Gängeviertel – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Tue, 29 Aug 2023 13:02:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Wie politisch kann Kunst sein? https://www.tiefgang.net/wie-politisch-kann-kunst-sein/ Fri, 01 Sep 2023 22:41:46 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10224 [...]]]> Daniel Richter stammt aus Eutin, wuchs in Lütjendorf auf und ist heute einer der großen Stars der internationalen Kunstszene. Im Filmmuseum Bendestorf wird nun ein Film zuz seinem Schaffen gezeigt.

Der spannende Dokumentarfilm von Pepe Danquart aus dem Jahe 2022 über den gefeierten Gegenwartskünstler ist weit mehr als ein klassisches Porträt oder eine Hommage an das Werk Daniel Richters und geht der Frage nach, wie politisch ein berühmter Maler in einem Umfeld des turbokapitalistischen Kunstmarkts eigentlich sein kann und wie die gesellschaftliche Verweigerung des Punks der 80er Jahre in seine heutige Malerei gelangt.

Harald Falckenberg mit einem Richter im Depot … (Foto: Marvin Hesse)

Daniel Richter, ehemaliger Punk aus der Hausbesetzer-Szene Hamburgs (Gängeviertel), ist heute ein Star der internationalen Kunstszene. Seine Bilder werden auf der ganzen Welt gekauft, gesammelt und gehandelt. Doch im Herzen ist er ein Rebell, ein zutiefst politischer Mensch. Der Oscar®-prämierte Regisseur Pepe Danquart ist Richter über einen Zeitraum von drei Jahren gefolgt, hat seine künstlerische Entwicklung festgehalten, mit ihm seine großen Ausstellungen in New York und Paris gefeiert und ihn in seinem Atelier beobachtet: beim Malen, beim Musik hören, beim Nachdenken. Entstanden ist ein Film über Kunst, die politisch sein will und im besten Sinne eben doch geblieben ist, was sie ist: Malerei!

Im Film dabei sind neben Daniel Richter auch Jonathan Meese, Tal R, Harburgs Sammler Harald Falckenberg, Hella Pohl und Jorg Grimm.

„Daniel Richter „(D/2023) am Mittwoch, 13. September um 19:00 Uhr, Filmmuseum Bendestorf; Am Schierenberg 2, 21227 Bendestorf
Anmeldung unter info@film-bendestorf.de

 

 

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Denkmal im Wandern https://www.tiefgang.net/denkmal-im-wandern-2/ Sat, 20 Feb 2021 11:23:25 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=7663 [...]]]> Entdecken Sie Hamburgs vielfältige Denkmäler als Podcast.

Das geht mit dem gemeinsamen Podcast von Denkmalverein und Denkmalschutzamt. Aktuell stehen als Wanderziele das Gängeviertel und die Grindelhochhäuser zur Auswahl.

Mit dem Podcast „Denkmal im Wandern“ spaziert das Publikum gemeinsam mit Fachleuten durch Hamburgs denkmalgeschützte Parks und bauliche Ensembles. Das Format ermöglicht den Hörerinnen und Hörern, die Denkmallandschaft der Stadt individuell zu entdecken. Dafür benötigen Sie nur ein paar Kopfhörer, ein Smartphone und im Idealfall gutes Wetter! Die Rundgänge beginnen an einem festen Startpunkt und dauern jeweils zwischen 30 und 60 Minuten. Der Podcast ist eine Kooperation des Denkmalvereins Hamburg e.V. mit dem Denkmalschutzamt der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Infos und Podcast unter: www.hamburg.de/podcast-denkmal-im-wandern

 

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S.O.S. – Save Our Sounds https://www.tiefgang.net/s-o-s-save-our-sounds/ Sat, 21 Mar 2020 16:49:29 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6544 [...]]]> „Save Our Sounds“ ist der Hilferuf der Clubs, die uns bis letzte Woche was auf die Ohren gegeben haben. Und es drängt.

In der Mitteilung zum Kampagnenstart „s.o.s“ heißt es:

„Genau wie viele andere Branchen ist auch die Hamburger Club- und Veranstalterszene durch die Coronakrise akut in ihrer Existenz und Vielfalt bedroht. Insbesondere kleine und mittelständische Kulturbetriebe sind ein äußerst fragiles Gebilde und einem Biotop gleichzusetzen: Wenn es einmal tot ist, geht es in der Form unwiederbringlich verloren. Einigen Hamburger Clubs – darunter Molotow, Uebel & Gefährlich, Hafenklang, Nochtspeicher, Astra Stube, Waagenbau, MS Stubnitz und Gängeviertel – bleiben nur noch wenige Tage bis zur Zahlungsunfähigkeit.

Um ein allgemeines Club- und Kultursterben unbekannten Ausmaßes zu verhindern, müssen wir jetzt handeln! Deswegen startet das Clubkombinat Hamburg in Kooperation mit der Clubkombinat Hamburg , kurz Clubstiftung Hamburg, heute die großangelegte Spendenkampagne Clubkombinat Hamburg . Wer die Hamburger Club- und Kulturlandschaft unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Spendenkonto der Clubstiftung Hamburg tun. „Für die Hamburger Clubs sind Spenden jetzt überlebenswichtig. Die Clubs brauchen dringend und sofort Hilfe, sonst werden die meisten noch nicht einmal die nächste Woche überleben“, sagt Terry Krug, Vorsitzende der Clubstiftung. „Wir als Clubstiftung versuchen nun schnell und unkompliziert zu helfen, um das zu verhindern. Helft bitte mit! Save Our Sounds!“

SPENDENKONTO CLUBSTIFTUNG

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg Hamburger Sparkasse

IBAN: DE79 200 50 550 1280 366 988

BIC: HASPDEHHXXX

Als Dankeschön an alle, die ab sofort über die Homepage der Clubstiftung 20 Euro oder mehr spenden, hat die Stiftung zusammen mit der Agentur loved ein Bandana designt. „Mit den Halstüchern wollen wir uns bei unseren Spendern bedanken. Wir freuen uns über jeden, der sie als Zeichen der Solidarität trägt. Nur gemeinsam sind wir stark“, so Terry Krug. Die Halstücher wurden gemeinsam mit der Hamburger Agentur loved designed. Für den kurzen Weg zum Bäcker oder den Einkauf-an-der-Tür-abgeben-Besuch bei Mutti einfach den Clubstiftung-Soli-Bandana über Nase und Mund ziehen. Einen professionellen Mundschutz ersetzen sie natürlich nicht, aber schick sind sie allemal. Außerdem können die Clubretter ihr Engagement damit unter den Hashtags #clubsupportHH, #clubretter und #clubstiftung in den Sozialen Medien zeigen. Die Tücher bestehen zu 100% aus Baumwolle und sind natürlich bei 60 Grad waschbar.

