Eva Jensen https://www.tiefgang.net Fri, 05 May 2023 14:56:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 „Autor*innen, die auf die Bühne MÜSSEN!“ https://www.tiefgang.net/autorinnen-die-auf-die-buehne-muessen/ Fri, 12 May 2023 22:01:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9958 [...]]]> Die SuedLese-Literaturtage sind eine offene Kooperation von Veranstaltungsorten und Autor*innen. Ihr Ziel: der Literatur im Süden Hamburgs eine bessere Wertschätzung zuteil werden zu lassen. Erstmals dabei ist dieses Jahr die Bücherei in Jesteburg. Grundgenug mal genauer nachzuhaken …

Tiefgang (TG): Die Bücherei Jesteburg ist zum ersten Mal bei einer Suedlese dabei. Wie kam es dazu?

Jutta Viercke-Götze: Ich bin über die sehr ansprechenden Flyer „gestolpert“ und fand das Programm vielfältig und gelungen. Als mir eine befreundete Bibliothekarin erzählte, dass sie eine Veranstaltung mit der Suedlese mache und wie unkompliziert das sei, war ich natürlich schnell begeistert und habe mich gemeldet, Teil der Suedlese zu werden.

TG: Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Samtgemeindebücherei in Jesteburg aus?

Jutta Viercke-Götze: Wir sind in einem wunderschönen, reetgedeckten Fachwerkhaus, einer ehemaligen Zehntscheune aus dem Jahr 1756, untergebracht. Die Bücherei ist zwar klein, aber sehr gemütlich mit einer angenehmen Atmosphäre zum Stöbern und Wohlfühlen. Wir achten sehr darauf, unseren langjährigen Lesern und Leserinnen – klein und groß – neues Lesefutter bieten zu können. Besonderes Augenmerk richten wir auf Beratung und Auskunft. Wir leben und lieben unseren Beruf und sind mit Leidenschaft dabei. Das wirkt sich erfreulicherweise auf die Zufriedenheit und Besucherfrequenz unserer Leser*innen aus.

TG: Welche kulturellen Angebote liefert die Bücherei Jesteburg sonst noch?

Jutta Viercke-Götze: Wir bieten Bilderbuchkino, Führungen für Geflüchtete, Vorlesezeit in den Kindertagesstätten (oder bei uns in der Bücherei, je nach Absprache), wir lesen in den Altersresidenzen vor, machen Lesungen/Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder, Bastelnachmittage, Bücherflohmärkte…

TG: Wie gefällt Ihnen die Philosophie der Suedlese, Autor*innen im Süden Hamburgs und Niedersachsen eine Bühne zu geben?

Jutta Viercke-Götze: Das ist großartig! Es gibt so viele Autor*innen in dieser Region, die unbedingt auf eine Bühne „müssen“! Hier ein Beispiel: Wir begleiten so schon lange den erfolgreichen Weg von Sabine Weiß (angefangen hat alles mit ihrem historischen Roman über Madame Tussaud), die sich in die Herzen einer großen Leserschaft geschrieben hat, mittlerweile auch erfolgreich Krimis veröffentlicht und aus „alter“ Tradition ihre Lesereise bei uns in Jesteburg beginnt…

TG: Wie erleben Sie das Interesse in der Region an Literatur? 

Jutta Viercke-Götze: Es wird nach wie vor viel und gerne gelesen, was eine beruhigende Entwicklung ist. Wir hier in Jesteburg haben in unserer Bücherei ein bunt gemischtes Klientel, von Familie mit kleinen Kindern bis hin zum Senior/zur Seniorin ist alles vertreten.

TG: Welche Autor:innen aus der Umgebung Jesteburg legen Sie den Leuten unbedingt ans Herz?

