Direktor des Archäologischen Museums Hamburg – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 03 Mar 2023 14:13:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Weiss bleibt! https://www.tiefgang.net/weiss-bleibt/ Sat, 04 Mar 2023 14:04:02 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9768 [...]]]> Jetzt bald 20 Jahre im Amt und immer noch gut. Der Vertrag für Prof. Dr. Weiss wird wieder verlängert …

Er leitet nicht nur das Archäologische Musuem Hamburg mit Sitz in Harburg und das Stadtmuseum Harburg (einst Helms-Museum) sondern ist auch von Anbeginn  überzeugter Süd-Elbianer und bestens vernetzt: Prof. Dr. Rauner-Maria Weiss. Wir gratulieren!

Der Stiftungsrat der Stiftung Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg hat nun die Verlängerung des Vertrages von Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss um weitere fünf Jahre, bis 2028, beschlossen. Weiss hat das Museum 2003 übernommen und gleichzeitig die Position des Landesarchäologen für Hamburg und den niedersächsischen Landkreis Harburg angetreten. In diesem Jahr feiert er gleichzeitig sein 20-jähriges Dienstjubiläum.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Prof. Weiss hat in den nunmehr zwanzig Jahren als Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseum Harburg mit hoher fachlicher Kompetenz und großem persönlichen Engagement das Museum weiterentwickelt und sich als Landesarchäologe mit großer Leidenschaft für die Bodendenkmalpflege in Hamburg und im Landkreis Harburg eingesetzt. Mit vielbeachteten Ausgrabungen, wie etwa mit der Entdeckung der Hammaburg, konnte er das Bild der Frühgeschichte Hamburgs entscheidend prägen. Das Haus ist während seiner Dienstzeit nicht nur zu einer anerkannten archäologischen Forschungsinstitution geworden, sondern hat auch mit attraktiven Sonderausstellungen wie zuletzt ‚Mythos Hammaburg‘ oder ‚Burgen in Hamburg‘ gezeigt, wie aktuelle Ausgrabungsergebnisse einem breiten Publikum erfolgreich nähergebracht werden können. Prof. Weiss versteht es, mit Kreativität und Freude für die Archäologie zu begeistern. Ich freue mich sehr, die Arbeit mit Prof. Weiss fortführen zu können und das Museum unter anderem mit der Realisierung einer Museumsfiliale auf dem Hopfenmarkt in der Hamburger Innenstadt weiterzuentwickeln. Hier wird das Museum künftig eine authentische Ausgrabung dauerhaft erlebbar machen und die Frühgeschichte Hamburgs von der Hammaburg bis zur Gründung der Neustadt erzählen.“

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseum Harburg: „Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, weitere fünf Jahre die Fahne der Archäologie in Hamburg hochhalten zu können und danke dem Stiftungsrat für das Vertrauen. Gemeinsam mit dem tollen Museums-Team haben wir uns viel vorgenommen.“

Zur Person

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss studierte Vor- und Frühgeschichte und Kunstgeschichte in Regensburg. 1990 begann er seine berufliche Laufbahn am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. 1991 wechselte er an das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin. Nach weiteren Stationen in der Bodendenkmalpflege in Berlin und Bayern sowie am Gäubodenmuseum in Straubing wurde er 2001 am Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte zum Kustos ernannt. Seit 2003 ist Prof. Dr. Weiss Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg sowie Landesarchäologe von Hamburg.

]]>
Die Mobilität des Menschen https://www.tiefgang.net/die-mobilitaet-des-menschen/ Fri, 13 Apr 2018 22:37:14 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3468 [...]]]> Migration ist allgegenwärtig. Aber ist sie wirklich neu? Das Museum in Harburg bietet einen verblüffenden Perspektivwechsel an …

 „Zwei Millionen Jahre Migration“ ist der Titel der Sonderausstellung, die das Archäologische Museum Hamburg nun eröffnete und bis zum 2. September 2018 zeigt. Die Ausstellung verdeutlicht mit einem Blick in unsere früheste menschliche Entwicklungsgeschichte, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind. Die Spurensuche im Museum führt dabei von den Wurzeln des Menschen in Afrika über Asien bis nach Europa. Wie begann die Reise des Menschen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen stehen hinter dem Phänomen der Migration? Die Schau lädt dazu ein, diese Fragen zu ergründen.

Die aktuelle Einwanderung von Menschen aus Afrika und Westasien nach Europa löst umfassende Debatten aus und wird die europäischen Gesellschaften über Jahre hinaus begleiten. Menschen waren aber zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt. Die Ausstellung präsentiert unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika und Westasien. Dabei werden vier wichtige Migrationsereignisse vorgestellt: Vor zwei Millionen Jahren kamen erstmals Vertreter des Homo erectus aus Afrika nach Asien und Europa und haben sich von dort ausgebreitet. Vor 100.000 Jahren erfolgte dann über dieselbe Route die Auswanderung der modernen Menschen. Erst vor 7.000 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter aus dem heutigen Anatolien nach Europa ein. Sie vermischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Schließlich wanderten vor 4.000 Jahren Menschen aus den östlichen Steppen Richtung Westen, und es kam erneut zu einer Vermischung und zum Kulturaustausch.

