Dr. Dorothee Stapelfeldt – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 15 Nov 2018 11:23:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 „Beispielhaft“ https://www.tiefgang.net/beispielhaft/ Fri, 09 Nov 2018 23:53:44 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4506 [...]]]> In Wilhelmsburg konnte die denkmalgeschützte ehemalige St. Maximilian-Kolbe-Kirche erhalten werden, in dem eine neue Nutzung gefunden wurde – auch für Kultur. Dafür gab es jetzt einen Preis.

Während die Dreifaltigkeitskirche im Zentrums Harburg nach jahrelangem Leerstand jetzt immerhin in einer Erprobungsphase für eine kulturelle Weiternutzung steht, wird in Wilhelmsburg bereits der erste Preis für ein umgesetztes Profanisierungsprojekt mit einem Preis gefeiert.

In der Pressemitteilung der Hamburger Behörde für Kultur und Medien heißt es:

„Für die Pläne zum Erhalt der denkmalgeschützten St. Maximilian Kolbe-Kirche in Wilhelmsburg und ihre Umnutzung zum „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ gab es heute einen von drei dritten Preisen beim Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“, den das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgelobt hatte. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde heute am 8. November in Leipzig im Rahmen der „denkmal – Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung“ überreicht. Die Rettung und der beispielhafte Erhalt der abrissbedrohten ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche und die geplante denkmalgerechte Umwandlung zum Zentrum für Pflege, Ausbildung und Begegnung durch die Malteser Norddeutschland gGmbH wurde in der Kategorie „Stadtgebäude“ ausgezeichnet.

„Wandel und Werte“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das ausgezeichnete Projekt zeigt beispielhaft einen Weg zum Erhalt eines identitätsstiftenden Denkmals. Die Hamburgerinnen und Hamburger waren mit vielen kreativen Ideen an der Entwicklung eines neuen Nutzungskonzepts für das Denkmal beteiligt: Die Wünsche aus dem Stadtteil nach Begegnung werden über die denkmalgerechte Umgestaltung des Kircheninnenraums zu einem interkulturellen Zentrum realisiert. Diesem gesellschaftlichen Miteinander jenseits ethnischer, kultureller oder sozialer Grenzen im wahrsten Sinne Raum zu geben, ist auch ein Kerngedanke des Europäischen Kulturerbejahrs. Ich danke den Hamburgerinnen und Hamburgern für ihre vielen guten Ideen zur Umnutzung des Denkmals und den Maltesern für ihre Offenheit bei der Konzeption und Realisierung des Projekts.“

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Der Erhalt der wertvollen Architektur der ehemaligen St. Maximilian Kolbe-Kirche ist für die Stadt von hoher Bedeutung. Die geplante Umnutzung wird den Stadtteil Wilhelmsburg mit einem weiteren Baustein an Vielfalt und Lebensqualität bereichern. Mit der neuen Nutzungskonzeption soll eine sozialraumorientierte und nachhaltige Weiterentwicklung des Kirchengebäudes für den Stadtteil entstehen, die für Wilhelmsburg ausgesprochen positiv ist.“

Dr. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer Malteser Deutschland gGmbH: „Wir freuen uns, dass die Jury des Bundeswettbewerbs unsere Bemühungen würdigt, den ,Malteser Campus St. Maximilian Kolbeʻ zum Raum für interkulturelle Begegnung, gekoppelt mit sozialen und kultursensiblen Angeboten, umzuwandeln. Die Auszeichnung ist Bestätigung und Unterstützung zugleich, mit dem Erhalt des Denkmals eine neue Quartiersmitte mit Räumen für alle Wilhelmsburger zu etablieren.“

Mit dem Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte“ werden im Europäischen Kulturerbejahr 2018 herausragende Konzepte und Projekte für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem baukulturellen Erbe ausgezeichnet. Ausgelobt wurde der Wettbewerb vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Kooperationspartner sind die Länder und Kommunalen Spitzenverbände der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Bund-Länder-Städtebauförderung und der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP).

Die achtköpfige, interdisziplinär besetzte Jury bewertete die Beiträge hinsichtlich ihres Umgangs mit den besonderen Qualitäten der Europäischen Stadt. Grundlage waren sieben Bewertungskriterien: Einfügung in den städtebaulichen Kontext einschließlich Erhalt wertvoller Bausubstanz, Belebung von bereits Vorhandenem durch neue Nutzungen, Impuls für weitere Aktivitäten und Übertragbarkeit auf andere Kommunen sowie Innovation durch Erprobung neuer Planungs- und Umsetzungsmöglichkeiten. Ferner Dialog über partizipative Prozesse und Akzeptanz in der Stadtgesellschaft, Engagement von Bürgern und Bürgerinnen oder Initiativen und Perspektive durch Erwartungen beziehungsweise Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtentwicklung. In den vier Kategorien Stadtgebäude, Stadtraum, Stadtleben und Stadtbürger gab es insgesamt 21 Nominierungen.

