Docks – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Mon, 29 Mar 2021 07:26:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 „Ist mehr als ´naiv`“ https://www.tiefgang.net/ist-mehr-als-naiv/ Sat, 27 Mar 2021 12:08:31 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7775 [...]]]> Die Hamburger Clubs Dock´s und Grosse Freiheit sind in jüngster Vergangenheit des öfteren mit vermeintlich alternativen Wahrheiten zur Pandemie in die Schlagzeilen geraten. Nach den großen Veranstalter*innen nun ein offener Brief von den Clubkolleg*innen.

„OFFENER BRIEF

An die Verantwortlichen von DOCKS & Grosse Freiheit 36, Musikclubs sind Kultur – wir als Kulturschaffende sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung als verbindendes Element bewusst und stehen für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Freiheit sowie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Es gilt als Gesellschaft füreinander einzustehen, um diese schwierige Zeit gemeinsam zu bewältigen. Wir werten den Ausübungsverzicht unserer Passion zur Darbietung von Live-Musik in dieser Ausnahmesituation als Solidarität mit und gegenüber Allen.

Künstler:innen, Betreiber:innen und unsere Gäste werden Hamburg gemeinsam wieder zu einer lebendigen Musikstadt machen – wenn wir den Fokus auf das legen was, uns eint und wir uns alle so sehr zurückwünschen: Musik und Live-Kultur, Begegnungen und Nähe. Auch wir sehen die Probleme, die durch politische Entscheidungen und den Umgang mit der Pandemie entstanden sind. Auch wir sind in vielen Momenten wütend und verärgert, sehen und fühlen Ungerechtigkeiten. Konstruktiver Dialog und kritisches Hinterfragen funktionieren jedoch besser ohne den Einbezug von populistischen Parolen, Personen und Plattformen. Auch das Streuen von irreführenden und falschen Informationen zur Pandemie ist einem sachlichen Diskurs nicht dienlich.

In diesem Kontext ist es mehr als naiv, eine “offene” Plattform für Corona-Kritik zu betreiben, obwohl allseits bekannt ist, wie sehr Pandemie-Leugner:innen, Verschwörungstheoretiker:innen, antisemitische, sowie rechtsnationale Strömungen miteinander verwoben sind und wie sehr Radikale diesen Diskurs aktiv für ihre Zwecke instrumentalisieren. Wenn Clubs ihre Außenfassaden als Meinungsplattform verwenden, geht damit eine sehr hohe Verantwortung einher. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, reicht es nicht nur zu schreiben: „Selbstverständlich distanzieren wir uns von Rassismus, Nationalismus, Faschismus, Extremismus und Gewalt.“ Eine echte Distanzierung wäre, keinen Raum zu bieten, in dem Grenzen verwischt und Fakten verklärt werden. Der Schaden, der durch Eure Wandaktionen an den Außenfassaden Eurer Clubs entsteht, ist groß. Nicht nur für eure Mitarbeitenden, für die vielen Künstler:innen und für die Gäste, sondern auch für unsere Live-Kultur- und Clubszene weit über die Grenzen der weltoffenen Stadt Hamburg hinaus. Es ist uns völlig unverständlich, dass ihr trotz allem an der Plakatwand festhalten wollt.

Ihr treibt damit eine bewusste Spaltung unserer Gesellschaft und vor allem auch der Club- und Kulturszene unmittelbar voran. In einer Demokratie gilt es stets miteinander im Gespräch zu sein und einer Radikalisierung entgegenzuwirken. Wir bedauern, dass sich durch eure Stellungnahme vom 25. März die Positionen noch weiter zu verhärten scheinen.

Als Reaktion auf eure Aktivitäten hat sich aus dem Kreis der Mitglieder des Clubkombinats ein Aktionsbündnis formiert und auch der Vorstand prüft weitere Schritte. In Ausübung unserer Funktion stehen wir weiterhin für vermittelnde Gespräche mit allen Beteiligten bereit.

