Dr. Carsten Brosda https://www.tiefgang.net Fri, 28 Jun 2024 17:29:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.1 Mehr Geld für Hamburgs Kultur https://www.tiefgang.net/mehr-geld-fuer-hamburgs-kultur/ Fri, 28 Jun 2024 22:18:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10961 [...]]]> Plus von 11 Prozent für den neuen Doppelhaushalt der Behörde für Kultur und Medien, titelt ein Artikel im neuen Newsletter der Hamburger Kulturbehörde. 

Und weiter steht dann: „Kontinuität und Sicherheit für die Kultureinrichtungen sowie für Künstlerinnen und Künstler waren die übergeordneten Ziele der Behörde für Kultur und Medien in den aktuellen Haushaltsverhandlungen. Gerade jetzt, wo eine große Unsicherheit in der Gesellschaft wahrnehmbar ist, braucht es den Zugang zu diesen Orten der Begegnung. Trotz herausfordernder Zeiten, unter anderem aufgrund von Kosten- und Tarifsteigerungen im Kulturbereich, ist es gelungen, eine Erhöhung des Haushaltes um rund 11 Prozent für 2025/2026 zu erreichen, auf dann rund 460 Millionen Euro. Ein Ausgleich der Tarifsteigerungen, die Einhaltung der Honoraruntergrenzen in Kulturprojekten, ein anteiliger Inflationsausgleich und die Ausfinanzierung der Mieten von staatlichen Kultureinrichtungen können damit realisiert werden.“

Über die Details und welche Bereiche besonders unterstützt werden sollen, hat Carsten Brosda mit Daniel Kaiser im NDR Kulturjournal gesprochen.

Dort liest man: Hamburg steckt mehr Geld in die Kultur. Der rot-grüne Senat sieht für die Kulturbehörde im neuen Doppelhaushalt ein Plus von etwa 11 Prozent mit jetzt rund 460 Millionen Euro im nächsten Jahr vor.

von Daniel Kaiser

Kultursenator Carsten Brosda (SPD) spricht von „sensationell guten Nachrichten“. Er habe vor einem halben Jahr nicht damit gerechnet, dass man in der Kultur tatsächlich alle Mehrbedarfe ausgleichen und gleichzeitig auch noch Akzente setzen werde können. „Zur Kürzungen kommt es definitiv nicht. Es kommt überall zu einem Anstieg“, sagt Brosda NDR 90,3. Das sei eine gute Nachricht für die, die Sorge hatten, dass am Ende real weniger in der Kasse sei, um in der Kultur etwas zu gestalten.

Das Geld wird gebraucht, um die Menschen im Kulturbereich – insbesondere auch in der Stadtteilkultur – besser zu bezahlen und um die Inflation und die Folgen der aktuellen Krisen in der Welt auszugleichen. Geld für große Sprünge sei zwar nicht dabei. „Ich glaube, die großen Sprünge in der Kultur sind nicht nur eine Frage viel zusätzlichen Geldes, sondern eher die Gewissheit, weiter arbeiten zu können, ohne sich fragen zu müssen, wie das Gleiche auch mit deutlich weniger Geld geht,“ sagt Brosda. Es geht nach seinen Worten um „ein solides Fundament, von dem man erst einmal losspringen kann.“ In anderen Städten und Ländern gebe es gerade dagegen echte Sparrunden mit real weniger Geld als im Vorjahr.

Mehr Geld auch für die freie Szene

Geplant sind nach Worten des Kultursenators auch neue Förderungen für die freie Szene, die sich in den vergangenen Wochen immer wieder über zu wenig Unterstützung beklagt hatte. Die Kulturbehörde erwägt beispielsweise, einen Co-Finanzierungsfonds einzurichten, um freie Projekte zu unterstützen, die sich um Unterstützung vom Bund bewerben. Es gehe darum, den kulturellen Reichtum Hamburgs zu unterstützen und weiterzuentwickeln, sagt Brosda.

„Signal der Zuversicht“

Auch die anderen Hamburger Behörden haben im nächsten Haushalt im Schnitt 9,8 Prozent mehr Geld zur Verfügung. „Der Haushaltsplan des Senats gibt Hamburg Sicherheit und Stabilität in unsicheren Zeiten“, begründete Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) diesen Schritt. Anders als der Bund und viele andere Länder könne Hamburg die Investitionen trotz großer Herausforderungen ausweiten. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sprach von einem „wichtigen Signal der Zuversicht in die Stadt und in die Wirtschaft hinein“.

Nachhilfe“ für Berlin?

„Harmonisch und geschlossen“ seien die Beratungen im Senat gewesen, sagte Tschentscher. Das liege aber auch daran, dass sich alle Seiten im Vorfeld abgesprochen haben, berichtet Brosda. Das sei nach außen geräuschlos, aber drinnen auch harte Arbeit gewesen. „Wir haben da nicht nur Ringelpiez mit Anfassen gespielt“, betont der Kultursenator. Mit Blick auf den öffentlichen Haushaltsstreit in der Bundesregierung sagte er: „Andere, die anderswo gerade mit ganz viel öffentlichen Geräuschen einen Haushalt aufstellen, können davon lernen, dass es hilft, die Türen zuzumachen und ernsthaft an der Sache entlang zu überlegen. Wir können in Berlin ein bisschen Nachhilfe leisten, wenn die wollen.“

Hier das Interview per Audio-Stream: www.ndr.de

 

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Kinderkulturmanifest für den Kultursenator https://www.tiefgang.net/kinderkulturmanifest-fuer-den-kultursenator/ Fri, 31 Mar 2023 22:55:32 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9857 [...]]]> Wie soll die Kultur der Zukunft aussehen? Hamburger Kinder haben nun im FUNDUS THEATER das erste Hamburger Kinderkulturmanifest an Kultursenator Dr. Carsten Brosda übergeben.

Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Hamburger Schulen haben in Workshops im FUNDUS THEATER erarbeitet, wie sie sich die Kinder- und Jugendkultur in der Hansestadt vorstellen und welche Wünsche sie für die Kulturförderung haben. Die Ergebnisse, die im Kinderkulturmanifest festgehalten wurden, haben sie gestern auf der Bühne des Theaters präsentiert. Sie fließen in das neue Rahmenkonzept für Kinder- und Jugendkultur ein, das die Behörde für Kultur und Medien gerade erarbeitet. Das Kinderkulturmanifest kann unter www.hamburg.de/bkm/rahmenkonzept heruntergeladen werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Zusammen mit dem FUNDUS THEATER haben wir Hamburger Kinder gefragt, was sie sich für die Kinder- und Jugendkultur ihrer Stadt wünschen. Ihre Ideen fließen zum ersten Mal in das Rahmenkonzept für Kinder- und Jugendkultur ein, das die Stadt Hamburg erarbeitet. Das Rahmenkonzept gibt die Leitlinien für die Kinderkulturförderung der nächsten Jahre vor, deshalb ist es uns besonders wichtig, diejenigen zu fragen, um die es gehen soll, nämlich die Kinder unserer Stadt. Ich bin beeindruckt, wie klar die Kinder und Jugendlichen formuliert haben, wie sehr es ihnen bei der Kinder- und Jugendkultur gerade um kreative Entwürfe für das demokratische Zusammenleben in der Zukunft geht. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Kultur ist, um Zukunftsentwürfe für unser Zusammenleben zu entwickeln. Ich danke allen beteiligten Kindern dafür, dass sie mit ihren Ideen die Kulturpolitik mitgestalten. Dem FUNDUS THEATER danke ich für die Unterstützung dabei, die Entwicklung der Kinderkulturförderung partizipativ zu gestalten.“

Dr. Sibylle Peters, künstlerische Leitung FUNDUS THEATER: „Die über 100 beteiligten Kinder und Jugendlichen aus vielen Teilen der Stadt waren sehr motiviert und froh darüber, gehört zu werden. Besonders laut war der Wunsch, mehr Zeit für Kultur und auch ihr eigenes kulturelles Schaffen zu haben.“

 Rahmenkonzept Kinder- und Jugendkultur:

Das Rahmenkonzept Kinder und Jugendkultur beschreibt, welche Aspekte der Kultur und der kulturellen Bildung die Stadt Hamburg künftig stärken und welche neuen Entwicklungen sie anstoßen möchte. Die Rahmenkonzepte aus den Jahren 2004 und 2012 bilden die Grundlage. Für die Fortschreibung arbeitet die Behörde für Kultur und Medien dieses Mal mit vielen Beteiligten zusammen, dazu gehören auch die Kinder- und Jugendlichen. Das Rahmenkonzept entsteht 2023 in einem partizipativen Prozess. So werden viele verschiedene fachliche Perspektiven und unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt. 

