Hamburg Ballett – Tiefgang https://www.tiefgang.net Kultur, Politik, Kulturpolitik und mehr Fri, 12 Jul 2024 13:32:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 Bundeskulturstiftung macht Hamburg zur Tanzstadt https://www.tiefgang.net/bundeskulturstiftung-macht-hamburg-zur-tanzstadt/ Fri, 12 Jul 2024 22:23:43 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11004 [...]]]> Die Kulturstadt Hamburg hat sich bei der Kulturstiftung des Bundes erfolgreich um die Ausrichtung der Tanztriennale beworben.

In einem anspruchsvollen Auswahlverfahren konnte die Stadt mit einer gemeinsamen Bewerbung des Hamburg Ballett und der Ballettschule des Hamburg Ballett, dem internationalen Produktionshaus Kampnagel und K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg überzeugen. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die erste Ausgabe 2026 mit bis zu 950.000 Euro und die Stadt stellt weitere 600.000 Euro zur Verfügung. Die Tanztriennale gehört damit zu den von der Stiftung geförderten bundesweiten kulturellen Leuchttürmen.

Hamburg hat sich international einen Namen als Tanzstadt gemacht. Die Stadt verfügt mit dem weltweit bekannten Hamburg Ballett, das in den letzten 51 Jahren unter John Neumeier große Erfolge gefeiert hat, Kampnagel als dem größten internationalen Produktionshaus im deutschsprachigen Raum, dem international renommierten choreographischen Zentrum K3 | Tanzplan Hamburg, mehreren künstlerisch-praktischen Tanzausbildungsstätten sowie einer qualitativ starken und aktiven Tanzszene über große Expertise im Tanz. Die Bewerbung wurde in den letzten Monaten insbesondere von dem designierten Intendanten des Hamburg Ballett Demis Volpi, der Intendantin von Kampnagel Amelie Deuflhard und Kerstin Evert, Künstlerische Leitung K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg, vorangetrieben. Dabei war ihnen insbesondere die internationale Strahlkraft und ein dezentraler Ansatz wichtig, mit dem die Tanztriennale weit über Hamburg hinaus wirken soll. Für die Künstlerische Leitung sucht die Kulturstiftung des Bundes derzeit eine Persönlichkeit oder ein Team, um unter enger Einbeziehung der Akteure und Akteurinnen und Institutionen vor Ort eine inhaltlich-künstlerische Gesamtkonzeption zu entwickeln.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Dass Hamburg mit der gemeinsamen Bewerbung den Zuschlag für die Tanztriennale bekommen hat, ist ein sensationelles Zeichen für die Tanzstadt Hamburg. Dieser Erfolg ist nur möglich gewesen dank der herausragenden Erfolge, die Hamburg in den letzten Jahrzehnten im Tanz gefeiert hat, und der großen Lust der ganz unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure auf kreative Zusammenarbeit. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben und der Kulturstiftung des Bundes für ihr Vertrauen in die Tanzlandschaft in Hamburg. Gemeinsam wollen wir für den Tanz in seiner ganzen Vielfalt begeistern und den kreativen Austausch zwischen den verschiedenen Communitys und Stilen sowie den Wissensaustausch stärken. Dabei haben wir die großen Tanz-Institutionen der Stadt ebenso im Blick wie die vielen kleinen und größeren kulturellen Anlaufstellen für tanzbegeisterte Bürgerinnen und Bürger und die, die es spätestens nach der Tanztriennale noch werden. Machen wir gemeinsam was richtig Gutes draus!“

Demis Volpi, designierter Intendant des Hamburg Ballett: „Dass die Stadt Hamburg von der Kulturstiftung des Bundes als Ort der ersten Tanztriennale gewählt wurde, ist eine fantastische Nachricht und ein Bekenntnis für die Zukunft des Tanzes in Hamburg. Für mich als neues Mitglied dieser unglaublich kreativen Stadt ist es eine tolle Möglichkeit, gleich zu Beginn meiner Intendanz des Hamburg Ballett mit den zahlreichen anderen Tanzinstitutionen in Dialog zu treten. Bereits im Zuge der Antragstellung haben mich die Energie und das Engagement in der Zusammenarbeit besonders mit den Projektpartnern der Stadt Hamburg, von Kampnagel und K3 absolut begeistert. Durch die Triennale werden sich weitere Synergien ergeben können und ich freue mich auf den regen Austausch und die Zusammenarbeit.“

Amelie Deuflhard, Intendantin Kampnagel: „Was für eine wunderbare Nachricht zu Beginn des Sommerlochs: Die Tanztriennale kommt nach Hamburg! Die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen Kampnagel, dem Hamburg Ballett und K3 wird damit in eine neue Dimension katapultiert. Gemeinsam mit vielen weiteren Institutionen und Räumen wollen wir die Stadt zum Tanzen bringen. Wir wollen Tanz in seinen vielfältigen Stilen zeigen und diskutieren sowie Synergien schaffen, um den Tanz in all seine Facetten weiter zu entwickeln und weiterzudenken. Und natürlich soll die Tanztriennale ein Fest werden für Hamburg und alle nationalen und internationalen Besucher*innen.“

