Conny Schramm https://www.tiefgang.net Wed, 03 May 2023 15:50:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Die 8. SuedLese startet! https://www.tiefgang.net/die-8-suedlese-startet/ Fri, 05 May 2023 22:25:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9923 [...]]]> Vier Wochen steht die Literatur im Fokus des Südens Hamburgs. Und gleich die erste Woche zeigt: Themen rund um Kinder, Knast und Comic – zum Hören, Lesen und Selbstschreiben – die 8. SuedLese ist vielfältig breit aufgestellt. Nun geht es los!

Die 8. SuedLese-Literaturtage starten am Mo., 15. Mai. Und der Auftakt des mehr als vier Wochen andauernden Literaturfestes im Süden Hamburgs beginnt märchenhaft und musikalisch zugleich.

Mo., 15. Mai, 19 Uhr Speicher am Kaufhauskanal, Blohmstr. 22, 21079 HH (Harburg-Hafen)

„Hokuspokus Hexenschuss. Engelbert Humperdinck nach 100 Jahren“

… ist der Titel einer Lesung rund um den Komponisten Engelbert Humperdinck, der 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Berühmt ist seine Oper „Hänsel und Gretel“ und Christian Ubber und Henry C. Brinker machten sich auf seine Spurensuche. Sie erzählen am ersten SuedLese-Abend über spannende Hintergründe eines bewegten Lebens, die durch eindrucksvolle Musikbeispiele ergänzt werden.

Dr. Christian Ubber ist Leiter der Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck in Siegburg. Henry C. Brinker arbeitete als Journalist und Medienmanager und ist in Harburg als Betreiber des Speichers am Kaufhauskanal bekannt.

Eintritt frei!

 

Mi., 17. Mai

10 Uhr, Fensterlesung für Kinder ab 4 Jahren am HinZimmer, Hinzeweg 1, 21075 HH-Heimfeld

Am 17. Mai und dann jeden Mittwoch um 10 Uhr starten die „Fensterlesungen“ am HinZimmer der Bürgerstiftung Hamburg. Vorleser*innen aus dem Projekt „LeseZeit“ lesen oder erzählen verschiedene Geschichten aus dem Fenster mit dem Kamishibai vor. Die Kinder und Erwachsenen sitzen draußen auf dem Vorplatz und hören zu (bei Regen im HinZimmer). So entsteht ein tolles Vorleseangebot für Familien oder Kindergruppen aus Schule und Kita in der Heimfelder Nachbarschaft.

Kitas und Schulen können sich gerne mit Kindergruppen bis zu 25 Kindern anmelden. Spontanbesuche von Kindern aus der Nachbarschaft sind jederzeit möglich.

Der Eintritt ist frei! Kontakt: hinzimmer@buergerstiftung-hamburg.de

 

Kinderlesungen am Heimfelder HinZimmer

15 Uhr, Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21149 HH-Neugraben

Tanja Esch – Comicworkshop „Mein besonderes Haustier“

Für Kinder von 9-14 Jahre!

Wie denkt man sich selbst einen Comic aus? Autorin und Zeichnerin Tanja Esch verrät Tipps und Tricks, wie man sich Figuren ausdenkt, gute Gesichtsausdrücke zeichnet, Sprechblasen anordnet und so weiter! Und sie hilft euch dabei, euch ein besonderes Haustier auszudenken und euren eigenen Comic über es zu zeichnen!

Teilnahme kostenlos – Anmeldung erwünscht! 

 

19 Uhr, Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 HH-Heimfeld

Doppellesung mit Conny Schramm & Cord Buch

Die in Harburg arbeitende und lebende Conny Schramm wurde kürzlich für ihr Debüt „Mein ungebügeltes Leben“ in der Schweiz geehrt. Ein autobiographisches Werk über eine Kindheit in der DDR, christlichem Elternhaus und ,real existierendem Sozialismus‘.

Cord Buchs neues Werk „Todesengel im Viertel“ hat Frauenhass zum Thema und ist der vierte Fall für Hauptkommissar Werner Jensen im Hamburger Schanzenviertel: Eine vergiftete Frau vor einer Pfarrei, eine verbrannte vor einer Freikirche und eine gesteinigte vor einer Moschee. Die Morde scheinen zusammenzuhängen, aber die Spurenlage ist mehr als dürftig.

Eintritt frei!

