Deichdiele https://www.tiefgang.net Wed, 06 Oct 2021 13:54:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Jolphin rockt auch Hamburg https://www.tiefgang.net/8465-2/ Fri, 08 Oct 2021 22:56:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8465 [...]]]> Das österreichische Indierock-Duo “JOLPHIN” hat in der Szene schon einigen Staub aufgewirbelt. Jetzt kommt es nach Hamburg und auch Harburg. 

Mit ihrer neuen Single „My Dear“ wollen sie den nächsten Schritt in Richtung Rock-Olymp beschreiten. Und wie könnte man das besser machen, als mit einem richtig fetten Upbeat-Rock-Opus, der die Liebe und die einhergehende Trauer ihres Endes besingt.
So muss Indierock sein. Weder die Kooks, noch Mando Diao hätten das in ihren goldenen Zeiten besser machen können. Seht euch das Video an – einfach Hammer! Die Singe „My Dear“ erschien just am 1. Oktober. Die 5 Track EP Sugar Shock Therapy im November diesen Jahres. LIVE Konzerte in DE/AT/CH stehen auch schon fest. Nicht entgehen lassen!

Oliver Spitzer (vocals, guitar) und Philipp Hackl (drums) knallen den Rockfans dieser Nation derart einen vor den Latz, dass alles zu spät ist. Endlich wieder Gitarren, endlich wieder ehrliche Worte aus dem Hals eines Indierock-Sängers, endlich wieder klirrende Becken und unfassbar fette Rocksounds. Eigentlich könnte man jetzt schon aufhören, diese charmanten Stadtpunks in den Himmel zu loben, denn ihr Vibe spricht Bände – und für sich.

KONZERTTERMINE IN HAMBURG: 22.10. Marias Ballroom (HH-Harburg);  27.10. ASTRA STUBE; 7.11. Deichdiele (HH-Wilhlemsburg); 13.11. F+K; 21.11. Superbude

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Harburgs Club-Sound ist zurück! https://www.tiefgang.net/harburgs-club-sound-ist-zurueck/ Fri, 08 Oct 2021 22:48:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8475 [...]]]> Lange war es still in den Clubs Harburgs. Doch nach und nach kehrt das „normale“ Leben zurück und so auch der Sound der legendären Club-Nacht im Süden der Stadt. Am 23. Oktober ist es so weit.

2010 hatten sich einige Musikveranstalter im Süden der Stadt entschlossen, der Musikszene Harburgs einen Ruck zu geben und die erste SuedKultur Music-Night war geboren. Sie zeigte schon damals nicht nur, dass auch in Harburg ein fruchtbarer Boden für ein vielfältiges Nachtleben bestand. Sie war auch alsbald die Blaupause für die SuedLese-Literaturtage oder die Harburger Kunstleihe und Ansporn vieler, ebenso in Harburg Musikangebote aufzubauen, so dass laut Dachverband Clubkombinat Hamburg e.V. derweil Harburg als drittstärkster Club-Bezirk Hamburgs gilt.

Und auch wenn die Pandemie nicht nur Harburgs Clubszene mächtig zusetzte und monatelange Schließungen und Existenzprobleme mit sich brachte – sie sind noch da!

Music-Night-Projektleiter Heimo Rademaker vom Marias Ballroom: „Wir waren ja auch in der Lockdown-Zeit aktiv und hatten letztes Jahr den Open-Air-Marathon „Fight for Live“ mit elf Festivaltagen bestritten und dabei auch 3 Tage lang die SuedKultur Music-Night zelebriert. Und auch dieses Jahr haben sich ja viele unserer Clubs an dem dreiwöchigen SuedKulturSommer beteiligt und verdeutlicht, dass Harburg sich auch von diesem Virus nicht kleinkriegen lässt.  Die Music-Night an sich aber war und ist ein Format, in dem es auch darum geht, die vielfältige Harburger Clublandschaft abzubilden und auch lokaler Bands zu unterstützen und für neues Publikum zu öffnen. Also ist sie im Grundsatz ein Indoor-Event. Und mit der Eindämmung der Pandemie wird es allerhöchste Zeit, den Staub von unseren Mischpulten zu wischen und die Rockröhren unserer Bands zu ölen und wieder hörbar zu machen!“

Und so werden am Samstag, 23. Oktober 2021 das Komm Du, Stellwerk, Marias Ballroom, die Kulturwerkstatt Harburg, Kneipe Bla, Bla, der Speicher am Kaufhauskanal, ContraZt, die Inselklause, die Marmstorfer Kirche, Alles wird schön e.V., die Paulus Kirche Heimfeld, der Old Dubliner sowie die Deichdiele in Wilhelmsburg wieder ihre Türen öffnen und den Süden der Stadt zum Beben bringen.

Als musikalische Gäste sind bereits Sänger wie Jörg Erb, Tom Ende und Band, Sammy Barry, MacPiet, Dennis Adamus oder Adam Brixton, das Saxotones Jazz Quintett, die Bands „Aber echt“ und „Easy Easy“ im Line-Up.

Wie in den früheren Jahren kann man bei der Location seiner Wahl ein Armbändchen für 5,- € erwerben, mit dem man dann in alle anderen Clubs Einlas erhält – so denn die 2- oder 3-G-Regeln des jeweiligen Hauses eingehalten werden. Auch ein Einchecken per Luca-App oder schriftlicher Kontaktdatenliste kommen dieses Jahr pandemiebedingt eben hinzu. „Wir sind noch nicht wieder im Normalstatus – aber auf einem guten Weg dahin“, so Rademaker zuversichtlich.

Möglich wiederum ist die 11. SuedKultur Music-Night auch dieses Jahr nur durch das langatmige Engagement der Eisenbahnbauverein Genossenschaft, die von Anbeginn das Projekt finanziell unterstützte. „Dieses Engagement ist in Harburg wahrlich einzigartig und zeigt zugleich, wie bedeutend ein zuverlässiges Engagement für eine solide Kulturszene ist“, so Rademaker. „Wir sind mehr als dankbar!“ Weitere Unterstützung gibt der Getränkehersteller Flora Power.

Die Music-Night wird wieder auf dem Terminportal www.sued-kultur.de als auch der eigenen Facebook-Gruppe einzelne Programmpunkte samt Detailinfos vorstellen und im Online-Feuilleton ´Tiefgang` (www.tiefgang.net) auch nochmal Hintergrundinformationen geben.

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„the show must go online“ https://www.tiefgang.net/the-show-must-go-online/ Fri, 29 May 2020 22:45:21 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6955 [...]]]> 48h Wilhelmsburg bringt Musik, Orte und die Nachbarschaft zusammen. Auch in diesem Jahr.

Aber wie kann das auch in Zeiten einer Pandemie sicher umsetzt werden? Dieses Jahr kontaktlos via Internet, Radio und Fernsehen. Aber auch in geschlossenen Hinterhöfen und in der Weite des Deiches.

Im Fokus steht dieses Jahr das Online-Programm: The show must go online! 48h Wilhelmsburg 2020 kommt zu den Besucher*innen nach Hause. Am Festival-Wochenende wird es viele verschiedene Livestreams geben. Mit dabei sind unter anderem die Minibar, die Deichdiele und das Café Nova. Viele Musiker*innen werden außerdem aus ihren Wohnzimmern von zu Hause aus streamen.

Teil des Programmes sind außerdem Videos und Podcastfolgen, die das Bürgerhaus Wilhelmsburg aufgenommen hat. Wie immer bei 48h wurden Orte und Musiker*innen zusammengebracht: Die Konzerte und Podcasts sind deshalb nicht nur Konzertaufzeichnungen, sondern stellen immer auch den Ort vor, an dem das Konzert eigentlich hätte stattfinden sollen.

