Deichtorhallen Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 29 Jul 2025 08:40:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Hamburgs „House of Truth“ gegen Deepfakes https://www.tiefgang.net/hamburgs-house-of-truth-gegen-deepfakes/ Fri, 01 Aug 2025 22:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12199 [...]]]> Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt zusehends. Hamburg will nun gegenhalten. Mit Fotos.

Das Standbild, das Abbild eines Einzelmoments, dieses scheinbar unverrückbare Abbild der Realität, steht in Hamburg bald selbst im Zentrum einer bemerkenswerten Transformation. Die DEICHTORHALLEN HAMBURG und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS haben nun eine Initiative angekündigt, die sich dem widmet, was sich als die visuelle Ästhetik der Täuschung beschreiben lässt: Sie gründen im HAUS DER PHOTOGRAPHIE das erste Zentrum für Bild- und Medienkompetenz in Deutschland.

Für die Medien wurde das umfassende Projekt nun skizziert. Das Zentrum zielt auf die „innovative Erforschung und niedrigschwellige Förderung von Medienkompetenzen“ ab, die Fotografie und visuelle Informationen mit algorithmischen Ordnungen „zusammendenkt“. Hier geht es nicht nur darum, alte Bilder zu katalogisieren, sondern die komplexe Wechselwirkung zwischen Wirklichkeit und Medium in unserer vernetzten Gesellschaft zu beleuchten. Wo das fotografische Bild einst als unbestechlicher Zeuge galt, agiert es heute in sozialen Medien oft als Mittäter bei gezielter Fehlinformation und Manipulation. Es ist, als hätte sich die Rolle eines Darstellers radikal gewandelt.

Dieses neue Zentrum, dessen Eröffnung für 2028 geplant ist, soll ein Ort des Austauschs und der Debatte werden. Dirk Luckow, Intendant der DEICHTORHALLEN HAMBURG, fasste die Kernfrage prägnant zusammen: „Welche Bedeutung kommt der Fotografie im Zeitalter von KI, Deepfakes und Desinformation zu? Wie wandelt sich das Medium – einst das Leitbild visueller Wahrhaftigkeit – unter den Bedingungen digitaler Transformation?“ Es ist, als würde man die Lichtführung eines Klassikers hinterfragen, nur um festzustellen, dass das Licht selbst manipuliert wurde. Die Kooperation mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS sei ein „deutliches Signal für eine zeitgemäße Aufklärung“.

Der Fokus des Zentrums ist weit gefasst: Neben künstlerisch-wissenschaftlicher Recherche und Produktion wird es ein innovatives Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm geben. Geplant sind Workshops, Symposien und Vorträge. Vor allem aber sollen aktivierende Bildungsformate unterschiedlichen Zielgruppen, insbesondere Jugendlichen und älteren Menschen, einen niedrigschwelligen Zugang zu diesen essenziellen Kompetenzen ermöglichen. Es geht darum, das Publikum zu befähigen, Bilder „lesen“ und Fake von Realität unterscheiden zu können – eine Fähigkeit, die in einer „wehrhaften Demokratie“ unverzichtbar sei, wie Prof. Manuel J. Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, unterstrich. Man könnte dies als die Charakterentwicklung des aufgeklärten Bürger*in in der digitalen Ära bezeichnen.

Die Kuratorin des HAUSES DER PHOTOGRAPHIE, Nadine Isabelle Henrich, die auch die Leitung des neuen Zentrums übernehmen wird, arbeitet bereits seit Februar 2024 an der Neuausrichtung. Ihre Ausstellungs- und Diskursreihe „Viral Hallucinations“ sowie begleitende Workshops und Symposien haben das Terrain bereitet und ein „wachsendes kritisches Glossar“ erstellt. Diese Initiativen werden nun im neuen Zentrum zusammenlaufen. Es entsteht ein physischer Raum zwischen Kreativlab und Haupteingang, ausgestattet mit Bibliothek und technischer Infrastruktur, der zu Kollaboration und Diskussion einlädt.

Zudem wird die digitale Bildungs- und Rechercheplattform „Photography Expanded“ entstehen. Sie soll als Bildarchiv und Diskursraum fungieren, Inhalte wie Essays, Tutorials, Videos und Lehrmaterialien online einem breiten Publikum zugänglich machen. Ein strategischer Schachzug, der das Analoge mit dem Digitalen verbindet und die Reichweite des Projekts exponentiell erhöht.

Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS leistet dabei eine „substanzielle Förderung“ und bringt ihre Expertise in den Bereichen Nachrichten- und Medienkompetenz ein. Diese Allianz aus kultureller Institution und Stiftung verspricht, ein gewichtiges Gegengewicht zu den Kräften der Desinformation zu schaffen. Die Eröffnung 2028 markiert den Auftakt eines neuen, vielleicht des wichtigsten Kapitels in der Geschichte der visuellen Medienkompetenz. Die Initiative ist ein notwendiges Signal, dass die visuelle Alphabetisierung eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit ist. Hamburg liefert hier nicht nur ein Bildungsprojekt ab, sondern eine essenzielle Antwort auf die komplexen Bildwelten des 21. Jahrhunderts.

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Katharina Grosse verwandelt die Deichtorhallen in ein „Wunderbild“ https://www.tiefgang.net/katharina-grosse-verwandelt-die-deichtorhallen-in-ein-wunderbild/ Fri, 30 May 2025 22:42:48 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11800 [...]]]>

Die Deichtorhallen Hamburg werden im Sommer 2025 zu einem raumgreifenden Gesamtkunstwerk. Die international gefeierte Künstlerin Katharina Grosse, bekannt für ihre radikale und immersive In-situ-Malerei, bespielt die Halle für aktuelle Kunst mit einer spektakulären Installation.

Vom 5. Juni bis zum 14. September 2025 haben Besucher die einzigartige Gelegenheit, in Grosses „Wunderbild“ einzutauchen.

Grosse ist berühmt dafür, dass sie sich nicht mit der traditionellen Leinwand begnügt. Sie malt über Architekturen, Innenräume und ganze Landschaften hinweg und schafft so intensive, haptische Environments. Ihre großformatigen Werke bieten eine unmittelbare körperliche Erfahrung, die unsere Wahrnehmung von Raum und unsere Beziehung zueinander herausfordert.

In den Deichtorhallen präsentiert Grosse nicht nur ihr Hauptwerk „Wunderbild“, sondern auch ein neues, eigens für die Ausstellung konzipiertes Environment. Ergänzt wird das Ganze durch ausgewählte Leinwandarbeiten sowie nie zuvor gezeigte Zeichnungen und Skizzenbücher. Als besondere Attraktion erwartet die Besucher ein Making-of-Film, der exklusive Einblicke in Grosses künstlerischen Schaffensprozess gewährt.

