Hamburger Stadtfotografie https://www.tiefgang.net Wed, 05 Mar 2025 17:29:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Der Preis für „Expansion“ https://www.tiefgang.net/der-preis-fuer-expansion/ Fri, 07 Mar 2025 23:20:40 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11569 [...]]]> Der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie geht in diesem Jahr an das Projekt „Expansion“ des Fotografen und Künstlers Enver Hirsch.

Im Fokus seiner Streifzüge durch das Hamburger Stadtbild werden besondere Beispiele zumeist individuell gestalteter stilistischer Widersprüche bei Gebäudeerweiterungen stehen, deren komische Effekte zu einer Reflexion über die Rolle provisorischer Veränderungen in einer rasanten städtebaulichen Dynamik einladen. Inspiriert von der baulichen Vielfalt in Eimsbüttel, dem Wohnviertel des Fotografen, wird sich Enver Hirsch auf die Suche nach eigenwilligen Zeugnissen bewusst heterogener Architekturen im Hamburger Stadtraum begeben und diese in künstlerischer Weise fotografisch festhalten. Die Jury hat vor allem der konzeptuelle Ansatz des Projekts überzeugt, den Blick auf diese architektonischen Mesalliancen jenseits öffentlich orchestrierter Stadtplanung mit augenzwinkerndem Humor zu verbinden.

Der Georg Koppmann Preis 2025, der gemeinsam von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) vergeben wird, ist mit einem Arbeitsstipendium von 8.000 Euro verbunden. Im Rahmen dieses Stipendiums wird der Fotograf Enver Hirsch sein bereits im Zuge der Bewerbung konzipiertes Projekt zu besonderen Skurrilitäten im Hamburger Stadtbild weiterführen und bis zum Sommer 2025 zum Abschluss bringen. Die Ergebnisse werden dann in einer Publikation der Öffentlichkeit vorgestellt.

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Hamburg ist bunt und offen für Gegensätze. Auch das macht den Charme und die Schönheit unserer Stadt aus und zeigt sich auch in der Architektur der Hansestadt. Enver Hirsch lenkt mit seinem Werk den Blick auf diese kleinen Brüche in Hamburgs Stadtbild. Er lässt uns zweimal hinschauen und sorgt dabei für neue Perspektiven und Denkanstöße, insbesondere dann, wenn es um die manchmal skurrilen Zeugnisse menschlicher Aneignung geht. Ich gratuliere dem diesjährigen Preisträger herzlich zum Georg Koppmann Preis und freue mich auf die nächsten spannenden Ecken und Kanten, die Enver Hirsch im Rahmen seines Projekts in den Sucher nimmt.“

Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der SHMH: „Beim typischen Hamburger Stadtbild denken wir oft zunächst an klassische Backstein-Architektur, an elegante Gründerzeithäuser oder an modern designte Hotel- und Geschäftsgebäude. Doch bei genauerem Hinschauen fallen einem in vielen Stadtteilen Gebäude auf, an denen stilistisch individuelle Erweiterungen und Umgestaltungen zu speziellen Effekten und zuweilen kuriosen Widersprüchen geführt haben. In manchen Fällen lösen diese Verwunderung aus, in anderen lassen sie einen schmunzeln. Enver Hirsch verfolgt mit seinem Projekt den fotografisch-künstlerischen Ansatz, diese Irritationen im urbanen Raum ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und zum Nachdenken über Kriterien wie Schönheit und Homogenität anzuregen. Auf die Ergebnisse des Projekts, das die Arbeiten der bisherigen Georg Koppmann Preisträger um eine besondere Perspektive ergänzt, bin ich sehr gespannt.“

Enver Hirsch, Georg Koppmann Preisträger 2025: „In meinen persönlichen Foto-Projekten interessieren mich vor allem die seltsamen Spuren, die der urbane Mensch im Laufe seines Lebens im Stadtbild hinterlässt. Insbesondere mag ich informelle und provisorische Eingriffe in die Architektur und den öffentlichen Raum. Nach meiner Arbeit, die ich gemeinsam mit Philipp Meuser über Hamburger Behelfsheime realisiert habe, mache ich mich nun auf die Suche nach individuellen Gebäude-Interventionen, die ästhetisch und funktional gesehen diskussionswürdig, aber auch sehr komisch sind.“

