Festivalleiterin Malika Rabahallah – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 25 Sep 2025 09:05:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Kino satt am Feiertag! https://www.tiefgang.net/kino-satt-am-feiertag/ Fri, 26 Sep 2025 22:54:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12571 [...]]]> Das ist Freiheit auf der Leinwand: Das Filmfest Hamburg schenkt der Stadt einen besonderen Kinotag.

Der 3. Oktober in Hamburg hat eine neue, wundervolle Bedeutung bekommen. Seit letztem Jahr lädt das Filmfest Hamburg am Tag der Deutschen Einheit alle Kinofans zu einem ganz besonderen Kinomarathon ein. Denn es ist wieder Zeit für den „Tag des freien Eintritts“.

Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: An diesem Tag sind alle Festivalfilme in den teilnehmenden Kinos kostenlos zu sehen. Was für eine Chance, über den Tellerrand zu blicken, sich auf unbekannte Erzählungen einzulassen und die Vielfalt des Kinos zu feiern.

Festivalleiterin Malika Rabahallah hat die Vision ins Leben gerufen, Menschen zusammenzubringen. Ihre Worte klingen dabei fast wie ein filmisches Versprechen: „Am Tag der Deutschen Einheit sitzen wir hier in Hamburg gemeinsam im Kino, um zusammen zu lachen und zu weinen und nach dem Film zu diskutieren. Und das Beste daran: Der Eintritt ist frei. Mehr Einheit geht nicht.“

Das Programm am 3. Oktober ist so vielfältig wie das Festival selbst. Es zeigt, wie Geschichten aus aller Welt unsere Sicht auf die Dinge verändern können. Es gibt fesselnde internationale Spielfilme, die tief in menschliche Geschichten eintauchen, wie „Jeunes mères – Junge Mütter“ aus Belgien und Frankreich. Oder das Drama „Aisha Can’t Fly Away“, eine internationale Koproduktion aus Ägypten und Deutschland, die an ferne Orte entführt.

Auch für Fans des amerikanischen Independent-Kinos gibt es etwas zu entdecken, wie „East of Wall – The New West“, ein Film, der von Nähe und Halt in Zeiten emotionaler Erschütterung erzählt. Wer es lyrischer mag, könnte sich in den chilenischen Film „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“ verlieben.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda ist ein großer Befürworter dieser Aktion und betont, dass Kinos Orte der Begegnung, Empathie und des demokratischen Diskurses seien. Genau das ist die Magie dieses Tages: Er bringt die Menschen zusammen, um gemeinsam zu schauen, zu fühlen und zu diskutieren.

Das einzige, was für eine Teilnahme nötig ist, ist die Sicherung eines kostenlosen Tickets. Denn auch für diese Vorstellungen ist eine Karte notwendig, und sie sind heiß begehrt! Tickets gibt es online im Vorverkauf oder an den Abendkassen der Kinos, aber wie bei den besten Premieren gilt auch hier: Nur solange der Vorrat reicht.

Die Aktion findet in den fünf großen Festivalkinos statt: dem Abaton, dem CinemaxX Dammtor, dem Metropolis, dem Passage Kino und dem Studio Kino. Aber das ist noch nicht alles! Die „FILMFEST UMS ECK“-Kinos in den Stadtteilen wie das Savoy Filmtheater, das Magazin Filmkunsttheater und das 3001 Kino machen ebenfalls mit und bieten jeweils eine kostenlose Vorführung an.

Ein Tag, die Filmkunst mit der ganzen Stadt zu feiern.

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Mehr als ein Festival https://www.tiefgang.net/mehr-als-ein-festival/ Fri, 26 Sep 2025 22:52:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=12578 [...]]]> 118 Filme aus 55 Ländern in 15 Festivalkinos: die 33. Ausgabe des Filmfest Hamburg ist gestartet!

Wenn Hamburg für zehn Tage zum vibrierenden Zentrum der internationalen Filmkunst wird, ist es wieder Zeit für das Filmfest. Die 33. Ausgabe des Filmfest Hamburg versammelt bis zum 4. Oktober 118 Filme aus 55 Ländern in 15 Festivalkinos und setzt damit ein unüberhörbares Zeichen: Kino lebt.

