Denkmalpreis Museumsverein Harburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 23 May 2019 14:05:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Ein Kiosk als Denkmal https://www.tiefgang.net/ein-kiosk-als-denkmal/ Fri, 24 May 2019 22:58:33 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5309 [...]]]> Der Museumsverein Harburg hat vergangenen Donnerstag zum fünften Mal seinen Denkmalpreis vergeben. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an die Initiatoren des Kulturkiosk Blohmstraße.

In der Mitteilung des Museumsvereins heißt es:

„Die „Trinkhalle seit 1876“, so wurde der Kiosk jahrzehntelang genannt, ist Kult und zählt zu den ältesten ihrer Art in Hamburg. 2015 gab der letzte Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen auf. Harburger Kulturschaffende bewahrten die Trinkhalle vor dem Abriss und seitdem wird sie als „Kulturkiosk“ für Kultur- und Kunstveranstaltungen genutzt. Mit der jährlichen Vergabe des Denkmalpreises will der Museumsverein das Engagement der Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude anerkennen, die zum Erhalt historischer Bausubstanz in Harburg beitragen.

Harburg hat ein reiches baukulturelles Erbe. Denkmäler prägen das Gesicht des Hamburger Stadtteils – vom Fachwerkhaus bis zum Schloss. „Wer Denkmäler erhält, bewahrt Lebensraum und stiftet Identität für die Zukunft. Der Erhalt und die Sanierung historischer Gebäude ist aber mit viel Idealismus und Engagement der Eigentümer verbunden“, begründet Prof. Dr. Peter Hornberger, Vorsitzender des Museumsvereins, die Initiative. Der Verein will mit dieser öffentlichen Wertschätzung künftige Bewerber animieren und motivieren, sich für den Erhalt und die Bewahrung ihrer Harburger Denkmäler aktiv einzusetzen. Der „Denkmalpreis Museumsverein Harburg“ ist nicht dotiert. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Plakette, die am Denkmal angebracht werden kann.

Die Verleihung der Denkmalplakette 2019: v.l. Prof. Rainer-Maria Weiss, Prof. Peter Hornberger, Birgit Caumanns, Werner Pfeifer, Bianca Blomenkamp, Timo Blume. (Foto: AMH)

„Das Flair des Harburger Binnenhafens ist geprägt von einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten, moderner Architektur und historischen Gebäuden. Zu seinem besonderen Charme gehören auch so schrullige Kleinode wie das Kiosk. Der Museumsverein Harburg hat sich in diesem Jahr bei der Verleihung seines Denkmalpreises für das Kulturkiosk in der Blohmstraße entschieden, da der Erhalt solcher kleiner Objekte im Nebeneinander von moderner Architektur und historischer Bebauung besonders wichtig ist“, so Prof. Dr. Hornberger weiter.

Informationen zum Preisträger:

Die „Trinkhalle seit 1876“, zählt zu den ältesten ihrer Art in Hamburg. Sie war jahrzehntelang ideal an der direkten Verbindung zwischen der Harburger Innenstadt und dem Anlegeplatz für Dampfschiffe an der Süderelbe gelegen. Sowohl für die Schiffspassagiere als auch für die Hafenarbeiter wurde der Kiosk zu einer beliebten Versorgungseinrichtung. 2015 gab der letzte Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen auf.

Harburger Kulturschaffende setzten sich dafür ein, dass dieses Relikt des Binnenhafens nicht einfach verschwand. Sie übernahmen den Kiosk kurzerhand zu einem symbolischen Preis, um ihn künftig für Kunstevents zu nutzen – finanziert aus eigener Tasche, aus Liebe zur Kunst, zu dem alten Kiosk und zu Harburg. Es entstand der Kulturkiosk Blohmstraße, wo nun in unregelmäßigen Abständen kleine Konzerte, Ausstellungen und andere Events stattfinden.

Die Auszeichnung ging 2019 an den Verein Trinkhalle seit 1876 (Gorch von Blomberg, Bianca Blomenkamp, Timo Blume, Birgit Caumanns, Werner Pfeifer).

 

 

 

 

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Preis für Pfeifers Penetranz https://www.tiefgang.net/preis-fuer-pfeifers-penetranz/ Fri, 24 Nov 2017 23:59:08 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2530 [...]]]> Am 6. Mai 2017 eröffnete sie wieder, kein halbes Jahr später heimst sie den ersten Preis ein. Wegen ihrer Vorgeschichte: die Fischhalle Harburg. 

