ElbJazz https://www.tiefgang.net Tue, 12 Jan 2021 14:48:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Jazz: Kultur statt Info https://www.tiefgang.net/jazz-kultur-statt-info/ Fri, 15 Jan 2021 23:43:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7610 [...]]]> Viele Jazzfans waren schon immer irritiert: beim NDR lief Jazzmusik auf dem Kanal NDR-Info – wo sonst alle Viertelstunde Nachrichten laufen. Also da, wo  man es nicht erwartet. 2021 nun wechselt die Jazzredaktion zum Kanal NDR-Kultur.  

 In der Mitteilung des NDR heißt es:

„Swing, Soul, Funk, Bebop, HipHop – und noch so vieles mehr: Jazz ist Kopf und Bauch, Kunst und Entertainment, lustvolles Experiment, grenzenlose Spielfreude und geniale Virtuosität. All das gibt es ab Januar in Play Jazz! auf NDR Kultur.

Der Jazz kommt nach Hause zu NDR Kultur! Ab Januar gibt es fünfmal in der Woche ein vielfältiges Programm. Montags bis freitags ab 22.35 Uhr spürt die Redaktion neue Schätze auf, informiert über die lokalen, regionalen und internationalen Jazzszenen und unternimmt Ausflüge in die mehr als 100-jährige Geschichte des Jazz.

Neue Jazz Alben, Konzert- und Festival-Tipps, dazu Interviews mit und Porträts von Protagonisten der Szene: Was bisher auf NDR Info in Sachen Jazz lief, finden Sie nun bei NDR Kultur.

Montag, Mittwoch und Freitag berichtet das „Play Jazz! – Magazin“ aus der gesamten Welt des Jazz. Mitreißende Liveaufnahmen aus Clubs und von Festivals finden sich dabei ebenso wie frische Album- und Konzerttipps und neue Projekte der NDR Bigband. Dazu gibt es spannende Reisen in die Geschichte des Jazz und hautnahe Reportagen aus der norddeutschen Szene.

Am Dienstag gibt es in „Play Jazz! – Konzert“ Liveaufnahmen des NDR aus dem Rolf-Liebermann-Studio, aus Clubs und von Festivals im Sendegebiet – beispielsweise von JazzBaltica, Elbjazz, Eldenaer Jazz Evenings, See More Jazz und der Jazzwoche Hannover.

Jeden Donnerstag gibt es orchestralen Jazz in „Play Jazz! – NDR Bigband“. Dann spielt das international renommierte Ensemble. Vorgestellt werden Studioaufnahmen, Konzerte und CD-Veröffentlichungen. Einmal im Monat präsentiert das „NDR Bigband Magazin“ aktuelle Projekte.

Darüber spricht NDR Kultur Moderatorin Petra Rieß mit Jazzredakteur Stefan Gerdes.

Stefan, wann und wie bist Du zum Jazz gekommen?

Stefan Gerdes: Zu Hause war ich umgeben von Musik. Da lief praktisch alles von den Beatles bis Beethoven. Mit zehn Jahren habe ich meine erste Gitarre bekommen und so ein bisschen Bob Dylan nachgespielt. Und dann habe ich mit ungefähr 13 Jahren zum ersten Mal John McLaughlin gehört, den englischen Jazzgitarristen, und der hat mich buchstäblich umgehauen.

Ich bin in Jever groß geworden, in Friesland, und bin nach der Schule immer sofort nach Hause geradelt, denn um die Mittagszeit lief Jazz im NDR.

Das muss man sich mal vorstellen: Werner Burkhardt hat damals neue Platten vorgestellt und ich bin dann nach dem Mittagessen sofort in die Metropole Wilhelmshaven und habe mein ganzes Taschengeld für die neue Platte von Keith Jarrett auf den Kopf gehauen. In Wilhelmshaven gab es in den 1970er-Jahren schon das Pumpwerk. Das war so etwas wie die kleine Schwester der Fabrik in Hamburg. Und da hab ich sie dann alle gesehen: Joachim Kühn, Joe Henderson, Archie Shepp. Man kann sagen, das Radio und die Konzerte haben mich zum Jazz gebracht. Und ich wollte als Schüler schon zum Radio, und speziell zur Jazzredaktion.

