Fundbureau – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Thu, 18 Jul 2024 13:40:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 Das neue Zuhause der Sternbrückenclubs https://www.tiefgang.net/das-neue-zuhause-der-sternbrueckenclubs/ Fri, 19 Jul 2024 22:29:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11029 [...]]]> Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten in den vergangenen Monaten steht die Eröffnung der Musikclubs Beat Boutique und Fundbureau in den Kasematten hinter den Deichtorhallen kurz bevor.

Die städtische Sprinkenhof GmbH hatte für die Clubs, die wegen des Neubaus der Sternbrücke in Altona-Nord dort weichen mussten, mit den leerstehenden Gewölben in der Altländer Straße 11 und 12 einen neuen Standort gefunden. Die Sprinkenhof richtete die Flächen seit Januar 2024 nach Plänen der BAID Architektur GmbH so her, dass die Clubbetreiber*innen die Inneneinrichtung vornehmen konnten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll hier auch die Bar 227 einziehen, die noch bis 2025 in Altona-Nord bleiben kann.

Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator und Aufsichtsratsvorsitzender der Sprinkenhof: „Dort, wo vorher nur ungenutzte, kahle Brückengewölbe waren, lassen wir eine neue Kulturmeile unweit des Hauptbahnhofs entstehen. Die beiden Clubs Fundbureau und Beat Boutique, für die wir hier ein neues Zuhause gefunden haben, machen den Anfang, viele weitere Angebote werden folgen. Mein Dank geht an alle Beteiligten vor Ort, die dieses baulich anspruchsvolle Unterfangen in den vergangenen Monaten so reibungslos in die Tat umgesetzt haben. Wir haben gemeinsam gezeigt, was geht, wenn sich Stadt und Clubs unterhaken und pragmatisch neue Lösungen suchen!“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der neue Standort für Beat Boutique und Fundbureau hat großes Potential für die gesamte Kulturstadt Hamburg. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Deichtorhallen, Kunstverein und Oberhafen und fußläufig zum Hauptbahnhof kann hier ein neuer vielfältiger und lebendiger Kreativstandort entstehen. Mit vereinten Kräften ist es gelungen, diese neuen Räume zur Verfügung zu stellen. Dieses Beispiel zeigt was möglich ist, wenn ganz unterschiedliche Beteiligte gemeinsam daran arbeiten, der vielfältigen Club-Szene in Hamburg eine Zukunft zu geben.“

Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH: „Die Umgestaltung der Kasematten war eine Herausforderung, die wir mit großem Engagement gemeistert haben. Wir freuen uns, den Clubbetreiber*innen der Beat Boutique und des Fundbureau hier ein neues Zuhause zu bieten und damit an die Geschichte, dieses lange ungenutzten Standortes, anzuknüpfen. Es ist ein Standort mit viel Entwicklungspotential zwischen HafenCity, Hammerbrooklyn und Innenstadt und wir planen es in den nächsten Jahren voll auszuschöpfen und hier eine ganz neue Kunst- und Kulturszene für Hamburg entstehen zu lassen.“

Anfang August werden die Clubs am neuen Standort wiedereröffnet. Dies verschafft nicht nur den Clubs einen Neustart, sondern ist auch der erste Schritt für ein neues Kreativquartier in Hamburg als Verbindungsachse zwischen HafenCity, Hammerbrooklyn, Oberhafen und Innenstadt. Langfristig ist geplant, die zwölf Gewölbe der Kasematten zu einem lebendigen Kulturort mit einer Mischung aus Gastronomie, Clubszene und Kunsthandwerk auf einer Gesamtfläche von rund 3.750 m² zu entwickeln. Diese Entwicklung knüpft an die Historie der 90er Jahre an, als die Szene-Clubs Traxx und Roxx hier beheimatet waren. Die noch freien Gewölbeteile sollen im weiteren Verlauf anhand eines Interessenbekundungsverfahrens vergeben werden.