Die eingegangenen Spenden werden nach einem transparenten und gerechten Verteilungsschlüssel zwischen großen und kleinen Clubs sowie Veranstaltern ohne feste Spielstätte und

kleinen Festivals aufgeteilt. Wer mit seiner Spende einen bestimmten Musikclub unterstützen möchte, kann zur Zweckbindung den Clubnamen als Verwendungszweck angeben, ansonsten ist der Verwendungszweck „SaveOurSoundsHH“ zu wählen. Die Antragsformulare für Clubs und Veranstalter, die finanzielle Soforthilfe benötigen, finden sich ab sofort auf www.clubstiftung.de unter der Rubrik „für Clubs“.

In den kommenden Tagen und Wochen werden vielfältige Rettungsaktionen gestartet, die über die Dachmarke CLUB GOODS die einzelnen Soli-Aktionen verbinden und von der Hamburger Agentur EIGA realisiert wurden. Neben der Nothilfe für Kultur solidarisieren sich der Clubverband und seine Stiftung bei bestimmten Spendenaktionen mit anderen sozialen Organisationen und halten einen solidarischen Beitrag zurück, um gesellschaftlich relevante Projekte zu unterstützen.

Darüber hinaus appelliert das Clubkombinat an alle Bürger, auf Rückerstattungen von Ticket für nicht stattfindende Veranstaltungen sofern möglich zu verzichten. Bei vielen abgesagten Konzerten wird bereits an Nachholterminen gearbeitet. Sofern es diese nicht gibt, hilft jeder Verzicht auf Rückerstattung, die Clubs, Konzertveranstalter, Musiker*innen und Kartenverkaufsstelle am Leben zu halten.

Das Clubkombinat hat zudem begonnen, Unterstützungsangebote und Informationen für Hamburger Musikveranstalter*innen in Zeiten der Corona-Pandemie online zu bündeln. Weitere Infos unter clubkombinat.de/corona-support. Auf der Homepage des Clubkombinats werden in Zukunft die verschiedenen Spendenaktionen und Aufrufe der bedrohten Clubs gebündelt aufgelistet, Termine für Soli-Aktionen werden in der CLUBPLAN APP veröffentlicht. Darüber hinaus ist eine Sonderausgabe der monatliche erscheinenden CLUBPLAN Broschüre geplant.

www.clubstiftung.de www.clubkombinat.de www.facebook.com/clubkombinat www.instagram.com/clubkombinat www.twitter.com/ClubkombinatHH (Corona CK-Live-Ticker)

www.youtube.com

 

ÜBER DAS CLUBKOMBINAT

Das Clubkombinat ist der Interessenverband der Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Booker*innen & Agenturen aus Hamburg. Als Schnittstelle zwischen kreativer Subkultur und etablierten Szeneclubs, dient es als Sprachrohr aller aus Musik und Kultur. Das Clubkombinat vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Politik und Wirtschaft und moderiert die Kommunikation zwischen den offiziellen Gremien der Stadt. Die vitale Club- und Musiklandschaft Hamburg zeichnet sich nicht allein durch die großen, international renommierten Läden aus. Sie überzeugt ebenso durch die kleinen, innovativen Clubs, Konzerte und Parties. Denn diese entwickeln jenseits des Mainstreams neue Kulturwerte. Diese gilt es zu fördern und zu fordern. Denn so wird Hamburg, als Kulturmetropole und Musikwirtschaftsstandort ebenso gefördert und gefordert. Und das Beste: Durch die unterschiedlichen Programme und Szenen unserer Mitglieder werden alle Genres von Avantgarde bis Mainstream vertreten. Denn jeder Club bietet sein Bestes – für alle!

ÜBER DIE CLUBSTIFTUNG

Musikclubs üben einen bedeutenden Einfluss auf die Kultur einer Stadt aus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erlebbarkeit und Progressivität. Hamburg profitiert von seiner lebendigen und vielseitigen Musikclub-Szene, die es zu schützen und zu fördern gilt. Die gemeinnützige „Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg“, kurz Clubstiftung, wurde im Jahr 2010 gemeinsam mit der Stadt Hamburg und dem Clubkombinat Hamburg e.V. ins Leben gerufen, um die musikalische Attraktivität der Stadt zu sichern und für sinnvolle Investitionen die Liquidität zur Verfügung zu stellen. Stifterin ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Ziel der Stiftung ist es, mit Fördermodellen die erheblichen Kosten für Hamburger Musikclubs abzumildern.“

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Willkommen, Genosse 3falt! https://www.tiefgang.net/willkommen-genosse-3falt/ Fri, 13 Dec 2019 23:30:19 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=6176 [...]]]> Das Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“  hat viele Kulturaffine begeistert. Auch ohne die wieder leerstehende Kirche wurde nun ein wirtschaftliches Standbein geschaffen, das der Raumnot für Kultur Abhilfe schaffen soll. Alle können mitmachen!

 Marita Schillerwein, Hein Diekmann und Carsten Lünzmann – das sind die Namen der drei Initiator*innen, die Harburgs Kulturlandschaft vielleicht neu aufstellen. Ihr Kind heißt Genossenschaft „3falt e.G.“. So schlicht der Titel, so spektakulär für Harburg.

