Fonds Digital – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 30 Mar 2021 11:32:01 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 »Diversify The Code« https://www.tiefgang.net/diversify-the-code/ Fri, 02 Apr 2021 22:27:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7788 [...]]]> Was nützt die Digitalität der Kunst? Dieser Frage gehen nun die Deichtorhallen, Kampnagel und der Chaos Computer Club gemeinsam nach.

 

Mit dem gemeinsamen Projekt »Diversify the Code! Künstlerische Produktion und institutioneller Strukturwandel« im digitalen Raum haben die Deichtorhallen Hamburg und Kampnagel im Rahmen des Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ihre Kooperation begonnen. Der Chaos Computer Club (CCC) begleitet das Projekt als digitaler Partner.

Das Kooperationsvorhaben »Diversify the Code!« geht der Frage nach, wie digitale Technologien für die künstlerische Arbeit, deren Vermittlung sowie für eine umfassende Neustrukturierung interner Arbeits- und Produktionsstrukturen der Häuser entwickelt und eingesetzt werden können. Der digitalen Entwicklung soll dabei im besten Sinne kritisch begegnet werden; mit dem Projekttitel »Diversify the Code« wird das Anliegen ausgedrückt, sich für Diversität in der Technologie-Entwicklung einzusetzen; denn nur wenn die Diversität der Gesellschaft in den Entwicklungsstrukturen repräsentiert ist, kann das entwickelte Produkt der Vielfalt der Nutzer:innen gerecht werden.

Im Rahmen des Projektes werden beide Häuser die Vernetzung von Kunst und Technologie unterstützen und befördern. In digitalen Forschungsresidenzen und Laboratorien soll zur Rolle von Technologie in der künstlerischen Praxis experimentiert werden – den Häusern geht es hier vor allem darum, den Raum für interdisziplinären Austausch zwischen bildenden und performativen Künsten und Technologien zu fördern und neue (digitale) Ansätze künstlerischen Ausdrucks zu erforschen. Darüber hinaus werden zum einen Open Source-Anwendungen entwickelt, welche die Zusammenarbeit in den Häusern verbessern und dem Selbstverständnis sowie der betrieblichen Praxis beider Häuser entsprechen.

Amelie Deuflhard: „Kampnagel stand schon immer für Sparten-verschmelzende Kunst; digitale Technologie ist als Teil davon nicht mehr wegzudenken, weder aus den Strukturen noch aus den künstlerischen Mitteln und Ästhetiken. Mit unserer Kooperation möchten wir in diesem Bereich neue Impulse setzen und Experimente fördern – und uns dabei gemäß dem Motto Diversify the Code kritisch mit diskriminierenden Strukturen und einseitigen, dominierenden Perspektiven in diesem Feld auseinandersetzen.“

Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg: „Das Online-Projekt Diversify the Code! hat für die Zukunft unserer Häuser eine große Relevanz. Kulturschaffende und Besucher*innen wird entgegen der Logik großer Suchmaschinen, Internet-Anbieter und Netzstrukturen ein neuer Zugang zu den Institutionen und ihren Programmen ermöglicht. So soll ein spannender Ort für jüngere künstlerische Szenen und kulturelle Netzaktivitäten entstehen, der Diskurse rund um Prozessorientierung, Interdisziplinarität und digitaler Transformation aufgreift. Dabei wollen wir uns auch Methoden der »Open source culture« und des »creative coding« bedienen: Von der Vereinfachung interner Kommunikationsabläufe über neu gestaltete Vermittlungskonzepte bis hin zu künstlerischen Produktionsmöglichkeiten für die von uns erdachten digitalen Plattformen, um Kunst und Kultur, Technologie und Bildung neu in unser Angebot zu integrieren.“

Bert Antonius Kaufmann, kaufmännischer Direktor der Deichtorhallen Hamburg: „Die Förderung im Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ist eine große Chance für alle beteiligten Institutionen. Sie ermöglicht die gemeinsame Entwicklung neuer digitaler Infrastrukturen und damit die Verbesserung interner Organisationsprozesse. Bei diesem Prozess wollen wir alle Mitarbeiter:innen miteinbeziehen und ganz im Sinne des Open Source-Gedankens vorgehen.“

Kampnagel, die Deichtorhallen Hamburg und der CCC wissen, dass das Netz kein »neutraler« Ort ist und die ihm zugrundeliegenden Technologien nicht objektiv sind. Tatsächlich konstituieren diese Technologien scheinbar neutrale Informationen, Systeme und Strukturen von einer bestimmten gesellschaftlich dominanten Perspektive aus. Es gilt die Digitalisierung daher divers zu gestalten, ihr Potential nutzbar zu machen, um Zugänge gerechter und nachhaltiger zu verteilen, selbstbestimmte Nutzung zu stärken, Datenhoheit zurück zu gewinnen und Wissen zu teilen.

Der Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes ermöglicht Kulturinstitutionen, richtungsweisende digitale Vorhaben umzusetzen, Veränderungsprozesse auszubauen, mit neuen digitalen Ästhetiken und Ausdrucksformen zu experimentieren sowie die digitale Profilierung ihrer Häuser weiter voranzutreiben. Insgesamt sind  36  Kulturinstitutionen beteiligt. Kampnagel und die Deichtorhallen blicken bereits auf erfolgreiche Kooperationen zurück, darunter die Kunstinstallation White Bouncy Castle von William Forsythe, Dana Caspersen und Joel Ryan (2010) sowie das Ausstellungsprojekt Retrospective von Xavier Le Roy (2013).