 

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Von wegen „geht nicht!“ https://www.tiefgang.net/von-wegen-geht-nicht/ Thu, 24 Dec 2020 10:01:49 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7477 [...]]]> In der Frage um die Zukunft der an der Sternbrücke ansässigen Clubs zeichnet sich eine Lösung ab. Nicht Brücke statt Clubs, sondern Brücke mit Clubs. Und während die Bezirksamtsleiterin noch denkt „geht nicht!“,  schaffen die Akteure längst Fakten.

Ein neu zu bauendes Clubhaus auf einem stadteigenen Grundstück könnte die zukünftige Heimat der Astra Stube, des Fundbureaus, des Waagenbaus und weiterer Kulturbetriebe werden. Das Grundstück selbst befindet sich direkt neben der Brücke an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße. Der Vorschlag für den dortigen Neubau wurde direkt aus der Clubszene in Zusammenarbeit mit einem Architekten aus dem Viertel entwickelt. . Das Konzept ist in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn entstanden. Auch die Stadt selbst begrüßt diesen Vorschlag.

Claudia Mohr, Inhaberin Waagenbau: „Die Sternbrückenclubs Astrastube, Fundbureau und Waagenbau sind seit einem Vierteljahrhundert fest an der Sternbrücke verwurzelt und ein lebendiger Teil ihrer langen Geschichte. Von Beginn an war klar, dass die Flächen unter der Brücke nur als Zwischennutzung zur Verfügung stehen, da die Sternbrücke bereits damals als dringend erneuerungsbedürfig galt. Aber bekanntlich hält nichts länger als ein Provisorium, besonders wenn es mit Gaffatape, Kabelbindern und so viel Liebe verschnürt ist! Im Zuge der anstehenden Bauarbeiten verlieren wir alle unser Zuhause, egal ob saniert oder neu gebaut wird. Unser Ziel ist es, den Kulturstandort zu erhalten. Und gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern die Zukunft der Sternbrücke und der Flächen rund herum zu gestalten.“

Axel Farnschläder, Inhaber TF Architekten: „Bei den vorliegenden Gestaltungsvorschlägen haben wir uns an der Materialkomposition des Bestandes orientiert. Neben den Nachhaltigkeitsgedanken und der Beachtung von umweltverträglichen, recyclebaren Baustoffen soll durch die Wiederverwendung der Ziegelsteine aus den bestehenden Bauwerken und Stahlträgern aus der bestehenden Sternbrücke eine versöhnliche Symbiose aus Alt und Neu geschaffen werden. Durch die Ausformulierung von Details im Bereich von Materialübergängen und Konstruktionselementen, erhalten die vorgeschlagenen Oberflächen eine robuste Plastizität mit einem Wechselspiel von Fein und Grob. Durch die gewählten Materialwelten, soll dem rauen, ehrlichen, diversen Charme der Schanze Rechnung getragen werden. Diese komplexe Aufgabenstellung hatte für mich als Planer die Besonderheit, da neben unserer fachlichen Expertise als Architekten und Stadtplaner auch der Blick als Anwohner des Viertels und letztendlich, durch die vielen Stunden, welche ich in den Clubs in den letzten 20 Jahren verbracht habe, auch der Blick des Nutzers, in die vorliegende Konzeption eingeflossen ist.“

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Es gibt kein Szenario, in dem die Clubs unter der Brücke erhalten worden wären, weil selbst bei einer Sanierung die entsprechenden Räume hätten verfüllt werden müssen. Die Sternbrückenclubs machen aber einen Großteil der mit dem Ort verbundenen Emotionen aus. Deswegen ist es sehr wichtig, eine echte Perspektive für die Sternbrückenclubs aufzuzeigen – und zwar an der Sternbrücke selbst. Daher begrüße ich den Vorstoß aus der Clubszene zusammen mit einem Architekten aus dem Viertel. Die neuen Illustrationen zeigen zudem das Potenzial zur weiteren Entwicklung der Brücke und ihres städtebaulichen Umfeldes. Auf dieser Basis wird die Bahn eine Gestaltungswerkstatt zur Weiterentwicklung des Brückendesigns gemeinsam mit der örtlichen Politik und den Menschen vor Ort durchführen.“