Am vergangenen Dienstag, (21. Nov. 2017) verlieh der Museumsverein Harburg zum dritten Mal die 2015 geschaffene Auszeichnung „Denkmalpreis Museumsverein Harburg“. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den Initiator und Inhaber der Fischhalle Harburg, Werner Pfeifer. Das neue Kulturzentrum im Harburger Binnenhafen erhält den Preis für eine vorbildliche Sanierung. Die 1906 gebaute Fischhalle sollte ursprünglich abgerissen werden, um Platz für Büroneubauten am Wasser zu schaffen. Mit Unterstützung der Harburger Bezirkspolitik ist es Werner Pfeifer aber nicht nur gelungen, die Halle zu erhalten, sondern sie zugleich für alternative kulturelle Zwecke zur Verfügung zu stellen. Und dies schon jetzt mit großen Erfolg. Mit der jährlichen Vergabe des Denkmalpreises will der Museumsverein das Engagement der Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude anerkennen, die zum Erhalt historischer Bausubstanz in Harburg beitragen.

Identitätsstiftend

Harburg hat ein reiches baukulturelles Erbe. Denkmäler prägen das Gesicht des Hamburger Stadtteils – vom Fachwerkhaus bis zum Schloss. „Wer Denkmäler erhält, bewahrt Lebensraum und stiftet Identität für die Zukunft. Der Erhalt und die Sanierung historischer Gebäude ist aber mit viel Idealismus und Engagement der Eigentümer verbunden“, begründet Prof. Dr. Peter Hornberger, Vorsitzender des Museumsvereins, die Initiative. Der Verein will mit dieser öffentlichen Wertschätzung künftige Bewerber animieren und motivieren, sich für den Erhalt und die Bewahrung ihrer Harburger Denkmäler aktiv einzusetzen. Der „Denkmalpreis Museumsverein Harburg“ ist nicht dotiert. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Plakette, die am Denkmal angebracht werden kann.

Beharrliches Engagement

„Der Museumsverein Harburg hat sich in diesem Jahr bei der Verleihung seines Denkmalpreises für die Fischhalle Harburg bzw. Werner Pfeifer entschieden, da hier die private Initiative eines Harburgers zum Erhalt eines für den Harburger Binnenhafen bedeutenden Gebäudes geführt hat. Besonders hervorheben möchte der Museumsverein, dass durch das beharrliche Engagement des Preisträgers ein Kulturzentrum entstanden ist, das die Identität des Hafen würdigt und gleichzeitig ein lebendiges Umfeld für Kultur schafft“, so Prof. Dr. Hornberger weiter.

Prof. Dr. Hornberger (Foto: AMH)

Hintergrund: Die Fischhalle Harburg wurde 1906 erbaut und zunächst als städtische Fischhalle genutzt. Bereits 1908 widmete man die Halle zur sogenannten Hafenarbeitervermittlungsstelle um. Mit der rasanten Umstellung auf die Containerschifffahrt verloren die kleinen Stückgutumschlagsbetriebe allerdings zunehmend an Bedeutung und Hafenarbeiter wurden kaum noch benötigt. Die Hafenarbeitervermittlungsstelle wurde schließlich geschlossen, das Gebäude blieb im Besitz der Stadt. Als der Senat und der Bezirk begannen, den brachliegenden Binnenhafen neu zu entwickeln, sollte die leerstehende Fischhalle abgerissen werden, um Platz für einen Büroneubau zu schaffen. Es gab bereits einen gültigen B-Plan, der an dieser Stelle ein Hochhaus vorsah.

Sachgerechte Erhaltung

Bei einem Harburger Binnenhafenfest wurde der Musiker und Wohnschiffer Werner Pfeifer auf das Gebäude aufmerksam. Er entwickelte ein Konzept zur Rettung der Halle, das eine Nutzung für alternative Kulturveranstaltungen vorsah und konnte die Harburger Bezirksversammlung und die Bezirksverwaltung von seiner Idee überzeugen. Besondere Unterstützung erhielt er dabei von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Baudezernent Jörg Penner. Am 1. April 2016 war Werner Pfeifer schließlich der neue Eigentümer der Fischhalle Harburg. Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, wurde bei der Sanierung dennoch besonders auf die sachgerechte Erhaltung der ursprünglichen Bausubstanz geachtet. Im Rahmen eines Vertrags auf Gegenseitigkeit mit der Stadt ist er verpflichtet, Räume für Vereine zu schaffen und für eine entsprechende Infrastruktur zu sorgen. Eine Spekulation mit dem Grund und Boden ist vertraglich ausgeschlossen. Am 6. Mai 2017 wurde die Fischhalle Harburg eröffnet. Inzwischen haben hier die Büros der Vereine Museumshafen und der Geschichtswerkstatt Harburg sowie ein Bistro mit Galeriebetrieb eine Heimat gefunden. Die sanierte Halle steht allen Harburgern und besonders den Bewohnern im Harburger Binnenhafen für Treffen, Feiern, Konzerte oder soziale Aktivitäten offen.

Um das Bewusstsein für Denkmäler als Kulturgut und als Standortfaktor zu schärfen, will der Museumsverein auch im nächsten Jahr wieder einen Denkmalpreis vergeben und freut sich über Vorschläge aus der Bevölkerung zu beachtenswerten Denkmälern, die es verdienen, ausgezeichnet zu werden.

Quelle: www.amh.de

 

 

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