Die Geburt der Venus nördlich der Alpen https://www.tiefgang.net Mon, 17 Feb 2020 09:35:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Kunst, Liebe und Demut https://www.tiefgang.net/kunst-liebe-und-demut/ Fri, 14 Feb 2020 23:10:24 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6355 [...]]]> Dass Urheberrecht eine recht emotionale Sache ist, wird bei der fiktiven Geschichte von „Venus AD“ von Gabriele Borgmann klar. Nun liest sie daraus bei der 5. SuedLese. Grund genug, mal nachzuhaken …

In der Novelle „Venus AD“ von Gabriele Borgmann (siehe auch „Als Cranach bei Dürer klaute“) dreht sich alles um das wohl erste Plagiat in der Geschichte der Malerei. Lucas Cranach hat die Venus-Skizze aus der Dürer´schen Werkstatt gestohlen und beeindruckt mit der lasziven Schönen die Kenner der Kunst. Doch bemerkt der wahre Urheber, Albrecht Dürer, diesen Diebstahl und setzt alles daran, die atemberaubende Schöpfung wieder sein Eigen nennen zu können. Entschlossen springt er durch die Zeit, will sich zurückholen, was ihm gehört, und sein Monogramm auf die Venus ritzen. So landet er im Jahr 2019 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach. Was folgt, ist eine besondere und zeitlose Nacht voller Emotionen und neuer Erkenntnisse.

Tiefgang (TG): Bei der Wahl deines Motives spielt dein Hintergrund vermutlich eine große Rolle: Du hast Kunstgeschichte studiert. Kam dir die Grundidee schon während deines Studiums oder hat dich die Muse erst später geküsst?

Gabriele Borgmann: Meine erste Hausarbeit als Studentin der Kunstgeschichte drehte sich um Albrecht Dürer. Seine Neugierde auf das Leben, sein scheinbar unstillbarer Hunger nach Wissen faszinierten mich. Und ich war beeindruckt von seiner Fähigkeit, mit Farbe und Formen Geschichten zu erzählen. Wenn wir bedenken, dass um 1500 jenseits der Schlösser, Klöster und Humanisten-Häuser kaum jemand in der Lage war, uneingeschränkt zu lesen und zu schreiben, kaum jemand den literarischen Sinn von Worten erfassen konnte, dann hat Dürer mit seinen Bildern sowohl Kunst als auch Aufklärung geschaffen. Er war Maler und Autor seiner Werke. Er erzeugte Spannung und ein Gänsehautgefühl, er zauberte ein Schmunzeln und gleichsam eine Verneigung vor dem, was höher war als die Vorstellungskraft. So, dachte ich, sollte mein Protagonist sein, warum also nicht gleich den Künstler höchstpersönlich wählen?

TG: Die Geschichte selbst ist so geschrieben, dass sie sich auch ohne deine fachspezifischen Kenntnisse erschließt, oder?

Gabriele Borgmann: Da zitiere ich gerne die BILD-Zeitung. Sie schrieb: „Ein (Berliner) Kunstroman, der sich stellenweise spannend liest wie ein Krimi, aber auch nonchalant daherkommt – wie ein lauer Sommerwind. Das Ganze garniert mit einer Prise Erotik. Eine Lektüre, die unterhält und amüsiert!“ Und doch ging es mir auch darum, die Substanz einer Kunst zu spiegeln. Es bleibt in Erinnerung, wie Dürer mit feiner Feder die Natur abbildete, wie überhaupt die großen Maler die kostbarsten Farben mischten. Die Künstler des Mittelalters waren auch Alchemisten! Wer sich die Ingredienzen nicht leisten konnte, der nagte am Hungertuch. Denn die Farben, die Adel und Klerus liebten, die kosteten mehr als Gold. In aufwändiger Art wurde der Natur entlockt, was Bildern Leuchtkraft gab. Heute noch kostet ein Gramm Purpur rund 2.000 Euro. Wenn man mich also nach der Absicht hinter der Erzählung fragt, hat die Antwort mehrere Facetten: Liebesgeschichte, Kunstraub und Verneigung vor der Malerei.

TG: Es hört sich abenteuerlich an, kunsthistorische Figuren in einen Zeitreise-Kontext zu stellen und einen bedeutenden Künstler in der Moderne ankommen zu lassen. Geht das schon in Richtung Fantasy?

Gabriele Borgmann: Ein Zeitsprung ist ein Fantasy-Element, ja. Aber es geschieht in „Venus AD“ unspektakulär, wird alleine durch die Emotion getrieben. Für mich war die Vorstellung verführerisch, Dürer durch das moderne Berlin spazieren zu lassen, ihn mit den Eitelkeiten zu konfrontieren, die doch so alt sind wie die Zeit, aus der er kommt.

TG: Wähltest du Dürer bzw. die Venus, um eine Liebesgeschichte zu schreiben? Oder hast du eine skurrile Liebesgeschichte ersonnen, um Themen wie Kunst, Urheberrechte u.ä. zu behandeln?

Gabriele Borgmann:  Ich habe die Liebesgeschichte ersonnen, um dem vermutlich ältesten Plagiat der Kunstgeschichte eine Prosa zu geben.

TG: Was denkst du persönlich darüber, wie wichtig die Signatur eines Künstlers für sein Werk ist? Bei der Betrachtung und Bewertung scheint der Bekanntheitsgrad eine immense Bedeutung zu haben, auch für den Künstler/ die Künstlerin selbst.

Gabriele Borgmann: Albrecht Dürer durfte als erster deutscher Maler offiziell seinen Bildern ein Monogramm zufügen. Das hatte der Nürnberger Rat entschieden, um seine Werke vor Fälschern und Kopisten zu schützen. Schon damals erkannte man den Wert seiner Ideen, Skizzen, Werke.