Dr. Kerstin Evert, Künstlerische Leitung K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg: „Es ist wirklich großartig, dass Hamburg Austragungsort der Tanztriennale sein wird. Hamburgs Tanzlandschaft vereint zahlreiche künstlerisch herausragende Akteur*innen aus den unterschiedlichen ästhetischen Bereichen. Gemeinsam werden wir Tanz in seiner Vielfalt und mit seinen künstlerischen und gesellschaftlichen Potenzialen in Hamburg und bundesweit noch sichtbarer machen: Ob im Zuschauen oder im Selbst-Tanzen, Hamburg wird mit der Triennale konsequent zum Tanz einladen! Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit!“

Die Tanztriennale ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und wird veranstaltet von der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere Infos und die Begründung finden Sie unter: www.kulturstiftung-des-bundes.de/tanztriennale.  

 

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Gesammeltes Ballett https://www.tiefgang.net/gesammeltes-ballett/ Sat, 07 May 2022 11:07:56 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9003 [...]]]> John Neumeier hat mit seinen über 170 Balletten Hamburg zur Kulturstadt gemacht. Nun dankt Hamburg es ihm mit einer Gesamtschau …

Hamburgs Ehrenbürger Prof. John Neumeier ist seit 1973 Ballettdirektor und Chefchoreograf des Hamburg Balletts. Er hat in 50 Jahren nicht nur eine ganze Ära des klassischen Tanzes geprägt, sondern besitzt auch eine einzigartige, wertvolle und bedeutende Ballettsammlung, bestehend aus Gemälden, Zeichnungen, Fotografie, Grafik, Skulptur, Figuren und Gebrauchsgegenständen. Neben einer Bibliothek zur Geschichte des Tanzes sind Dokumente, Manuskripte und Autografen archiviert. Der Senat hat heute beschlossen, im Mittelweg 55 ein Gebäude zu erwerben, um die einzigartige Sammlung und das Werkverzeichnis zum Gesamtwerk seiner über 170 Ballette dauerhaft für Hamburg zu sichern und der Ballettwelt zugänglich zu machen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „John Neumeier hat in den letzten Jahrzehnten die Ballettwelt geprägt wie kaum ein anderer. Zusammen mit der Stiftung John Neumeier ist es nun gelungen, den unermesslichen Schatz seines Gesamtwerkes und seiner bedeutenden Ballettsammlung dauerhaft für Hamburg zu sichern und zugänglich zu machen. Nach langer Suche haben wir im Mittelweg einen passenden Ort für die Sammlung und das Lebenswerk John Neumeiers gefunden. Das Institut John Neumeier soll nicht nur das Werk unseres Ehrenbürgers sichern, sondern auch ein internationaler Ort der Auseinandersetzung mit dem Tanz sein.“

Andreas Dressel, Finanzsenator: Das ist ein würdiges Haus für die einzigartige Ballettsammlung unseres Ehrenbürgers, dem Hamburg viel zu verdanken hat! Im Zusammenspiel mit allen beteiligten Partnern haben wir jetzt endlich eine gute und zukunftsfeste Perspektive für das neue Institut John Neumeier gefunden. Bei der aktuellen Preisentwicklung bei Immobilien in Hamburg war und ist das eine besondere Herausforderung. Unser Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen LIG hat den gesamten Ankaufsprozess für das Objekt am Mittelweg erfolgreich gemanagt.“

 Prof. John Neumeier, Ballettintendant und Chefchoreograf HAMBURG BALLETT: Meine Ballettsammlung ist als stetige Inspiration meiner vielfältigen Werke mein Leben lang gewachsen. Insofern war mir schon lange klar, dass dieses umfassende Anschauungsmaterial nicht nur für die Recherche meiner eigenen Arbeit bestimmt ist: Die Sammlung müsste in der einen oder anderen Form die Öffentlichkeit erreichen! Schon lange vor der Gründung meiner Stiftung im Jahr 2006 habe ich daher das Gespräch mit dem Senat gesucht, und heute freue ich mich ganz besonders, dass meine Sammlung und mein Lebenswerk ein dauerhaftes Zuhause in meiner Wahlheimat Hamburg gefunden haben.“

Mit dem neu entstehenden Institut John Neumeier am Mittelweg wird die international sehr geschätzte und einzigartige Sammlung dauerhaft gesichert und erstmals auch öffentlich zugänglich. Die 2006 gegründete Stiftung John Neumeier wird das Institut betreiben. Die Stiftung hat die Förderung von Kunst und Kultur zum Ziel und sieht als ihre wesentliche Aufgabe die Pflege, Vervollständigung und Weiterentwicklung der Sammlungsbestände, insbesondere auch des Werkverzeichnisses von John Neumeier und deren wissenschaftliche Aufbereitung und Nutzung. Auch die Werke von John Neumeier können mit Neugründung des Instituts weiterhin in Hamburg betreut und weltweit aufgeführt werden. Die Stadt stellt für den Kauf, die Sanierung und den Umbau der Immobilie 15 Millionen Euro zur Verfügung.