Das klingt nach einer Liebesgeschichte, die ein Leben lang dauert. Du bringst jetzt den Jazz mit vielen neuen Sendungen zu NDR Kultur. Welche Sendungen erwarten uns denn?

Gerdes: Ich glaube, wir kommen mit einer sehr schönen Mischung aus bereits Bewährtem und Neuem. Wir haben ja künftig die Sendestrecke abends immer von kurz nach halb elf bis Mitternacht. Und die haben wir zweigeteilt, das heißt in der ersten Stunde hören wir „Play Jazz!“. Da gibt es dreimal die Woche das Magazin mit Berichten aus dem Sendegebiet, neuen CDs und dann natürlich die NDR Bigband – dieses Weltklasse-Ensemble hat einen eigenen Sendeplatz am Donnerstag. Und das freut mich riesig. Denn jetzt haben alle Ensembles des Norddeutschen Rundfunks ihren Sendeplatz bei NDR Kultur. Und unsere Konzertreihe, unsere Konzertsendung, die gehört künftig auch zu NDR Kultur. Da senden wir Mitschnitte von allen Festivals und aus den Clubs im Norden.

Und für die letzte halbe Stunde vor Mitternacht haben wir uns für NDR Kultur etwas ganz Besonderes ausgedacht: Diese Reihe heißt künftig „Round Midnight“. Da wollen wir ein bisschen tiefer graben, Hintergrundgeschichten erzählen, durchaus auch politische Geschichten. Oder mal schauen, wie sich Jazz zu anderen Genres verhält, zu Samba, Tango oder klassischer Musik. Und wir erzählen die Geschichten berühmter Jazz-Songs oder sogenannter Standards. Da hab ich auch gleich eine Empfehlung: Am 5. Januar widmen wir uns dem Titel, der dieser Reihe den Namen gegeben hat, nämlich Thelonious Monks Komposition „Round Midnight“.

Du hast jetzt schon die NDR Bigband erwähnt, die ihren Platz in den neuen Sendungen haben wird. Aber es gibt ja im Jazz beim NDR noch mehr: Die Live-Konzerte liegen Dir besonders am Herzen, glaube ich.

Gerdes: Ja, wenn ich ehrlich bin, ist das ein bisschen das Sahnestück meiner Arbeit. Diese Konzertreihe im Rolf-Liebermann-Studio gibt es ja schon seit über 60 Jahren. Und ich habe jetzt schon seit 20 Jahren das große Vergnügen, diese Reihe zu kuratieren, das heißt, die Künstler einzuladen. Und das hat eine große Tradition, denn dort haben Karrieren wie die von Keith Jarrett oder Jan Garbarek mit angefangen. Ich bin mir dessen sehr bewusst und versuche auch heute, Künstlerinnen und Künstler einzuladen, die genau in diesem Moment kurz vor ihrem Durchbruch stehen. Der italienische Pianist Stefano Bollani, die Franzosen Vincent Peirani und Émile Parisien, die junge Schlagzeugerin Eva Klesse, die waren alle genau in dem Moment bei uns.

