Friedrich Kunath – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Wed, 20 Sep 2023 14:08:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Das Werk des Otto Dix https://www.tiefgang.net/das-werk-des-otto-dix/ Fri, 22 Sep 2023 22:04:07 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10332 [...]]]> Die Deichtorhallen Hamburg präsentieren vom 30. September 2023 bis 25. Februar 2024 eine große Ausstellung über Otto Dix und seinen Einfluss auf die Kunst bis in die Gegenwart.

Erstmalig wird darin auch Dix‘ Œuvre aus der Zeit der NS-Diktatur umfassend vorgestellt, einer Zeit, in der einige seiner Werke als „entartet“ galten. Dabei stehen die künstlerischen Auswirkungen von politischer Zensur, Anpassung und politischer Ikonographie mit Verweis auf die Kunst der Gegenwart im Fokus. 50 Werke von Dix treten mit 100 Arbeiten von 50 internationalen Künstler*innen in Dialog.

Der erste Schwerpunkt der von Dr. Ina Jessen kuratierten Ausstellung konzentriert sich auf Dix‘ nur vermeintlich unpolitisches Werk aus der NS-Zeit. Ausgehend von Otto Dix’ (1891–1969) noch heute populären, radikalen und provokativen Arbeiten der 1920er Jahre entstand ab 1933 ein in der Bildsprache weit weniger offensiv gesellschaftskritisch angelegtes Œuvre: Die zuvor frappierenden Gesellschaftsbilder transformierten nach 1933 in teils subversive, teils subtile Formen der Zeitkritik. Anstelle von Kriegsszenarien und soziokritischen Milieus traten primär Landschaftsdarstellungen, Auftrags-Porträts und ab 1937 christlich-allegorische Motive. Das während der NS-Zeit entstandene Werk von Otto Dix hat in der Ausstellungs- und Forschungslandschaft bislang eine sekundäre Position eingenommen. Dieser Lücke widmet sich die Ausstellung DIX UND DIE GEGENWART. Um Dix’ Landschaften, Porträts und christliche Sujets im Kontext seiner Zeit zu erfassen, stellt die Ausstellung den Maler, sein Werk und seinen beruflichen Werdegang in den künstlerischen und politischen Kontext der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Zeit kurz nach Kriegsende.

Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung wie auch des Kataloges konzentriert sich auf die künstlerische Rezeption von Otto Dix in Hinsicht auf Sujets, politische Ikonographie, Stil, Technik und Genre. Die Schau macht einerseits die Veränderungen der kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen in der Rezeption von Dix’ Werk sichtbar und zeigt andererseits die große Faszination, die sein Werk zwischen Aneignung und Neuinterpretation, Herausforderung und Ansporn auf rund 50 der weltweit bekanntesten zeitgenössischen Künstler*innen ausübt. Zu den ausgewählten Künstler*innen gehören unter anderem Yael Bartana, Monica Bonvicini, Marc Brandenburg, John Currin, Alice Neel, Nicolas Party, Cindy Sherman, Katharina Sieverding oder Kara Walker.

Kuratorin der Ausstellung ist Dr. Ina Jessen. Mit ihrer Expertise liegt dem Vorhaben zugleich die fundierte Sachkenntnis in Hinblick auf Otto Dix in der NS-Zeit zugrunde. Das Konzept der Ausstellung basiert auf Dr. Ina Jessens Forschung und Promotion (De Gruyter, 2022) und überprüft künstlerische Umbrüche, die ursächlich in vorherrschenden staats- und gesellschaftspolitischen Entwicklungen begründet liegen.

Die beteiligten Künstler*innen sind: 

Marina Abramović, Ernie Barnes, Yael Bartana, Georg Baselitz, Monica Bonvicini, Marc Brandenburg, Thorsten Brinkmann, Glenn Brown, Tacita Dean, John Currin, Otto Dix, Martin Eder, Nicole Eisenman, Zeng Fanzhi, Lucien Freud, Falk Gernegroß, Adrien Ghenie, Nan Goldin, Simone Haack, Kati Heck, Almut Heise, Simin Jalilian, Anselm Kiefer, York der Knoefel, Friedrich Kunath, Stéphane Mandelbaum, Esko Mannikkö/ Pekka Turunen, Paul McCarthy, Bod Mellor, Gianni Motti, Ron Mueck, Alice Neel, Meriele Neudecker, Catherine Opie, Nicolas Party, Grayson Perry, Paula Rego, Anne Laure Sacriste, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Zandile Tshabalala, Werner Tübke, Kara Walker, Martin Weinhold, Tsai Yi-Ting, Miron Zownir, Tobias Zielony

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Ausschreibung für Sprengel-Preis https://www.tiefgang.net/ausschreibung-fuer-sprengel-preis/ Fri, 10 Apr 2020 22:23:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6720 [...]]]> Niedersachsens Sparkassenstiftung und Ministerium für Kultur vergeben ab 2021 alle zwei Jahre mit dem Sprengel Museum Hannover den Sprengel-Preis für bildende Kunst. Die Ausschreibung startet am 15.4..