„Wunderbild“ verwandelt die 3.000 qm große Halle in ein raumgreifendes Kunstwerk, das Malerei, Skulptur, Klang und Architektur auf einzigartige Weise verbindet. Ein über 60 Meter langes „Wunderbild“ entfaltet sich als imposante Enfilade von Gemälden auf losen Stoffbahnen, die von der Decke herabhängen. In Kombination mit einer eigens für die Ausstellung entwickelten Soundkomposition von Stefan Schneider entsteht ein immersives Farb- und Klangerlebnis, das die Sinne überwältigt.

Ein weiteres Highlight ist die Erdarbeit im hinteren Teil der Halle. Grosse verwandelt den Ausstellungsraum in eine begehbare Hügellandschaft, in der die Erde selbst zur Leinwand wird. Dieser Eingriff schafft einen spannungsvollen Kontrast zu den großflächigen, hängenden Stoffbahnen des „Wunderbildes“.

Neben diesen raumgreifenden Installationen werden auch sechs großformatige Studio Paintings aus den Jahren 2005 bis 2024 gezeigt, von denen einige bis zu 9 Meter breit sind. Erstmals wird auch Archivmaterial aus Grosses Schaffen präsentiert, darunter Skizzenbücher und Zeichnungen. Der Dokumentarfilm von Claudia Müller begleitet die Künstlerin in ihrem Atelier in Brandenburg und gibt faszinierende Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer Gemälde und die damit verbundene mentale und körperliche Arbeit.

Katharina Grosse, geboren 1961 in Freiburg/Breisgau, ist seit über 25 Jahren eine feste Größe in der internationalen Kunstwelt. Ihre Malerei-Installationen haben bereits in renommierten Institutionen wie dem MoMA PS1 in New York, dem Museum of Fine Arts in Boston, dem Hamburger Bahnhof in Berlin und dem Centre Pompidou in Metz begeistert.

Grosse selbst sagt: „Die Welt zu betrachten ist für mich schon immer damit verbunden gewesen, gleichzeitig etwas in ihr, mit ihr oder auf ihr zu tun.“ Ihre Malerei ist radikal und grenzenlos, sowohl in ihren Dimensionen als auch in ihrer Materialität. Sie erforscht die Präsenz von Farbe und Realität und stellt die Frage, wie Kunst ganz unmittelbar erfahren und Malerei physisch spürbar gemacht werden kann. Dabei fordert sie das Publikum auf, den eigenen Blick zu hinterfragen und vertraute Seh- und Denkgewohnheiten bewusst zu überdenken.

Die Ausstellung „Katharina Grosse – Wunderbild“ verspricht ein außergewöhnliches Kunsterlebnis, das die Grenzen der Malerei sprengt und die Besucher auf eine sinnliche und intellektuelle Entdeckungsreise mitnimmt.

Die Katharina Grosse – wunderbild | 5. Juni – 14. September 2025 |

Halle für aktuelle Kunst, Deichtorhallen Hamburg | Deichtorstraße 1 − 2 | 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 11–18 Uhr, jeden 1. Donnerstag bis 21 Uhr

  • Eröffnung: Mittwoch, 4. Juni 2025, 19:00 Uhr
  • Artist Talk: Donnerstag, 26. Juni 2025, 18:00 Uhr
  • Intendantenführung: Mittwoch, 11. Juni 2025, 16:00 Uhr
  • Öffentliche Führungen: Mittwochs, samstags und sonntags um 16 Uhr
  • Katalog: Erscheint im Juli 2025 im Hartje Cantz Verlag

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Erfahrbare Partitur eines Filmdrehs https://www.tiefgang.net/11540-2/ Fri, 28 Feb 2025 23:04:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11540 [...]]]> Die Künstlerin Britta Thie ist bekannt für ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Malerei, Film und digitalen Medien, in denen sie die Ästhetik und Mechanismen unserer mediatisierten Welt thematisiert.Jetzt ist sie in den Deichtorhallen zu sehen.

Vom 7. März bis 4. Mai 2025 präsentieren die Deichtorhallen Hamburg Thies hyperrealistische Gemälde unter dem Titel STUDIO erstmals als raumgreifendes installatives Ensemble. Für STUDIO bedient sich Britta Thie eingefrorener Bildwelten und überführt echte Filmkulissen in den Ausstellungsraum. Diese werden zum Setting für die Malereien, die technisches Equipment portraitieren: Scheinwerfer, Kamera-Zubehör und andere Apparaturen werden zu Hauptfiguren. Britta Thie interessiert sich für die Strukturen hinter den Kameras und verhandelt zentrale Fragen zur Beziehung von analogen und digitalen Bildwelten, zur Entstehung von Fiktion und zur Bedeutung von Produktionsprozessen in der zeitgenössischen Medienlandschaft.
In den Deichtorhallen Hamburg zeigt Thie neue Werke ihrer Serie hyperrealistischer Gemälde, die bei Film und Serienproduktionen zum Einsatz kommendes technisches Equipment zeigen. Die Malereien basieren auf eigenen Fotografien Thies, die sie als Teil eines aufwändigen Recherche Prozesses bei Besuchen
verschiedener Filmsets aufgenommen hat. Die Geräte, die sonst im Hintergrund bleiben, rücken in den Gemälden nun isoliert in den Fokus. Sie gewinnen eine hyperrealistische Präsenz, die an die hochaufgelösten Bewegtbilder von UHD-Screens erinnert.

Britta Thie – Detail Lunch Break, 2025, oil on canvas

Mit ihrer Installation STUDIO geht die Künstlerin noch einen Schritt weiter: Sie platziert die Malereien in Fragmenten zwei realer Filmsets. Damit verweist sie auf sogenannte „Prop-Graveyards“, Requisiten Friedhöfe der aufwändig gebauten Kulissen, die nach Ablauf der Dreharbeiten in Lagerhäuser verbannt werden. Dort schlummern die zahllosen Geschichten, losgelöst von Raum und Zeit, und hoffen – oft vergebens – darauf, für eine weitere Staffel wiederbelebt zu werden.
Die in dieser Installation wieder errichteten Filmsets, Fragmente der Raumkapsel des Science Fiction Films „Epilogue“, sowie eine Schleuse der Comedyserie „The Stardust Hotel“ versprühen den Nachhall vergangener Filmproduktionen und wirken wie Nachbilder fragmentierter Erzählstränge. Das Baumaterial der Kulissen scheint noch wie aufgeladen von den Dramen vor und hinter der Kamera. Auf diese Weise erschafft Britta Thie eine räumlich erfahrbare Partitur eines Filmdrehs. Sie präsentiert die bildgenerierenden Maschinen und das Filmequipment als eigenen Ensemble-Cast und kreiert so eine Kartografie der komplexen, minutiös geplanten Choreographien der technischen Objekte, die sich innerhalb dieser fiktiven Landschaften am Set abspielten. Im Ausstellungsraum wirken die Gemälde des Filmequipments wie eine Ahnengalerie von Technik; wie eine Familienaufstellung der Apparate und deren komplexe Strukturen beim Dreh.