Enver Hirsch, geboren 1968 in Hamburg, ist Fotograf, Buchautor und Journalist. Er studierte von 1989 bis 1992 Fotografie am Bournemouth and Poole College of Art and Design in England. In seiner fotografischen Arbeit konzentriert sich Hirsch auf die absurden Spuren, die Menschen im urbanen Raum hinterlassen. Er interessiert sich für Objekte, die ohne künstlerische Absicht entstanden sind und durch seine Fotografie eine skulpturale Qualität erhalten. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und in verschiedenen Publikationen veröffentlicht. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen unter anderem „Der Mops“ (2005), „Generation Großmutter“ (2007), „Toast Hawaii“ (2008), „Bangkok Curbside“ (2014) und „Behelfsheim“ (2020) (siehe auch Tiefgang „Vom Provisium zum Zuhause“). Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet Hirsch für zahlreiche Magazine, darunter GEO, Greenpeace Magazin, Brand Eins und Die Zeit. Seit 2015 lehrt er an verschiedenen Hochschulen und unterrichtet seit 2019 regelmäßig an der Hochschule Hannover.

Der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie wurde im Herbst 2018 erstmalig ausgeschrieben. Sein Ziel ist es, künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzungen mit dem sich wandelnden Stadtbild Hamburgs zu fördern. Der Preis wird jährlich von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Kooperation mit der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) zu Ehren des Hamburger Fotografen Georg Koppmann (1842 bis 1909) vergeben, der Ende des 19. Jahrhunderts die Entwicklung Hamburgs zur Großstadt erstmals umfangreich dokumentierte. Die Jury für den diesjährigen Georg Koppmann Preis bestand aus Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH, sowie mehreren Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Fotografie.

Weitere Informationen zum Georg Koppmann Preis unter: www.shmh.de/stiftung/georg-koppmann-preis-fuer-hamburger-stadtfotografie/

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Die Stadtfotografinnen 2023 https://www.tiefgang.net/die-stadtfotografinnen-2023/ Fri, 17 Feb 2023 23:42:23 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9731 [...]]]> In diesem Jahr geht der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie erstmals an zwei Preisträgerinnen: Alexandra Polina und Irina Ruppert.

Alexandra Polina erhält den Preis für das Fotografie-Projekt „Der Steindamm-Atlas“. Die Fotografin möchte mit ihrer Serie all dem eine Bühne geben, was auf dem Steindamm im Hamburger Bahnhofsgebiet im turbulenten Alltag meist unbeachtet bleibt. Irina Ruppert wird in ihren Fotos die Menschen rund um das Quartier an der S-Bahnstation „Am Diebsteich“ porträtieren. Ihre Arbeiten sollen auch die Gebäude vor Ort mit einbeziehen, so dass gleichzeitig die Veränderung des Gebietes deutlich wird, wo der neue Regional- und Fernbahnhof Hamburg-Altona entsteht.

Der Georg Koppmann Preis 2023, der gemeinsam von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) vergeben wurde, ist mit einem Arbeitsstipendium von je 6.000 Euro für die beiden Preisträgerinnen verbunden. Im Rahmen dieses Stipendiums werden die Fotografinnen Alexandra Polina und Irina Ruppert ihre bereits im Zuge der Bewerbung konzipierten Projekte weiterführen und zum Abschluss bringen. Die Ergebnisse sollen dann in einer Publikation sowie in einer Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Hamburger Architektursommers gezeigt werden. Von 8. Juni bis 3. Oktober 2023 plant das Museum der Arbeit unter dem Titel „Eyes on Hamburg“, alle Projekte der in den Jahren 2019 bis 2023 mit dem Georg Koppmann Preis ausgezeichneten Fotografinnen und Fotografen zu präsentieren.