Bereits jetzt wird es bis zum 48h Wilhelmsburg Wochenende einiges zu sehen und zu hören geben: Jede Woche Mittwoch erscheint der Podcast „Listen to your neighbourhood“ und bis zum 48h Wochenende werden immer Montag bis Freitag um 20 Uhr Konzerte online auf der Festival-Website ausgestrahlt.

Es wird auch verschiedene kleine nachbarschaftliche Innenhofkonzerte geben, die allerdings nicht öffentlich zugänglich sein werden, sondern für die jeweils dort lebende Nachbarschaft bestimmt sind.

Jetzt kommt 48h Wilhelmsburg nach Hause!

„Wir haben mit einigen der Musiker*innen, die sich für 48h Wilhelmsburg 2020 beworben haben, Konzerte aufgenommen, die hier und bei TIDE TV ausgestrahlt werden!“, so die Veranstaltenden. Und weiter:

„Wie immer bei 48h wurden Orte und Musiker*innen zusammengebracht. Raum, der auch immer kultureller Ort der Elbinseln ist und nicht in Vergessenheit geraten darf. Musik, die nicht aufhören darf zu spielen. So werden sich vor dem Konzert Musiker*innen und Orte durch ein Interview vorstellen.

Wir möchten dir damit die Freude bereiten Musik aus Wilhelmsburg und von der Veddel zu genießen. Vor allem möchten wir die Musiker*innen unterstützen, die durch Corona und dem Wegfall von Konzerten starke finanzielle Einbußen haben. Wir wollen weiterhin die Vielfalt der Elbinseln in vollster Pracht präsentieren! Statt Geld im Hut oder an der Bar zu lassen, könnt ihr Musiker*innen durch das Spendenformular bei den Streams unkompliziert unterstützen! So entsteht in gewisser Weise ein waschechter 48h Moment der Begegnung und Solidarität: Nur eben Online.“

Weitergehende Informationen: 48h-wilhelmsburg

 

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„Gefummel am Sinn, Klang, Rhythmus“ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/ https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/#comments Fri, 06 Mar 2020 23:12:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6424 [...]]]> Lyrik scheint in Zeiten der Sachlichkeit und Funktionalität aus der zeit gefallen. Nicht so bei der 5. SuedLese. Wir haben nachgehakt.

 „Ich schreibe mir ein Bild“ (Siegfried Kopf)

Lyrik. Dieses Genre hat es schwer und dabei so viel zu bieten. Aber neben der Lyrikerin bzw. dem Lyriker braucht es natürlich auch ein aufgeschlossenes Publikum, das sich einlässt auf das, was da kommen mag und u. U. nicht leicht zu fassen ist. Lyrik erschließt sich in seiner Bedeutung nicht sofort, sondern lässt eher etwas anklingen; etwas, das einen berührt und/oder anspricht, bevor man versteht, wie und warum. Manches verhallt vielleicht unbegreiflich, anderes erzeugt ein Echo im eigenen Klangkörper.

Bei der diesjährigen SuedLese (5. März – 14. April) sollen auch wieder vorgetragene Verse – die sich keineswegs reimen müssen – dazu beitragen, der Ausdrucksform näherzukommen. Ein Werk möge wie ein Bild oder Parfüm auf Anhieb betören und dann nach und nach seine Kopfnote entfalten. Zu den Dichtenden, Denkenden und Fühlenden, die Dame zuerst:

Gisela Baudy veröffentlichte 2019 zwei Gedichtbände beim awsLiteratur Verlag des gemeinnützigen Kulturvereins Alles wird schön e. V.: „Worthaut“ und „Blaues Ufer“. In beiden Bänden hat Autor und Künstler Christian Baudy viele ihrer Gedichte mit eigenen Kunstwerken malerisch begleitet. Autorin und Maler lesen im Rahmen der awsLiteratur-Verlagspräsentation „Querbeet – awsLiteratur präsentiert Neues aus dem Verlagsprogramm“ gemeinsam aus beiden Werken und zeigen parallel Gedichte und Malereien per Powerpoint-Präsentation. Der Vortrag ist Teil einer Gemeinschaftslesung mit weiteren Autoren und Autorinnen und findet am 4. April in den Räumen des Heimfelder Kulturvereins statt.

Björn Jensen, u. a. Pädagoge und Bauarbeiter, beschreibt „Nächte aus Samt, Tage aus Beton“. Der Textschmied war schon oft zu Gast beim WORTart! Literaturfestival in der Fischhalle und liest in der Deichdiele in Wilhelmsburg.

Architekt, Texter, Maler und Fotograf Siegfried Kopf lädt bei einer Wohnzimmerlesung in Eißendorf zum „Frühlingsanfang“ ein.

Und last, but not least Ulrich Lubda, der auch schon mehr in seinem Leben gemacht hat, als hier aufgezählt werden kann und soll. Sein Thema bei der SuedLese: „Träume vom Schäfer von Schafen vom Überleben“ (Prosa) und “ShaFmanie” (Lyrik).

Tiefgang (TG): Von jedem von Euch wollen wir wissen: Was brachte euch zur Lyrik?

Gisela Baudy: Wer kann das schon wirklich sagen? Ich habe schon früh begonnen, „Tage“-Bücher zu schreiben. Irgendwann kam dort nur noch hinein, wenn mich Erlebtes auch sprachlich und klanglich reizte. Dazwischen konnten Wochen oder Monate vergehen.

Siegfried Kopf: Die Auseinandersetzung mit der Liebe und dem Zeitgeist während meiner Bundeswehrzeit als Kriegsdienstverweigerer in den Jahren 1973-1974.

Björn Jensen: Einen Auslöser oder ein bestimmtes Ereignis gab es nicht; Schon früh gefiel mir das Spiel mit der Sprache – oh, und mit 17 durfte ich an einem Buch der -auch- Kinderbuch-Autorin Ingeburg Kantstein mitschreiben („Sybilla war ein schönes Kind“).

Ulrich Lubda: Von allen Textsorten wird Lyrik gern als diejenige angesehen mit dem kürzesten Zugang zu Emotionen und dem, was als künstlerische Intuition bezeichnet wird. So jedenfalls wurde sie uns in den letzten Schuljahren im Deutschunterricht vorgestellt. Ich galt schnell als “Experte” für die für fast alle meiner gequälten Mitschüler hermetisch-geheimnisvollen und Abi-entscheidenden “Gedichtinterpretationen”. Vermutlich hatte ich eine Antenne dazu. Die in den 60ern behandelten Autoren waren natürlich wie üblich zeitversetzt eher gestrig wie: Trakl, Stadler, Rilke, Benn, Heym, Hofmannsthal, Lasker-Schüler – vielleicht auch Brecht. Die benutzte Anthologie hieß “Silberfracht”. Klar hat man sich dann stilistisch in eigenen Pennäler-Versuchen an diesen orientiert.

TG: Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Gisela Baudy: Mit etwa acht Jahren wusste ich schlagartig, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Das schlummerte dann aber lange vor sich hin …

Siegfried Kopf: Ein Foto-Buchgeschenk an einen Freund mit dem Titel “Wüstenlandschaften” – Ich schrieb ihm dazu eine Widmung, meinen ersten Text in Lyrik.

Björn Jensen: Der Punk kam ungefähr `80 nach Hamburg und ich schrieb für die Hamburger Band „Nimm2“ einige Texte. Als dann die ersten sogenannten Poetry_Slams stattfanden (Molotow, Ponybar, Nochtspeicher, Heimfeld ist Reimfeld), habe auch ich mich auf die Bühne getraut und tue das bis heute.

TG: Habt ihr Vorbilder?