„Mit der Darstellung der vielen Migrationsereignisse in der frühen Geschichte des Menschen möchte das Museum den Besuchern einen Perspektivwechsel ermöglichen: Sie können das Thema aus dem archäologischen Blickwinkel betrachten und so einen distanzierten Standpunkt einnehmen, der nicht von Tagesaktualität geprägt ist, sondern von der Suche nach wissenschaftlicher Erkenntnis“, erklärt Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

Die Ausstellung lädt die Besucher ein zu ergründen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen hinter dem Phänomen der Migration standen und stehen. Besucher können die Ausstellung auf unterschiedlichen Informationsebenen erleben. Mit Audio-Reiseführern für Kinder und Erwachsene reisen sie zu den wichtigsten Migrationsereignissen in unsere Vergangenheit. Dazu bieten spezielle Informationsboxen in jedem Bereich passende Spiele und vielfältige zusätzliche Materialien. 

Faszinierende Spuren der Migrationsgeschichte auch in Hamburg

Zur Ausstellung gehören auch die Geschichten heutiger Migranten. Das Museum hatte im Vorfeld der Schau Neu-Hamburger und Hamburger mit Migrationshintergrund in der ersten, zweiten und dritten Generation aufgerufen, ihre Geschichten zur Ausstellung beizutragen. Dabei interessierten sich die Ausstellungsmacher besonders dafür, was die Themen Kultur, Heimat oder Herkunft für die Neu-Hamburger bedeuten und welche Gründe sie nach Hamburg geführt haben. Die Erfahrungen und Motive der modernen Migranten sind in der Ausstellung als Videos zu sehen. Dabei erfährt der Besucher nicht nur etwas über die Geschichten von Geflüchteten aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan, sondern lernt auch ganz überraschende Migrationsbiographien kennen: So erzählen zum Beispiel eine australische Barkeeperin und eine ukrainische Stadtplanerin, wie sie in Hamburg eine neue Heimat gefunden haben. 

Der Extra-Rundgang: Auf den Spuren der Migration durch die Archäologische Dauerausstellung

Ergänzend zur Sonderausstellung empfiehlt sich ein Gang durch die Archäologische Dauerausstellung des Museums. Auch hier können viele Hinweise entdeckt werden, die zeigen, dass Migration auch in unserer Geschichte schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat. In der Dauerausstellung sind viele herausragende archäologische Exponate des Museums zu sehen, die im Kontext der Migrationsgeschichte stehen. Der Rundgang ist für die Besucher mit besonderen Hinweisen gekennzeichnet. 

Kooperation mit dem Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg

Die Fortsetzung der spannenden Geschichte der Ein- und Auswanderung können die Besucher in der BallinStadt Hamburg erleben: Gegen Vorlage eines Tickets von „Zwei Millionen Jahre Migration“ erhalten Museumsbesucher in der BallinStadt Hamburg einen „2 für 1“-Rabatt: Nur die erste Person zahlt Eintritt, die zweite hat freien Eintritt (nicht mit anderen Rabatten kombinierbar). Im Gegenzug dürfen Besucher der BallinStadt Hamburg zu den gleichen Konditionen in das Archäologische Museum Hamburg. Zwischen den beiden Ausstellungen liegen nur zwei S-Bahn-Stationen (S3/S31). 

Begleitprogramm zur Ausstellung

Im Rahmen der Sonderausstellung hat das Archäologische Museum Hamburg ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zusammengestellt: Bei Führungen durch die Ausstellung, aber auch bei Workshops und Vorträgen erfahren die Besucher viel über die Bedeutung archäologischer Forschung für heutige gesellschaftliche Herausforderungen. Den Fragen, woher wir kommen und was genau die Reise unserer Vorfahren mit unserer Gegenwart und Zukunft zu tun hat, wird zum Beispiel in einer spannenden Führung durch die Ausstellung nachgegangen. Im Rahmen eines Workshops begeben sich die Teilnehmer auf einen Streifzug durch die Vergangenheit und entdecken, welches genetische Erbe in ihnen steckt. Neue Forschungen geben dabei ungeahnte und überraschende Einblicke. Das Archäologische Museum Hamburg hält Angebote für alle Alters- und Interessengruppen bereit.

„Zwei Millionen Jahre Migration“ ist eine Ausstellung des Neanderthal Museums in Mettmann.

Informationen zum Ausstellungsbesuch:

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 17:00 Uhr

Ort: Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg

Laufzeit: bis 2. September 2018

]]>