 

Do., 18. Mai , 19.30 Uhr, Sauerkrautfabrik, Kleiner Schippsee 22, 21073 HH-Harburg

Erstmals als Leseort bei der SuedLese dabei ist die Sauerkrautfabrik. Sie bietet einen DIY (do it yourself)-Leseabend an, zu dem Interessierter ihre Bücher oder selbstgeschriebenen Texte mitbringen, lesen oder lesen lassen und darüber diskutieren.

Eintritt frei!

Sa./So., 20./21. Mai, 14 Uhr, VHS-Zentrum Harburg Carrée,  Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Anke Wistinghausen – Schreiben – die ersten Schritte gehen

Ebenso zum aktiven Mitmachen lädt am Wochenende dann die Harburger Volkhochschule zu einem Schreibkursus mit Autorin und Dozentin Anke Wistinghausen. Dieser Kurs richtet sich an Teilnehmende, die den Wunsch haben, das Schreiben zu erlernen, bisher aber noch nicht den Mut gefunden haben, den ersten Schritt zu gehen. Mithilfe unterschiedlicher Übungen werden Schritt für Schritt verschiedene Kreativtechniken trainiert und erste kleine Texte zu Papier gebracht. Alle, die Spaß und Freude daran haben, können das Schreiben erlernen. Wer möchte darf vorlesen und alle anderen lernen wertschätzendes Feedback zu geben. Bitte Schreibutensilien (Papier und Stift oder Laptop) mitbringen. Kursnummer: 0550SHH04;

55,- € Gebühr für beide Tage!

 

Lisa Roy in der Wilhelmsburger Buchhandlung Lüdemann

Sa., 20. Mai, 18 Uhr, Buchhandlung Lüdemann, Fährstr. 26, 21107 HH-Wilhelmsburg

Lisa Roy – Keine gute Geschichte

Mit der frisch gefeierten Debüt-Autorin Lisa Roy aus Köln startet die SuedLese in Wilhelmsburg.

Ein autofiktionales Werk. Arielle Freytag, Anfang dreißig, hat es eigentlich geschafft: Aufgewachsen im prekären Essener Stadtteil Katernberg, verdient sie als Social-Media-Managerin in Düsseldorf mittlerweile viel Geld. Bis eine Depression sie aus der Bahn wirft und für eine Weile in die “Klapse” bringt. Kaum wieder zu Hause, erreicht sie ein Anruf aus Katernberg, und zum ersten Mal seit zwölf Jahren kehrt Arielle an den Ort ihrer Jugend zurück. Dort werden seit ein paar Tagen zwei Mädchen vermisst – was Arielle mit Wucht an ihre vor Jahren verschwundene Mutter erinnert. Damals blieb sie allein bei ihrer eigenwilligen Großmutter zurück. Wer ihr Vater ist, weiß sie nicht, auch ihr dunkles, lockiges Haar und die Hautfarbe sind nur ein vager Hinweis: türkisch, arabisch, iranisch? Während in Katernberg fieberhaft nach den Mädchen gesucht wird, stellt Arielle sich den schmerzhaften Fragen, auf die sie immer dringender Antworten braucht. Hat ihre Mutter sie verlassen, oder ging sie nicht freiwillig?

 

So., 21. Mai, 10.15 Uhr: VHS Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, 21073 HH-Harburg

Volker Butenschön – Handlettering – schöne Buchstaben zeichnen, pinseln, dekorieren

Wiederum zum Aktivwerden lädt die Volkshochschule mit einem Schrift-Kursus ein.

Es werden Grundlagen für das Gestalten von Handlettering-Schriftbildern vermittelt: klassische Druckschriften skizzieren, kalligrafische Federzüge ausprobieren, das Arbeiten mit Brushpens / Pinselstiften. Anschließend können daraus in der Kombination eigene kleine Buchstabenwerke und Schriftkarten entwickelt werden. Kursnummer: 0192SHH15

Gebühr: 4,- € vor Ort!

 

19 Uhr: Rieckhof-Kneipe, Rieckhoffstr. 12, 21073 HH-Harburg

Simone Buchholz – Knastpralinen

Die erste SuedLese-Woche schließt dann in einer Kneipe und beim Krimi.

Zu Gast ist die bekannte Krimi-Autorin Simone Buchholz. Für ihre Chastity-Riley-Reihe wurde sie mit dem Radio-Bremen-Krimipreis, dem Crime Cologne Award, dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Zum Neulingswerk „Knastpralinen“: An einem heißen Sommertag schwimmen bei St. Pauli auffällig viele Körperteile von Männern in der Elbe. Von den Körpern zunächst keine Spur. Da die zu den Körperteilen gehörenden Männer anscheinend von niemandem vermisst werden, stellt sich für Kommissarin Riley die Frage, ob sie der Welt wirklich einen Gefallen tut, wenn sie die Täter dingfest macht. Außerdem hat sie eigentlich ganz andere Probleme. Sie will die beiden Typen finden, die ihre Freundin Carla vergewaltigt haben.