Gisela Baudy: Ich mag Dichterinnen und Dichter, die die Kürze lieben. Ich denke da an bekannte Namen wie Rose Ausländer, Reiner Kunze, Erich Fried, aber auch an weniger bekannte wie Fred Stäheli oder Angelica Seithe. Aber auch Dichter wie etwa Joseph von Eichendorff, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Paul Celan oder die Dichterin Ingeborg Bachmann haben es mir angetan. Ich könnte die Reihe unendlich fortsetzen.

Siegfried Kopf: Nicht unbedingt, doch Texte von Kurt Tucholsky, Erich Fried und Sarah Kirsch haben mich schon beeindruckt.

Björn Jensen: Ich finde Vorbilder nicht das richtige Wort, weil es ein „Nachahmen“ implizieren könnte… Ich lese gerne und mag z.B. F. Villon und C. Bukowski für Sozialkritik und ungeschliffene Härte, J. Ringelnatz, T. Pratchett und D. Adams für Sprachwitz und Fantasie, E. Mühsam, B. Brecht und E. Kästner für Werk und Haltung, Novalis für wunderschöne romantische Lyrik….. um nur einige zu nennen.

Ulrich Lubda: Über die bereits erwähnten hinaus beschäftigt man sich im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Studiums natürlich ausgiebig mit Lyrik verschiedener Zeiten und Sprachen, für mich der englische und slawische Sprachraum, aber auch Frankreich – e. e. cummings, Bukowski, Burns, Jewtuschenko, Lermontow, Jessenin, Celan, Prévert, Cohen, Brel u.v.a.m. In letzter Zeit versuche ich, Michael Hamburger (aus Berlin nach England emigriert) und vor allem Seamus Heaney zu übersetzen. Toll und nachahmenswert finde ich nach wie vor die Lesungen des charismatischen Peter Rühmkorf zum Jazz von Michael Naura und Wolfgang Schlüter. Sehr inspirierend.

TG: Was schätzt ihr am Spiel mit den Worten am meisten?

Gisela Baudy: Wenn es nicht selbstverliebt daherkommt. Ich mag das Spiel mit Worten  wenn es unser Da-Sein greift und ihm Stimme verleiht. Denn ich liebe Worte, die Wurzeln haben zum Trinken.

Björn Jensen: Dass es mir öfter gelingt, mit Worten Bilder oder Gefühle entstehen zu lassen, das hat fast etwas Magisches…

Siegfried Kopf: Das Bild und den Klang, wenn der Text fertig ist – wenn ich in Laune bin zu schreiben, weiß ich nie, was daraus wird.

TG: Was ist die größte Herausforderung?

Siegfried Kopf: Der Anfang eines neuen Textes.

Gisela Baudy: Das Warten oder der Stillstand zwischen zwei Schaffensphasen. Klangbilder sind wie Fische, die in der Tiefe schwärmen und dir schnell entgleiten. Eine weitere Herausforderung ist es, im Alltag einen Freiraum zum Atmen und kreativen Gestalten zu finden.

TG: Verarbeitet ihr persönliche Erfahrungen oder kommen die Eingebungen aus dem Land der Fantasie?

Ulrich Lubda: Klar. Nur. Was sonst? Der Vorgang ist immer der gleiche. Ausgelöst durch ein Bild, Gefühl – oft auch über Musik, Geruch usw. – sind schon die ersten Worte und Begriffe da. Notiz und dann tagelanges Gefummel – am Sinn, Klang, Rhythmus.

Gisela Baudy: Ich mache hier keinen Unterschied. Gelungene Gedichte sind für mich Brenngläser. Sie verdichten das Erlebte und sie vervielfachen das Licht, das Leben ist.

Christian Baudy – Blaues Ufer

Siegfried Kopf: Fast all meine lyrischen Texte spiegeln meine Lebensgeschichte wieder, also Erfahrungen und insbesondere meine Einstellung in all ihren Facetten.

Björn Jensen: Oft sind es politische Ereignisse, die mir auf den Nägeln brennen und mich zur Feder greifen lassen. Ob nun anlässlich des 80.ten Jahrestages der Reichsprogromnacht, die Umbenennung von toten Zivilisten durch kriegerische Handlungen in „Kollateralschäden“ oder die frierende Obdachlose. Aber auch romantische Verse an die auserwählte Liebste…

TG: Was war die wohl schönste Reaktion auf einen eurer lyrischen Texte?

Gisela Baudy: Es waren die Worte: Das hat mich berührt. Viele Gedichte in „Worthaut“ und „Blaues Ufer“ sind Hingabe, sind Liebeserklärungen an das Leben. Gibt es Schöneres als Liebe, die übergeht?

Ulrich Lubda: Immer schön, wenn wenigsts ein Mensch erreicht wird. Manchmal gründlich.

Wie bei Björn Jensen, als eine Zuhörerin ihm nach einer „Heimfeld ist Reimfeld“-Veranstaltung sagte, dass sie bei seinen Worten habe weinen müssen, so tief hatte das Gedicht sie berührt. Und manchmal erobert man sogar Herzen (zurück).

Siegried Kopf: Meine Jugendliebe hat mich wiedergefunden durch meine Lyrik – wir sind nach mehr als 40 Jahren wieder ein Paar.

TG: Wenn das kein schönes Schlusswort ist! Vielen Dank für die schöne Einstimmung auf magische Momente mit Lyrik.

(Die Fragen für ´Tiefgang` stellte Sonja Alphonso)

 Die Orte der Worte:

  • Wohnzimmerlesung im Mehringweg 1 –Siegfried Kopf am 20. März ab 19 Uhr, Hutspende
  • Deichdiele, Vehringsstr. 156 – Björn Jensen am 25. März um 20 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27 – Ulrich Lubda am 27. März um 19 Uhr, Eintritt frei
  • Alles wird schön e. V., Friedrich-Naumann-Str. 27 – Gisela Baudy u. a. am 4. April ab 16 Uhr, Hutspende

 

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https://www.tiefgang.net/gefummel-am-sinn-klang-rhythmus/feed/ 1
Musikalische Deichbrüche https://www.tiefgang.net/musikalische-deichbrueche/ Fri, 04 Oct 2019 22:00:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5815 [...]]]> 1 Nacht, 15 Locations, gut 40 Acts und einmal 5 €. Um da noch durchzublicken, braucht es Orientierung. Wir schauen heute nach Wilhelmsburg zur „Deichdiele“.

Als nördlichste Ablegerin der SuedKultur-Music-Night ist dieses Jahr die Deichdiele dabei. Bekannt tags für guten Kuchen und abends beste Cocktails überzeugt sie aber auch durch einfallsreiches Musikprogramm auf engstem Raum. Eine Ausfahrt lohnt sich!

Denn ab 20 Uhr gastiert der dänische Sänger und Songwriter Flemming Borby. Er hat eine lange Geschichte mit Musik. In den 90er Jahren spielte er in der hochgelobten dänischen Band GREENE, hatte mit ihr 3 Alben veröffentlicht und unzählige Auftritte – so auch beim legendären und größten Musikfestival Nordeuropas „Roskilde Festival“. In den 00er Jahren startete Borby mit seiner eigene Band LABRADOR. Hier schaffte er es bereits auf 4 Alben, eine EP und Konzerte in Dänemark, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Japan und den USA.

