Hans-Jürgen Börner https://www.tiefgang.net Mon, 09 Oct 2023 15:41:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Vom Gender-Schluckauf und Freiheit der Sprache https://www.tiefgang.net/vom-gender-schluckauf-und-freiheit-der-sprache/ Fri, 13 Oct 2023 22:34:12 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=10355 [...]]]> In der Reihe „Reden bei Bossard“ gastiert der bekannte deutsche Schriftsteller Matthias Politycki an der Kunststätte Bossard für eine Lesung mit Diskussion und stellt eines seiner neueren Werke „Mein Abschied von Deutschland – Wovon ich rede, wenn ich über Freiheit rede“ vor. Hans-Jürgen Börner, Vorstandsmitglied der Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard, wird den Abend moderieren, mit dem Autor ins Gespräch kommen und die Fragen der Besucherinnen und Besucher mit aufgreifen. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, dem 19. Oktober, um 18 Uhr.

 Im Frühjahr 2021 zog Matthias Politycki von Hamburg nach Wien. In „Mein Abschied von Deutschland“ begründet er seine Entscheidung und verteidigt eine über Jahrhunderte gewachsene Sprache gegenüber all jenen, die sie in seinen Augen für ideologische Zwecke zu instrumentalisieren suchen. Er zeigt, wie in seinen Augen die Sprache Gefahr läuft, ihre Vielfalt und Unschuld zu verlieren. Wie zum Beispiel mit dem „Gender-Schluckauf“ in die Struktur der Texte eingegriffen wird und er als Schriftsteller seine Freiheit verliert, sich sprachlich auszudrücken.

Der Essay ist Polityckis leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, Sprache, Meinungsfreiheit und Diskussionskultur. „Die Alternative vor der wir täglich aufs Neue stehen, ist: mitmachen und uns von dieser oder jener Haltung anschließen – oder, trotz allem, erst mal selber denken, unabhängig denken“, so der Autor.  Mehr als 30 Bücher hat Matthias Politycki bereits herausgegeben. In diesem untersucht er die Auswirkungen aktueller Geschlechter- und Identitätspolitik.

Der Eintritt beträgt 15 Euro. Anmeldung unter 04183/5112 oder info@bossard.de. Tickets sind außerdem an der Abendkasse erhältlich.

KUNSTSTÄTTE BOSSARD | Bossardweg 95 | 21266 Jesteburg

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„Machen Sie damit weiter!“ https://www.tiefgang.net/machen-sie-damit-weiter/ Fri, 01 Jul 2022 22:49:55 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=9190 [...]]]> Die Kunststätte Bossard lud zu einem Vortragsabend in der Reihe „Reden wir über Bossard“ ein, der unter dem komplexen Titel „Zum Schicksal des jüdischen Textilfabrikanten und Kunstsammlers Robert Graetz im Nationalsozialismus.Rekonstruktion seiner Sammlung.“ viele Emotionen verbarg.

Im Mittelpunkt des Gesprächs in Jesteburg stand das Thema Provenienzforschung am Beispiel des Berliner Unternehmers und Kunstsammlers Robert Graetz, das einmal mehr deutlich machte, wie wichtig die Aufarbeitung der deutschen NS-Vergangenheit auch nach über 70 Jahren ist und dass der Generationenwechsel diese Aufarbeitung nicht stoppen darf.

Roberto Graetz, Enkelsohn des Kunstsammlers, wurde 1952 in Argentinien geboren und spürt bis heute seinen deutschen Wurzeln nach. „Meine Mutter musste mit 17 Jahren aus Deutschland fliehen. Aber sie hatte Deutschland im Herzen und hat unsere Familie zusammengehalten und mir beigebracht, nicht ärgerlich auf unsere deutsche Vergangenheit zu sein“, so Graetz.

Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Geschichte der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern. Sie ist eine noch sehr junge Teildisziplin der Kunstgeschichte. Provenienzforschung erfüllt eine wichtige wissenschaftliche Aufgabe. Mit der 1998 erarbeiteten „Washingtoner Erklärung“, so klärte die Referentin des Abends, die Kunsthistorikerin Dr. Angelika Enderlein, auf, verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland neben mehr als 40 weiteren Staaten, nach durch NS-Willkür entzogenem Kulturgut in den Museen zu suchen und gemeinsam mit den rechtmäßigen Eigentümern gerechte Lösungen zu finden.