Und das hatte ich eigentlich auch für diese Saison geplant, aber die ist durch Corona buchstäblich an die Wand gefahren. Ich musste zwölf Bands ausladen beziehungsweise in das neue Jahr umparken. Und wenn ich mir so das Frühjahr anschaue, dann wird mir schon ein bisschen Angst und Bange. Aber ab April könnte es vielleicht etwas entspannter werden. Das ist mir auch sehr wichtig, denn dann kommt ein Musiker, auf den ich mich sehr freue: Das ist Pablo Martin Caminero aus Madrid. Der hat klassischen Kontrabass in Wien studiert und spielt heute mit seiner Band eine unglaublich raffinierte Mischung aus Jazz und Flamenco. Das wäre ihr erstes Konzert außerhalb von Spanien – also drücken wir die Daumen für April!“

Quelle: www.ndr.de/kultur/musik/jazz

 

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Der Jazz mit dem gewissen Stallgeruch https://www.tiefgang.net/der-jazz-mit-dem-gewissen-stallgeruch/ Fri, 23 Mar 2018 23:34:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3330 [...]]]> In Sachen Jazz fällt zu Hamburg stets das ElbJazz-Festival ein. Dabei gibt es im Süden der Metropole das ganze Jahr über Spitzen-Jazz. Und der Ort hat seinen ganz eigenen Charme.

Jazzkonzerte im Pferdestall von Schloss Agathenburg sind etwas ganz Besonderes, Publikum und Bands genießen die lockere Jazzclub-Atmosphäre mit ländlichem Flair. Schloss Agathenburg präsentiert in der Reihe „Jazz im Pferdestall“ neben vertrauten Künstlern auch neue Namen, Newcomer und Größen der Szene und natürlich Jazz – in all seinen Farben! Vom Duett bis zum Quintett, mal seidenzart, mal forsch nach vorne und von drinnen bis draußen. Nils Wülker, künstlerischer Leiter der Jazzreihe, hat unter dem Feinsten und Angesagtesten gewählt, was Jazz zu bieten hat: Hier satter Jazz ganz pur, da charmant auf Tuchfühlung mit Pop. Dann wieder ganz selbstbewusst und rockig, relaxt und funky, warm, roh, cool, wild und frei, voller Soul und Melodie.

Seit der Saison 2013 holt sich Schloss Agathenburg für die Gestaltung der Jazzreihe mit Nils Wülker prominente Unterstützung ins Boot. NDR Info ist seit 2016 als starker Medienpartner dabei. In diesem Jahr zeichnet der NDR zwei Konzerte im Agathenburger Pferdestall für sein Programm auf. Die Jazzkonzerte im ehemaligen Pferdestall von Schloss Agathenburg haben sich als feste Größe in der norddeutschen Jazzszene etabliert und sind meist restlos ausverkauft.

Nils Wülker, künstlerischer Leiter der Reihe Jazz im Pferdestall: „Ich kenne das Publikum im Pferdestall jetzt ein wenig, es ist neugierig und hat Lust auf guten Jazz auf hohem Niveau. Für sie habe ich wieder Perlen gesucht: Bekannte Künstler mit eigener Klangsprache und Konzerte, quer durch die Bandbreite des Jazz – selbst für Kenner dürfte die ein oder andere Überraschung dabei sein. Ich hoffe, sie haben bei den Konzerten so viel Spaß wie ich beim Aussuchen!“

Jeff Cascaro (Foto: Jim Rakete)

Alle diesjährigen Termine der Reihe

Jeweils Samstag, 20 Uhr, Pferdestall, Eintritt € 20,- / erm. 16,-

7. April                                  Marialy Pacheco & Rhani Krija: Duets

12. Mai                                   Jeff Cascaro Quartett: Love and Blues in the City

16. Juni                                  Arne Jansen Trio: Nine Firmaments

11. August                              Stefanie Boltz & Band: The Door

15. September                       Anna-Lena Schnabel Quartett: Books, Bottles & Bamboo

20. Oktober                            Joo Kraus & Tales in Tones Trio: Joojazz

10. November                        Jens Düppe Quartett: Dancing Beauty

Zu Nils Wülker

Kurator Nils Wülker (Foto: David Koenigsmann)

Nils Wülker (*1977 in Bonn) ist in den letzten 12 Jahren zu einem der erfolgreichsten Jazztrompeter- und Komponisten Europas avanciert. Bevor er sein Jazz-Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin beginnt, spielt er bereits im JugendJazzOrchester NRW.