Hamburg, 27.03.2021

Gezeichnet: Der Vorstand Clubkombinat Hamburg e. V.“

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Hamburgs Moloch https://www.tiefgang.net/hamburgs-moloch/ Fri, 02 Feb 2018 23:59:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2942 [...]]]> Ein Moloch bezeichnete einst Opfer – und wird nun in der Clublandschaft wieder aktuell. In doppeltem Sinne. 

Ende Januar verlieh der Hamburger Clubverband Clubkombinat Hamburg e.V. bereits zum achten Male Preise für besondere Musikclubs der Stadt. Dabei erhielt der Club „Moloch“ gleich zwei Auszeichnungen. Das ´Hafenklang` wurde der innovativste Club des Jahres. Und ein Preis des Protestes wurde auch wieder ausgegeben: die „zerbrochene Gitarre“.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Am 25. Jan 2018 wurde im DOCKS der Hamburger Club Award verliehen. Unterstützt durch die Behörde für Kultur und Medien wurden bereits zum achten Mal Preise für herausragende Leistungen in der Livemusikszene vergeben. Zwei der zehn Auszeichnungen gingen an das Moloch.

In einem Online-Abstimmungsverfahren votierte die Jury aus 70 Bewerbungen für die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in den verschiedenen Kategorien. In der Jury waren in diesem Jahr über 180 Personen aus allen Bereichen der Hamburger Musik- und Veranstaltungsbranche vertreten, zum Beispiel Clubbetreiberinnen und -betreiber, Veranstalterinnen und Veranstalter, Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Labels, Agenturen, Medien, Plattenläden oder Verbänden. Vor über 800 geladenen Gästen aus der Musikszene unterstrich Jana Schiedek, Hamburger Staatsrätin für Kultur und Medien, in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Clubszene für Hamburg.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: Hamburg ist seit vielen Jahren zu Recht für die Qualität und Vielfalt seiner Livemusik-Szene bekannt. Mit wie viel Leidenschaft Hamburgs Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber das Musikleben unserer Stadt prägen, zeigt auch die Auszeichnung für den Hafenklang als innovativster Club des Jahres. Hamburgs Clubszene kennt keinen Stillstand! Dies feiern wir mit dem Club Award einmal pro Jahr. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern des Abends.

Susanne Leonhard, stellvertretende Vorsitzende des Clubkombinat Hamburg e.V., resümiert zur Preisverleihung: „Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die Leistungen von Clubbetreibern und Veranstaltern angemessen gewürdigt werden. Unser Dank geht an die vielen Jury-Mitglieder, die im Schwarm zu diesen authentischen Ergebnissen geführt haben. Glückwunsch an alle Preisträger!“

Der Preis für den Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm ging an den Hafenklang, knapp vor dem Gängeviertel und dem Uebel & Gefährlich. Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu und findet eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern. Das Programm umfasst neben Konzerten, Festivals und Parties in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie und Techno auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte.

Für die beste Newcomerförderung des Jahres 2017 wurde die Astra Stube ausgezeichnet, gefolgt vom Molotow und dem Nochtspeicher/Nochtwache. Überreicht wurde der Preis von Ex-Betreiber Holger Jass, der im Onkel Pö einst Bands wie U2 erste Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland bot.

Der Preis für das Konzert des Jahres ging an das Uebel & Gefährlich für das Konzert von Trettmann am 10. Oktober 2017. Auf Platz 2 landete das Hafenklang mit dem Konzert von Ho99o9 und auf Platz 3 das Molotow mit dem Aufritt der Garage-Band Black Lips.

Ausgezeichnet mit dem Award für den besten neuen Club wurde die Nochtwache, die als neu konzipierte Live Location für rund 150 Personen seit 2017 das Nochtspeicher-Programm offiziell ergänzt.

Kein Ehrenpreis: die zerbrochene Gitarre

Geehrt mit der Trophäe für den besten Fremdveranstalter wurde das Veranstalterkollektiv OHA Music, das vor Broken Forms und der éspassiert landete.

Die Clubnacht des Jahres wurde auch prämiert: Hier setzte sich das Moloch mit der „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox vom 22. bis 24. September 2017 vor dem Uebel & Gefährlich mit „MOVE mit Laurent Garnier & Awesome Tapes From Africa“ und dem Hafenklang mit 10 Jahre WobWob! durch.

