Förderprogramm „Parents in Arts“ – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 26 Jan 2024 11:30:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Sechs „Parents in Arts“ gewählt https://www.tiefgang.net/sechs-parents-in-arts-gewaehlt/ Fri, 26 Jan 2024 23:22:09 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10534 [...]]]> Für das deutschlandweit beispielgebende Programm „Parents in Arts“ der Behörde für Kultur und Medien wurden jetzt die Stipendiatinnen und Stipendiaten ausgewählt.

Mit dem neuen Angebot sollen Hamburger Kunst- und Literaturschaffende mit Kindern in ihrer Arbeit unterstützt werden. Ausgewählt wurden die Comiczeichnerinnen Jul Gordon und Yara Jacobs, der Autor Sascha Preiß, die bildenden Künstlerinnen Rahel Bruns und Wiebke Schwarzhans sowie das künstlerisch tätige Paar Katharina Pethke und Christoph Rohrscheidt, das sich ein Stipendium teilt. Die Künstlerinnen und Künstler treten ihre Aufenthalte im Juli beziehungsweise September im brandenburgischen Annemirl-Bauer-Haus an und können wahlweise mit oder ohne Kinder anreisen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das neue ‚Parents in Arts‘-Stipendium schafft für Künstlerinnen und Künstler mit Kindern möglichst gute Arbeitsbedingungen, indem es gezielt auf ihre Bedürfnisse eingeht. Durch die vergleichsweise kurzen Aufenthalte im Annemirl-Bauer-Haus sowie die Möglichkeit einer Kinderbetreuung vor Ort können sich die geförderten Eltern auf ihre künstlerischen Arbeiten fokussieren und gleichzeitig flexibel bleiben. Wie wichtig ein solches Angebot ist und dass es hierfür einen hohen Bedarf gibt, belegt auch die große Zahl an Bewerbungen. Es wäre schön, wenn dieses Hamburger Beispiel einer gelungenen Förderung auch bundesweit Nachahmer fände. Ich beglückwünsche alle Stipendiatinnen und Stipendiaten und wünsche ihnen eine anregende Zeit, die sie in ihren jeweiligen Arbeiten weiter voranbringt.“

Die Künstlerinnen und Künstler wohnen während des Stipendiums im Annemirl-Bauer-Haus in Brandenburg. Das Anwesen ist ein 1978 gegründeter Künstlerinnenhof mit weitläufigem Garten, in dem die Berliner Malerin Annemirl Bauer (1939–1989) wohnte und arbeitete. Die Behörde für Kultur und Medien übernimmt die Miete für sechs Stipendien sowie bei Bedarf die Kosten für die Kinderbetreuung vor Ort. Außerdem erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine Aufwandspauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Förderung. Das Programm wurde in enger Absprache mit betroffenen Künstlerinnen und Künstlern entwickelt.

Die Jury, bestehend aus Marcia Breuer (Künstlerin und Initiatorin „Parents in Arts“), Julia Ditschke (Autorin und Initiatorin „Parents in Arts“), Linda McCue (Künstlerin), Marie-Alice Schultz (Autorin und Künstlerin) und Sebastian Stuertz (Autor) sichtete 40 Bewerbungen und sagte zu dieser ersten Entscheidung: „Die große Herausforderung für uns als Jury war es, Auswahlkriterien festzulegen und anzuwenden, die nicht allein die künstlerisch-literarischen Qualitäten eines Projektes in den Blick nehmen, sondern genauso auch die individuell familiäre Situation der Bewerberinnen und Bewerber mitdenkt, samt der bestehenden Sorgeverpflichtungen. Wir brauchen eine inklusive Förderkultur, die Bedürfnisse wahrnimmt und Vielfalt erzeugt – und damit auch Eltern den Weg zu einer künstlerischen Teilhabe ebnet.“

Für das Stipendium wurden ausgewählt:

Die Bildhauerin Rahel Bruns, geboren 1979, studierte Freie Kunst an der HBK Braunschweig, an der UDK in Berlin und an der ENPEG in Mexiko-Stadt. Sie wurde mit verschiedenen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter die Atelierförderung „Freiräume II“ des ADKV und der Liebelt-Stiftung. Während des Stipendiums möchte sie ihre derzeitige Arbeit an der Serie „domestic madness“ fortsetzen und neue Ideen ausarbeiten.

Die Comiczeichnerin Yara Jakobs, geboren 1995, studierte in Bozen, Angoulême und Hamburg Grafik, Produktdesign, Comic, Illustration und Grafische Erzählung. Sie veröffentlichte in Sammelbänden, unter anderem in „Tandem. In der Lehre bei Anke Feuchtenberger“. 2024 plant sie die Veröffentlichung ihres Graphic Essays „Als ich auf die Tretmine trat“. Während der Residenz möchte sie weiter an ihrem Buchprojekt arbeiten, das soziale Rollen und Identität thematisiert.

Die Comiczeichnerin Jul Gordon, geboren 1982, studierte von 2003 bis 2008 Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg bei der Comiczeichnerin und Illustratorin Anke Feuchtenberger. Ihre Comics wurden in verschiedenen Sammelbänden und Magazinen veröffentlicht, darunter „Kultur & Gespenster“ und „Strapazin“. Ihr aktueller Comic „Der Frischkäse ist im 1. Stock. Gezeichnete Träume“ erschien 2023 in der Edition Moderne. Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet sie an der HAW. Während ihres Stipendiums widmet sie sich einem neuen Comicbuchprojekt zum Thema Eltern-Kind-Beziehung.