Jutta Viercke-Götze: Sabine Weiß mit den historischen Romanen und Krimis habe ich schon erwähnt, aber es gibt noch so viele andere Lesenswerte: Eva Jensen, Anke Küpper, Kathrin Hanke, Dora Heldt, Jesko Wilke, Bettina Mittelacher, Lena Johannson, Christa Kanitz, Julia Krohn, Carmen Korn, Julie Bender, Ulf Blanck, Natallia Yermakova und Michael Beuthner, Heike Denzau, Heike Meckelmann, Alxandra Kui… Die Liste kann noch weitergeführt werden und ist unvollständig, denn es gibt noch viele mehr! Ich entschuldige mich für die nicht erwähnten, es ist keine böse Absicht, sie nicht aufgeführt zu haben!

(Das Interview für ´Tiefgang` führte Bastian Hamel)

Ort: Gemeindebücherei Jesteburg, Niedersachsenplatz 3, 21266 Jesteburg, Landkreis Harburg; Tel.: 04183 – 974747; E-Mail: buecherei-jesteburg@lkharburg.de; ww­w.jes­te­bur­g.­de/­bue­che­rei

Lesungen im benachbarten „Heimathaus“, Niedersachsenplatz 5

Termine:

Fr., 16. Juni, 19 Uhr: Mörderische Schwestern – Ladies Crime Night mit Gesine Berg, Anja Gust, Kathrin Hanke, Franziska Henze, Anke Küpper und Sabine Weiß im Filmmuseum Bendestorf, Am Schierenberg 2, 21227 Bendestorf, Landkreis Harburg

Fr., 18. Juni, 16 Uhr: Heike Meckelmann – Küstengruft (Küsten-Krimi)

 

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Leichte Sprache und Ladies Crime https://www.tiefgang.net/leichte-sprache-und-ladies-crime/ Fri, 10 Jun 2022 22:03:37 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9105 [...]]]> Die dritte Woche der SuedLese-Literaturtage im Süden Hamburgs startet mit Sommerfrische im englischen Gracewood Hall und endet im Nebelmeer …

Am Mo., 13. Juni um 15 Uhr lädt der Nachbarschaftstreff Eißendorf in der Eißendorfer Straße 124 in Hamburg-Harburg zum Auftakt der 3. Literaturwoche der SuedLese 2022. Zu Gast ist die Hamburger Erfolgsautorin Sandra Rehle, die mit ihrer Gracewood Hall-Romanreihe sich eine große Fangemeinde aufgebaut hat. Bei der diesjährigen Lese überrascht sie mit einem Mix der verschiedenen Handlungsstränge, die aber alle ein und denselben Ausgangspunkt haben werden.

Am Die., 14. Juni um 16.30h geht es dann auf das Kamishibai-Rad in Wilhelmsburg. Seit bereits 2020 begeistern Colombina und ihre Kolleg*innen Kinder ab 3 Jahren mit dem mobilen Erzähltheater. Das Kamishibai-Fahrrad ist in Corona-Zeiten als pandemietaugliches Alternativformat entstanden und inzwischen gar nicht mehr aus dem Viertel Kirchdorfs wegzudenken. Normalerweise hält sich das Rad an keine Fahrpläne. Im Rahmen der 7. SuedLese aber macht es eine Ausnahme: Los geht`s um 16:30 Uhr im Erlerring 1 an der Sandkiste – von dort geht´s weiter über die Spielplätze und Höfe Kirchdorf Süds (ein späterer Einstieg ist kein Problem: einfach Augen und Ohren spitzen – das Fahrrad wird Spuren hinterlassen).

Ebenso für Kinder geht es am Mi., 15.6. um 16 Uhr wieder zu einer Lesung am Fenster des HinZimmers am Hinzeweg in Hamburg-Heimfeld. Abends um 19 Uhr und erst nach Drucklegung des SuedLese-Programmheftes festgelegt ist ein literarisches Symposium im HinZimmer. Cornelia von der Heydt der Bürgerstiftung Hamburg ist im Gespräch mit der Verlegerin und Autorin Sabine Muhl zum Thema „Hochkultur in Leichter Sprache – wie geht das?“. Leichte Sprache ist ein Sprachkonzept für gering literarisierte Menschen. In Deutschland sind über 6 Mio. Menschen davon betroffen, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Autorin und Verlegerin Sabine Muhl

Die Bildungsaktivistin und Übersetzerin Sabine Muhl hat nämlich eine Mission: mehr Literatur in Leichter Sprache! Hohe Literaturkunst für alle Interessierten erfahrbar zu machen und sprachliche Barrieren abzubauen, das kann mit Leichter Sprache gelingen. Dazu liest Muhl auch aus ihrer jüngsten Übersetzung des bekannten „kleinen Prinzen“.