Der Preis für das Festival des Jahres – klein aber fein ging an das Gängeviertel mit dem „8 Jahre Gängeviertel!“ (24. – 27. August 2017), gefolgt vom Molotow („Burger Invasion“) und dem Knust („15 Jahre Tapete Records“) auf den Plätzen 2 und 3.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben der Trophäe Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, davon 8.000 Euro bereitgestellt von der Behörde für Kultur und Medien.

Der vom Vorstand des Clubkombinat vergebene Ehrenpreis wurde an Karl-Hermann Günther verliehen, der nach Einschätzung des Vorstands mit seinem Engagement und Betrieb der Grossen Freiheit 36, Kaiserkeller, Galeria 36, Docks und Prinzenbar die Entwicklung der Hamburger Clubkultur maßgeblich beeinflusst hat.

Ebenfalls in Eigenverantwortung des Vorstandes des Clubkombinat Hamburg e.V. wurde der Negativpreis “Die zerbrochene Gitarre” vergeben – an „die geräuschempfindlichen BeschwerdeführerInnen in den Hamburger Szene- und Ausgehvierteln“. In seiner Begründung (veröffentlicht auf www.clubkombinat.de) verweist der Clubverband unter anderem auf eine spürbare Zunahme von Lärmbeschwerden, deren Ursachen er in einer zunehmenden Nachverdichtung und scheinbar sinkenden Toleranzgrenzen sieht.

Der Publikumspreis wurde mittels eines Online-Votings ermittelt, an dem sich über 4.000 Hamburger Clubgängerinnen und Clubgänger beteiligten. Die meisten Stimmen erhielt hierbei das Moloch im Oberhafenquartier, das sich gegen den Monkeys Music Club und das freundlich + kompetent behaupten konnte.

Als Moderatorin führte die Hamburger Musikerin Catharina Boutari durch den Abend. Für das musikalische Programm sorgten die Hamburger Live-Acts AROMA, ILGEN-NUR und eine Allstars-Band, aus Musikern der Bands FINDUS, JUPITER JONES und LOVE A.

WEITERE INFORMATIONEN ZU DEN PREISTRÄGERN DES JURY-VOTINGS

KATEGORIE: Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm

Hafenklang, www.hafenklang.com

Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu. Das Programm umfasst Konzerte, Festivals und Partys in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie, Techno. Doch das Angebot umfasst noch viel mehr: Es werden auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte veranstaltet. Dem Hafenklang ist es wichtig, bei einer Auslastung von über 300 Veranstaltungen pro Jahr eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern zu halten.

KATEGORIE: Club des Jahres mit der stärksten Hamburger Newcomerförderung

Astra Stube, www.astra-stube.de

Die Astra Stube hat einen besonderen Platz für Newcomer mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Hier treten internationale Bands auf, die anderswo große Clubs füllen, in Deutschland aber noch als Geheimtipp gehandelt werden, ebenso wie lokale und nationale Acts. Auch Künstler, die sich den eher abseitigen Genres des musikalischen Spektrums widmen, finden hier ihren Platz und ihr Publikum. Unter dem Motto „Newcomer fördern Newcomer“ bietet die Astra Stube jungen Leuten in ihrem Team die Möglichkeit in den Bereichen Tontechnik, Eventmanagement und Booking aktiv ein kreatives und abwechslungsreiches Nachtleben in Hamburg mitzugestalten.

KATEGORIE: Konzert des Jahres

Uebel & Gefährlich, Trettmann, www.uebelundgefaehrlich.com

Das Konzert des Chemnitzer HipHop- und R´n´B-Sängers Trettmann am 10.10.2017 ist das Sinnbild eines gemeinsamen Erfolges von Club und Künstler. Hatte das Konzert im Vorjahr noch vor 150 Gästen stattgefunden, so zahlte sich der Glauben an die Qualität der Sängers im Folgejahr mit einem ausverkauften Haus vor 1.000 begeisterten Fans aus. Auch dank der zahlreichen Live-Gäste auf der Bühne erzeugte die Show eine Gänsehautatmosphäre.