Letzte Woche gab es Wochen des Studiums des Genossenschaftsrechts und an Diskussionen nun die Gründungsversammlung. Zu der trafen sich knapp 20 Personen und nun wird die Mitgliedschaft im Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V. beantragt und „nebenher“ am eigentlichen Ursprung und geistigen Kind – der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 – an einer Interessensbekundung gearbeitet. Das initiative Trio: Marita Schillerwein, langjährige Programmmacherin z.B. der Kulturwerkstatt, Hein Diekmann, in der Nähe der Kirche als Hausverwalter tätig und mit Herz für Kultur und Gebäude, sowie Carsten Lünzman, Architekt in Harburg, selbst als Musiker aktiv  und unter anderem für das vielfach gelobte Dach der Harburger Freilichtbühne verantwortlich.

Die „3falt“ lebt also weiter.  Und zwar mit oder ohne Kirchengebäude. Denn auch wenn die Genossenschaft sich an der Umnutzungsidee der Kirche „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ orientiert, ist sie generell auf Raumnutzungen für Kultur in Harburg ausgelegt.

Die Dreifaltigkeitskirche hatte allerdings viele Kulturschaffende und –interessierte im Süden der Stadt und darüber hinaus besonders in den Ideen-Bann gezogen. Für ein halbes Jahr wurde sie ab Mitte 2018 bis Ende Februar 2019 kulturell bespielt. Es fanden Kino, Theater, Tanz, Treffen und klassische wie alle anderen Konzerte statt, die erste nonkommerzielle Kunstleihe Hamburgs wurde geboren und mehrere tausend Menschen waren erstaunt und fasziniert von der Bauweise, der Geschichte und den Möglichkeiten des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes im Herzen Harburgs (´Tiefgang` berichtete reichlich)

Dann lief das Projekt aus, die Kirchengemeinde entschied sich, doch lieber zu einer Ausschreibung zum kompletten Verkauf des Ensembles und dafür sollte sie schlichtweg ungenutzt leer stehen.

Harburgs Politik  schien überfordert und die Verwaltung ebenso. Alles zu spontan. Alles zu  wenig koordiniert. Als wenn Projekte wie das Gängeviertel oder die Viktoriakaserne nördlich der Elbe anders gelaufen wären.

Nun also der nächste Schritt in koordinierter Version. Wir haben mal nachgefragt.

Wie kam die Idee auf und von wem?

Carsten Lünzmann: Die Idee kam von mehr oder weniger von mir auf, auch nach diversen Gesprächen mit Hein. Hintergrund ist die einfache Überlegung, von vielen Genossen, auch mit kleinen Beträgen Kapital zu bilden, anstatt einen Investor zu finden, der in der Regel grundsätzlich andere Interessen verfolgt, als wir.

Ist die Genossenschaft an das Kirchengebäude gebunden?

Die Genossenschaft wurde gegründet mit dem Ziel, das Projekt Dreifalt weiterzuführen und am Interessenbekundungsverfahren als Firma teilzunehmen. Langfristig sollen aber durchaus weitere Projekte umgesetzt werden, insbesondere natürlich auch dann, wenn wir von der Kirche nicht als Pächter oder Erwerber in die engere Wahl gezogen werden. Dann wird eben ein anderes Gebäude gesucht.

Wieviele Genossen erwartet Ihr?

50, 100, 1000, keine Ahnung, ob Harburg(er) das Potential erkennt/ erkennen. Wir gehen jetzt nach der Gründung in die Akquise, treten ohne Schwellenängste an private wie juristische Personen, also Firmen, Vereine, Institutionen, Kirche, Bestandsgenossenschaften und so weiter, heran, um die Möglichkeit der Teilnahme zu bewerben.

Wieviel Kapital soll zusammen kommen und für genau was?

Es soll natürlich möglichst viel Kapital zusammengetragen werden, um entsprechendes Eigenkapital zu bilden. Der Rest soll dann mittels Finanzierungen, Förderungen usw. beigeschafft werden. Ziel ist die Förderung der Kultur in Harburg im weitesten Sinne, durch Anmietung, Pacht oder Erwerb von Räumlichkeiten, für Ateliers, Initiativen, Übungsräume.

In der Satzung liest es sich wie kulturelle Hilfe zur Selbsthilfe? Ist das so zu verstehen und gibt es sonst keinen Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Kultur?

So ist es. Argumentiert die Politik mit der Direktive „aus dem Quark kommen“ zu sollen (der Satz fiel zum Ende der kulturellen Zwischennutzung seitens eines Harburger Kulturpolitikers und zum Erstaunen der Kulturaktivisten, woraufhin lange Zeit symbolisch ein geöffneter und verschimmelnder Quarktopf den Kirchenraum symbolisch schmückte; Anm. d.Red.), so kann man das gut oder weniger gut heißen, diesen bequemen Standpunkt des Beobachters einzunehmen. Aber, soll man in Harburg weiter auf Unterstützung warten oder versuchen, das Zepter selber in die Hand zu nehmen?

Die Raumnot für Kulturnutzungen ist seit Jahren Thema in Harburg. Ist das ein Versuch der Lösung dieses Problems?

Ja

Wer kann mitmachen und wie?

Jeder kann und sollte mitmachen, um an der Entwicklung Harburgs zum Kulturstadtteil seinen Beitrag zu leisten. Das geht nicht allein durch Postings via www.facebook.com/3falt, sondern viel besser im aktiven, analogen Diskurs unter Gleichgesinnten. Wünschenswert wäre es auch, wenn durchaus spürbare Animositäten innerhalb der Kulturszene Harburgs für die gute Sache überwunden werden.

Die Likörfabrik Hilke steht mal wieder zur Diskussion bzw. ein Antrag auf Abriss ist gestellt? Wie seht Ihr den Umgang Harburgs mit seinen Baudenkmälern?

Das sehen wir kritisch, da Baudenkmäler selbstverständlich Stadtbild prägend sind. Wenn jedoch ausschließlich Renditebestrebungen entscheidend sind, ohne Gespür für Atmosphäre, lokale Gestaltungskriterien und das charmante Potenzial von Altbausubstanz, dann entstehen diese Quartiere, die fast überall inzwischen identische Gesichter haben, eben langweilig.

Gibt es weitere Gebäude oder Räume, die schon in Sicht sind?

Ja, leerstehende, kleine, denkmalgeschützte Gebäude und Bunker, die regelrecht nach einer Nachnutzung schreien.