STUDIO zeigt Momentaufnahmen: Das Sandwich, das während einer kurzen Pause auf der Ablage eines Focus Puller Monitors platziert wird (Lunch Break, 2025). Ein Cherry Picker Lichtkran, der vor dramatisch abendrotem Himmel seine 15 Minuten zu genießen scheint (Skylight, 2025). Set-Lichter, deren schillernde Filterfolien, sogenannte Gels, mit Klammern festgesteckt sind, erinnern an Models im Backstage, die nur darauf warten, auf den Laufsteg zu treten (Gels, 2025). Die zahlreichen Antennen eines Teradeks erwecken den Anschein, als blickten uns zwei Augenpaare mit langen Wimpern entgegen (DIT Cart, 2025). Die sonst verborgenen Hilfsmittel des Camera Operators in „Color Case“ wirken wie ein Erste-Hilfe-Koffer für die Kamera und bekommen hier ihr begehrtes Close-Up. Im Hintergrund des Bildes ist eine der wenigen menschlichen Akteurinnen zu sehen, die in diesem Gefüge wie eine Komparsin wirkt. In Crew (2025) sind die Menschen nur als Silhouetten zu erkennen, die vor einem gigantischen Greenscreen einer geheimen Choreografie zu folgen scheinen. Dabei ist der eigentliche Star dieser Szenerie das Licht, welches als überbordende Sonne vor einem Horizont, der nur in VFX existiert, schwebt. Die Werke Spotlight und Candle Light erlauben uns dagegen einen Einblick in physisch nachgebaute Welten. Das Filmequipment ist inmitten eines viktorianischen Filmsets platziert und trotz des sichtbaren Kontrastes zwischen den Ären, den technischen Geräten und den Requisiten, bekommt man den Eindruck, als wären die Scheinwerfer alt eingesessene Bewohner*innen dieser künstlichen Räume aus Seidentapete und Parkett, die man gerade bei ihrem täglichen Schaffen ertappt. Ihre auf den ersten Blick chaotische Platzierung entspricht ihren tatsächlichen Positionen während des Drehs und stört so bewusst das Narrativ der Filmsets. Und so erzählt diese Ahnengalerie der Geräte nicht nur von der Technik, sondern auch von den verborgenen Menschen und Maschinen hinter der Geschichte, deren Arbeit unsere Fiktionen ermöglichen.
STUDIO spiegelt eine Reihe von Dissonanzen wider, die unseren zeitgenössischen Umgang mit und die Erwartungshaltungen an Medien offenlegen. Die Installation lässt die Grenze zwischen der Kulisse mit dem vermeintlich realen Leben verschwimmen und spiegelt ein Wechselspiel der Zeitlichkeiten parallel laufender Geschichten wider: Zwischen Chaos am Set und Ordnung in der Szene, zwischen der inhärent analogen menschlichen Arbeit mit Emotion und Körper durch die Schauspielenden im Kontrast zur maschinellen Arbeit der hochtechnisierten Geräte, die jene Körper abbilden sowie insbesondere auch der Arbeit der Menschen, die jene Geräte bedienen.

STUDIO stellt Fragen zur Sichtbarkeit verschiedener Arbeiten am Set und den Machtstrukturen, die ihr zugrunde liegen, sowie zur Nachhaltigkeit im Film- und Museumsbetrieb. Britta Thie präsentiert uns eine Studie aufmerksamkeitsökonomischer Strukturen, in denen die Beziehung von Produktion, den monatelangen Filmdrehs, und der Rezeption, dem „Binge Watching“ neben dem abschweifenden Blick auf das Handy – der “first und second screen experience” – nicht weiter voneinander entfernt sein könnten.

In Kooperation mit der Galerie Wentrup, Berlin

BRITTA THIE

Foto: Jeanne Degraa

Britta Thie absolvierte ein Studium an der Universität der Künste Berlin, studierte an der Cooper Union of Science and Art New York und Kunstakademie Münster. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Sie hatte Einzelausstellungen in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt, DE; Schinkel Pavillon, Berlin, DE; Museum Abteiberg, Mönchengladbach, DE; Leopold-Hoesch-Museum in Düren, DE; Kunstverein Göttingen, DE; Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, DE.
Außerdem nahm sie an Gruppenausstellungen in Institutionen wie der Bundeskunsthalle Bonn, DE; Villa Merkel, Esslingen, DE; Public Art Fund, New York, US; MOCA, Toronto, CA; Mumok, Wien, AT; Bundeskunsthalle Bonn, DE; KW Institute for Contemporary Art, Berlin, DE; Anthology Film Archives, New York, US; Kestner Gesellschaft, Hannover, DE; Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt, DE; Julia Stoschek Collection, Berlin, DE; Kunsthalle Osnabrück, DE; National Gallery of Denmark, Kopenhagen, DK teil.

Werke von Thie befinden sich in den folgenden Sammlungen: Julia Stoschek Collection Berlin, DE; Bundeskunstsammlung, Bonn, DE; Öffentliche Sammlung des Museumsvereins Mönchengladbach, DE; Sammlung Vestfossen Kunstlaboratorium, Vestfossen, NO; Sammlung Catharina Svanborg, Malmö, SE; Sammlung Trevor McFedries, Miami, US; Sammlung Eva Gödel, Tomorrow is Another Day, Düsseldorf, DE; Sammlung JPH, München, DE

BRITTA THIE – STUDIO | 7. MÄRZ – 4. MAI 2025
AUDITORIUM/HALLE FÜR AKTUELLE KUNST 

Dienstag – Sonntag, 11–18 Uhr. Jeden 1. Donnerstag im Monat 11–21 Uhr bei freiem Eintritt von 18-21 Uhr.
Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg, Tel. 040-321030, besucherbuero@deichtorhallen.de

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Notfallverbund für Kulturgutschutz https://www.tiefgang.net/notfallverbund-fuer-kulturgutschutz/ Fri, 25 Oct 2024 22:55:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11291 [...]]]> Kulturgut im Notfall gemeinsam zu schützen und zu erhalten – das ist das Ziel des Notfallverbunds für Kulturgutschutz, der kürzlich in Hamburg gegründet wurde.