Das Paar Katharina Pethke und Christoph Rohrscheidt arbeitet während des Stipendiums an seinem gemeinsamen Filmprojekt. Katharina Pethke, geboren 1979, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Visuelle Kommunikation in Hamburg und Köln. Von 2012 bis 2019 lehrte sie an der HFBK. Ihr Schaffen umfasst Filme wie „In dir muss brennen“ (2009), „Louisa“ (2011) und „Jedermann“ (2016). Christoph Rohrscheidt, geboren 1985 in Chemnitz, absolvierte eine Ausbildung zum Bild- und Tongestalter, bevor er ein Studium der Kinematographie an der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg abschloss. Seit 2017 ist er als freischaffender Filmemacher und Kameramann tätig. 2023 unterrichtete er zum Thema „AI in documentary film making“ in Hong Kong und New York. Beide wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldenen Taube, der Goldenen Lola sowie Nennungen auf der Shortlist des Grimme-Preises.

Der Autor Sascha Preiß, geboren 1976, ist Mitbegründer von „tau zeitschrift für literatur“ und Mitorganisator der Lesereihe AHAB in Hamburg. Sein Erzählband „Sibirische Geschichten“ erschien 2020. Für sein autofiktionales Projekt „Die Sache mit meinem Bruder“ wurde er 2023 mit dem „Raus-Nur-Raus!“-Stipendium vom Literaturhaus und der Behörde für Kultur und Medien ausgezeichnet. Im Annemirl-Bauer-Haus wird er an diesem Text weiterarbeiten.

Die bildende Künstlerin Wiebke Schwarzhans, geboren 1985, studierte Soziologie, Gender Studies, Neuere deutsche Literatur, Psychologie und Bildende Künste in Hamburg und Wien. Sie promoviert derzeit zum Thema Mode und Feminismus in der Kunst. Seit 2013 ist sie im kuratorischen Team der Ausstellungsreihe „Folgendes“ tätig und Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Während des Stipendiums überarbeitet sie ihre künstlerische Forschung.

 

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Stipendium samt Kinder https://www.tiefgang.net/stipendium-samt-kinder/ Fri, 17 Nov 2023 23:26:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10434 [...]]]> Um Mütter und Väter aus den Bereichen bildende Kunst und Literatur besser zu unterstützen, wird ab 2024 das Residenzprogramm „Parents in Arts“ angeboten.

Viele Residenzstipendien sind nicht auf die Lebensrealität von Eltern abgestimmt, da diese häufig nicht lange von zuhause weg sein können oder aber am Stipendienort keine Kinderbetreuung gewährleistet ist. Das neue Angebot ermöglicht daher kürzere Arbeitsaufenthalte und bietet eine Kinderbetreuung vor Ort an. Das Programm wurde im engen Austausch mit der künstlerischen Szene entwickelt. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren sowie bildende Künstlerinnen und Künstler, die in einem Sorgeverhältnis stehen. Das Stipendium kann wahlweise mit oder ohne Kinder angetreten werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Auch für Künstlerinnen und Künstler mit Kindern ist es meistens kompliziert, Kunst und Familie unter einen Hut zu bekommen. Hinzu kommt, dass die gängigen Residenzstipendien oft nicht besonders familienfreundlich sind. Daher haben wir zusammen mit der Szene alternative Fördermöglichkeiten entwickelt, die speziell auf die Lebenssituation von Künstlerinnen und Künstlern mit Kindern eingehen. Wir möchten alle Kunstschaffenden nach ihren Bedürfnissen unterstützen und schreiben deshalb in Hamburg erstmals ein Residenzstipendium aus, das sich speziell an Eltern wendet.“

Mit dem deutschlandweit beispielgebenden Programm „Parents in Arts“ bietet die Behörde für Kultur und Medien ab 2024 ein Stipendium, das in einem Sorgeverhältnis stehende Künstlerinnen und Künstler sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller anspricht und ihnen die Möglichkeit bietet, ihr Schaffen an einem ruhigen Ort zu vertiefen. Die zweiwöchigen Residenzen können von Eltern zumeist besser realisiert werden als längere Stipendienaufenthalte. Sie können wahlweise mit oder ohne Kinder angetreten werden, wobei die Kinder an der Stipendienstätte professionell betreut werden.

Residenzort ist das Annemirl-Bauer-Haus in Brandenburg, ein 1978 gegründeter Künstlerinnenhof mit weitläufigem Garten, an dem die Berliner Malerin Annemirl Bauer (1939–1989) wohnte und arbeitete. Die Behörde für Kultur und Medien übernimmt die Miete der sechs Residenzen sowie die Kosten für die Kinderbetreuung am Stipendienort. Außerdem erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine Aufwandspauschale in Höhe von je 1.000 Euro. Insgesamt stellt die Behörde für Kultur und Medien für das Programm 30.000 Euro zur Verfügung.

Das Förderprogramm „Parents in Arts“ wurde durch die Autorinnen Julia Ditschke und Friederike Gräff sowie durch die bildende Künstlerin Marcia Breuer (Gründerin der Initiative „Mehr Mütter für die Kunst“) initiiert und mit entwickelt.

Marcia Breuer: marcia@mehrmütterfürdiekunst.net | Julia Ditschke: julia.ditschke@u-vier.com

Weitere Informationen gibt es in der Ausschreibung. Die Bewerbung erfolgt bevorzugt digital über das Online-Portal, das ab sofort bis 17. Dezember 2023 für Bewerbungen geöffnet ist.

Weitere Infos zudem: www.mehrmütterfürdiekunst.net

 

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