KATEGORIE: Bester neuer Club

Nochtwache, www.nochtspeicher.de/nochtwache

Die Nochtwache, das Kellergewölbe des Nochtspeichers, bietet eine einzigartige, gemütliche Atmosphäre und auch bei wenigen Zuschauern immer eine wohlige, familiäre Stimmung. Viele englische Bands haben die Nochtwache, anlehnend an den Kultclub in Liverpool, schon liebevoll als „Little Cavern Club“ bezeichnet. Nach einem Umbau ergänzt sie als neu konzipierte Live-Location seit 2017 für rund 150 Personen das Nochtspeicher-Programm offiziell.

KATEGORIE: Fremdveranstalter/Clubpromoter

OHA Music, www.oha-music.com

Seit 2013 ist die Hamburger Agentur als Kollektiv aktiv, deren vier Gesellschafter trotz relativ jungen Alters selber reichlich Clubbetreibererfahrungen haben. 2017 veranstalteten sie über 80 OHA! Konzerte und vermittelten mit der hauseigenen Booking-Abteilung vielen Hamburger Live-Künstlern (u. a. Pecco Billo, Pool, Eljot Quent) und Djs (u .a. Suro, DJ Direction und Silly Walks Discotheque) bundesweit Aufritte.

KATEGORIE: Clubnacht des Jahres

Moloch, „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox Subversion“ (22.-24.09.), www.moloch.de

200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox. Subversion traf Subvention. Aus dem Fauxpas einer Doppelbuchung wurde am Ende die Party des Jahres. Das Ganze hätte an keinem passenderen Ort als im Moloch stattfinden können. Manche Menschen zieht es in den etablierten Kunstbetrieb, manche eher auf die Tanzfläche, aber an diesem Wochenende konnten sich alle wunderbar mischen und gemeinsam im Moloch feiern, dem Club, der aus genau dieser Mischung von Menschen entstanden ist.

KATEGORIE: Festival des Jahres – klein, aber fein

FABRIQUE im Gängeviertel, 8 Jahre Gängeviertel (24.-27. August 2017), www.das-gaengeviertel.info

Das Gängeviertel feierte mit über 70 Künstlern mit Aktionen, Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten drei Tage seinen achten Geburtstag. Auch Diskussionsrunden über die Verhandlungen mit dem Senat und die Aufarbeitung des G20-Gipfels standen im Fokus der Veranstaltung.

 

 

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Völker, hört die Musikclubs! https://www.tiefgang.net/voelker-hoert-die-musikclubs/ Fri, 15 Dec 2017 23:16:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2747 [...]]]> Die einen können nicht, die anderen wollen nicht schlafen. Auch als Musikstadt hat Hamburg Aufgaben zu meistern. Das Clubkombinat wird nun laut und fordert die „#FutureMusicCityHH“. Ein Aufruf.

In der Mitteilung des Hamburger Clubkombinats, der Berufsverband der Musikclubs in Hamburg heißt es:

„Leuchtende Musikstadt Hamburg – und dennoch: Lärmbeschwerden von AnwohnerInnen und benachbarten Hotelgästen, Pflichtgebühren für unnötige Parkplätze, Mietsteigerungen, wachsenden Behördenauflagen und GEMA-Aufwänden nagen an der Substanz von Musikclubs.

Wenn wir nichts unternehmen, sind die Ausgehviertel in ein paar Jahren geprägt von eintöniger Konservenmusik oder liegen wahrscheinlich ganz am Stadtrand, wo Mieten eventuell noch bezahlbar sind und niemand sich von den Club-Sounds gestört fühlt. Der Immobilienboom verschärft Konflikt um nutzbare Flächen. Musikclubs können beim Wettbieten häufig nicht mithalten und werden verdrängt. Selten verfolgt Stadtentwicklung einen zielgerichteten Ansatz, um Musikstätten frühzeitig in die Planungen zu integrieren.