Unter der Führung des Staatsarchivs haben zahlreiche Museen der Hansestadt, die Gedenkstätten und die Staatsbibliothek einen Vertrag unterzeichnet, in dem sie sich die gegenseitige Unterstützung in Notfällen zusichern. Im Notfallverbund schließen sich kulturgutbewahrende Institutionen zusammen, um sich zu vernetzen, Wissen miteinander zu teilen, sich zusammen auf Notfälle vorzubereiten und sich zu unterstützen, wenn eine Einrichtung einen Notfall, wie zum Beispiel Hochwasser, Unwetter oder Brände, nicht allein bewältigen kann.

Die Gründungsmitglieder des Verbunds sind neben dem Staatsarchiv Hamburg das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, die Deichtorhallen Hamburg, die Hamburger Kunsthalle, das MARKK – Museum am Rothenbaum, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen sowie die Stiftung Historische Museen Hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Museen, Archive und Bibliotheken bewahren die kulturellen Schätze unserer Stadt. Diese Schätze auch in Notfällen zu schützen, ist eine zentrale Aufgabe der Institutionen. Mit der Gründung des Notfallverbundes hat Hamburg jetzt einen wichtigen Schritt für den bestmöglichen Schutz der Kulturgüter gemacht, denn auch dabei gilt, dass wir gemeinsam stärker sind. Die Mitglieder des Verbunds werden sich gegenseitig unterstützen, und das nicht nur im Notfall, sondern auch beim Entwickeln von Notfallplänen oder bei gemeinsamen Übungen. So können sie im Ernstfall schnell reagieren, um unser wertvolles Kulturgut zu schützen und zu erhalten.“

Der Hamburger Notfallverbund hat verschiedene konkrete Ziele:

  • Die Mitglieder unterstützen sich schnellstmöglich in Notfällen, in denen Kulturgut betroffen ist. Sie sichern sich im Rahmen ihrer fachlichen und personellen Möglichkeiten zu, sich organisatorisch, konservatorisch, materiell, technisch und logistisch zu helfen, insbesondere dabei, betroffenes Kulturgut zu bergen und zu sichern und Ausweichdepotflächen zur Verfügung zu stellen. Dabei unterstützen sie sich bei Bedarf auch mit Personal.
  • Ein Kompetenznetzwerk zum Thema Kulturguterhalt für Hamburg soll aufgebaut werden. Der Notfallverbund ist ein einmaliges Netzwerk von Kulturgut bewahrenden Einrichtungen in der Hansestadt, in dem unterschiedliche fachliche Expertisen zusammenkommen. Der Notfallverbund stellt den Wissenstransfer zwischen den Einrichtungen sicher.
  • Standards und Routinen im Bereich der Notfallvorsorge für Kulturgut sollen gemeinsam entwickelt werden. Hierzu zählen auch regelmäßige gemeinsame Notfallübungen und die Vereinheitlichung der Notfallplanung und -vorsorge in den beteiligten Institutionen.
  • Das Thema Notfallvorsorge für Kulturgut soll auch im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Außerdem sollen die Grundlagen für die Notfallprävention optimiert werden. Der Verbund soll Themen bündeln und gezielt Kontakte und Netzwerke mit weiteren Beteiligten wie der Feuerwehr oder dem THW aufbauen. Hierdurch sollen Synergien geschaffen und die Akzeptanz für die Notfallvorsorge für Kulturgut erhöht werden.

Der Notfallverbund beginnt ab sofort mit der gemeinsamen Arbeit. Perspektivisch können auch weitere Institutionen in öffentlicher Trägerschaft aufgenommen werden.

Bereits in zahlreichen Städten und Regionen wurden in den letzten Jahren Notfallverbünde zum Schutz des Kulturguts gegründet. Eine Übersicht gibt es hier: www.kek-spk.de/notfallverbundkarte/#/. Ziel der Verbände ist es auch, sich überregional miteinander zu vernetzen und auszutauschen (gemeinsames Portal: www.notfallverbund.de).

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Tanz im Dialog https://www.tiefgang.net/tanz-im-dialog/ Fri, 09 Aug 2024 22:56:15 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11087 [...]]]> Tanz im Dialog mit Bildender Kunst: ein ganztägiger Performance-Parcours lädt in alle sechs Häusern der Hamburger Kunstmeile.

Auf Einladung der Kunstmeile Hamburg kuratiert Saïdo Lehlouh, einer der aktuell spannendsten Choreografen und Performancekünstler Europas, am Samstag, 17. August 2024 einen ganztägigen Tanzparcours in allen sechs Ausstellungshäusern der Kunstmeile im Zusammenspiel mit dem Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel. Lehlou ist bekannt für seine virtuosen und ästhetisch intensiven Choreografien, die auf der Hip-Hop Kultur fußen und in die Zukunft des zeitgenössischen Tanzes weisen.

Ausgehend von seiner kollektiven Arbeitspraxis lädt die Kunstmeile Lehlouh und weitere zwölf namhafte Künstler*innen und Choreograf*innen ein, individuelle Tanz- und Performance-Arbeiten zum Thema CORE zu erarbeiten und in den Institutionen der Kunstmeile in Ihren jeweiligen Sammlungen und aktuellen Ausstellungen zu präsentieren.

So zieht Lehlouh eine vielfältige choreografische Verbindungslinie zwischen den sechs Häusern mit ihren künstlerischen Präsentationen und dem die Kunstmeile umgebenden Stadtraum, die im Dialog mit anderen ästhetischen Formen neue Möglichkeiten der Begegnung schafft.
Dieser Kunstmeilen-Parcours mit zahlreichen zum Teil zeitgleich stattfinden Performances führt durch die gesamte Hamburger Innenstadt, beginnend um 11 Uhr in der Hamburger Kunsthalle, und wandert dann über das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, das Kunsthaus Hamburg, den Kunstverein in Hamburg, die Deichtorhallen Hamburg, das Bucerius Kunst Forum bis zum großen Abschluss auf dem Rathausmarkt. Das Programm erstreckt sich über einen ganzen Tag und endet in einer großen fulminanten Abschlusschoreografie um 19 Uhr mit über 100 Performer*innen auf dem Rathausmarkt.
Es gibt einen Einblick über eine vielfältige europäische Szene, die neue, häufig genresprengende Impulse für den zeitgenössischen Tanz liefert. Der Eintritt zu allen Perfomances in den Häusern der Kunstmeile ist frei. Ein zeitlicher Ein- und Ausstieg in die Performances ist jederzeit möglich (Programm siehe unten). In den
jeweiligen Häusern ist der Performance-Ort ausgeschildert.
Nähere Infos zu den einzelnen Performances, Orten und Uhrzeiten: kunstmeile-hamburg.de/saido-lehlouh