Andreas Dressel, Finanzsenator: „Die Sternbrücke ist für die Hamburger Clubszene ein ganz besonderer Ort. Das gilt es auch angesichts der aktuellen Brückenplanungen zu erhalten. Die Clubs haben in Zusammenarbeit mit der DB nun einen gleichermaßen kreativen wie konstruktiven Vorschlag vorgelegt, mit dem der Charme dieses Ortes und die Clubkultur erhalten bleiben können – auch zusammen mit der neuen, aber hierauf besser abgestimmten Brückenplanung. Wir unterstützen diese Club-Planung gerne mit unserem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) und werden jetzt zügig in die notwendigen Prüfungen einsteigen. Es wäre schön, wenn das zur Konsensbildung vor Ort rund um die neue Brücke einen Beitrag leisten könnte.“

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Rund um die Sternbrücke hat sich über viele Jahre ein Epizentrum der Hamburger Clubszene entwickelt. So wie wir alles dafür tun, dass die derzeit Corona-bedingt geschlossenen Clubs erhalten bleiben, müssen wir auch im Zuge des Neubaus der Sternbrücke alles dafür tun, dass diese einzigartige Clubkultur erhalten bleibt. Es ist ein großartiges Zeichen für die Kulturstadt Hamburg, dass die langfristige Sicherung der Clubs zentraler Bestandteil der aktuellen Überlegungen für das unmittelbare Umfeld der Sternbrücke ist.“

Markus Warnken, Projektleiter Sternbrücke, Deutsche Bahn: „Mit den Musikclubs stehen wir seit längerer Zeit in einem vertrauensvollen Dialog. Die Sicherung der Existenz der Kulturbetriebe ist uns wichtig. Deshalb haben wir die konstruktiven Schritte der Clubbetreiber zur Suche eines neuen Standorts gern unterstützt. Auf unsere positive Begleitung dürfen sie sich weiterhin verlassen. Die Idee eines neuen Clubhauses an der neuen Sternbrücke ist überzeugend und korrespondiert mit unseren Planungen. Die Kreativ-Impulse zum Brückendesign werden wir in die geplante Gestaltungswerkstatt einfließen lassen.“

Und auch die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau begrüßt, dass ihrer Empfehlung einer transparenten Entscheidungsfindung nun gefolgt würde. „Die Einrichtung einer Gestaltungswerkstatt wird ausdrücklich begrüßt. Für die Zukunft bleibt die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau jedoch bei der Auffassung, dass bei derartigen Infrastruktur-Großprojekten ein Ingenieurwettbewerb stets vorzuschalten ist.

Bauingenieure stehen regelmäßig vor der Herausforderung, die Funktion eines Bauwerkes, seine Gestalt, seine städtebauliche Einbindung und ökonomische Aspekte auf den Ort bezogen kritisch zu analysieren und zu beurteilen. Teil eines jeden Planungsprozesses muss es daher sein, in einem offenen Dialog Wünsche und Zwänge von Bauherren wie von unmittelbar Betroffenen konstruktiv aufzunehmen und ergebnisoffen zu diskutieren. Hierzu kann ein Ingenieurwettbewerb zur Findung einer bestmöglichen Lösung maßgeblich beitragen, der bei der Sternbrücke bedauerlicherweise nicht stattgefunden hat.“

Der Erhalt der Clubs, so liest es sich im Statement des Hamburger Senats, sei an ihren jetzigen Standorten weder bei einem Neubau noch bei einer Sanierung der Brücke möglich. Deshalb führt die Deutsche Bahn bereits seit mehreren Jahren Gespräche mit den Clubs über eine einvernehmliche Lösung. Die heute im Verkehrsausschuss vorgestellte Lösung sei das Ergebnis dieser Abstimmung unter Mitwirkung und Vermittlung der Stadt Hamburg. Das zu bebauende Grundstück ist bereits im Besitz Hamburgs. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen Hamburg prüft nun die Optionen zur Grundstücksentwicklung.