Interessenten können sich zur Genossenschaft per Mail dreifalt@luenzmann.de oder bald auf www.dreifalt.info melden. Das sogenannte „Eintrittsgeld“ in die  Genossenschaft wird einmalig auf 50,- € beziffert. Ein Genossenschaftsanteil kostet 50,- € und es können für jeden Genossen maximal 100 Anteile erworben werden. Einzelne Personen oder auch ganze Institutionen sind als Genossen möglich. Das Stimmrecht wie auch Vermögensverwaltung oder Ausschüttungen regelt die Satzung.

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Fotograf Feininger https://www.tiefgang.net/fotograf-feininger/ Fri, 03 May 2019 22:27:38 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=5174 [...]]]> Lyonel Feiniger ist in der Kunstwelt berühmt. Aber auch sein Sohn brachte es zu Weltruhm. Als Fotograf. Nun gibt es ihn in Hamburg zu sehen.

In der Mitteilung heißt es:

„Hamburg – der Name allein hat einen zauberhaften Klang.“ schreibt Andreas Feininger als er mit 24 Jahren nach Hamburg kommt. Der Bauhaus Architekt und Fotograf, Sohn von Lyonel Feininger, wurde später in den USA weltberühmt. Aber seine fotografischen Anfänge hat er in Hamburg gemacht. Für ihn geht ein Traum in Erfüllung als er 1930 als Zeichner in einem Architekturbüro der Karstadt-Kette eingestellt wird.
Im Rahmen der Veranstaltungen zu 100 Jahre Bauhaus und dem Hamburger Architektur Sommer präsentiert VisuleX – Gallery for Photography, Hamburg, erstmalig die Ausstellung Andreas Feininger: Die Hamburger Gängeviertel mit einer Auswahl seiner Original Fotografien aus dem Zeppelin Museum in Friedrichshafen.
Andreas Feininger lebte und arbeitete von 1929 – 1931 in Hamburg. „… Welthafen, Tor zur Welt, Reiz des Unbekannten, Auswanderung, Abenteuer, Hoffnung auf eine große Zukunft.“, das alles verband er mit der Stadt, die er mit seiner Leica durchstreifte. Und so hielt er in atmosphärisch dichten Aufnahmen alles fest was für ihn typisch an Hamburg war. Nicht die öffentlichen Gebäude, Hauptstraßen und Plätze, sondern die windschiefen Häuser der Gängeviertel, Fleete und natürlich der Hafen machten das unverkennbare an Hamburg für ihn aus.
Der Schwerpunkt der Ausstellung sind Aufnahmen der Gängeviertel, das drängendste Bauproblem der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts. Wohnquartiere der Arbeiter und Armen, waren sie ein rein Hamburger Phänomen und Ausgangspunkt und Herausforderung für die Städteplanung und den sozialen Wohnungsbau in Hamburg. Da die Gängeviertel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sukzessive abgerissen wurden, sind die Fotos Feiningers Zeugen einer vergangenen Zeit und belegen gleichzeitig wie wichtig deren Abriss und der Neubau von sozialen Wohnungssiedlungen war.
In den 1920er Jahren, unter Oberdirektor Fritz Schumacher in Hamburg und etwas später mit Gustav Oelsner in Altona, kam es zu einer gesamtheitlichen Städtebaupolitik und neue Siedlungen nach neusten Standards wurden erbaut, geleitet von dem revolutionären Leitfaden „Licht, Luft und Sonne.“ Die ausgestellten Architekturmodelle der beiden großen Architekten sind Zeugnisse Kommunaler Architektur und repräsentieren den Sozialer Wohnungsbau der Moderne.
Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Fritz-Schumacher-Gesellschaft und der Gustav-Oelsner-Gesellschaft begleitet die Ausstellung.
Fotoausstellung: Andreas Feininger: Die Hamburger Gängeviertel

VisuleX – Gallery for Photography, Loogestraße 6, 20249 Hamburg – Eppendorf
Eröffnung: Mittwoch, 08. Mai, 18 Uhr
Laufzeit: 09. Mai bis 27. Juni 2019, Mittwoch bis Samstag 12-18 Uhr und nach Vereinbarung“

Quelle: VisuleX – Gallery for Photography

 

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„Eine Null mehr, bitte!“ https://www.tiefgang.net/eine-null-mehr-bitte/ Fri, 02 Nov 2018 23:09:00 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4464 [...]]]> Geld ist in der Kunst meistens knapp. Das hat aber auch damit zu tun, dass selbst öffentliche Ausstellende sich zwar mit der Kunst schmücken aber dafür selten zahlen. Eine Forderung geht nun an die Kulturbehörde.

Die Initiative freier Kunstorte ART OFF HAMBURG fordert in 8 Punkten eine differenzierte Wahrnehmung der Vorbildfunktion der freien Künstlerinitiativen, als die kreativen und dynamischen Impulsgeber für eine nachhaltige Gestaltung der Stadtgesellschaft und eine entsprechende Wertschätzung ihrer Arbeit. In ihrer Forderung heißt es:

  1. „ART OFF Hamburg fordert eine 0 mehr für die Hamburger Kunstorte und Initiativen, d.h. eine Erhöhung der Fördersumme des Programmitteltopfes von 175.000 auf 1.750.000 Euro für ein zukunftsweisendes Schaffen der freien, bildenden Kunstszene Hamburgs.
  2. Wir fordern eine faire Honorierung für ausstellende Künstler*innen der freien Kunstorte
    Wie schon unter Punkt 11 des 14-Punkteprogramms der Kulturschaffenden Hamburgs aus 1981 formuliert, fehlen immer noch Ausstellungshonorare.
    Wir fordern von der Kulturbehörde einen Fonds, der es den öffentlichen und den öffentlich geförderten Ausstellungsinstituten ermöglicht, den Künstler*innen ein Ausstellungshonorar zu gewähren.
  3. Wir fordern eine faire Honorierung für die engagierten und professionell arbeitenden Akteur*innen der freien Kunstszene
    Mit 44.534 nicht honorierten Stunden für Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, mit 1.435 beteiligten Künstler*innen und 97.040 Besucher*innen aus dem In- und Ausland pro Jahr steht die Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion und der sie vertretenden Hamburger Kunstorte und Initiativen in einem krassen Missverhältnis zu allen anderen Förderungen der Kultur und des Tourismus in Hamburg. Es wird allerhöchste Zeit dieses zu ändern!
  4. Wir fordern Flexibilität und Planungssicherheit
    Einerseits sollte die Programmplanung für die Antragsstellung flexiblere Freiräume für kurzfristige Entscheidungen ermöglichen. Andererseits sollte es Kunstorten, die schon viele Jahre kontinuierlich gearbeitet haben, ermöglicht werden, auch längerfristige Planungssicherheit zu erhalten.
  5. Wir fordern einen Etat für internationalen Künstler*innenaustausch, um Gastateliers für internationale Künstler*innen in Hamburg zu etablieren
    Durch die Etablierung von Gastateliers in den größeren Organisationen wie FRISE, Westwerk, Gängeviertel, Frappant u.a. wäre es möglich, dass diese auch von kleineren Off Orten zur Unterbringung internationaler Gäste mit genutzt werden könnten.
  6. Wir fordern zweimal jährlich einen runden Tisch (OFF-CIRCLE) mit allen beteiligten Akteur*innen
    Denn wir brauchen einen kreativen, erfinderischen und zukunftsweisenden Dialog auf Augenhöhe zwischen der Behörde für Kultur und Medien, der Politik, den Hamburger Institutionen der bildenden Kunst und den Vertreter*innen der ART OFF Hamburg. Wir müssen reden über Transparenz, Vermittlung, Kooperationen, Vergabemodalitäten, Juryzusammensetzungen, die Kultur- und Tourismustaxe und natürlich nicht zuletzt über den kommenden Doppelhaushalt.
  7. Wir fordern die Wiederbelebung der Woche der Bildenden Kunst in Hamburg
    Mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Hamburger Kunstschaffenden, z.B. einem gemeinsamen Eröffnungswochenende, kann das Schaffen der Hamburger bildenden Künstler*innen in den Vordergrund gestellt werden.
  8. Wir fordern ein Budget für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Off Orte
    Um die Sichtbarkeit von ART OFF Hamburg zu erhöhen und damit bekannt zu machen, ist eine professionell gestaltete öffentliche Werbung unverzichtbar, wie z.B. Plakate, Website, Newsletter und Social Media.

Unter ART OFF HAMBURG organisieren sich das 2025, Frise, der Raum linksrechts, mom art space, die Galerie Speckstrasse (Gängeviertel), das Westwerk, das Frappant, xpon-art, der Nachtspeicher23, der Einstellungsraum, das Künstlerhaus Sootbörn, Faktor, die Galerie Genscher, das Künstlerhaus Wendenstrasse /Studio 45, das Hinterconti, der 8. Salon, die Noroomgallery, Affenfaust, die Galerie Oel-Früh und die Galerie 21.“

 Weiterführender Link: facebook.com/artoffhamburg

 

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Hamburgs Moloch https://www.tiefgang.net/hamburgs-moloch/ Fri, 02 Feb 2018 23:59:59 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=2942 [...]]]> Ein Moloch bezeichnete einst Opfer – und wird nun in der Clublandschaft wieder aktuell. In doppeltem Sinne. 

Ende Januar verlieh der Hamburger Clubverband Clubkombinat Hamburg e.V. bereits zum achten Male Preise für besondere Musikclubs der Stadt. Dabei erhielt der Club „Moloch“ gleich zwei Auszeichnungen. Das ´Hafenklang` wurde der innovativste Club des Jahres. Und ein Preis des Protestes wurde auch wieder ausgegeben: die „zerbrochene Gitarre“.

In der Pressemitteilung heißt es:

„Am 25. Jan 2018 wurde im DOCKS der Hamburger Club Award verliehen. Unterstützt durch die Behörde für Kultur und Medien wurden bereits zum achten Mal Preise für herausragende Leistungen in der Livemusikszene vergeben. Zwei der zehn Auszeichnungen gingen an das Moloch.

In einem Online-Abstimmungsverfahren votierte die Jury aus 70 Bewerbungen für die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in den verschiedenen Kategorien. In der Jury waren in diesem Jahr über 180 Personen aus allen Bereichen der Hamburger Musik- und Veranstaltungsbranche vertreten, zum Beispiel Clubbetreiberinnen und -betreiber, Veranstalterinnen und Veranstalter, Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Labels, Agenturen, Medien, Plattenläden oder Verbänden. Vor über 800 geladenen Gästen aus der Musikszene unterstrich Jana Schiedek, Hamburger Staatsrätin für Kultur und Medien, in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Clubszene für Hamburg.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: Hamburg ist seit vielen Jahren zu Recht für die Qualität und Vielfalt seiner Livemusik-Szene bekannt. Mit wie viel Leidenschaft Hamburgs Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber das Musikleben unserer Stadt prägen, zeigt auch die Auszeichnung für den Hafenklang als innovativster Club des Jahres. Hamburgs Clubszene kennt keinen Stillstand! Dies feiern wir mit dem Club Award einmal pro Jahr. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern des Abends.

Susanne Leonhard, stellvertretende Vorsitzende des Clubkombinat Hamburg e.V., resümiert zur Preisverleihung: „Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die Leistungen von Clubbetreibern und Veranstaltern angemessen gewürdigt werden. Unser Dank geht an die vielen Jury-Mitglieder, die im Schwarm zu diesen authentischen Ergebnissen geführt haben. Glückwunsch an alle Preisträger!“

Der Preis für den Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm ging an den Hafenklang, knapp vor dem Gängeviertel und dem Uebel & Gefährlich. Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu und findet eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern. Das Programm umfasst neben Konzerten, Festivals und Parties in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie und Techno auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte.

Für die beste Newcomerförderung des Jahres 2017 wurde die Astra Stube ausgezeichnet, gefolgt vom Molotow und dem Nochtspeicher/Nochtwache. Überreicht wurde der Preis von Ex-Betreiber Holger Jass, der im Onkel Pö einst Bands wie U2 erste Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland bot.

