Hamburger Volkshochschule https://www.tiefgang.net Wed, 26 Feb 2025 17:36:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 „Haus der digitalen Welt ist machbar“ https://www.tiefgang.net/haus-der-digitalen-welt-ist-machbar/ Fri, 28 Feb 2025 23:22:45 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=11546 [...]]]> Es ist Wahlkampf – dann kann es von Regierungsparteien nicht genug gute Nachrichten geben.

So verkündete jetzt der SPD-regierte Senat nicht nur, dass eine Machbarkeitsstudie fertig ist sondern – wer hätte das gedacht! – sie auch besagt: geht!

Worum geht´s? Hier die offizielle Pressemitteilung:

„In der Hamburger Innenstadt entsteht ein neuer, attraktiver Treffpunkt für die ganze Stadt. Das Haus der digitalen Welt (Arbeitstitel) wird gemeinsam von der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen, der Hamburger Volkshochschule und weiteren Partnerinnen und Partnern geplant und soll zu einem lebendigen Treffpunkt mit vielfältigen Bildungs- und Freizeitangeboten im Herzen der Innenstadt werden. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) der Finanzbehörde hatte das Gebäude Gerhart-Hauptmann-Platz 50 für rund 112,5 Millionen Euro erworben. Eine von der Behörde für Kultur und Medien in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie des renommierten Architekturbüros christoph ingenhoven architects zeigt nun, dass sich die Immobilie sehr gut als möglicher Standort für das Haus der digitalen Welt eignet. Die Behörde für Kultur und Medien wird daher jetzt mit diesem Standort in die Detailplanung einsteigen.

Aufgrund ihrer sehr zentralen Lage am Gerhart-Hauptmann-Platz, dem Gertrudenkirchhof und dem Zugang von der Spitalerstraße kann die Immobilie Strahlkraft für die ganze Innenstadt entwickeln. Mit aktuell rund 60.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (inklusive Tiefgaragen) verfügt das Gebäude über ausreichend Fläche für ein Haus der digitalen Welt, das mit einer innovativen öffentlichen Zentralbibliothek und flexibel nutzbaren Räumen ein Haus für alle werden soll – ein Ort, an dem man gerne Zeit verbringt und die digitale Zukunft erleben kann. Hier wird es Räume für gemeinsames Arbeiten geben, für Bildung, Freizeit und Kultur. Auch weitere Nutzungen, wie zum Beispiel ein dauerhafter Standort für den „Hamburg Service vor Ort“, an dem die Bürgerinnen und Bürger Dienstleistungen der Stadt in Anspruch nehmen können, sind hier möglich.

Die Immobilie erfüllt dank der zentralen Lage, der guten Erreichbarkeit und den flexibel gestaltbaren Flächen wichtige Kriterien für das Haus der digitalen Welt. Die Machbarkeitsstudie von christoph ingenhoven architects zeigt, dass die sehr flexible Baustruktur des Gebäudes innen wie außen vielseitige, attraktive architektonische Möglichkeiten und Gestaltungspotentiale bietet. Erste Illustrationen des Architekturbüros machen deutlich, wie sich das Gebäude in die Innenstadt öffnen lässt und auch der denkmalgeschützte Gerhart-Hauptmann-Platz als zentral gelegener Platz in der Innenstadt hervorragend einbezogen werden kann. Das Gebäude kann mit lichtdurchfluteten Atrien und Dachflächen, die geöffnet werden können, zu einem lebhaften Ort für die ganze Stadtgesellschaft werden. Die Qualität der vorhandenen Bausubstanz ermöglicht auch die nachhaltige Umnutzung des Gebäudes.

Es werden nun unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie die nächsten baulichen Entwicklungsschritte sowie ein Zeitplan erarbeitet. Zudem werden dann auf Grundlage der konkreteren Planungen Senat und Bürgerschaft befasst.

Dr. Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister: „Das Haus der digitalen Welt soll die vielfältigen Perspektiven der Digitalisierung zeigen und dazu ermutigen, sich in die Gestaltung der digitalen Zukunft einzubringen. Alle Hamburgerinnen und Hamburger sollen an den Chancen der Digitalisierung teilhaben können. Mit dem Standort am Gerhart-Hauptmann-Platz erhält die Innenstadt zudem eine neue, hoch attraktive Einrichtung, die sie belebt und interessanter macht.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Machbarkeitsstudie von christoph ingenhoven architects macht richtig Lust auf das Haus der digitalen Welt. Die Pläne zeigen, wie dieses heute kaum beachtete Gebäude im Herzen der Stadt sich öffnen lässt und durch seine vielfältige Nutzung zu einem lebendigen Haus für alle Hamburgerinnen und Hamburger werden kann. Mit dem Haus der digitalen Welt können wir die innere Stadt wieder zu einem Ort machen, an dem sich eine Stadtgesellschaft begegnet und miteinander und voneinander lernt.“