Beteiligungsprozess

Um für das neue Rahmenkonzept möglichst viele Akteurinnen und Akteure einzubeziehen, haben Vertreterinnen und Vertreter der Behörden und der Kulturvermittlung Akteure und Akteurinnen der Kinder- und Jugendkultur zu ihren Anliegen und Ideen befragt. Daraus haben sie Empfehlungen für die Zukunft formuliert, die der Kulturbehörde als Grundlage dienen. Das Team des FUNDUS THEATER als Profis der künstlerischen Partizipation war für die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich.

 Das erste Kinderkulturmanifest

Mit diesem Beteiligungsprozess wurden Kinder und Jugendliche als Expertinnen und Experten für ihre Kultur einbezogen. Im Mittelpunkt standen die Leitziele Diversität, Teilhabe, Partizipation und Demokratie in Bezug auf eine zukunftsfähige und qualitätvolle Kinder- und Jugendkultur.

Sechs Gruppen von Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 18 Jahren kamen im FUNDUS THEATER für Workshops zusammen und wurden gefragt: Was findet ihr wichtig, wenn es um Kultur geht? Aus den Antworten ist das erste Hamburger Kindermanifest zur Kulturförderung entstanden. Dabei waren Kinder der Grundschule Rahewinkel, des Louise Weiss Gymnasiums, der Stadtteilschule Richard Linde Weg, des Gymnasium Othmarschen und der Max Brauer Schule. Rund 120 Kinder und Jugendliche haben an diesem Manifest mitgearbeitet.

Das Ergebnis: Kultur und kulturelle Erlebnisse haben einen hohen Stellenwert im Leben der Kinder und Jugendlichen. Sie haben klare Vorstellungen davon, was Kinder- und Jugendkultur in Hamburg leisten soll und wollen mitentscheiden, wenn es um ihre Kultur geht.

Kultur steht für sie direkt im Zusammenhang mit ihrem Alltag und ist verbunden mit der eigenen Kreativität. Sie stellen fest, dass sie umso weniger Zeit für Kultur zur Verfügung haben, je älter sie werden. Sie wünschen sich deshalb mehr Zeit, Kultur zu erleben und selbst kreativ zu sein. Für die Kinder- und Jugendkultur in Hamburg wünschen sie sich, dass sie ihnen Räume bietet für kulturelle Teilhabe. So wünschen sie sich beispielsweise Flächen in der Stadt, auf denen sie malen und sprayen dürfen, sowie Ausstellungsmöglichkeiten für eigene Kunstwerke und Theaterräume in jeder Schule. Kinder- und Jugendkultur soll Werten wie Toleranz, Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung verpflichtet sein und ihre Umsetzung im Alltag unterstützen.

Quelle: www.hamburg.de/bkm

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Der Retourenschein https://www.tiefgang.net/der-retourenschein/ Fri, 16 Dec 2022 23:46:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9584 [...]]]> Insgesamt 179 Objekte aus dem ehemaligen Königreich Benin, die im Zuge einer kolonialen Invasion von britischen Soldaten geraubt und im Anschluss verkauft wurden, befinden sich noch im Besitz Hamburgs. Aber nicht mehr lange …

Nachdem der Bund zusammen mit Nigeria den Rahmen für die Rückgabe der Benin-Bronzen geklärt hat und Senat und Bürgerschaft der vollständigen Eigentumsübertragung der Benin-Bronzen zugestimmt haben, haben jetzt der Botschafter der Bundesrepublik Nigeria, S.E. Yusuf Maitama Tuggar, der Generaldirektor der Nationalen Behörde für Museen und Denkmäler in Nigeria, Prof. Abba Isa Tijani, Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda und die Direktorin des Museums am Rothenbaum, Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, im Hamburger Rathaus den Vertrag zur vollständigen Eigentumsübertragung und Rückgabe der Bronzen unterzeichnet. Im Anschluss wurden die ersten Objekte zur Rückführung nach Nigeria überreicht.

Mit der Unterzeichnung und Übergabe geht ein jahrzehntelanger Prozess um die Rückforderung von Kulturgut zu Ende. Zunächst hatten sich insbesondere die Nachfahren des Königshauses Benin dafür stark gemacht und schließlich in Europa auch zivilgesellschaftliche Initiativen. Diese mündeten 2019 in den Beschluss der Kulturministerkonferenz unter Vorsitz Hamburgs zum künftigen Umgang mit kolonial belastetem Sammlungsgut. 2021 schuf schließlich der Bund zusammen mit der Bundesrepublik Nigeria mit dem „Memorandum of Understanding on Museum Cooperation“ die Voraussetzung für die vollständige Eigentumsübertragung, die Hamburg schließlich in diesem Jahr vollzogen hat. Maßgeblich vorangetrieben wurden die Verhandlungen auch von der Benin Dialogue Group unter der Co-Gründung von Prof. Dr. Barbara Plankensteiner. Die intensive Aufarbeitung und Forschung an den Beständen, die Vermittlung und Digitalisierung, die zuletzt in das Projekt Digital Benin mündete, und schließlich auch die Ausstellung im MARKK „Benin. Geraubte Geschichte“ zeigen, wie entscheidend Museen und insbesondere das MARKK in der Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Geschichte sind.

Mit der Bundesrepublik Nigeria ist vereinbart, dass zunächst drei Objekte übergeben werden. Zudem ist verabredet, dass rund zwei Drittel in nächster Zukunft zurückgehen werden und ein Drittel der Bronzen als Leihgaben in Hamburg verbleibt. Zukünftig sollen der internationale Austausch, Wissenstransfer und gemeinsame Wanderausstellungen die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Benin City begleiten, dies unter anderem auch beim Aufbau des Edo Museum of West African Art (EMOWAA) und eines Royal Museums.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die heutige Rückgabe der Benin-Bronzen ist ein besonderer Meilenstein der gemeinsamen Verhandlungen zwischen Hamburg und der Bundesrepublik Nigeria. Mit der feierlichen Unterzeichnung der Rückgabevereinbarung über 179 Benin-Objekte beginnt ein neuer Abschnitt der Zukunft des gemeinsamen Kulturaustausches, auf den Tag genau ein Jahr nach der festlichen Eröffnung der Ausstellung ‚Benin. Geraubte Geschichte’. Der heutige Tag darf aber kein Endpunkt sein, sondern soll den Auftakt zu einem vertieften kulturellen Austausch zwischen Europa und Afrika bilden.“

S.E. Yusuf Maitama Tuggar, Botschafter der Bundesrepublik Nigeria: „Hamburg is the Jewel of the Hansa League and Germany’s gateway to Africa and the rest of the World. It is therefore heart-warming to witness Hamburg being a beacon in the biggest event in Cultural diplomacy”.

Prof. Abba Isa Tijani, Generaldirektor der Nationalen Behörde für Museen und Denkmäler in Nigeria: „The National Commission for Museums and Monuments of Nigeria is highly elated at this event of signing the repatriation agreements of these highly valued Benin Bronzes from the Museum am Rothenbaum (MARKK) in Hamburg. The entire nation of Nigeria is delighted. We all look forward to a future of greater collaboration on equitable terms with this great museum and the city of Hamburg.”

Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums am Rothenbaum: „Nach langen Vorbereitungen ist es nun soweit! Mit diesem Schritt setzt die Freie und Hansestadt Hamburg ein wichtiges Zeichen in der Aufarbeitung ihres kolonialen Erbes. Für uns im MARKK bedeutet es den Beginn einer neuen und intensiven Zusammenarbeit mit Nigeria. Wir freuen uns auf zukünftige gemeinsame Projekte und ein besonderes Museum in Benin City.“

Die Ausstellung „Benin. Geraubte Geschichte“ wird noch bis auf Weiteres im Museum am Rothenbaum (MARKK) zu sehen sein.

 

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Zukunftsfragen der deutschen Musikwirtschaft https://www.tiefgang.net/zukunftsfragen-der-deutschen-musikwirtschaft/ Fri, 23 Sep 2022 22:18:41 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9348 [...]]]> Zwei hochaktuelle Themen standen zum Reeperbahnfestival im Fokus des Musikdialogs Hamburg 2022: der Klimaschutz und der Fachkräftemangel.

Hamburgs Erster Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, und der Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, haben die Verantwortlichen der deutschen Musikwirtschaft im Vorfeld des Reeperbahn Festivals in den Festsaal des Hamburger Rathauses eingeladen, um über den Beitrag der Branche zum Klimaschutz zu beraten. Zudem stand der Fachkräftemangel, der derzeit die Veranstaltungsbranche besonders hart trifft, im Fokus der Beratung.

Musik 2030 Prozess

Als Ergebnis des Musikdialogs Hamburg 2021 haben sich die bundesweit wichtigen Akteure der Musikwirtschaft zu einem „Musik 2030 Prozess“ verabredet, um in einem fortlaufenden Prozess konkrete Ziele und Maßnahmen der deutschen Musikwirtschaft zum Klimaschutz zu erarbeiten. Zu den Mitgliedern der daraus entstanden AG zählen der BDKV, der BVMI, der DMV, die LiveKomm, die SOMM und der VUT. In den Gesprächen ist die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens bei dem Thema Musikwirtschaft und Klimaschutz deutlich geworden. Entstanden ist in diesem Prozess ein gemeinsam entwickelter Leitfaden, der für die jeweiligen Teilmärkte individuell angepasst wurde und auf den Webseiten der genannten Verbände eingesehen werden kann (Links siehe unten). Der Zusammenschluss soll auch nach dem Musikdialog weitergeführt werden, um auch im fortlaufenden Prozess ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Klimaschutz zu vereinbaren. Neben Vorschlägen zu konkreten Maßnahmen unter anderem in Sachen Mobilität, Catering, Tonträger- und Merchandiseproduktion enthalten die Leitfäden auch eine Auflistung der wichtigsten CO2-Rechner, um zielgenau Einsparpotentiale individuell zu ermitteln.

Darüber hinaus veranschaulichten anhand von Best-Practice-Beispielen, der Geschäftsführer des VUT, Jörg Heidemann und die Gründerinnen der Agentur für nachhaltigen Wandel „The Changency“, Sarah Lüngen & Katrin Wipper, wie eine klimafreundliche Musikindustrie in der Praxis aussehen kann. Dabei geht es um die Frage, wie Konzerte möglichst kreislauffähig und nachhaltig veranstaltet werden können.

Gemeinsam gegen Fachkräftemangel

Der zweite Teil der Diskussionsrunde drehte sich um den Fachkräftemangel: Was ist zu tun, um ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuholen und neue zu gewinnen? Was fehlt, um eine attraktive berufliche Perspektive zu bieten? Diese und weitere Fragen über die Ursachen und Auswirkungen des Fachkräftemangels konnte die Branche mit dem Arbeitsmarktökonomen Prof. Simon Jäger diskutieren, der seit dem 1. September die Leitung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn übernommen hat.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Musikdialog Hamburg widmet sich den grundlegenden Zukunftsfragen der deutschen Musikwirtschaft. Dazu zählt auch der Klimaschutz, zu dem die Branche einen wichtigen Beitrag leisten kann. Musik hat große Kraft zur Veränderung, das ist das Signal aus der Musikmetropole Hamburg.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die deutsche Musikwirtschaft demonstriert erneut Weitsicht, dass sie gerade in Zeiten herrschender ökonomischer Herausforderungen den Klimaschutz auf die Agenda setzt und dessen existenzielle Tragweite betont. Der gemeinsame Wille und die bereits umgesetzten Maßnahmen in diesem Bereich verdeutlichen die Vorreiterposition dieser Branche. Diesen Prozess wollen wir gemeinsam weiterführen.“

Die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der deutschen Musikwirtschaft treffen sich traditionell vor dem Start des Reeperbahn Festivals beim Musikdialog, um mit Hamburgs Ersten Bürgermeister und dem Senator für Kultur und Medien die Belange der Branche zu diskutieren.

Weitere Informationen zum Musikdialog finden Sie hier:

https://www.hamburg.de/bkm/musikdialog

Mehr Informationen zum Thema Nachhaltigkeit auf den Seiten der Verbände:

www.musikindustrie.de/presse/presseinformationen/leitfaden-klimaschutz-musikwirtschaft

www.somm.eu/somm-leistungen/klimaschutz-leitfaden

www.markthalle-hamburg.de/nachhaltigkeit

www.livemusikkommission.de/green-live-culture

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Arbeiten am Museum der Arbeit https://www.tiefgang.net/arbeiten-am-museum-der-arbeit/ Fri, 25 Feb 2022 23:26:03 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8787 [...]]]> Im Torhaus des Museums der Arbeit in Barmbek entsteht ein attraktiver zusätzlicher Museumsbereich.

Der neue Bereich beinhaltet eine neue Gastronomie und ein offenes Forum, in dem die Fragen zur Zukunft der Arbeit behandelt werden können. Die Umbauarbeiten haben jetzt begonnen und sollen 2023 beendet sein. Die Erweiterung ist ein wichtiger Schritt im laufenden Modernisierungsprozess des Museums, das vor 25 Jahren eröffnet wurde.

 Finanziert durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,82 Millionen Euro und weiteren 2,85 Millionen Euro von Seiten der Freien und Hansestadt Hamburg kann passend zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Museums der Arbeit mit der denkmalgerechten Sanierung am Torhaus des ehemaligen Fabrikensembles begonnen werden. Im Rahmen des Hamburger Mieter-Vermieter Modells (MVM) setzt die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin die Baumaßnahmen um. Nach Abschluss der Umbauarbeiten wird in der zweiten Jahreshälfte 2023 in den frisch sanierten Räumen eine neue Gastronomie eröffnen und mit dem „Forum Zukunft gestalten“ neue sogenannte Kompetenzwerkstätten entstehen, in denen die Besucherinnen und Besucher die Zukunft der Arbeit selber ausprobieren können. Für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung des neuen Torhaus bekommt das Museum 250.000 Euro aus Mitteln der Innovationsoffensive Museen der Kulturbehörde.

Im Jahr 2014 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Mittel für die Sanierungsarbeiten des Gebäudes zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der architektonischen Entwürfe des Büros SIBYLLE KRAMER ARCHITEKTEN BDA wird mit dem neuen Torhaus ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit geschaffen.

Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien: „Es ist für mich ein Grund zur Freude, dass die Arbeiten am Torhaus des Museums der Arbeit in Hamburg jetzt begonnen haben und der Bund dazu einen wichtigen finanziellen Beitrag leistet. In diesem Projekt verbinden sich die Verantwortung für historische Industriekultur mit den Möglichkeiten einer behutsamen denkmalgerechten neuen Gestaltung, die Raum für Begegnungen schafft. Die Modernisierung des Barmbeker Museums reiht sich ein in eine Vielzahl erfolgreicher gemeinsamer Projekte in enger Kooperation zwischen dem Bund und der Freien und Hansestadt Hamburg.“ 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit der Erweiterung des Museums der Arbeit um das historische und denkmalgeschützte Torhaus öffnet sich das Haus weiter in die Stadtgesellschaft. Inhaltlich nimmt das Museum die Zukunft der Arbeit verstärkt in den Fokus. Damit leistet das Haus auch einen wichtigen Beitrag zur Debatte, wie wir künftig arbeiten wollen. Hamburg bekommt einen attraktiven Ort, an dem wir darüber diskutieren können, wie unterschiedlich sich die Folgen auf einzelne Branchen und Berufe auswirken und welche Antworten wir als Gesellschaft auf diese Umbrüche finden wollen und finden können. Darauf freue ich mich!“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „Mit der jetzt startenden Neugestaltung des Torhauses nimmt die Modernisierung des Museum der Arbeit erstmals sichtbar Gestalt an. Parallel zu den anderen Haupthäusern unserer Stiftung macht sich auch dieses Museum auf den Weg, um durch sensible Erneuerung und Innovationen weiterhin für die Besucherinnen und Besucher ein attraktives Ziel zu bleiben. Dabei freut es mich besonders, dass mit dem Torhaus und dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ gleich auch schon Maßnahmen verwirklicht werden können, die auf eine verstärkte Öffnung für das Publikum zielen, hier konkret durch das Angebot eines niedrigschwellig zugänglichen, sozialen Raumes für Austausch, Begegnung, Kreativität und vieles andere mehr. Mit einer charakteristischen thematischen Prägung reiht sich das Museum der Arbeit ein in den Kreis der Museen in Hamburg und in der SHMH selbst, die mit vergleichbaren neuen räumlichen und inhaltlichen Angeboten schon erfolgreich sind.“

Prof. Dr. Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit: „Mit der denkmalgerechten Sanierung des Torhauses wird der Erhalt des letzten unsanierten Gebäudes eines für Hamburg wichtigen Fabrikensembles und Industriedenkmals gesichert. Die Verlagerung der Museumsgastronomie, das Schaffen neuer Kompetenzwerkstätten und des ‚Forums Zukunft gestalten‘ ist dabei der erste Schritt einer umfassenden Modernisierung der Museumsgebäude und seiner Dauerausstellungen. Mit dem ‚Forum Zukunft gestalten‘ schaffen wir einen Ort der Kommunikation und des Diskurses, einen Raum, der zur Mitgestaltung der Zukunft der Arbeit motivieren soll.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Der Sanierungsbeginn des Torhauses in den historischen Industriegebäuden des Museums der Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Beibehaltung der Geschichte und Kultur Hamburgs dar. Mit dem neuen Torhaus soll ein weiterer attraktiver Ort für besondere Vermittlungsprogramme geschaffen werden. Ob Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs – der Erweiterungsbau soll für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate Platz bieten und Raum und Gelegenheit für kreatives Arbeiten schaffen. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt realisieren zu können.“

Die Umbaumaßnahmen am Torhaus des Museums der Arbeit

Mit der Sanierung wird die ehemalige Kubatur des Torhauses wiederhergestellt, um damit den historischen Kontext im gesamten Gebäudeensemble deutlich zu machen. Auf diese Weise erhält das Gebäude durch die Rekonstruktion des früheren Dachbereiches ein Obergeschoss, das für besondere Formate der pädagogischen Vermittlungsarbeit genutzt werden kann. Darüber hinaus soll das Torhaus zukünftig direkt über einen verglasten Übergang von den Ausstellungsräumen des Museumsgebäudes erreichbar sein.

Im Erdgeschoss des Torhauses wird neben der Gastronomie das „Forum Zukunft gestalten“ einziehen. Die dort installierten Themeninseln, an denen sich neben Objekten aus der Sammlung auch Innovatives aus der Arbeitswelt und digitale Medienstationen befinden werden, sollen regelmäßig wechseln, um immer wieder neue Fragestellungen zu thematisieren. Durch die direkte Nähe zur Gastronomie öffnet sich das Haus auch noch stärker nach außen. Die neu gestalteten Räumlichkeiten sollen auch für Veranstaltungs-formate wie Kreativworkshops, Gesprächsrunden oder After Work Clubs genutzt werden.

Das durch die Umbauten neu entstehende Obergeschoss soll für die Einrichtung von zwei sogenannten Kompetenzwerkstätten genutzt werden. In den Kompetenzwerkstätten „Technik“ und „Kreativität“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit haben, sinnliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Techniken und Materialien zu machen. Ein dritter Raum wird für dialogische Formate zur Verfügung stehen, so dass in den Räumen an den Vormittagen ein Programm für Schulklassen, an den Nachmittagen offene Programme für verschiedenste Nutzerinnen und Nutzer und an den Wochenenden Kurse oder Kindergeburtstage stattfinden können. Damit ergänzen die neuen Kompetenzwerkstätten das bisher sehr erfolgreiche Format der offenen Werkstätten im Museum der Arbeit.

Das „Forum Zukunft gestalten“ und das „Startup Torhaus“

Mit dem „Forum Zukunft gestalten“ entsteht im Torhaus ein neuer, interaktiver Denk-, Handlungs- und Erfahrungsraum. Unter der Leitfrage „Wie soll sich die Arbeit in Zukunft verändern?“ soll an einem offenen Ort über Ideen zu zukünftigen Formen und Konzepten von Arbeit gedacht und diskutiert, verhandelt, gespielt und gebaut werden. Das thematische Spektrum soll von den Feldern Ökonomie und Gerechtigkeit über Ökologie und Nachhaltigkeit bis zu Diversität und Teilhabe sowie Digitalität und Technik reichen. Mit dem entsprechenden Programm wurde bereits vor den Umbaumaßnahmen von August bis November 2021 unter dem Titel „Startup Torhaus“ begonnen. Die Veranstaltungsreihe war eine erste Plattform, um neue Formate zu testen, ein Netzwerk aufzubauen und Menschen, Organisationen und Initiativen zusammenzubringen, die die Zukunft der Arbeit aktiv mit gestalten wollen. Es wurden neue Diskussionsformate und Workshops ausprobiert und erste Kreativ-Werkstätten mit Kinder und Jugendlichen initiiert. Während der Sanierung wird der Planungsprozess fortgeführt mit der Reihe „Torhaus goes…“. Dann ist das Museum mit einem Programm zur Zukunft der Arbeit an weiteren Orten in Hamburg zu Gast, unter anderem im Freiraum des Museums für Kunst und Gewerbe und im Säulensaal des Altonaer Museums.

Das Torhaus und der Standort Museum der Arbeit

Das Museum der Arbeit ist in den Gebäuden auf dem ehemaligen Fabrikgelände der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) untergebracht. Die Wahl des Standortes für das Museum fiel mit der ehemaligen Produktionsstätte der NYH in Barmbek auf eines der ältesten noch existierenden Fabrikensembles Hamburgs, das dort seit 1871 aufgebaut und ständig erweitert wurde. Wie kein anderer Standort in Hamburg veranschaulicht das denkmalgeschützte Ensemble die Industrialisierung Hamburgs anhand von „Alter Fabrik“ und „Neuer Fabrik“, Fabrikhof, Kesselhaus, Zinnschmelze und Torhaus. Seit 1992 wurden die Fabrikgebäude zum Museum umgestaltet. Das erste Ausstellungsgebäude, die „Neue Fabrik“, wurde 1996 fertig gestellt. Dort befindet sich seit 1997 die ständige Ausstellung des Museum und in der 3. Etage die Fläche für die wechselnden Sonderausstellungen. Im Oktober 1999 konnte das renovierte Erdgeschoss der „Alten Fabrik“ in Nutzung genommen werden. 2006 wurde ein weiterer Teil der „Alten Fabrik“ fertig gestellt. Im Sommer 2013 erfolgte die Sanierung des Museumshofes.