Der Preis für das Konzert des Jahres ging an das Uebel & Gefährlich für das Konzert von Trettmann am 10. Oktober 2017. Auf Platz 2 landete das Hafenklang mit dem Konzert von Ho99o9 und auf Platz 3 das Molotow mit dem Aufritt der Garage-Band Black Lips.

Ausgezeichnet mit dem Award für den besten neuen Club wurde die Nochtwache, die als neu konzipierte Live Location für rund 150 Personen seit 2017 das Nochtspeicher-Programm offiziell ergänzt.

Kein Ehrenpreis: die zerbrochene Gitarre

Geehrt mit der Trophäe für den besten Fremdveranstalter wurde das Veranstalterkollektiv OHA Music, das vor Broken Forms und der éspassiert landete.

Die Clubnacht des Jahres wurde auch prämiert: Hier setzte sich das Moloch mit der „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox vom 22. bis 24. September 2017 vor dem Uebel & Gefährlich mit „MOVE mit Laurent Garnier & Awesome Tapes From Africa“ und dem Hafenklang mit 10 Jahre WobWob! durch.

Der Preis für das Festival des Jahres – klein aber fein ging an das Gängeviertel mit dem „8 Jahre Gängeviertel!“ (24. – 27. August 2017), gefolgt vom Molotow („Burger Invasion“) und dem Knust („15 Jahre Tapete Records“) auf den Plätzen 2 und 3.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben der Trophäe Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, davon 8.000 Euro bereitgestellt von der Behörde für Kultur und Medien.

Der vom Vorstand des Clubkombinat vergebene Ehrenpreis wurde an Karl-Hermann Günther verliehen, der nach Einschätzung des Vorstands mit seinem Engagement und Betrieb der Grossen Freiheit 36, Kaiserkeller, Galeria 36, Docks und Prinzenbar die Entwicklung der Hamburger Clubkultur maßgeblich beeinflusst hat.

Ebenfalls in Eigenverantwortung des Vorstandes des Clubkombinat Hamburg e.V. wurde der Negativpreis “Die zerbrochene Gitarre” vergeben – an „die geräuschempfindlichen BeschwerdeführerInnen in den Hamburger Szene- und Ausgehvierteln“. In seiner Begründung (veröffentlicht auf www.clubkombinat.de) verweist der Clubverband unter anderem auf eine spürbare Zunahme von Lärmbeschwerden, deren Ursachen er in einer zunehmenden Nachverdichtung und scheinbar sinkenden Toleranzgrenzen sieht.

Der Publikumspreis wurde mittels eines Online-Votings ermittelt, an dem sich über 4.000 Hamburger Clubgängerinnen und Clubgänger beteiligten. Die meisten Stimmen erhielt hierbei das Moloch im Oberhafenquartier, das sich gegen den Monkeys Music Club und das freundlich + kompetent behaupten konnte.

Als Moderatorin führte die Hamburger Musikerin Catharina Boutari durch den Abend. Für das musikalische Programm sorgten die Hamburger Live-Acts AROMA, ILGEN-NUR und eine Allstars-Band, aus Musikern der Bands FINDUS, JUPITER JONES und LOVE A.

WEITERE INFORMATIONEN ZU DEN PREISTRÄGERN DES JURY-VOTINGS

KATEGORIE: Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm

Hafenklang, www.hafenklang.com

Trotz seines über 20-jährigen Bestehens erfindet sich der Hafenklang stetig neu. Das Programm umfasst Konzerte, Festivals und Partys in den unterschiedlichsten Bereichen wie z.B. Punk, Rock, Pop, Metal, HipHop, Indie, Techno. Doch das Angebot umfasst noch viel mehr: Es werden auch Bingo-Abende, Lesungen, Wrestling, Filmabende, Tischtennisrundlauf, Kunstausstellungen und Flohmärkte veranstaltet. Dem Hafenklang ist es wichtig, bei einer Auslastung von über 300 Veranstaltungen pro Jahr eine ausgewogene Balance zwischen bekannten Stars und Underground-Künstlern zu halten.

KATEGORIE: Club des Jahres mit der stärksten Hamburger Newcomerförderung

Astra Stube, www.astra-stube.de

Die Astra Stube hat einen besonderen Platz für Newcomer mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Hier treten internationale Bands auf, die anderswo große Clubs füllen, in Deutschland aber noch als Geheimtipp gehandelt werden, ebenso wie lokale und nationale Acts. Auch Künstler, die sich den eher abseitigen Genres des musikalischen Spektrums widmen, finden hier ihren Platz und ihr Publikum. Unter dem Motto „Newcomer fördern Newcomer“ bietet die Astra Stube jungen Leuten in ihrem Team die Möglichkeit in den Bereichen Tontechnik, Eventmanagement und Booking aktiv ein kreatives und abwechslungsreiches Nachtleben in Hamburg mitzugestalten.

KATEGORIE: Konzert des Jahres

Uebel & Gefährlich, Trettmann, www.uebelundgefaehrlich.com

Das Konzert des Chemnitzer HipHop- und R´n´B-Sängers Trettmann am 10.10.2017 ist das Sinnbild eines gemeinsamen Erfolges von Club und Künstler. Hatte das Konzert im Vorjahr noch vor 150 Gästen stattgefunden, so zahlte sich der Glauben an die Qualität der Sängers im Folgejahr mit einem ausverkauften Haus vor 1.000 begeisterten Fans aus. Auch dank der zahlreichen Live-Gäste auf der Bühne erzeugte die Show eine Gänsehautatmosphäre.

KATEGORIE: Bester neuer Club

Nochtwache, www.nochtspeicher.de/nochtwache

Die Nochtwache, das Kellergewölbe des Nochtspeichers, bietet eine einzigartige, gemütliche Atmosphäre und auch bei wenigen Zuschauern immer eine wohlige, familiäre Stimmung. Viele englische Bands haben die Nochtwache, anlehnend an den Kultclub in Liverpool, schon liebevoll als „Little Cavern Club“ bezeichnet. Nach einem Umbau ergänzt sie als neu konzipierte Live-Location seit 2017 für rund 150 Personen das Nochtspeicher-Programm offiziell.