Eintritt frei / Spende erbeten! 

Zur SuedLese:

Die jährlichen SuedLese-Literaturtage sind ein Kooperationsprojekt der Initiative SuedKultur zur Stärkung des literarischen Lebens im Süden Hamburgs. „Orte der Worte“ stellen sich aber auch lokale wie überregionale Autor*innen vor, bieten Kurse oder Mitmachaktionen. Mittlerweile reichen die meist vierwöchigen Lesetage von Hamburg-Wilhelmsburg über den Bezirk Harburg bis in den Landkreis Harburg (Niedersachen) und finden an über 40 Orten statt.

Die SuedLese ist ein offenes Literaturformat, das dieses Jahr von NEUSTART KULTUR des Deutschen Literaturfonds e.V., der Behörde für Kultur & Medien Hamburg, dem Bezirk HH-Mitte und dem Bezirk HH-Harburg gefördert wird.

Mehr Infos sowie zum Programmheft: www.suedlese.de

 

 

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Eine literarische Schnitzeljagd im Süden Hamburgs https://www.tiefgang.net/eine-literarische-schnitzeljagd-im-sueden-hamburgs/ Fri, 28 Apr 2023 22:29:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9902 [...]]]> Die SuedLese hat sich in Hamburgs Süden als großartiges Literaturfest etabliert und ist ein literarisches Manifest der südlichen Metropolregion Hamburg. Nun machen die 8. SuedLese-Literaturtage vom 15. Mai bis zum 18. Juni 2023 Hamburgs Süden erneut zu einer einzigen Buchsafari.

Das Lesefest ist eine umfassende Kooperation vieler „Orte der Worte“ aus dem südlichen Bezirk Hamburg-Mitte, dem Bezirk Hamburg-Harburg und dem zu Niedersachsen zählenden Landkreis Harburg. Dazu gehören zum Beispiel die Gemeindebüchereien in Stelle, Winsen und Jesteburg, das Kiekeberg-Museum oder der KulturPunkt Moisburg. Auch Buchhandlungen sind dabei wie Lüdemann in Wilhelmsburg, die Buchhandlung in Hanstedt oder am Harburger Sand. Die Bücherhallen von Harburg, Wilhelmsburg und Kirchdorf laden ebenso ein wie auch die Volkshochschulen. Neben diesen für Lesungen üblichere Stätten findet die SuedLese 2023 auch an weiteren Kulturorten statt wie Kneipen oder einfach “draußen“. Zudem gibt es auch Angebote für das Selberschreiben wie etwa an einem öffentlichen Bücherschrank.

Nicht nur die „Großen“ kommen auf ihre Kosten, es gibt zahlreiche Angebote für Kinder. Der auch schon für die letztjährige SuedLese spezialverantwortliche Projektleiter Jörn Waßmund betont: „Es ist großartig, wie immer mehr Kulturorte Jahr für Jahr bemüht sind, der Literaturszene ihre angemessene Würdigung zukommen zu lassen. Und vor allem: Mit welch großem Engagement so vielfältige Formate auf die Beine gestellt werden.“

Los geht es am 15. Mai im Speicher am Kaufhauskanal mit einer musikalischen Lesung zu Engelbert Humperdinck, dem Komponisten von „Hänsel und Gretel“. Den Abschluss bildet dann am 18. Juni die Autorin Katrin Seddig mit ihrem Neulingswerk „Nadine“ im Treffpunkthaus Heimfeld.