Ablauf
Hamburger Kunsthalle: Ndoho Ange & Sophye Soliveau, 11:00 & 17:00 Uhr
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: Mackenzy Bergile – AUTOTHÉRAPIE, 13:00 / 14:00 / 15:00 / 16:00 / 17:00 / 18:00 Uhr
Kunsthaus Hamburg: Linda Hayford & Marina de Remeiros – PROCESSING, 14:00 & 16:00 Uhr
Kunstverein in Hamburg: Johanna Faye & Karim Khouader – DRINK THE SEA INSIDE OF ME, 13:00 & 15:00 Uhr
Kunstverein in Hamburg: Israel Galván & Mathias Rassin, 13:45 & 15:45 Uhr
Deichtorhallen Hamburg: Johanna Faye & Saïdo Lehlouh – EARTHBOUND, 14:30 Uhr
Bucerius Kunst Forum: Kaê Brown Carvalho & Jerson Diasonama – JOGO DE DENTRO 16:00 & 18:00 Uhr
Rathausmarkt: Saïdo Lehlouh – FACE TO FACE (Abschlusschoreografie mit über 100 Performer*innen), 19:00 Uhr

Saïdo Lehlouh aka Darwin

Mitte der 90er Jahre verblüffte der von der Pariser B-Boy-Szene entwickelte Stil die Welt mit einer neuen Vision des Breakdance. Als Saïdo Lehlouh Teil dieser Szene wird, zeichnet er sich vor allen durch seine flüssigen Bewegungen und seine besondere katzenhafte Raffinesse aus. Seine Erfahrung als Breaker in der Bad Trip Crew prägt die Aufrichtigkeit seiner Gesten. Indem er den Boden durch Berührungen zähmt, baut Saïdo Lehlouh kontinuierlich ein körperliches Vokabular auf, das auf die Bedürfnisse des Augenblicks reagiert. Er tanzte bei der berühmten Bad Trip Crew und gehört zum Leitungsteam des Centre choregraphique national de Rennes et de Bretagne, dem collectif FAIR-E. Zu den Olympischen Spielen in Paris 2024 kreiert der Choreograf Lehlouh im Rahmen der Kulturolympiade eine noch nie dagewesene Show auf der Bühne der prestigeträchtigen Opéra Garnier. Dem Hamburger Publikum ist er durch mehrere Auftritte auf Kampnagel bekannt. Nur wenige Tage vor dem Kunstmeilen-Auftritt ist sein Werk TÈMOIN dort im Rahmen des Sommerfestivals zu erleben.

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Mehr als eine Million Besucher*innen https://www.tiefgang.net/mehr-als-eine-million-besucherinnen/ Fri, 16 Feb 2024 23:25:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10590 [...]]]> Für die einen völlig überfüllt, für die anderen ein anständiger Erfolg: die Hamburger Kunstmeile hat 2023 übe reine Millionen Besuchende gehabt …

Mehr als eine Million Besucher*innen nutzten im Jahr 2023 die Gelegenheit, die Ausstellungen in den fünf beteiligten Häuser der Kunstmeile Hamburg zu erleben. Der Verbund aus Bucerius Kunst Forum, Deichtorhallen Hamburg Hamburger Kunsthalle, Kunstverein in Hamburg und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg konnte damit im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Besucher*innenzuwachs verzeichnen.
Die Ausstellungen 2024 versprechen wieder eine spannende Bandbreite von Kunstwerken, die von renommierten Künstler*innen bis zu aufstrebenden Talenten reichen, von klassischer Malerei über zeitgenössische Installationen bis hin zu fesselnden Fotografien bieten die Häuser der Kunstmeile ein breites Spektrum an künstlerischem Schaffen.

Bert Antonius Kaufmann, Kaufmännischer Direktor der Deichtorhallen Hamburg und derzeitiger Geschäftsführer der Kunstmeile, ist zufrieden mit diesem Ergebnis: „Das letzte Jahr war eines der besten Jahre für die Kunstmeile. Alle fünf Häuser haben viel Zuspruch erfahren, nicht zuletzt wegen der zahlreichen großen, wichtigen und qualitätvollen Ausstellungen im Jahr 2023/24. Die Zusammenarbeit der fünf Häuser ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung nicht nur für die Besucher*innen, sondern hilft auch sehr, Hamburg weiterhin als Kunst- und Kulturstandort auf der internationalen Landkarte auszubauen.“
 
Auch Dr. Kathrin Baumstark, Direktorin des Bucerius Kunst Forums, zeigt sich erfreut: „Das erfolgreiche Ausstellungsjahr 2023 für die Häuser der Kunstmeile hat gezeigt, dass die Menschen Lust haben, Kunst zu erleben, sich mit neuen künstlerischen und damit verbunden gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Nach herausfordernden Jahren für die Kultur blicken wir sehr zufrieden auf die Vielseitigkeit der vergangenen Ausstellungen und freuen uns, auch nach wie vor das breite Kulturangebot Hamburgs mit der Kunstmeile feiern zu können.“

Im Jahr 2024 können sich die Besucher*innen auf historische und zeitgenössische Kunst sowie auf vielfältige und gesellschaftlich aktuelle Themen freuen – vom Europa des 19. Jahrhunderts über Bestandsaufnahmen des menschlichen Verhaltens im Hier und Jetzt bis hin zu Zukunftsfragen in Zeiten des Klimawandels und gesellschaftlicher Umbrüche.

Das Schaffen der niedersächsischen Künstlerin Silke Otto-Knapp (1970–2022) wird vom 27. Januar bis zum 14. April 2024 in der Schau „Bühnenbilder“ im Kunstverein in Hamburg gezeigt. Seit Mitte der 1990er befasste sich Otto-Knapp in ihrer Malerei mit Schauspiel und Tanz mit Fokus auf ritualisierte Formen des Zusammenkommens auf der Bühne. Im Zentrum der Ausstellung steht Otto-Knapps Werkzyklus Versammlung (2022), der zu Lebzeiten von der Künstlerin für den Kunstverein in Hamburg entstand.

Die Ausstellung „Water Pressure. Gestaltung für die Zukunft“ im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg vom 15. März bis zum 13. Oktober 2024 präsentiert Gestaltungsideen, die das Potenzial haben, unsere Zukunft radikal zu ändern. Die innovativen Arbeiten aus den Bereichen Design, Architektur, Kunst und Wissenschaft gehen vielfach auf Prinzipien der Natur zurück und eröffnen so neue Wege aus der aktuellen Lage.

Die Deichtorhallen Hamburg realisieren vom 18. Mai bis zum 3. November 2024 das visionäre Ausstellungsprojekt „Survival in the 21. Century”, das mit künstlerischen Mitteln danach fragt, wie der Mensch im 21. Jahrhundert leben wird. Die Grundfragen menschlicher Existenz und die radikalen Brüche, die uns bevorstehen, werden reflektiert: der Klimawandel, die digitale Revolution, die wachsende Ungerechtigkeit im nationalen und globalen Maßstab, die Krise der Demokratie, die Frage von Gemeinschaft.