Das inklusive Schreiblabor des Sozialkontos Hamburg-Süd präsentiert dann am Do., 16. Juni um 19 Uhr im Treffpunkt an der Schwarzenbergstraße 49 seine Ergebnisse der nun fast vierwöchigen literarischen Arbeit.

In Stelle im Landkreis Harburg entführt Autorin Katharina Kramer in der Gemeindebücherei um 19.30 Uhr ins Mittelalter. »Die Sprache des Lichts« ist ein außergewöhnlicher historischer Roman über ein rätselhaftes Buch und eine abenteuerliche Suche im Europa des 16. Jahrhunderts. Europa 1582: Während die Religionskriege Nachbarn zu Feinden machen, sind Gelehrte, Alchemisten und die Spione der Mächtigen auf der Suche nach der Sprache der Schöpfung, mit der Gott die Welt erschaffen hat. Denn diese Ursprache, so glaubt man, hat noch immer die Macht, das Gesagte entstehen zu lassen.

Um 20 Uhr geht es ebenso unterhaltsam aber auch historisch im Iris Pub „The Old Dubliner“ in der Harburger Lämmertwiete nach Nürnberg. Der Autor, Übersetzer und Schauspieler Fabian Pleiser hat die Gruselgeschichte „The Squaw“ von Dracula-Autor Bram Stoker ins Deutsche übersetzt und präsentiert diese in seinem von ihm konzipierten und inszenierten Bühnenprogramm. Bram Stoker, der hier von Fabian Pleiser verkörpert wird, nimmt das Publikum mit auf eine Reise zur Kaiserburg in Nürnberg im Jahr 1893 und berichtet von einer unsagbar unheimlichen Begegnung mit der Eisernen Jungfrau.

Fabian Pleiser und die Eiserne Jungfrau (Foto: Mittelalterliches Kriminalmuseum Rothenburg o.d.T.)

Das Werk „Nürnberg“ ist 2019 im Selbstverlag erschienen. Es beinhaltet außer der Erzählung von Bram Stoker zwei Aufsätze, die sich zum einen mit dem Mythos und der Realität der Eisernen Jungfrau, zum anderen mit der Entstehung und dem Hintergrund der Geschichte „The Squaw“ befassen.

Während dessen lädt der Rockclub Marias Ballroom, Lasallestraße 11, um 20 Uhr zu einer literarischen Trash-Punkt-Lesung mit Jan Off und seinem neuen Buch „Liebe, Glaube, Hohngelächter“. Lesungen von Jan Off sind wie ein Ritt auf der Rasierklinge. Man weiß nie, welche Gehirnhälfte einem der messerscharfe Vortrag des Autors durchtrennt. Ob der National-Poetry-Slam-Champion von 2001 sich an das angekündigte Programm hält, ist ebenso ungewiss, wie die Frage, ob er seine Zuhörerschaft charmant umgarnen oder nicht minder charmant beleidigen wird. Abschweifungen gehören in jedem Fall genauso zum guten Ton wie spontane Reaktionen auf Äußerungen aus dem Publikum. Das ist echtes Stand-up, wenn auch im Sitzen dargeboten. Nicht selten poetisch, nicht selten politisch, immer aber unterhaltsam. Denn eins hat der Verfassers des Kultromans „Vorkriegsjugend“ seit Punkrocktagen verinnerlicht: Wenn nicht irgendwas verspritzt wird, ist es nicht meine Party.