Das Projekt zur Umnutzung und Erweiterung der denkmalgeschützten und profanierten Kirche St. Maximilan Kolbe erhielt einen von drei dritten Preisen in der Kategorie Stadtgebäude. Die Denkmalumnutzung im Zentrum Wilhelmsburgs ist Teil einer Entwicklung des Standorts zum „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ als quartiersbezogenes interkulturelles Zentrum für Pflege, Wohnen, Beratung, Ausbildung sowie Begegnung zwischen Generationen und Herkünften.

Abriss war beschlossen

Der Bau des Architekten Jo Filke wurde 1972 als ein Symbol des Aufbruchs für das durch die Flutkatastrophe von 1962 traumatisierte Wilhelmsburg errichtet. Seither prägt der auffällige Betonspiralturm das Stadtbild des Quartiers. Die vorrangig aus Polen stammende Gemeinde erinnerte mit dem Bau an einen in Auschwitz ermordeten Priester und setze somit auch ein Zeichen für die deutsch-polnische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wird die Kirche, deren Abriss 2014 bereits beschlossen war, baulich saniert und für Vorschul- und Seminarräume, Beratungsbüros und Familienhilfe umgebaut. Ziel ist es, bei weitestgehendem Erhalt von Raumeindruck, Substanz und Erscheinung einen hochwertigen wie funktionalen Ausbau zu realisieren. Die Kosten der Sanierung werden weitgehend von der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung, dem Denkmalschutzamt Hamburg und Stiftungen getragen.

Der Entwurf für den Umbau von LH-Architekten, Landwehr Henke und Partner mbB war Gewinner eines Wettbewerbs. Er schafft in der Kirche einen Teil der Räume für die neuen Nutzungen sensibel nach dem „Haus-im-Haus-Prinzip“, wobei der beeindruckende Innenraum erlebbar bleibt. Büroarbeitsplätze werden in eine Aufstockung der eingeschossigen Sakristei verlagert, wodurch Eingriffe in die Bestandsfassade minimiert werden können.

Der „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ ist darauf ausgerichtet, Modellcharakter zu entfalten und wird deshalb auf Grund eines Beschlusses des Bundestages durch das BMI gefördert. Die Fertigstellung ist für 2020 avisiert.“

Quelle: www.hamburg.de/bkm

Weiterführender Link: maltesercampus-wilhelmsburg.de

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Hamburgs neuer Fotopreis! https://www.tiefgang.net/hamburgs-neuer-fotopreis/ Fri, 19 Oct 2018 22:46:18 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4364 [...]]]> Fotografie kann nicht nur dokumentieren sondern auch künstlerisch bestimmte Aspekte betonen. So wird auch der Wandel der Stadt Hamburg belegt. Dies wird nun mit einem Preis gewürdigt.

In der Mitteilung zum neuen Preis heißt es:

„Um den dynamischen Wandel der Freien und Hansestadt Hamburg mit zeitgenössischen Mitteln und aus einer künstlerischen Perspektive zu ermöglichen, vergeben die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) 2019 erstmals den „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“. Der Fotograf Georg Koppmann (1842-1909) hat die Entwicklung Hamburgs zur Großstadt am Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Stadt erstmals systematisch dokumentiert. Dabei ist ihm eine eigenständige ästhetische Gesamtdarstellung der städtischen Veränderungen gelungen. Zu Ehren dieses Wirkens ist der neue Preis nach diesem Hamburger Fotokünstler benannt.

Der Preis soll jährlich in Form eines Arbeitsstipendiums in Höhe von 8.000 Euro an national und international tätige Fotografen vergeben werden,  mit dem Ziel, eine künstlerisch-dokumentarische Bilderserie zum Stadtbild Hamburgs und seiner aktuellen Veränderungen anzufertigen. Das Ergebnis soll eine eigenständige fotografische Perspektive auf die Elbmetropole als urbanen Lebensraum mit einer vielfältigen Stadtgesellschaft präsentieren und sich mit Prozessen ihrer architektonischen, kulturellen und sozialen Veränderungen auseinandersetzen.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt über eine Jury, die sich aus Vertretern der Stiftung Historische Museen Hamburg, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie Experten für Fotografie zusammensetzt. Informationen zum Bewerbungsverfahren sind ab sofort über die Website www.shmh.de/fotopreis zu erhalten.