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„Neue Wege in der Stadt- und Verkehrsplanung!“ https://www.tiefgang.net/neue-wege-in-der-stadt-und-verkehrsplanung/ Fri, 01 May 2020 22:37:57 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6843 [...]]]> Der seit langem schwelende Streit um den Abriss der Sternbrücke mit den Musik-Clubs Fundbureau, Waagenbau und Astra-Stube hat eine neue Dimension angenommen. Das was kommen soll, erzürnt nun selbst die Architekten.

Lange Zeit ging es bei dem Streit um den Erhalt der Sternbrücke vor allem um die Existenzängste der darunter befindlichen Musikclubs. Nach dem nun bekannt wurde, was die Deutsche Bahn als Alternative plant, schlagen die Wogen jedoch weit höher. Denn die völlig überdimensionierte Brücke, die entstehen soll, zeigt vor allem: Verkehrsplanungen werden oftmals ohne Blick auf das Umfeld und das Stadtbild vorgenommen. Gerade heutzutage dem Verkehr auf und unter der Brücke derart Priorität einzuräumen, sei engstirnig, so die Architekten. Ein Beitrag, der auch für Harburger Verkehrs- und Stadtplaner mahnend sein sollte.

In der Pressemitteilung der Hamburgischen Architektenkammer vom 24.04.2020 heißt es:

„Die Hamburgische Architektenkammer (HAK) nimmt die Entwicklung bei der Sternbrücke in Altona zum Anlass, grundsätzlich zu den Vorgängen rund um das Projekt sowie zum Verhältnis zwischen Stadt- und Verkehrsplanung Stellung zu beziehen.

Die HAK kritisiert, dass die bisherigen Planungen zur Sternbrücke vollständig hinter verschlossenen Türen abliefen. Hierzu gehören der Entschluss der Bahn, die denkmalgeschützte Brücke abzureißen sowie die dieser Entscheidung zugrunde liegenden, sich teilweise offenbar widersprechenden Stellungnahmen und Gutachten. Auch der weitere Abstimmungsprozess zwischen Bahn, Wirtschaftsbehörde (BWVI), Stadtentwicklungsbehörde sowie Denkmalschutzamt bis hin zur Senatsentscheidung für den Abriss der denkmalgeschützten Sternbrücke und dem Neubau in der nun geplanten Form verlief intransparent. Die Bevölkerung erfuhr von den konkreten Planungen erst jetzt, unmittelbar vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens. Dies ist angesichts der Tragweite der Entscheidungen und der Bedeutung des Projekts nicht akzeptabel und gilt es bei künftigen Infrastruktur-Großprojekten zu vermeiden.

Die HAK kritisiert weiter, dass Bahn und Stadt die gesamtstädtische Bedeutung eines Neubaus der Sternbrücke nicht erkannt und nicht entsprechend gehandelt haben. Als eigentliches Problem kristallisiert sich hierbei die Grundsatzentscheidung der BWVI heraus, dass die neue Brücke den Kreuzungsraum Max-Brauer-Allee / Stresemannstraße komplett stützenfrei zu überspannen habe. Erst aufgrund dieser Maßgabe wurde ein Brückenbauwerk notwendig, dessen Dimensionen die Kleinteiligkeit und den Maßstab des Umfelds vollkommen negiert und sprengt.