 Quelle: www.hamburg.de/bkm

 

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Hamburgs erster Vortänzer https://www.tiefgang.net/hamburgs-erster-vortaenzer/ Thu, 29 Mar 2018 22:03:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=3382 [...]]]> Er ist 79 Jahre und bekommt noch mal einen 5-Jahres-Vertrag: Ballettintendant John Neumeier. Aber war das nötig?

Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper hat mit Zustimmung der zuständigen Kommission des Senates den 2019 auslaufenden Vertrag mit Prof. John Neumeier als Ballettintendant und Chefchoreograf des Hamburg Ballett bis 2023 verlängert. Das verkündete die Behörde für Kultur und Medien letzte Woche. Hamburgs Ehrenbürger ist seit 1973 Ballettdirektor und Chefchoreograf des Hamburg Ballett und seit 1996 auch als Ballettintendant an der Staatsoper in Hamburg tätig. Mit der Vertragsverlängerung soll die Erfolgsgeschichte des Hamburg Ballett fortgeschrieben und weiter ausgebaut werden.

Man könnte aber auch genauso fragen: geht Hamburgs Ballettgeschichte überhaupt ohne John Neumeier? Denn lange bevor Hamburg sich bemühte, als Kulturstadt weltweit wahrgenommen zu werden, hatte John Neumeier es schon getan. Tanzend quasi.

Unter seiner Leitung hat sich das Hamburg Ballett zu einer der wichtigsten Kulturinstitutionen mit internationalem Rang entwickelt. Er begeisterte mit seiner Compagnie gerade erst auf einer großen Japan-Tournee und präsentierte vor wenigen Tagen auf der historischen Bühne des Bolschoi-Theaters in Moskau sein neues Ballett „Anna Karenina“, das als Koproduktion im Juli 2017 an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt wurde. Die kreative Energie John Neumeiers und seiner Compagnie soll nun mit der Vertragsverlängerung weiterhin in der Stadt und als Kulturbotschafterin für Hamburg wirken. Im Grunde hätte man ihm auch den Job auf Lebenszeit geben können. Bis er keine Lust mehr oder nicht mehr kann.

Zur weiteren Profilierung des Balletts soll die Compagnie nun ab der Spielzeit 2018/19 um drei neue Tänzerstellen aufgestockt werden. Daneben wird die Stadt die Sicherung der Zukunft des Bundesjugendballetts sowie die dauerhafte Erhaltung der Sammlung und Stiftung John Neumeier, einer der größten privaten Ballettsammlungen der Welt, weiter verfolgen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „John Neumeier und seine Compagnie ziehen mit ungebremster Kraft und Kreativität das Publikum in ihren Bann und sind in der ganzen Welt herausragende Botschafter der Kulturstadt Hamburg. Der nachhaltige Erfolg des Hamburg Ballett unter John Neumeier in Hamburg und seine internationale Strahlkraft beeindrucken immer wieder aufs Neue und sind ein guter Grund, die Erfolgsgeschichte Hamburg Ballett weiterzuschreiben. Mit dieser Entscheidung wird John Neumeier ein halbes Jahrhundert lang an der Spitze des Hamburg Ballett stehen – das ist eine wahrhaft herausragende Leistung und eine künstlerisch einzigartige Ära.“ 

Prof. John Neumeier, Ballettintendant und Chefchoreograf, HAMBURG BALLETT: „Auch nach 45 Jahren an der Spitze des Hamburg Ballett sehe ich diese Position als außerordentlich faszinierende Lebensaufgabe an: für mich als Künstler und Choreograf, als Ballettintendant und nicht zuletzt als Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Meine geistige und physische Gesundheit erlaubt es mir, die Zukunft aktiv zu planen. Mit meiner Entscheidung, die Intendanz des Hamburg Ballett um vier weitere Jahre fortzuführen, löse ich vielfältige Erwartungen ein, auch von unseren renommierten Gastspielpartnern in Tokio, Moskau und Wien. Das Hamburg Ballett setzt zuallererst Impulse für das Kulturleben seiner künstlerischen Heimat Hamburg. Daneben hat es sich unter meiner Leitung zu einer festen Größe in der internationalen Ballettszene entwickelt. Diese ehrenvolle Aufgabe gemeinsam mit Lloyd Riggins als Stellvertretendem Ballettdirektor bis 2023 fortzuführen, bedeutet mir sehr viel.“
John Neumeier übernahm 1973 die Leitung des Hamburg Ballett und ist damit der dienstälteste Ballettdirektor der Welt. Er ist Träger zahlreicher Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderem ist er seit 2007 Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Und wer ihn mal erlebt hat, weiß auch, wie charmant kritisch er Hamburgs Kulturpolitik zu kommentieren weiß. Es ist eben nicht alles Gold was in Hamburg glänzt. Im Repertoire des Hamburg Ballett befinden sich alle 158 Choreografien von John Neumeier, zusammen mit seiner Compagnie war er bislang bei mehr als 1.000 Vorstellungen auf 331 Gastspielen in 30 Ländern auf fünf Kontinenten zu erleben.

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