Die Hamburger Kunsthalle präsentiert vom 14. Juni bis 8. September 2024 mit „William Blakes Universum“ das erstaunliche Œuvre des englischen Zeichners und Graphikers William Blake (1757–1827). Die Schau zeigt das um 1800 vor dem Hintergrund von Revolution und Krieg in Europa, von Sklaverei in den europäischen Kolonien und von der Unterdrückung im heimischen Großbritannien geschaffene Werk und setzt es in Bezug zu ausgewählten Arbeiten europäischer Zeitgenossen.

Im Bucerius Kunst Forum wird vom 15. Juni bis 22. September 2024 das Werk des berühmten Fotografen und Mitbegründer der Fotoagentur Magnum Henri Cartier-Bresson ausgestellt. In verschiedenen Kapiteln werden neben den frühen, surrealistisch geprägten Aufnahmen und Filmarbeiten sowie den Fotoreportagen auch Cartier-Bressons Porträts bekannter Künstler*innen und Schriftsteller*innen gezeigt, ebenso wie seine späteren Fotografien, in denen der Fokus auf dem menschlichen Alltagsverhalten liegt.

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„Mit Leidenschaft und Akribie“ https://www.tiefgang.net/mit-leidenschaft-und-akribie/ Fri, 06 Oct 2023 22:07:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10345 [...]]]> Am 5. Oktober 2023 feierte Prof. Dr. Harald Falckenberg seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass lud Hamburgs Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda ihn zum Senatsfrühstück ins Gästehaus.

Der Hamburger Jurist und Unternehmer Harald Falckenberg hat in rund 30 Jahren eine international renommierte Sammlung zeitgenössischer Kunst aufgebaut und zählt damit zu den bedeutendsten Privatsammlern Deutschlands. Zudem prägt er durch sein vielfältiges Engagement seit Jahren das kulturelle Leben der Hansestadt entscheidend mit. Seit 2001 wird seine Sammlung im gleichnamigen Ausstellungshaus auf dem Harburger Phoenixgelände in Wechselausstellungen gezeigt, seit 2011 in Kooperation mit den Deichtorhallen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Zu seinem 80. Geburtstag ehren wir das Multitalent Harald Falckenberg und sagen danke für sein außerordentliches Engagement für die Kulturstadt Hamburg. Harald Falckenberg zählt zu den wichtigsten Kulturbotschaftern seiner Heimatstadt Hamburg. Er hat sich als Sammler, Kurator, Förderer, Autor und Verleger in der internationalen Kunstwelt einen Namen gemacht und bereichert die Kulturstadt Hamburg seit vielen Jahren auf einzigartige Weise. Es ist großartig, wie er nach einer erfolgreichen ersten Karriere als Unternehmer vor rund 30 Jahren das Sammeln von Kunst für sich entdeckte. Mit Leidenschaft und Akribie hat er eine einzigartige Sammlung aufgebaut, die die Kunst in Hamburg um eine wichtige Facette bereichert und in seinem fantastischen Ausstellungshaus in den Harburger Phoenixhallen in hochkarätigen Wechselausstellung erlebbar ist. Die Kulturstadt Hamburg ist glücklich, einen so kreativen Kopf in ihrer Mitte zu wissen, der als Impulsgeber und Diskutant geschätzt wird. Ich gratuliere Harald Falckenberg herzlich zu seinem 80. Geburtstag.“

Der Jurist und Unternehmer Prof. Dr. Harald Falckenberg wurde am 5. Oktober 1943 in Hamburg geboren und begann 1994 mit dem Aufbau seiner Sammlung, die heute rund 2.400 Arbeiten der Gegenwartskunst ab den späten 1950er Jahren umfasst und weltweit zu einer der bedeutendsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst zählt. Der Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst ab den 1980er Jahren.

Seit 1996 wird die Sammlung im Rahmen von Wechselausstellungen öffentlich gezeigt, zunächst im sogenannten „Pump Haus“ am Flughafen, seit 2001 im Ausstellungshaus auf dem Harburger Phoenixgelände. 2011 wurde die Sammlung und der Ausstellungsbetrieb in Harburg von den Deichtorhallen Hamburg im Rahmen einer Dauerleihgabe übernommen.

Harald Falckenberg ist seit 1997 Mitglied des Hamburger Kunstvereins und war von 1999 bis 2017 dessen Vorstandsvorsitzender, seit 2011 ist er Aufsichtsratsmitglied der Deichtorhallen Hamburg. Der Hamburger Kunsthalle ist er als Förderer unter anderem durch die zusammen mit Hans Jochen Waitz gegründete F. und W. Stiftung für zeitgenössische Kunst in der Hamburger Kunsthalle verbunden.

2008 wurde er von der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK) zum Professor ernannt. Im gleichen Jahr übernahm er den Verlag Philo Fine Arts, zudem ist er Mehrheitseigentümer des renommierten Merve-Verlags.

Er engagiert sich überregional für die Interessen von Kunstsammlern und -sammlerinnen und ist seit 2016 im Vorstand des Vereins Kunstsammler e. V.

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8.422,66 Tonnen Fußabdruck https://www.tiefgang.net/8-42266-tonnen-fussabdruck/ Fri, 03 Feb 2023 23:22:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9690 [...]]]> Über 8.422 Tonnen CO2-Belastung – das ist die Zahl für 2019, mit der sich 11 Hamburger Institutionen nun herumschlagen müssen …

Unter dem Motto „Elf zu Null – Hamburger Museen handeln“ startete im Sommer 2022 die bundesweit einmalige Initiative von elf Hamburger Museen, Ausstellungshäusern und Gedenkstätten, um gemeinsam das Thema Nachhaltigkeit und Betriebsökologie anzugehen. Jetzt werden die ersten Ergebnisse vorgestellt: Die CO2-Bilanzierung der elf Häuser hat ergeben, dass der gemeinsame Fußabdruck sich auf 8.422,66 Tonnen jährlich beläuft (Referenzjahr 2019). Der mit 90,4 % überwiegende Anteil der Emissionen resultiert dabei aus den Strom- und Wärmeverbräuchen der Häuser. Dies entspricht etwa der Klimawirkung von neun vollbesetzten Großraumflugzeugen, die von Hamburg nach New York und zurück fliegen. In einer erweiterten Bilanz wurde auch die Gästemobilität berücksichtigt, wobei diese teilweise auf Schätzwerten beruht. Inklusive Gästemobilität steigt der CO2-Fußabdruck der elf Häuser auf knapp 40.000 Tonnen, also das Viereinhalbfache. Durch die Einbeziehung der Gästemobilität in den Bilanzierungsprozess nimmt Elf zu Null eine Vorreiterrolle im Kulturbereich ein. Die Bilanzen bilden nun eine belastbare Datengrundlage für ein strategisches Umweltmanagement.