Der Fokus in diesem Jahr liegt auf Geschichten über Brüche, Humor und Widerständigkeit – Filme als Spiegel gesellschaftlicher Herausforderungen und als Quelle von Hoffnung und Zusammenhalt. Festivalleiterin Malika Rabahallah freut sich auf ihre zweite Runde, die uns die Welt näherbringen soll: „Filme, die zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven aufzeigen, die berühren und amüsieren“. Sie betont, dass dieser Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden unerlässlich für das gesellschaftliche Miteinander sei.

Der Auftakt erfolgte mit dem Film Lovely Days des Kanadiers Philippe Falardeau, der das Festival mit Witz und Wärme eröffnete, indem er 24 Stunden im Leben eines Bräutigams beleuchtet. Ein leichter, herzlicher Blick auf das Leben, der dem ernsten Diskurs vorangeht. Einen tiefen Blick in das engagierte europäische Filmschaffen ermöglicht die Verleihung des Douglas Sirk Preises an die belgischen Regiebrüder Jean-Pierre und Luc Dardenne, die den Ehrenpreis zur Deutschlandpremiere ihres Films Jeunes Mères – Junge Mütter persönlich entgegennehmen.

Das Festival scheut die politische Auseinandersetzung keineswegs. Im Wettbewerb für Politisches Kino VETO! und in anderen Sektionen finden sich Werke, die wachrütteln. Dazu gehört Im Schatten des Orangenbaums, der in einer deutsch-palästinensischen Koproduktion über drei Generationen hinweg eine Familie im Westjordanland porträtiert. Kultursenator Dr. Carsten Brosda sieht in diesem Programm die eigentliche Stärke: „Mit einem witzigen, kritischen, widerständigen, anrührenden Programm feiert Filmfest Hamburg die Kunst des Erzählens.“

Auch der spannungsgeladene Blick in die dystopische Zukunft wird gewagt, etwa mit der Serie Smillas Gespür für Schnee. Das Werk entwirft ein Grönland und Dänemark im Jahr 2040, wo der Kampf um Ressourcen und ein korruptes System die Gesellschaft überwacht und Migrant*innen ein Leben zweiter Klasse fristen. Für Liebhaber*innen klassischer Spannung, die den Nervenkitzel suchen, bietet sich der deutsche Thriller Sternstunde der Mörder an.

Das Filmfest zeigt sich dabei als Event für alle Generationen. Mit dem MICHEL Kinder- und Jugend Filmfest wird der Zugang zu Film als Kunstform gezielt gefördert. Hier werden nicht nur liebevoll kuratierte Filme wie Lampie gezeigt; die jungen Filmbegeisterten sind eingeladen, in der MICHEL Jury mitzumachen.

Der „Tag des freien Eintritts“ am 3. Oktober bildet einen Höhepunkt der Festivalwoche. Erneut sind die Menschen eingeladen, die Kinokultur kostenlos zu erleben. „Kultur ist für alle da“, bekräftigt Dr. Brosda und betont, dass die Auseinandersetzung mit Kultur wesentlich zu einem Zusammenleben in Freiheit und Vielfalt beitrage. Diese Idee wird durch die Ausweitung des Formats „Filmfest ums Eck“ unterstrichen, das Weltkino in zehn Stadtteilkinos erlebbar macht – darunter erstmals auch das Kinopolis in der HafenCity.

Zugleich baut Hamburg seine Rolle als bedeutender Branchentreffpunkt im Norden aus. Die stark erweiterten Filmfest Hamburg Industry Days – nun eine zukunftsweisende Schnittstelle mit Formaten wie European Work in Progress (EWIP) und dem International Film Distribution Summit (IFDS) – sind ein wichtiges Signal für den Film- und Fernsehstandort. In diesem Rahmen werden am 1. Oktober auch die Hamburg Producers Awards für Produzent*innen verliehen. Das Filmfest Hamburg ist damit ein kollektiver Ort der Reflexion, der Empathie und der Gemeinschaft. Ein Format mit Zukunft.

Das gesamte Programm unter www.filmfesthamburg.de

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