Neben lokalen Autor*innen wie Conny Schramm, Kathrin Hanke, Ulrich Lubda oder Christoph Rommel kommen dieses Jahr auch Lesegrößen wie der TV- und Bühnen-Schauspieler Christian Redl, Lisa Roy, Dennis Gastmann, Sabrina Janesch oder Katrin Burseg. Für Kinder gibt es Literatur am Fenster, im Bürgerhaus oder am Elbdeich. Mit über 40 „Orten der Worte“, mehr als 60 Terminen mit noch viel mehr Autor*innen, gilt es, den Süden Hamburgs zu einem Paradies des literarischen Geschehens zu machen und zu entdecken. „Es wird eine Art literarische Schnitzeljagd“, freut sich Waßmund und resümiert: „Literatur hat im Süden seinen Platz wie auch die Musik und die Kunst: Diese ungewöhnliche Kooperation in der Kultur findet schon weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung.“ Und das hat seine Geschichte. Nachdem 2010 das Netzwerk SuedKultur mit der jährlichen SuedKultur Music-Night der Musik als erstem Genre ein Forum gab, folgte 2015 die erste SuedLese für Literatur und 2019 die Kunstleihe Harburg für die Kunst. Die Grundidee ist stets dieselbe: die Akteur*innen des jeweiligen Genres entwickeln die Ideen und Formate zusammen, kooperieren und wandeln Jahr für Jahr Akzente.

Den Blick über den eigenen Tellerrand merkt man auch an den besonderen Formaten: die Sammlung Falckenberg etwa beleuchtet Texte von Bildenden Künstler*innen. In Neugraben wird unterm Kirschbaum gelesen und in Harburg in den Kneipen. Eine Comiclesung findet im Rockclub statt und auf dem Hafenfest lädt der Poetomat zur Poesie im öffentlichen Raum. Und wo man nicht zur Literatur kommt, kommt sie – wie beim Heimfelder Seniorenheim Domicil – eben zum Publikum.

SuedLese-Initiator Heiko Langanke: „Dieser Wille von Kulturorten und Kulturschaffenden etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Hamburger Südens. Da kommen Ideen und Macher*innen zusammen, die dafür sorgen, dass mit einem vergleichsweise kleinen Etat das Maximum herausgeholt wird!“

Jedes Jahr bieten sich auch neue Orte an, haben lokale und auch überregionale Autor*innen neue Bücher, Themen und Ideen im Gepäck. „Und es ist schön zu sehen, wie manche Autor*innen ihren Weg gehen, Preise bekommen, Beachtung und ihr Publikum finden“, so Langanke. Denn genau dies ist die Idee der SuedLese – zeigt her was ihr habt, was ihr macht und wo ihr steckt. Und so wird selbst für die angestammten Südelbianer*innen jede SuedLese immer auch eine Bestandsaufnahme des literarischen Lebens im Süden der Großstadt.

Eine Bereicherung für das SuedLese Team und die SuedLese-Neugierigen ist dabei Sebastian Hamel, der als Abschlusspraktikant des Poesie-Studiengangs an der Medical School Hamburg im Harburger Hafen bei einigen Autor*innen und Leseorten mal genauer nachgefragt hat. Die Interviews sind in Kürze im SuedKultur-Online-Feuilleton www.tiefgang.net zu lesen.

Besonderen Dank gilt noch einmal einer Restförderung durch den Fonds NEUSTART KULTUR über den Deutschen Literaturfonds, der uns besonders über die schweren Zeiten half. Dank aber auch an die hervorragende Kooperation zur Förderung der SuedLese mit der Behörde für Kultur Medien Hamburg, den Bezirken Hamburg-Mitte und Hamburg-Harburg aber auch des Kulturlandkreises Harburg in Niedersachsen, die allesamt ein weiteres positives Zeichen gaben, wie Metropolregion funktionieren kann.

Die SuedLese im kommenden Frühsommer ist eine einmalige Chance, die vielfältige Literaturszene im Hamburger Süden kennenzulernen und neue Autor*innen aber auch Orte zu entdecken. Weitere Informationen und das komplette Programm der 8. SuedLese-Literaturtage gibt es unter www.suedlese.de und als Programmbüchlein an den Lese- und vielen anderen Orten.

Das Programm findet sich online hier: suedlese.de/programm

 

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awsLiteratur blättert auf: Geschichte https://www.tiefgang.net/awsliteratur-blaettert-auf-geschichte/ Fri, 29 Apr 2022 22:50:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8987 [...]]]> Der Heimfelder Kulturverein Alle swird schön e.V. eröffnet am Samstag., 7. Mai mit den Autor*innen Conny Schramm, Christa Reimann und Jan Christoph Nerger eine dreiteilige Lesereihe „Geschichte, Gedichte, Geschichten – awsLiteratur blättert auf“.