Inhaltlich ist die Entscheidung für eine den Straßenraum frei überspannende Brücke in Frage zu stellen: Die vage Begründung, man wolle sich mittels Stützenfreiheit alle Optionen für eine künftige Umgestaltung der Straßenräume im Sinne einer Stärkung des ÖPNV und des Radverkehrs offen halten, ist nicht überzeugend, da die BWVI zugleich betont, dass ein Erhalt der Vierspurigkeit der Straßen für den jetzigen und künftigen Kfz-Verkehr unabdingbar sei. Angesichts dessen kritisiert die HAK, dass die BWVI und der Bezirk Altona es trotz ausreichender Zeit mutmaßlich unterlassen haben, ein Verkehrskonzept für die beiden stark durch motorisierten Verkehr frequentierten Straßen Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee zu entwickeln. Aufgrund dieses anzunehmenden Unterlassens halten BWVI und Bezirk nun an der Vierspurigkeit fest, die zu den oben beschriebenen Konsequenzen für das neue Brückenbauwerk führt.

Die Architektenkammer fordert den Senat auf, die Grundsatzentscheidung für eine stützenfreie Querung der Straßenräume zu überdenken und zu prüfen, wie eine verkehrliche und stadträumliche Lösung mit einer Brücke mit Stützen aussehen kann. Weiterhin fordert die Architektenkammer die Deutsche Bahn auf, durch weitere Planungsbüros prüfen zu lassen, ob die Vorgabe der Stützenfreiheit tatsächlich zwingend zu einem solch hohen und ungünstig proportionierten Brückenbauwerk führen muss. Es müsste für diesen Fall also unbedingt ein Planungswettbewerb durchgeführt werden. Bei einem derart prägenden Bauwerk muss alles dafür getan werden, dass die für den Stadtraum bestmögliche Lösung gefunden wird.

Insgesamt zeigt die vermeidbare Entwicklung aus Sicht der Architektenkammer exemplarisch, wohin eine isolierte und nicht auf Zusammenarbeit ausgelegte Verkehrsplanung führt, die zudem ihre Auswirkungen auf den Stadtraum nicht bedenkt. Die Hamburgische Architektenkammer fordert daher eindringlich, dass die Verkehrsplanung nicht isoliert agiert, sondern wieder zu einem Teil der Stadtplanung wird. Dies bedeutet einerseits, dass Stadt und Verkehr und also Stadt- und Verkehrsräume wieder zusammengedacht und -geplant werden müssen und zum anderen konkret, dass die Verkehrsabteilung wieder aus der Wirtschaftsbehörde herausgelöst und in die Stadtentwicklungsbehörde integriert wird. Es ist aus Sicht der HAK wichtig, dass in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen diese Verlagerung beschlossen wird, denn sie ist eine Grundvoraussetzung für die dringend notwendige Verkehrswende in Hamburg.

Diese Neustrukturierung ist nicht nur unter klimapolitischen Aspekten notwendig, sondern auch aus der aktuellen Notwendigkeit, die städtischen öffentlichen Räume Hamburgs unter dem Aspekt des wohl noch lange notwendigen Social Distancing zu optimieren. Der städtische Raum muss und wird sich somit dauerhaft und tiefgreifend verändern. Umso wichtiger ist es, dass sich eine Prozess- und Planungskultur etabliert, die auf Zusammenarbeit, Austausch und Transparenz beruht.“

Quelle: www.akhh.de

 

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You´ll never rock alone https://www.tiefgang.net/youll-never-rock-alone/ Fri, 26 Jul 2019 22:16:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5595 [...]]]> Fast 170 Clubs und Veranstalter der Hamburger Musikszene bilden mittlerweile das „Clubkombinat“. Ein Rückblick auf 15 Jahre Lobbyarbeit.