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Der Erinnerungsarbeiter https://www.tiefgang.net/8620-2/ Fri, 03 Dec 2021 23:59:53 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8620 [...]]]> Der mit 10.000 Euro dotierte Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg geht 2021 an Uwe Timm, den in Hamburg geborenen Autor von „Morenga“, „Rot“, „Am Beispiel meines Bruders“ und „Ikarien“.

Mit dem Stipendium des Lessing-Preises wird die Comic-Zeichnerin und Dozentin Birgit Weyhe ausgezeichnet, die Autorin der viel beachteten Graphic Novels „Lebenslinien“ und „Madgermanes“. Kultursenator Dr. Carsten Brosda überreicht beide Auszeichnungen am 23. Januar 2022 während der Lessingtage im Thalia Theater. Dem Preisrichterkollegium gehörten Dr. Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Anne-Dore Krohn (Literaturkritikerin RBB), Maike Schiller (Leiterin Feuilleton Hamburger Abendblatt), Selma Wels (Literaturveranstalterin Festival „Wir sind hier“) und Professor Robert Zepf (Direktor Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky) an.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Schriftsteller Uwe Timm ist ein Erinnerungsarbeiter. Stets politisch, stets den Zeitläufen nachspürend veranschaulichen seine Bücher Humanismus und Geschichtsbewusstsein. Dass seine Geburtsstadt Hamburg ihn nun mit ihrem wichtigsten Literaturpreis ehrt, ist die Anerkennung des großen literarischen Werks eines der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Birgit Weyhe arbeitet künstlerisch auf Höchstniveau. In ihren Graphic Novels findet sie Antworten auf Fragen, die unsere Gesellschaft aktuell umtreiben: ,race, class and gender‘. Uwe Timm und Birgit Weyhe werden in ihrer jeweiligen Kunstform dem Lessing‘schen Ideal der Aufklärung mehr als gerecht. Ich gratuliere dem Preisträger und der Preisträgerin zu den hochverdienten Auszeichnungen.“

In der Preisbegründung für den Lessing-Preis heißt es: „Seit Jahrzehnten beweist Uwe Timm, dass es kein Widerspruch sein muss, ein viel gelesener Schriftsteller zu sein und zugleich intellektuell höchsten Ansprüchen zu folgen. Seine großen Romane wie ,Kopfjäger‘, ,Rot‘ und ,Ikarien‘ fügen sich mit seinen bewegenden autobiografischen Büchern zu einer einzigartigen Chronik der Moderne zusammen. Auf immer wieder überraschende Weise erzählt Uwe Timm von Kriegen und gesellschaftlichen Aufbrüchen, von Utopien und technischen Innovationen genauso wie von persönlichen und politischen Fehlschlägen, von Leidenschaften, Liebe und Betrug. Dieser Autor beschönigt nichts und besteht zugleich auf dem Prinzip Hoffnung. Nicht zuletzt dies verbindet ihn mit Gotthold Ephraim Lessing.“

Uwe Timm wurde 1940 in Hamburg geboren und lebt in München und Berlin. Er ist Mitglied des PEN, der Akademie der Künste Berlin und der Freien Akademie der Künste Hamburg. Seine Bücher erscheinen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, darunter „Heißer Sommer“ (1974), „Morenga“ (1978), „Der Schlangenbaum“ (1986), „Die Entdeckung der Currywurst“ (1993), „Rot“ (2001), „Am Beispiel meines Bruder“ (2003), „Der Freund und der Fremde“ (2005), „Halbschatten“ (2008), „Vogelweide“ (2013) und „Ikarien“ (2017). 2020 erschien sein Band „Der Verrückte in den Dünen“, eine Reflexion über Utopie und Literatur. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2018 mit dem Schillerpreis der Stadt Mannheim und dem Verdienstkreuz 1. Klasse. 2021 erhielt er vom Freistaat Bayern die Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“.

In der Begründung für das Lessing-Stipendium schreibt das Preisrichterkollegium: „Birgit Weyhes Bildgeschichten haben eine starke narrative Kraft, sie gehört zu den Impulsgebern einer neuen Generation von selbstbewussten Zeichnerinnen, die auf die eindrückliche Kombination von Text und Bild setzen. In ihren Comics und Graphic Novels setzt sie sich visuell und auf der Textebene mit dem Thema Erinnerung auseinander. ,Im Himmel ist Jahrmarkt‘ eröffnet anhand der Geschichte ihrer Großeltern ein Panorama der Verirrungen und Versehrtheiten einer Familie im 20. Jahrhundert. ,Madgermanes‘ ist eine gezeichnete Dokumentation über die Vertragsarbeiter aus Mosambik, die ins sozialistische Bruderland DDR kamen.“

Birgit Weyhe wurde 1969 in München geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Uganda und Kenia und kehrte nach dem Abitur nach Europa zurück. Sie schloss 1997 ihr Studium der Germanistik und Geschichte ab, wandte sich der Kunst zu und studierte Illustration an der HAW Hamburg. Für ihren 2016 erschienenen Comic ,Madgermanes‘ erhielt sie den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung und den Max-und-Moritz-Preis des Internationalen Comicsalons Erlangen. 2022 erscheint im avant-verlag ihr neuer Comic „Rude Girl“, der sich mit kultureller Aneignung auseinandersetzt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg gehört zu den traditionsreichsten Kulturpreisen und wurde 1929 vom Senat anlässlich des 200. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing gestiftet. Er wird alle vier Jahre verliehen. Zusätzlich wird das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium des Lessing-Preises an Hamburger Autorinnen und Autoren vergeben. Die Preisträger und Preisträgerinnen sollen sich im Sinne Lessings den Maximen der Aufklärung verpflichtet fühlen und sie in ihrer geistigen Arbeit zum Ausdruck bringen. Preisträger waren unter anderem Hans Henny Jahnn, Hannah Arendt, Peter Weiss, Walter Jens, Max Horkheimer, Jean Améry, Alexander Kluge, Jan Philipp Reemtsma und Karl Schlögel. 2017 ging der Lessing-Preis an die Philosophin Juliane Rebentisch und das Stipendium an die Autorin Nino Haratischwili.

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„Gedenken am Stadthaus wird sichtbarer“ https://www.tiefgang.net/gedenken-am-stadthaus-wird-sichtbarer/ Fri, 26 Nov 2021 23:10:47 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8592 [...]]]> Es gab viel Kritik am Konzept zum Gedenkort „Stadthaus“ und dann einen Beirat. Dieser legte nun seinen Abschlussbericht vor.   

Das in der Hamburger Innenstadt gelegene Stadthaus war bis zu den Luftangriffen Ende Juli 1943 Sitz des Polizeipräsidiums und zentrale Befehlsstelle der Schutzpolizei, der Kriminalpolizei und der Gestapo. Von hier aus wurden die Verfolgungsmaßnahmen in Hamburg und größeren Teilen Nordwestdeutschlands organisiert. Lange blieb eine öffentliche Diskussion über den Umgang mit diesem einstigen Hauptort national-sozialistischer Verfolgung aus. 2009 erfolgte der Verkauf an einen privaten Investor. Dieser verpflichtete sich seinerzeit gegenüber der Stadt in dem Quartier auch eine Gedenk- und Informationsstätte zu errichten. 2017 gründete sich die „Initiative Gedenkort Stadthaus“ die das Konzept des Investors kritisierte, das eine Ausstellung als Teil einer Buchhandlung mit Café vorsah. Anfang 2018 lud die Behörde für Kultur und Medien daraufhin zu einem „Runden Tisch“. Im Rahmen der Beratungen wurde die Einrichtung eines Beirats verabredet, der jetzt seinen Abschlussbericht vorlegte. Dieser wurde gemeinsam abgefasst und wird von allen Mitgliedern des Beirats getragen.