KATEGORIE: Fremdveranstalter/Clubpromoter

OHA Music, www.oha-music.com

Seit 2013 ist die Hamburger Agentur als Kollektiv aktiv, deren vier Gesellschafter trotz relativ jungen Alters selber reichlich Clubbetreibererfahrungen haben. 2017 veranstalteten sie über 80 OHA! Konzerte und vermittelten mit der hauseigenen Booking-Abteilung vielen Hamburger Live-Künstlern (u. a. Pecco Billo, Pool, Eljot Quent) und Djs (u .a. Suro, DJ Direction und Silly Walks Discotheque) bundesweit Aufritte.

KATEGORIE: Clubnacht des Jahres

Moloch, „200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox Subversion“ (22.-24.09.), www.moloch.de

200 Jahre Kunstverein trifft 21 Jahre Equinox. Subversion traf Subvention. Aus dem Fauxpas einer Doppelbuchung wurde am Ende die Party des Jahres. Das Ganze hätte an keinem passenderen Ort als im Moloch stattfinden können. Manche Menschen zieht es in den etablierten Kunstbetrieb, manche eher auf die Tanzfläche, aber an diesem Wochenende konnten sich alle wunderbar mischen und gemeinsam im Moloch feiern, dem Club, der aus genau dieser Mischung von Menschen entstanden ist.

KATEGORIE: Festival des Jahres – klein, aber fein

FABRIQUE im Gängeviertel, 8 Jahre Gängeviertel (24.-27. August 2017), www.das-gaengeviertel.info

Das Gängeviertel feierte mit über 70 Künstlern mit Aktionen, Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten drei Tage seinen achten Geburtstag. Auch Diskussionsrunden über die Verhandlungen mit dem Senat und die Aufarbeitung des G20-Gipfels standen im Fokus der Veranstaltung.

 

 

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Das Abstreifen alter Krusten https://www.tiefgang.net/das-abstreifen-alter-krusten/ Sat, 17 Jun 2017 06:07:58 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1369 [...]]]> Hamburg bereitet sich auf den G20-Gipfel vor und alle auf ihre Art. Auch die Kunst nimmt sich der Sache nun an. Und sucht Mitstreitende …

1000 verkrustete Lehmgestalten ziehen am 05. Juli in der Hamburger Innenstadt durch die Straßen. Bildstark wird die Kunstaktion im Vorfeld des G20-Gipfels zum Symbol einer solidarischen und offenen Zivilgesellschaft – unübersehbar im öffentlichen Raum.

Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Welche Bilder werden um die Welt gehen? Bilder einer abgeschotteten Elite in einer belagerten Stadt, Bilder von Konfrontation und Gewalt? Bilder, die vielen Menschen auf der Welt ein Gefühl von Ohnmacht geben? Das Kollektiv 1000 GESTALTEN wird diesen Bildern eine andere Geschichte entgegensetzen: Eine selbstbewusste Zivilgesellschaft nutzt den G20-Gipfel, um ein mitreißendes Bild für mehr Solidarität und politische Partizipation in die Welt zu senden.

Die Aktion – 1000 GESTALTEN entern die Stadt

Lehmverkrustete Gestalten tauchen an verschiedenen Orten Hamburgs auf und bewegen sich schweigend durch die Stadt. Sie stehen für eine Gesellschaft, die sich ihrer Hilflosigkeit vor den komplexen Zusammenhängen der Welt ergeben hat und in der der Einzelne nur noch für das eigene Vorankommen kämpft.

Erschöpft, hilflos, leer: zwei von 1000 Gestalten. Foto: Chr. Angl

Am 5. Juli treffen in Hamburg tausend der Gestalten zusammen – und werden sich von ihren verkrusteten Panzern befreien. Es entsteht eine bildgewaltige Transformation, ein Bild des Aufbruchs und des gemeinsamen, solidarischen Handelns. Sinnbild einer Gesellschaft, die sich den politischen Herausforderungen stellt und gemeinsam für Solidarität, Toleranz und konstruktiven Diskurs kämpft.

Das 1000 GESTALTEN-Kollektiv

Alarmiert von den jüngsten Ereignissen unserer Zeitgeschichte ist die Idee für die Aktion imFebruar diesen Jahres entstanden. Innerhalb weniger Wochen ist eine Planungs- und Organisationsstruktur aus über hundert ehrenamtlichen Mitarbeitern zwischen Hamburg und Berlin entstanden. Theaterexperten und Medienprofis finden sich hier ebenso wie projekterfahrene Planer und Handwerker. Mitgetragen und unterstützt wird die Aktion vom Gängeviertel Hamburg und dem Bündnis „Alles Allen“. Veranstalter ist der gemeinnützige Verein Neu am See e.V.

Aktiv werden – Mitmachen und Spenden!

Das Kollektiv der 1000 GESTALTEN ruft dazu auf sich ihm anzuschließen, um gemeinsam am 5. Juli ein friedliches aber bildgewaltiges Zeichen aus Hamburg in die Welt zu senden.

Infos unter 1000gestalten.de/mitmachen/ Jeder kann mitmachen – man braucht weder besondere Vorkenntnisse noch spezielle Qualifikationen. Alle Helfer und Organisatoren arbeiten ehrenamtlich an dem Projekt. Um die Aktion zu realisieren ist das Kollektiv auf Spenden angewiesen 1000gestalten.de/spenden/

(16. Jun. 2017, TG)

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Stillstand beim Leerstand https://www.tiefgang.net/stillstand-beim-leerstand/ Sat, 20 May 2017 05:00:50 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=1141 [...]]]> Die Initiative SuedKultur feiert in diesem Jahr ihre 10jährige Existenz – Grund genug, in einer lockeren Folge auf einige Ereignisse zurück zuschauen. So auch auf den Kampf um Räume …

In den 10 Jahren, die es die Initiative SuedKultur nun gibt, ging es immer auch um freie und bezahlbare Räume für Kreative. Auch in Harburg herrscht ein eklatanter Mangel an Ateliers für bildende Künstler*innen, Proberäume für Musik oder Tanz oder Theater. Räume selbst gibt es – aber selbst städtischer Besitz – so die Erfahrung – wird lieber leer stehen gelassen, als ihn – und sei es nur vorübergehend –  als kreative Arbeitszimmer nutzbar zu machen.