Das Album SOMEBODY WRONG war sein erstes Album unter eigenem Namen. Und er wird zur SuedKultur Music-Night einiges daraus spielen. Somebody Wrong wurde Ende 2014 in Austin, Texas, mit der Begleitband von Ben Kwellers (Mike Meadows (dr), Andrew Pressman (Bass) und Jon Sanchez (gui) (Alejandro Escovedo, Rocky Erickson) eingespielt und aufgenommen. Im September wurde es darauf 2015 in Deutschland / Österreich / Schweiz veröffentlicht. Flemming Borby lebt seit mehr als einem Jahrzehnt in Berlin und arbeitet hier mit lokalen und internationalen Künstlern wie Toby Dammit (Iggy Pop, Nick Cave), Greta Brinkman (Moby, Debbie Harry, L7) und Martin Wenk, (Calexico), Tom Krimi und Nikko Weidemann zusammen. Also besser früh kommen und gute (Steh-)Plätze sichern!

www.flemmingborby.net

Nachfolgend und nicht nur in Wilhelmsburg bekannt und beliebt: Tom Ende.

Tom Ende als Trio begründete 2007 seinen eigene Two-Man-Post-Punk, Indie, Noise, Pop oder ähnliches. Kein Vertrag, Underground und Punk pur! Das Trio spielt Gigs mit viel Energie und gerne laut. Pascal Fuhlbrügge (Kolossale Jugend / Hamburger Schule) hat einige ihrer Songs gemastert.

Markus Meister spielte in den nächsten fünf Jahren die Lieder von Tom Ende weiter aber solo.

Tom Ende spielte in Clubs wie im Wilhelmsburger Südbalkon, der Tonne, dem Turtur, Treibeis, der Astra-Stube, dem Hafenklang, dem Mobile Blues Club, Ex’n’Pop, Soulkitchen, Deichdiele und dem temporären Showroom. Wegbegleiter waren Sanguine Sea, The Long Knives, Trient Miller, Andrea Schroeder, Farmen, Stuntcat, Safi, Creams, The Ambient Noise, Henrik de Strain und R.J. Schlagseite, Guts, Rudi Raschberger, The Diztones. Seit 2018 gibt es Tom Ende nun wieder als Band und mit neuen Mitgliedern und manch ein Harburger hat es 2018 schon im Projekt „3falt“ in der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche erlebt! Nun also wieder back to the roots: in die Deichdiele in Wilhelmsburg!

Termin/Ort: Sa., 19. Okt., ab 20 Uhr, Deichdiele, Veringstraße 156, 21107 Hamburg, www.deichdiele-wilhelmsburg.de

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Die einfache Message https://www.tiefgang.net/die-einfache-message/ Fri, 13 Sep 2019 22:31:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5779 [...]]]> In Hamburg war er gerade live im Bergedorfer “Sound Yard” zu erleben. Am 19. Oktober kommt er nun im Rahmen der 9. SuedKultur Music-Night ins Kulturcafé Komm du.

 5 Wochen wird er auf Tour gewesen sein, wenn er am Sa., 19. Oktober bei der Harburger SuedKultur Music-Night seinen Abschluss feiert. Und ein Besuch seines Konzertes dürfte mehr als lohnenswert sein. Denn Worth kommt aus der Pacific Northwest Gegend, welche geprägt ist von Musik und Kunst. Quasi ein Teil eines weiteren fantastischen Kapitels dieser Region.

WORTH ist der Künstlername des aus Portland, OR kommenden Sängers und Songwriters Christopher Worth.  WORTH ist bekannt für seinen einzigartigen Stil des Bohemian Blues, den er als Straßenkünstler entwickelte, als er durch die USA und auch Europa reiste.

„Man stelle sich vor, John Legend trifft auf John Mayer mit einem Hauch von John Lennon.“

Ob zusammen mit namhaften West Coast Produzenten elektronischer Musik (Lynx, SaQi, ANML, KMLN und andere), als Gastperformer renommierter Ensembles wie dem Everyone Orchester oder der NowHere Band, oder als Frontman und Songwriter seiner eigenen Alternative Soul Band: Christophers Stimme und Wörter haben eine große Auswirkung auf das Publikum, und beschäftigen sich mit wesentlichen Fragen des Menschseins.

Als Headliner einer Vielzahl von Festivals der Westküste der USA, unter anderem bereits zum zweiten Mal in Folge beim Portland Waterfront Blues Festivals, verbreitet sich seine musikalische Botschaft rasant.

„Die einzige wirkliche Revolution ist innerhalb des Bewusstseins jedes Einzelnen – eine Offenbarung von Sinn und innerem Wert.“

Sein neuestes Album Pardon Me, ist das dritte und letzte einer Trilogie von Veröffentlichungen mit dem Titel „The Identity Triptychon“, die mit den ersten beiden Alben, Six Foot Soul und Two, begann. Pardon Me wurde von Steve Berlin produziert und bietet ein breites Spektrum an Genres und Stilen.  Die Lieder sind direkt, zeitlos und wahrhaftig und werden von der geballten Stimmkraft und Reinheit seiner Stimme zusammengehalten.

Fast 10 Jahre im Entstehen, beschäftigt sich die Trilogie mit Konzepten von Selbstwert, romantischer Liebe und Transzendenz im Rahmen moderner Pop- und Folkmusik. Jede Platte besteht aus einer Mischung von Liedern und Zwischenspielen, die den Zuhörer durch eine musikalische und konzeptionelle Reise führen soll. In den Zwischenspielen sind Gesangsproben von Freunden und Fans von WORTH zu hören. Diese bearbeitet er, so dass Mosaike der Poesie entstehen und als eine Art Skript dienen. Die Songs sind der Soundtrack. Schließlich soll die Identity Triptych von Animationsfilmen in voller Länge begleitet werden.

Streckenweise erinnert Worths Stimme an das samtige Timbre eines John Legend („I Need You“, „Tides“); andere Stellen wiederum fangen die performative Energie eines Paul McCartney ein („Care“, „Bayou“). In den fragilen Momenten seiner Darbietung erahnt man Soul-Größen Amos Lee („Glory“) und D’Angelo („Lo and Behold“).

Die Welt von Worth ist eine organische und faszinierende Mischung aus intimen Solo-Performances, die das Publikum näher zum Songwriter bringen, sowie extravaganten Bühnenshows, die jeden Aspekt seines aufgenommenen Materials darbieten.

„Der Zweck ist eine einfache Message zu verbreiten, eine Erinnerung an den Weg – diese Musik ist ein Soundtrack für jemandes Reise.“

Im Herbst 2019 nun also tourt er durch Europa, um seine neue Single „Days Go By“ vorzustellen. Begleitet wird er dabei von den Musikern David Kelsay (Drums), und Morgan Quinn (Saxophon). Für den zweiten Teil der Tour – also auch das Konzert in Harburg – hat er die Backgroundsängerinnen, Amanda Price und Jenni Price mit im Gepäck. Am Sa., den 3. Oktober ist er bereits in der Wilhelmsburger Deichdiele zu erleben.

Die Presse spricht für sich:

 „Eine männliche Version von Lauryn Hill mit dem Stimmumfang von Martin Fry.”  Tyler Burns (Buzz Chips)

„Der Jamie Cullum des Blues.“ Uli Eisel (Lindenkult)

„Ich bin schon seit Jahren ein Fan …  Christopher Worth hat eine dieser Stimmen, die sofort süchtig machen und dieses Album ist ohne Zweifel das Beste, das ich von ihm gehört habe. Gehaltreiches Material und Melodien, ergänzt durch eine auf den Punkt gebrachte Produktion – alles ganz im Zeitgeist. Ich denke, dass diese Veröffentlichung nicht unbemerkt bleiben wird.”  Dave Way über Pardon Me (Michael Jackson, Rosa, TLC, Macy Gray, Enrique Iglesias, Christina Aguilera).