Der Beirat bestand aus zehn Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Verbänden und Initiativen und kam in den dreieinhalb Jahren zu 21 Sitzungen zusammen und hat die Entwicklung des Gedenkortes konstruktiv kritisch begleitet. 2020 wurde unter dem Titel „Zentrale des Terrors“ eine Ausstellung in den Stadthöfen eröffnet, die ergänzt wird durch Schautafeln im Arkadengang über den Bleichenfleet und einer Installation im weitgehend im Originalzustand erhaltenen sogenannten Seufzergang. Derzeit wird zudem als künstlerische Intervention im Stadtraum das Kunstwerk Stigma umgesetzt, mit dem auf rund 200 Quadratmetern an der Ecke Stadthausbrücke / Neuer Wall an die Geschichte dieses Ortes erinnert wird. Auch die Idee zur Realisierung eines solchen Kunstwerks, für das die Hamburgische Bürgerschaft die Mittel bereitstellte, ist im Rahmen des Beirats entstanden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Viel zu lange hat die Stadt die Augen davor verschlossen, welche Rolle das Stadthaus im Nationalsozialismus gespielt hat. Auch die Stadt selbst hat in all den Jahren, in denen das Gebäude im städtischen Besitz war, zu wenig für das Erinnern getan und dem Thema auch beim Verkauf des Gebäudekomplexes zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Insofern danke ich den Mitgliedern des Beirates sehr für die konstruktiv kritische Diskussion, die das öffentliche Bewusstsein geschärft hat und die wertvolle Impulse dafür gegeben hat, die Verbrechen, die vom Stadthaus ausgingen, sichtbarer zu machen. Zu diesem Ergebnis hat auch die von allen Seiten respektierte Moderation durch den ehemaligen Staatsrat Hans-Peter Strenge beigetragen. Ich danke auch dem Eigentümer und allen weiteren Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass wir zusätzliche Formate des Gedenkens, wie das Kunstwerk Stigma umsetzen können. Wir konnten nicht alle Ideen verwirklichen, aber viele Impulse werden künftig in die bereits vereinbarte Entwicklung eines gesamtstädtischen Erinnerungskonzeptes einfließen. Aus dem Prozess rund um das Stadthaus können und müssen wir auch für die Zukunft lernen, wie wir künftig gemeinsam angemessenes Gedenken organisieren.“ 

Hans-Peter Strenge, Staatsrat a.D. und Moderator des Beirates und Hamburger Sprecher des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie: „Nicht alle Ideen des Beirats ließen sich angesichts der seit 2009 festgelegten Rahmenbedingungen im Stadthaus umsetzen. Die Ausstellungsfläche ist für einen Lernort zur Geschichte weiterhin zu klein, ihre inhaltliche Präsentation aber gut gelungen. Ich freue mich, dass die Anregungen des Beirats zur Gestaltung der beleuchteten Brückenarkade und zum Kunstwerk Stigma umgesetzt worden sind. Auch regelmäßige Führungen und Veranstaltungen mit personeller Verstärkung gehören zum erfolgreichen Einsatz des Beirats.“

Den Abschlussbericht zum Download: Abschlussbericht

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200 Quadratmeter Nachdenken https://www.tiefgang.net/200-quadratmeter-nachdenken/ Fri, 08 Oct 2021 22:55:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8478 [...]]]> 200 hellrote Quadratmeter im Gehweg vor den heutigen Stadthöfen, dem früheren Hamburger Stadthaus: Das wird das Kunstwerk Stigma am Neuen Wall/Stadthausbrücke.

Das Künstlerinnenduo missing icons, Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper, hat heute vor Ort mit den ersten vorbereitenden Arbeiten für die großflächige Bodenskulptur begonnen, die in den kommenden Wochen realisiert werden soll. Das Mahnmal wird künftig die Vergangenheit des Ortes beim alltäglichen Überqueren des Gehwegs unvermittelt wachrufen. Als Sitz der Polizei und Gestapo wurde das Stadthaus während der NS-Zeit zum Schreckensort, an den seit 2020 ein Gedenkort mit historischer Ausstellung erinnert.

 Was konkret passiert

Während der rund zweimonatigen Bauzeit zerschlagen die Künstlerinnen zunächst einen Teil der hellen Gehwegplatten aus Granit mit schwerem Gerät und entnehmen Platten entlang der Bruchkanten. Die großflächige Vertiefung füllen sie mit weichem Gummigranulat und einer hellroten Schicht aus Granulat und Splitt auf. So entsteht erneut eine ebene, nun markant federnde und farbige Oberfläche als Spur im Bürgersteig.

Wie es zu Stigma kam

Auf Vorschlag des Beirats zur Begleitung der Entwicklung des Geschichtsortes Stadthaus hatte die Bürgerschaft 250.000 Euro bewilligt, um vor dem ehemaligen Stadthaus ein deutliches Denkzeichen zu setzen. Aus dem Haushalt der Behörde für Kultur und Medien kommen weitere 30.000 Euro für die Umsetzung hinzu. Mit dem Entwurf für Stigma gewannen missing icons 2019 den ersten Preis eines künstlerischen Wettbewerbs, den die Behörde für Kultur und Medien ausgeschrieben hatte. In Absprache mit den beteiligten Ämtern, dem Beirat Stadthöfe und Interessenvertretungen beginnt jetzt die Realisierung. Das Kunstwerk erstreckt sich von der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall entlang des ehemaligen Hauptsitzes der Gestapo bis zur Brücke über den Bleichenfleet. Direkt auf der Brücke lässt es sich technisch nicht umsetzen. Die Entstehung des Kunstwerkes im öffentlichen Raum wird filmisch dokumentiert und ab November 2021 in der Ausstellung im Gedenkort Stadthaus gezeigt.

Stigma ist ein Einschnitt im fertig restaurierten Stadtraum, ein Zeichen, das nicht mehr verschwindet. Wie eine vernarbte Wunde hält das Relief die Erinnerung an Gewalt und Zerstörung der NS-Zeit offen. Zugleich aber ist das fertige Bodenrelief ein ganz alltäglicher Bestandteil des Stadtraums. Man kann sich ihm nicht entziehen und spürt mit jedem Schritt, dass hier etwas nicht stimmt.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit Stigma setzen wir ein starkes Denkzeichen im öffentlichen Raum um, das uns unmittelbar dazu veranlasst, über die Geschichte dieses Ortes nachzudenken. Das Grauen, das von diesem Ort ausging, hat tiefe Narben hinterlassen. Dies zeigt Stigma auf eindrückliche Weise und leistet so einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen. Gedenkort und Denkzeichen ergänzen sich, um die Erinnerung an die Geschichte der Stadthöfe wach zu halten.“

Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper: „Stigma ist und bleibt verstörend. Im Kunstwerk verschmelzen brutale Gewalt und sorgfältige Reparatur, Unrecht und Wiedergutmachung, Verdrängung und Reflexion. Die Narbe im gerade fertig restaurierten Hamburger Stadtraum ruft en passant die heikle Geschichte des Umgangs mit der NS-Vergangenheit des Stadthauses und das Leid der Menschen in Erinnerung, denen an diesem Ort Unrecht und Gewalt angetan wurde.“

Ästhetische Erfahrung als Denkanstoß

Im Unterschied zur Ausstellung in den Stadthöfen ist das Kunstwerk Stigma kein didaktisch vermittelnder Ort des Gedenkens. Ohne zu erklären, gibt es den Passantinnen und Passanten über seine eigenartige Form und weiche Beschaffenheit zu denken. Mitten in Hamburgs Innenstadt vor dem markantesten Gebäudeteil der Stadthöfe betritt man unversehens diesen visuell-haptischen Marker: Der Bruch zwischen Vergessen, Erinnerung oder auch Nicht-Wissen wird für alle körperlich erfahrbar.