Finanzsenator und LIG-Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Andreas Dressel: „Der städtische Ankauf dieser Schlüssel-Immobilie ist ein Hauptgewinn für die City und ein sehr werthaltiges Bekenntnis des Senats zu einer aktiven Innenstadt-Entwicklung. Von einem neuen Standort für ein städtisches City-Kundenzentrum bis zu den spannenden Planungen für das Haus der digitalen Welt: Mitten zwischen Mönckebergstraße und Thalia Theater bietet dieses Haus faszinierende Perspektiven mit einem großen Nutzen für die Stadt. Wir können diesen unterschätzten, städtebaulichen Rohdiamanten mit diesen Planungen richtig zum Funkeln bringen. Einmal mehr zeigt sich, dass sich unsere Strategie gezielter Ankäufe bewährt, um gesamtstädtische Ziele besser erreichen zu können. Der Ankauf selbst belastet den Haushalt nicht, für den Umbau können wir auch auf Bundesmittel zurückgreifen. Da die Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) sich jetzt auf einen Umzug in die ehemalige Kaufhof-Immobilie in der Mönckebergstraße vorbereitet, geben wir nun den Startschuss für die weitere ambitionierte Umbauplanung, die zeitnah nach dem Auszug der HCOB Schritt für Schritt Wirklichkeit werden soll. Wir freuen uns jetzt auf die weiteren Planungen.“

So hätten´s gern das Atrium (© christoph ingenhoven architects)

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Das Haus der digitalen Welt ist für Hamburg ein großer Gewinn. Es schafft für Menschen aller Altersgruppen ein innovatives, schwellenfreies, digitales Angebot, das seine Strahlkraft nicht nur innerhalb Hamburgs, sondern auch weit über unsere Stadtgrenzen hinaus entwickeln wird. Die zentrale Lage des Hauses der digitalen Welt im Herzen der Stadt zahlt dabei maßgeblich auf unsere Strategie ein, die Hamburger Innenstadt in ihrem vielfältigen Angebot fit zu machen für die Zukunft.“

Ksenija Bekeris, Senatorin für Schule und Berufsbildung: „Ich freue mich, dass wir mit dem Haus der digitalen Welt einen großartigen Lernort für Groß und Klein mitten in der Stadt realisieren werden. Lebenslanges Lernen ist ein wichtiges Thema, das wir in Hamburg voranbringen wollen. Mit der Volkshochschule haben wir eine starke Partnerin, die auch das Thema Digitalität für alle Lebensalter niedrigschwellig zugänglich macht und im Haus der digitalen Welt ein guter Anlaufpunkt sein wird.“

Dem Erwerb waren seinerzeit eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und eine technische Sorgfältigkeitsprüfung vorausgegangen, aus denen sich keine Bedenken gegen den Erwerb ergaben. Nun hat sich durch die Machbarkeitsuntersuchung auch bestätigt, dass ein Haus der digitalen Welt im Gebäude umgesetzt werden kann, für dessen Realisierung der Bund aktuell bis zu 36 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Die genauen Kosten, auch für die Stadt, werden nun im weiteren Verfahren ermittelt und dann von der Bürgerschaft beschlossen.“

 

]]>
Die Wichtigkeit von Zusammenhalt https://www.tiefgang.net/die-wichtigkeit-von-zusammenhalt/ Fri, 22 Mar 2019 23:47:28 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=4862 [...]]]> Für ihre Krimis wie „Tod in Harvestehude“ wurde sie preisgekrönt. Zur 4. SuedLese kommt sie mit ihrer „Jahrhundert Triologie“ nach Harburg: Carmen Korn. ´Tiefgang` sprach sie vorab.

Carmen Korn arbeitete viele Jahre als freiberufliche Journalistin, widmet sich mittlerweile aber vor allem der Schriftstellerei. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg war sie zunächst als Redakteurin für den „Stern“ tätig, anschließend schrieb sie regelmäßig für „Brigitte“, „Viva“ und „Die Zeit“ und wurde Buchautorin.

1999 wurde sie von der Raymond-Chandler-Gesellschaft für „Tod in Harvestehude“ mit dem Marlowe-Preis ausgezeichnet. Sie überzeugte in der Kategorie „Beste Kriminalkurzgeschichte – National“. 2004 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis vom Syndikat e. V. für „Unter Partisanen“ in der Kategorie Kurz-Krimi. Neben Kriminalromanen und Kurzgeschichten veröffentlichte sie seit 2002 etliche Romane.