Darüber hinaus erhalten 17 Transformationsmanagerinnen und Transformationsmanager ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss ihrer Fortbildung. Sie verfügen nun über methodische und fachliche Kompetenzen für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in ihren Häusern. Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg wird die erfolgreiche Initiative auch in 2023 und 2024 unterstützen, um die praktische Umsetzung in den Häusern zu gewährleisten und die Vernetzung weiter zu fördern.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Elf zu Null ist ein hervorragendes Beispiel, wie Kultureinrichtungen die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Erstmals liegt eine belastbare Klimabilanz vor, auf der die Häuser nun konkrete Einsparmaßnahmen aufbauen können. Dank der guten Zusammenarbeit können dabei alle von den besten Ideen lernen. Im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells sind wir bei der energetischen Sanierung der Einrichtungen schon einen großen Schritt voran gekommen. Mit den Ergebnissen von Elf zu Null können wir nun den Betrieb der Museen und Ausstellungshäuser nachhaltiger gestalten und beim Schutz des Klimas weiter vorankommen. Der Senat wird dies weiterhin unterstützen, indem er unter anderem Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs fördert.“

Alexander Stockinger, Kaufmännischer Geschäftsführer Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: „Wir sind mit großem Tempo ins Handeln gekommen: Innerhalb von wenigen Monaten haben wir ein hochmotiviertes Team aus versierten Kolleginnen und Kollegen gebildet und mit den Klimabilanzen eine solide Datengrundlage geschaffen. Daran kann nun die langfristige Arbeit an der Transformation unserer Häuser anknüpfen. Ich danke der Behörde für Kultur und Medien, dass wir unseren Weg im Schulterschluss fortsetzen können und unsere Initiative für zwei weitere Jahre unterstützt wird. Bereits jetzt wird Elf zu Null bundesweit als Good Practice wahrgenommen – unser handlungsorientierter Ansatz und unser geschlossenes Vorgehen inspirieren andere. Das motiviert uns!“

Jacob Sylvester Bilabel, Geschäftsleiter des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien: „Für mich eine Sensation: Die elf Hamburger Museen legen den ersten deutschen Standard zur Klimabilanzierung der Häuser samt Publikumsverkehr vor und dokumentieren diesen transparent für alle. So etwas gab es bis jetzt noch nicht. Ich bin mir sicher, dass viele in Zukunft von der Vorarbeit des Projektes werden profitieren können. Denn: Der datenbasierte Blick der Hamburger Museen auf die eigenen CO2-Emissionen und die Ursachen dafür schafft Transparenz und ermöglicht so einen strategischen Umgang mit steigenden Energiekosten.“

 Ergebnisse CO2-Bilanzierung

Die CO2-Bilanzierung macht deutlich, an welchem Punkt die Museen ökologisch stehen und bilden den Handlungsrahmen für die künftige Einsparung von Emissionen. Dafür werden nun pro Haus passgenaue Strategien zur Verbesserung der Umweltwirkung entwickelt und in Nachhaltigkeitskonzepten zusammengefasst.

Bereits jetzt wurden zahlreiche Maßnahmen entwickelt oder umgesetzt, so zum Beispiel die Installation smarter Heizkörperthermostate, die Durchführung hydraulischer Abgleiche und die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in fast allen Häusern; erweiterte Klimakorridore; großflächige Fenstertausche im MK&G, dem Archäologischen Museum und der Hamburger Kunsthalle; sowie die Nachrüstungen der Gebäudeleittechnik und Anlagensteuerung in mehreren beteiligten Häusern. Auch die Installation von Photovoltaik-Anlagen ist in Planung, so zum Beispiel auf dem Altonaer Museum. Weitgehend finden diese Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Sprinkenhof GmbH als Vermieterin der städtischen Kulturimmobilien statt.

Die CO2-Bilanzen wurden einheitlich nach ISO 14064 erstellt und sind damit international vergleichbar. Für den Bereich der Gästemobilität wurde ein eigener Elf zu Null-Standard entwickelt. Dieser legt fest, zu welchem Anteil Emissionen aus der An- und Abreise des Publikums berücksichtigt werden.

Fortbildung erfolgreich abgeschlossen

17 Personen aus den beteiligten Häusern wurden im Rahmen einer Weiterbildung als „Transformationsmanagerinnen und Transformationsmanager für nachhaltige Kultur“ qualifiziert und unterstützen nun ihre Institutionen mit Fachwissen und Methodenkompetenz. Sie fungieren dabei als Übersetzerinnen und Übersetzer, Fürsprecherinnen und Fürsprecher, Ideengeberinnen und Ideengeber und Macherinnen und Macher, um Nachhaltigkeit in allen Prozessen zu verankern und den Veränderungsprozess in die Teams zu vermitteln.

 Wie geht es weiter?

Die Arbeit erfolgt in zwei Strängen: Zum einen werden die Häuser individuell Steuerungsmaßnahmen zur Reduktion von Emissionen entwickeln und umsetzen. Zum anderen wird die erfolgreiche Arbeit in der Elf zu Null-Community fortgesetzt. Dort liegt der Fokus auf Wissenstransfer, Kompetenzaufbau und Vernetzung. Geplant sind Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen, öffentliche Angebote und Publikationen, ein regelmäßiger Austausch und Exkursionen. Außerdem sollen zusätzliche Mittel für gemeinsame Projekte eingeworben werden. So wird die Transformation gestärkt und beschleunigt. Um die elf Häuser in den kommenden zwei Jahren bei diesem Programm zu unterstützen, wird mit Hilfe der Förderung der Behörde für Kultur und Medien eine Stelle als Netzwerkmanagerin bzw. Netzwerkmanager geschaffen.

 Allgemein „Elf zu Null“

Die Federführung der Initiative „Elf zu Null – Hamburger Museen handeln“ liegt beim Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G), die weiteren beteiligten Häuser sind das Altonaer Museum, das Archäologische Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, das Bucerius Kunst Forum, die Deichtorhallen Hamburg, das Deutsche Hafenmuseum, die Hamburger Kunsthalle, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, das Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK), das Museum der Arbeit und das Museum für Hamburgische Geschichte.

Elf zu Null kooperiert mit dem bundesweiten Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien und wird durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg gefördert.

 

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Wer kommt eigentlich? https://www.tiefgang.net/wer-kommt-eigentlich/ Fri, 13 Jan 2023 23:04:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9637 [...]]]> Wer besucht in Hamburg eigentlich welche Kultureinrichtung? Wie informiert sich das Publikum über Kulturangebote und wie wird die Hamburger Kulturszene wahrgenommen? Die Kulturbehörde will es wissen …

Was hat sich eigentlich seit Beginn der Pandemie verändert? Viele Fragen, denen man noch nicht wirklich nachgegangen ist. Ihre Antworten könnten aber zukunftsweisend sein.