Die sichtbaren Wunden, die der Nationalsozialismus geschlagen hat, sind vielerorts verschwunden, aber ihre Narben zeichnen noch heute weltweit Millionen Familiengeschichten. In Deutschland wirken die Fragen nach Verstrickung, Schuld und Verantwortung bis in die Gegenwart hinein. Passantinnen und Passanten, die das Bodenrelief Stigma betreten, geraten unweigerlich ins Nachdenken über Sinn oder Unsinn der Bruchspur vor den Stadthöfen: Warum fand genau hier eine offensichtlich mutwillige Zerstörung statt, die als Narbe sichtbar bleibt? Dies regt zur weiteren Erforschung der Hintergründe an. Mahnmal und vermittelnde Ausstellung treten so in einen komplexen Dialog.

Die Künstlerinnen

Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper arbeiten seit 2013 zusammen an bildnerisch-bildhauerischen Projekten für Kunst-am-Bau-Wettbewerbe und Ausstellungen und gründeten 2017 das Label missing icons. Sie materialisieren Verdrängtes, Verschwundenes, Unbestimmtes und Unvorstellbares im öffentlichen Raum. Am 7. Oktober 2021 wird ihr „Rolihlahla – Troublemaker – Unruhestifter“, ein Rohdiamant in einer Acrylglasstele, auf dem Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg eingeweiht. Im Frühjahr 2022 beginnen sie mit der Realisierung des Bohrlochreliefs „Untiefen“ im zukünftigen Sitz der Bundesministerien für Gesundheit und Familie in Berlin.

Weiterführende Informationen: missingicons.de; gedenkstaetten-in-hamburg.de

 

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Neuer Produktionsort der Freien Theaterszene https://www.tiefgang.net/neuer-produktionsort-der-freien-theaterszene/ Fri, 08 Oct 2021 22:48:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8462 [...]]]> Im Herzen Barmbeks fand heute die Einweihung des Theaterzentrums Wiese eG statt. Eine echte Bereicherung für Hamburg.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Michael Werner-Boelz, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, und Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, haben heute offiziell die Flächen an den Vorstand der Wiese eG, Andreas Lübbers und Maike Schäfer, übergeben. Ziel des Projektes war der Umbau eines leerstehenden, ehemals als Eisengießerei genutzten Gebäudes am Wiesendamm in Barmbek und seine Nachnutzung als Theaterzentrum.

Auf dem 2.400 Quadratmeter großen Gelände, das von der Wiese eG genutzt wird, sind fünf große Probesäle, vier kleinere Proberäume, Büros, Umkleide- und Lagerräume sowie eine Kindertagesstätte entstanden. Außerdem Teil des Objektes: ein 308 Quadratmeter großer, säulenfreier Multifunktionssaal mit sieben Meter hohen Decken, der ideal für Veranstaltungen geeignet ist. Das Gebäudeensemble „Heidenreich & Harbeck“ stammt aus dem Jahre 1913 und ist bis heute ein prägnantes Beispiel für die Industriearchitektur in dem ehemaligen Arbeiterstadtteil Barmbek. Die Industriehalle Wiesendamm 24 wurde in ihren Grundzügen erhalten und durch Umbauten für die vorgesehene Nutzung angepasst und energetisch saniert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Theaterzentrum am Wiesendamm bietet der Freien Szene dringend benötigten Raum für ihre künstlerische Arbeit. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Jungen SchauSpielHaus und der Theaterakademie auf dem Theatercampus Wiesendamm und zu den zahlreichen Kulturorten in Barmbek bietet die Chance auf einen kreativen Austausch, der weit in die Kulturstadt Hamburg wirken kann. Dieser großartige Ort der Kunst und Kultur ist nur möglich gewesen, weil viele unterschiedliche Akteure und Akteurinnen kreativ und konstruktiv an dem Ziel gearbeitet haben, mehr Kultur möglich zu machen.“    

Der Umbau der Halle und die Ansiedlung des Theaterzentrums Wiese im Wiesendamm 24 ergänzt das bestehende kulturelle Angebot im Stadtteil und löst zugleich einen Entwicklungsschub im Barmbeker Zentrum aus. Die Erwartung des Bezirksamts an das Theaterzentrum-Projekt war, dass die Wiese sich als zentraler Produktionsort der Freien Theaterszene in Barmbek etabliert und damit zum Anlaufpunkt für die Freie Szene wird.

Michael Werner-Boelz, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord: „Der Bezirk Hamburg-Nord hat von Anfang an die Ansiedlung der Wiese in Barmbek unterstützt. Früh haben wir die Bedeutung dieses kreativen Zentrums für die Quartiersentwicklung erkannt. Über zehn Jahre dauerte es von der ersten Idee bis zur Realisierung. Ein wichtiger Meilenstein war der Beitritt des Bezirks in die Genossenschaft der Wiese durch den Erwerb von zehn Genossenschaftsanteilen. Für den politischen Raum war dies ein klares Bekenntnis. Die weitere Entwicklung am Wiesendamm gibt dem Bezirk Recht: Mit dem Jungen SchauSpielHaus sowie der Theaterakademie entsteht am Wiesendamm ein kultureller Hotspot, der seinesgleichen sucht. Und 2025 wird das Bezirksamt in unmittelbare Nachbarschaft dieser Kultureinrichtungen ziehen. Die Nähe und der Austausch wird uns alle befruchten.“

Das Theaterzentrum bietet freien Theaterschaffenden, Einrichtungen und Gruppen im Bereich der Darstellenden Kunst kostengünstige und professionell ausgestattete Kurs-, Probe- und Produktionsräume. Von Kindertheater bis modernen Tanz und Theater mit und für Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit Behinderungen, soll das Haus unterschiedlichen Sparten und Gruppen offenstehen. Die Räume werden Genossenschaftsmitgliedern und externen Interessenten dauerhaft oder projektbezogen zur Verfügung gestellt. Diese Zusammenführung von künstlerischer Produktion, Ausbildung und Information unter einem Dach zeichnet das Projekt aus. Auch Anwohnerinnen und Anwohnern aus der Nachbarschaft bietet sich die Möglichkeit, Räume im Theaterzentrum für vielfältige Kurse und Veranstaltungen zu nutzen.

Jan Zunke, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Wir freuen uns, mit dem Theaterzentrum Wiese eG die Kulturszene der Stadt zu fördern, die Kulturschaffenden in ihrem Alltag zu unterstützen und zu der Anziehungskraft des Stadtteils Barmbek beizutragen. Trotz der aufwendigen und zeitintensiven Projektsteuerung sind wir sehr glücklich, dieses spannende Projekt abzuschließen, bedanken uns bei allen Beteiligten und freuen uns auf viele spannende Abende im Zentrum!“

Zur Realisierung des Projektes wurde eine kooperative Projektstruktur gebildet, in der unterschiedliche städtische und private Akteure die Wiese gemeinsam realisierten und hierfür in ihren jeweiligen Rollen zusammenarbeiteten. Finanziert wurde das rund fünf Millionen Euro teure Projekt durch die Hamburgische Bürgerschaft, die Behörde für Kultur und Medien, das Bezirksamt Hamburg-Nord, die Wiese eG, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie die Sprinkenhof GmbH.

Andreas Lübbers und Maike Schäfer, Vorstand Wiese eG: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Probenräume in der Wiese möglichst vielen Gruppen zugänglich zu machen. In erster Linie natürlich den professionellen Künstlerinnen und Künstlern der freien Szene, aber wenn die Räume gerade nicht für Proben oder Produktionen genutzt werden, dann stehen sie allen Menschen in Hamburg für Freizeitkurse, Workshops oder Veranstaltungen offen.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm 

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Theatercampus am Wiesendamm fertig gestellt https://www.tiefgang.net/theatercampus-am-wiesendamm-fertig-gestellt/ Fri, 03 Sep 2021 22:56:11 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8321 [...]]]> Das neue Zentrum für Darstellende Kunst am Barmbeker Wiesendamm ist fertiggestellt. Und nun geht es erst richtig los.