Fight um Flächen

Eine der vielfältigsten und lebendigsten Live-Musikszenen in Deutschland zu beherbergen, ist ein Pfund, das mehr in das Bewusstsein der politischen Entscheider verankert gehört. Viele KünstlerInnen starten auf unseren Musikbühnen ihre Karrieren und treten bei uns das erste Mal vor Publikum auf. Live-Musikclubs und kleinere Festivals sind Trendsetter und Brutstätten für die Stars von morgen. Künftig können sich selbst Menschen, mit Leidenschaft und Idealismus nicht mehr leisten in zentraler Lage einen Club zu eröffnen. Künstlerkarrieren wie Bosse, Deichkind, Jan Delay, Kettcar, BOY & Co können sich in Hamburg dann nur noch seltener entwickeln.

Wir sind über 140 Hamburger Musikclubs und Veranstalter, die sich im Clubkombinat Hamburg e.V. vereint haben – u.a. altonale, Cotton Club, Docks, freundlich & kompetent, Hafenklang, Knust, Logo, Moloch, Molotow, Prinzenbar, Uebel & Gefährlich und Waagenbau. Erhebe mit uns Deine Stimme für eine vielfältige und kreative Clublandschaft in Hamburg.

ZUR PETITION – HIER KLICKEN

Im Rahmen unserer Kampagne #FutureMusicCityHH wollen wir die Bedingungen, Anliegen und Perspektiven von Musikspielstätten in Hamburg gemeinsam mit ClubbetreiberInnen, VeranstalterInnen, KünstlerInnen, MusikliebhaberInnen, ClubgängerInnen, PolitikerInnen und JournalistInnen in den Fokus rücken und neue Ideen und Lösungsansätze diskutieren. Es geht um den gesellschaftlichen Wert von Musikclubs als soziale und kulturelle Orte. Wie wollen wir bestehende musikalische Bühnen für Freiräume, Experimente, Kreativität und musikalische Innovationen zu erschwinglichen Preisen erhalten, wie neue Räume schaffen?

Stimmen für Musik

Die gesammelten Unterschriften überreichen wir dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz. Eure Stimmen unterstützen uns in den Gesprächen über die Zukunft der Musikclubs in Hamburg, die wir derzeit intensiv mit der Politik und den Behörden führen.

Verbreite unsere Kampagne auf Facebook (#FutureMusicCityHH)! Schreibe uns einen Blog-Gastbeitrag! Kommentiere unsere Forderungen & debattiere dies in Deinen Freundeskreisen!“

Quelle: clubkombinat.de

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Online-Ticket rockt Weihnachtsmann! https://www.tiefgang.net/online-ticket-rockt-weihnachtsmann/ Tue, 13 Dec 2016 14:47:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=172 [...]]]>

Die Idee ist simpel, ihre Umsetzung allerdings hatte es in sich. Und doch: am Ende lässt sie nicht nur die Clubkasse schöner klingeln.  Es geht um „FairTix“.

Als 2010 die „Stiftung zur Stärkung private Musikbühnen“ – kurz Clubstiftung – vom Interessensverband Clubkombinat Hamburg und der Stadt Hamburg ins Leben gerufen wurde, war allen Beteiligten nicht ganz klar, wie die Stiftung denn nun agieren wird. Ehrenamtliche Arbeit alleine reicht da nicht, so viel war klar. Fest stand aber auch: die Clubs müssen dauerhaft einen finanziellen Beitrag einbringen, um die Fördermodelle der Stiftung (Förderung von Anschaffungen in den Bereichen Ton- und Lichttechnik, Energieberatung, Erstattung  von GEMA-Gebühren etc.pp.) ins Laufen zu bekommen. Spendenaufrufe sind schwer berechenbar und trotz allen Reichtums dieser Stadt und seiner Bürger/innen noch schwerer einzuholen. Denn die Musikclubs Hamburgs haben durch ihren Hang zur Abgewracktheit zwar Charme, hatten aber bis dato keinen sonderlichen Ruf in der honorigen Gesellschaft.