Zwischen 2005 und 2012 veröffentlicht Nils Wülker auf seinem eigenen Label EAR Treat Music fünf eigene Alben, u.a. mit Gästen wie Torun Eriksen, Silje Nergaard oder Ulita Knaus, die seinen Ruf als „großer Lyriker“ (FAZ) und „Ausnahmekomponist“ (Crescendo) bestätigen. 2013 wurde er mit dem ECHO Jazz als „Instrumentalist des Jahres“ in der Kategorie Blechblasinstrumente ausgezeichnet. 2015 veröffentlichte der passionierte Bergsteiger mit außerordentlichem Erfolg sein neues, achtes Album „UP“ bei Warner Music, auf dem u.a. auch Max Mutzke, Sasha und Xavier Naidoo zu hören sind. Nils Wülker erhielt für sein Album „UP“ den German Jazz Award in Gold. „UP“ konnte sich nicht nur auf Platz 2 in den deutschen Jazz Charts, sondern auch auf Platz 55 in den (Pop) Album-Charts platzieren und bekam hervorragende Kritiken. Sein aktuelles Album „ON“ ist 2017 erschienen.

Samstag, 07. April, 20 Uhr (Einlass 19.15 Uhr), Schloss Agathenburg, Pferdestall
Eintritt € 20,-/ erm. 16,-

Marialy Pacheco & Rhani Krija: Duets

Marialy Pacheco (Foto: Markus Jans)

Besetzung: Marialy Pacheco (Klavier), Rhani Krija (Percussion)
Dieses Konzert ist ein Rendezvous zweier musizierender Weltbürger: Die kubanische Jazzpianistin Marialy Pacheco trifft auf den marokkanischen Percussionisten Rhani Krija. Dieses Duo-Konzert verspricht Kommunikation pur. Da wird erzählt, gefragt, geantwortet, widersprochen, ironisiert, geflirtet, Gedanken aufgenommen, weitergesponnen – da wechseln intime Momente mit engagierten Auseinandersetzungen. Was die beiden auf der Bühne erschaffen, lebt, atmet den Moment – so leidenschaftlich wie virtuos, so verspielt wie technisch perfekt und rhythmisch reizvoll. Mit karibischem Temperament – und ursprünglich klassischer Klavierausbildung – entlockt die Ausnahme-Jazzpianistin Marialy Pacheco dem Flügel Melodien voller Feuer, Melancholie und Zartheit. Der perfekte Gegenpart für den Weltklasse-Percussionisten Rhani Krija, weltweit gefragter Sideman, u.a. bei Herbie Hancock, Chick Corea und Sting. Genauso traditionsverbunden wie offen für Neues zelebrieren Marialy Pacheco und Rhani Krija die feine Art des klingenden Gedankenaustauschs.

Die Stationen der Karriere der Kubanerin Marialy Pacheco sind beeindruckend: Gleich ihr Debütalbum produzierte sie mit Roberto Fonseca, dem Pianisten des legendären Ibrahim Ferrer (Buena Vista Social Club), und 2012 wurde sie als erste Frau überhaupt mit dem Montreux Jazzfestival Award ausgezeichnet.

Percussionist und Schlagzeuger Rhani Krija, geboren in Essaouira/Marokko,  gilt wohl derzeit zu den weltweit gefragtesten Percussionisten – in der Jazz- und Weltmusikszene, wie auch im Rock- und Popbereich. Als Teenager beschäftigt er sich zunächst mit  den traditionellen Musikstilen des nördlichen Afrikas, die auch heute noch das Fundament für  seine Musik und Spielweise bilden.

Quelle: www.schlossagathenburg.de

Das Jazz-Programm 2018 en detail steht hier zum download bereit: schlossagathenburg.de/jazz-im-pferdestall

Wer sich darüber hinaus für die vielen Jazz-Reihen und –konzerte in und um Hamburg interessiert, wird im Hamburger Jazz-Guide fündig.

 

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