Das Junge SchauSpielHaus sowie die Theaterakademie und das Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) erhalten auf rund 9.000 Quadratmetern moderne Räume für Aufführungen, Proben, Lehre und Forschung. Zusammen mit den vielfältigen Kulturangeboten in der Nachbarschaft wird mit der Neunutzung der ehemaligen Werkzeugmaschinenfabrik die kulturelle Entwicklung Barmbeks weiter gefördert.

Der Senat hatte im September 2018 die Weichen für den neuen Theatercampus gestellt. Bauherrin im Auftrag der Stadt und Eigentümerin der ehemaligen Werkzeugmaschinenfabrik Heidenreich & Harbeck ist die Sprinkenhof GmbH. Die Projektkosten liegen bei rund 36,4 Millionen Euro. Mit dem Umzug der Theaterakademie und des Jungen SchauSpielHauses vom ehemaligen gemeinsamen Standort in der Gaußstraße an den Wiesendamm entsteht dort ein neuer, moderner Ort für junge Darstellende Kunst – ermöglicht durch einen sogenannten Inhouse-Ausbau, bei dem die Theatersäle und Funktionsräume in den bestehenden Hallenkomplex eingebaut wurden. Zudem ist auch das Institut für Kultur- und Medienmanagement (KMM) der HfMT am Wiesendamm ansässig, wodurch wertvolle Synergien für die Studierenden, wie zum Beispiel gemeinsame Lehrveranstaltungen, geschaffen werden. Der Theatercampus befindet sich in unmittelbarer Nähe des ebenfalls neuen Freien Theaterzentrums Wiese eG, das über weitere Aufführungs- und Probenräume verfügt. Weitere Nachbarinnen sind Kampnagel, die Zinnschmelze, das Museum der Arbeit und das Hamburger Puppentheater. Diese Vielzahl an kulturellen Einrichtungen ermöglicht einen ganz neuen kulturellen Austausch unterschiedlicher Sparten.

Katharina Fegebank, Wissenschaftssenatorin: „Der Theatercampus am Wiesendamm stärkt das kreative Zusammenwirken von Studierenden und Künstler:innen und ist ein wichtiger Impulsgeber für unseren Wissenschafts- und Kulturstandort. Gleichzeitig bildet er einen neuen kreativen Ankerpunkt im Bezirk – mit Jungem SchauSpielHaus, Theaterakademie und Institut für Kultur- und Medienmanagement unter einem Dach. Damit wird das kulturelle Angebot in Barmbek noch vielfältiger. Ich danke allen an diesem großartigen Projekt Beteiligten herzlich für ihren Einsatz und freue mich sehr auf meinen ersten Besuch auf dem Theatercampus!“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Im Herzen Barmbeks ist insbesondere für die Darstellenden Künste ein neues kulturelles Zentrum mit großer Ausstrahlung in die ganze Stadt entstanden. Gerade die vielfältigen kreativen Nutzerinnen und Nutzer am Wiesendamm können sich hervorragend gegenseitig stärken. Das schafft viel Raum für neue künstlerische Impulse. Ich danke allen, die über Jahre konstruktiv an diesem Projekt mitgearbeitet und immer fest daran geglaubt haben, welches Potential dieser Ort für die Kultur in Hamburg entfalten kann.“

Karin Beier, Intendantin Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: „Ich freue mich, dass das Theater für junges Publikum hiermit eine neue Heimat bekommen hat und hier ein attraktives Zentrum für junge Theaterkunst entsteht. Dies sind Orte der Begegnungen, die wir nicht nur in Zeiten wie diesen brauchen und es ist ein hoffnungsvolles Signal der Stadt Hamburg, das sie mit diesem Theaterneubau setzt – für die Kultur und für die jungen Menschen in dieser Stadt.“

Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Anhand von detaillierten Bedarfsanalysen konnten wir die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer*innen herausarbeiten und im Inhouse-Ausbau berücksichtigen. Mit der Sanierung und den umfangreichen Umbaumaßnahmen ist es uns gelungen die ehemalige Fabrik in eine individuelle Kreativstätte für den Theaternachwuchs Hamburgs umzuwandeln.“

Klaus Schumacher, Künstlerischer Leiter des Jungen SchauSpielHauses Hamburg: „Das Junge SchauSpielHaus hat bis hierhin eine wunderbare Geschichte. Mit unserem starken Ensemble und hochkarätigen künstlerischen Teams entstehen Stücke für verschiedenen Altersklassen. Im neuen Haus soll u. a. ein Bereich hinzukommen, der vor allem jungen Menschen eine eigene Bühne bieten soll. Hier gibt es verschiedene Angebote, die von spannenden, professionellen Künstler*innen betreut werden. Dieses wunderbare Gebäude bietet mit seinen großzügigen Räumen viele Möglichkeiten für das Team des Jungen SchauSpielHauses, aber auch für viele, die selbst künstlerisch aktiv werden wollen. Es ist jetzt schon spürbar, dass der Ort ein inspirierender Hotspot für junges Theater werden kann. Der Standort für dieses schöne Theater in einem so lebendigen Stadtteil ist ein Glücksfall.“

Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater: „Mit der Eröffnung eines zweiten Campus der Hochschule für Musik und Theater geht ein langer Traum in Erfüllung. Alle theaterrelevanten Studiengänge und das Institut für Kultur – und Medienmanagement bekommen ein gemeinsames neues Zuhause. Dieses in seiner Architektur sehr reizvolle Gebäude wird ein Ort sein, an dem zukünftige Kulturmanager*innen zusammen mit den künstlerischen Studiengängen an den Themen der Zukunft arbeiten werden. Doch dieser Campus steht nicht nur für Ausbildung, sondern ist auch ein neuer Veranstaltungsort in dieser Stadt. Regional und international wird der Campus am Wiesendamm seinen Platz finden. Mein großer Dank geht an den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und an die Thörl-Stiftung, die diese großartige Entwicklungsmöglichkeit haben Realität werden lassen.“

Michael Werner-Boelz, Leiter des Bezirksamts Hamburg-Nord: „Mit der Eröffnung des Theaterzentrums am Wiesendamm wird der Standort für junges Theater in Barmbek komplett. Die Ansiedlungen des Jungen SchauSpielHauses sowie der Hochschule für Musik und Theater schaffen einen Theaterschwerpunkt im Stadtteil, der für Kulturschaffende und Anwohner*innen gleichermaßen eine Bereicherung ist. Mit dem Freien Theaterzentrum Wiese in direkter Nachbarschaft gelingt es, die Theaterszene an einem Ort zu versammeln und damit gibt es einen Grund mehr, den wunderschönen Stadtteil Barmbek in Hamburg-Nord zu besuchen.“

Andreas Lübbers, Vorstand der WIESE eG: „Vor einem Jahr haben wir unsere professionellen Proberäume bezogen und seither arbeiten und proben viele Freie SchauspielerInnen, TänzerInnen und einige Barmbeker Amateure und Freizeitinitiativen am Wiesendamm 24 – soweit Corona es zugelassen hat. Auf unserer Bühne im Hinterhof haben wir im Theatersommer erfahren, dass die Barmbeker sehr aufgeschlossen und neugierig sind, auf das was hier entsteht. Wir freuen uns daher gemeinsam mit der Zinnschmelze, dem Bürgerhaus, dem Museum, dem Flachsland, der Volkshochschule, der Bücherei und Basch auf unsere neuen Nachbarn und auf gute Gemeinschaft mit ihnen!“

 

 

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