„Warum nicht also dort Geld abzwacken, wo es eh tagtäglich eingebracht wird?“, dachte Karsten Schölermann, Stiftungsvorsitzender und selbst Clubbetreiber des Knust und LOGOs, „bei den Online-Vorverkaufsstellen!“

Dass da einige tausend Euro je Konzerttag generiert werden, konnte sich das Clubkombinat an fünf Finger ausrechnen. Denn die seinerzeit über 60 Mitgliederclubs brachten es ja an einem Konzertabend schon auf eine gute 5-stellige Besucherzahl. Wenn davon die Vorverkäufer rund 2-3 Euro je Karte verdienten, war das ein stattlicher Umsatz auf fremder Leute Arbeit. Nach langen Verhandlungen und der geballten Courage der Clubs, den Ticket-Monopolisten die Stirn zu bieten, entstand das erste Online-Ticketsystem, in dem der Anbieter von sich aus je verkauftem Ticket 1,- € an die Stiftung retour spendete. Der Gast also brauchte nichts zu tun, was er nicht eh schon tat und die meisten wussten und wissen bis heute nicht, dass sie mit ihrem Kartenkauf zugleich Gutes tun.

Mittlerweile nennt sich das System „FairTix“, wobei es namentlich auf die faire Ausgleichszahlung des Ticket-Verkäufers an die Clubs anhand eines Euros je Ticket und in Form einer Spende an die Stiftung abzielt.

28.000 € durch „Hilfe zur Selbsthilfe“

Und das rechnet sich: im Jahr 2014 flossen so fast 17.000 € an die Stiftung, ein Jahr später bereits gut 28.000 € und 2016 wird es noch mehr werden. Dass es so viel mehr geworden ist, liegt nun weniger an der erhöhten Besucherzahl der Konzerte. Und ohnehin wird nur ein Teil der Tickets über Fairtix angeboten. Es ist vielmehr so, dass immer mehr Clubs sich dem System anschließen und so regelrecht „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. Dabei sind namhafte Clubs wie Knust, Uebel & Gefährlich, Logo, Docks/Prinzenbar, Monkeys Music Club, Molotow, Birdland, MS Stubnitz, Astra Stube, Rock Café St. Pauli, OHA! Music GbR, Honigfabrik, Altonale, Gruenspan, Marias Ballroom, klubsen, VOLT, Hasenschaukel, Kleiner Donner, Stellwerk, Jazz Federation, HÄKKEN, Cascadas, kukuun, Astra Stube e.V. und Pooca. Und es sind noch immer nicht alle.

Und was geschieht nun mit dem Geld? Die Stiftung beschloss, den Großteil dieses Geldes in ihr Förderprogramm „Live Concert Account“ (kurz LCA) zu stellen, das den ungeförderten Musikclubs der Stadt Hamburg  die GEMA- Kosten erstattet. Also die Urheberrechtszahlungen, die die Clubs für die musikalischen Aufführungen von komponierten Werken leisten müssen.  Immerhin knapp 150.000,- € jährlich! Und da selbst Clubs, die keinen Eintritt nehmen und dennoch für diese Konzerte und Sessions GEMA zahlen müssen, unverhältnismäßig hart getroffen würden (zumal es meist Kleinstclubs sind), wurde 2015 erstmals der Fördertopf  LCA+ begründet und ausgeschüttet. Ein kleiner aber tröstlicher Geldregen für manchen Club. Karsten Schölermann: „Auf diese Art und Weise sind wir in der Lage, viele nicht kostendeckende Clubkonzerte zu unterstützen.“

Und auch 2016 kommt wieder pünktlich zur Weihnacht bei den meisten Hamburger Musikclubs der Erstattungsbetrag zu den GEMA-Rechnungen des Vorjahres aufs Clubkonto geschneit und beschert eine besondere Besinnlichkeit der Musikalitäten. Ein Ticket im Vorverkauf online zu bestellen, beschert hier also doppelt Freude. Übersicht über die teilnehmenden Clubs und direkt zum Vorverkauf über Fair-Tix.

(13. Dez. 2016, hl)

 

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