2011 war so ein erwähnenswertes Jahr der Leerstandsdiskussion. Vorausgegangen waren einige Preistreibereien, die zu schmerzhaften Verdrängungen künstlerischer Freiräume führten und spektakulär mit der Besetzung des Gängeviertels in der Hamburger City bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten.

Einigen Kreative hatten die neue Digitaltechnik geschickt zu nutzen gewusst und erstmals eine Internetplattform geschaffen, in der leerstehende Gebäude gemeldet werden konnten und so wurde schnell die Größe der Misere sichtbar (mittlerweile unter leerstandsmelder.de/hamburg zu finden und selbst heute, im Mai 2017, werden 1.073 (!!!!)  Leerstände konkret benannt).

Nicht nur, dass lieber Gebäude leer stehen gelassen wurden und werden als zu vermieten – im Süden Hamburgs Harburg nicht nur das „Harburg Center“ am Ring sondern auch am anderen Ring-Ende die Gebäude am Lüneburger Tor. Es wurde auch recht augenfällig, wie groß die Zahl städtischer Gebäude dabei ist. Und da erschließt sich nicht wirklich, warum diese nicht zumindest kulturell genutzt werden.

In Harburg waren besonders vier Gebäude in öffentlicher Hand und für eine kulturelle Nutzung attraktiv: die alte Polizeiwache in der Nöldekestraße 17, daneben das ehemalige Gebäude des Freizeitzentrums Nöldeke, der Hochbunker in der Lasallestraße sowie die Schule in der Bunatwiete.

Leerstand für fast 3.000 € im Monat

Ohne lange Diskussion war ein Termin mit Leuten der Kulturbehörde, der noch recht jungen Kreativgesellschaft Hamburg und SuedKulturlern zur Besichtigung gefunden. An einem März-Tag 2011 durchgingen wir die Räume und waren erstaunt. Die Polizeiwache Nöldekestraße war außer Dienst gestellt worden, da ein neu errichtetes Gebäude an der Buxtehuder Straße gebaut worden war. Und so stand es einfach nur leer, wurde aber beheizt, war vollkommen intakt und kostete die Stadt Hamburg so monatlich rd. 2.800,- € statt etwas einzubringen. Und das schon über mehrere Jahre.

… und immer noch gut in Schuss!                    (Foto: S. Schnell)

Der Vertreter der zuständigen städtischen Firma Hamburger Vermögens-Verwaltung GmbH (HVG) teilte uns mit, dass die Handesstadt das Gebäude verkaufen will. Auf die Frage, was es denn kosten solle, wollte er sich aber nicht äußern. Kann man ein Gebäude verkaufen, wenn man den Preis nicht nennt?!? Natürlich nicht. Es war aber vielmehr die typische Einschätzung, dass Kulturschaffende eben eh kein Geld haben und so als Kaufinteressenten nicht infrage kommen. Daher wohl unnötig, ihnen auch nur ungefähre Preise zu nennen.

Wir erstellten dennoch Pläne der immerhin mehr als 2.500 qm Nutzfläche, die ideal als Proberäume für Musik nutzbar wären. Und nicht nur für die berühmte Feierabend-Mucke. Denn bei mehr als 5 Musicals in Hamburg ist das Potenzial an Profimusiker*innen, die Arbeitsräume tagsüber brauchen, groß. Letztlich sind es so etwas wie ihre Büros.

Gut 40 Räume, die – wenn man sie mit einer geschickten Raum-in-Raum-Isolation herrichtete – ein wahres Musik-Mekka bilden könnten. Gute Anbindung über Stadtautobahn wie auch Bahnhof-Nähe, Parkplätze sind vorhanden, Anwohnerbelästigung auszuschließen, ein großes Café im Eingangsbereich sowie 2-3 Räume für Events wie Tanzveranstaltungen oder andere kulturelle Nutzungen, im Keller evtl. noch zwei Tonstudios. Und das zu einem stündlichen Mietpreis von 5-7 € je Raum. Online-Reservierung und Rechnungsstellung heute kein echtes Problem mehr. Das ist bezahlbar – so denn eben kein runtergekommenes Moloch. Immerhin: die Betriebskosten wären locker wieder reingekommen. Aber Unterstützung, wie man diese Immobilie dahin bekommen könnte? Keine.

Nicht ganz, denn immerhin hatte der Eisenbahn-Bauverein Interesse bekundet. Der Kaufpreis wäre zwar nicht so hoch gewesen, aber dafür war angedacht, die kulturelle Nutzung aus eigenen Mitteln zu finanzieren (siehe HAN-Artikel „Leerstand für 2.800 Euro im Monat“). Das Interesse städtischer und auch bezirklicherseits aber war veschwindend gering.

Letztlich kaufte 2012/13 das Gebäude ein Harburger Geschäftsmann, der durchaus an einer kreativen Nutzung Interesse hat. Doch der Zeitlauf sorgte erst einmal dafür, dass die Wache seit einigen Jahren nun als Unterkunft unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge genutzt wird. An eine nachfolgende kulturelle Nutzung wird aber weiterhin gedacht (siehe wache17.de). SuedKultur bleibt dran.

               Innenansichten (Foto: S. Schnell)

Und die anderen Gebäude? Die Schule Bunatwiete wird seit Jahren immer zu als Ausweichquartier renovierbedürftiger Schulen genutzt, der Bunker Lasallestraße wird als Lagerraum vermietet und das ehemalige Freizeitzentrum Nöldekestraße ist zur Musikschule Klangfabrik geworden. Immerhin.

Sechs Jahre sind vergangen. Die Proberäume wurden eher weniger als mehr. Wer jetzt und akut nach Proberäumen sucht, ist leider nach wie vor auf  sich selbst gestellt. Denn ein weiterer Versuch das Thema anzugehen, scheiterte erneut (s. Tiefgang-Artikel „Probt doch in alten Luftschutzräumen“ vom 6. Mai 2017)

Immerhin an- und nachfragen aber kann man beim Verein elbdeich e.V. und auf der Veddel bei Carajo Distorsion Hamburg

Wer Proberäume oder Ateliers zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne unter kontakt(at)sued-kultur.de melden. Der Bedarf ist da.

 

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