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: “Das Gesicht Hamburgs wird sich in den kommenden Jahren an vielen Orten in der Stadt verändern. Es ist gut, wenn dieser Wandel und die Menschen, die diesen wie am Diebsteich hautnah erleben, dokumentiert werden. Und es ist wichtig, dass auch Orte betrachtet werden, die sich durch die Vielfalt der Gesellschaft und das kulturelle Miteinander auf eine andere Art jeden Tag ein bisschen verändern, wie der Steindamm. Ich gratuliere beiden Preisträgerinnen herzlich zum Georg-Koppmann-Preis für Stadtfotografie.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der SHMH: “Die Herausforderung für Georg Koppmann, dem Namensgeber unseres gemeinsamen Preises für Stadtfotografie, bestand vor mehr als 100 Jahren darin, mit seinen Fotografien die baulichen Veränderungen in der Stadt Hamburg zu dokumentieren und dabei auch die relevanten sozialen und kulturellen Kontexte miteinzubeziehen. Ich freue mich, dass von den beiden aktuellen Preisträgerinnen gleich zwei hoch interessante Projekte mit der Perspektive der Gegenwart realisiert werden können, deren Aufgabenstellungen den künstlerischen Blick auf zwei signifikante Stadtquartiere mit einem Fokus auf die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner verbindet.”

Zum Projekt „Der Steindamm-Atlas“ von Alexandra Polina: Der Steindamm in der historischen Vorstadt St. Georg hat eine bewegte Geschichte und sein Aussehen immer wieder geändert. In den letzten Jahrzehnten haben vor allem die vielfältigen Veränderungen der Stadtgesellschaft den Ort geprägt und unterschiedliche Communities und kulturelle Milieus dort ihre Spuren hinterlassen. Alexandra Polinas fotografischer Ansatz, den Straßenraum rund um den Steindamm als öffentliche Bühne für die verschiedenen kulturellen Milieus und ihre Besonderheiten aufzufassen, war ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury, ihr Projekt auszuwählen.

Zum Projekt „Diebsteich“ von Irina Ruppert: Durch die Verlagerung des Bahnhofs Altona an den Diebsteich wird sich die Gegend um die ehemalige S-Bahnhaltestelle stark verändern. Irina Ruppert, die selbst vor Ort lebt, wird in ihrem Projekt ihre Nachbarinnen und Nachbarn in einer Porträtserie fotografieren, um darin die Besonderheiten des Quartiers und insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner zu thematisieren. Die Jury würdigte mit ihrer Entscheidung die Idee der Fotografin, den Moment der Aufnahme selbst zum Begegnungsort der Menschen am Diebsteich zu machen.

Weitere Informationen zu den beiden Preisträgerinnen unter:
https://alexandrapolina.com/
https://www.irinaruppert.de/

Der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie wurde im Herbst 2018 erstmalig ausgeschrieben, mit dem Ziel, künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzungen mit dem Stadtbild Hamburgs und seinen Veränderungen zu fördern. Er wird jährlich von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Kooperation mit der Stiftung Historische Museen Hamburg zu Ehren des Hamburger Fotografen Georg Koppmann (1842 bis 1909) vergeben, der Ende des 19. Jahrhunderts die Entwicklung Hamburgs zur Großstadt dokumentiert hat. Die ausgezeichneten Projekte sollen eine eigenständige fotografische Perspektive auf die Stadt als Lebensraum und Wohnort einer diversen Stadtgesellschaft deutlich machen und sich mit den Entwicklungs-prozessen einer modernen und vielfältigen Metropole auseinandersetzen.

Die Jury für den diesjährigen Georg Koppmann Preis bestand neben der ehemaligen Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt aus Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, dem Direktor und Vorstand der SHMH, Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und mehreren Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Fotografie. Zukünftig wird Karin Pein als amtierende Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Jury angehören.

Weitere Informationen zum Georg Koppmann Preis unter: https://shmh.de/de/fotopreis

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