„Ein self-made, aufstrebender Star” Kris Siuta (The Pier)

Also: vormerken: Sa., 19. Oktober im Kulturcafé Komm du, Buxtehuder Straße 13, 21073 Hamburg. Das Konzert findet im Rahmen der 9. SuedKultur Music-Night statt. www.weareworth.com

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Dänischer Moped Rock und mehr! https://www.tiefgang.net/daenischer-moped-rock-und-mehr/ Fri, 06 Sep 2019 22:56:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5688 [...]]]> Eine verkorkste Jugend in Dänemark? Das entspricht nicht ganz dem Klischeebild des Urlaubsreisenden, gibt es aber natürlich doch. Und manchmal kommt später Musik dabei heraus und diese dann zu uns. Nach Wilhelmsburg.

Am 20. und 21. September 2019 steigt nach dem großartigen Erfolg letztes Jahr das 2. Dielensound-Festival in der Kapelle Mengestraße. Der ungewöhnlich wirkende Name geht vom Urheber-Bistro „Deichdiele“ in der unteren Veringstraße aus, die auch jährlich bei der SuedKultur Music-Night dabei sind. Da die Deichdiele aber zu klein ist, wird eben die einstige Friedhofskapelle gerockt und das haut rein!

Nachdem im letzten Jahr gleich acht Bands an einem Abend gespielt haben und das Publikum gegen ein Uhr Nachts leicht überfordert schien, sind dieses Mal zwei Tage für sieben Bands vorgesehen! Und zwar der Freitag (20.9.) und Samstag (21.9.)
Mit dabei sind am Freitag ICE CREAM FOR CROW (Elektronica). Das Ehepaar Nicole und Matthias Sperber spielt Hit für Hit neben ihren eigenen Songs aus verschiedenen Jahrzehnten. Die Coverversionen sind komplett von eigener Hand produziert und live umgesetzt, durch die tolle Pop und Soulsängerin, begleitet von E-Gitarre und Synthesizer.
icecreamforcrow.de
Auch TOM ENDE (Indie Rock) spielen erneut und eröffnen das Festival mit ihren Noise Pop Songs und werden mit ihrer ihnen möglichen Wall Of Sound schon mal anzeigen, dass es auch 2019 laut wird und der Name DielenSOUND wohlweislich gewählt wurde.

https://www.youtube.com/user/TheTomEnde
Ein Überraschungsact kommt dann mit REBECCA LOU. Die Band spielt Punk aus Dänemark und wird mit ihrer Powerpopband die Bühne, die Kapelle und hoffentlich auch das Publikum zum Kochen bringen. Falls es im Herbst schon kühler sein sollte, wird die flirrende Hitze der absolut gigantischen Powerfrau die Herzen erwärmen und die Körper erhitzen beim abhotten!

Auf ihrem Debütalbum „Bleed“ enthüllen Rebecca Lou eine neue, verletzliche Seite der rohen Rock’n’Roll-Power, die die Band auf ihrer im vergangenen Jahr veröffentlichten EP „Skeletons“, zum Leben erweckt hat.

„Bleed“ ist eine ehrliche Geschichte von fließender Geschlechtsidentität und des sich Wagens sich selbst sein zu wollen. „Bleed“ kam jüngst am 30. August heraus.

“Skeletons” mit seinen sechs Songs hat eine enorme Kraft und ist vor allem deshalb eine bemerkenswerte EP geworden, die es hoffentlich auch über die dänischen  Grenzen hinaus schafft, Beachtung zu finden. (Bleistiftrocker.de)

Die deutsche Website hat den Nagel auf den Kopf getroffen und das deutsche Publikum hat Rebecca Lou seitdem in ihre Herzen geschlossen. Im Frühjahr erst, ist die Band durch Deutschland getourt und im kommenden Herbst kommen sie schon wieder zurück. Zu Hause in Dänemark haben sie bereits an der Seite von Bands wie Le Butcherettes und Velvet Volume gespielt – und im Juli werden sie das diesjährige Roskilde Festival im Sturm erobern.  Die Songs auf dem neuen Album sind alle sehr persönlich für Leadsängerin Rebecca. „Chameleon“, „Crucify/Glorify“ und „Imagine Me“ erzählen darüber, wie ihre Familie und ihre Erziehung sie beeinflusst haben.

„Ich habe mehr als nur ein paar Schläge hinnehmen müssen, als ich aufgewachsen bin, und in diesen Songs geht es hauptsächlich darum, wie ich versuche, mit meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit umzugehen. Ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich akzeptieren kann, dass die Erziehung, die ich hatte, nicht die Erziehung war, die ich mir gewünscht hätte und den Verlust verarbeiten kann, der mit der Akzeptanz dieser Dinge einhergeht“, sagt Rebecca Louise Armstrong.

Rebecca wuchs zu einer rastlosen Teenagerin heran, die oft ihre eigenen Grenzen austestete. Aber in ihrer Jugend ging es auch darum, ihre Geschlechtsidentität zu erforschen. Sie hatte kurze Haare und trug Hosen, als die meisten Mädchen Kleider trugen – was viele in der Kleinstadtgemeinde Falster, wo sie aufwuchs, seltsam fanden. Sie hörte Rockmusik, skatete und hatte es schwer, sich mit den klassischen Idealen zu identifizieren, an die sich Mädchen halten sollten.

Der Song „Lost Boy“, dessen Titel auch auf ihrem Arm tätowiert ist, thematisiert direkt das Problem, dass sie sich nicht mit dem binären Geschlechtersystem versöhnen kann.

„Ich verspüre oft den Drang, meine weibliche Seite zu unterdrücken, um platz zumachen für den Jungen, der auch in mir lebt. Das war schon immer so, aber ich habe erst in den letzten Jahren damit begonnen, offen darüber zu sprechen.“

Im Herzen eine Pop Queen

„Je besser ich mich fühle, desto mehr Rockmusik höre ich“, sagt Rebecca und zählt Japanese Breakfast, Big Star, Descendants und die Ramones zu ihren Favoriten. Viele Leute finden es aber überraschender zu erfahren, dass sie eine große Liebe zur Popmusik unter der schwarzen Lederjacke trägt – Whitney Houston („Ich liebe wirklich die Diven!“), Billie Eilish, Lizzo und St. Vincent werden genauso oft gestreamt.

Der Einfluss, den die Popmusik auf Rebecca Lou hat, wird deutlich, wenn man die Melodien und eingängigen Refrains der Band hört. Es gibt einen Konsens in der Band, dass jeder Song funktionieren sollte, wenn er akustisch gespielt wird, damit er sich als veröffentlichungswürdig erweist. Auf dem Weg dorthin, erhält der Song seinen rohen und kraftvollen Ausdruck, der durch Rebeccas Gesang deutlich hervorkommt.

Das ist auf der Lead-Single der Band „No Surrender“ zu hören, die Rebecca Lous Liebe zu starken weiblichen Pop-Stimmen deutlich zeigt.

„No Surrender ist für all die Unangepassten da draußen, die sich jemals außerhalb der Normen der Gesellschaft oder sich anders und allein gefühlt haben. Es ist ein Song darüber, dass man sich sicher ist, wer man ist, und sich selbst zu lieben, egal ob gut oder schlecht. Kapituliert nicht vor der Negativität von anderen Leuten, beschützt eure Energie und fuck the Haters. ‚ (Rebecca Louise Armstrong)

Rebecca wird von Paw Skovbye und Joachim Holmgaard unterstützt und zusammen bilden sie eine eng verbundene Band, die, wie Joachim es ausdrückt, auch „echte menschliche Freunde“ sind.

Auf ihrem Debütalbum „Bleed“ geht es sehr viel um Rebeccas Geschichten des Erwachsenwerdens – aber es wäre nicht so geworden, wenn nicht alle drei der Band Teile ihres Herzens hingeschüttet hätten.