Das Verbundprojekt »Diversify the Code! Künstlerische Produktion und institutioneller Strukturwandel« ist gefördert im Fonds Digital im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes.

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Digitalisiert Euch! https://www.tiefgang.net/digitalisiert-euch/ Fri, 04 Jan 2019 23:39:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4713 [...]]]> Digitalisierung ist das A & O, könnte man meinen. Ganz ohne ist sie nicht – auch nicht im Kulturbereich. Allerdings auch zuweilken recht teuer. Ein Bundesprogramm will nun helfen.

In der Mitteilung zur Ausschreibung heißt es:  

„Das Programm Kultur Digital will Kultureinrichtungen motivieren und sie darin unterstützen, die digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen der Gegenwart selbstbestimmt und gemeinwohlorientiert mitzugestalten und ihnen kreativ und kritisch zu begegnen. Wie können Museen und Theater, Konzert- und Literaturhäuser auf die technologischen Innovationen reagieren? Welche Formen der künstlerischen Produktion, Vermittlung und Kommunikation bringen die Einrichtungen voran? Bisher haben in Deutschland erst wenige Kultureinrichtungen digitale Konzepte und Angebote erarbeitet und ihre Institutionen in dieser Richtung weiterentwickelt. Oft fehlen im künstlerischen Betrieb noch die Kompetenzen und das fachliche Know-how, um die meist hochdynamischen digitalen Techniken und Angebote zu beurteilen und zu nutzen. Das dreiteilige Programm Kultur Digital verfolgt grundsätzlich einen Open-Access, Open-Content und Open-Source Ansatz und umfasst den Fonds Digital, den Kulturhackathon Coding da Vinci sowie die Akademie für Digitalität und Theater in Dortmund.

Für den digitalen Wandel in Kulturinstitutionen

Der antragsoffene Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes richtet sich an öffentlich geförderte Kultureinrichtungen aller künstlerischen Sparten, die bereits erste digitale Strategien entwickelt sowie digitale Angebote wie etwa Online-Sammlungen, Social Media oder Apps umgesetzt und erprobt haben. Der Fonds Digital soll Verbünden von mindestens zwei Kulturinstitutionen ermöglichen, begonnene Veränderungsprozesse auszubauen, mit neuen digitalen Ästhetiken und Ausdrucksformen zu experimentieren sowie die digitale Profilierung weiter voranzutreiben. Kulturinstitutionen, die noch ganz am Anfang ihrer digitalen Entwicklung stehen, gehören nicht zum Adressatenkreis des Fonds. Ausgeschlossen von der Förderung sind Vorhaben, die ausschließlich auf die Digitalisierung von Sammlungsbeständen abzielen.

Gefördert wird die Entwicklung und Umsetzung digitaler Vorhaben in den Bereichen digitales Kuratieren, digitale künstlerische Produktion, digitale Vermittlung und Kommunikation. Die Häuser arbeiten im projektbezogenen Verbund von mindestens zwei Kultureinrichtungen sowie mit Expertinnen und Experten für Digitales zusammen, um sich neue Kompetenzen anzueignen, Wissen und Inhalte auszutauschen und in offenen Netzwerken zu veröffentlichen. Für einen solchen Verbund können für die Dauer von vier Jahren bis zu 880.000 Euro bei der Kulturstiftung des Bundes beantragt werden. Bei Verbünden mit mehr als zwei Kulturinstitutionen erhöht sich die o.g. maximale Fördersumme, die der Verbund beantragen kann, um jeweils 160.000 Euro pro weiterer Kulturinstitution. Um die geförderten Institutionen und Verbünde fachlich zu begleiten, den gemeinsamen Austausch zu befördern und auch Beispielvorhaben aus dem internationalen Raum einzubeziehen, sind regelmäßige Digital Labs sowie einmalig ein bundesweiter Ideenkongress geplant – mit Workshops, Fach-Kolloquien, internationalen Exkursionen und Fortbildungen für das Personal in Kultureinrichtungen. Für den Fonds Digital stehen 15,8 Millionen Euro zur Verfügung.

För­der­grund­sät­ze & FAQ Fonds Digital

Hier können Sie die Fördergrundsätze sowie die Anlage Empfehlungen zur Lizenzierung downloaden. Die FAQ geben Antwort auf häufig formulierte Fragen zur Antragstellung. Das Online-Antragsformularwird im Januar 2019 auf dieser Seite bereitgestellt. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019. Es ist keine weitere Antragsrunde geplant.

Fördergrundsätze Fonds Digital

Anlage Empfehlungen zur Lizenzierung

FAQ Fonds Digital

Muster Kosten- und Finanzierungsplan Fonds Digital

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Fonds Digital – Infotour

Zwischen Februar und März 2019 geht der Fonds Digital auf Tour. Wir laden herzlich ein, sich an einer der vier Stationen persönlich über den Fonds, die Förderbedingungen und die Antragstellung zu informieren und in Vorträgen und im Gespräch mehr zum Thema Digitalisierung zu erfahren. Interessierte können sich gern auch schon konkret zu ihrem Antragsvorhaben beraten lassen – das zuständige Team der Kulturstiftung des Bundes ist vor Ort. Detaillierte Informationen zum Programmablauf und zur Anmeldung erfahren Sie in Kürze auf dieser Seite.

Station der Infotour 2019 in Hamburg:
6. März: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Quelle: kulturstiftung-des-bundes.de

 

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