Die Suche nach seinen Wurzeln und die Suche nach den verloren gegangenen Kunstwerken seines Großvaters hat Roberto Graetz seine Familie besser kennenlernen und Netzwerke in der ganzen Welt aufbauen lassen. So kann er den Wunsch weitertragen, Gerechtigkeit nicht nur für seine Vorfahren, sondern für alle Opfer des Nationalsozialismus zu erlangen. „Vielen Dank, dass sie Interesse an diesem Thema haben“, ist darum auch seine erste Antwort auf Fragen aus dem Publikum. Er bestätigte dem Team der Kunststätte Bossard: „Diese Gesprächsreihe ist eine fabelhafte Idee. Machen Sie damit weiter. Nur wenn man spricht, kann man Gerechtigkeit erreichen.“ 

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Reden wir über Bossard“ findet bereits am Donnerstag, dem 14. Juli 2022, um 18 Uhr statt. Zu Gast und im Gespräch mit dem Vorstandsmitglied der Kunststätte Bossard, Hans-Jürgen Börner, ist Dr. Christina Krafzcyk, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege zum Thema „Erhalten und Vermitteln – Die Bedeutung des Denkmalschutzes für Orte mit einem schwierigen Erbe“. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter Telefon 04183/975 92 33 oder per Mail: witmuetz@bossard.de

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Das Schicksal des Robert Graetz https://www.tiefgang.net/das-schicksal-des-robert-graetz/ Fri, 29 Apr 2022 22:59:39 +0000 https://www.tiefgang.net/?p=8990 [...]]]> Im vergangenen Jahr hat die Kunststätte Bossard die Gesprächsreihe „Reden wir über Bossard“ mit einer Mischung aus Podiumsdiskussionen und Ateliergesprächen etabliert.Am 19. Mai geht es weiter …

Für das Konzept der Podiumsdiskussionen hat die Kunststätte auch den Kultursommerpreis des Landkreises Harburg 2021 gewonnen und führt mit dieser Auszeichnung die Reihe jetzt in das zweite Jahr. Die Idee hinter der Veranstaltung: Fachleute diskutieren zu Themen wie etwa die Rolle von Kunst und Kultur im Spannungsfeld von Politik und Zeitgeschichte oder Fragen des Denkmalschutzes.

Bis zu den Sommerferien hat die Kunststätte Bossard im Rahmen der Reihe jeden Monat einen Gast, der sich aktuellen Fragestellungen widmet. Den Anfang macht am Donnerstag, dem 19. Mai 2022, Dr. Thomas Overdick, Geschäftsführer des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e.V.. Ab 18 Uhr spricht Dr. Thomas Overdick mit Hans-Jürgen Börner, Mitglied des Stiftungsvorstandes Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard, zum Thema „Belastetes Erbe. Zum musealen Umgang mit der Kunststätte Bossard“. Das Publikum ist eingeladen, sich mit Fragen einzubringen.

Im Juni ist die Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Dr. Angelika Enderlein zu Gast und bringt den Enkelsohn des Kunstsammlers und Holocaust-Opfers Robert Graetz, Roberto Graetz mit. Thema des Vortragsabends ist „Das Schicksal des jüdischen Textilfabrikanten und Kunstsammlers Robert Graetz (1878 – 1945) im Nationalsozialismus. Rekonstruktion seiner Sammlung.“

Vor den Sommerferien kommt Dr. Christina Krafzcyk, Präsidentin Landesamt für Denkmalpflege, an die Kunststätte Bossard. Der Donnerstagabend, 14. Juli 2022, steht im Zeichen des Umgangs mit Kunst und Architektur aus der NS-Zeit im öffentlichen Raum.

Für alle drei Ateliergespräche ist eine Anmeldung unter Telefon 0 41 83 / 97 59 2 33 oder per Mail an witmuetz@bossard.de notwendig. Die Ateliergespräche beginnen jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Aktuelle Informationen unter www.bossard.de.

KUNSTSTÄTTE BOSSARD,Bossardweg 95, 21266 Jesteburg; Telefon: 0 41 83 / 9 75 92 -0

 

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