gastronomie öffnet sich das Haus auch noch stärker nach außen. Die neu gestalteten Räumlichkeiten sollen auch für Veranstaltungs-formate wie Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs genutzt werden.

Das durch die Umbauten neu entstehende Obergeschoss soll für die Einrichtung von zwei sogenannten Kompetenzwerkstätten genutzt werden. In den Kompetenzwerkstätten „Technik“ und „Kreativität“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit haben, sinnliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Techniken und Materialien zu machen. Ein dritter Raum wird für dialogische Formate zur Verfügung stehen, so dass in den Räumen an den Vormittagen ein Programm für Schulklassen, an den Nachmittagen offene Programme für verschiedenste Nutzerinnen und Nutzer und an den Wochenenden Kurse oder Kindergeburtstage stattfinden können. Damit ergänzen die neuen Kompetenzwerkstätten das bisher sehr erfolgreiche Format der offenen Werkstätten im Museum der Arbeit.

Das „Forum Zukunft gestalten“ und das „Startup Torhaus“

Mit dem „Forum Zukunft gestalten“ entsteht im Torhaus ein neuer, interaktiver Denk-, Handlungs- und Erfahrungsraum. Unter der Leitfrage „Wie soll sich die Arbeit in Zukunft verändern?“ soll an einem offenen Ort über Ideen zu zukünftigen Formen und Konzepten von Arbeit gedacht und diskutiert, verhandelt, gespielt und gebaut werden. Das thematische Spektrum soll von den Feldern Ökonomie und Gerechtigkeit über Ökologie und Nachhaltigkeit bis zu Diversität und Teilhabe sowie Digitalität und Technik reichen. Mit dem entsprechenden Programm wurde bereits vor den Umbaumaßnahmen von August bis November 2021 unter dem Titel „Startup Torhaus“ begonnen. Die Veranstaltungsreihe war eine erste Plattform, um neue Formate zu testen, ein Netzwerk aufzubauen und Menschen, Organisationen und Initiativen zusammenzubringen, die die Zukunft der Arbeit aktiv mit gestalten wollen. Es wurden neue Diskussionsformate und Workshops ausprobiert und erste Kreativ-Werkstätten mit Kinder und Jugendlichen initiiert. Während der Sanierung wird der Planungsprozess fortgeführt mit der Reihe „Torhaus goes…“. Dann ist das Museum mit einem Programm zur Zukunft der Arbeit an weiteren Orten in Hamburg zu Gast, unter anderem im Freiraum des Museums für Kunst und Gewerbe und im Säulensaal des Altonaer Museums.

Das Torhaus und der Standort Museum der Arbeit

Das Museum der Arbeit ist in den Gebäuden auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) untergebracht. Die Wahl des Standortes für das Museum fiel mit der ehemaligen Produktionsstätte der NYH in Barmbek auf eines der ältesten noch existierenden Fabrikensembles Hamburgs, das dort seit 1871 aufgebaut und ständig erweitert wurde. Wie kein anderer Standort in Hamburg veranschaulicht das denkmalgeschützte Ensemble die Industrialisierung Hamburgs anhand von „Alter Fabrik“ und „Neuer Fabrik“, Fabrikhof, Kesselhaus, Zinnschmelze und Torhaus. Seit 1992 wurden die Fabrikgebäude zum Museum umgestaltet. Das erste Ausstellungsgebäude, die „Neue Fabrik“, wurde 1996 fertig gestellt. Dort befindet sich seit 1997 die ständige Ausstellung des Museum und in der 3. Etage die Fläche für die wechselnden Sonderausstellungen. Im Oktober 1999 konnte das renovierte Erdgeschoss der „Alten Fabrik“ in Nutzung genommen werden. 2006 wurde ein weiterer Teil der „Alten Fabrik“ fertig gestellt. Im Sommer 2013 erfolgte die Sanierung des Museumshofes.

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