Zur Band:

Rebecca Lou Armstrong war die Lead-Sängerin der Band Stella Blackrose.  Als Band Rebecca Lou wird die EP “Skeletons” 2018 veröffentlicht. Die Singles der EP – “Bitch You Look Good” und “I wanna Be Your Everything” – waren beide in der Rotation der nationalen dänischen Radio Station P6. Rebecca Lou waren nachfolgend in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tour, darunter auch im Hamburger Molotow. 2019 spielt die Band dann auf dem Roskilde Festival und nun, Ende August 2019, wurde frisch das Debüt-Album „We are Suburban“ veröffentlicht und ab geht´s nach Wilhelmsburg zum „Dielensound Festival“ und tags darauf aufs Reeperbahn-Festival.

Das Album anhören: soundcloud.com; weitere Infos: rebeccalou.bandcamp.com

Und weitere Acts sind am Samstag (21.9.) zu erleben:

NEOPIT PILSKI (Indie Rock) eröffnen dabei. Die beiden Virtuosen drücken, psychedelisieren in sonicyouthter Weise mit Schlagzeug und E-Gitarre. Der Sänger behandelt und betrachtet sein Heimatland Bulgarien mit Texten in bulgarischer Sprache. Absolut hören und sehenswert! www.youtube.com
COME OUT FIGHTING (Hardcore Punk) besuchen das Festival aus den USA. Die fünf Männer aus Detroit City spielen kompromisslosen Skatepunk, extrem schnell und hart auf den Punk(t). Super Typen sorgen für super Stimmung! comeoutfightingdetroit.com
Dann holt uns Kristin Theresa Drechsler mit ihren ME AND MY TWO HORSES (Experimental Rock) zurück in die tiefen Abgründe unserer universellen Seele. Die bittersüßen Popsongs wandeln sich urplötzlich in Noise Rock Getöse um genau so plötzlich im Nichts des Universums zu verschwinden. Ihr grandioses Debutalbum No Man´s Land wurde dieses Jahr –live- in den größeren Clubs deutscher Städte wahrgenommen. meandmytwohorses
Eine der Dienstältesten und besten Punk Rock Bands Hamburgs SHEEP ON A TREE geben sich die Ehre und beenden das Dielensound Festival 2019. Rainer Schlüter Hake ist ihr begnadeter Sänger. Er war und ist der Frontmann von unglaublich vielen Punkbands der letzten vier Jahrzehnte. Ein “muß” für alle Musikliebhaber und Punks! www.youtube.com
Der Foodtruck von Meliki wird für hungrige Menschen sorgen und die Deichdiele hat alle wichtigen Getränke an der Bar. Mathias Lintl illuminiert erneut das Geschehen!
An beiden Abenden werden die wunderbaren Deichdielen DJs den Abend eröffnen, begleiten und beenden! Mit dabei sind am Freitag: Onkel Toms Hütte (IndiePop/Postpunk)), Rex Krämer (Dancefloor). Am Samstag: Orange Night (Classics,Indie,Postpunk), Der Mädchen und das Junge (Party).

Infos zum Dielensound-Festival: facebook.com/dielensound-festival-2019

Freitag und Samstag (20. / 21. Sept.) Kapelle Mengepark, Mengestraße 7, 21107 Hamburg; Einlass: 17:30 Uhr, Beginn: 19 Uhr, Eintritt gegen Spende

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Music-Night auch in Wilhelmsburg! https://www.tiefgang.net/music-night-auch-in-wilhelmsburg/ Fri, 21 Sep 2018 22:55:27 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4263 [...]]]> Am 20. Oktober gibt es zum 8. Mal die SuedKultur Music-Night im Hamburger Süden! 20 Orte, gut 40 Konzerte und das Ganze für 5€ Eintritt! Da braucht man Orientierung. Wir helfen. Heute ein Blick in die Deichdiele.

Die Initiative SuedKultur hat sich nie als reine Harburger Initiative verstanden. Denn als sie sich vor elf Jahren zusammenfand, gehört Wilhelmsburg nicht nur zum Bezirk Harburg. Sued stand immer schon auch für die Definition zur Elbmetropole. Und Wilhelmsburg ist definitiv Sued.

Nur bei der Music-Night klappte es bislang nie so wirklich. Als es mal fast so weit war, musste die Soulkitchenhalle schließen und so blieb der Sprung über die Süderelbe wieder mal aus.

Jetzt aber hat sich Deichdielen-Chef Andreas Kürschner durchgerungen, nachdem er auch bei den Literaturtagen SuedLese ein gut frequentierte Leseort wurde.

Die Deichdiele ist tagsüber Bistro und abends eher Kneipe, überzeugt aber nicht nur durch gute Weine, Longdinks oder Kuchen. Denn das Publikum findet immer wieder auch Konzerte oder DJ-Abende, Ausstellungen oder Lesungen. Ein Ort mit Stil und Überraschungen.

So auch bei der Music-Night. Gleich drei Acts warten auf.  Den Auftakt macht um 19h ´Guenal Ojacque`. Der Singer-Songwriter ist auch Frontmann und Gitarrist in der Band FLASK, gibt aber auch als Solist ein eguzte Figur ab.

„Melancholie, Trauer, Leidenschaft, Wut, Liebe, Hass, Freude; dieses Spektrum an Emotionen ist schwer in Worte zu fassen, geschweige denn zu kommunizieren und doch wissen wir alle, wie es sich anfühlt zu lieben oder wütend zu sein“, umschreibt er das durchgehende Motiv seiner Texte und Musik. Guenal Ojacque versucht seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn all diese Emotionen in seinen Eigenkompositionen zu verarbeiten und bestenfalls an den Zuhörer zu kommunizieren. Seit 2012 ist er aktiv in Hamburgs Musikszene auf zahlreichen Bühnen unterwegs. Mit den Bands HAVA und FLASK hatte er die Möglichkeit zwei EP‘s in den ´YEAH! YEAH!YEAH! Studios` aufzunehmen und spielte unter anderem auf dem Campus Open Air Festival 2013, in der Pooca Bar, Maria‘s Ballroom, im Fundbureau, Bar227 und in der Inselklause. Zuletzt konnte er mit der Band FLASK im Finale des „Hamburg Vision Bandcontests“ im headCRASH einen der drei, durch eine Jury gewählten, Preise gewinnen. Guenal’s Songwriting beschäftigt sich oft mit der „dunklen“ Seite der menschlichen Existenz. Die Dynamik steht dabei stets im Vordergrund.

Die Songs visieren dabei immer ein Ziel an: Die Seele. Eine Seele. Der einen Seele, der alle Menschen Teil sind. Im Soloprogramm sind die Songs intim. Zwar leise, aber vielleicht gerade dadurch auch berührender. facebook.com/guenal.ohjack

Um 20h wird es dann aber kompakter mit „Howl´n`Drift“. „Hooouuuwl … ein Ruf durchdringt die Stille der Nacht … hooouuuwl … erklingt es wieder hoch oben auf dem Deich und zieht hinaus auf die See und über das Land. Lange ist der letzte Laut verhallt und da, aus weiter Ferne … hooouuuwl … eine Antwort im Wind.“ So erklärt das Trio um Alexei (Gitarre, Gesang), Christian (Bass) und Clemens (Drums) den Namen. Sie drei Jungs lernten sich im Sommer 2015 sich bei einem Straßenjam in Hamburg kennen und gründeten bald darauf die Band „Howl‘n’Drift“. Gemeinsame Wurzeln finden sich im Bluesrock der 60/70er und Grungepunk der 90er. Ein wenig The Doors mag man auch vernehmen. Seither sammelt das Trio Bühnenerfahrung in Bars, Musikclubs, bei Supportshows und regionalen Festivals. (u.a. Knust, Grüner Jäger, 48h Wilhelmsburgfestival). Im Juni 2017 wurde dann die Debüt-EP „Howl‘n‘Drift“ veröffentlicht. Ein Jahr später folgte der Livemitschnitt von den ersten drei Songs des Albums „Howl‘n‘Drift – Live at Deichdiele“. Man merkt, Humor trifft Vision. Aber reinhörenswert: soundcloud.com/howlndrift

Um 21h beschließt dann „The Ambient Noise“ das Music-Night-Programm. Und das ist mehr als ein Hintergrundrauschen, wenn Singer-Songwriter Sascha Mirtschin seine Songs zum Besten gibt. Er ist umtriebig und so auch bei manchem Singer-Songwriter-Slam zu sehen und zu hören.