TG: Was hältst du vom Konzept von Artotheken, d.h. wie vielversprechend findest du den Ansatz, auf diese Weise einen freieren Zugang zu Kunst und dem zugrunde liegenden kreativen Geist zu ermöglichen?

Gabriele Borgmann:  Das hat zwei Seiten, die harmonieren. Auf der einen Seite steht die Kunstförderung, die steigende Bekanntheit des Künstlers. Auf der anderen Seite beschäftigt sich derjenige, der ein Werk ausleiht, mit Intention und Motiv, vielleicht auch der Technik zum Bild. Kunst sollte nicht abhängig vom Geld sein, sondern Kreativität und Liebe zu den Werken sollten im Vordergrund stehen. Ja, bitte mehr davon!

TG: Wenn du vor der Rückreise nach Berlin noch Zeit findest, schau´ doch mal bei der Kunstleihe Harburg rein, der ersten Artothek in Hamburg. Schließlich gehört zu deinem Themenspektrum u. a. Kommunikation, Kunst und Kultur, Zeitgeist und Chancen im Leben.

Gabriele Borgmann: Ich freue mich auf Hamburg, auf die Lesung und nun auch auf die erste Artothek in der Stadt.

TG: Wir wünschen den Zuhörern spannende Unterhaltung! Vielen Dank für das Interview.

(das Interview für ´Tiefgang führte Sonja Alphonso)

Weitere Infos zur Autorin: www.gabrieleborgmann.com15

Termin: Am Do., 05. Mrz, Gabriele Borgmann – Venus AD, um 19 Uhr im „Komm du“, Buxtehuder Str. 13, 21073 Hamburg

 

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Als Cranach bei Dürer klaute https://www.tiefgang.net/als-cranach-bei-duerer-klaut/ Fri, 14 Feb 2020 23:02:22 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6291 [...]]]> Unser einstiger Bundestagspräsident Wolfgang Thierse las und fand ihn „spanend und vergnüglich“: den Debut-Roman der Berliner Autorin Gabriele Borgmann. Sie stellt ihn zum Auftakt der 5. SuedLese im ´Komm du` vor.

Schon zum Auftakt der Literaturtage SuedLese am 5. März haben wir im Kulturcafé ´Komm du` ein literarisches Debüt: Die Autorin Gabriele Borgmann liest aus ihrem ersten Roman “Die Geburt der Venus nördlich der Alpen” vor. (siehe auch das Interview „Kunst, Liebe und Demut“)Und da es um einen Urheberstreit der besonderen Art geht, ist die Nähe zum Harburger Amtsgericht vielleicht gar von Vorteil.

In der romantisch-skurrilen Geschichte dreht sich alles um das wohl erste Plagiat in der Geschichte der Malerei. Denn Lucas Cranach gehen die Ideen aus. So stiehlt er kurzerhand eine gemalte Skizze von Albrecht Dürer: die Venus mit Amor. Mit der lasziven Schönen beeindruckt Cranach die Kenner der Kunst. Doch der wahre Urheber, Albrecht Dürer, bemerkt diesen Diebstahl. Er gerät außer sich. Die Venus ist seine Schöpfung! Sie muss sein Monogramm tragen.

In seinem Zorn überwindet er Raum und Zeit. Er landet im Jahr 2019 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach. Die reagiert geistesgegenwärtig und nimmt den Meister mit in ihre Mansardenwohnung, um zu erfahren, was der Kunstwelt bislang verborgen blieb. Was folgt, ist eine besondere und zeitlose Nacht voller Emotionen und neuer Erkenntnisse…

Gabriele Borgmann hat Kunstgeschichte studiert. Als Ghostwriterin konzipiert und schreibt sie Sach- und Unternehmensbücher. Sie berät Autoren und Autorinnen vom Exposé bis zur Buch-PR. Mit ihren Arbeiten in namhaften Verlagen blättert sie ein Themenspektrum aus Markenbildung, Unternehmenskultur, Kommunikation, Zeitgeist, Kunst und Chancen im Leben auf. Als Autorin veröffentlichte sie Bücher über das Schreiben. In ihren Ratgebern „Business-Texte“ und „Vom Exposé zum Bucherfolg“ ermutigt sie die Leser, eine eindrucksvolle Schreibstimme zu trainieren und mit Freude an Sätzen zu feilen, bis sie funkeln.

Mit ihrer Novelle greift sie die Geschichte einer schöpferischen Konkurrenz zwischen Albrecht Dürer und Lucas Cranach auf, die sich in der Renaissance ein malerisches Duell mit Aktbildern lieferten. Der Kunstraub ist dichterische Freiheit, aber das sind Zeitreisen schließlich auch. Die Autorin schöpft in ihrem Berliner Künstler-Roman mit bildhafter Sprache eine gefühlvolle Handlung, die sich quer durch die Zeiten erstreckt – von der Renaissance in Nürnberg und Wittenberg bis in die Gegenwart der deutschen Hauptstadt.

Weitere Informationen: www.gabrieleborgmann.com

Platzreservierung per Telefon: 040 / 57 22 89 52  oder E-Mail: kommdu@gmx.de

 Termin: Do., 5. Mrz, 20:00 Uhr, Gabriele Borgmann – „Die Geburt der Venus nördlich der Alpen“, Kulturcafé Komm du, Buxtehuder Str. 13, 21073 HH-Heimfeld

Eintritt frei / Hutspende

Das Buch:

Gabriele Borgmann – Venus AD, PalmArtPress,

ISBN 978-3-96258-024-7, 190 Seiten,.

Preis: 20,- €

 

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