Am Fr., 17. Juni um 18 Uhr wird im HinZimmer am Heimfelder Hinzeweg der Frage nachgegangen: „Papa, warum sind wir hier?“ Dabei liest der in Afghanistan geborene Homayoon Pardis aus seiner Biografie. Er studierte Englische Literatur und arbeitete als Englischlehrer und Übersetzer. 2009 begann er als Projektmanager für Internationale Organisationen, die sich für die Bildung von Straßenkindern und die Rechte von Frauen einsetzen, zu arbeiten. Ende 2015 floh er dann mit seiner Familie nach Hamburg, baute ein neues Zuhause auf, lernte Deutsch und fand Freunde. In seiner Biographie schildert Homayoon Pardis, dass es möglich ist, eine neue Heimat in Deutschland zu finden, ohne die eigene Herkunft zu vergessen. Denn Ankommen heißt vielmehr als das Finden einer Wohnung, eines Jobs und einer Kita für die Kinder. Es geht um Hoffnung, das Gefühl der Zugehörigkeit und den Glauben daran, einen Neustart erfolgreich meistern zu können. Es ist nicht dem Zufall oder dem Glück überlassen, ob Integration gelingt – dieses Buch soll Mut machen, die sich bietenden Chancen zu ergreifen. Aufgrund begrenzter Plätze wird um Anmeldung gebeten unter cornelia.heydt@buergerstiftung-hamburg.de

Am Sa., 18. Juni geht es ab 19 Uhr musikalisch-literarisch in der Kneipe „Zur Altstadt“ an der Neuen Straße in Harburg zu, wenn der Lyriker Siegfried Kopf liest und der im Landkreis Harburg lebende und arbeitende Deutsche Rockpreisträger Franz Josef dazu Songs spielt.

Ebenso lyrisch-musikalisch geht es zur selben Zeit auf der Hofkunstbühne in Scharmbeck/Winsen zu, wenn Almut Seiler-Dietrich und der aus Afrika stammende Kekso Lamine Diabang einen Abend unter dem Titel „Ich habe dir ein Lied gesponnen“ ausrichten.

Kurzweilig kriminalistisch hingegen ist die Ladies Crime Night um 19.30 Uhr im JoLa, Johannesland 2 in Hamburg-Neugraben. Die Ladies Crime Nights werden seit vielen Jahren erfolgreich überall im deutschsprachigen Raum von den Mörderischen Schwestern e.V. selbst sowie unterschiedlichsten Veranstaltern mit verschiedenen – zumeist regional bekannten – Autorinnen bestritten und sind ein Markenzeichen des Vereins. Bei diesem besonderen Lesungsformat gehen die Ladies über Leichen. Doch keine Angst, nur auf der Bühne. Ihre Geschichten sind humorvoll, blutig, dramatisch, tragisch, dabei aber immer hochspannend … bis zum Sch(l)uss.

Bei einer LCN lesen üblicherweise 6 Autorinnen jeweils 10 Minuten eine ihrer Geschichten oder aus ihrem aktuellen Krimi. Ist die Zeit abgelaufen, fällt ein (akustischer) Schuss und die Autorin muss sofort abbrechen. Schon betritt die nächste Autorin die Bühne. Musikalisch umrahmt, bietet die Ladies Crime Night eine Menge Spannung und ist zudem ein Vergnügen für die Ohren. Es lesen: Kathrin Hanke, Anke Küpper, Susanne Pohl, Maja Schendel, Stefanie Schreiber, Eva Jensen und Sabine Weiß.

Lutz Flörke

Die dritte SuedLese-Woche endet dann am So., 19. Juni, 18.30 Uhr mit einer Online-Lesung der Harburger Volkshochschule. Geladen ist Lutz Flörke, der zu einem literarischen Roadmovie in der niedersächsischen Provinz lädt. Ein entführtes Kunstwerk, ein toter Ehemann, ein Zwischenfall mit fiesem Hund und eine Buchmesse, auf der zu viel gelacht wird stören seine Suche; ebenso eine Anhalterin, die erklärt: Der Umweg ist das Ziel, Baby!

Das gesamte SuedLese-Programm ist entweder gedruckt in vielen Leseorten oder als PDF zum Download oder Lesen erhältlich unter www.suedlese.de. Die Homepage ist auch per smartphone zu bedienen und dort finden sich auch aktuelle Neuerscheinungen sowie eine Bücherwand mit Titeln der letzten und aktuellen SuedLese.

 

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