Die Lesung kann vor Ort und auf YouTube verfolgt werden. Zugangsdaten unter: www.aws-literatur.de/lesereihe-geschichte

Lesereihe Teil 2: Gedichte: Samstag, 18. Juni 16 Uhr

Lesereihe Teil 3: Geschichten: Samstag, 9. Juli 16 Uhr

Conny Schramm nimmt uns in „Expedition Gelobtes Land – Meine Suche nach Gott“ zu einem turbulenten Kibbuz-Aufenthalt in die israelischen Golanhöhen mit. Die christlich erzogene Autorin möchte ihre Beziehung zu Gott erneuern und vertiefen, denn der erscheint ihr manchmal unendlich fern. Doch unter dem Gewusel der „Volunteers“ aus allen Teilen der Welt sind erst einmal Konflikte vorprogrammiert und auch mit den Israelis läuft es anders als gedacht. Augenzwinkernd und mit viel Emotionalität beschreibt die Autorin das Leben in der fremden Kultur. Und dann ist da ja auch noch Gott …

Christa Reimann präsentiert uns in „Lauschgesichter“, die „Blitzlichter“ ihrer Kindheit im Hamburg der Jahre 1938-46. Mit den damaligen Kinderaugen berichtet sie in eben bruchstückhaften Blitzlichern über Nazis, Krieg und Hunger, den durch den Frankreich-Feldzug abwesenden Vater und ihren Großvater, der zu ihrer wichtigsten Bezugsperson wird. Auf diese Weise erscheint so manche dieser schrecklichen Episoden milder und manchmal sogar heiter: Ereignisse, die mit Blick auf die Ukraine aktueller denn je sind …

Jan Christoph Nerger reist mit uns durch die Geschichte, und das auf ungewöhnliche Art. In „S7-Irrfahrt übers Zeitgleis“ treffen Tekknogirl Babs, der junge SA-Mann Hans, der 68er Student Ludwig und die kaiserliche Bordsteinschwalbe Mariechen in der Berliner S-Bahn aufeinander. Der Zug entführt die vier jungen Menschen aus ihren Zeiten durchs komplette 20. Jahrhundert Berlins: Ein ganz besonderer Clash der Generationen nimmt seinen Lauf …

Samstag, 7. Mai 2022 um 16 Uhr; Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Straße 27, 21075 Hamburg

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Ich werde immer eine „Ossi“ bleiben https://www.tiefgang.net/ich-werde-immer-eine-ossi-bleiben/ Sat, 04 Feb 2017 08:00:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=530 [...]]]> Vom 20. März bis 14. April 2017 finden die Literaturtage „SuedLese“ statt. Einige der dort lesenden Autorinnen und Autoren stellen wir vorab schon mal vor … Heute die in Harburg lebende und arbeitende Autorin Conny Schramm.

Tiefgang (TG): Das Buch „Mein ungebügeltes Leben“ – Dein Erstlingswerk?

Conny Schramm: Es ist mein erstes Buch, was von einem großen Verlag veröffentlicht wurde. Davor hatte ich einen heiteren Reisebericht über Westaustralien „Monsterkakerlake, Redbackspinne und Bluetonguelizard“ auf eigene Kosten drucken lassen. Durch mein Australienbuch habe ich gemerkt, dass Leute tatsächlich Lust haben, etwas zu Lesen, was ich geschrieben habe. Ich habe sehr viel gelernt und tolle und interessante Leute kennengelernt.

TG: Wie kommt man auf so einen Titel?!?

Schramm: Die Wahl des Titels war eine schwierige Geburt. Der Arbeitstitel von meinem Manuskript hieß „Befreit“. Ich hätte mir auch „Grüne Orangen“, oder „Überraschung für den Herrn Pfarrer“ vorstellen können. Auch vom Brunnenverlag kamen Vorschläge. Einen Vorschlag fand ich ziemlich schrecklich. Ich weiß gar nicht mehr, wie er lautete … Er hatte jedoch den Untertitel: „Mein ungebügeltes Leben“. Das fand ich super und dann hatte die Mitarbeiter des Brunnenverlages die Idee, den Untertitel einfach als Buchtitel zu nehmen.

TG: Das Buch ist sehr autobiografisch. Ist es für Dein Schreiben Bedingung oder war es hier einfach nötig, das mal zu Papier zu bringen?

Schramm: Ich schrieb eigentlich schon immer über Dinge, die ich selbst erlebt hatte. Meine Reiseberichte und auch meine Kurzgeschichten sind häufig nicht nur humorvoll mit einem Augenzwinkern geschrieben, sondern auch autobiografisch.

TG: Dein Stil zeigt einen scharfen Sinn für Begriffe und Werte wie Individualität und Menschlichkeit. Sind sie zentrale Themen für Dich und Deine Schriften und Bücher?