Um repräsentative Daten zur Publikumsstruktur in den Hamburger Kultureinrichtungen zu gewinnen, startet die Behörde für Kultur und Medien in enger Absprache mit Hamburger Kultureinrichtungen im Januar eine breit angelegte Befragung von Besucher*innen, die an verschiedenen Terminen im gesamten Jahr 2023 stattfinden wird. Zunächst wird stichprobenartig das Publikum in den staatlichen Häusern wie den Museumsstiftungen oder den Staatstheatern befragt. Im Laufe des Jahres können sich auch private Kulturinstitutionen an der Befragung beteiligen. Ergänzt wird die Erhebung durch eine Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Nach den großen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sehen wir ein sehr uneinheitliches Bild bei den Besucherzahlen: Während einige Kulturveranstaltungen wieder ausverkauft sind, werden andere weiter eher zögerlich besucht. Wir wollen genauer wissen, woran das jeweils liegt und welche Strategien sich lohnen, um das Publikum noch besser anzusprechen. Der erste Schritt ist daher eine breit angelegte Besucherbefragung. Wir wollen erfahren, wie sich das Publikum unserer Kultureinrichtungen zusammensetzt und welche Bedürfnisse es hat. Wir brauchen repräsentative Daten zum Publikum der Kultureinrichtungen und zur Kulturstadt Hamburg. Die Ergebnisse können eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Hamburg in den nächsten Jahren sein. Die Kultureinrichtungen können mit dieser Basis noch gezielter auch ein neues Publikum ansprechen und ihre Reichweite vergrößern. Denn wir alle brauchen Kultur.“

Die Befragung der Besucher*innen war ursprünglich für das Jahr 2020 geplant und musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Sie beginnt im Januar und findet in verschiedenen Kultureinrichtungen über das gesamte Jahr 2023 statt. Sie wird vom Leipziger Marktforschungsunternehmen CONOSCOPE durchgeführt und startet in den staatlichen Kulturinstitutionen: Archäologisches Museum Hamburg, Bergedorfer Museumslandschaft, Deichtorhallen Hamburg, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg Musik (Elbphilharmonie, Plaza und Laeiszhalle), Hamburger Kunsthalle, Hamburgische Staatsoper, Kampnagel, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, MARKK – Museum am Rothenbaum, Museum für Kunst und Gewerbe, Philharmonisches Staatsorchester, Planetarium Hamburg, Thalia Theater und die Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg.

In jeder Kultureinrichtung werden so viele Besucher*innen befragt, dass die Daten repräsentativ für das jeweilige Haus sind. Alle erhobenen Daten werden außerdem gesammelt ausgewertet, sodass darüber hinaus auch aussagekräftige Ergebnisse zur Publikumsstruktur der Kulturstadt Hamburg insgesamt entstehen. Insgesamt sollen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher befragt werden. Geschulte Interviewerinnen und Interviewer werden an mit den Kultureinrichtungen abgestimmten Terminen die Besucher*innen auf Basis eines Fragebogens interviewen. Der Fragebogen kann analog oder digital ausgefüllt werden.

In allen Kultureinrichtungen wird ein identischer Basisfragebogen genutzt. Jede Kultureinrichtung kann außerdem noch eigene Fragen hinzufügen und so Antworten auf individuelle Fragestellungen erhalten.  In den nächsten Monaten können sich außerdem private Kultureinrichtungen anschließen und in ihren Häusern ebenfalls die Besucher*innen befragen. Darüber hinaus soll in einer ergänzenden Nicht-Besucherbefragung im Laufe des Jahres näher untersucht werden, warum Menschen sich gegen den Besuch einer Kultureinrichtung entscheiden und wie sich das Verhalten der Besucher*innen von Kultureinrichtungen in den letzten drei Jahren verändert hat. Es ist geplant, nach rund sechs Monaten ein erstes Zwischenergebnis vorzulegen. Für die Befragung steht insgesamt ein Budget von rund 160.000 Euro zur Verfügung.

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the new abnormal https://www.tiefgang.net/the-new-abnormal/ Fri, 26 Aug 2022 22:47:30 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9290 [...]]]> 12 ukrainische Fotograf*innen haben die Eskalation des Krieges ins Bild gerückt und geben Aufschluss über das Ausmaß des Elends.Die Ausstellung THE NEW ABNORMAL im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, ist eine Kooperation mit dem Odesa Photo Days Festival unter der Leitung von Kateryna Radchenko. Werke von zwölf ukrainischen Fotograf*innen vermitteln vom 3. September bis 6. November 2022 einen Eindruck vom gegenwärtigen Leben im Angesicht des Krieges.

Die Eskalation des Krieges und der Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 hatten erhebliche Auswirkungen auf die Geschichte und das Leben in der Ukraine. Die Ereignisse der letzten Monate haben jede/n Bürger*in des Landes sowie alle Bereiche des sozialen und politischen Lebens betroffen. Vom einen auf den anderen Moment wurde das Leben in ein »Vorher« und ein »Während« gespalten.

Die ukrainische Bevölkerung musste verschiedene Phasen der Transformation durchlaufen – Schock, Leugnung, Angst, Akzeptanz und Anpassung. Anliegen der Ausstellung ist es, eine neue Form des Lebens während des Krieges zu zeigen. Diese neue Form des Lebens beinhaltet die Anpassungsprozesse im sozialen und öffentlichen Raum, die Veränderung der gewohnten Verhaltensregeln und Alltagsroutinen sowie die Kombination von Gefühlszuständen wie Angst, Wut und Freude.

Das internationale Festival für zeitgenössische Fotografie Odesa Photo Days wurde 2015 als Reaktion auf den Krieg gegründet, den Russland im Osten der Ukraine begonnen hatte und der von Propaganda und Medienmanipulation begleitet wurde. Das seit 7 Jahren jährlich stattfindende Festival Odesa Photo Days wurde 2022 aufgrund des russischen Großangriffs im Februar abgesagt. Jetzt arbeitet das Festivalteam daran, die Situation in der Ukraine bekannt zu machen und ukrainische Dokumentarfotograf*innen und Fotokünstler*innen zu unterstützen, die vom Krieg betroffen sind. Neben dem Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg gibt es Kooperationen mit dem Palais de Tokyo, Paris oder dem Copenhagen Photo Festival und vielen weiteren.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Kateryna Radchenko und Ingo Taubhorn.

Künstler*innen: Lisa Bukreyeva, Alexander Chekmenev, Pavlo Dorohoi, Nazar Furyk, Vladyslav Krasnoshchok, Sasha Kurmaz, Mykhaylo Palinchak, Oksana Parafeniuk, Daniil Russov, Alina Smutko, Elena Subach und Mila Teshaieva.

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