Die ersten Ergebnisse der fotografischen Auseinandersetzung mit dem Wandel der Stadt werden im September 2019 von der Stiftung Historische Museen Hamburg präsentiert.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen:„Es ist Aufgabe und Verantwortung der Stadt Hamburg, dass sie ihr baukulturelles Erbe für kommende Generationen bewahrt und auch dokumentiert. Hamburg kann dabei auf eine lange Tradition der Stadtfotografie zurückblicken und profitiert noch heute von diesem Schatz vorhandener Stadtbilder. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir als Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen den Faden der Tradition der Baudeputation aufgreifen und so wieder aktiv zur visuellen Dokumentation unserer Stadt beitragen.“

Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg: „In einer Metropole wie Hamburg sind die rasanten Veränderungen unserer Zeit am deutlichsten zu sehen, ob in der Architektur, in der Vielfalt der urbanen Gesellschaft oder im kulturellen Miteinander. Für uns als Historische Museen Hamburg ist dies die elementare Basis, den heutigen Wandel der Stadt für den zukünftigen Blick der Stadtgeschichte auf unsere Gegenwart festzuhalten. Das Medium der Fotografie ist aufgrund seiner dokumentarischen und ästhetischen Möglichkeit dafür bestens geeignet. Deshalb freue ich mich sehr, Fotografen aus der ganzen Welt einladen zu können, sich ein Bild von Hamburgs Entwicklung zu machen und bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.“

Der historische Hintergrund

Die rasante Entwicklung Hamburgs zur Großstadt seit dem Großen Brand 1842 ist von dem damals neuen Medium der Fotografie intensiv begleitet worden. Mit der Beauftra-gung des bekannten Hamburger Fotografen Georg Koppmann zur kontinuierlichen Dokumentation der Veränderungen des Stadtbilds durch die Baudeputation 1874 wurde diese Form der Archivierung zu einer öffentlichen Aufgabe, von der Museen, Historiker und stadtgeschichtlich Interessierte bis heute profitieren.

Bis zu seinem Tod 1909 hielt Koppmann so einschneidende Vorgänge wie den Abriss der Kehrwieder-Wandrahm-Viertel und den Bau der Speicherstadt in mehreren tausend Aufnahmen fest. Seitdem sammelte die Baudeputation auch von anderen Fotografen Ansichten der Stadt. 1928 wurde die fotografische Dokumentation des Stadtbildes mit der Einrichtung der Landesbildstelle amtlich institutionalisiert und bis 2015 kontinuierlich fortgesetzt. Diese Tradition, die mit Namen wie Georg Koppmann, Willi Beutler oder Fritz Kempe verbunden ist, bildet einen Hintergrund für den Preis für Hamburger Stadtfotografie.

Neben der institutionalisierten Dokumentation des städtischen Wandels gab es in den letzten Jahrzehnten natürlich zahlreiche Fotografen, die sich der Stadt Hamburg und ihren Veränderungen auf künstlerische Weise mit jeweils eigenen Blicken genähert haben. Unter den bekanntesten von ihnen finden sich Namen wie Germin (Gerd Mingram), Thomas Henning und Milan Horacek. Dieser Anspruch auf einen ästhetisch-konzeptionellen Blick auf die Stadt soll ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vergabe des „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“ spielen.

Stadtfotografie auf dem Webportal Historischen Museen Hamburg

Die SHMH bildet mit den drei großen stadthistorisch orientierten Museen und den fünf größeren und kleineren Außenstellen den größten stadt- und regionalgeschichtlichen Verbund Europas. In ihren umfangreichen und sehr qualitätsvollen Sammlungen befinden sich mehrere fotografische Bestände, in denen die Geschichte Hamburgs mit seinen regionalen, nationalen und internationalen Bezügen dokumentiert ist. Unter dem Titel „Hamburg in der Fotografie“ konnten einige dieser Bestände im Rahmen der Triennale der Photographie 2015 in Form von drei parallel gezeigten Sonderaus-stellungen erstmal umfassend aufgearbeitet, präsentiert und in Katalogen zu den Ausstellungen kommentiert werden.

Mit dem „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“ möchten die SHMH und die BSW, von der das Arbeitsstipendium finanziert wird, diese Auseinandersetzung mit dem fotografischen Blick auf die Entwicklung der Stadt fortsetzen. Die Arbeiten der Stipendiaten bilden dabei eine Säule der auf dem neuen Webportal der Historischen Museen Hamburg (www.shmh.de) zugänglichen fotografischen Zeugnisse der Stadtgeschichte. Neben den Ergebnissen des Fotopreises werden auf dem zukünftigen Webportal die im Projekt „eFoto“ zusammengefassten historischen Fotobestände der Stadt Hamburg und unter dem Titel „Foto Hamburg“ zahlreiche zeitgenössische Bildstrecken präsentiert.

Die Jury des „Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie“

  • Dorothee Stapelfeldt, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
  • Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg
  • Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Stefan Rahner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum der Arbeit
  • Anna Gripp, Chefredakteurin Photonews, Hamburg
  • Vincent Kohlbecher, Professor für Fotografie an der HAW Hamburg
  • Stefanie Grebe, Leiterin des Fotoarchivs Ruhr Museum Essen“

Quelle: hamburg.de

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