Schramm: „Mein ungebügeltes Leben“ ist durch und durch ein besonderes Buch, da es wirklich persönlichste Erlebnisse enthält. In der ehemaligen DDR lief vieles „uniform“. Zum Beispiel wurden alle Kinder Jungpionier… „Das war einfach so!“ Da sehnte man sich besonders nach Individualität.

Ich bin Christ und Menschlichkeit ist mir sehr wichtig. Ich versuche das auch im Alltag zu leben. In der Zukunft könnte ich mir jedoch „leichtere Themen“, zum Beispiel heitere Reiseberichte oder humorvolle autobiografische Kurzgeschichten sowie Kolumnen, als ein Genre für mich sehr gut vorstellen.

TG: Im Buch beschreibst Du gut, wie Du mit dem Dilemma einer ungeliebten Staatsautorität zum einen, einer festen Verwurzelung im Freundes- und Arbeitsumfeld auf der anderen umgingst. Flucht war für Dich offenbar keine Lösung. Nach der Wiedervereinigung aber bist Du nun in Hamburg. Was ist passiert?

Schramm: Anfang der 1990iger Jahre wurden allein im ehemaligen Ostberlin über 1000 Krankenhausbetten abgebaut. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre im Schichtdienst in einem großen Berliner Krankenhaus gearbeitet, hatte aber auf dem „ach so sozialen“-Punkteplan die wenigsten Punkte. Punkte gab es für Lebensalter ab 30, für eigene Kinder in der Familie und für Krankenhausdienstjahre … Mir drohte täglich die Kündigung. Irgendwann hielt ich den Druck nicht mehr aus und suchte mir eine neue Tätigkeit. Ich bekam eine Stelle als Erziehungshelferin in einem Kinderheim in Braunschweig. Dort wurde ich dann nach zehn Monaten arbeitslos. Das war für mich eine völlig neue und schreckliche Erfahrung. Ich war über viele Jahre arbeitslos, lebte  eine Zeitlang auf Amrum und fast acht Monate in den Golanhöhen in Israel in einem Kibbuz. Im Anschluss an meine Volontärszeit in Israel – Thema meines aktuellen Buches – begann meine Ausbildung zur Ergotherapeutin in Wolfsburg. Am Ende der dreijährigen Ausbildung bewarb ich mich in Berlin und in Hamburg als Ergotherapeutin. Von Hamburg bekam ich die erste Zusage und so zog ich nach Hamburg.

TG: Deine alte Jugendliebe Henry floh in den Westen. Noch zu DDR-Zeiten triffst Du ihn kurz im Westen, bist aber enttäuscht, dass er im Grunde nichts aus seinem Leben in Freiheit machte. Eine Art Scheitern?

Schramm: Mich hat es damals zutiefst erschüttert, zu sehen, dass Henry nach allem, was er mir und seiner Familie durch seine Flucht angetan hatte, nichts aus seiner „großen Freiheit“ gemacht hatte und die Chancen die ihm für sein neues Leben gegeben wurden, einfach nicht genutzt hatte. Ja – ich empfand das als eine Art „Scheitern“. Ob Henry das auch so sieht, weiß ich jedoch nicht.

TG: Du schreibst sehr humorvoll. Es wird dennoch sehr deutlich, wie Dein Glaube an Gott ebenso auf die Probe gestellt wird wie der an ein System der DDR. Und auch amWesten bleibt nicht so viel Gutes. Wie siehst Du die heutige Zeit? Fühlst Du Dich „freier“ oder sind nur andere Zwänge hinzugekommen?

Schramm: (schmunzelt) „Freiheit“ ist ein  großes „Schlagwort“ … In meinem Buch beschreibe ich ja nur eine Woche im „Westen“ und einen Tag in Paris. Inzwischen sind mehr als 25 Jahre Erfahrungen dazu gekommen. Ich bin kein Fan von „schwarz–Weiß–Denken“. Das heißt ich glaube, dass längst nicht alles toll ist im „Westen“ genauso wenig wie im Osten nicht nur alles grau in grau, trist und schlecht war. So einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Ich bin froh, dass ich meinen christlichen Glauben – ohne Konsequenzen z.B. für mein Berufsleben ausleben kann. Ich bin froh, dass ich nicht mehr hinter einer Mauer und im Sozialismus leben muss. Diese Form von Freiheit fühlt sich gut und richtig an. Allerdings hatte diese Freiheit auch einen sehr hohen Preis, wenn ich z.B. an die vielen Menschen in Ostdeutschland denke, die durch die Wende ihren – vorher sicheren – Arbeitsplatz verloren und plötzlich nicht mehr ihre Familien versorgen konnten.