In der Mitteilung des Kultusministeriums heißt es:

„Um die bildende Kunst als Medium der europäischen Verständigung zu stärken, wird der Sprengel-Preis mit dem neu eingeführten Reisestipendium „Niedersachsen in Europa“ verbunden.

Der von dem Kunstsammler Bernhard Sprengel 1980 erstmals ausgelobte Preis wird seit 1991 von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben – ab 2021 gemeinsam mit dem Niedersächsischen Kulturministerium. Er zeichnet Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zu Niedersachsen aus, die mit ihrem Schaffen einen wichtigen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst leisten. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen u. a. Andreas Slominski, Bjørn Melhus, Antje Schiffers, Friedrich Kunath, Benjamin Badock und Toulu Hassani.

„Dem Land Niedersachsen ist es ein wichtiges Anliegen, junge Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Weg in die künstlerische Zukunft zu begleiten. Mit dem hervorragend ausgestatteten Stipendium ermöglichen wir ihnen, neue, grundlegende Erfahrungen zu sammeln, und fördern die europäische Zusammenarbeit in der bildenden Kunst“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

Dr. Johannes Janssen, Direktor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung: „Nachdem die Niedersächsische Sparkassenstiftung den Sprengel-Preis bereits seit drei Jahrzehnten in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover vergibt, freuen wir uns, den Preis jetzt neu aufzustellen. Zukünftig werden wir die überregional bekannte Auszeichnung für niedersächsische Künstlerinnern und Künstler gemeinsam mit dem Land Niedersachsen vergeben und den Preis mit einem Reisestipendium verbinden, das den Kulturaustausch in Europa fördert.“

„Dass die Einzelausstellung der Sprengel-Preisträgerinnen und -Preisträger in Zukunft auch von einer Publikation begleitet werden kann, wird die Sichtbarkeit ihrer künstlerischen Qualität noch vergrößern. Wir freuen uns, auf diese Weise den künstlerischen Nachwuchs präsentieren und unterstützen zu können“, so Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover.

Einzelheiten zum Stipendium

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Land Niedersachsen gewähren einer niedersächsischen bildenden Nachwuchskünstlerin oder einem Nachwuchskünstler in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 ein bis zu sechsmonatiges Reisestipendium. Die Künstlerinnen und Künstler können sich mit einem künstlerischen Projekt und detaillierten Angaben zu einer von ihnen geplanten Reise in ein europäisches Land für den Preis bewerben.

Der Sprengel-Preis für bildende Kunst ist mit 25.000 Euro dotiert. Davon stehen 12.500 Euro für Reisekosten, Unterkunft und Lebenshaltungskosten im Rahmen des Auslandsaufenthaltes zur Verfügung. Das Preisgeld beträgt 12.500 Euro.

Im Anschluss an den Auslandsaufenthalt findet im November 2021 die Verleihung des Sprengel-Preises für bildende Kunst und eine Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover statt. Zur Eröffnung der Ausstellung erscheint ein Katalog, der das Werk der Preisträgerin oder des Preisträgers sowie den Aufenthalt im europäischen Ausland dokumentiert. Ausstellung und Katalog sowie ein Künstlerhonorar sind Teil des Stipendiums und werden ebenfalls aus Mitteln der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen finanziert.

Antragsberechtigt sind Künstlerinnen und Künstler, die ihren ersten Wohnsitz in Niedersachsen haben, ihre akademische Ausbildung in Niedersachsen absolviert haben oder ihren Produktionsstandort (Atelier) in Niedersachsen haben. Eine Förderung während der Ausbildung kommt nicht in Betracht.

Bewerbungen können vom 15. April bis 30. Juni 2020 online an das Niedersächsische Ministerium gerichtet werden: mwk.niedersachsen.de

Die Förderung erfolgt auf Empfehlung einer Jury.

Im Wechsel mit dem Sprengel-Preis für bildende Kunst laden die Stiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur alle zwei Jahre eine Künstlerin oder einen Künstler aus dem europäischen Land, das zuvor Aufenthaltsort der Sprengel- Preisträgerin oder des Sprengel-Preisträgers war, nach Niedersachsen ein. Das bis zu sechsmonatige Reisestipendium fördert ebenfalls den Kulturaustausch in Europa. Die Förderung des mit 12.500 Euro dotierten Reisestipendiums erfolgt ebenfalls auf Empfehlung einer Jury.“

 

 

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