Im Mittelpunkt ihrer im letzten Jahr abgerundeten „Jahrhundert Trilogie“ stehen vier Frauen, die sich in Hamburg trotz unterschiedlicher Herkunft anfreunden und fortan Höhen und Tiefen miteinander teilen, persönliche Schicksalsschläge und die Verwerfungen der Weltpolitik miterleben. Carmen Korn begleitet diese vier Frauen, ihre Kinder und Enkelkinder durch das 20. Jahrhundert und verleiht der Zeitgeschichte Leben.

Am 3. April wird sie in der Bücherhalle Harburg lesen. In Kooperation mit der Hamburger Volkshochschule wurde die Schriftstellerin eingeladen, um mit einem literarischen Blick auf das vergangene Jahrhundert zu schauen. Denn auch die VHS und das Frauenwahlrecht feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Was könnte also stimmiger sein, als eine Lesung mit Carmen Korn und ihren vier Zeitzeuginnen?

Tiefgang (TG): Sie haben im vergangenen September Ihre Jahrhundert-Trilogie mit dem dritten und letzten Band „Zeitenwende“ vollendet. Die LeserInnen erwartet wieder persönliches Erleben vor geschichtlichem Hintergrund mit Lokalkolorit. Liegt Ihr Schwerpunkt auf den Lebenswegen ihrer Protagonistinnen?

Carmen Korn: Die Lebenswege der Frauen und Männer, von denen ich erzähle, sind die roten Fäden, an denen entlang ich von den Zeitläufen berichte. Also lässt sich sagen, der Schwerpunkt liegt dort, die große Geschichte findet immer auch in den kleinen Leben statt.

TG: Am Rande erfährt man auch etwas über die gesellschaftlichen Umstände. Wie wichtig war Ihnen der Bezug zur Zeitgeschichte? Nach welchen Kriterien wählten Sie einzelne Aspekte aus?

Carmen Korn: Der Bezug zur großen Zeitgeschichte war mir sehr wichtig. Siehe oben. Doch da gibt es auch die zeitgeschichtlichen Aspekte, die in den individuellen Schicksalen meiner Figuren quälend und prägend waren. Zum Beispiel der Paragraph 175 im Leben von Hennys Sohn Klaus und dessen Gefährten Alex.

TG: Sie haben zuvor diverse Krimis, aber auch Kinder- und Jugendliteratur veröffentlicht. Wie kam es zu der Jahrhundert-Trilogie?

Carmen Korn: Meine ersten beiden Bücher waren weder das eine noch das andere, sie waren Kammerspiele. In die Kriminalgeschichten bin ich nicht ungern reingerutscht, doch im Frühling 2015 wurde mir klar, dass ich nicht bis zum Ende meiner Tage Morde produzieren wollte. Familienthemen waren mir schon immer wichtig, auch in den Krimis. Und ich hatte im Laufe der Jahrzehnte einen großen Fundus angelegt, mit dem diese Familiengeschichten ausgestattet werden konnten. Wahrscheinlich war das schon immer mein Herzensthema.

TG: Haben Sie einen Liebling unter den drei Bänden „Töchter einer neuen Zeit“ (2016),  „Zeiten des Aufbruchs“ (2017) und „Zeitenwende“ (2018)?

Carmen Korn: Der aktuellste ist mir erst einmal der nächste Band, weil noch so sehr präsent. Doch jeder Band steht für sich und liegt mir am Herzen.

TG: Gibt es eine Kernaussage, die Sie gerne vermitteln wollten?

Carmen Korn: Die Wichtigkeit von Zusammenhalt. Sei es im familiären Bereich oder unter Freunden. Und dass ich politisch eher linksliberal und friedlich eingestellt bin, schimmert wohl auch durch.

TG: Die Hamburger Volkshochschule feiert dieses Jahr auch hundertjähriges Bestehen. Was denken Sie persönlich über die Errungenschaften dieser Epoche?

Carmen Korn: Die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war gewaltig und gewaltsam für die Menschen, die es erleben mussten. Dann kam viel Gutes: die deutschfranzösische Freundschaft, der europäische Gedanke, die Abrüstung, das Ende des Kalten Krieges. Ich hoffe sehr, dass wir nicht wieder alles verspielen.

TG: Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview!

(das Interview für ´Tiefgang` führte Sonja Alphonso)

Lesung am 03. April 2019 um 20 Uhr in der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstr. 47a, 21073 Hamburg-Harburg; Eintritt 10,- €

Kooperation von Bücherhalle Harburg, Hamburger Volkshochschule Harburg & Buchhandlung am Sand Harburg.

Die Trilogie:

 

Band 1 „Töchter einer neuen Zeit“, Kindler Taschenbuch  2016, 10,99 € 

Band 2 „ Zeiten des Aufbruchs“, Kindler Taschenbuch 2017, 10,99 €

Band 3 „Zeitenwende“, Kindler Taschenbuch 2018, 10,99 €

]]>