Ich habe gerade auch hier in Hamburg tolle Menschen kennen gelernt, Menschen deren tiefe Freundschaft ich nicht mehr missen möchte. Trotzdem freue ich mich immer wieder, in der Heimat alte Freunde wieder zusehen und gemeinsam über witzige, vergangene Erlebnisse zu lachen. In meinem Herzen werde ich immer eine „Ossi“ bleiben. Darauf bin ich auch ein kleines bisschen stolz.

Ein weiterer Grund zur Freude ist für mich die Möglichkeit – mir die Welt anzusehen. Mit meinem abenteuerlustigen Ehemann – übrigens auch ein früherer „Ossi“ – macht es einfach Spaß, die Welt zu bereisen. Wir waren schon einige Tage im Dschungel von Malaysia , in Australien und auf Island. In diesem Jahr möchten wir nach Afrika fliegen.

TG: Mal zu Dir als Autorin … wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Schramm: Ich habe eigentlich schon immer geschrieben. Tagebücher und  „kilometerlange Briefe an die beste Freundin … Ohne jedoch auch nur über „Begabung“ nachzudenken, sonder nur weil es mir Spaß gemacht hat und ich so Erlebtes, witziges und trauriges,  auf meine Art verarbeitet konnte.

Später schrieb ich Reiseberichte und immer mehr Leute drängten mich, doch mal was zu veröffentlichen. Das habe ich dann im Januar 2014 mit meinem Reisebericht über Westaustralien auch getan und dabei bemerkt, wie viel Freude mir das Schreiben, aber auch das Lesen meiner Bücher macht.

Ich nahm 2014 das erste Mal an einem Poetry-Slam in Heimfeld teil und gewann gleich den 4. Platz mit der Kurzgeschichte, aus der später mein Buch entstanden ist. Dann wurde ich Mitglied der Schreibwerkstatt.

Zeitgleich las meine Mutti eine Anzeige von einem Schreibstudium von der Schule des Schreibens. Ich war von den Informationen über ein Schreibstudium begeistert und begann umgehend mit dem Kurs „biografisches Schreiben“. Ich war stolz darauf jetzt endlich mir einen Traum zu verwirklichen und im Fernstudium zu studieren. Bereits nach meiner 3. Studienaufgabe ermutigte mich mein Dozent und sagte: „Sie müssen Ihre Geschichte erzählen – Sie sollten ein Buch schreiben…“ Inzwischen studiere ich das Studienfach Belletristik.

TG: Woran arbeitest du zur Zeit?

Schramm: Ich schreibe gerade über meine Zeit als Volontärin in einem israelischen Kibbuz, als ich auf engstem Raum mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen lebte. Der Arbeitstitel lautet: „Abenteuer gelobtes Land – was Kishon noch nicht in Israel erlebte“. Ab und zu drängt mich ein Erlebnis aus dem Alltag eine neue Kurzgeschichte zu schreiben

TG: Was wünscht Du deinen Lesern?

Schramm: Ich wünsche mir,  dass  meine Leser angerührt sind, dass sie Lachen und Nachdenken. Ich möchte die Mauer, die noch häufig in unseren Köpfen vorhanden ist, abbauen und stattdessen Brücken bauen.

TG: Was wünscht du dir als Autorin?

Schramm: Ich wünsche mir Zeit zum Schreiben neuer Bücher. Ich habe noch viele Ideen … Und natürlich freue ich mich, wenn viele Menschen meine Bücher lesen, kaufen und verschenken.

TG: Du möchtest, dass viele Menschen deine Bücher lesen – gibt es öffentliche Lesungen?

Schramm: Man kann mich sehr gerne für eine Lesung  in der Gemeinde, Schule, Bibliothek oder im Kulturverein buchen. Man kann mir einfach eine Anfrage per mail senden Connys65(at)hotmail.com. Es wird sich bestimmt ein Termin finden lassen! Honorar nach Absprache …

TG: Du nimmst an der wöchentlichen „Schreibwerkstatt“ in  Heimfeld teil, eine Gruppe von Autoren, die was genau eigentlich macht …?