Seine Songs sind lyrisch, handeln gerne mal vom Frühling oder Mitternachtsmond, sind aber einfühlsam und rhythmisch. Gute Töne, um bei einem guten Glas Wein die Nacht ausklingen zu lassen.

Reinhören: theambientnoise.bandcamp.com

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Eine halbe Meile noch bis Harburg https://www.tiefgang.net/eine-halbe-meile-noch-bis-harburg/ Fri, 23 Mar 2018 23:22:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3079 [...]]]> Die Hamburger Autorin Susanne Bienwald eröffnet bei der 3. SuedLese einen neuen Leseort – die Wilhelmsburger „Deichdiele“. Passend dazu ihr Buch „Da geht einer“. Wir haben vorab mit ihr gesprochen …

Susanne Bienwald stammt aus Eutin und ist seit 2001 als freie Autorin und Lektorin in Hamburg tätig. Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik, Romanistik und Soziologie in Konstanz, Berlin und Hamburg.

Nach Auslandsaufenthalten in der Türkei, in Griechenland und Spanien und einem kurzen Zwischenspiel im Schuldienst arbeitete sie für den SWR in Baden-Baden. Mit dem Film „Innenansichten eines Außenseiters“ gewann sie 2002 den Münchener Preis der LiteraVision.

Später veröffentlichte sie beim Verlag  Hoffmann und Campe und dann im Literaturverlag Expeditionen ihre Künstlernovelle „Da geht einer“. Im Kadera-Verlag erschien zuletzt der Roman „Wittensee“ – ein Buch, das sich dem Thema ´Hochsensibilität` beschäftigt. Dies stellte sie 2017 bei der 2. SuedLese in der Kulturwerkstatt Harburg vor. Auch ist sie Mitglied und im Vorstand der Autor*innen-Vereinigung ´Writers’ Room`in Hamburg.

Tiefgang (TG): Du hattest schon 2017 in der Kulturwerkstatt gelesen. Wie war Dein Eindruck von der SuedLese? Ein Format das gefällt?

Susanne Bienwald: Gefallen hat mir die freundliche, ja fast familiäre Atmosphäre, die vor, während und nach meiner Lesung zu spüren war. Es schien mir so, als würden die ZuhörerInnen sich Zuhause fühlen. Viele kannten sich offenbar. Sprachen miteinander. Das ist natürlich auch für jeden Lesenden schön, wenn solch eine Stimmung herrscht. – Jetzt aber denke ich daran, wie ich mit Rüdiger Käßner draußen stand und dachte, wie schmal und verletzlich er doch aussah. Und dass er nicht krank werden dürfte … Es ist für alle, die ihn kannten und für die Hamburger Literaturszene ein Verlust, dass Rüdiger gestorben ist.

(Rüdiger Käßner (´Tiefgang` berichtete) war Autor und auch Literaturveranstalter in Hamburg, arbeitete viel auch in und mit der Kulturwerkstatt Harburg und las selbst dort im Rahmen der 2. SuedLese. Anfang Februar diesen Jahres verstarb er, Anm. d. Red.)

TG: In „Wittensee“ geht es um die Studentin Xenia, die mit Extrovertiertheit und Hochsensibilisierung zu kämpfen hat und in der Einsamkeit einen inneren Wandel vollzieht. Bei der aktuellen Lesung ist es ein „Marsch“ auf der Suche nach der inneren Berufung. Ist die innere Gespaltenheit oder Unsicherheit – könnten man es so nennen? – ein Grundthema deiner Bücher?

Bienwald: Ja, da bist du wahrscheinlich auf der richtigen Spur. Ich würde es so sehen: Mich bewegen inneren Vorgänge; die Zweifel, Ängste, Traumata, Freuden eines Menschen. Die tieferen, oft verborgenen Gründe für Entscheidungen und Verhalten. Und da wir wahrscheinlich alle mehr oder weniger Rollen spielen – so empfinde ich es jedenfalls -, sind es Verdrängungen und Spaltungen, die dann mit ans Licht kommen.

TG: Du eröffnest der SuedLese mit Deiner Lesung am 8. April erstmals die Türen zur Wilhelmsburger „Deichdiele“. Schon mal dagewesen?

Bienwald: Eine Freundin von mir lebt in Wilhelmsburg. Mit der war ich schon mal in der Deichdiele. Sie freut sich über meine Lesung „um die Ecke“ und wird sicher kommen.

TG: Was hälst Du von der SuedLese-Idee, vor allem lokalen Literat*innen mit Lesungen an neuen Orten zu würdigen?

Bienwald: Ich bin ja bekennende Lokalpatriotin (wenn auch für Ostholstein). „Wittensee“ ist auch eine Hommage an meine norddeutsche Heimat. Den lokalen Bezug also finde ich großartig. Durch die Wahl der Orte werden hoffentlich auch Schwellen gesenkt, sowohl bei den Zuhörern („ach, die Kneipe kenn` ich, da seh` ich mal vorbei, obwohl ich sonst nicht zu Lesungen gehe“), als auch bei den Veranstaltern, die plötzlich neues Publikum in ihren Räumen haben. Ja, und dann ist natürlich so eine Art Stolz vorhanden. Was wir hier Tolles auf die Beine stellen. Ich hab ja schon letztes Jahr erlebt, dass sich meine Zuhörer miteinander unterhalten haben. Und da haben sich einige gleich zur nächsten Veranstaltung verabredet. Das fand ich richtig gut.

„Eine halbe Meile noch bis Harburg. Ich wünschte, ich könnte für immer dableiben.“ So heißt es in dem Roman, den ich in der Deichdiele vorstellen werde. Wenn das kein Lokalbezug ist!

TG: Du bist als Autorin  auch aktiv als Vorstandsmitglied des Writers Room Hamburg. Wie schätzt Du die literarische Szene Hamburgs aktuell ein? Wie siehst Du die Szene selbst, ihre Themen?

Bienwald: Ich meine zu beobachten, dass sich die Hamburger Szene im Augenblick öffnet für neue Formate der Präsentation von Literatur. Etwa die Ahab- Lesungen, die AutorInnen aus verschiedenen Ländern zusammenbringen; das hat es vorher so nicht gegeben.        

Vielleicht steigt in einer zunehmend digitalisierten Welt das Bedürfnis nach „analogen“ Begegnungen. Eine Lesung ist viel mehr als der Text, den man sich herunterladen kann. Man sieht den Menschen, der ihn geschrieben hat, hört seine Stimme, kann ihn befragen. Befindet sich mit anderen Interessierten im Raum. Das ist ein großer Wert.

Im Moment warten viele auf die erste Ausgabe von „Tau“; einer neuen Hamburger Literaturzeitschrift mit bundesweiten Ambitionen.