Im Juli 2019 existiert der Verein Clubkombinat Hamburg e. V. 15 Jahre und bildet somit nach der Berliner Clubcommission die zweitälteste Vereinigung von Musikspielstätten in Deutschland. Am 06. Juli 2004 fand die offizielle Gründungsversammlung des Hamburger Clubverbands im Waagenbau statt. Neben HafenklangZinnschmelzeFundbureauAstra Stube, EdelfettwerkMarkthalle  und  Molotow nahmen nahmen auch leider längst stillgelegte, teils abgerissene Perlen wie beispielsweise ClickSchilleroperEgal Bar,  Mandarin Casino und Tanzhalle St. Pauli an dem Treffen unter der Sternbrücke teil. Rund 20 Geschäftsführer*innen und Booker*innen gehörten der Gründungsgeneration an, die sich vereinte, um Probleme der Szene im Kollektiv zu benennen, Ideen zu entwickeln und Lösungen zu erarbeiten. An der Aufgabenstellung hat sich bis heute nichts geändert. Inzwischen verbindet das Clubkombinat knapp 170 Vereinsmitglieder. Das Jubiläum zum fünfzehnjährigen Bestehen bietet Anlass, um mit drei Aktionen einige Rückblicke, Einblicke und Ausblicke auf die Verbandsarbeit zu werfen:

“15 Jahre Clubkombinat – You´ll never walk alone”

Ein Feature in Schrift und Bewegtbild dokumentiert die Anfänge, Meilensteine, Arbeit und Visionen des Club-Kollektivs. Der erste Teil der viergliedrigen Serie von Birgit Reuther wured auf der Verbands-Homepage am Samstag, den 06. Juli veröffentlicht. Zeitzeugen, Gründungsmitglieder, ehemalige und aktuelle Clubbetreiber*innen und Unterstützer*innen wie Andrea Rothaug (Rock City e.V.), Wolfgang Landt (Markthalle), Andi Schmidt (Molotow), Terry Krug (Tanzhalle St.Pauli), Karsten Schölermann (Knust), John Schierhorn (Waagebau) sowie Dr. Carsten Brosda (Senator der Behörde für Kultur und Medien) kommen dabei zu Wort.

Hamburger Club-Türen Poster veröffentlicht

81 Türen, hinter denen unzählige unvergessliche Abende und Nächte verbracht wurden, sind für das neue Club-Türen Poster abgelichtet worden (´Tiefgang` berichtete). Von Aalhaus bis Yoko, Altona bis Wandsbek und Anarcho-Punk-Laden bis Weltmusik-Bühne ist alles dabei. So bunt die Türen, so vielfältig sind auch die Musikbühnen dahinter. Auch Türen, die für immer geschlossen bleiben werden, wie die der Kogge und der BarRock, wurden hier für die Ewigkeit festgehalten. Ab sofort sind die Poster (A1) für 10 Euro im St. Pauli Tourist Office (Wohlwillstraße 1 und auch per Online-Bestellung unter info@sanktpaulioffice.de zzgl. Versand) sowie beim Clubkombinat Hamburg (Kastanienallee 9) erhältlich. Eine digitale Variante, die noch weitere Club-Türen zeigt und auch die jeweiligen Websites und viele Club-Portraits bereithält, ist unter club-tueren.clubkombinat.de zu finden.

Sommerfest am 26. August 2019

In Kooperation mit pop-up records lädt das Clubkombinat Ende August auf das Festivalgelände von SOMMER IN ALTONA zum Sommerfest ein. Die geladenen Gäste erwarten verschiedene Beiträge zur fünfzehnjährigen Geschichte des Clubkombinats, u. a. ein Club-Talk zwischen dem Rapper DAS BO, Susanne “Leo” Leonhard (Docks/Prinzenbar), Holger Jass (Ex-Onkel Pö) und Claudia Mohr (Waagenbau). Die Moderation übernimmt Siri Keil (NDR Info Nachtclub).

Quelle: clubkombinat.de

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Die Hilfstickets https://www.tiefgang.net/die-hilfstickets/ Fri, 15 Feb 2019 23:03:04 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4865 [...]]]> Im siebten Jahr des Bestehens von FairTix erreichen 55.972 Euro über das solidarische Ticketing die Clubstiftung.

„Die Umsatzsteigerung zum Vorjahr von 17,6 Prozent unterstreicht, dass das faire Ticketing in Hamburg mehr und mehr KonzertbesucherInnen, sowie Clubs und VeranstalterInnen überzeugt.