Schramm: Die Mitglieder der Schreibwerkstatt bei „Alles wird schön“ treffen sich jeden 2. Dienstag. Ich kann jedoch meist nur einmal im Monat dabei sein. Unter der fachkundigen Leitung der Journalistin Kerstin Brockmann treffen wir uns in gemütlicher Runde. Sie ist auch seit mehr als 10 Jahren ehrenamtlich die Leiterin der Schreibwerkstatt tätig. Sie achtet darauf dass eventuelle Textkritik angemessen vorgetragen wird und dass man sich immer mit Wertschätzung und Respekt begegnet.

TG: Was bedeutet sie für dich?

Schramm: Gerade als mein Australienbuch veröffentlicht wurde, war ich bei einer öffentlichen Lesung der Schreibwerkstatt im Kulturcafé „Komm Du“ zu Gast. Ich unterhielt mich an dem Abend mit Kerstin und mit anderen Mitgliedern der Schreibwerkstatt. Sie ermutigte mich, doch mal „vorbei zu schauen“. Das tat ich gleich beim nächsten Treffen und habe es bis heute nicht bereut. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich niemand in dieser Region, der schreibt. Daher möchte ich mich hier bei Kerstin und allen Mitgliedern der Schreibwerkstatt mal für alle Unterstützung bedanken. Es ist wirklich schön, dass es euch gibt! DANKE!!!

TG: Was sind Deine literarischen Vorbilder?

Schramm: Meine drei Lieblingsautoren sind:  Ken Follett. Ich liebe das Buch „Die Säulen der Erde“. Ich bewundere und verehre Titus Müller. Ich habe ihn auch schon persönlich etwas kennengelernt. Der 3. Autor, dessen Bücher ich „verschlinge“ ist Adrian Plass – ein christlicher Bestseller-Autor aus England. Er hat mit seinem „Tagebuch eines frommen Chaoten“ das lustigste Buch geschrieben, dass ich je gelesen habe.  Es gibt einige Menschen, die sagen, ich hätte den gleichen Humor wie Adrian Plass. Wenn ich so etwas höre, schwebe ich natürlich gleich ein paar Zentimeter über dem Boden. (lacht)

TG: Was magst Du an Hamburg besonders?

Schramm: Ich finde Hamburg wunderschön. Ich bin gern an der Alster, an der Elbe und der Außenmühle unterwegs und finde die „Elphi“ super. Hamburg ist für mich zu einer neuen Heimat geworden. Hier habe ich meinen Ehemann kennengelernt. Wir sind glücklich über unsere Gemeinde, der Christuskirche in Harburg. Ich freue mich über die Wasserorgel bei Planten und Bloom und genieße das Feuerwerk freitags Abend auf dem Dom. Ich mag das Schanzenviertel, denn es erinnert mich an frühere Zeiten in Berlin im Prenzlauer Berg. Ich finde es toll, dass Hamburg eine solch´ große Multi-Kulti-Stadt ist.

TG: 2016 entschied der BGH, dass die Verwertungsgesellschaft Wort, die sich um die Urheberrechte der schreibenden Zunft kümmert, diese Tantiemen vor allem an Autoren und nicht mehr auch an die Verlage ausschütten darf? Wie siehst Du das als Autorin? Hat sich was im Verhältnis zum Verlag geändert oder wird es das?

Schramm: Zu diesem Thema, kann ich nicht sehr viel sagen.  Ich bin gerade erst im November 2016 Mitglied bei der VG – Wort geworden und werde vermutlich das erste mal im Sommer 2017 Tantiemen erhalten. Ich gehe davon aus, dass sich unser positives Verhältnis mit dem Brunnenverlag dadurch nicht verändert.

Ich sollte mich intensiver mit diesem Thema befassen, zumal mein Buch acht Mal beim Radio ERF und einmal beim TV des ERF vorgestellt wurde.

TG: Die Lesung bei der 2. SuedLese 2017 wird im „Alles wird schön“ in Heimfeld  statt finden. Was erwartet uns?

Schramm: Eine emotionale Autorin und eine emotionale Lesung – ein Abend voller Lachen und Weinen! Ich hoffe du bist jetzt angemessen neugierig.

TG: Vielen Dank für das Interview …

Conny Schramm liest im Rahmen der Suedlese 2017 am Mo., 10. April um 19.30h bei „Alles wird schön“, Friedrich-Naumann-Straße 27.

Conny Schramm: Mein ungebügeltes Leben.

112 Seiten, Taschenbuch, 12 x 18,6 cm, Erscheinungsdatum: 26.07.2016

Bestell-Nr.: 114302, ISBN: 978-3-7655-4302-9, EAN: 9783765543029
1. Auflage

(02. Feb. 2017, das Interview führte Heiko Langanke)

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