Von offizieller Seite gibt es Unterstützung, aber lange nicht genug. Man schmückt sich gern mit Literaten, aber schaffen sollen sie es am besten ohne Unterstützung. Hamburg hat da eine lange ungute Tradition. Kollegen, die in München oder Berlin gewesen sind, berichten von einer ganz anderen Wertschätzung, die man ihnen dort entgegengebracht hat. Wenn ich erzähle, dass ich Schriftstellerin bin, höre ich als erstes: „Kann man denn davon leben?“ Scheint mir ein typisch hanseatischer Satz zu sein. Einmal hätte ich wegen meines „unzuverlässigen“ Berufs fast eine Wohnung nicht bekommen. „Schriftsteller? Die verdienen doch nichts. Können Sie sich die Wohnung überhaupt leisten?“

TG: Was dürfen von Dir als nächstes erwarten?

Bienwald: Ausnahmsweise mal ein kleines heiteres Buch, „Ich, Mina aus der Gärtnerstraße“. Ein selbstbewusster Terrier-Mischling berichtet von Killer-Enten, kritisiert menschlichen Rassenwahn und erklärt die Relativitätstheorie.

SuedLese-Termin: So., 8. April, 18h, Deichdiele, Veringstraße 156, 21107 Hamburg

Das Buch:

In „Da geht einer“ beschreibt Bienwald einen Marsch auf mehreren Ebenen. Im März 1839 machte sich der noch unbekannte junge Autor Friedrich Hebbel zu Fuß auf den Weg von München nach Hamburg. In „Da geht Einer“ wird dieser gefährliche Marsch unmerklich zu der Reise eines Dichters auf der Suche nach seiner Berufung. Ein Mensch auf der Suche nach sich selbst, der sich dabei zwischen Himmel und Hölle, Depression und Selbstüberschätzung, Euphorie und Demütigung hin und her, hinauf und hinab bewegt. Der Roman beschreibt ein Reiseabenteuer, das nicht nur quer durch Deutschland, sondern zugleich in das Herz eines Dichters führt und nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern in jeder Zeit spielt.

 Susanne Bienwald: Da geht einer: kartoniert / broschiert, Paperback; ISBN-13: 9783943863482, 204 Seiten, 220 x 155 mm, erschienen: 14.3.2016

(Das Interview für ´Tiefgang`führte Heiko Langanke.)

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Die Rächerin frei Haus https://www.tiefgang.net/die-raecherin-frei-haus/ Fri, 16 Mar 2018 23:01:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3275 [...]]]> Liebe, Mord und Totschlag und all das in Hamburg. Wenn es nach Alexandra Krebs ginge, darf das gerne so bleiben – in ihren Büchern. Sie ist Gast der 3. SuedLese.

Alexandra Krebs ist 1975 in Hamburg geboren. Mit elf Jahren hat sie ihre erste Bildergeschichte im internen Magazin des Rauhen Hauses veröffentlicht. Nach der Schule absolvierte sie ihre Ausbildung im medizinischen Bereich und war von da an viele Jahre im Ausland unterwegs. Schreiben hatte in dieser Zeit eine untergeordnete Rolle in ihrem Leben. 2016 hat sie sich endlich getraut und hat ihr erstes Buch veröffentlicht: „Rache – Lieferung frei Haus“ erblickte das Licht der Welt. Im März 2017 folgte „Organ auf Bestellung“, im September 2017 dann „Liebe – der Weg zum Tod“. Seit November letzten Jahres ist ihr erstes Verlagsbuch draußen. „Semper Occultus – bin ich schuldig?“ ist wie die anderen auch, ein Hamburgkrimi.

Jetzt wohnt sie mit ihren beiden Kindern im ländlichen Speckgürtel von Hamburg und kreiert immer neue Geschichten. Zwei wird sie im Rahmen der SuedLese vortragen und wir schon mal als „Appettitbringer“ vorstellen.

„Rache – Lieferung frei Haus“ (15. April, Deichdiele) erschien im November 2016 und war ihr erster Krimi. Ihr „Baby“, wie sie ihn selbst noch nennt. Es folgte „Organ auf Bestellung“ als zweiter Band aus der Thomas Eickhoff Reihe, genauso wie der Vorgänger ist er aber ohne das andere Buch lesbar.

Darin ermitteln der Hamburger Polizist Thomas Eickhoff und sein Team gegen einen skrupellosen Organhandelring. Immer wenn der Vollmond über Hamburg scheint, wird eine organlose Frau an einem Hamburger Badesee abgelegt. Selbst raffinierte Fallen und ausgeklügelte Überwachungen bringen keinen Erfolg. Doch dann kommt Thomas auf eine irre Idee. Wird es ihm gelingen die Falle noch rechtzeitig zuschnappen zu lassen?

„Liebe – Der Weg zum Tod“, den sie am 14. April  im Kulturverein „Alles wird schön“ in Heimfeld liest, kam dann im November 2017 heraus. Im Gegensatz zu den anderen zwei Thomas Eickhoffs, ist dieser aus zwei Ich-Perspektiven geschrieben. Der Leser begleitet nicht nur Thomas Eickhoff, nein auch Brigitta die Mörderin. Neben der Liebe zur Ermittlung habe ich hier auch noch die Liebe zum Mord einfliessen lassen.

Inhalt: Die dritte Leiche wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof gefunden. Wieder liebevoll zugedeckt und wieder ist die einzige Gemeinsamkeit, dass das Opfer graue Haare hat. Thomas Eickhoff und seine Kollegen stehen weiter vor einem tödlichen Rätsel, das immer mehr Opfer fordert. Und langsam kann Thomas den in sich aufkeimenden Verdacht nicht mehr ignorieren. Aber werden die Ermittler die Puzzleteile schnell genug zusammensetzen können oder wird es ein weiteres Opfer in dieser Mordserie geben?

„2017 war es so weit ich bekam meinen ersten Verlagsvertrag.“ „Semper occultus – bin ich schuldig“, aus dem sie bei der diesjährigen SuedLese in der Wilhelmsburger „Deichdiele“ vorträgt, wurde im Fehnland-Verlag unter Vertrag genommen worden. Wieder ist es das Buch aus zwei Ich-Perspektiven geschrieben und dieses Mal ist es was Besonderes. Finn Baumann hat so viel erlebt in seiner Kindheit, was auch immer wieder thematisiert wird, was Parallelen zu ihrem Leben aufweist. „In diesem Buch ist nochmehr Herzblut von mir drinnen, als in den anderen Büchern.“

Autorin Krebs

Der Hamburger Hafengeburtstag – für Martin Phillips von der Polizeiwache Hamburg-Bergedorf schon immer ein Tag des Abnormalen. Seine Kollegen machen sich über seine düsteren Prophezeiungen regelmäßig lustig, und doch …
In diesem Jahr kommt der junge Finn Baumann auf die Wache und erklärt, seine Mutter ermordet zu haben. Mit einer Gitarrensaite will er sie stranguliert haben – aber es findet sich keine Leiche. Und die Wohnung von Mutter und Sohn ist offensichtlich seit vielen Wochen von keinem Menschen mehr betreten worden. Doch wieder ein Tag des Abnormalen? Jedenfalls einer, der Martin Phillips in der Folgezeit viel Kopfzerbrechen und einige Überraschungen bescheren wird.

Wie immer kannst du auch das Buch im Handel oder den gängingen Internetplattformen kaufen.

Also wenn ihr mal Bücher mit Wumms hinterlesen wollt: fehnland-verlag.de/alexandra-krebs

 weiterführender Link: diekrimiautorin.de

Termine:

14. April 2018: gemeinsame Lesung mit der Hamburger Autorin Kim Rylee im Harburger Kulturverein „Alles wird schön“, Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg, ab 16 Uhr

15. April 2018: Lesung in der „Deichdiele“, Veringstr. 156, 21107 Hamburg, 18h

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