Insgesamt 41 Hamburger Clubs und VeranstalterInnen nutzten 2018 das Vorverkaufsystem von TixforGigs zum Vertrieb von fairen Ticketkontingenten und konnten so mit knapp 1.500 Veranstaltungen 55.972 Euro für die Clubstiftung generieren. Damit wurden seit dem Start dieser Solidaraktion im Jahr 2012 über 250.000 faire Tickets von KonzertbesucherInnen gekauft.

Die meisten Verkäufe im Jahr 2018 erzielten das Knust, der Monkeys Music Club und das Uebel & Gefährlich. Ebenso erfreulich sind die neu seit 2018 teilnehmenden Clubs und VeranstalterInnen, hier sind exemplarisch der Nochtspeicher/Nochtwache, Cascadas und das SummerSoul/SummerJazz in Eppendorf zu nennen. Auch über Party-Veranstaltungen konnten wieder zahlreiche Tickets verkauft werden. So kamen allein durch die Silvesterpartys im Knust und im Molotow und dem Silvesterrave im Docks, mehr als 1.600 Tickets an einem Tag zusammen. Als erfolgreichste Konzerte gingen 2018 unter anderem Feine Sahne Fischfilet (Inselparkhalle), sowie das Jubiläumskonzert des Hamburger Kneipenchors (Knust) und Waving the Guns (Uebel & Gefährlich) in die FairTix-Statistik ein.

Für die Ticketverkäufe in 2018 konnte der Clubstiftung somit beim Club Award 2019 im DOCKS einen Scheck mit der stolzen Summe von 55.972 Euro von Tixfor-Gigs entgegen nehmen – die bislang höchste ClubEuro-Summe. Die Gelder fließen in Maßnahmen zur Förderung der Livemusik-Kultur, zum Beispiel in das Fortbildungsangebot der CLUB ACADEMY oder den Live Concert Account Plus – einem staatlichen Strukturfördermodell für privaten Musikspielstätten in Hamburg, das gezielt in Kleinst- und Nachwuchskonzerte investiert.

Auch konnten Förderungen im Rahmen des Ressourceneffizienzprogrammes realisiert werden. So freuen sich unter anderem der Marias Ballroom und das Westwerk über neue und energiesparende Geräte. Zusätzlich wurden Energie- und Rechtsberatungen bei sieben Clubs bezuschusst und Lärmgutachten erstellt. Auch der Blick in die Zukunft ist aussichtsreich: Die Millerntor Gallery hat bereits angekündigt ihr Ticketing im Jahr 2019 über FairTix abwickeln zu wollen.

Mit FairTix können KonzertbesucherInnen und Musikspielstätten ein Zeichen für faire Gebührenmodelle setzen. TixforGigs verzichtet auf die Hälfte der üblichen Vorverkaufsgebühren und führt stattdessen pro verkauftem Ticket einen Euro-  den sogenannten ClubEuro – an die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen ab.

Liste der FairTix-NutzerInnen 2018:

Aalhaus, Alte Druckerei, Art & Techno, Astra Stube, Birdland, Brakula, Cascadas, Cotton Cub, Docks/Prinzenbar, Fundbureau, Goldbekhaus, Grenzen sind relativ, Grosse Freiheit 36, Gruenspan, Häkken, Hafenklang, Honigfabrik, Knust, kukuun, Kulturbedarf, Kurz Film Agentur Hamburg, Logo, Marias Ballroom, Markthalle, Menschenzoo, Molotow, Monkeys Music Club, MS Stubnitz, OHA! Music, Nochtspeicher/Nochtwache, Pakusisus Evens, Pooca Bar, Pop Up Records, Schanzenzelt, Stage Club, Stellwerk, Uebel & Gefährlich, Urban Wildlife, Wilfried Lottmann und Zinnschmelze“

Quelle:  www.clubstiftung.de

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